Künstliche Intelligenz
Neue Canon-Videokamera EOS R6 V und Hybridzoom RF 20-50mm F4 vorgestellt
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Der Kamera- und Objektivhersteller Canon hat eine Vollformat-Spiegellose für Videoproducer vorgestellt. Die Canon EOS R6 V (V steht hier für Video) wird zudem vom Zoomobjektiv RF 20‑50mm F4 L IS USM PZ begleitet, das besondere Merkmale für den Videobereich mitbringt.
Die EOS R6 V ist als Hybridkamera zwar in der Lage, Fotos zu erstellen, allerdings hat der Hersteller Technik und Design speziell an Videos angepasst. Sie ist zwischen der EOS R6 Mark III, die beide Anwendungszwecke umfangreich bedient, und der EOS C50 zu verorten, einer handlichen Cinema-Kamera. Diese lässt sich in einem hochprofessionellen Umfeld mit Multikamerasystemen einsetzen, wo etwa mehrere Geräte über Timecodes synchronisiert werden.
Die EOS R6 V richtet sich an einzelne Kreative oder kleine Teams von zwei bis drei Personen, die mit einer einzelnen Kamera arbeiten und ihren kompletten Workflow selbst in der Hand halten möchten. Das können etwa Hochzeitsvideografen sein, genauso wie Content Creator, die hauptsächlich auf Social Media oder YouTube publizieren, oder die ihre selbst erstellten Inhalte professioneller gestalten wollen. Sie finden hier ein einfach zu bedienendes, flexibles System, mit dem man frei aus der Hand arbeiten kann und das auch lange Aufnahmezeiten durchhält.
Technische Ausstattung
Der bereits aus der C50 und der R6 Mark III bekannte Sensor liefert 32,5 Megapixel und einen ISO-Umfang bis 64.000. Fotografisch sind durch den ausschließlich elektronischen Verschluss bis zu 40 Bilder pro Sekunde für Serien möglich, auch die Voraufnahme vor der Auslösung soll sich aktivieren lassen.
Videoformate: Die EOS R6 V bietet laut Datenblatt Aufnahmen bis 7K Raw mit 60 Bildern pro Sekunde, oversampeltes 4K bis 60p, 2K bis 180p und für Zeitlupen 4K 120p ohne Crop. Open-Gate-Aufnahmen sind abhängig vom gewählten Videoformat etwa in 7K 30p möglich. Auch Canon Log 2/3 und Livestream per UVC in bis zu 4K 60p sollen an Bord sein. Proxy-Aufnahmen in einem zweiten Format erlaubt die Kamera in Raw mit 7K 30p, entweder intern über die beiden Speicherkartenslots (CFexpress und SD UHS-II) oder auch bei einer HDMI-Ausgabe auf geeignete externe Recorder wie den Ninja TX.
Audio, Bildprofile, besondere Funktionen: Wieder dabei sollen auch die Custom Picture Profiles sein, die es ermöglichen, sowohl Farben durch Filter als auch erweiterte Einstellungen an die Aufnahmeumgebung oder die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Das 4-Kanal-Audio mit dem Waveform-Monitor sowie das Pre-Recording unterstützen die Videografen.
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Die Canon EOS R6 V soll zudem VR-Aufnahmen mit dem RF 5.2mm F2.8L Dual Fisheye unterstützen. HDR-Aufnahmen beherrscht sie dagegen nicht.
Die Kamera lässt sich mit dem EOS Digital Software Development Kit (EDSDK) nutzen, mit dem eine eigene Anwendungsumgebung geschaffen werden kann. In dieser ist es möglich, die Kamera fernzusteuern, das Livebild zu überwachen, Bilder zu übertragen und Kameraeinstellungen vorzunehmen, jedoch mit Zugriff auf Programmierschnittstellen.
Bildstabilisator: Der IBIS stabilisiert den Sensor auf den gängigen fünf Achsen und soll Verwacklungen bis zu 7,5 Belichtungsstufen ausgleichen, um ruhige Videoaufnahmen auch aus der Hand zu ermöglichen. Laut Canon entspricht er dem der R6 Mark III. Ein Movie Digital IS, der digital über die Verschiebung des Bildausschnitts auf dem Sensor arbeitet, soll zusätzlich für ruhige Videoaufnahmen sorgen. Er ist jedoch abhängig vom genutzten Aufnahmeformat.

Der seitliche Lüftungsschlitz der aktiven Kühlung liegt neben den Abdeckkappen für die Anschlüsse, die unter anderem einen HDMI Typ A enthalten. Das Display lässt sich seitlich schwenken und dort drehen. Bei angeschlossen Kabeln oder in einem Rig ist die Bewegungsfreiheit jedoch eingeschränkt.
(Bild: Canon)
Aktive Kühlung: Besonders interessant für Filmer dürfte die aktive Kühlung der Kamera mit einem Lüfter sein, die beliebig lange Aufnahmezeiten bei fast allen Videoformaten ermöglicht. Diese sind damit nur durch die Stromversorgung und Speicherkapazität begrenzt. Die wenigen rechenintensiven Ausnahmen wie 4K 60p Raw mit einer 2K-Proxy-Ausgabe auf der zweiten Speicherkarte erlauben noch eine Aufnahmezeit von 120 Minuten, was für viele Anwendungsfälle ausreichen dürfte.
Autofokus: Auch bei der R6 V setzt Canon auf den Dual Pixel CMOS AF II mit intelligenter Motiverkennung. So sollen wie bei bisherigen Modellen wieder Programme für Menschen-, Tier-, Fahrzeug- sowie Augenerkennung vorhanden sein. Über Personenpriorität können bis zu zehn Personen mit Gesichtern registriert werden, die der AF dann bevorzugt fokussiert. Zwei Produkt-Demo-Modi (Automatik oder Menüeinstellung) unterstützen Content Creator dabei, dass der Fokus an der richtigen Stelle bleibt. Dafür kann auch der Schärfebereich im Bild begrenzt werden, damit der Autofokus nicht versehentlich auf ein anderes Objekt im Raum springt.
Gehäuse und Bedienelemente: Das 688 Gramm schwere Gehäuse ähnelt dem der C50, ist jedoch aufgrund der weniger leistungsstarken Kühlung etwas flacher. Es kommt ausschließlich mit Display (dreh- und schwenkbar) ohne Sucher. Ein Zoomhebel sitzt am gewohnten Auslöser, einen zweiten Auslöser platziert der Hersteller auf der Vorderseite, erreichbar für die linke Hand. Das Displaybild dreht sich mit der Kamera, was bei der R6 III und der C50 bisher nicht der Fall ist. Wird sie im Hochformat gehalten, zeigt es die Bedienelemente sowie das Menü passend an. Auf dem Gehäuse sitzen zwölf frei belegbare Tasten, sieben davon versieht Canon mit Nummern. Ein zweites Stativgewinde für Hochformat-Aufnahmen ist neben dem Speicherkartenfach zu finden. Die Anschlüsse auf der linken Seite des Bodys umfassen unter anderem einen HDMI-Anschluss vom Typ A. Der Multifunktions-Schuh eignet sich für Video-Standardzubehör wie Mikrofone, nicht jedoch für solches wie Blitzgeräte, die klassisch der Fotografie zugeordnet werden. Auch der Handgriff, den die EOS C50 mitbringt, passt nur mechanisch und kann über die Anschlüsse nicht bedient werden.

In den Zubehörschuh passt Videozubehör. Blitzgeräte können nicht bedient werden.
(Bild: Canon)
Speicher und Stromversorgung: Für die Stromversorgung setzt Canon auf den Akku LP-E6P. Ältere Akkus sollen nicht mehr funktionieren oder beschränken, wie im Fall der NH- und N-Modelle, den Funktionsumfang der Kamera, etwa das WLAN.
Abgrenzung zu C50 und R6 Mark III, Konkurrenz am Markt
Die EOS R6 V soll ab dem 24. Juni 2026 für 2500 Euro auf den Markt kommen. Sie konkurriert in erster Linie mit der EOS R6 Mark III (2900 Euro Straßenpreis), mit der sie neben der Bildstabilisierung auch das Videomenü sowie den Staub- und Spritzwasserschutz verbindet. Von der C50 (3500 Euro Straßenpreis) hat sie die aktive Kühlung sowie die 2. Rec-Taste und den Zoom-Hebel am Auslöser übernommen. Jedoch bringt die R6 Mark III noch typische Fotofunktionen mit, wie den mechanischen Verschluss, die Anschlüsse für Blitzgeräte oder einen elektronischen Sucher. Die EOS C50 ist dagegen mit weiteren professionellen Videofunktionen ausgestattet, wie mit einem Handgriff, der sowohl das Filmen erleichtern soll als auch bei der Bedienung unterstützt. Sie bietet auch Anamorphoten-Unterstützung oder etwa eine Timecode-Schnittstelle.
Doch die beiden Canon-Schwestermodelle sind nicht die einzigen am Markt, gegen die sich die EOS R6 V behaupten muss. Starke Konkurrenz kommt auch von Panasonic, Nikon und Sony.
Die etablierte Panasonic Lumix S1 II bringt eine etwas geringere Auflösung von 24 Megapixeln auf dem teilweise gestapelten Vollformat-Sensor mit. Sie bietet beispielsweise 6K bei 30p mit Open Gate, 5,1K 60p, 4K 120p und internes ProRes Raw. Der interne Bildstabilisator schafft bis zu acht Blendenstufen. Eine zweite Aufnahmetaste ist vorhanden. An Bord sind auch eine aktive Kühlung und der HDMI-Typ-A-Ausgang für externe Recorder. Bei einem günstigen Angebot ist sie inzwischen für 2200 Euro zu haben, ansonsten 2800 Euro.
Die Nikon ZR ist die erste gemeinsame Kamera von Nikon und RED. Eine interne 6K-Raw-Aufzeichnung (R3D NE, 12 Bit, 59,94p), der Dual-Base-ISO bei nativen Werten von ISO 800 und ISO 6400 sowie 32-Bit-Float-Audio sind im Paket. Sie wiegt gerade einmal 540 Gramm, bringt dafür aber auch keine aktive Kühlung mit. Der Preis liegt derzeit bei 2350 Euro.
Etwas anders aufgestellt, aber dennoch interessant, ist die Sony FX30. Mit 26 Megapixeln für Foto- und 20 Megapixeln für Videoaufnahmen auf einem APS-C-Sensor ist sie kompakt und handlich. Sie bietet 4K bei 120p und 10 Bit, einen 5-Achsen-Bildstabilisator für 5,5 Belichtungsstufen, eine Raw- und Timecode-Ausgabe und kostet derzeit etwa 2000 Euro.
Neues Zoom-Objektiv RF 20-50mm F4 L IS USM PZ
Im gleichen Zug präsentiert Canon das neue Standardzoom-Objektiv RF 20-50mm F4 L IS USM PZ. Das Hybrid-Modell gehört zur L-Serie des Anbieters, ist gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet und mit etlichen Eigenschaften versehen, die Videografen benötigen, beispielsweise mit einer Kompensation gegen Focus Breathing. Die durchgehende Lichtstärke von f/4.0 erlaubt Zoomen ohne Helligkeitssprünge. Auch Makroaufnahmen sollen bis zu einem Maßstab von 1:3 möglich sein. Die Naheinstellgrenze liegt bei 24 Millimetern. Es gibt neun Blendenlamellen.

Das neue RF 20-50mm F4 L IS USM PZ gehört zu Canons Hybridserie für Objektive, die sowohl für das Fotografieren, als auch für Videoaufzeichnungen geeignet sind.
(Bild: Canon)
Das RF 20-50mm F4 wiegt nur 420 Gramm. Dennoch ist die Konstruktion mit 13 Linsen in elf Gruppen aufwendig. Dazu gehören zwei asphärische Linsen und drei UD-Elemente. Die Optik ist ASC-vergütet. Ein Bildstabilisator soll eigenständig bis zu sechs Blendenstufen korrigieren, mit passender Kamera und IBIS bis zu acht Blendenstufen.

Das Objektiv enthält 13 Linsen in 11 Gruppen.
(Bild: Canon)
Das Objektiv nutzt einen Innenzoom, verändert sich also nicht in der Länge. Drei Nano-USM-Motoren arbeiten für Zoom (Zoom-by-Wire) und Fokus. Die Zoomgeschwindigkeiten können im Menü eingestellt werden. Zum Zoomen dient der Zoomring oder -hebel, es ist aber auch per App oder Fernbedienung möglich.
Das RF 20-50mm F4 L IS USM PZ soll ebenfalls am 24. Juni 2026 in den Handel kommen und 1500 Euro kosten. Das Kit mit der EOS R6 Mark III kostet insgesamt 3700 Euro.
(cbr)
Künstliche Intelligenz
BMW: Humanoider Roboter Figure 03 löst Vorgänger in Spartanburg ab
Der Automobilkonzern BMW setzt in seinem US-Werk in Spartanburg künftig humanoide Figure-03-Roboter in der Logistik ein. Die Roboter ersetzen Figure-02-Roboter, die 2025 im Karosseriebau in einem Pilotprojekt ihren Dienst verrichtet hatten. Die aktuelle Version des humanoiden Figure-Roboters kommt mit zahlreichen Verbesserungen daher, die erweiterte Einsatzmöglichkeiten für den Roboter bieten.
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Figure 03 hat im Vergleich zu seinem Vorgänger einige Verbesserungen erfahren. Der Körper des 61 kg schweren und 1,73 m großen Roboters ist mit mehr weichen Komponenten ausgestattet. Teile des Kopfes, der Rumpf, Arme und Beine sind nun allesamt mit einem weichen Stoff überzogen. Das soll die Zusammenarbeit mit Menschen sicherer machen, die so bei etwaigen Kollisionen vor Verletzungen besser geschützt sind. Der Roboter kann nun kabellos geladen werden, wodurch seine Verfügbarkeit ansteigt. Etwa fünf Stunden am Stück soll Figure 01 mit einer Akkuladung durchhalten. Die Hände des Roboters hat Figure AI stark überarbeitet. In den Handflächen stecken taktile Sensoren sowie Kameras. Der Roboter kann damit Arbeiten präziser durchführen. Seine Geschicklichkeit nehme dadurch zu, sagt Bred Adcock, Gründer und CEO von Figure AI. Hinzu kommen Audiofunktionen, die eine Sprachkommunikation mit dem Roboter ermöglichen.
Fahrzeugkomponenten sortieren
Der Figure-03-Roboter soll in dem BMW-Werk in Spartanburg in der Logistik in der Sequenzierung eingesetzt werden. Seine Aufgabe besteht darin, unsortiert in größere Behälter ankommende Komponenten auf einem Sequenzierungswagen einzusortieren. Die Arbeit hat eher monotonen Charakter und soll menschliche Mitarbeiter entlasten, so BMW.
Der Wagen wird dann zu einem Sammelpunkt gefahren. Von dort transportiert ihn ein automatisierter Routenzug oder ein Smart Transport Robot zu den Mitarbeitern, die die Teile dann an der Produktionslinie montieren. Nach Angaben von BMW sei dies ein gängiger und vielfach vorkommender Anwendungsfall in der Automobilproduktion, der „Potenzial für Weiterentwicklung und Skalierbarkeit“ biete.
BMW hatte bereits 2025 Figure AIs Figure 02 eingesetzt. Über einen Zeitraum von zehn Monaten half er bei der Produktion von mehr als 30.000 BMW X3. Der Roboter positionierte dabei Karosserieteile für den Schweißprozess – eine Aufgabe, die mit hohem Kraftaufwand präzise ausgeführt werden muss. Das Pilotprojekt ergab, dass humanoide Roboter unter realen Produktionsbedingen sicher eingesetzt werden können und eine präzise Arbeitsleistung abliefern.
BMW beabsichtigt, mit dem Einsatz des aktuellen Figure-03-Roboters das Werk in Spartanburg weiter digital zu transformieren. Dazu wurde die Halle 52 erweitert und umgebaut. In ihr werden Antriebsvarianten des BMW X3 und des künftigen elektrischen BMW iX5 hergestellt. Die Planung der Produktionsprozesse erfolgte digital. Im Rahmen des BMW-iFactory-Ansatzes sollen digitale Anwendungen in der täglichen Produktion eingesetzt werden. Mittels 3D-Simulationen werden etwa Produktionsprozesse optimiert. Mit dem digitalen Zwilling der Fabrik, der BMW Virtual Factory, sollen Produktionsprozesse optimal angepasst werden können, heißt es.
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BMW setzt verstärkt auf Künstliche Intelligenz (KI) in der Qualitätssicherung. Mit Artificial Intelligence Quality Next (AIQX) erfolgt eine visuelle und akustische Qualitätsprüfung über Kamerasysteme und Sensoren im Produktionsablauf. Mitarbeiter in der Produktion werden unmittelbar über Smart Devices informiert, wenn es zu Qualitätsproblemen komme.
(olb)
Künstliche Intelligenz
Erdbeben in Venezuela: Android-Geräte haben über 11 Millionen Menschen gewarnt
Vor und während der heftigen Erdbeben in Venezuela vorige Woche haben Android-Smartphones Warnungen an 11,4 Millionen Menschen geschickt und damit möglicherweise Leben gerettet. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf Zahlen und Daten von Google. Demnach haben die Beschleunigungssensoren der Smartphones die Erschütterungen drei Sekunden nach Beginn des Erdbebens erkannt, sechs Sekunden später seien die ersten Warnungen an Geräte in jenem Gebiet versandt worden, wo das Beben am stärksten war. Noch einmal sechs Sekunden später sei ein deutlich größeres Gebiet gewarnt worden, darunter auch die Hauptstadt Caracas. Millionen Geräte seien dann weitere sechs Sekunden später erreicht worden. Was genau das gebracht hat, ist aber unklar.
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Opferzahl noch unbekannt
Google hat das Android-Erdbebenwarnsystem (AEA) 2020 vorgestellt, es beruht auf Sensoren, die standardmäßig in jedem Smartphone verbaut sind. Die können Signale erkennen, die auf ein Erdbeben hinweisen, das Gerät schickt sie mit einer ungefähren Ortsangabe an Googles Server. Dort werden die Informationen von einem Algorithmus ausgewertet, gibt es genügend Hinweise auf ein Erdbeben, werden die Warnungen an Geräte im betroffenen Gebiet verschickt. Während die für Menschen im Epizentrum zumeist nicht rechtzeitig kommen, können solche weiter abseits dadurch gewarnt werden, bevor die Erschütterungen beginnen. So sei das auch in Venezuela gewesen, schreibt die New York Times. Das Land hat kein nationales Erdbebenwarnsystem.
Venezuela wurde am frühen Mittwochabend (Ortszeit) von zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschüttert. Offiziell liegt die Zahl der Todesopfer bislang bei 1450, laut einer inoffiziellen Plattform für die Suche nach Vermissten gelten derzeit aber noch mehr als 47.000 Menschen als vermisst, berichtet die dpa. Mehr als 70.000 Familien sind nach der Katastrophe auf humanitäre Hilfe angewiesen. Zahlreiche Menschen schlafen im Freien oder in Notunterkünften. Venezuela befand sich vor der Naturkatastrophe in einer schwierigen Lage, im Januar hat das US-Militär den autoritären Machthaber Nicolás Maduro gefangen genommen und außer Landes gebracht. An der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez gab es zuletzt immer mehr Kritik.
(mho)
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Montag: Apple für chinesischen Speicher, Warnung vor Datenklau durch eSIMs
Der chinesische Chiphersteller CMXT steht auf einer Sanktionsliste der USA. Apple möchte dort dennoch Speicher kaufen, wird jetzt berichtet. Damit versucht Apple offenbar, einen Zulieferer günstigerer Speicherbausteine zu gewinnen, nachdem sich die RAM-Preise zuletzt vervielfacht haben. China wird von Taiwan aber kritisch beäugt und so warnt das taiwanische Digitalministerium, dass günstig für den Urlaub erworbene eSIMs Datenverkehr durch China leiten könnten. Dabei könnten Daten abgegriffen werden. Reisenden wird empfohlen, eSIM-Angebote genau zu prüfen oder auf eSIMs zu verzichten. Kritisch hinterfragen wir die jeden Sommer auftauchenden Werbebanner, Videos und Spam-Mails, die Linderung bei Hitze versprechen. Doch was und wer steckt hinter Klimageräten, die Raumtemperaturen in Minuten um etliche Grade senken sollen? Bei der Recherche stellte sich heraus, dass dahinter etwa billige chinesische Heizlüfter stecken – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Apple betreibt seit Wochen Lobbyarbeit, um von der US-Regierung eine Freigabe für Einkäufe bei dem chinesischen Unternehmen CXMT zu erhalten, schreibt die Financial Times. Bisher ist das riskant, weil ChangXin Memory Technologies auf einer schwarzen Liste des US-Verteidigungsministeriums steht. Das Unternehmen soll auch das chinesische Militär beliefern. Wie alle anderen Hardwarehersteller leidet auch Apple unter den vervielfachten Preisen für Speicherbausteine und hat deshalb kürzlich die Preise einiger Produkte angehoben. Weitere Zulieferer, mit dann günstigeren Preisen, könnten die Situation für Apple wieder lindern. Es gibt zwar kein direktes Kaufverbot chinesischer Chips für Apple, aber ohne Genehmigung durch die US-Regierung droht Ärger, so der Bericht: Apple bemüht sich um Speicher von CXMT.
Ärger für Handy-Nutzer vermeiden will die taiwanische Cybersicherheitsbehörde, die vor Risiken von eSIMs warnt. Eine eSIM ist eigentlich eine einfache Lösung, um möglicherweise teures Daten-Roaming zu verhindern, wenn damit eine lokale Verbindung genutzt werden kann. Doch insbesondere zu niedrigen Preisen angebotene eSIMs weitgehend unbekannter Anbieter könnten Mobilfunkdaten durch die Netze von Drittanbietern leiten, einschließlich chinesischer Telekommunikationsnetze, erklärt die zu Taiwans Digitalministerium gehörende Abteilung. Das berge die Gefahr von Überwachung. So könnten unverschlüsselte Daten in Netzen, die überwacht werden können, abgegriffen werden. So könnten etwa der Browser-Verlauf oder Zugangsdaten abgefangen werden: Taiwanische Cybersicherheitsbehörde warnt vor Überwachung durch billige eSIMs.
Aus China kommen viele Klimaanlagen und andere Kühlgeräte, die bei der derzeitigen Sommerhitze in Europa reißenden Absatz finden. Aggressive Anzeigen bewerben sie als „revolutionär“. Vor allem Videos versprechen Wundertaten, die mit den Gesetzen der Thermodynamik schwer in Einklang zu bringen sind. Eines dieser Zaubergeräte namens „Epicooler“ kostet knapp 140 Euro und soll in der Lage sein, ein Schlafzimmer im Spitzboden binnen 20 Minuten von 29 auf 23 Grad herabzukühlen. Bei der Recherche nach den wahren Herstellern der Geräte auf der Großhandelsplattform Alibaba fällt auf, dass es sich bei Epicooler offenbar nicht um ein Klimagerät, sondern um einen Heizlüfter mit 1800 Watt Leistung handelt. Angesichts des Großhandelspreises von 12 Euro ist dies ein lukratives Sommergeschäft: Wie Geschäftemacher an Fake-Klimaanlagen verdienen.
Es gibt Konsolen, die erfolgreich waren. Konsolen, die technisch beeindruckten. Und Konsolen, die ganze Generationen geprägt haben. Das N64 war all das und noch viel mehr. Genau 30 Jahre nach seinem Erscheinen steht Nintendos grauer Kasten nach wie vor für einen wichtigen Wendepunkt – nämlich den Moment, in dem Videospiele lernten, sich frei im Raum zu bewegen. Die Ära zweidimensionaler Sprites war vorüber, die Zukunft gehörte texturierten Polygonen und dreidimensionalen Welten. Auch Sonys Playstation setzte nicht mehr auf aufwendig gepixelte Sprites, sondern konzentrierte sich auf eindrucksvoll inszenierte 3D-Welten. Das Problem war nur: Niemand wusste so richtig, wie man darin eigentlich spielen soll. Doch das änderte sich 1996 mit Nintendo 64, schreibt Missing Link: 30 Jahre N64 – Nintendos 3D-Wunderkiste.

Paul Kautz
)
Nicht durch ein Dekret von Präsident Trump, sondern per Brief von Handelsminister Howard Lutnick kann Anthropic sein KI-Modell Claude Mythos wieder anbieten. Dies berichten mehrere US-Medien unabhängig voneinander, nachdem sie Einblick in das Schreiben erhalten hatten. So zitiert CNBC den Minister aus dem Brief: „Ich habe festgestellt, dass geeignete Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden, um bestimmten vertrauenswürdigen Partnern den Zugriff auf das Claude Mythos 5 Modell zu ermöglichen.“ Im Original schreibt Lutnick hier von „Safeguards“, also einer Art Leitplanken, die es KI-Modellen verbieten sollen, gefährliche Aufgaben nach einem Jailbreak zu erledigen. Das Modell Fable 5, das eine entschärfte Version von Mythos sein soll, bleibt vorerst aber gesperrt: US-Regierung hebt Sperre von Claude Mythos per Brief auf.
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(fds)
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