Apps & Mobile Entwicklung
Wie Microsoft den Ruf von Windows 11 ruiniert hat
Das neue Jahr startete für Microsoft so mies wie das alte aufgehört hat. Beim ersten Patchday für Windows 11 sind Notfall-Updates nötig, die dysfunktionalen KI-Neuerungen trenden unter dem Titel Microslop. Der Konzern verspricht jetzt eine Kurskorrektur. Warum die Ankündigung nicht ausreicht, analysiert ComputerBase.
Die Misere in einem 30-Sekunden-Clip
Manchmal reicht ein 30 Sekunden langes Video, um die Probleme auf den Punkt zu bringen. Inhaltlich geht es um die neue KI-Suche in Windows 11 bei den Copilot+ PCs, mit der man laut Microsoft nicht mehr nach konkreten Einstellungen suchen muss, sondern eine allgemeine Beschreibung als Suchbegriff ausreicht. Die intelligente KI-Suche soll es dann schon richten. Direkt in Windows wird empfohlen, dass es Nutzer etwa mit „Mein Mauszeiger ist zu klein“ versuchen könnten. Als der Entwickler Ryan Fleury exakt diesen Suchbegriff eingibt, erscheint allerdings kein Suchergebnis. Er wartet mehrere Sekunden, nichts passiert. Als er dann einfach „test“ in die KI-Suche eintippt, erscheinen direkt drei Ergebnisse.
„This is not a real company“ lautete Fleurys Kommentar, das Video ging Anfang Januar gemeinsam mit dem Begriff Microslop viral. Es steht sinnbildhaft für Microsofts Versuch, mit aller Gewalt neue KI-Funktionen in das Betriebssystem zu integrieren, obwohl diese weder ausgereift noch ausgetestet wirken. Der Unmut staute sich in den letzten Monaten weiter auf. Erst wurde der Copilot in alle Ecken von Windows 11 integriert, im November kündigte man dann den Wandel zum Agentic OS an. Microsoft will die KI-Revolution, doch die Reaktionen in den sozialen Medien und auch in der ComputerBase-Community verlaufen irgendwo zwischen „Niemand braucht es“ und „Microsoft entwickelt an den Interessen der Nutzer vorbei“. Enshitification ist das Wort der Stunde.
Nur ist es nicht nur der KI-Backlash, der den Konzern einholt. Windows 11 kämpft ohnehin mit einem fragwürdigen Ruf. Viele Windows-Nutzer verweigerten den Wechsel, erst kurz vor dem Support-Ende von Windows 10 konnte man den Vorgänger bei den Nutzerzahlen überholen. Höhere Hardware-Anforderungen und Änderungen beim Design und Benutzerführung gelten als zentrale Kritikpunkte, ebenso unbeliebt ist Microsofts Versuch, Windows 11 möglichst eng an ein Microsoft-Konto zu binden.
Die aktuelle Bug-Welle passt da ins Bild. Laut Windows Latest hatte Microsoft mehr als 20 gravierende Update-Probleme im letzten Jahr, zum ersten Patchday im Januar 2026 musste man binnen weniger Tage ebenfalls schon zwei Out-of-Band-Fixes nachschieben. Die Liste der Fehler ist lang und bemerkenswert. Angesichts eines Bugs bei XAML-abhängigen Komponenten wie dem Startmenü, der Taskleiste und dem Explorer titelte Neowin im November 2025: „Microsoft bestätigt, dass fast alle Kernfunktionen von Windows 11 kaputt sind.“ Inhaltlich harsch, weil der Bug sich ausschließlich auf Unternehmenskunden auswirkte und überhaupt nicht klar ist, wie viele Nutzer überhaupt betroffen sind. Vom Gefühl her trifft es aber das allgemeine Empfinden, bei Windows 11 bröckelt die Substanz. Autoren von Windows Central diskutieren inzwischen, ob sich die Reputation des Betriebssystems auf einem Allzeittief befindet.
Solche Diskussionen sind bemerkenswert, denn die Historie der Windows-Fehlschläge ist lang. Bereits bei Windows Vista und Windows 8 vergrätzen Design-Neuerungen die Nutzer, die aktuellen Datenschutz-Diskussionen starteten im Prinzip bei Windows 10. Selbst Windows XP, in der ComputerBase-Community neben Windows 7 einer der Favoriten, war anfangs aufgrund der TPM-Einführung höchst umstritten.
Microsoft verspricht nun öffentlich Abhilfe, man will an den Kernfunktionen von Windows 11 ansetzen, um Performance und Zuverlässigkeit zu verbessern. Voraussichtlich wird das aber nicht ausreichen, um die zentralen Probleme zu beheben.
Vier Erkenntnisse aus dem Debakel
Vier Erkenntnisse über Microsofts Windows-11-Debakel. Den Auftakt macht – was auch sonst – der Copilot.
Apps & Mobile Entwicklung
Apps aus unbekannten Quellen: Google nennt neue Anforderungen für Android-Sideloading
Im August des letzten Jahres versetzten Googles Pläne zur Beschränkung des Sideloadings die Android-Szene in Aufruhr. Eine der Kernfunktion des freien Betriebssystems sollte damit erheblich eingeschränkt werden. Jetzt hat das Unternehmen sein neues System vorgestellt – beruhigen dürften sich die Gemüter allerdings nicht.
Google macht sich keine Freunde
Massive Kritik ließ seinerzeit nicht auf sich warten, war doch das Installieren von Apps aus unbekannten Quellen eine von Anwendern gerne genutzte Funktion – nicht wenige nutzten alternative App Stores wie F-Droid. Für Entwickler vereinfachte es die Arbeit erheblich und machte Android-Programmierung auch für Hobby-Entwickler zugänglich. Nicht wenige entdeckten durch diese Freiheit erst ihre Leidenschaft für die App-Entwicklung.
Sideloading quasi vor dem Aus
Googles ursprünglich angekündigtes System sah vor, dass sich künftig jeder Entwickler verifizieren muss, um diesen Vertriebsweg nutzen zu können. Für zahlreiche bestehende und zukünftige Projekte hätte dies das Aus bedeutet. Vor allem für Software, die nur für einen kleinen Kreis programmiert wurde, würde sich die Installation erschweren.
Gleiches gilt für Apps, die in der jeweiligen Region nicht offiziell über den Play Store bereitgestellt werden. Überzeugende Gründe lieferte Google für sein Umdenken allerdings nicht; das angeführte Sicherheitsargument wirkte eher vorgeschoben. In der Community entstand vielmehr der Eindruck, dass Google Installationen am Play Store vorbei unterbinden wollte, um sich weiterhin seine Einnahmen zu sichern – schließlich partizipiert der Konzern an jedem Verkauf.
Google lenkt ein – zumindest ein wenig
Auch Monate nach der Ankündigung ebbte die Kritik nicht ab. Nun reagiert Google mit einem „erweiterten Ablauf“, der es erfahrenen Nutzern weiterhin ermöglichen soll, Apps nicht verifizierter Entwickler zu installieren. Dabei will das Unternehmen vermutlich die entstandenen Wogen glätten und betont, dass Sideloading ein grundsätzlicher Bestandteil von Android bleiben wird.
Künftig ist dafür allerdings ein dreistufiges Verfahren vorgesehen: Zunächst bleibt das Sideloading von Apps verifizierter Entwickler aus Sicht der Nutzungsfreundlichkeit unverändert. Zweitens können darüber hinaus Apps von bekannten Entwicklern weiterhin über „Konten mit eingeschränkter Verteilung“ installiert werden.
Sollen hingegen drittens Apps von nicht verifizierten Entwicklern installiert werden, muss zunächst einen erweiterten Ablauf durchgelaufen werden. Dieser soll verhindern, dass schadhafte Software unbeabsichtigt aufgespielt wird.
Dabei handelt es sich um einen einmaligen Vorgang: Zunächst muss der Entwickler-Modus aktiviert werden und das Smartphone, im Gegensatz zur bisherigen Vorgehensweise, anschließend neu gestartet werden. Dadurch sollen noch mögliche aktive Fernzugriffe unterbrochen werden, Kriminellen ihre Arbeit zu erschweren. Danach folgt eine künstliche Wartezeit von einem Tag, mit der Google die „künstliche Dringlichkeit“ reduzieren will. Ist diese Frist verstrichen, muss sich der Nutzer erneut per biometrischer Authentifizierung oder Geräte-PIN verifizieren.
Die bisherige Möglichkeit, Sideloading einfach in den Einstellungen zu aktivieren und nach der Installation wieder zu deaktivieren, ist damit nicht mehr vorhanden. Anschließend lässt sich ein Zeitraum festlegen, in dem Installationen aus unbekannten Quellen erlaubt sein sollen – von wenigen Tagen bis hin zu einer unbestimmten Zeit. Sollte der Nutzer dann entsprechend eine App aufspielen wollen, wird Android diesen jedes Mal vor den möglichen Folgen solcher Installationen warnen.
Nur ein Kompromiss
Google räumt ein, dass die neue Vorgehensweise nicht für alle Nutzer eine ideale Lösung darstellen dürfte, sieht darin jedoch einen Kompromiss, durch den dem Unternehmen nach aber zumindest ein großer Teil der möglichen Bedrohung beseitigt werden kann, während gleichzeitig sichergestellt wird, dass das Android-Ökosystem das Sideloading weiterhin ermöglicht. Das Unternehmen spricht von „einem Gleichgewicht zwischen Offenheit, Auswahl und Sicherheit“.
Parallel arbeitet Google an den angekündigten Konten für begrenzte Verteilung. Diese sollen es Studenten und Hobby-Entwicklern ermöglichen, ihre Apps ohne Offenlegung ihrer Identität und Entrichtung von Gebühren auf bis zu 20 Geräten teilen zu können. Ziel sei es laut Google, Android weiterhin „eine offene Plattform für Lernen und Experimentieren bleibt, während gleichzeitig ein robuster Schutz für die breitere Community gewährleistet ist“.
Ab Mitte des Jahres verfügbar
Konten mit begrenzter Verbreitung sowie der erweiterte Ablauf sollen ab August verfügbar sein, erst dann treten auch die neuen Anforderungen zur Entwicklerverifizierung in Kraft. Ob dieser Ansatz als tragfähiger Kompromiss wahrgenommen wird und die nach wie vor vorhandene Kritik tatsächlich beruhigen kann, bleibt abzuwarten.
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Garmin Smartwatch-Nutzer warten seit Jahren auf diese Funktion
Messaging ist nicht unbedingt die Stärke von Smartwatches mit ihren kleinen Displays. Hin und wieder kann eine Messaging-App am Handgelenk aber sehr nützlich sein. Jetzt hat Garmin dem Wunsch der Nutzer nachgegeben und eine offizielle WhatsApp-App auf seine Smartwatches gebracht.
Garmin hat offiziell die WhatsApp-App für seine Geräte angekündigt. Nach Angaben des Unternehmens ist es die erste und einzige Messaging-App eines Drittanbieters, die auf seiner Plattform verfügbar ist. Diese Veröffentlichung folgt auf die Einführung der offiziellen WhatsApp-App für die Apple Watch im vergangenen Jahr.
Welche Garmin-Uhren unterstützen WhatsApp?
Nutzer können die WhatsApp-App kostenlos aus dem Garmin Connect IQ Store herunterladen. Sie unterstützt eine Auswahl von Garmin-Uhrenmodellen, vor allem die neueren, darunter: Venu 4, Venu X1, Vivoactive 6, Forerunner 570, Forerunner 970, Fenix 8, Fenix 8 Pro, Fenix E, Enduro 3, und D2 Air X15.
Die Liste ist zwar noch überschaubar, deckt aber viele der beliebtesten aktuellen Modelle von Garmin ab. Die Unterstützung für diese Uhren hängt wahrscheinlich von den Hardware-Funktionen ab. Älteren Modellen fehlt oft ein Touchscreen zum Tippen und sie haben langsamere Prozessoren. Dass Garmin die Forerunner 165 trotz ihres Touchscreens nicht berücksichtigt hat, ist allerdings enttäuschend.

Die App funktioniert entweder mit einem Android- oder einem iPhone-Gerät, das mit der Smartwatch gekoppelt ist. Allerdings muss die Bluetooth-Verbindung des Wearables mit dem Telefon immer aktiv bleiben, da die App keine Wi-Fi-Verbindung unterstützt.
Was man mit WhatsApp auf Garmin machen kann
Mit der offiziellen WhatsApp-App können Nutzer eingehende Nachrichten lesen und über die integrierte Tastatur antworten. Auch Emojis können eingefügt und verschickt werden. Neben der Eingabe neuer Nachrichten sind auch mehrere voreingestellte Schnellantworten verfügbar. Benutzer können die letzten Nachrichten anzeigen oder den Chatverlauf der letzten 10 Nachrichten durchsuchen.
Die Anzeige von Medienanhängen wie Fotos oder GIFs wird nicht unterstützt, was angesichts der begrenzten Bildschirmgröße und der Hardwarebeschränkungen verständlich ist. Sprachanrufe über WhatsApp sind ebenfalls nicht verfügbar, aber die Nutzer können eingehende Anrufe sehen und sie ablehnen.
Bemerkenswert ist, dass es keine Diktierfunktion für Text gibt, obwohl viele dieser Uhren über ein Mikrofon verfügen. Diese Funktion wird möglicherweise mit einem zukünftigen Update nachgeliefert.
Auch wenn die Funktionalität einfach bleibt, ist sie für viele Nutzer wirklich praktisch, z. B. beim Training im Fitnessstudio oder auf dem Sportplatz, wenn das Telefon in einer Tasche verstaut ist, oder beim Radfahren auf Straßen oder Wegen.
Habt ihr eure Garmin-Smartwatch schon für Messaging genutzt? Findet ihr die zusätzliche Funktion mit WhatsApp nützlich? Sagt es uns unten in den Kommentaren.
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Crimson Desert: Kein Spielstart auf Intel Arc und auch keine Abhilfe in Sicht

Crimson Desert (Test) läuft nicht auf Grafikkarten vom Typ Intel Arc, das hat bereits der Technik-Test der Redaktion gezeigt. Und „läuft nicht“ bedeutet in diesem Fall wirklich „läuft nicht“: Der Titel verweigert aktiv mit Verweis auf die nicht unterstützte Grafikkarte seinen Dienst. Schnelle Abhilfe scheint nicht in Sicht.
Denn anders ist es nicht zu erklären, dass die offiziellen FAQ auf die Frage „Unterstützt Crimson Desert Intel Arc?“ die Antwort liefern: „Nein, informiert euch über die Rückerstattungsrichtlinien“:
Dass ein Spiel davor warnt, dass der installierte Treiber zu alt ist oder eine Plattform nicht unterstützt wird, ist durchaus nichts ungewöhnliches. Pioneers of Pagonia warnt beispielsweise beim Ausführen auf iGPUs davor, dass die Plattform keinen Support hat. Doch das Spiel (und auch andere) startet trotzdem.
Bei Crimson Desert ist das nicht der Fall. Nach der Bestätigung der Fehlermeldung endet der Ladeprozess. Inhaber einer Intel Arc sind aktuell also wirklich raus.
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