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Warum günstige Payment-Angebote oft kostspielig werden
Das Angebot klang verlockend: keine Grundgebühr, niedrige Transaktionskosten und sofortige Bereitstellung. Durchaus verständlich, dass ein umtriebiger Gastronom direkt den Vertrag für ein EC-Terminal unterschrieb. Drei Monate später folgt jedoch das böse Erwachen in Form erheblicher Zusatzgebühren für den Support, versteckter Servicekosten bei Störungen und einer Vertragsbindung, die sich automatisch um weitere zwei Jahre verlängert. Aus dem vermeintlichen Schnäppchen wird schnell eine ungeahnte finanzielle Belastung.
Hierbei handelt es sich keinesfalls um ein Einzelschicksal. Viele Unternehmer haben bereits ähnliche Erfahrungen mit der Payment-Branche gemacht. Zwischen verlockenden Angeboten und der tatsächlichen Realität klafft oft eine erhebliche Lücke, die Geschäftskunden teuer zu stehen kommt.
Eine Branche im Schatten: Intransparenz als Geschäftsmodell
Im Bereich Zahlungsdienstleistungen wird regelmäßig mit Geschäftspraktiken operiert, die von mangelnder Transparenz profitieren. Dabei setzen die Anbieter bewusst auf komplizierte Vertragsstrukturen und unvollständige Kostenaufstellungen, um potentielle Kunden gewinnen und möglichst langfristig binden zu können.
Besonders typisch sind gestaffelte Gebührenmodelle, die erst bei genauerer Betrachtung ihre wahren Kosten offenbaren. Während die beworbenen Grundkonditionen attraktiv erscheinen, verstecken sich die eigentlichen Kosten in Zusatzleistungen, die im Geschäftsalltag unverzichtbar sind: Support bei Ausfällen, Software-Updates, Schulungen für Mitarbeiter oder auch simple Rückfragen bei der Hotline.
Ein ebenfalls verbreitetes Vorgehen ist die Vermischung von Hardware- und Servicekosten. Zunächst als kostenlose Gerätebereitstellung beworben, entpuppt sich diese später als langfristige Miet- oder Leasingverpflichtung mit deutlich überhöhten monatlichen Raten. Zudem entstehen zwar durch das Erstgerät häufig keine Kosten, jedoch wird ein Austausch bei Defekt mit bis zu 500 Euro abgerechnet. Die rechtlichen Rahmenbedingungen werden dabei geschickt ausgenutzt, ohne gegen geltende Gesetze zu verstoßen.
Derartige Strukturen finden sich nicht zufällig, sie sind vielmehr systematisch angelegt und basieren darauf, dass Geschäftskunden beim Vertragsabschluss selten die Zeit oder das Fachwissen haben, um alle Inhalte zu durchleuchten. Der Druck, schnell eine funktionierende Payment-Lösung zu implementieren, spielt den Anbietern dabei in die Hände, insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Preis auf den ersten Blick günstig erscheint.
Konsequenzen einer falschen Wahl: Versteckte Kosten im Detail
Unseriöse Angebote für Payment-Lösungen offenbaren die tatsächlichen Aufwendungen meist erst im laufenden Betrieb. Die Kunden befinden sich entsprechend in einer Abhängigkeit, da sie auf funktionierende Zahlungssysteme angewiesen sind und kurzfristig keine Alternativen haben. Eine detaillierte Analyse typischer Kostenfallen zeigt das Ausmaß dieser Problematik:
Servicegebühren: Zahlreiche Anbieter berechnen für jede Art von Kundenbetreuung gesonderte Gebühren. Telefonsupport kostet pro Minute, E-Mail-Anfragen werden pauschal fakturiert und für die Erledigung von Reklamationen fallen “Bearbeitungsgebühren” an. Was ursprünglich als kostenloser Service beworben wurde, entwickelt sich zu einem lukrativen Zusatzgeschäft.
Hardware-Fallen: Terminals, die als “kostenlos” oder “günstig” angepriesen werden, erweisen sich als überteuerte Mietgegenstände. Monatliche Raten summieren sich über die Vertragslaufzeit auf Beträge, die weit über dem Marktwert der Hardware liegen. Zusätzlich sind diese Geräte oft an spezielle Software gebunden, was den Wechsel zu anderen Anbietern erschwert oder gar unmöglich macht.
Vertragsverlängerungen: Klauseln zur automatischen Laufzeitverlängerung sind ebenfalls weit verbreitet. Verträge, die ursprünglich für 12 Monate abgeschlossen wurden, dehnen sich stillschweigend auf weitere 24 Monate aus, sofern nicht rechtzeitig gekündigt wird. Dabei sind die Fristen oft ungewöhnlich lang – teilweise bis zu 6 Monate vor Vertragsende.
Versteckte Transaktionskosten: Neben den beworbenen Grundgebühren fallen vielfach zusätzliche Kosten an: Wochenend-Zuschläge, Beiträge für bestimmte Kartentypen, Posten für Rückbuchungen oder Chargebacks. Diese weiteren Aufwendungen können die ursprünglich kalkulierte Summe für die Zahlungsdienstleistung um 30-50 % erhöhen. Ein konkretes Rechenbeispiel verdeutlicht die Dimension: Ein Restaurant mit einem monatlichen Kartenumsatz von 10.000 Euro zahlt bei einem seriösen Anbieter etwa 180 Euro an Gebühren. Bei einem Lockangebot können sich die tatsächlichen Kosten durch Zusatzgebühren auf über 300 Euro belaufen – eine Mehrbelastung von 1.440 Euro pro Jahr.
Das Gegenmodell: Klar, fair und nahbar
Im Gegensatz zu den zuvor aufgeführten Praktiken rate ich zu Transparenz und echter Kundenorientierung in der Branche. Im Mittelpunkt sollten demnach folgende Prinzipien stehen:
Persönliche Betreuung statt Anonymität: Jeder Kunde muss einen festen Ansprechpartner haben, der ihn und sein Arbeitsumfeld kennt. Diese persönliche Bindung schafft Vertrauen und ermöglicht individuell angepasste Lösungen. Bezahldienste müssen mitunter auch mitten in der Nacht funktionieren, entsprechend bedarf es einer flexiblen Betreuung.
Kostenlose Vor-Ort-Beratung: Statt Verkaufsgespräche am Telefon führt das Team persönliche, unverbindliche Beratungstermine direkt vor Ort beim Interessenten durch. Dabei werden die individuellen Gegebenheiten analysiert und passende Lösungen entwickelt – ohne Zeitdruck oder versteckte Verkaufsabsichten. Mein eigener Ansatz dabei: “Ich sehe mich eher als Makler für Payment-Lösungen denn als Verkäufer.”
Sofortige Einsatzbereitschaft: Lange Wartezeiten auf Lieferung, Installation oder Freischaltung führen zu Frust. Die Bereitstellung von – selbstverständlich vorab eingehend getesteten und vorkonfigurierten Geräten – ist heutzutage ein Muss.
Transparente Erfolgspartnerschaft: Der Zahlungsdienstleister verdient nur dann, wenn beim Kunden Umsatz generiert wird. Dieses Prinzip schafft eine echte Interessensgemeinschaft und verhindert unseriöse Praktiken mit versteckten Kosten.
Faire Vertragsbedingungen: Laufzeiten und Kündigungsfristen sollten transparent und kundenfreundlich gestaltet sein. Es existieren keine Strafgebühren bei berechtigten Kündigungen und keine versteckten Bindungsklauseln.
Unter Einhaltung dieser Prinzipien wird auf langfristige Kundenbeziehungen gesetzt, nicht auf schnelle Gewinnmaximierung mittels Intransparenz.
Orientierung für Entscheider: Die Checkliste vor Vertragsabschluss
Unternehmer, die eine Payment-Lösung suchen, sollten vor Vertragsabschluss die infrage kommenden Anbieter systematisch prüfen und vergleichen. Ich empfehle, folgende Checkliste abzuarbeiten:
Vertragsbedingungen: Wie lang ist die Mindestlaufzeit? Welche Kündigungsfristen bestehen? Gibt es Klauseln hinsichtlich automatischer Vertragsverlängerungen? Bei seriösen Anbietern gelten überschaubare Laufzeiten und kundenfreundliche Kündigungsmöglichkeiten. Kostenstruktur: Sind alle Kosten transparent aufgelistet? Gibt es versteckte Gebühren für Support, Updates oder Service? Werden zusätzliche Abgaben für bestimmte Transaktionsarten eingefordert? Eine integre Kostenaufstellung sollte alle möglichen Gebühren enthalten.
Service-Level: Wie ist der Support organisiert? Existieren persönliche Ansprechpartner oder nur anonyme Hotlines? Wie schnell wird bei Ausfällen reagiert? Werden Service-Leistungen extra fakturiert?
Hardware-Konditionen: Werden die Geräte verkauft, vermietet oder im Leasing überlassen? Welche monatlichen Kosten entstehen? Funktionieren die Terminals auch mit anderen Anbietern oder sind sie an eine spezielle Software gebunden?
Referenzen und Erfahrungen: Wie lange ist der Anbieter am Markt? Gibt es Referenzen aus der kundeneigenen Branche? Wie fallen Bewertungen Dritter aus?
Eine gründliche Prüfung dieser Punkte kann teure Fehler vermeiden und langfristig viel Geld sparen.
Vertrauen durch Verlässlichkeit
Die Payment-Branche ist geprägt von Intransparenz und Tricks, die Geschäftskunden teuer zu stehen kommen können. Vermeintliche Schnäppchen entpuppen sich oft als Kostenfallen, die das Budget dauerhaft erheblich belasten.
Doch es gibt Alternativen: Anbieter, die auf Transparenz, persönlichen Service und faire Vertragsbedingungen setzen, gewährleisten langfristig die kostengünstigere und verlässlichere Lösung.
Entscheidend ist, vor Vertragsabschluss genau hinzuschauen, da es sich bei einer Payment-Lösung um ein nachhaltiges Investment in den eigenen Betrieb handelt. Zudem darf das Vertrauen in den zukünftigen Dienstleister und den Service nicht fehlen. Getreu dem Motto “Ein Gerät, das funktioniert, ist gut. Ein Partner, der da ist, wenn es einmal nicht funktionieren sollte, ist besser.”
Über den Autor
Martin Damaszek ist Gründer der Future Payments GmbH.
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Diese zwei Schüler gehen nach dem Unterricht ins Büro – warum?
Während andere mit 17 nach der Schule entspannen können (nach Hausaufgaben natürlich), beginnt bei Jonathan Burchard und Maximilian Zimmermann erst der richtige Arbeitstag.
„Wir gehen direkt nach der Schule ins Büro, arbeiten bis 10 und dann geht es nochmal nach Hause und vielleicht nochmal bis 0 oder 1 Uhr arbeiten. Je nachdem, wie die Deadlines gerade sind“, erzählt Jonathan Gründerszene. Das Büro ist Teil eines Accelerator-Spaces, den sie im ersten Jahr kostenlos nutzen können. Am Wochenende sei der Vorteil, „dass wir da deutlich früher anfangen können“.
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Die Idee, die aus der Sorge um die Oma entstand
Die Geschichte ihres Startups beginnt nicht mit einer Vision für den Milliardenmarkt, sondern mit einem Gedanken, den viele Familien kennen: Was, wenn Oma oder Opa stürzt?
„Uns ist aufgefallen, dass sich unsere Eltern Sorgen machen, dass die Oma auf der Treppe stürzt“, sagt Maximilian. „Da haben wir uns gedacht, okay, das ist wirklich ein Problem, welches wir irgendwie lösen wollten.“
Erst dachten sie an Prävention: rutschfeste Matten für Treppen. Doch schnell merkten sie, dass es solche Produkte längst gibt. Doch der entscheidende Punkt war eine andere Frage: Warum nicht eine Lösung bauen, die nicht nur schützt, sondern auch erkennt, wenn etwas passiert?
Sensoren im Teppich und ein Alarm, wenn es ernst wird
Ihre Idee: sensorbasierte Teppichmatten, die Stürze erkennen und automatisch Hilfe rufen. „Dann dachten wir: Es gibt doch diesen Hausnotruf. Dieser wird aber oft einfach abgelehnt“, sagt Maximilian. „Entweder wird er vergessen oder ungern getragen.“ Der Unterschied zum klassischen Hausnotruf: Das System soll unauffällig sein und dadurch eher akzeptiert werden, meinen die Gründer.
Sensoren in den Matten liefern Daten, ein Algorithmus wertet sie aus. Im Ernstfall wird automatisch Alarm ausgelöst und die Notrufzentrale alarmiert, damit rechtzeitig Hilfe kommt.
Ohne Verpflichtungen lässt es sich gründen
Warum machen die beiden Gründer das? „Wir beide haben einfach einen extremen Drive“, sagt Maximilian. „Und da ist es mir eigentlich egal, wie alt ich bin.“ Und: „Das Alter ist ein Vorteil, kein Nachteil.“
Der einzige Haken: Maximilian ist noch nicht voll geschäftsfähig. „Ich darf noch keine Verträge unterschreiben. Das nervt natürlich“, sagt er. Jonathan hingegen ist bereits 18.
Ansonsten sehen sie ihre aktuelle Lebensphase als perfekte Basis für ein Startup. „Wir haben keine Verpflichtungen und können voll und ganz investieren, ohne dass uns jemand über die Schulter schaut”, sagt Maximilian. Die einzige Hürde sei die Schule. Deswegen meinen die beiden Gründer, dass es auch nicht mutig sei, jung zu gründen. Man könne nichts verlieren.
Schule, Büro, Gym – und zwischendurch Freunde
Ihr Alltag ist streng getaktet: Unterricht, direkt danach ins Büro, abends weiterarbeiten. Trotzdem sagen sie: Ganz ohne Privatleben geht es nicht.
„Ein soziales Leben haben wir schon noch“, sagt Jonathan. „Wir treffen uns nach wie vor mit Freunden, aber das hängt immer davon ab, wie viel gerade anliegt.“ Wird es besonders stressig, läuft es anders: „Dann verbringen wir manchmal das ganze Wochenende am Schreibtisch.“
Überraschenderweise sieht Maximilian die Schule nicht nur als Zeitfresser, sondern auch als Vorteil. „Im Gegensatz zu anderen jungen Gründern ist die Schule für mich ein Pluspunkt“, sagt er. „Denn hier treffen wir jeden Tag unsere Freunde.“
Ein weiteres Ritual in deren Alltag: Sport. „Wir versuchen beide, jeden Tag oder zumindest jeden zweiten Tag Sport zu machen, einfach mal zwischendurch“, sagt Maximilian. „Das dient uns als kleine Pause.“ Das Gym liegt praktisch um die Ecke: „Drei Minuten hinlaufen, maximal eine Stunde trainieren und danach wieder an die Arbeit.“
Tiefpunkte? Jede Woche.
Wer so viel arbeitet, kommt irgendwann ins Zweifeln. Jonathan und Maximilian sprechen offen darüber, dass die Euphorie nicht jeden Tag gleich hoch ist. „Wir haben ständig Tiefs“, sagt Maximilian. „Am Anfang gab es sogar einen Moment, da dachten wir: Jetzt fahren wir die Firma gegen die Wand.“
Doch für die beiden gehören solche Momente einfach dazu. „Dann geht es eben bergab und dann fängt man sich wieder“, beschreibt Maximilian das Auf und Ab. Jonathan bringt es wie ein Grundgesetz ihres Gründens auf den Punkt: „Wenn man runterfällt, dann geht’s umso schneller den Berg hinauf.“
In schwierigen Phasen sei das Wichtigste, nicht stehenzubleiben. „Wenn gerade sehr viel los ist, muss man sich trotzdem durcharbeiten“, sagt Jonathan. „Man muss weitermachen und durchziehen.“ Beide hauen Aussagen raus, als wären sie schon Jahrzehnte im Startup-Game.
Lernen, was Schule nicht beibringt
Für Maximilian ist Unternehmertum vor allem ein Crashkurs in Fähigkeiten, die das Klassenzimmer nicht vermittelt. „100 Prozent“, sagt er auf die Frage, ob sie Dinge lernen, die Schule nicht beibringt. „Allein so etwas wie richtige Kommunikation. Wenn du täglich Meetings hast, lernst du automatisch, wie man mit Menschen umgeht und sie überzeugt.“
Dazu kommen harte Business-Skills: „Financial Modeling, sich mit Steuern befassen und solche Dinge lernst du in der Schule nicht“, erklärt Maximilian.
Jonathan ergänzt, dass auch Mentoren eine wichtige Rolle spielen, um nicht überfordert zu werden: „Wir haben mit ganz vielen tollen Leuten mit noch mehr Erfahrung zu tun, die uns sehr unterstützen“, sagt er. „Wir lernen beispielsweise unfassbar viel von unserem Mentor.“
Warum sie das machen: Es fühlt sich nicht wie Arbeit an
Auf die Frage nach ihrer Motivation muss Jonathan kurz überlegen. „Gute Frage. Ich weiß nicht genau, woher das kommt“, sagt er. Vielleicht sei es sogar etwas Banales: „Mit 13 Jahren haben wir Motivations-Talks angeschaut. Dadurch wurden wir schon in diese Richtung geprägt.“
Was er aber sicher weiß: Ihn begeistert das Bauen. „Ein funktionierendes Unternehmen aufzubauen, mit Prozessen, die laufen und funktionieren, macht so viel Spaß, dass es sich gar nicht wie Arbeit anfühlt“, erklärt Jonathan. „Spaß macht vor allem die Journey“, sagt Maximilian. „Wir können Menschen wirklich helfen und im besten Fall sogar Leben retten.“
Ziel: Markteinführung noch dieses Jahr
Die beiden sind längst nicht mehr in der Ideenphase. Sie sprechen über Vertrieb, Technik, Forschung und ein klares Datum. „Unser Ziel ist, das Produkt noch dieses Jahr auf den Markt zu bringen“, sagt Maximilian. Bis dahin gibt es aber noch viel zu tun. „Da ist noch einiges zu erledigen, aber wir sind auf einem richtig guten Weg“, sagt Jonathan.
Tipps für andere junge Gründer: Reden, testen, machen
Wenn Jonathan anderen jungen Gründern einen Rat geben müsste, wäre es klar: „Einfach anfangen.“ Und vor allem: „Nichts für sich behalten, sondern direkt Leuten von der Idee erzählen.“ Die Angst, jemand könnte die Idee klauen, hält er für überschätzt.
„Ideen sind kostenlos“, sagt er. „Es geht darum, sie auch umzusetzen.“ Wer früh darüber spricht, profitiert am meisten: „Wenn du die Idee möglichst schnell an andere Leute heranbringst, bekommst du das wichtigste Feedback, das du überhaupt kriegen wirst.“
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Sein Vater Steve Jobs starb an Krebs, er will die Krankheit besiegen
Reed Jobs holt erneut über 200 Millionen Dollar für seinen Anti-Krebs-Fonds – und kombiniert Spenden mit klassischem VC-Kapital.
Sein Vater gründete Apple, er will den Krebs besiegen: Reed Jobs, Sohn von Steve Jobs, hat mit seinem Anti-Krebs-Fonds Yosemite über 200 Millionen Dollar eingesammelt – zum zweiten Mal.
„Krebs soll nicht mehr tödlich sein“, erklärt Jobs im Interview mit Forbes. Stattdessen wolle er Krebs zu einer behandelbaren chronischen Krankheit machen. Er war elf Jahre alt, als sein Vater die Krebs-Diagnose erhielt. Dessen Tod im Jahr 2011 habe ihn dann motiviert, gegen Krebs zu kämpfen.
Yosemite – Ein VC-Fonds, der Philanthropie und Forschung verbindet
Yosemite funktioniert anders als klassische VC-Fonds: Jobs verteilt gleichzeitig philanthropisches Geld für besonders riskante Forschung und investiert parallel im klassischen VC-Stil. Das Geld, das dabei an Wissenschaftler geht, ist an keine Auflagen gebunden. Wenn die Forschung dann bereit zur Kommerzialisierung ist, ist Jobs der erste Ansprechpartner.
Von Stanford bis Emerson Collective: Der Weg zur Gründung von Yosemite
Der 34-Jährige absolvierte bereits mit 15 ein Praktikum in der Stanford-Krebsforschung. Zunächst wollte er Medizin studieren. Er wechselte aber später zu Geschichte und landete schließlich bei der Familienstiftung seiner Mutter, dem Emerson Collective. Dort arbeitete er zuletzt als Health-Director und war für die Gesundheitsstrategie mit Schwerpunkt auf die Krebsforschung verantwortlich.
Sein Ziel: Das sogenannte „Tal des Todes“ zwischen früher Forschung und finaler Finanzierung durch Investoren. 2023 folgte dann die Gründung von Yosemite. Den Fonds hat er nach dem Nationalpark benannt, in dem seine Eltern geheiratet haben.
200 Millionen Dollar für neue Anti-Krebs-Innovationen
Für diese bereits zweite 200-Millionen-Runde setzt Yosemite auf Investoren wie den Biotech-Konzern Amgen, das renommierte Krebsforschungszentrum Memorial Sloan Kettering Cancer Center, den bekannten Silicon-Valley-Investor John Doerr sowie seine Mutter Laurene Powell Jobs persönlich. Reed Jobs bringt als General Partner eigenes Kapital ein und plant rund 25 Investments in Early-Stage-Startups.
Das Portfolio umfasst inzwischen rund 20 Firmen. Drei Beispiele:
Chai Discovery, 2024 in San Francisco gegründet, nutzt KI, um Proteine gegen bisher schwer behandelbare Krebsarten zu entwickeln. Die Series-A brachte 130 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 1,3 Milliarden – plus eine Partnerschaft mit Eli Lilly.
Tune Therapeutics entwickelt neue Therapien gegen Leberkrebs, der durch Hepatitis B ausgelöst wird, und hat bereits 175 Millionen Dollar eingesammelt.
Azalea Therapeutics, ein Spin-off der UC Berkeley, arbeitet an Gentherapien, bei denen Gene direkt im Körper verändert werden – ohne aufwendige Entnahme und Bearbeitung von Zellen im Labor. Yosemite gab zunächst einen risikofreien Förderzuschuss, später folgte ein größeres Investment. Laurene Powell Jobs sitzt inzwischen im Aufsichtsrat.
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KI-Startup Anthropic jetzt 380 Milliarden wert – auch Peter Thiel investiert
Das US-KI-Unternehmen Anthropic hat eine neue Finanzierungsrunde über 30 Milliarden US-Dollar abgeschlossen.
Das US-KI-Unternehmen Anthropic hat eine neue Finanzierungsrunde über 30 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Das Startup ist jetzt 380 Milliarden Dollar wert, gehört damit zu den wertvollsten privaten Techfirmen weltweit.
Was Anthropic ist
Anthropic wurde 2021 von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern gegründet und große KI-Modelle sowie den Chatbot Claude. Das Unternehmen positioniert sich vor allem im Enterprise-Segment und im Bereich KI-gestütztes Programmieren. Kunden sind sowohl Startups als auch Großkonzerne – laut Firma nutzen inzwischen acht der zehn größten Fortune-500-Unternehmen die Technologie.
Wer investiert hat
Die Runde wurde angeführt von den Investmentfirmen GIC und Coatue. Zu den Co-Leads zählen: D. E. Shaw Ventures, Dragoneer, Peter Thiels Founders Fund, ICONIQ und MGX.
Insgesamt beteiligte sich eine regelrechte Crème de la Crème der globalen Investorenlandschaft, darunter: General Catalyst, Lightspeed und Accel. Zudem enthält die Runde Anteile aus bereits angekündigten Investments von Microsoft und Nvidia.
Zentrale Umsatz- und Wachstumszahlen
Anthropic hat erst vor weniger als drei Jahren die ersten Umsätze erzielt. Seitdem wächst das Geschäft extrem schnell:
- 14 Milliarden Dollar Umsatz auf Run-Rate-Basis
- mehr als 10-faches Wachstum pro Jahr in den vergangenen drei Jahren
- Zahl der Kunden mit über 100.000 Dollar Jahresumsatz: in einem Jahr um das 7-Fache gestiegen
- Kunden mit über 1 Million Dollar Jahresumsatz: von etwa einem Dutzend auf über 500 gestiegen
Besonders dynamisch wächst das Programmier-Produkt Claude Code:
- 2,5 Milliarden Dollar Run-Rate-Umsatz
- Umsatz hat sich seit Anfang 2026 mehr als verdoppelt
- Wöchentliche Nutzerzahlen ebenfalls verdoppelt
- Rund 4 Prozent aller öffentlichen GitHub-Commits sollen inzwischen von Claude Code stammen
Mit den neuen Milliarden will Anthropic vor allem:
- Forschung an neuen KI-Modellen vorantreiben
- Enterprise-Produkte ausbauen
- Infrastruktur und Rechenleistung erweitern
Claude läuft bereits auf allen drei großen Cloud-Plattformen: AWS, Google Cloud und Microsoft Azure.
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