Künstliche Intelligenz
Prozessautomatisierung mit n8n am Beispiel erklärt
Automatisierung hat sich in vielen Bereichen etabliert – von der privaten Anwendung bis zu komplexen Unternehmensprozessen. Mit n8n steht eine Open-Source-Plattform zur Verfügung, die sich durch flexible Einsatzmöglichkeiten, On-Premises-Betrieb und umfassende Integrationsfähigkeit auszeichnet.
In diesem Artikel stellen wir die Grundlagen vor. Er erläutert, was n8n von anderen Automatisierungslösungen unterscheidet, wie die Installation mit Docker on Premises erfolgt und wie sich die Handhabung an einem einfachen Beispiel nachvollziehen lässt.
- n8n ist eine flexible Open-Source-Plattform für Prozessautomatisierung, die On-Premises-Betrieb mit voller Datenhoheit ermöglicht.
- Workflows bestehen aus Nodes für Trigger, Datenabrufe, Verarbeitung und Ausgaben. Nodes integrieren nahtlos APIs und Dienste ohne Programmierung.
- Die Installation mit PostgreSQL und Docker Compose stellt skalierbare, produktive Umgebungen bereit.
- Ein Beispielworkflow, der RSS-Feeds von iX und c’t einliest, mit KI zusammenfasst und per E-Mail versendet, demonstriert die Arbeitsweise von n8n mit Triggern, Filtern, Merge, Aggregation und Versand.
Automatisierungsplattformen aus der Cloud wie Zapier, Make oder IFTTT sind zwar ohne großen Aufwand nutzbar, bleiben jedoch stets abhängig von externen Diensten. Sensible Daten verlassen dabei die eigene Infrastruktur, was nicht nur aus Datenschutzgründen problematisch sein kann, sondern auch Fragen nach Kontrolle und Flexibilität aufwirft. Mit n8n steht eine Open-Source-Alternative eines Berliner Anbieters zur Verfügung, die diese Einschränkungen überwindet.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Prozessautomatisierung mit n8n am Beispiel erklärt“.
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Künstliche Intelligenz
Austausch und 3D-Videokonferenzen: Google eröffnet AI Center in Berlin
Im AI Center sollen Wissenschaft, Wirtschaft, Startups und Google zusammenkommen. Dafür hat Google Teile des Berliner Bürogebäudes umgebaut. Zur Eröffnung kommen Digitalminister Karsten Wildberger, Berlins Bürgermeister Kai Wegner und natürlich Google-Vertreter für den deutschsprachigen Raum. Aber auch Jakob Uszkoreit, ein Google-Forscher, ist dabei. Er hat an dem bekannten Transformer-Paper mitgearbeitet, das als Basis der derzeitigen generativen KI-Anwendungen gilt. Außerdem zeigt Google erstmals in Deutschland das Project Beam – eine Videokonferenzsoftware mit Wow-Effekt.
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Um das Projekt vorzustellen, ist extra ein US-Team samt großer Ausstattung angereist. Beam steht für – das kann man getrost so sagen – in die Zukunft beamen. Zwei Kabinen stehen bereit, jeweils mit einem großen Bildschirm ausgestattet. Im Rahmen stecken sechs Kameras. Die nehmen Bilder auf, die wiederum mittels KI zu einem 3D-Bild zusammengefügt werden, das auf dem jeweils anderen Bildschirm gezeigt wird. Oder einfacher gesagt: Statt 2D-Videokonferenz kann man sich jetzt in 3D vermeintlich einen Apfel in die Hand drücken und High-Five mit dem Gegenüber machen.

Project Beam ausprobiert.
(Bild: Jan-Keno Janssen / heise Medien)
Das wirkt surreal und echt zugleich. Beim Abklatschen wird die Hand des Gesprächspartners bei virtueller Berührung blau. Und obwohl die eigene Hand im luftleeren Raum steht, hat man das Gefühl, als habe die Berührung gerade gebritzelt. Die Wand oder ein eingeblendeter Hintergrund erscheinen mit deutlich mehr Tiefe als der Kopf des Gegenübers. Die Konturen, auch die Haare, sind sehr klar abgegrenzt – anders, als man es aus manch anderer Videokonferenz kennt, bei der Haare und eingeblendeter Hintergrund gerne mal flackern.
Diese Videokonferenz-Zukunft kostet allerdings auch satte 25.000 Euro pro Kabine samt Bildschirm und Kamerasystem. Da man mindestens zwei benötigt, macht das also direkt 50.000 Euro. Und mehr als drei Personen können nicht teilnehmen. Kunden wird es sicherlich dennoch einige geben. Google bringt Project Beam noch in diesem Jahr nach Deutschland.
AI Center für Kooperationen und Events
Die Teststation wird allerdings demnächst wieder abgebaut. Das gilt auch für einige der KI-Mitmachstationen, die zur Eröffnung des AI Centers aufgebaut wurden. Otto zeigt, wie Gemini in der App bei der Kaufentscheidung helfen kann – mittels Text oder Sprache kann man den Assistenten nach passenden Produkten fragen. Die Feuerwehr Düsseldorf hat mit Google zusammen Standorte und Fahrtwege berechnet, um ideal reagieren zu können. Es gibt Google-Spielkram wie Photoboxen oder Rätsel zu gefälschten Bildern.

Gemini macht dank Nano Banana eine Actionfigur aus mir.
(Bild: KI-generiert von Google)
Die Technische Universität München und das Helmholtz-Institut präsentieren AlphaFold. Das ist ein maßgeblich von Googles DeepMind entwickeltes neuronales Netz aus Transformern, das Proteinstrukturen erkennen kann. Dafür gab es den Nobelpreis in Chemie 2024.
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Google möchte in seinem neuen AI Center noch viel mehr solch praktischer und Preis-trächtiger Zusammenarbeiten beginnen. Berlins Bürgermeister, Kai Wegner, ist da um zu betonen, dass er Berlin zum „Startup-Standort Nummer eins in Europa“ machen wolle. Google sei ein wichtiger Partner. Für Besuche und Veranstaltungen im AI Center wird eine Webseite eingerichtet.
Karsten Wildberger spricht ebenfalls über die nötige Innovationskraft. Dabei verliert er die Regulierung nicht ganz aus den Augen. Sie sei allerdings „zu komplex“. Zwar solle Sicherheit immer Vorrang haben. Manche Probleme zeigten sich aber erst im Nutzungsverhalten. Es bedürfe neuer Mechanismen, um darauf zu reagieren.

AI Forum zur Eröffnung des AI Centers.
(Bild: Eva-Maria Weiß / heise Medien)
Das ist auch der Tenor eines Panels mit Wissenschaftlern. Einer ersten Diskussion im AI Center, der noch viele ähnliche folgen sollen. Alle sind sich einig, dass KI die Wissenschaft voranbringen werde. Aber: Auch hier gelte es neue Wege zu finden, wie man mit Ergebnissen umgeht. Wissenschaft hinterfrage grundsätzlich, sagt Alena Buyx von der TUM, das sei in der Gesellschaft oft anders. Sie vergleicht KI mit Operationen. Früher habe man Menschen immer aufschneiden müssen. Dann kamen nicht-invasive Verfahren. Weil die aber manchmal doch nicht ausreichen, müssen alle Operateure noch immer wissen, wie man einen Menschen aufschneidet – im Zweifel sogar sehr schnell.
(emw)
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Wenn Netzrecherche die Existenz vernichtet: Fataler Klick beim Verfassungsschutz
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen an Ihrem Schreibtisch in einer Berliner Hochschule, erledigen Ihre Arbeit und werden kurz vor Feierabend in einen Konferenzraum gerufen. Dort eröffnen Ihnen Ihre Vorgesetzten nicht etwa eine Gehaltserhöhung, sondern die fristlose Kündigung. Die Begründung klingt wie aus einem schlechten Spionagefilm: Sie seien die Betreiberin eines rassistischen und antisemitischen Dating-Portals für Rechtsextreme. Was wie ein absurdes Missverständnis wirkt, wurde für die Berlinerin Liv Heide zu einer existenzbedrohenden Realität. Auslöser: eklatantes Versagen deutscher Sicherheitsbehörden.
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Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) habe die heute 59-jährige Frau über zwei Jahre lang fälschlicherweise als radikale Rechtsextremistin im Visier gehabt, berichtet die Zeit. Die Ermittler des Referats für Internetbeschaffung stießen demnach 2022 auf ihren Namen auf der Website der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) in der Hauptstadt und zogen einen fatalen Schluss: Sie müsse identisch sein mit jener „Liv Heide“, die im Netz das Portal „WhiteDate.net“ betrieb und von dort aus per E-Mail kommunizierte. Diese Plattform diente als „Parship für Nazis“, auf der sich Nationalsozialisten und Faschisten zur Zeugung „weißer Kinder“ vernetzten.
Hackerangriff und Rassenkrieg-Fantasien
Dabei war das fragwürdige Dating-Portal längst in das Visier ganz anderer Akteure geraten. Während des 39. Chaos Communication Congress (39C3) in Hamburg Ende Dezember hackte eine Aktivistin mit dem Pseudonym Martha Root die Plattform live. Mit einer Art digitalem Kahlschlag legte sie nicht nur die Funktionen der Seite lahm, sondern löschte auch die Daten von rund 8000 Mitgliedern. Unter den Nutzern, die nun anderswo nach Gleichgesinnten suchen müssen, befand sich laut den Leaks unter anderem ein Hamburger AfD-Bürgerschaftsabgeordneter.
Gegründet worden war das Portal bereits 2017 von Christiane H. Die in der Nähe von Kiel lebende Frau verfolgte damit das Ziel, die „exklusive weiße Gemeinschaft wieder aufleben“ zu lassen, wie die Zeit schreibt. In rechtsextremen Medienportalen habe sie sich keinen Illusionen über ihre Radikalität hingegeben und bereits offen von einem bevorstehenden „Rassenkrieg“ schwadroniert. Dass die Agenten ausgerechnet diese Person mit der unbescholtenen Berliner Hochschulmitarbeiterin verwechselten, wirft ein bezeichnendes Licht auf die Online-Recherchequalität des Inlandsgeheimdiensts. Beide stammen laut dem Artikel aber aus derselben Gemeinde, sind fast gleich alt und nach Berlin gezogen.
Behördliche Sturheit trotz Entlarvung
Die echte Liv Heide, eine ehemalige Schauspielerin und angehende Romanautorin, hatte sogar präventiv in ihrer Vita auf die Wichtigkeit von Vielfalt und Respekt hingewiesen, um eben nicht mit der angeblichen Namensvetterin verwechselt zu werden. Doch die BfV-Schlapphüte ignorierten diesen Aspekt. In einem Sachstandsvermerk behauptete die Behörde stattdessen, die Frau sei „klar identifiziert“. Diese ungeprüfte Information reichte das darüber informierte Berliner Landesamt für Verfassungsschutz schließlich mit behördlichem Siegel an die Hochschule weiter.
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Die Konsequenz war die sofortige Entlassung im Juli 2024, ohne dass die Hochschulleitung die Betroffene zuvor anhörte. In der Welt der Geheimdienste wurde aus einem vagen Verdacht durch bloße Datenübermittlung eine scheinbare Gewissheit, die eine bürgerliche Existenz zertrümmerte. Liv Heide stand plötzlich als gebrandmarkte Neonazi da, verlor ihr Einkommen und ihren Glauben an den Rechtsstaat. Erst nach massivem juristischem Druck und einem Widerspruch lenkte das Berliner Landesamt im Oktober 2024 ein. Es räumte ein, dass sich mittlerweile der Verdacht zur „Gewissheit erhärtet“ habe, dass eine dritte Person unter diesem Namen aufgetreten sei.
Das half Heide allerdings wenig, denn ihre ehemalige Arbeitsstelle war bereits neu besetzt. Das Opfer des Behördenirrtums arbeitet heute in einem Einrichtungsgeschäft und versucht, das eigene Leben wieder zusammenzusetzen. Die echte Rechtsextremistin lebt derweil weiter unbehelligt in Norddeutschland.
Update
05.03.2026,
18:07
Uhr
Weitere Gemeinsamkeiten der beiden Frauen ergänzt.
(cku)
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Enttäuschung für die Forschung: Asteroid 2024 YR₄ wird den Mond klar verfehlen
Der erdnahe Asteroid 2024 YR4 wird kurz vor Weihnachten 2032 auch den Mond verfehlen und stellt damit auch über diesen Umweg keine Gefahr mehr für die Erde dar. Das haben zwei Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop James Webb ergeben, die im Februar viel früher möglich wurden als erwartet, hat die Europäische Weltraumagentur ESA jetzt publik gemacht. Eigentlich hatte es geheißen, dass der Himmelskörper erst in mehreren Jahren wieder beobachtet und Gewissheit über dessen Bahn im Jahr 2032 erlangt werden könnte. Im Februar habe es aber nun eine unerwartete Gelegenheit gegeben, seine Bahn genauer zu ermitteln. Die Messungen haben demnach ergeben, dass der Asteroid den Mond um mehr als 20.000 km Entfernung verfehlen wird.
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Einschlag konnte ungewöhnlich lange nicht ausgeschlossen werden
Wie die ESA erläutert, ist 2024 YR4 im Februar aus der Perspektive des modernsten Weltraumteleskops vor Sternen vorbeigeflogen, deren Position dank des Weltraumteleskops Gaia sehr präzise bekannt war. Trotz der Daten sei es aber eine enorme Herausforderung gewesen, einen der lichtschwächsten Asteroiden wiederzufinden. Gelungen ist das mit der Nahinfrarotkamera (NIRCam). „Jahrzehnte an Ingenieursarbeit, internationaler Zusammenarbeit und Innovationen in der Wissenschaft, Technik und bei planetarer Verteidigung gipfelten in der Nutzung des leistungsstärksten robotergesteuerten Weltraumteleskops der Menschheit, das von vielen Nationen gebaut wurde, um einen entfernten Staubfleck in der Leere zu entdecken und eine Frage von universeller Bedeutung für alle Bewohner unseres Planeten zu beantworten“, fasst die ESA jetzt zusammen.
2024 YR4 hat Anfang 2025 wochenlang für Aufsehen gesorgt, nachdem der Asteroid am 27. Dezember 2024 kurz nach seinem jüngsten Rendezvous mit der Erde entdeckt wurde. Folgebeobachtungen haben dann ergeben, dass ein Einschlag des Asteroiden bei seinem übernächsten Rendezvous mit unserem Heimatplaneten nicht ausgeschlossen werden konnte. Mehrere Wochen und damit ungewöhnlich lange stand der Asteroid deshalb an der Spitze der Listen von ESA und NASA mit den aktuell gefährlichsten Himmelskörpern. Erst vor einem Jahr haben die Beobachtungsdaten dann ergeben, dass der Erde keine Gefahr durch den etwa 60 Meter großen Himmelskörper droht.
Nachdem eine Gefahr für die Erde ausgeschlossen werden konnte, rückte aber in den Fokus, dass der Asteroid immer noch den Mond treffen könnte. Auch da galt es aber immer noch als deutlich wahrscheinlicher, dass beide Objekte sich verfehlen. Nachdem der Asteroid aber vorerst nicht mehr mit unseren Instrumenten beobachtet werden konnte, lag die ermittelte Wahrscheinlichkeit einer Kollision bei 4,3 Prozent. In der Forschung wurden trotz dieser sehr geringen Wahrscheinlichkeit fleißig die Daumen gedrückt, denn solch ein Einschlag mit derart viel Vorlaufzeit wäre eine einzigartige Gelegenheit für die Wissenschaft gewesen. Jetzt ist es klar, dass das nicht passieren wird.
(mho)
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