Digital Business & Startups
Wir mussten viel Überzeugungsarbeit leisten
#Interview
Eigentlich wolle das Team hinter dem Startup MAIA eine Art „Notion für Industrieunternehmen“ aufbauen. Das Konzept kam aber nicht an. „Wir mussten das Team komplett neu aufstellen und praktisch über Nacht ein neues Produkt entwickeln“, sagt Gründer Mathias Jakob.

MAIA aus Leipzig, 2021 von Carolin Maier, Mathias Jakob und Moritz von Hammerstein gegründet, kümmert sich um industrielle Produktentwicklung. „Wir geben diesem Unternehmen eine neue Kollegin an die Seite, MAIA. Und diese Kollegin ist etwas ganz Besonderes“, sagt Gründer Jakob zum Konzept. Anfangs wollte das Team eine Art ‚Notion für Industrieunternehmen‘ bauen. Das Produkt entsprach jedoch „nicht den Markanforderungen“. So entstand MAIA.
Im Interview mit deutsche-startups.de stellt der MAIA-Macher Jakob sein Unternehmen einmal ganz genau vor.
Wie würdest Du Deiner Großmutter MAIA erklären?
Stell dir ein riesiges Unternehmen vor, Oma, das seit Jahrzehnten komplizierte Maschinen baut. Das ganze technische Wissen ist in Zehntausenden von Dokumenten und den Köpfen der erfahrensten Mitarbeiter verstreut. Wir geben diesem Unternehmen eine neue Kollegin an die Seite, MAIA. Und diese Kollegin ist etwas ganz Besonderes! Erstens: Sie hat alles gesehen und vergisst nichts: Wir geben ihr all die Zehntausende von Dokumenten zu lesen. Wenn jemand eine Frage hat, hat sie die Antwort in Sekunden parat und sagt dazu noch genau, wo sie es nachgelesen hat. Das ist die Grundlage. Zweitens: Sie kann mitdenken und kombinieren: Jetzt kommt der Trick. Sie kann auch Wissen finden, das so nirgends direkt steht. Wenn in einem Dokument steht, dass Bauteil A extremer Kälte standhält, und in einem ganz anderen steht, dass es auch enormen Druck aushält, kann MAIA von selbst schlussfolgern: ‚Eine Kombination dieser beiden Teile wäre perfekt für eine Maschine am Meeresgrund!‘ – auch wenn das noch nie jemand so aufgeschrieben hat. Drittens: Das Wichtigste ist aber: MAIA hört zu und lernt von den Kollegen und Kolleginnen. Sie zieht ihr Wissen nicht nur aus fertigen Dokumenten, sondern direkt aus den Gesprächen, die sie führt. Wenn ein Kollege ihr im Gespräch eine Information gibt, die bisher nirgends aufgeschrieben war, oder wenn sie – wie bei dem Bauteil-Beispiel – Zusammenhänge zwischen den Zeilen erkennt, dann fängt sie dieses Wissen auf. Sie extrahiert diese neuen Erkenntnisse, dokumentiert sie selbstständig und macht sie sofort für alle anderen verfügbar. Was eben noch nur im Kopf eines Einzelnen oder verborgen in den Daten steckte, ist im nächsten Moment eine geprüfte Antwort für das ganze Team.“
Wie wollt Ihr Geld verdienen, also wie genau funktioniert euer Geschäftsmodell?
Wir setzen auf ein ganz klassisches B2B-SaaS-Modell. Unser Fokus liegt dabei klar auf der Enterprise-Lösung für Teams ab 20 Nutzern. Diese startet bei 59 Euro pro Nutzer im Monat und
beinhaltet erweiterte Funktionen sowie eine persönliche Betreuung. Für Teams mit weniger als 20 Mitarbeitenden bieten wir außerdem eine Professional-Lizenz für 49 Euro pro Nutzer an – hier allerdings ohne die direkte Betreuung. Ergänzend dazu bieten wir bei Bedarf Workshops, Enablement-Programme und vertiefende Beratung an – direkt durch unser Team oder über ausgewählte Partner. Diese Services verstehen wir als Unterstützung für einen erfolgreichen Roll-out, sie machen aber nur einen kleinen Teil unseres Umsatzes aus. Über 98 % unserer Erlöse sind wiederkehrende SaaS Umsätze aus den Lizenzen.
Wie ist die Idee zu MAIA entstanden?
Die Idee entstand während einer Masterarbeit in Zusammenarbeit zwischen der Universität St. Gallen HSG und dem Hasso Plattner Institut HPI. Der Fokus lag darauf, warum in Industrieunternehmen so unfassbar viel Zeit mit der Suche nach Produktinformationen verschwendet wird. Über ein paar Ecken haben sich durch diese Masterarbeit Carolin und ich kennengelernt und beschlossen, das Problem weiter zu untersuchen und eine Softwarelösung dafür zu entwickeln. Ende 2021 haben wir daraufhin unser Unternehmen Prodlane gegründet. Unser erstes Produkt war quasi ein ‚Notion für Industrieunternehmen‘ – wir wollten eine zentrale Plattform schaffen, in der alles Wissen manuell gesammelt wird. Trotz erster Kunden und anfänglicher Erfolge wurde schnell klar, dass das Produkt nicht den Markanforderungen entsprach und ein Pivot notwendig war. Zur gleichen Zeit hatten wir im alten Produkt bereits eine erste Version einer KI-gestützten Suche auf eigenen Daten entwickelt. Das Kundenfeedback auf dieses eine Feature war überwältigend – viel stärker als auf das bisherige Hauptprodukt. Wir haben uns also entschieden, dieses Feature in den Mittelpunkt zu stellen. Anfangs war MAIA noch eine generische KI-Suche. Da wir aber durch unser erstes Produkt bereits tief im Thema technische Dokumentation steckten, merkten wir schnell, dass wir durch eine Spezialisierung auf den Industriesektor und technische Daten eine dramatisch höhere Qualität liefern können als allgemeine Lösungen. Das war die Geburtsstunde der heutigen MAIA.
Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?
Zum einen der gerade erwähnte Pivot. Wir mussten das Team komplett neu aufstellen und mit sehr begrenzten Ressourcen praktisch über Nacht ein neues Produkt entwickeln und an den Markt bringen. Da war Geschwindigkeit alles. Die zweite Herausforderung war die Detailschärfe beim Product-Market-Fit. Es reicht nicht, zu wissen, dass Ingenieure lange suchen. Wir mussten tief eintauchen und verstehen: Warum genau ist es so schwer? Wie sehen die Workflows im Detail aus? Und vor allem: Was sind die gemeinsamen Muster bei all unseren Kunden und wo gibt es Unterschiede? Diese Komplexität in einem standardisierten Produkt sauber abzubilden, war eine harte Nuss. Und schließlich mussten wir anfangs gegen eine doppelte Skepsis ankämpfen: Etablierte Industrieunternehmen sind naturgemäß vorsichtig – erst recht gegenüber dem Hype-Thema KI und dann auch noch gegenüber einem jungen Startup. Wir mussten viel Überzeugungsarbeit leisten, um zu beweisen, dass unsere Lösung sicher und verlässlich ist. Zum Glück hat sich das Blatt hier inzwischen gewendet und die Offenheit ist deutlich gewachsen.
Welches Projekt steht demnächst ganz oben auf eurer Agenda?
Produktseitig stechen wir noch tiefer in unsere Nische. Das große Thema ist hier die Extraktion von implizitem Wissen. Wir arbeiten inzwischen sehr eng mit einigen großen Kunden zusammen, die uns tiefe Einblicke in ihre Strukturen und Prozesse gewähren, die uns vorher verborgen blieben. Dieses Feedback nutzen wir, um Funktionen zu entwickeln, die noch präziser auf die Arbeitsweise in der Industrie zugeschnitten sind. Auf operativer Ebene steht der Abschluss unserer ISO 27001 Zertifizierung kurz bevor. Das ist für uns ein entscheidender Schritt, um unsere Organisation weiter zu professionalisieren und die Zusammenarbeit mit Enterprise-Kunden noch schneller und reibungsloser zu gestalten. Und strategisch bereiten wir unsere nächste Finanzierungsrunde für das zweite Quartal 2026 vor. Die Signale sind bisher sehr positiv, aber wir wissen natürlich, dass bis zur Unterschrift immer ein gutes Stück Arbeit vor uns liegt.
Wo steht MAIA in einem Jahr?
In einem Jahr wird sich MAIA als einer der Industriestandards für technisches Wissensmanagement etabliert haben – und das über die DACH-Region hinaus im internationalen Einsatz. Der Treibstoff für dieses Wachstum ist unsere geplante Finanzierungsrunde zu Beginn des Jahres. Mit dem frischen Kapital werden wir ordentlich Gas geben: Wir planen, unsere Teamgröße in den nächsten zwölf Monaten fast zu verdoppeln. Dazu gehört auch, dass wir unsere physische Präsenz ausbauen. Wir werden mindestens einen weiteren Standort in Deutschland oder der Schweiz eröffnen und gleichzeitig die ersten Mitarbeiter im europäischen Ausland einstellen, um unsere internationalen Kunden noch direkter betreuen zu können.
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Foto (oben): MAIA
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Wir haben uns konsequent auf unseren USP konzentriert
#Interview
Vor vier Jahren starteten Dennis Nasrun und Felix Mücke das ClimateTech metiundo. Inzwischen beschäftigt das Startup rund 70 Mitarbeitende. „Aktuell betreuen wir Kundenaufträge mit einem Annual Recurring Revenue von rund 3 Millionen Euro“, sagt Gründer Nasrun.

Das Berliner Startup metiundo, 2021 von Dennis Nasrun und Felix Mücke gegründet, bietet „Immobilieneigentümern eine Lösung für die Optimierung ihres Energie- und Wasserverbrauchs“. Dabei geht es insbesondere darum, „CO2-Emissionen im Immobiliensektor zu reduzieren“.
Der englische GreenTech-Investor Octopus Energy Generation investierte kürzlich 40 Millionen Euro in das Unternehmen. „Der erste Kontakt entstand auf der E-World im vergangenen Jahr. Der Investor ist dort auf uns zugekommen. Daraus hat sich Schritt für Schritt eine Zusammenarbeit entwickelt, die fachlich wie menschlich gut gepasst hat“, erzählt Gründer Nasrun.
Im Interview mit deutsche-startups.de stellt der metiundo-Macher sein Unternehmen einmal ganz ausführlich vor.
Wie würdest Du Deiner Großmutter metiundo erklären?
Wenn du wissen willst, wie viel Strom, Gas, Wärme oder Wasser ein Haus wirklich verbraucht oder wie viel Strom eine Solaranlage erzeugt, dann muss das jemand messen. Genau das machen sogenannte Smart Meter. Wir von metiundo kümmern uns darum, dass diese Messgeräte gekauft, vermietet, installiert und zuverlässig betrieben werden. Die vielen Messwerte laufen dann digital bei uns zusammen. Aus diesen Daten machen wir alles, was man im Alltag braucht: Abrechnungen, Stromverkauf, Verbrauchsanalysen oder Einsparungen. Kurz gesagt: Wir sorgen dafür, dass Energiedaten sauber erfasst und sinnvoll genutzt werden können.
War dies von Anfang an Euer Konzept?
Das war von Anfang an unser Kernkonzept – und wir sind diesem Weg treu geblieben. Natürlich haben wir Details geschärft und Prozesse verbessert, aber unser grundlegender Fokus auf Messinfrastruktur und Datenplattform hat sich nicht geändert. Rückblickend war diese Klarheit eine unserer wichtigsten Stärken.
Wie hat sich metiundo seit der Gründung entwickelt?
metiundo wurde vor vier Jahren gegründet und ist heute bundesweit aktiv. Wir beschäftigen rund 70 Mitarbeitende an den Standorten Berlin und Heidelberg. Aktuell betreuen wir Kundenaufträge mit einem Annual Recurring Revenue von rund 3 Millionen Euro. Im Feld sind derzeit etwa 21.000 Smart Meter im Betrieb – allein 2025 haben wir dieses Volumen im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht.
Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Einige Finanzierungsrunden haben sich deutlich länger gezogen als geplant, sodass wir kurzfristig mit Bridge-Finanzierungen arbeiten mussten. Besonders schmerzhaft waren zwei sehr weit fortgeschrittene Runden, die jeweils kurz vor Weihnachten geplatzt sind. Außerdem haben wir viel Zeit in Gespräche mit Investoren investiert, die im Nachhinein einfach nicht zu unserem Geschäftsmodell gepasst haben. Hinzu kam in der Anfangszeit der langfristige Ausfall einzelner Schlüsselpersonen, was für das Team eine echte Herausforderung war.
Und wo hab Ihr bisher alles richtig gemacht?
Wir sind unserem Pfad treu geblieben und haben uns konsequent auf unseren USP konzentriert: die Datenplattform. Ein weiterer Erfolgsfaktor war der Fokus auf durchgängige digitale Prozessketten statt Insellösungen. Technisch haben wir bewusst langfristige Architekturentscheidungen getroffen, auch wenn sie ein paar Wochen länger gedauert haben als schnelle Quick Fixes. Und nicht zuletzt: unsere Organisation und Kultur. Wir hatten kaum Kündigungen und ein sehr stabiles Team. Das ist alles andere als selbstverständlich.
Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?
Sich selbst treu bleiben und an die eigene Idee glauben – und sich nicht ständig von außen verunsichern lassen. Viele meinen es besser zu wissen, aber man sollte sich nicht für Investoren verbiegen. Rat einholen ist wichtig, aber von den richtigen Menschen: denen man vertraut und die wirklich beurteilen können, wovon sie sprechen, idealerweise andere Gründer:innen. Außerdem lohnt es sich, bei langfristig wirkenden Entscheidungen immer zwei Schritte vorauszudenken – sei es in der IT-Landschaft oder in der Organisation. Kultur entsteht nicht von allein: Es braucht bewusst passende Hires, Vielfalt in Persönlichkeiten und Kompetenzen und aktives Kümmern um das Zusammenwachsen des Teams. Und ganz pragmatisch: Keine Zeit mit Investoren verschwenden, die mit dem Geschäftsmodell nichts anfangen können. Fokus spart enorm viel Energie.
Wo steht metiundo in einem Jahr?
In einem Jahr wird unser Team ein weiteres Mal um rund 50 % gewachsen sein und den Sprung vom Startup zum Scale-up geschafft haben. Wir arbeiten dann skalierbar und effizient auf dem Weg zur nachhaltigen Profitabilität ohne dabei unsere Kultur und die Werte zu verlieren, die metiundo heute ausmachen.
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Foto (oben): metiundo
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Alkohol-Startup Koyi bei DHDL: Ist der Deal mit Janna Ensthaler geplatzt?
Yuka Suzuki und Dr. Hauke Günther präsentieren KOYI bei DHDL: Hochkonzentrierte Spirituosen mit weniger Alkohol und vollem Aroma.
Selten wurde in Der Höhle der Löwen (DHDL) so ausgelassen getanzt wie bei diesem Pitch – Gründerin Yuka Suzuki konnte ihre Freude über den Deal kaum zurückhalten. Dabei geht es bei Koyi Micro Spirits nicht um Entertainment, sondern um Spirituosen. Gründerszene hat mit den beiden Gründern des Startups gesprochen und nachgefragt, was aus dem Deal geworden ist.
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Ein Longdrink aus 20 Tropfen?
Mit Koyi Micro Spirits treten das Paar Yuka Suzuki (52) und Hauke Günther (46) aus Hamburg vor die Investorinnen und Investoren der Höhle. Ihr Ansatz: hochkonzentrierte Spirituosen, die über Pipetten dosiert werden. Für einen Longdrink reichen wenige Tropfen.
Nach Angaben der Gründer entsprechen 20 der kleinen Pipettengläser in der Alkoholmenge einem klassischen Gin Tonic. Das soll Drinks mit deutlich weniger Alkohol ermöglichen. Es geht also nicht um alkoholfreie Ersatzprodukte, sondern um Spirituosen in einer neuen, mikro-dosierten Form. Sie bieten in der Höhle zehn Prozent der Anteile für 120.000 Euro.
Die Destille als Labor
Produziert wird in einer eigenen Destille in Hamburg, die Yuka Suzuki und Hauke Günther als kleinste Destille der Hansestadt bezeichnen. Günther ist Biologe und hat dafür ein eigenes Destillationsverfahren entwickelt, um Aromen stärker zu konzentrieren. So soll der Geschmack erhalten bleiben, obwohl pro Drink weniger Alkohol eingesetzt wird.
In der Sendung dürfen die Löwen selbst testen: einen Cuba Libre, eine Grapefruitlimo und einen Gin Tonic mit den konzentrierten Essenzen. Geschmacklich gibt es keine Kritik – die Löwen zeigen sich überzeugt vom Aroma trotz reduzierter Alkoholmenge: „Das schmeckt fantastisch!“, sagt Judith Williams.
Und trotzdem überzeugt das Startup nur eine Löwin. Ralf Dümmel steigt aus – aus persönlichen Gründen. „Ich trinke keinen Alkohol. Das wäre jetzt unfair, wenn ich das trinke und Alkohol gar nicht mag, dann zu beurteilen, wie das schmeckt“, sagt er. Auch die anderen Löwen sehen sich thematisch nicht tief genug im Spirituosenmarkt verwurzelt, um einzusteigen.
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Janna Ensthaler dagegen erkennt Potenzial, allerdings mit einem anderen Fokus. „Das macht die Gesellschaft besser, wenn wir mal alle ein bisschen weniger trinken“, sagt sie. Gleichzeitig formuliert sie Zweifel am aktuellen Produkt: „Aber ich glaube, wir sind bei dem Produkt noch nicht da, wo wir in den Massenmarkt gehen können.“ Ihre Idee: „Ich würde gerne eure Essenzen nehmen und daraus ein Dosenprodukt machen.“
Am Ende bietet sie 120.000 Euro für 30 Prozent – Suzuki und Günther nehmen an.
Wie steht’s um den Deal?
Doch ist der Deal tatsächlich zustande gekommen? Auf Nachfrage von Gründerszene bestätigt Gründer Hauke Günther: „Ja, der Deal mit Ensthaler steht.“
Gemeinsam arbeite man nun an der Weiterentwicklung der Produkte – unter anderem an einem geplanten Ready-to-Drink-Produkt in Dosen. Das sei allerdings technologisch komplexer als im TV dargestellt, da im Grunde ein ganz neues Produkt entwickelt werden müsse.
Bevor eine neue Gesellschaft gegründet oder größere Strukturen aufgebaut würden, wolle man sicherstellen, dass das Konzept technisch und qualitativ wie geplant funktioniere. Ensthaler und ihr Team unterstützen dabei strategisch wie operativ.
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Hansegrün bei DHDL: 350.000-Euro-Deal nach der Show geplatzt
Der DHDL-Deal für Hansegrün ist geplatzt – die Gründer Jordan und Soll gehen nach der Show getrennte Wege mit den Investoren. Gründerszene hat nachgefragt.
Während andere Gründer vor ihrem DHDL-Pitch noch einmal ihre Zahlen durchgehen, gehen Lukas Jordan (34) und Till Soll (31) vor ihrem Auftritt in die Liegestütz-Position. Hinter der Bühne machen sie Planks und pushen einander. So gehypt treten die Freunde mit ihrem Startup Hansegrün vor die Investorinnen und Investoren bei DHDL – und gewinnen gleich zwei Löwen für sich. Nach der Show kam es dann jedoch anders, wie Gründerszene erfahren hat.
Das steckt hinter Hansegrün
Das Gründer-Duo hat ihr Startup 2021 in Hamburg gegründet: Hansegrün vertreibt seitdem Nahrungsergänzung im Shot-Format zum Anrühren – auf Pulverbasis aus überwiegend gefriergetrockneten Bio-Obst- und Gemüse-Sorten wie beispielsweise Ingwer, Zitrone oder Acerola. Das Prinzip: Pulver ins Glas geben, Wasser hinzufügen und umrühren.
Eine Packung ihres Produkts könne nach Angaben der Gründer bis zu 60 abgefüllte Shots ersetzen. „Wir wollten gesunde Shots neu denken – nachhaltiger, günstiger und individuell dosierbar“, sagt Jordan.
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1,7 Millionen Euro Umsatz
Nach eigenen Angaben haben Jordan und Soll innerhalb eines Jahres 1,7 Millionen Euro Umsatz erzielt. Das Unternehmen arbeite profitabel, sagen sie in der Höhle. Die Bewertung liege bei 3,5 Millionen Euro. Jordan und Soll fordern in ihrem Pitch 350.000 Euro für zehn Prozent der Anteile an Hansegrün.
Auf Begeisterung stößt ihr Produkt nicht bei allen Löwen: Carsten Maschmeyer äußert Zweifel am Innovationsgrad des Produkts. Er sagt: „Ihr habt weder einen Inhaltsstoff erfunden, noch die Kombination. Also so ganz revolutionär ist das für mich nicht“.
Drei Löwen-Angebote und ein Deal – vorerst
Aber: Frank Thelen ist begeistert. „Wir brauchen wieder mehr Identifikation mit meiner Heimat. Eine Hamburger Seele deutschlandweit und weltweit zu verkaufen, ist absolut möglich. Ich finde das super. Produkt passt. Ich hätte echt Spaß, das Produkt mit euch weiter aufzubauen.“ Er bietet den Gründern 350.000 Euro – aber für 20 Prozent der Anteile.
Auch Judith Williams ist interessiert. Sie fordert allerdings 350.000 Euro für 25 Prozent und begründet ihr Angebot mit den Worten: „Wenn du Leute findest, wo du merkst, das sind so grundehrliche kernige Typen, die zu allem stehen, was sie sind: authentisch. Das spüre ich bei euch. Ich mache euch ein Angebot.“
Und auch Ralf Dümmel bietet 350.000 Euro für 20 Prozent. Er sagt: „Das Produkt hat mir fantastisch geschmeckt und mich beeindrucken die Zahlen. Logischerweise mache ich euch ein Angebot“.
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Judith Williams und Frank Thelen entscheiden sich dafür, sich zusammenzuschließen und den beiden Hansegrün-Gründern ein gemeinsames Angebot zu machen: Zunächst 350.000 Euro für 25 Prozent, dann erhöhen sie auf 400.000 Euro für 25 Prozent. Es wird verhandelt, aber sie einigen sich mit Jordan und Soll dann doch auf 350.000 Euro für 20 Prozent.
Aber ist der Deal tatsächlich zustande gekommen? Gründerszene hat nachgefragt.
Deshalb ist der Deal geplatzt
Nach der Ausstrahlung ist die Zusammenarbeit jedoch nicht zustande gekommen. Auf Nachfrage von Gründerszene teilt die Sprecherin der Hamburger Gründer mit: „Im Rahmen der Due Diligence haben sich unterschiedliche Vorstellungen bei der strategischen Ausrichtung ergeben. Der Investitionsprozess wurde daher nach intensiven Gesprächen auf Wunsch der Gründer Till und Lukas schweren Herzens nicht weiterverfolgt.“ Der in der Sendung vereinbarte Deal ist damit geplatzt.
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