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Künstliche Intelligenz

WTO warnt vor Ende des KI-Booms wegen Energiemangel


Die Weltwirtschaft steht an einem Wendepunkt, an dem die Verheißungen der Künstlichen Intelligenz auf die harte Realität der globalen Energiepolitik treffen. In ihrem „Global Trade Outlook 2026“ zeichnet die Welthandelsorganisation (WTO) ein Bild, das von extremer Volatilität geprägt ist. 2025 verlief trotz hoher Handelshemmnisse und der protektionistischen Zoll-Politik Donald Trumps zwar überraschend robust. Doch nun sind die dunklen Wolken am Horizont kaum mehr zu übersehen. Hauptgrund für die Sorge der Genfer Experten ist eine paradoxe Wechselwirkung: Die Technologie, die den Welthandel zuletzt stützte, ist seine größte Achillesferse geworden.

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KI hat sich innerhalb kurzer Zeit von einem Nischenthema zum Rückgrat des globalen Investitionswachstums entwickelt. Laut den Daten der WTO entfielen im vergangenen Jahr rund 70 Prozent des gesamten Investitionswachstums in Nordamerika auf KI-bezogene Güter. Zum Vergleich: In den Jahren vor dem Immobiliencrash von 2008 machte der Bausektor lediglich 30 Prozent aus.

Diese hohe Konzentration birgt Risiken. WTO-Chefökonom Robert Staiger hob bei der Präsentation des Handelsausblicks hervor, dass die Schlüsseltechnik in Bezug auf ihre tatsächliche langfristige Fähigkeit zum Liefern von Erfolgen noch immer unbewiesen sei. Da die Investitionen zudem auf eine kleine Gruppe extrem großer Konzerne fokussiert seien, könnte jede Erschütterung des Vertrauens oder der Rahmenbedingungen fatale Folgen haben.

Hier kommt nach Ansicht der WTO der Konflikt im Nahen Osten mit dem Iran-Krieg im Zentrum ins Spiel. Die Region ist nicht nur ein geografisches Nadelöhr für den Welthandel, sondern vor allem Hauptlieferant für Energie und Düngemittel. Ein lang anhaltender Zeitraum hoher Ölpreise würde die Betriebskosten der ohnehin extrem energieintensiven KI-Infrastruktur massiv in die Höhe treiben, warnt die internationale Organisation.

Der Betrieb von Rechenzentren und die Fertigung moderner Halbleiter verschlingen riesige Mengen an Strom. Sollten die Energiepreise über das gesamte Jahr 2026 hinweg auf hohem Niveau bleiben, könnte dies den KI-Boom laut Staiger empfindlich „einklemmen“.

Die WTO schätzt, dass ein dauerhafter Energieschock das Wachstum des Warenhandels um zusätzliche 0,5 Prozentpunkte drücken würde. Das würde die ohnehin vorsichtige Prognose von 1,9 Prozent Wachstum gefährlich nahe an eine Stagnation bringen. Neben den Energiekosten verändert die politische Landschaft die Handelsströme grundlegend. Die USA unter Trump haben die Zölle auf ein seit Jahrzehnten nicht mehr gekanntes Niveau angehoben. Dies führte 2025 allein zu einem Einbruch der US-Importe aus China um 29 Prozent.

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Dennoch wuchs der Welthandel insgesamt um 4,6 Prozent, da viele Unternehmen ihre Importe vor Inkrafttreten der Zölle vorzogen und China seine Warenströme erfolgreich nach Asien, Afrika und Lateinamerika umleitete. Besonders die Volkswirtschaften von Singapur, Thailand und Vietnam profitierten von dieser Verschiebung und fungierten als neue Motoren des Welthandels. Die Fragmentierung der Weltwirtschaft wird jedoch immer deutlicher. Der Anteil des Handels, der nach dem sogenannten Meistbegünstigungsprinzip der WTO abgewickelt wird, sank von 80 Prozent 2024 auf nur noch 72 Prozent Anfang 2026.

Das bedeutet, dass immer mehr Geschäfte über bilaterale Sonderabkommen oder durch protektionistische Hürden beeinflusst werden. Die WTO selbst kämpft in diesem Umfeld um ihre Relevanz, während die großen Blockbildungen zwischen den USA und China die globalen Lieferketten zerreißen. Für das laufende Jahr bleibt die Frage entscheidend, ob die Dynamik im KI-Sektor ausreicht, um den Sog der hohen Energiekosten und der geopolitischen Spannungen auszugleichen. Die Weltwirtschaft steuert den Handelsexperten zufolge auf ein Jahr zu, in dem die Rechenleistung von Chips gegen die Förderleistung von Ölquellen antritt.

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(nie)



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Künstliche Intelligenz

Google dichtet mit KI Headlines in Suchergebnissen um


Wenn eine Überschrift in den Google-Suchergebnissen auftaucht, kann es ab jetzt sein, dass sie gar nicht mehr zu der Webseite dahinter gehört. Denn Google ändert zurzeit testweise die Überschriften von Suchergebnissen mit KI, wie das Unternehmen jetzt bestätigte. Bei den bekannten Fällen handelt es sich um journalistische Online-Artikel.

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Das Problem war Autoren des US-Tech-Magazins The Verge in den vergangenen Monaten aufgefallen. In zwei Fällen tauchten ihre Artikel in der Google-Suche mit Überschriften auf, die nicht ihre eigenen waren. Zwar ist es nicht unüblich, dass hier eine andere Überschrift gewählt wird, als die eigentliche des Artikels – diese anderen Überschriften werden aber von den Autoren oder Medienhäusern selbst vergeben, damit ein Artikel besser über Google gefunden wird.

Und vor allem entsprechen die Überschriften der Urheber auch dem, was wirklich im Text steht, der unter dem Namen des Verfassers oder der Verfasserin läuft. Das war bei den von Google umformulierten Überschriften nicht immer so. So wurde etwa die Überschrift „I used the ‘cheat on everything’ AI tool and it didn’t help me cheat on anything“ („Ich habe das Schummel-KI-Tool für alles getestet und es hat mir nirgends beim Schummeln geholfen“) geändert zu „Cheat on everything’ AI tool“ („Schummel-KI-Tool für alles“). Statt einer deutlichen Kritik des KI-Tools Cluely hörte sich die Überschrift plötzlich eher wie eine Vorstellung oder Vermarktung des Tools an. Bei einer stichprobenhaften Google-Suche aus Deutschland werden dieser und ein anderer betroffener Artikel mit ihren Originalüberschriften zurückgeliefert (Stand: 22. März 2026, 12:33 Uhr). Dass die geänderten Überschriften nur in bestimmten Regionen oder bestimmten Nutzern angezeigt werden, ist aber durchaus möglich.

Google räumte gegenüber The Verge ein, dass die beiden Überschriften durch KI geändert wurden, ebenso wie Überschriften anderer Webseiten. Das sei Teil eines „kleinen“ Experiments gewesen. Demnach sei mit KI nach Inhalten auf den besagten Webseiten gesucht worden, die einer relevanten Suchanfrage entsprechen könnten. Damit sollten die Überschriften besser an die Suchanfragen angepasst werden, um „die Interaktion mit Webinhalten zu erleichtern.“

Google betont: „Sollten wir tatsächlich etwas auf der Grundlage dieses Experiments auf den Markt bringen, würde dabei kein generatives Modell verwendet werden, und wir würden keine Überschriften mit generativer KI erstellen.“ Wie die Lösung stattdessen aussehen würde, sagt der Suchmaschinen-Riese nicht.

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The Verge befürchtet jetzt, dass Googles „Experiment“ schnell zum Standard werden könnte – so wie in den USA bei Google Discover. Im Rahmen eines anderen Experiments ersetzte Google in den USA Ende 2025 die Titel von Nachrichtentexten in der Discover-Sammlung mittels KI-Technik – und produzierte dabei teils haarsträubende Fehler. Discover gibt es auch hierzulande, Google sammelt hier Artikel von verschiedenen Onlinemedien und bietet so eine Übersicht über die jüngsten Neuigkeiten sowie lesenswerte Texte, unabhängig von deren Quelle.

In der Google-App oder auf der Mobilseite können Nutzer und Nutzerinnen diese durchscrollen, bei einem Klick landen sie direkt auf den jeweiligen Nachrichtenseiten. Doch zuletzt gaben die Discover-Texte für US-Nutzer oft völlig falsch wieder, was im verlinkten Text der jeweiligen Nachrichtenseite stand. Ohne dass die betroffenen Medien darauf Einfluss hatten. Diese Praxis ist in den USA nun zum Standard geworden, wie Google The Verge im Januar mitteilte – da sie gut zur Nutzerzufriedenheit beitrage. Ob und wie die Nutzerzufriedenheit gemessen wurde, bleibt unklar. Falsche Überschriften oder Discover-Texte dürften häufig viele Klicks produzieren, aber auch viele frustrierte Leser. Für Google dürfte nur ersteres zählen – denn ein falscher Discover-Text wird in aller Regel dem Medium des Artikels dahinter zugeschrieben.

Für Journalisten und Internet-Autoren sind diese Entwicklungen ein großes Problem. Denn was von Googles KI ersetzt wird, wurde vorher mit viel Arbeit sorgfältig formuliert – mit dem Ziel, Interesse am Artikel zu wecken, aber auch keine falschen Erwartungen. Wenn Google das nun mit fehlerhaften Discover-Texten oder Überschriften in der Google-Suche unterwandert, kann der Ruf der Medienhäuser darunter leiden.


(nen)



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Bahn-Vorstand macht Deutschlandticket für ICE-Verluste verantwortlich


Das Deutschlandticket steuert auf eine neue Ära zu, doch der Weg dorthin gleicht einer politischen Berg- und Talfahrt. Aktuelle Daten aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken verdeutlichen die hohe Popularität des Angebots: Im gesamten Jahr 2025 wurden insgesamt rund 170,8 Millionen Tickets verkauft. Allein im Oktober und November waren es je 14,7 Millionen.

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Das markiert eine deutliche Steigerung gegenüber den Vorjahren: 2023 wurden seit der Einführung im Mai insgesamt 64,3 Millionen Stück abgesetzt; 2024 stieg die Zahl auf 156,2 Millionen. Trotz dieses Zuspruchs wird das populäre Öffi-Abo im politischen Berlin unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) primär als finanzielle Last diskutiert. Diese Sichtweise stößt bei Fahrgastverbänden auf scharfe Kritik.

Auffällig ist laut der aktuellen Statistik der Exekutive die Resilienz der Fahrgäste gegenüber Preissteigerungen. War das Ticket 2023 und 2024 noch für 49 Euro zu haben, kletterte der Preis zum 1. Januar 2025 auf 58 Euro nach oben. Dennoch erreichten die Verkaufszahlen einen neuen Höchststand.

Der Deutsche Bahnkunden-Verband (DBV) rechnet nun vor, dass die staatlichen Zuschüsse von jeweils 1,5 Milliarden Euro durch Bund und Länder im Verhältnis zum Nutzen gering ausfielen. Heruntergebrochen auf die einzelnen Abonnenten entspräche dies einer jährlichen Förderung von lediglich 17,56 Euro. Zum Vergleich: Die staatliche Subventionierung eines einzelnen Elektroautos mit mindestens 3000 Euro könnte rechnerisch über 170 Jahre lang ein Deutschlandticket finanzieren.

Inmitten dieser Debatte sorgt eine interne Schuldzuweisung bei der Deutschen Bahn für zusätzlichen Zündstoff. Michael Peterson, DB-Vorstand für den Fernverkehr, machte das Deutschlandticket in einem Interview für signifikante Fahrgastverluste in ICEs verantwortlich. Rund 15 Millionen Kunden seien durch das günstigere Nahverkehrsangebot aus den Fernzügen „abgezogen“ worden.

Fahrgastvertreter wie Detlef Neuß von Pro Bahn bezweifeln diese Darstellung gegenüber Correctiv. Es dränge sich der Verdacht auf, dass die Pauschalofferte als Sündenbock für hausgemachte Probleme herhalten müsse. Die Bilanz der Bahn für 2025 spricht eine deutliche Sprache: Berichten zufolge erwirtschaftete der Konzern einen Verlust von 2,3 Milliarden Euro, wobei allein die Fernverkehrssparte mit Abschreibungen in Milliardenhöhe belastet sein soll.

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Auch Carl Waßmuth vom Bündnis „Bahn für alle“ sieht die Ursachen eher in der maroden Infrastruktur und mangelhaftem Wagenmaterial als im Erfolg des umkämpften Tickets.

Die Bundesregierung scheint derweil wenig Interesse an einer detaillierten Analyse für Kündigungsgründe zu haben. Auf die Frage nach den Auswirkungen der Preiserhöhung auf 58 Euro zum Januar 2025 erklärte sie lediglich, die Nutzerzahlen seien laut Datenmonitor nur kurzzeitig geringfügig gesunken. Konkrete Daten zu Kündigungswellen liegen dem Verkehrsministerium laut eigener Aussage nicht vor, da die Statistik lediglich die monatlichen Gesamtstückzahlen ausweist.

Auch zu Fragen über die Verteilung zwischen Chipkarten und Smartphone-Nutzung sowie über Betrugsquoten herrscht in der Regierungsantwort weitgehend Leere. Für die kommenden Jahre ist die Finanzierung zwar durch das Regionalisierungsgesetz bis 2030 mit jährlich 1,5 Milliarden Euro gesichert. Doch die politische Vision für eine echte Verkehrswende scheint zu fehlen. Verbände verlangen eine konsequente Aktivierung von Verbesserungspotenzialen – insbesondere vor dem Hintergrund der weiteren Preissteigerung auf 63 Euro zum Januar 2026.

Ziel muss es laut ÖPNV-Befürwortern sein, das Ticket nicht nur als sozialen Puffer, sondern als zentralen Baustein eines modernen, leistungsfähigen Nahverkehrs zu begreifen. Die steigenden Nutzerzahlen bestätigen jedenfalls den Bedarf an einem attraktiven und unkomplizierten Angebot in diesem Bereich.

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(nen)



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Project Genie ausprobiert: Googles Weltmodell, das Gaming-Aktien purzeln lässt


Ein einfacher Prompt erzeugt eine idyllische Welt, die man Sekunden später persönlich erkunden kann, und zwar mit einem Charakter nach eigenen Wünschen: Mit diesem Konzept versetzte Googles Project Genie am 30. Januar 2025 die Börse in Panik. Der GTA-Publisher Take-Two verlor 10 Prozent an Wert, die Spiele-Engine Unity sogar 21 Prozent. Investoren witterten eine einfache Alternative zur Spielentwicklung. Auf den ersten Blick erscheint das wie eine Überreaktion. Derzeit befindet sich der Prototyp noch im experimentellen Stadium, weshalb sich der generierte Erkundungstrip auf eine Länge von rund einer Minute beschränkt und nur eine stark eingeschränkte Interaktivität bietet. Dennoch ist es bereits überaus faszinierend, mit dem Web-Interface von Project Genie zu experimentieren.

Im Hintergrund kommt Googles „General Purpose World Model“ Genie 3 zum Einsatz. Es generiert nicht nur Bilder oder Videos, sondern auch dreidimensionale, begehbare Welten. Als Vorlage genügen zwei Prompts oder auf Wunsch auch der Upload eines Fotos. Nach nur rund 30 Sekunden Wartezeit flattert man etwa als Vogel über die Hamburger Speicherstadt, läuft in der Ego-Perspektive durch den Wald oder steuert eine Forelle durch den Teich. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt, sofern das gewünschte Szenario im Trainingsmaterial enthalten ist. Nach dem interaktiven Ausflug lässt sich eine Videoaufzeichnung als MP4-Datei herunterladen. Die Auflösung beträgt derzeit 1280 × 704 Pixel bei 20 Bildern pro Sekunde (fps). Sound fehlt vorerst leider komplett. Zudem müssen Nutzer mit einem sichtbaren Wasserzeichen leben.

  • Googles Project Genie erzeugt in Sekunden nahezu fotorealistische 3D-Welten, die sich unmittelbar erkunden lassen.
  • Das bislang nur in den USA verfügbare Tool ließ mit seinen eindrucksvollen Bildern bereits die Börsenkurse großer Spielestudios purzeln.
  • Wir haben es ausprobiert und prüfen, wie viel Interaktivität und Einsatzmöglichkeiten die Technik bereits eröffnet.

Derzeit gibt es jedoch hohe Hürden bei der Nutzung: Das ausschließlich in der Cloud nutzbare Modell ist vorerst nur in den USA verfügbar – und auch dort nur für Inhaber des 250 Dollar teuren Premium-Abos „Google AI Ultra“. Dann darf man allerdings unbegrenzt viele Szenarien erstellen. Mit einem US-Google-Account und einem VPN konnten wir das Angebot bereits ausprobieren, um in Googles KI-Fantasiewelten abzutauchen. In diesem Erfahrungsbericht untersuchen wir die Faszination hinter dieser noch experimentellen Technik, ihren aktuellen Nutzwert für Spiele oder Videos und ihre technischen Einschränkungen. Zusätzlich geben wir Tipps für Prompts und schätzen ein, ob das Weltmodell der traditionellen Spielentwicklung in absehbarer Zukunft gefährlich werden könnte.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Project Genie ausprobiert: Googles Weltmodell, das Gaming-Aktien purzeln lässt“.
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