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Noyb: „LinkedIn sperrt DSGVO-Rechte hinter Bezahlschranke”


Die Microsoft-Tochter Linkedin verfolgt und speichert, wer welche Nutzerprofile abruft. Das wird für Reklamezwecke ausgewertet. Gegen Gebühr von rund 30 Euro monatlich kann zudem jeder Nutzer die Liste der Besucher seines eigenen Profils einsehen. Soll Linkedin dieselbe Information allerdings im Rahmen einer DSVGO-Auskunft herausrücken, geht das angeblich nicht. Diesen Widerspruch möchte ein österreichischer Linkedin-Nutzer nicht länger hinnehmen.

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Er hat bei der Datenschutzbehörde des Landes Beschwerde gegen Linkedin Ireland erhoben. Die für Linkedins Europageschäft zuständige Konzernabteilung solle zur umfassenden Auskunft verpflichtet und zudem bestraft werden. Die Datenschutz-Organisation Noyb (None of your business) unterstützt den Beschwerdeführer.

Er gibt an, von Linkedin Datenauskunft gemäß Artikel 15 DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) beantragt, aber nur unvollständig erhalten zu haben. Gefehlt habe die Liste jener Nutzer, die sein Profil abgerufen haben. Linkedin habe dieses Manko dadurch erklärt, dass es nur die personenbezogenen Daten des Antragstellers selbst beauskunfte, nicht Daten anderer Mitglieder.

Dies ist aus Sicht Noybs jedoch eine Verkürzung des Auskunftsrechts: Artikel 15 Absatz 1 Litera c gewährt das Recht, über „die Empfänger … gegenüber denen die personenbezogenen Daten offengelegt worden sind” unterrichtet zu werden. Und Profilbesucher seien eben Empfänger von Daten über die im Profil vorgestellte Person.

Tatsächlich hat jeder hat das Recht, zu erfahren, an wen seine personenbezogenen Daten weitergegeben wurden: Sind konkrete Empfänger bekannt, sind sie laut einem Erkenntnis des Europäischen Gerichtshofes aus dem Jahr 2023 zu benennen (EuGH C-154/21). Damals wollte die Österreichische Post nicht verraten, an welche Werbetreibende sie Kundendaten verkauft. Doch der EuGH hat erkannt, dass für Datenverarbeitung Verantwortliche sehr wohl verpflichtet sind, Betroffenen auf Anfrage die Identität der Empfänger offenzulegen. Darauf beruft sich Noyb auch gegenüber Linkedin.

Zwar sei ungeklärt, ob Linkedins Protokollierung der Profilbesucher überhaupt rechtlich zulässig sei, meint Noyb. Doch da die Daten vorhanden seien, müsse Linkedin Auskunft erteilen. heise online hat die Tochter des Microsoft-Konzerns zwecks Stellungnahme kontaktiert.

Übrigens kann jeder Linkedin-Nutzer verhindern, dass er in den Listen der Besucher anderer Profile auftaucht. Die entsprechende Option ist in den Einstellungen unter „Sichtbarkeit” zu finden.

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(ds)



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Agentic QA: Wie KI-Agenten die Qualitätssicherung transformieren


Mit dem Aufkommen der LLMs hat sich das Tempo von Innovation und Wandel im Bereich des Softwaretestens neu definiert.

KI-Agenten können die Schwerarbeit übernehmen – Tests generieren, Protokolle analysieren und Schnittstellen überwachen –, während sich Experten darauf konzentrieren, Ergebnisse auszuwerten, Risiken einzuschätzen, die Qualität der KI-Ergebnisse sicherzustellen und KI-gesteuerte Prozesse zu steuern.

Die Rolle des Teams erweitert sich: Qualitätsexperten können nun strategisch über Risiken nachdenken, Fachwissen zur Abstimmung von Geschäft und Technologie einbringen und die Verhaltensoptimierung intelligenter Testagenten steuern. In dieser neuen Ära ist ihre Arbeit dynamischer, fokussierter und unverzichtbarer denn je.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Agentic QA: Wie KI-Agenten die Qualitätssicherung transformieren“.
Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.



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Künstliche Intelligenz

Anthropic: Angst vor China-Spionage soll Auslöser für KI-Lockdown sein


Die Trump-Regierung greift im globalen KI-Wettlauf mit harten Bandagen durch. Auslöser für weitreichende Exportkontrollen gegen die KI-Schmiede Anthropic ist ein schwelender Konflikt um den Zugang zu dessen leistungsstärkster Technologie, dem Modell Claude Mythos. Anthropic stellte dieses System im Rahmen seines Programms Project Glasswing laut Wired auch dem südkoreanischen Telekommunikationsriesen SK Telecom zur Verfügung. Das soll die Sicherheitsbehörden im Weißen Haus auf den Plan gerufen haben, die hinter der südkoreanischen Firma verdeckte Verbindungen nach China vermuteten.

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Die Nervosität in Washington rund um eine potenzielle Peking-Connection verschärfte sich, als Amazon das Weiße Haus auf Schwachstellen in Fable 5 aufmerksam machte. Dabei handelt es sich um eine modifizierte Version von Mythos, die Anthropic Anfang Juni für die Öffentlichkeit freigegeben hatte. Amazon-Forscher demonstrierten, dass sich die eingebauten Sperren umgehen lassen, wodurch unbefugte Nutzer Zugriff auf die Cybersicherheitsfähigkeiten von Mythos erlangen könnten.

Für die US-Regierung fügten sich die Puzzleteile zu einem Bedrohungsszenario zusammen: Ein mächtiges KI-Werkzeug, das Software-Sicherheitslücken aufspüren kann, lag offenbar in den Händen eines Partners mit Verbindungen nach China. Dazu kam die Angst vor der möglichen Freischaltung aller Funktionen.

Per Exportbeschränkung ordnete das Weiße Haus an, sämtlichen ausländischen Staatsbürgern den Zugriff auf Mythos und Fable 5 zu entziehen, um jeglichen Datenabfluss Richtung Peking zu kappen.

Da eine Filterung nach Nationalitäten technisch kaum datenschutzkonform umsetzbar ist, zog Anthropic die Notbremse und schaltete die betroffenen Modelle ab. Dass die US-Regierung in diesem Fall derart kompromisslos reagierte, dürfte auch an Amodeis Weigerung liegen, sich politisch unterzuordnen. Das Pentagon hatte Anthropic wegen eines Streits über Massenüberwachung bereits im März vor die Tür gesetzt.

Dass gerade SK Telecom ins Visier der US-Falken geriet, ist historisch begründet. Zwar erwirtschaftete die Mobilfunksparte in China zuletzt kaum Umsatz und bestreitet jegliche unzulässige Nähe zu Peking. Doch SK Telecom ist Teil eines größeren Konglomerats, dessen Tochterfirmen Halbleiter- und Energiegeschäfte mit der Volksrepublik betreiben.

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Zudem unterhält SK Telecom seit über zwanzig Jahren das Joint Venture UNISK mit dem staatlichen chinesischen Telekommunikationsanbieter China Unicom. Diesen Konzern belegte die Trump-Regierung frühzeitig wegen mutmaßlicher Verbindungen zum chinesischen Militär mit Investitionsverboten. Der US-Regulierer FCC verbannte ihn aus dem US-Netz. Für das Weiße Haus Grund genug, die Reißleine zu ziehen.

Inzwischen versucht Anthropic, den Schaden in Washington zu begrenzen. Das Startup hat seine Lobby-Präsenz im Kapitol in diesem Jahr verdreifacht, ein Büro in Washington eröffnet und hochkarätige Republikaner sowie Ex-Trump-Mitarbeiter angeheuert. Aktuell verhandeln beide Seiten täglich über eine Lösung, bei der ein gemeinsames technisches Prüfverfahren den Weg für eine Wiederinbetriebnahme ebnen könnte. In der Tech-Branche wächst zugleich die Sorge, dass der China-Verdacht einen Präzedenzfall schafft und eine „elektronische Überprüfung der Staatsbürgerschaft“ zur Standardbedingung im Silicon Valley wird.

Kritiker werfen Amodei vor, die geopolitische Tragweite und die China-Paranoia in Washington unterschätzt zu haben. Eigene Warnungen seien ihm zum Verhängnis geworden: Amodei hatte zuvor betont, dass Mythos zu mächtig für hochentwickelte Cyberangriffe sei, um es ohne Kontrolle freizugeben. Zwar sprangen Anthropic nach der Zwangssperre über 175 Tech-CEOs und Cybersicherheitsexperten in einem offenen Brief bei. Doch das Vertrauen der US-Sicherheitsbehörden scheint verspielt.

OpenAI-Chef Sam Altman schaltete dagegen nach Trumps Wahlsieg sofort auf Kuschelkurs. Der ChatGPT-Betreiber stellte frühere Mitarbeiter des Präsidenten ein, finanzierte im Sinne der Regierung US-Rechenzentren und schickte über Lobby-Gruppen Gelder an Politiker, die gegen eine KI-Regulierung eintreten. Der Lohn der politischen Anpassung zeigte sich beim jüngsten G7-Gipfel: Altman saß beim KI-Lunch direkt neben Trump. Amodei musste mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron vorliebnehmen.


(nen)



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Nach IT-Vorfall bei Amazons One Medical droht Veröffentlichung von Daten


One Medical hat einen IT-Sicherheitsvorfall bestätigt. Nach Angaben der Amazon-Tochter verschafften sich Unbekannte zwischen dem 8. und 11. Juni 2026 Zugriff auf ein Dateispeichersystem eines Drittanbieters, in dem archivierte Daten von Patienten von One Medical Seniors sowie der übernommenen Gesundheitsorganisation Iora Health gespeichert waren. Der Vorfall wurde demnach am 13. Juni entdeckt; das Unternehmen sperrte den Zugriff und leitete eine Untersuchung ein.

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Iora Health war auf die Versorgung älterer Patienten spezialisiert und wurde 2021 von One Medical übernommen. One Medical beschreibt sich als digital gestützten Dienstleister für den Zugang zur Gesundheitsversorgung, der rund um die Uhr über Telefon oder ein Online-Formular erreichbar ist. Iora Health firmiert heute unter dem Namen One Medical Seniors. Laut einer Mitteilung betrifft der Vorfall ausschließlich bestimmte Altbestände von One Medical Seniors.

Betroffen seien dem bisherigen Kenntnisstand zufolge demografische und klinische Daten von Patienten der laut Website bisher angebundenen Standorte in Atlanta, Cape Cod, Charlotte, Denver, Houston, Phoenix, Seattle, Tucson und der Region Piedmont Triad. Andere One-Medical-Kliniken, Dienste oder das elektronische Patientenaktensystem seien nicht betroffen. Betroffene Patienten will das Unternehmen nach Abschluss der Untersuchung benachrichtigen.


Leaksite-Eintrag Shiny Hunters

Leaksite-Eintrag Shiny Hunters

Drohung auf der Website von Shiny Hunters

(Bild: heise medien)

Die Ransomware-Gruppe ShinyHunters behauptet, 8,8 Terabyte Daten von One Medical erbeutet zu haben, und droht mit einer Veröffentlichung, falls bis zum 22. Juni keine Verhandlungen aufgenommen werden.

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One Medical gehört seit 2023 zu Amazon. Der Konzern hatte die Übernahme des Betreibers von Gesundheitszentren und Telemedizin-Angeboten bereits 2022 angekündigt. Für rund 3,5 Milliarden US-Dollar übernahm Amazon das Unternehmen 1Life Healthcare, das unter der Marke One Medical in den USA mehr als 180 Gesundheitszentren betreibt. Mit der Akquisition baute Amazon seine Aktivitäten im Gesundheitssektor deutlich aus.

Der Vorfall wirft zudem Fragen zum Umgang mit übernommenen Altsystemen auf. Nach dem Angriff auf Change Healthcare hatte UnitedHealth eingeräumt, dass nach der Übernahme des Unternehmens im Jahr 2022 zunächst unterschiedliche Systeme auf einen gemeinsamen Sicherheitsstandard gebracht werden mussten. Change Healthcare betreibt zentrale Abrechnungs- und Zahlungsdienste für Krankenhäuser, Ärzte, Apotheken und Versicherungen in den USA.

Die Angreifer waren dort über kompromittierte Zugangsdaten in ein Citrix-Portal eingedrungen, das für den Fernzugriff auf Systeme genutzt wurde und nicht mit Multi-Faktor-Authentifizierung abgesichert war. Der Vorfall betraf fast 200 Millionen Menschen, hauptsächlich aus den USA.

Sowohl One Medical als auch UnitedHealth waren bereits vor den jeweiligen Sicherheitsvorfällen Gegenstand kritischer Berichterstattung. Während bei One Medical organisatorische Probleme in der Patientenbetreuung thematisiert wurden, steht UnitedHealth seit Jahren wegen seiner Größe, Marktmacht und Geschäftspraktiken unter Beobachtung, auch vom „meistgehassten Versicherer“ war laut Die Zeit die Rede.


(mack)



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