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Hepha Urban X: E-Bike lädt in 15 Minuten, rekuperiert und schaltet selbst


Es lädt den Akku in 15 Minuten, gewinnt Energie per Rekuperation und übernimmt den Gangwechsel selbst. Mit dem Urban X zeigt Hepha auf der Eurobike seine Vision des E-Bikes der Zukunft. Obwohl das Rad ein wenig wie aus einem Sci-Fi-Film entsprungen aussieht, sollen sich zumindest Teile davon schon bald in Serienfertigung befinden. Wir konnten das Rad bereits kurz probefahren.

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Kern des Konzepts ist das, was Hepha „Pedal Only Ride“ nennt. Anfahren, Beschleunigen, Verzögern und die Übersetzung werden über das Tretverhalten gesteuert. Eine klassische Gangschaltung entfällt ebenso wie die üblichen Unterstützungsmodi vieler E-Bikes. Bremsen finden sich zwar noch am Lenker, sollen aber nur für Not- und Vollbremsungen nötig sein.

Der Mittelmotor mit eCVT-Getriebe (Electronically Controlled Continuously Variable Transmission) beherbergt ein elektronisch geregeltes, stufenloses Getriebe. Anders als herkömmliche Nabenschaltungen oder Kettenschaltungen arbeitet ein eCVT ohne feste Gänge. Stattdessen passt das System die Übersetzung und die Motorunterstützung kontinuierlich an, sodass man unabhängig von Geschwindigkeit oder Steigung mit einer konstanten Trittfrequenz fahren kann. Hepha integriert die Technik nach eigenen Angaben vollständig in den Mittelmotor des E-Bikes und kombiniert sie mit einer automatischen Steuerung. Die Idee, die Übersetzung an die gewünschte Trittfrequenz anzupassen, ist allerdings nicht neu. Enviolo-Schaltungen und Pinion-Getriebe passen ebenfalls die Übersetzung an, damit man weiter in der gewünschten Trittfrequenz strampeln kann, wenn sich Terrain oder Geschwindigkeit ändern.

Bei unserer kurzen Ausfahrt entfaltete der Mittelmotor seine Maximalleistung von 1000 Watt (bei 250 Watt Nenndauerleistung) sanft und änderte die Übersetzung harmonisch, sodass wir nichts davon bemerkten. Der Übersetzungsbereich beträgt 400 Prozent. Auf dem Prototyp war die Kadenz voreingestellt, in einem Serienbike soll sie sich von 40 bis 120 Umdrehungen pro Minute einstellen lassen. Dass es sich bei dem Motor noch um ein Vorserienmodell handelte, wusste er während der kurzen Testfahrt nicht zu kaschieren. Er machte sich akustisch deutlich vernehmbar. In einem Serienrad erwarten wir einen leiseren Antrieb.

Der Motor regelt nicht nur die Übersetzung, sondern verzögert auch, wenn man nicht mehr tritt. Dann bremst der Motor elektrisch und gewinnt dabei Energie zurück. Diese Rekuperation macht mechanisches Bremsen in manchen Situationen überflüssig, wenn man zum Beispiel auf eine rote Ampel zurollt. Gleichzeitig lädt die Rekuperation ein wenig Akku nach. In der Praxis hat sich dieses altbekannte Prinzip bei E-Bikes noch nicht durchgesetzt, da bisherige Modelle wie das Vello Bike+ wegen der geringen Kräfte über Rekuperation kaum Akku nachgeladen haben. Auf der Eurobike machte Hepha keine Angaben, wie viele Kilometer Reichweite das Urban X im Alltag per Rekuperation gewinnen kann.



Da der Motor eigenständig die Übersetzung und die Unterstützungsstufe wechselt, kann Hepha das Cockpit des Urban X sehr minimalistisch gestalten.

(Bild: Robin Brand / heise medien)

Der Bremseffekt des Motors war dagegen deutlich stärker ausgeprägt als beim Vello-Pendant. Sobald man aufhört zu pedalieren, wird das Rad merklich eingebremst. Tritt man zudem noch rückwärts, kann man das Rad auch im Gefälle zum Stillstand bringen. Es dürfte nicht lange dauern, bis man bei vorausschauendem Fahren im Alltag fast ganz auf den Griff zum Bremshebel verzichten kann. Indes muss Hepha noch daran tüfteln, in welchen Situationen der Motor bremst und in welchen nicht. Schließlich will man nicht immer abbremsen, wenn man kurz mit dem Treten aufhört.

Der herausnehmbare 560-Wh-Akku soll mit einem 1,5-kW-Ladegerät innerhalb von 15 Minuten auf 80 Prozent geladen werden können. Herkömmliche E-Bikes laden gut und gerne mal vier Stunden. Das Ladegerät wiegt laut Hersteller rund 950 Gramm und kann im Fahrrad mitgeführt werden. Zum Laden genüge eine gewöhnliche Steckdose. Eine einfache Ladesäule hat Hepha auch entwickelt, damit zum Beispiel Supermärkte sich eine solche auf den Parkplatz stellen können. Hepha machte keine Angaben, wie sich die Ladezeit im Alltag unter unterschiedlichen Temperaturbedingungen auf die Lebensdauer des Akkus auswirken wird.

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Obwohl noch ein Konzept, ist das Hepha Urban X bereits fahrfertig.

(Bild: Robin Brand / heise medien)

Einen weiteren Schwerpunkt legt Hepha auf Diebstahlschutz. Das Urban X ist mit einer in die Nabe integrierten Wegfahrsperre bestückt. Außerdem sind GPS-Ortung und eine Alarmanlage an Bord, die statt eines Signaltons mit einer menschlichen Stimme auf sich aufmerksam machen soll. Im bereits erhältlichen Urban 8 Ultra des Herstellers sind diese Annehmlichkeiten ebenfalls implementiert. Obwohl das Urban X noch ein Konzept ist, sollen ab 2028 Teile davon in Serienfertigung gehen.


(rbr)



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Ottocast Cabin Care Owl im Test: Babykamera & Wireless-Carplay-Adapter in einem


Die Ottocast Cabin Care Owl behält die Kinder auf dem Rücksitz im Blick und verbindet das iPhone zugleich kabellos per Carplay – ideal für die Urlaubsfahrt.

Quengelnde Kinder auf der Rückbank, zähflüssiger Verkehr auf der Autobahn, dazu der nervöse Blick in den Rückspiegel: Die Fahrt in den Urlaub ist selten entspannt. Eine Rücksitzkamera, die sich obendrein in Carplay einklinkt, klingt nach der idealen Lösung. Die Ottocast Cabin Care Owl will genau das leisten – wir haben sie auf die Probe gestellt.

Design & Lieferumfang

Die Cabin Care Owl besteht aus einem kapselförmigen Gehäuse mit integrierter Kamera. Optisch ist sie einer Eule nachempfunden – wobei sie wegen der zwei dreieckigen „Ohren“ auf der Oberseite auch als Katze durchgehen könnte. Im „Gesicht“ sitzen zwei Kreise. Einer davon beherbergt die Kameralinse. Das Gehäuse besteht aus weichem Kunststoff und wirkt robust genug, falls es einmal in Kinderhände gerät.

Dazu kommt ein Sender, den man als Dongle per USB-A in den Anschluss des Fahrzeugs steckt. Ein Adapter auf USB-C liegt praktischerweise bei. Zur Befestigung dienen eine Halterung mit Klemme für die hintere Stange der Kopfstütze sowie ein Plättchen, das sich mit einem Nylon-Band fixieren lässt. Für die Stromversorgung liegt zudem ein relativ langes USB-C-auf-USB-A-Kabel bei.

Einrichtung & Funktionen

Zunächst befestigt man die Eule mit der Klemme an der Stange der Kopfstütze – das gelingt ohne Mühe. Anschließend versorgt man die Kamera per Kabel mit Strom. Je nach Fahrzeug kann das eine Herausforderung sein: Manche Modelle bieten hinten eine USB-Buchse, viele nicht. Da auch der Dongle einen Anschluss belegt, muss man sich gegebenenfalls mit einem 12-V-Adapter (Bestenlisten) behelfen – so wie wir es im Test mit einem Opel Astra von 2017 und einem iPhone 12 Pro Max getan haben. Das Kabel ist glücklicherweise lang genug, kann aber stören, wenn es nicht sauber nach vorn verlegt wird.

Als Schnittstelle für Gerät und Videosignal dient Carplay. Das Infotainmentsystem des Fahrzeugs muss diese Technologie also zwingend unterstützen, sonst bleibt die Kamera unbrauchbar. Bei Fahrzeugen mit kabellosem Carplay funktioniert das Gerät wahrscheinlich nicht, erfahrungsgemäß gibt es auch bei BMWs oft Probleme. Nach einem Tipp auf das Carplay-Icon im Infotainmentsystem führt eine Einrichtungsseite durch die Sprachauswahl. Danach stehen Kameraansicht sowie Carplay zur Wahl.

Der Betrieb ist prinzipiell auch ohne Smartphone möglich – dann nutzt man allein die Kameraansicht per Carplay-Schnittstelle. Koppelt man das iPhone per Bluetooth mit dem Dongle, läuft Carplay parallel kabellos, ohne dass man das Gerät einstecken muss. Das ist sehr praktisch, die Kopplung funktionierte auf Anhieb.

Das Videobild überzeugt mit guter Qualität. Zur Wahl stehen Vollbild, Carplay-Ansicht oder ein Splitscreen für beide. Letztere Option dürfte die favorisierte Option sein. Wer Android Auto nutzt, hat aber Pech: Die Cabin Care Owl unterstützt die Schnittstelle nicht. Die Kamera lässt sich zwar verwenden, Android Auto dann jedoch nicht parallel.

Preis

Mit dem Code TS20 kostet die Cabin Care Owl beim Hersteller nur 87 Euro statt 109 Euro.

Fazit

Die Ottocast Cabin Care Owl schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie behält den Nachwuchs auf der Rückbank im Blick und bringt zugleich kabelloses Carplay ins Auto – auf Wunsch sogar per Splitscreen. Im Test funktionierte das auf Anhieb, die Halterung für die Kopfstütze ist durchdacht. Wer mag, nutzt den Dongle auch solo als reinen Wireless-Carplay-Adapter.

Der Haken: Android Auto wird nicht unterstützt. Android-Nutzer müssen sich zwischen Kamera- und Smartphone-Anbindung entscheiden – für sie ist die Eule keine Option.



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GitLab-Umfrage: KI-beschleunigtes Coding erzeugt Sicherheitsprobleme


Für die meisten Unternehmen zahlt sich der Einsatz von KI‑Coding‑Tools stärker aus als erwartet. Das hohe Tempo agentischer Softwareentwicklung wirft aber die Frage auf, inwieweit Teams noch kontrollieren können, was sie an Code ausliefern. Zu diesen Ergebnissen kommt der AI Accountability Report von GitLab.

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Im Unternehmensumfeld ist KI-gestützte Softwareentwicklung längst Standard. Laut dem GitLab-Report haben 91 Prozent der DevSecOps‑Befragten mindestens zwei Coding-Tools im Einsatz, 54 Prozent drei oder mehr. Dabei berichten 60 Prozent von einer höheren Investmentrendite als ursprünglich erwartet, 78 Prozent von schnellerem Code-Output und 73 Prozent sagen, dass sich die Codequalität verbessert habe.


Screenshot aus dem GitLab AI Accountability-Report.

Screenshot aus dem GitLab AI Accountability-Report.

Die beiden Bereiche Compliance & Audits sowie Sicherheit profitieren laut Umfrage am wenigsten von KI.

(Bild: GitLab)

Die Umfrage-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer wenden lediglich 16 Prozent ihrer Arbeitszeit dafür auf, neuen Code zu schreiben. Eine deutliche Mehrheit von 85 Prozent sagt, dass sich der Fokus stattdessen auf Review und Validierung von KI-Output verschoben hat. Dort trägt KI allerdings am wenigsten dazu bei, die Geschwindigkeit oder Effizienz zu steigern.

Das KI-Produktivitäts-Paradoxon spüren deshalb 79 Prozent der Befragten: Die individuelle Produktivität hat nach ihrem Empfinden zugenommen, die Geschwindigkeit des Software‑Lieferprozesses als Ganzes hingegen kaum.

GitLab macht AI Accountability, sinngemäß die Verantwortung eines Unternehmens im Umgang mit KI, an der Fähigkeit fest, drei Fragen beantworten zu können: Woher kommt der KI-generierte Code, wofür war er gedacht und wer ist dafür verantwortlich, sobald er Produktionsstatus erreicht hat?

Laut GitLab haben die meisten Unternehmen keine Antworten darauf. „Die Ereignisse der letzten Monate, die von Lieferketten-Angriffen über Zuverlässigkeitsprobleme bis hin zu strengeren behördlichen Auflagen hinsichtlich Nachverfolgbarkeit und Herkunft von KI reichen, zeigen, dass Geschwindigkeit ohne Kontrolle kein Vorteil, sondern ein Risiko ist“, so Manav Khurana, Chief Product and Marketing Officer von GitLab.

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Im Report äußern 73 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer Bedenken hinsichtlich der langfristigen Wartbarkeit von KI-generiertem Code; 80 Prozent meinen, dass ihr Unternehmen die KI-Werkzeuge schneller eingeführt hat, als Richtlinien zu deren Steuerung entwickelt wurden. Zudem birgt KI-generierter Code für 82 Prozent das Risiko, dass neue technische Schulden entstehen, auf die ihr Unternehmen noch nicht vorbereitet ist.

Besserung ist jedoch in Sicht: So wollen 91 Prozent der Teilnehmenden in den nächsten 12 Monaten Tools für KI-Code-Governance anschaffen. Ein Budget dafür haben 98 Prozent entweder bereits vorliegen oder zumindest eingeplant.


Screenshot aus dem GitLab AI Accountability-Report.

Screenshot aus dem GitLab AI Accountability-Report.

Wurde das Softwareproblem von KI-generiertem Code mitverursacht? 34 Prozent der Befragten konnten das im konkreten Fall nicht beantworten.

(Bild: GitLab)

Bereits jetzt sind 87 Prozent der Befragten zuversichtlich, dass sie innerhalb von 24 Stunden feststellen könnten, ob KI-Code ein Produktionsproblem mitverschuldet hat. Allerdings waren 34 Prozent der Unternehmen genau dazu nicht in der Lage, als es zu einem solchen Vorfall kam. Als größte Hürden für Kontrolle und Nachverfolgbarkeit nennen 43 Prozent die Schwierigkeit, KI-generierten Code von manuell geschriebenem Code zu unterscheiden. Auf Platz zwei und drei folgen fragmentierte Toolchains (40 %) und Systeme, die die Code-Herkunft nicht erfassen (39 %).

Für den AI Accountability Report befragte GitLab im Februar 2026 insgesamt 1528 Personen, die sich zu etwa gleichen Anteilen aus sechs Ländern rekrutieren: USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Japan und Australien. Davon ordnen sich 43 Prozent dem Bereich IT Operations zu, 37 Prozent zu IT-Security und 20 Prozent zum Bereich Softwareentwicklung. Die vollständige Umfrage steht auf der GitLab-Webseite gegen Registrierung kostenlos zum Download bereit.


(mro)



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Zahlen, bitte! 3,7 Milliarden Menschen leben in 11.422 Großstädten


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Neun der zehn größten Städte der Welt liegen in Asien und in den beiden größten leben zusammen mehr Menschen als in ganz Deutschland. Das sind nur zwei Ergebnisse der Neuauflage der „bis dato umfangreichsten Datenbank zu Städten in aller Welt“. Laut der leben im großstädtisch geprägten Gebiet von Guangzhou in China fast 43 Millionen Menschen und in Jakarta noch einmal rund 41 Millionen. Es folgen Dhaka (37 Millionen), Tokio (33 Millionen) und Neu-Delhi (31 Millionen). Lediglich Ägyptens Hauptstadt Kairo auf Platz 7 verhindert mit 25 Millionen Einwohnern und Einwohnerinnen eine rein asiatische Top 10. Als größtes „urbanes Zentrum“ in Deutschland kommt Berlin in der Tabelle auf 3,5 Millionen Menschen, was nicht einmal für die Top 100 reicht.


Bitte Zahlen

Bitte Zahlen

In dieser Rubrik stellen wir immer dienstags verblüffende, beeindruckende, informative und witzige Zahlen aus den Bereichen IT, Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Politik und natürlich der Mathematik vor.

Vor einem detaillierten Einblick in den immensen Datensatz ist es aber nötig, die Definition für „urbanes Zentrum“ der Verantwortlichen zu erklären, denn die stiftet gerne Verwirrung. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass es weltweit ganz unterschiedliche Voraussetzungen dafür gibt, damit eine Siedlung zur Stadt werden kann. Strikt auf Basis administrativer Grenzen lassen sich die Städte der Welt nicht gewinnbringend vergleichen. So ist die „Stadt“ Chongqing in China so groß wie Österreich, besteht aber aus Natur, Dörfern und Ballungszentren – eigentlich wie das Land Österreich. Die französische Hauptstadt Paris wiederum hat äußerst enge Grenzen, die nicht einmal das moderne Büroviertel La Défense einschließen. Beide vergleichbar zu machen, ist ein Ziel dieser Neuauflage einer älteren Datenbank.



Für eine vergleichbare Datenbasis muss man Kompromisse eingehen, einer sorgt hier dafür, dass „Wiesbaden“ über den Rhein reicht.

(Bild: UCDB R2024A)

Die Verantwortlichen der „Urban Centre database“ haben die Landfläche der Erde deshalb in gleich große Quadrate mit einer Kantenlänge von einem Kilometer unterteilt. Mithilfe von Satelliten- und Zensusdaten haben sie für jedes einzelne dieser Quadrate die Einwohnerzahl ermittelt. Kommen an den Kanten aneinandergrenzende Quadrate auf eine Einwohnerdichte von mindestens 1500 Menschen pro km² und in der Summe auf mindestens 50.000 Einwohner sowie Einwohnerinnen, sprechen sie von einem „urbanen Zentrum“ – im Folgenden einfachheitshalber eine „Stadt“. Die bekommt immer den Namen der größten administrativen – also „echten“ – Stadt in ihren Grenzen. „Wiesbaden“ umfasst in der Datenbank deshalb die hessische Hauptstadt – aber eben auch noch Mainz.

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Insgesamt leben demnach weltweit genau 3.685.352.665 Menschen in 11.422 Großstädten. Fast 2000 liegen in China, über 1900 in Indien – die Zahl ist wegen einer präziseren Aussiebung kleinerer Siedlungen kleiner als im Vorgänger, genau wie in Äthiopien. Das heißt, mehr als jede dritte Großstadt auf der Welt liegt in diesen beiden Staaten. Deutlich abgehängt folgen Nigeria, Indonesien und Brasilien mit jeweils etwa 500. Deutschland landet mit genau 99 auf dem 22. Rang und damit hinter der Türkei (174) und Großbritannien (143), aber vor Italien (88) und Frankreich (73). Die Schweiz steht hier auf Rang 80 mit 17 Großstädten, Österreich (8) landet noch einmal deutlich weiter hinten auf Rang 110. Luxemburg folgt mit einer einzigen ganz am Ende, Liechtenstein schafft es überhaupt nicht in die Datenbank.

Aus den Daten lässt sich beispielsweise ermitteln, wie groß der Anteil der Bevölkerung in den Ländern der Welt ist, die jeweils in Städten leben, und das dürfte durchaus überraschend sein. So sind das in den meisten europäischen Staaten gerade einmal ein Drittel, Ausreißer nach oben sind Spanien und die Niederlande mit gut 50 Prozent, in Großbritannien sind es gar 60 Prozent. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind es gut ein Drittel. Noch weniger sind es beispielsweise in Tschechien und der Slowakei mit 22 und 16 Prozent. Weltweit sieht das teilweise ganz anders aus, so sind es in fast allen Staaten Südamerikas mehr als die Hälfte und im Nahen Osten zumeist mehr als zwei Drittel. Spitzenreiter unter den großen Staaten ist Saudi-Arabien, wo 77 Prozent der Bevölkerung in solchen Großstädten leben.

Nicht unbedingt erwartet ist auch eine Übersicht über die Veränderung der Stadtbevölkerung zwischen den Jahren 2020 und 2025. Insgesamt ist die Stadtbevölkerung durch die Urbanisierung zumeist gewachsen – am stärksten in den Metropolen Afrikas und Südasiens. Interessant sind eher die Ausnahmen. Wenig überraschend dürfte beispielsweise sein, dass fast alle Städte in der Ukraine an Bevölkerung verloren haben; in geringerem Ausmaß ist das auch in Russland sichtbar. Auffallend ist aber auch, dass in China den vielen enorm gewachsenen Metropolen wie etwa Shanghai zahlreiche Städte gegenüberstehen, die teilweise enorm geschrumpft sein sollen. Weltweit hat demnach keine Stadt so viele Einwohner und Einwohnerinnen verloren wie Chengdu – über 600.000. In Indien sieht es ähnlich aus.

Aus den Daten geht außerdem hervor, wie viel bebaute Fläche in den Städten dieser Welt jeweils auf alle Einwohner und Einwohnerinnen kommt. In diesem Vergleich landen die USA und Japan deutlich vor dem Rest der Welt, es folgen Europa, Südamerika und China. Deutlich weniger bebaute Fläche steht den Menschen in Afrika und Südasien zur Verfügung. Geht es allein um die bebaute Fläche, sind übrigens Tokyo, Guangzhou und Los Angeles mit jeweils mehr als 1300 km² absolute Spitze. Bebaut ist dort also jeweils mehr als die anderthalbfache Gesamtfläche des Stadtstaats Berlin. Dort sind es demnach übrigens nur 149 km² – also etwa ein Zehntel der Spitzenreiter.

Angesichts des sich beschleunigenden Klimawandels liefern die Daten auch interessante Einblicke in die zu erwartenden klimatischen Veränderungen. Auf einer Weltkarte kann man sich leicht anzeigen lassen, wo die mittlere Jahrestemperatur im nächsten Jahrzehnt besonders stark steigen wird – und wo das Gegenteil der Fall ist. Interessanterweise liegen die Extreme dabei geografisch gar nicht so weit auseinander: Etwas kühler (-0,28 Grad Celsius) dürfte es demnach im Nahen Osten und dabei primär in einigen Städten des Iran werden, während die größten Temperaturanstiege (+ 2 Grad Celsius) in Städten Zentralasiens erwartet werden. Vergleichsweise stark trifft die Klimaerwärmung demnach noch die Ballungsgebiete in China und in Indien.

Angesichts der immensen Datenmenge ist das nur ein kleiner Einblick in eine besonders spannende Datenbank zum aktuellen Zustand der Welt. Während es bei staatlichen Zahlen enorme Unterschiede zur Genauigkeit, zum Alter und zum Umfang der Datensammlungen gibt, sorgt die „Urban Centre database“ für eine globale Vergleichbarkeit. Auch wenn man endlos über die Grenzen der jeweiligen „Städte“ streiten kann, verdienen vor allem die dahinter liegenden Daten ein Interesse. Immerhin geben sie Einblick in eine rasante Veränderung der Welt, von der wir in Mitteleuropa mit seiner weitgehend abgeschlossenen Bevölkerungsverschiebung vom Land in die Städte nicht mehr viel mitbekommen.


(mho)



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