Digital Business & Startups
SAP kauft deutsches KI-Startup Prior Labs – und will eine Milliarde investieren
SAP übernimmt das KI-Startup Prior Labs und investiert über eine Milliarde Euro in den Ausbau eines neuen Forschungslabors.
Der Softwarekonzern SAP übernimmt das Freiburger KI-Startup Prior Labs. Ziel ist es, die Entwicklung sogenannter Tabular Foundation Models (TFMs) voranzutreiben – KI-Modelle, die speziell auf strukturierte Unternehmensdaten ausgelegt sind.
Prior Labs soll weiterhin eigenständig operieren. SAP plant, in den kommenden vier Jahren mehr als eine Milliarde Euro in den Ausbau zu einem weltweit führenden KI-Forschungslabor zu investieren. Finanzielle Details des Deals wurden nicht bekannt, der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und wird für 2026 erwartet.
Mit der Übernahme will SAP seine Position im Bereich Business-AI stärken. TFMs gelten als vielversprechender Ansatz, um klassische Geschäftsdaten – etwa zu Kunden, Lieferketten oder Zahlungen – präziser auszuwerten als bisherige KI-Modelle.
Das Team von Prior Labs, gegründet von Frank Hutter, Noah Hollmann und Sauraj Gambhir, soll dabei eine zentrale Rolle spielen. Unterstützt wird das Unternehmen unter anderem von KI-Pionier Yann LeCun.
Der Schritt gilt als strategische Wette auf eine neue KI-Kategorie jenseits klassischer Sprachmodelle – mit Fokus auf die Daten, die den Kern vieler Unternehmen bilden.
Digital Business & Startups
5 neue Startups: freudio, Texterial, PraxiOps, Detach, CNTR
#Brandneu
Die Startup-Welt schläft nie! Zeit, einen Blick auf einige brandneue Unternehmen zu werfen, die man unbedingt auf dem Radar haben sollte. Diese Jungfirmen stellen wir euch heute vor: freudio, Texterial, PraxiOps, Detach und CNTR.

Bei deutsche-startups.de ist wieder Startup-Zeit! Wir zeigen euch heute junge Unternehmen, die in den letzten Wochen und Monaten gegründet wurden – und solche, die sich gerade erst aus dem Stealth-Mode herausgewagt haben. Noch mehr spannende Neugründungen warten in unserem Newsletter Startup-Radar auf euch.
freudio
freudio aus Wien, von Gabriel Sperrer, Claudio Rebernig und Lenz Husmann aus der Taufe gehoben, bietet eine Praxissoftware für Psychotherapeut:innen und Psycholog:innen. Im Vordergrund stehen dabei die Planung von Terminen, die allgemeine Dokumentation und die Erstellung von Abrechnungen.
Texterial
Die Firma Texterial aus Mönchengladbach möchte einen „neuen Standard bei wasserabweisenden Textilien“ setzen. Zum Hintergrund teilt das Team der Gründerinnen Alexandra Richter und Sarah Neumann mit: „With our unwettable yarn, we start a recyclable solution right at the beginning of the textile chain – without lamination, membrane or impregnation.“
PraxiOps
Bei PraxiOps aus Berlin, von Fateme Taghiniai ins Leben gerufen, geht es um „KI-gestütztes Reputationsmanagement für Gesundheitspraxen“. Über die Plattformen können Praxen „auf Patientenbewertungen antworten, Inhalte erstellen und Abläufe optimieren“.
Detach
Das Stuttgarter Startup Detach, von Valerie Grappendorf, Thomas Schmid und Christian Pfeiffer auf die Beine gestellt, kämpft gegen Doomscrolling. Und darum geht es: „Mit Detach übernimmst du endlich die Kontrolle über deine digitalen Gewohnheiten. Weniger Doomscrolling, weniger Ablenkung – und mehr Zeit für das, was dir in deinem Leben wirklich wichtig ist.“
CNTR
Mit CNTR, in Frankfurt am Main gegründet, starten Aleph Alpha-Gründer Jonas Andrulis und Alejandro Molina, der einst auch für Aleph Alpha tätig war, eine Unternehmenssoftware, die Künstliche Intelligenz und menschliches Wissen vereinen soll.
Tipp: In unserem Newsletter Startup-Radar berichten wir einmal in der Woche über neue Startups. Alle Startups stellen wir in unserem kostenpflichtigen Newsletter kurz und knapp vor und bringen sie so auf den Radar der Startup-Szene. Jetzt unseren Newsletter Startup-Radar sofort abonnieren!
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Digital Business & Startups
+++ CMBLU +++ Unicorn +++ mirasu +++ Superangels +++ KoRo +++ Frontnow +++
#StartupTicker
+++ #StartupTicker +++ Deutschlands neuestes Unicorn: CMBLU +++ Startup der Woche: mirasu +++ Superangels stemmte bereits 135 Investments +++ KoRo wächst auf profitable 252 Millionen Umsatz +++ Frontnow: Call Jeffrey Gabriel Bobinski führt das Startup künftig +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Montag, 4. Mai).
#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries
+++ Am 10. März 2027 findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere vierte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND
#STARTUPTICKER
CMBLU
+++ Deutschlands neuestes Unicorn heißt CMBLU! Das DeepTech-Unternehmen aus Alzenau, 2014 von Peter Geigle gegründet, setzt auf eine Alternative zu Lithium-Ionen-Akkus. Hinter der sogenannten SolidFlow-Technologie verbirgt sich eine „neue Klasse nicht-lithiumbasierter Langzeitspeicher, ausgelegt für energieintensive Anwendungen über mehrere Stunden“. Samsung Ventures sowie Altinvestoren wie der Technologie- und Baukonzern STRABAG investierten gerade 50 Millionen Euro in CMBLU. Das Unternehmen wird im Rahmen der Series C-Investmentrunde mit rund 1 Milliarden Euro bewertet und steigt somit zum Unicorn auf. Die wenigsten dürften das Unternehmen bisher auf dem Schirm gehabt haben. Schon 2024 aber galt CMBLU als Soonicorn. STRABAG investierte 2023 bereits 100 Millionen in CMBLU. Insgesamt flossen bereits rund 250 Millionen in das Unternehmen aus Unterfranken. 250 Mitarbeitende arbeiten derzeit für das Batterieunternehmen. Zuletzt stieg in Deutschland Dash0 zum Einhorn auf. Zuvor stieg hierzulande zudem osapiens zum Unicorn auf. Ohne offizielle Bestätigung ist weiter der Unicorn-Status von Stark Defense. Mehr über CMBLU
mirasu
+++ Die Jungfirma mirasu ist unser Startup der Woche! Hinter dem HealthTech aus Bielefeld, von Mia Feldmann und Max Pollmeyer gegründet, steckt ein KI-gestützter Maßnahmenassistent für Krankenhäuser. Dieser Assistent “hilft Nachhaltigkeitsverantwortlichen und Geschäftsführungen, konkrete Projekte zu planen – mit transparentem Zeitaufwand, Personalbedarf, Kosten und Einsparungen”, erläutert das Team. Mehr neue Startup gibt’s in unserem Startup-Radar
Superangels
+++ Weiter Investment auf Investment! Der Münchner Angel-Matching Fund Superangels, der Ende Juni 2023 offiziell an den Start ging, stemmte inzwischen 135 Investments. Zuletzt kamen unter anderem Meinhaus Digital, Bounti und Alphora hinzu. Superangels, von Windeln.de-Gründer Alexander Brand, Spendit-Gründer Florian Gottschaller und Catchys-Gründerin Franzi Majer gegründet, investiert in Unternehmen, die von anderen bekannten und erfolgreichen Business Angels unterstützt werden. Thematisch geht es um Segmente wie DeepTech, ClimateTech und AI. Das enorme Tempo, dass das Team dabei weiter vorlegt, ist immer wieder beeindruckend. Mehr über Superangels
KoRo
+++ Zahlencheck! Das Berliner Unternehmen KoRo, das vor allem „naturbelassene Lebensmittel“ verkauft, setzt seinen guten Lauf weiter fort. 2025 erwirtschaftete das Team nach eigenen Angaben einen Umsatz in Höhe von 252 Millionen (+44 %). Und das Beste kommt noch! „2025 haben wir ein deutlich positives Ergebnis auf Gruppenebene und einen positiven operativen Cashflow erzielt“, teilt das Team weiter mit. Das Unternehmen sieht sich damit „für weiteres Wachstum in Deutschland und international gut aufgestellt“. Die Hauptstädter, die zuletzt Kharis Capital als Investor gewinnen konnten, beschäftigten derzeit mehr als 300 Mitarbeitende. Zu den weiteren Investoren des Grownups, 2012 gegründet, gehören Coefficient Capital, Five Seasons Ventures, HV Capital, Partech, Haub Legacy und SevenVentures. KoRo bleibt somit weiter ein gutes Beispiel, wie ein Unternehmen mit Hilfe von Venture Capital massiv wachsen kann. Ein Weg der 2022 mit HV Capital, Five Season Ventures und Partech begann. Zudem ist KoRo nun auch ein positives Beispiel, wir man auch in E-Commerce-Krisenzeiten profitabel wachsen kann. Mehr über KoRo
Frontnow
+++ Starke Verstärkung! Unternehmer Gabriel Bobinski, der unter anderem das Housekeeping-Unternehmen Call Jeffrey (Exit an Helpling) gegründet hat, nimmt auf dem Chefsessel (CEO) beim Berliner Startup Frontnow Platz. „Gründer Marc Funk übernimmt künftig die Rolle des Chief Revenue Officer und fokussiert sich damit noch stärker auf Umsatzwachstum und Marktausbau“, teilt dass Unternehmen mit. Frontnow, 2020 von Marc Funk, Bernhard Lihotzky und Cedric May gegründet, setzt auf einen virtuellen Shopping-Assistenten sowie die Optimierung von Produktbeschreibungen. Investoren wie Peak (14,7 %), PROfounders Capital (4,8 %) und Identity.vc (1,5 %) investierten in den vergangenen Jahren bereits 10 Millionen in das Startup. Mehr über FrontNow
Wachstum ohne Chaos
+++ In frühen Phasen funktioniert vieles auf Zuruf. Jeder weiß ungefähr, wer woran arbeitet. Mit Wachstum kippt das. Plötzlich hängen Themen zwischen Rollen, Entscheidungen bleiben liegen oder werden doppelt getroffen. Mehr im Gastbeitrag von Marion Nöldgen (Clearimpact)
Jupus
+++ Das RegTech Jupus sammelte bereits rund 8 Millionen ein. Zu den Investoren des Kölner Startups gehört der Münchner Investor Acton Capital. Fritz Oidtmann von Acton sieht in Jupus „das Potenzial, einen neuen Standard in der juristischen Arbeitswelt zu setzen“. Mehr über Jupus
#DEALMONITOR
Investments & Exits
+++ Batterie-Grownup CMBLU bekommt weitere 50 Millionen und steigt zum Unicorn auf +++ Enterprise-KI-Startup Cirql One sammelt 5 Millionen ein +++ Finanzspritze für Service-as-a-Software-Startup Damalo +++ Stem übernimmt Raicoon. Mehr im Deal-Monitor
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Gute Technologie allein reicht nicht
#Interview
Bei Odonata, 2021 gegründet, dreht sich nach einem großen Pivot jetzt alles um unbemannte Logistik. Das Team aus Bayern entwickelt mit Pantala eine autonome Dual-Use-Langstrecken-Drohne. Der erste Schwebetest ging kürzlich erfolgreich über die Bühne.

Das Münchner Unternehmen Odonata, das 2021 von Daniel Etter, John Griesbacher, Dominik Weigl und Dennis Furchheim gegründet wurde, entwickelt mit Pantala eine autonome Langstrecken-Drohne (für zivile und militärische Einsätze). „Damit kann man Logistik ganz neu denken: schneller, direkter und unabhängiger. Besonders relevant ist das für zeitkritische Fracht an abgelegene Orte“, sagt Gründer Furchheim.
Der erste Schwebetest von Pantala ging bereits erfolgreich über die Bühne. „Wenn aus Präsentationen und Tabellen erst CAD und dann ein Prototyp wird, der schließlich fliegt, dann ist das schon bewegend“, erzählt Furchheim.
Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Odonata-Macher einmal ausführlich über den Stand der Dinge bei seinem Startup.
Wie würdest Du Deiner Großmutter Odonata erklären?
Wir bauen ein Fluggerät, das wie ein Helikopter vertikal starten und landen kann, in der Luft aber wie ein Flugzeug fliegt, nur eben ohne Pilot und vollautonom von A nach B. Damit kann man Logistik ganz neu denken: schneller, direkter und unabhängiger. Besonders relevant ist das für zeitkritische Fracht an abgelegene Orte, in Regionen mit schwacher Infrastruktur oder dort, wo Straßen durch Verkehr zu langsam sind und Helikopter zu teuer wären.
War dies von Anfang an Euer Konzept?
Nein, ursprünglich wollten wir ein personentragendes eVTOL mit hybridem Wasserstoff-Antrieb entwickeln. Wir haben dann aber bewusst einen Pivot gemacht, weil wir früh erkannt haben, dass unbemannte Logistik deutlich realistischer, weniger kapitalintensiv und schneller in den Markt zu bringen ist. Der Vorteil war, dass wir die Technologie aus den ersten eVTOL-Ansätzen in die deutlich kleinere Drohne übernehmen konnten – das hat Zeit und Resourcen gespart.
Wie hat sich OdonataUn seit der Gründung entwickelt?
Wir haben uns von einer Vision zu einem echten Technologie-Startup entwickelt. Aus ersten Konzepten ist ein Full-Scale-Prototyp geworden mit knapp 8m Wingspan. Der entscheidende Unterschied ist: Wir reden nicht mehr nur über unsere Vision, wir bauen sie bereits.
Was war zuletzt das Highlight bei Euch?
Ganz klar der erste erfolgreiche Hover-Test unseres PANTALA-Drohnen-Prototyps. Das war ein besonderer Moment, weil sichtbar wurde, dass aus intensiver Entwicklungsarbeit ein reales fliegendes System entstanden ist. Wenn aus Präsentationen und Tabellen erst CAD und dann ein Prototyp wird, der schließlich fliegt, dann ist das schon bewegend.
Blicke bitte einmal zurück: Was ist seit der Gründung so richtig schief gegangen?
Wir mussten lernen, dass im DeepTech-Segment gute Technologie alleine nicht reicht. Timing, Kapitalmarkt und Fokus sind mindestens genauso wichtig. Der größte Einschnitt war die Erkenntnis, dass unser ursprünglicher Ansatz für das Marktumfeld zu kapitalintensiv war. Besonders, wenn gerade große Player in dem Feld aufgeben, dann ist das nicht hilfreich für die eigene Kapitalbeschaffung – auch wenn das eigene Konzept ganz andere Technologien und Märkte hat. Das haben wir nicht kommen sehen und die Folgen unterschätzt.
Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?
Wir haben uns nicht an unserer ersten Idee festgeklammert. Stattdessen haben wir ehrlich auf Markt, Machbarkeit und Bedarf geschaut und daraus die richtigen Konsequenzen gezogen. Wir haben versucht möglichst viele Erkenntnisse und Technologien aus dem ersten Entwicklungsfokus zu dem personentragendes eVTOL auf unser aktuelles Projekt zu übertragen – das hat Zeit und Kosten gespart und wir haben die Lernkurve bei vielen Themen schon einmal durchlaufen.
Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?
Verliebt euch nicht in eure erste Lösung, sondern in das Problem, das ihr lösen wollt. Und verwechselt Durchhaltevermögen nicht mit Starrsinn.
Wo steht Odonata in einem Jahr?
In einem Jahr wollen wir deutlich näher an der operativen Anwendung sein. Die Zulassung von Luftfahrzeugen ist komplex, aber wir sind guter Dinge, dass wir nach weiteren Flugtests bereits erste Pilotprojekte mit Kunden starten können. Unser Ziel ist klar: Aus der Pantala echten Nutzen zu machen.
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Foto (oben): Odonata
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