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So setzt TikTok Shop jetzt Amazon unter Druck
TikTok Shop bringt Gift Cards als soziales Feature, erweitert das Sortiment um Luxusgüter und lockt Seller mit neuen Anreizen. So rückt TikTok näher an Amazon, eBay und Co. heran.
Mit digitalen Geschenkkarten, Luxusgütern und neuen Anreizen für Seller erweitert der TikTok Shop das eigene E-Commerce-Angebot und greift damit etablierte Marktplätze wie Amazon und eBay an. Die Gift Cards gibt es zunächst jedoch nur in den USA zu kaufen.

Nachdem ByteDance im Dezember 2025 dem Verkauf des US-Geschäfts der App an die amerikanische Investor:innengruppe aus Oracle, Silver Lake und MGX zugestimmt hat, wartet der Deal noch noch auf den Abschluss des Geschäfts, der für den 22. Januar 2026 geplant ist, so ein TechCrunch-Bericht. Derweil geht die Entertainment-Plattform nun weitere Schritte, um sich als Shopping-Dienst zu etablieren. In Deutschland startete der TikTok Shop am 31. März 2025.
Der Deal steht:
TikTok verkauft US-Geschäft
Gift Cards als Brücke zwischen Content und Kauf
Käufer:innen der Gift Cards können diese mit einem Guthaben zwischen rund zehn und 500 US-Dollar aufladen, individuell gestalten und per E-Mail versenden. Der Betrag wird direkt dem TikTok-Konto gutgeschrieben. Externe Shops oder Medienbrüche entfallen. TikTok Shop hat die digitalen Geschenkkarten bewusst in der vergangenen Weihnachtssaison in den USA eingeführt. Die Phase rund um Black Friday, Cyber Monday und das anschließende Weihnachtsgeschäft gilt als umsatzstärkste Zeit des Jahres, ist jedoch zugleich von besonders intensiver Konkurrenz geprägt. Das Unternehmen nutzte diese Phase, um zu zeigen, dass das eigene Commerce-Modell skaliert. In den vier Tagen rund um Black Friday und Cyber Monday setzte der TikTok Shop in den USA mehr als 500 Millionen US-Dollar um, berichtete Business Insider.
Gleichzeitig sind die Gift Cards mehr als ein weiteres Konsumprodukt. Sie funktionieren zugleich als Social Feature. Animationen für Geburtstage, Hochzeiten oder Dankesnachrichten machen den Kauf anschlussfähig für persönliche Beziehungen. Empfänger:innen können reagieren, sich bedanken oder selbst eine Karte zurücksenden. Der Kauf wird Teil einer Interaktion. TikTok arbeitet zudem an weiteren Personalisierungsfunktionen für die digitalen Geschenkkarten. Ab Anfang 2026 sollen Nutzer:innen kurze Videobotschaften aufnehmen oder hochladen und direkt mit den Gift Cards verknüpfen können. Aus Unternehmenskreisen heißt es zudem, dass ein interaktives Auspackerlebnis mit unmittelbaren Reaktionen geplant sei, so ein Bericht des US-Publishers TechCrunch.
Genau hier unterscheidet sich TikToks Gift Card-Ansatz von klassischen Gutscheinmodellen. Die Plattform verknüpft Shopping mit sozialer Interaktion und verlängert so die Verweildauer. Wer Guthaben erhält, bleibt im TikTok-Kosmos, konsumiert weiter Inhalte und trifft Kaufentscheidungen im Feed. Kaufanlass und Plattformnutzung greifen ineinander.
TikTok Shop fordert Amazon und eBay heraus
Dieser Mechanismus fügt sich in eine breitere Commerce-Strategie ein. TikTok hat sein Sortiment zuletzt um hochpreisige Luxusgüter erweitert, um neue Käufer:innengruppen anzusprechen und das eigene Angebot zu differenzieren. Parallel intensiviert die Plattform die Akquise neuer Händler:innen. Wie das Fachmedium Digiday berichtet, lockt TikTok Verkäufer:innen mit zeitlich begrenzten Anreizen, darunter der Wegfall von Einstiegsgebühren sowie Werbeguthaben im Wert von bis zu rund 6.000 US-Dollar. Die Budgets sind an sogenannte Missionen geknüpft und können für Anzeigen im Feed eingesetzt werden. Zusätzlich stellt TikTok ein theoretisches Verdienstpotenzial von bis zu rund 22.800 US-Dollar in Aussicht, abhängig vom erzielten Bruttowarenwert.

Mit diesen Ambitionen rückt TikTok Shop näher an Anbieter:innen wie Amazon und eBay. Beide setzen beispielsweise schon seit Jahren auf Gift Cards, um Nutzer:innen zu binden und Wiederkäufe zu fördern. TikTok übernimmt das Prinzip, verankert es jedoch im Social-Kontext.
Während Amazon vom Bedarf ausgeht und auf aktive Produktsuche setzt, entsteht der Kaufimpuls bei TikTok beiläufig. Ein virales Video ersetzt die Suchanfrage. Die Geschenkkarte senkt die Einstiegshürde und verschiebt den Kaufprozess weiter nach vorne. TikTok verkauft damit nicht nur Produkte, sondern Aufmerksamkeit, die sich in Umsatz übersetzen lässt.
Von der Video-App zur Shopping-Infrastruktur
Externe Marktdaten stützen diese Entwicklung hin zu einer immer stärker integrierten Commerce-Plattform. Business Insider berichtet unter Berufung auf das US-amerikanische Marktforschungsunternehmen Morning Consult, dass TikTok Shop im Jahr 2025 zu den Marken zählt, die am schnellsten wuchsen. Im Ranking landete die Social-Shopping-Plattform auf Platz drei und musste sich lediglich dem Lieferdienst DoorDash sowie der Bekleidungsmarke Fruit of the Loom geschlagen geben. Morning Consult analysiert regelmäßig Konsumverhalten und belegte, dass soziale Plattformen zunehmend nicht nur zur Inspiration, sondern als tatsächliche Einkaufsorte genutzt werden.
Genau diesen Wandel kann TikTok Shop nun zunehmend unter Beweis stellen. Neue Commerce-Funktionen, die engere Verzahnung von Content und Kaufprozess sowie gezielte Anreize für Händler:innen schaffen Rahmenbedingungen, unter denen Reichweite in Umsatz übergehen kann. Für Brands ist das ein deutliches Signal: Wer TikTok weiterhin vor allem als Awareness-Kanal einordnet, unterschätzt einen Vertriebskanal, der sich gerade professionalisiert.
Zusätzliche Commerce-Funktionen verstärken dieses Potenzial weiter. Dazu zählt beispielsweise die Ende 2025 eingeführte Timing-Funktion, mit der Brands und Creator geplante Shopping-Videos bis zu 30 Tage im Voraus terminieren können. Das Feature ist insbesondere für saisonale Kampagnen und Produkt-Launches relevant, da sich Commerce Clips gezielt auf Verkaufshöhepunkte wie Black Friday oder das Weihnachtsgeschäft ausrichten lassen – ohne Inhalte in Echtzeit veröffentlichen zu müssen.
Planen statt Nachtschichten:
TikTok Shop-Videos jetzt bis zu 30 Tage voraus timen

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Die FIFA macht TikTok zur Bühne der WM 2026
Die FIFA macht TikTok zur bevorzugten Plattform für die Fußball-WM 2026. Fans erhalten auf der Plattform Clips, Creator-Einblicke und Live-Momente für noch mehr Sport-Entertainment. Parallel zieht Disney mit Kurzvideos im eigenen Streaming-Ökosystem nach.
Wer die Fußball-WM 2026 verfolgen will, landet künftig nicht nur bei TV-Sendern oder Mediatheken, sondern womöglich auch auf TikTok. FIFA hat mit TikTok eine wegweisende Kooperation geschlossen. TikTok wird so zur bevorzugten Plattform für die Berichterstattung rund um die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026.
Die neue Kooperation knüpft an die bereits enge Zusammenarbeit zwischen der FIFA und TikTok bei der Frauen-Weltmeisterschaft 2023 an, die auf der Plattform weltweit Milliarden Abrufe erzielte. Für Fans bedeutet das mehr Clips, mehr Einblicke und eine größere Nähe zum Turnier, direkt dort, wo viele ohnehin täglich scrollen. Und WM-Medienpartner:innen dürften sich über weitere Touchpoints ebenso freuen.
TikTok Shop führt Gift Cards ein und fordert Amazon und Co. heraus

TikTok wird zur WM-Anlaufstelle für Fans und Creator
Im Zentrum der Kooperation steht ein eigener TikTok Hub, der von TikTok GamePlan betrieben wird, zur WM 2026. Dort bündelt die Plattform Inhalte rund um das Turnier mit 48 Teams, Ticketinformationen, Übertragungsdetails sowie interaktive Elemente wie Sticker, Filter und Gamification Features. zu erstellen.
Außerdem setzen die FIFA und TikTok ein umfangreiches Creator-Programm auf. Ausgewählte Creator aus aller Welt erhalten dabei exklusiven Zugang zu Bereichen hinter den Kulissen, etwa zu Pressekonferenzen oder Trainingseinheiten, und können diese Perspektiven direkt mit ihrer Community teilen. Zusätzlich bekommen Creator Zugriff auf FIFA-Archivmaterial, das sie eigenständig oder gemeinsam mit anderen für neue Inhalte nutzen können.
Auch klassische Medien profitieren. Offizielle WM-Medienpartner:innen dürfen auf TikTok Spielausschnitte live zeigen, kuratierte Clips veröffentlichen und ihre Inhalte über TikToks Werbelösungen monetarisieren. Laut TikTok schalten Nutzer:innen nach dem Konsum von Sport-Content auf der Plattform mit 42 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit Live-Übertragungen ein. Vor allem jüngere und weibliche Zielgruppen stehen dabei im Fokus.
Die FIFA will die Weltmeisterschaft der Männer mit ihren Ambitionen dauerhaft on screen halten. Nicht nur die 90 Minuten Spielzeit sollen Aufmerksamkeit bekommen, sondern das gesamte Turnier soll über Wochen hinweg Screentime sammeln – im Feed, im Alltag und in den Routinen der Fans. TikTok profitiert von einem Welt-Event, dass massenhaft Fans auf die Plattform bringen dürfte.
Der Kooperation kommt womöglich zugute, dass TikToks Verbleib in den USA derzeit als wahrscheinlich gilt. Nachdem ByteDance im Dezember 2025 dem Verkauf des US-Geschäfts von TikTok an ein amerikanisches Investorenkonsortium um Oracle, Silver Lake und MGX zugestimmt hat, wartet der Deal noch auf den formalen Abschluss, der für den 22. Januar 2026 geplant ist.
Warum die WM 2026 unter politischem Druck steht
Gleichzeitig steht die FIFA selbst weiterhin unter erheblicher Kritik. Wie Die Zeit berichtet, hat die britische Menschenrechtsorganisation FairSquare im Dezember Beschwerde gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino bei der Ethikkommission des Weltverbands eingelegt. Hintergrund ist Infantinos Nähe zu US-Präsident Donald Trump, dem er zuletzt einen neu geschaffenen FIFA-Friedenspreis verliehen hatte. Die NGO wirft Infantino vor, damit gegen das politische Neutralitätsgebot der FIFA zu verstoßen.
Der Weltverband verteidigte die Nähe zu den Gastgeberregierungen als notwendig für die Organisation der Weltmeisterschaft der Männer 2026. Kritiker:innen sehen darin jedoch ein weiteres Beispiel dafür, wie eng sportliche Großereignisse, politische Interessen und wirtschaftliche Abhängigkeiten inzwischen miteinander verflochten sind – ein Spannungsfeld, in das nun auch TikTok als zentrale Plattform für die WM-Kommunikation hineinrückt.
Dabei reiht sich die aktuelle Kritik in eine längere Liste von Kontroversen ein. In den vergangenen Jahren stand die FIFA unter anderem wegen der Vergabe der WM 2022 nach Katar, Vorwürfen zu Menschenrechtsverletzungen, mangelnder Transparenz bei Entscheidungsprozessen sowie wiederkehrenden Korruptionsaffären in der Kritik. Die Nähe zu politischen Machtzentren ist damit kein neues Thema, erhält mit der globalen Sichtbarkeit der WM 2026 und der starken Rolle sozialer Plattformen jedoch neue Aufmerksamkeit.
Kurzvideos werden zum neuen Standard – auch bei Disney+
Dass Sport und Unterhaltung immer mehr via Kurzvideo rezipiert werden, zeigt nicht nur die FIFA-Entscheidung. Auch Disney zieht nach. Der Streaming-Dienst Disney+ führt noch in diesem Jahr vertikale Kurzvideos in den USA ein. Rita Ferro, Präsidentin Global Advertising bei The Walt Disney Company, sagte auf der Tech & Data Showcase 2026:
Disney brings together world-class storytelling and the technology that connects brands with fans at scale across the world’s most premium live sports and entertainment experiences.

Geplant sind kurze Clips aus Serien und Filmen, wiederverwertete Social-Media-Inhalte und originelle Kurzformate. Ziel ist es, die App stärker in den Alltag zu holen, ähnlich wie TikTok oder Instagram Reels. Netflix ist diesen Schritt bereits gegangen und hat im vergangenen Jahr einen vertikalen Feed gelauncht. Mit einer neuen, patentierten KI-Technologie will Netflix in diesem Kontext automatisch die spannendsten Filmszenen finden und aus diesen virale Clips basteln.
Streaming, Social Media und große Events bündeln ihre Energien
Groß-Events, Streaming und Social Media wachsen immer mehr zusammen. Entertainment-Plattformen richten sich stärker danach aus, wie Menschen Inhalte tatsächlich konsumieren. Kurz, vertikal, mobil und jederzeit verfügbar. Vertikale Videos oder Streaming Player werden damit zum zentralen Einstiegspunkt für Aufmerksamkeit, Entdeckung und Monetarisierung.
Dass sich diese Logik längst über Social Media hinaus ausbreitet, zeigt auch der Blick auf andere Branchen. Die Oscars werden ab 2029 bei YouTube laufen; die 100. Preisverleihung wird die letzte sein, die exklusiv im klassischen Fernsehen läuft. Gleichzeitig holen Social-Media-Plattformen wie Instagram ihre Inhalte auf den Big Screen: Reels laufen jetzt auch direkt auf dem Fernseher.
Die Kooperation der FIFA und TikTok reiht sich in diese Entwicklungen ein, genauso Disneys Vorhaben, die Popularität der vertikalen Videos in dem eigenen Streaming-Ökosystem zu etablieren.
Millionen Menschen in Europa setzen auf TikTok
– und prägen Kultur und Politik
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„Mach’s dir wie nie zuvor“: Softdrink-Marke Holy provoziert mit doppeldeutiger Schüttel-Kampagne
Was dieser nackte Mann gerade tut, sollen die Zuschauenden zunächst missverstehen
Holy moly: Die aufstrebende Berliner Softdrink-Marke Holy startet mit einer provokanten Kampagne ins neue Jahr. Schon der Claim „Mach’s dir wie nie zuvor“ verrät, in welche bewusst doppeldeutige und anzügliche Richtung die Kreation geht. Nicht wirklich innovativ – aber vielleicht effektiv?
Softdrinks gibt es wie Sand am Meer. Gerade in den letzten Jahren explodierte der Markt für Eistees, Limonaden & Co förmlich, nicht zuletzt, weil etliche Influencer, Streamer und Rap-Stars ihre eigenen Brands und Sorten in dem Segment launchten, was für einen großen Hype um sogenannte Spaßgetränke sorgte. Aus dieser Flut an Alternativen herauszustechen ist nicht einfach und erfordert aufmerksamkeitsstarke Werbemaßnahmen. Daran versucht sich jetzt auch die 2020 gegründete Berliner Marke Holy und startet ihre bislang größte Brand-Awareness-Kampagne.
Zu diesem Zweck hat Holy in Zusammenarbeit mit der Kreativagentur ANY eine Reihe provokanter Bildwelten und doppeldeutige Aussagen entwickelt, die bewusst mit Erwartungen spielen. In einem der beiden 20-sekündigen Spots sagt beispielsweise ein komplett nackt vor dem Spiegel stehender Mann: „Ich mach’s mir jeden Morgen – direkt nach dem Aufstehen“, während er mit der Hand eine Schüttelbewegung ausführt, die man im Kontext seiner Nacktheit allerdings durchaus anders interpretieren kann (und soll).
Die Kampagne läuft seit Beginn des Monats und wird national ausgespielt. Zum Mediamix gehören TV-Spots, Streaming- und großflächige DOOH-Platzierungen in urbanen Räumen. Ergänzt wird die Kampagne durch Social- und Online-Verlängerungen.
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Synthetische Populationen: Einfaches Targeting per Knopfdruck
Die Market Intelligence von Statista soll künftig aber nicht allein über mitaufgerufene Datenerhebungen zum Tragen kommen, sondern ebenso im Kontext zukunftsgerichteten Targetings. Dafür hat das Unternehmen ein Projekt mit dem Namen synthetische Populationen gestartet. Diese erweitern die Targeting-Optionen im AI-Zeitalter – die von Dynamic Creative Optimization bis hin zu Real-Time Contextual Audience Targeting reichen – um eine riesige Datenbank, die echte Bevölkerungen virtuell abbildet. Statista SynthiePop liefert auf Basis von KI eine Art Chat Interface, um Marktforschung quasi on the fly zu erarbeiten und so Kampagnen und deren Erfolg schnell und unkompliziert zu verfeinern.
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Wie synthetische Populationen von Statista funktionieren
Die synthetischen Populationen sollen ein Kernproblem der Marktforschung beheben. Denn diese ist oft teuer und zeitintensiv. Zwar ist die Marktforschung eine einzigartige Methode, um belastbares Wissen über Menschen und deren Nutzungsverhalten zu erhalten, First-Hand Consumer Insights, nach Statista. Doch die Daten lassen sich oft erst spät nutzen und nicht alle Unternehmen und Organisationen können sich den Ablauf leisten. Daher möchte Statista eine digitale Alternative schaffen, die mithilfe von KI und statistischer Modellierung synthetische Populationen aufbaut, welche menschlichen gleichen und als repräsentativ gelten können. Chief Customer Officer Frederik Gronwald erklärt:
Im Grunde ist Statista SynthiePop, die von Statista entwickelte synthetische Population, eine Datenbank, die Millionen von realitätsnahen, virtuellen Individuen mit ihren individuellen Eigenschaften wie soziodemografischen Merkmalen, Einstellungen oder Konsumverhalten beinhaltet. In Summe repräsentieren diese virtuellen Individuen wiederum sehr gut die Gesamtbevölkerung.
Dabei sollen reale Bevölkerungsstrukturen künstlich, aber realitätsnah abgebildet werden können. Hunderte Features wie Lebensort, Einkommen und andere soziodemographische Daten sollen ermittelt werden. Der große Vorteil von synthetischen Populationen besteht darin, dass umfassende Analysen auf Knopfdruck kreiert werden können. Mit synthetischen Populationen können dann Marketer in Echtzeit via Chat-Funktion interagieren und Feedback zu einer geplanten Kampagne oder einer neuen Produktidee einholen. Ein Beispiel-Prompt für das KI-gestützte Interface, das auf eine synthetische Population etwa als virtuelles Abbild für Deutschland zugreift, könnte wie folgt aussehen:
Profile women aged 35–40, with a household income above €75,000, living in large cities, who are open to innovation – and let me know how big that target group is.
Laut Gronwald setzt das Unternehmen für diese Möglichkeit in drei Aspekten auf KI, für den Aufbau der synthetischen Population, den einfachen Zugriff auf die Daten und die simulierte Interaktion. Diese Interaktion soll künftig mit einem PersonaBot auch über LLM-gestützte Tools wie ChatGPT und Co. ermöglicht werden. Dann könnten Marketer im Handumdrehen konkrete Abfragen zu riesigen Datensätzen einfließen lassen und sich ein Bild von Targeting-Potentialen verschaffen.

Vom Analytical zum Ideation Mode: So werden synthetische Populationen lebendig fürs Marketing
So möchte Statista die synthetischen Populationen zum Leben erwecken. Der Prompt für die Abfrage zu spezifischen Targeting-Segmenten stellt die Interaktion im Rahmen des analytischen Modus dar. Darüber hinaus möchte Statista den Ideation Mode fördern. Dabei können die Marketer mit den Target Personas interagieren und simulierte Umfragen starten und Bedarfe ermitteln oder mehr Informationen für die Frühphase der Marktrecherche einholen. Ein Prompt könnte lauten:
What are common concerns of single parents in rural areas when choosing insurance providers?

Neue Szenarien abdecken und Potentiale erkennen
Statista entwickelte die synthetischen Populationen laut Frederik Gronwald, um mit den neuen KI-Möglichkeiten über klassische Marktforschungsgrenzen hinwegzugehen und schnell datenbasierte Erkenntnisse zu Projekten oder Kampagnen liefern zu können.
[…] Praktische Anwendungsfälle ergaben sich direkt in mehreren Projekten. So nutzen wir kürzlich beispielsweise unsere synthetische Population, um den Einfluss des Deutschlandtickets auf das Pendelverhalten und die Kosteneinsparungen für Pendler:innen in einem aktuellen Projekt für das Eisenbahnbundesamt zu analysieren. Dazu haben wir eine repräsentative Befragung unter 5.000 Pendler:innen durchgeführt und diese Daten mit Zensus-, Arbeitsmarkt- und weiteren Mobilitätsstudien verknüpft, um das Pendelverhalten für alle Berufstätigen in Deutschland detailliert abzubilden,
so Gronwald. Aber das neue Prinzip soll Innovation auch in ganz anderen Kontexten ermöglichen und beispielsweise Markt- und Zielgruppeninformationen auch auf Landkreis- und Gemeindeebene liefern. Gronwald ergänzt:
Statista SynthiePop, mit der dahinterliegenden umfassenden und exklusiven Datengrundlage, in Kombination mit KI, eröffnet ganz neue, nie dagewesene Möglichkeiten der Insights-Generierung. Neben themenspezifischen Ad-hoc-Befragungsdaten fließen auch unsere proprietären Statista Consumer Insights Daten in die Datenbank ein – mit hunderten von Merkmalen zum Kaufverhalten, Medienkonsum, (Marken-)Präferenzen, Werten und Einstellungen […].
Die Datenbasis muss laut dem Statista-Experten jedoch stets robust und valide sein, um solche Analysen auf Knopfdruck mit Mehrwertpotential für das Marketing langfristig möglich zu machen. Lösungen wie diese könnten zur Demokratisierung von Daten beitragen. Derzeit befindet sich diese Lösung auf dem Weg zu einer umfassenden Marktreife. Aktuell werden schon erste Anwendungsfälle mit Pilotkund:innen erprobt. Doch noch befindet sich Statista SynthiePop, die Statista-eigene synthetische Population, in der Betaphase- Ein offizieller Release ist für das zweite Quartal 2026 geplant. Bis dahin wird die Lösung sukzessive weiter aufgebaut. Die Datenbank wird mit eigenen und mittels externer Datenquellen sowie maßgeschneiderten Befragungsdaten fortlaufend validiert und für die nächsten Test-Cases vorbereitet. Neben den ersten, den deutschen Population sollen künftig weitere Länder integriert werden, um das Tool international einsetzbar zu machen. Und parallel arbeitet Statista am Interface und der UX.
Womöglich gehören synthetische Populationen schon bald zum Marketing-Usus einer KI-geprägten Welt. Für den Erfolg der Kampagnen damit braucht es aber zunächst viele Tests und Erkenntnisgewinne, um den Wert als Alternative zur klassischen Marktforschung überhaupt ermitteln zu können.
Ende eines großen Plans:
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