Künstliche Intelligenz
Amazfit Active 2 Square im Test: Der beste Fitness-Tracker mit GPS
Stilvoll, präzise und trotzdem günstig: Die Amazfit Active 2 Square bietet GPS, Offline-Karten, NFC und lange Akkulaufzeit.
Wer eine smarte Sportuhr mit umfangreichen Trainingsfunktionen sucht, muss längst keine 300 Euro ausgeben. Mit der Active 2 Square schickt Amazfit ein Modell ins Rennen, das präzises Gesundheits- und GPS-Tracking, lange Akkulaufzeit und einen attraktiven Preis vereinen will.
Schon die Amazfit Active 2 mit rundem Zifferblatt konnte im Test überzeugen. Das rechteckige Square-Modell bietet nun ein großes Display mit Saphirglas und ergänzt die Ausstattung um NFC. Ob auch die Amazfit Active 2 Square ein echter Preis-Leistungs-Kracher ist, zeigt der Test.
Design & Tragekomfort
Beim Design der Active 2 Square orientiert sich Amazfit erkennbar an der Apple Watch, setzt mit leicht abgerundeten Kanten und einer minimal ovalen Gehäuseform aber eigene Akzente. Auf der rechten Seite sitzen zwei schmale, unauffällige Tasten, die die Touchbedienung sinnvoll ergänzen.
Das Gehäuse besteht aus Edelstahl, das mitgelieferte Lederarmband aus schwarzem Leder mit Metallschließe. Zusätzlich legt Amazfit ein Silikonarmband mit Kunststoffschließe in markentypischem Orange bei – praktisch für Sport, Schwimmen oder schweißtreibende Einheiten.
Verarbeitung und Materialanmutung fallen insgesamt hochwertig aus. Mit 31,4 g Gewicht und 9 mm Gehäusedicke trägt sich die Smartwatch angenehm am Handgelenk. Dank 5-ATM-Zertifizierung ist sie zudem gegen Wasser geschützt und eignet sich auch für Schwimmen oder Duschen.
Display
Das 1,75-Zoll-AMOLED-Display soll laut Amazfit eine Spitzenhelligkeit von bis zu 2.000 Nits erreichen. Messungen konnten wir im Test zwar nicht durchführen, subjektiv wirkt der Wert auf höchster Stufe jedoch plausibel. Selbst bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt das Display gut ablesbar, die automatische Helligkeitsregelung arbeitet zuverlässig.
Mit 390 × 450 Pixeln und 341 PPI bewegt sich die Auflösung im üblichen Rahmen für Smartwatches dieser Größe. Farben werden kräftig und kontrastreich dargestellt, ohne dabei unnatürlich zu wirken.
Einrichtung & Bedienung
Die Amazfit Active 2 Square wird über die kostenlose Zepp-App von Amazfit eingerichtet, die im Apple App Store und bei Google Play bereitsteht. Die Ersteinrichtung erfolgt per Bluetooth-Kopplung mit dem Smartphone und ist schnell erledigt. Im Anschluss installiert die App automatisch das aktuelle Systemupdate – nach wenigen Minuten ist die Smartwatch einsatzbereit.
Die Bedienung erfordert zunächst etwas Eingewöhnung, da die seitlichen Tasten anders belegt sind als bei vielen anderen Smartwatches. Nach kurzer Zeit geht die Steuerung jedoch intuitiv von der Hand. Eingaben über Tasten und Touchscreen werden zuverlässig und ohne spürbare Verzögerungen umgesetzt.
Training & Fitness
Die Amazfit Active 2 Square richtet sich klar an aktive Nutzer und bietet mit mehr als 160 Sportmodi eine riesengroße Auswahl an Trainingsprofilen. Klassische Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren oder Wandern werden per GPS aufgezeichnet, ein integriertes Höhenbarometer unterstützt unter anderem beim Skifahren. Trotz der Vielzahl an Modi wirken die Profile sinnvoll abgestimmt: Die erfassten Daten unterscheiden sich je nach Sportart deutlich und gehen über reine Dauer- und Pulswerte hinaus.
Ein Highlight ist der von Amazfit bekannte Hyrox-Race-Modus, mit dem sich einzelne Stationen während eines Rennens separat erfassen lassen. Zusätzlich steht ein eigenes Hyrox-Trainingsprofil bereit. Eigene Workouts lassen sich in der Zepp-App planen und über das Krafttrainingsprofil mit Wiederholungen, Sätzen und Pausen tracken. Die Übungsauswahl fällt sehr umfangreich aus und ist übersichtlich nach Kategorien sortiert. Die automatische Übungserkennung funktioniert meist zuverlässig, gelegentlich ist jedoch eine manuelle Korrektur nötig.
Sowohl das integrierte GPS als auch der optische Herzfrequenzsensor überzeugen im Test. Zwar unterstützt das GPS kein Dualband, die aufgezeichneten Strecken weichen in der Praxis aber kaum von der tatsächlichen Route ab. In der Zepp-App können zudem eigene Routen erstellt und zur Navigation auf die Uhr übertragen werden.
Auch die Pulsmessung liefert stimmige Ergebnisse. Im Vergleich mit einem Brustgurt bleiben die Abweichungen selbst bei stark schwankender Herzfrequenz gering und bewegen sich größtenteils im einstelligen Bereich.
Schlaf & Gesundheit
Die Amazfit Active 2 Square bietet ein umfangreiches Schlaf-Tracking, das sowohl den Nachtschlaf als auch tagsüber eingelegte Nickerchen erfasst. Im Test arbeitet die Erkennung überwiegend zuverlässig: Einschlaf- und Aufwachzeiten werden genau registriert, einzelne Wachphasen jedoch nicht immer eindeutig erkannt. Die ermittelte Schlafbewertung deckt sich weitgehend mit dem subjektiven Empfinden.
In der Zepp-App finden sich zudem Auswertungen zur Schlafregelmäßigkeit, praktische Tipps zur Verbesserung der Schlafqualität sowie die Möglichkeit, Gewohnheiten vor dem Zubettgehen und die Stimmung beim Aufwachen zu dokumentieren.
Zu den Gesundheitsfunktionen zählen außerdem eine kontinuierliche Überwachung von Herzfrequenz, Atmung und Blutsauerstoffsättigung. Bei auffälligen Messwerten informiert die Uhr per Warnhinweis. Eine EKG-Funktion fehlt, was angesichts des Preises jedoch nicht überraschend ist.
Weniger überzeugend fallen die Funktionen zur weiblichen Gesundheit aus. Zwar bietet die Zepp-App ein Zyklus-Tracking mit Prognosen zu Periode, fruchtbaren Tagen und Eisprung, weiterführende Eingaben wie Symptome außerhalb der Periode oder die Körpertemperatur sind jedoch nicht vorgesehen.
Weitere Features
Die Amazfit Active 2 Square unterstützt den kostenlosen KI-Sprachassistenten Zepp Flow, der per Natural Language Processing mit dem Nutzer interagiert. Damit lassen sich Nachrichten per Sprachdiktat beantworten, Funktionen der Uhr per Sprachbefehl steuern oder Fragen wie zur Wettervorhersage stellen. Auch aktuelle Trainingsdaten können abgefragt werden. Im Test funktionierte die Spracherkennung zuverlässig, einfache Befehle und Anfragen wurden sauber erkannt.
Dank integriertem Mikrofon und Lautsprecher können Anrufe direkt über die Uhr angenommen und geführt werden. Voraussetzung ist allerdings eine bestehende Bluetooth-Verbindung zum Smartphone, da die Active 2 Square weder eSIM noch LTE unterstützt.
Die Amazfit Active 2 Square bietet kein natives Google Maps, unterstützt Navigation jedoch auf zwei Wegen. Einerseits lassen sich Abbiegehinweise von Google Maps per Smartphone-Benachrichtigung auf die Uhr spiegeln, andererseits können über die Zepp-App Offline-Karten sowie GPX-Routen auf die Uhr geladen werden, die dann mit visueller Navigation und optionaler Sprachausgabe genutzt werden. Ergänzend stehen Drittanbieter-Apps zur Verfügung, die die Anzeige von Navigationshinweisen verbessern, jedoch ebenfalls ohne vollständige Google-Maps-Kartenansicht auskommen.
Abstriche müssen Nutzer beim Thema Musik machen: Ein interner Musikspeicher fehlt, die Uhr dient lediglich zur Steuerung der Wiedergabe auf dem Smartphone. Dafür ist kontaktloses Bezahlen per NFC über Zepp Pay an Bord. Es lassen sich bis zu acht Bankkarten auf der Uhr hinterlegen, allerdings wird der Dienst in Deutschland bislang nur von einer begrenzten Zahl an Banken unterstützt.
Akku
Amazfit gibt die Akkulaufzeit der Active 2 Square mit bis zu zehn Tagen an. Im Test erreichten wir ohne Always-On-Display, bei aktivierten Benachrichtigungen und drei jeweils rund 90-minütigen Trainingseinheiten – zwei davon mit GPS – eine Laufzeit von etwa acht Tagen. Das ist ein sehr ordentlicher Wert und für diese Preisklasse absolut überzeugend. Das vollständige Aufladen über die mitgelieferte Ladeschale dauert etwas mehr als eine Stunde.
Preis
Amazfit verkauft die Active 2 Square in einer Farbvariante mit schwarzem Lederarmband, ein orangefarbenes Kunststoffarmband liegt bei. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 150 Euro, der Straßenpreis liegt bei 136 Euro.
Fazit
Die Amazfit Active 2 Square ist eine interessante Option für alle, die eine sportlich orientierte Smartwatch mit soliden Smart-Funktionen suchen, ohne viel Geld auszugeben. Mit einem Preis von deutlich unter 150 Euro bietet sie gemessen am Funktionsumfang und der gebotenen Qualität ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das macht sie für uns derzeit zum besten Fitness-Tracker mit GPS – streng genommen handelt es sich sogar um eine vollwertige Sportuhr.
Wer auf eine EKG-Messung verzichten kann und Amazfit-typische Einschränkungen wie die überschaubare Auswahl an Zusatz-Apps oder die eingeschränkten Bezahlfunktionen akzeptiert, erhält mit der Amazfit Active 2 Square eine überzeugende Uhr. Besonders für Hyrox-Athleten ist sie einen Blick wert: Der von Amazfit integrierte Race-Modus hebt sich von der Konkurrenz ab und stellt einen echten Mehrwert dar.
Künstliche Intelligenz
Top 10: Die beste Soundbar ohne Subwoofer im Test – voller Klang ohne Extra-Box
Soundbars sind dann gefragt, wenn für ein vollwertiges Heimkino-System der Platz nicht ausreicht. Wir zeigen die zehn besten Soundbars ohne Subwoofer.
Ein voller, satter Sound ist entscheidend für echtes Kino-Feeling daheim – egal ob über Blu-ray oder Streaming. Die eingebauten TV-Lautsprecher reichen dafür oft nicht aus.
Zwar schafft ein Surround-System Abhilfe, doch der Nachrüstaufwand ist meist hoch: Kabel können stören und Platz für mehrere Boxen ist nicht immer vorhanden. Hier bieten Soundbars eine elegante Alternative.
Auch wenn sie nicht an eine vollständige Mehrkanalanlage heranreichen, übertreffen sie die TV-Lautsprecher deutlich – bei einfacher Installation und oft günstigerem Preis.
In dieser Top 10 zeigen wir die besten Soundbars ohne Subwoofer aus unseren Tests. Bewertet wurden vor allem Klangqualität, Preis-Leistung und die Unterstützung gängiger Tonformate.
Welche Soundbar ist die beste?
In Bestenlisten ist ein klarer Testsieger oft schwer auszumachen – vor allem, wenn viele Produkte auf ähnlich hohem Niveau liegen. Im Bereich der Soundbars ohne Subwoofer ist das anders: Hier führt die KEF Xio mit deutlichem Abstand.
Die Soundbar des britischen Audioprofis KEF setzt in puncto Klang – egal ob bei Filmen oder Musik – Maßstäbe und sorgt regelmäßig für Gänsehautmomente. Zwar erreicht sie nicht die volle Räumlichkeit eines Systems mit Subwoofer und Satelliten, doch was sie auf nur 1,21 Meter Breite leistet, grenzt an ein Wunder. Für rund 2.300 Euro ist sie eine beträchtliche Investition, die sich vor allem dann lohnt, wenn die Soundbar auch als hochwertige Musikanlage genutzt wird.
Als günstigere Alternative zur KEF Xio können wir unseren Technologiesieger, die Sonos Arc Ultra ab 849 Euro empfehlen. Sie kommt ohne Subwoofer und Rears, kann aber um diese erweitert werden. Unser neuer Preis-Leistungs-Sieger ist die Klipsch Flexus Core 200 für 411 Euro. Sie überzeugt im Test mit einem kräftigen Heimkinoklang und guter Sprachverständlichkeit.
Wie sinnvoll ist eine Soundbar?
Eine Soundbar stellt im Vergleich zu einem vollwertigen Hi-Fi-System stets einen Kompromiss aus Klang, Leistung und Größe dar. Gegenüber dem gewöhnlichen TV-Ton bieten jedoch selbst preiswerte Modelle in der Regel eine deutliche Verbesserung. Wer Filme, Serien oder Sportereignisse ansieht, profitiert von klarerer Sprachwiedergabe, mehr Bass und je nach Modell sogar von einem räumlichen Klangerlebnis.
Grundsätzlich ist zwischen kompakten Soundbars ohne und solchen mit separatem Subwoofer zu unterscheiden. Es gibt zudem Lautsprecher, bei denen die Tieftöner bereits im Hauptgerät integriert sind. Diese oft als Sounddecks bezeichneten Modelle sind meist tiefer gebaut und können einen Fernseher direkt aufnehmen. Ein einfaches Gerät ohne externen Subwoofer wird als 2.0-System bezeichnet, mit zusätzlichem Subwoofer als 2.1-System – wobei der Subwoofer kabelgebunden oder kabellos angebunden sein kann. Welche Variante die richtige ist, hängt vom verfügbaren Platz, der Nachbarschaft, den eigenen Hörgewohnheiten und nicht zuletzt vom Budget ab.
Dolby Atmos und DTS:X ermöglichen als objektbasierte Verfahren räumlichen Klang, indem sie Schall so wiedergeben, dass er von allen Seiten zu kommen scheint. Grundsätzlich funktioniert dies auch ohne separate Surround-Lautsprecher – allein mit einer entsprechenden Soundbar. Die Technologie hat in den vergangenen Jahren beeindruckende Fortschritte gemacht, dennoch bleibt die Wirkung individuell unterschiedlich. Günstige Soundbars sind häufig noch weit von dem Raumklang entfernt, den echte Surround-Lautsprecher erzeugen.
Die jeweilige Soundbar muss eines der Systeme unterstützen; einige Modelle beherrschen auch beide. Der Support dieser Technologien ist allerdings keine Garantie für gute Klangqualität. Weitere relevante Tonformate für Soundbars sind Dolby Digital, Dolby Digital Plus, Dolby True HD, DTS Surround sowie DTS HD. TV-Geräte und Soundbars von Samsung nutzen zudem Q-Symphony, um die vorhandenen TV-Lautsprecher für einen erweiterten Surround-Effekt einzubinden.
Soundbars mit Subwoofer
Wer etwas mehr Platz zur Verfügung hat, aber dennoch nicht auf die Anschlussfreundlichkeit einer Soundbar verzichten möchte, findet in Modellen mit Subwoofer oder zusätzlichen Satelliten eine sinnvolle Erweiterung. Die besten Geräte dieser Kategorie zeigen wir in der Bestenliste Die beste Soundbar mit Subwoofer im Test – Samsung vor JBL und LG.
Der entscheidende Vorteil liegt auf der Hand: Ein Subwoofer spielt deutlich tiefere Frequenzen als die kleinen Lautsprecher einer schlanken Soundbar. Das wertet insbesondere Film- und Musikwiedergabe spürbar auf. Da die meisten Subwoofer moderner Soundbars per Funk angebunden werden, sind Nutzer bei der Aufstellung relativ frei. Tiefer Bass ist kaum ortbar, daher kann der Subwoofer etwa hinter dem Sofa oder an einer anderen Wand platziert werden – lediglich ein Stromanschluss ist erforderlich. „Kabellos“ bedeutet in diesem Zusammenhang also nur die halbe Wahrheit, denn auf das Netzkabel kann nicht verzichtet werden.
Ähnliches gilt für Satelliten- oder Rear-Lautsprecher, die seitlich oder hinter der Hörposition für einen räumlichen Klangeindruck sorgen. Auch sie werden größtenteils kabellos angesteuert, benötigen jedoch ebenfalls eine Stromversorgung. Eine Ausnahme bilden einige Modelle von JBL, deren Satelliten dank integrierter Akkus zumindest zeitweise wirklich ohne Kabel auskommen – im Dauerbetrieb ist dies jedoch eher die Ausnahme und nicht durchgängig praktikabel. Unabhängig von der konkreten Stromversorgung verstärken solche Rear-Lautsprecher den Raumklang erheblich und gehören daher zu jedem anspruchsvollen Heimkino-Set-up dazu.
Wie funktioniert Surround Sound?
Surround Sound wird von drei großen Anbietern dominiert: Dolby, DTS und Auro. Dolby Atmos, Auro 3D und DTS erweitern den klassischen Surround-Sound um eine zusätzliche Dimension, sodass der Klang auch von oben kommt.
Während man im Heimkino oft Lautsprecher an der Decke montiert, setzen Soundbars wie die KEF Xio, Sonos Arc oder die Bose Smart Soundbar 900 auf nach oben gerichtete Lautsprecher, die den Klang über Reflexionen erzeugen. Allerdings fehlt vielen Geräten die richtige Hardware für echten 3D-Sound, weshalb sie den Klang nur emulieren. Hochwertige Modelle mit echten 3D-Lautsprechern kosten jedoch mehr als 2000 Euro. THX ist hingegen keine eigene Sound-Technologie, sondern eine Zertifizierung für bestimmte Wiedergabestandards.
Nicht jeder möchte sein Wohnzimmer mit fünf oder mehr Lautsprechern und einem Berg an Kabeln ausstatten. Hier kommen virtuelle Surround-Systeme ins Spiel. Sie simulieren mit mehreren Lautsprechern in einer Soundbar echten Raumklang, indem sie das Gehör austricksen. Der Effekt: Der Klang scheint von allen Seiten zu kommen, obwohl die Soundquelle direkt vor dem Nutzer steht.
Allerdings funktioniert das nicht bei jedem gleich gut – manche empfinden den künstlichen Klang als unnatürlich. Wer jedoch damit zurechtkommt, profitiert von einem deutlich einfacheren Set-up. Heute ist Virtual Surround, besonders in Kombination mit Dolby Atmos oder DTS zu einer echten Alternative geworden.
Wie am besten die Soundbar anschließen?
Die gängigste und klanglich beste Verbindung zwischen Soundbar und Fernseher erfolgt über HDMI. Wichtig ist dabei, den richtigen Anschluss zu wählen: Am TV muss ein mit ARC oder eARC gekennzeichneter HDMI-Port verwendet werden. Die Abkürzungen stehen für Audio Return Channel respektive enhanced Audio Return Channel.
Während ARC bereits die Übertragung von Surround-Formaten wie Dolby Digital ermöglicht, erlaubt die modernere eARC-Variante die Übermittlung von unkomprimiertem Ton in hoher Auflösung – einschließlich Dolby Atmos und DTS:X. Voraussetzung dafür ist, dass sowohl Fernseher als auch Soundbar und das verwendete HDMI-Kabel den HDMI-2.1-Standard unterstützen. Insbesondere bei längeren Kabelstrecken lohnt sich ein Blick auf die Spezifikationen, nicht jedes Kabel ist für die hohen Datenraten geeignet. Mehr zu diesem Thema erklärt der Artikel HDMI-Kabel ab 5 Euro – Unterschiede, HDMI 2.1, 4K, HDR.
Alternativen zum HDMI-Anschluss
Eine verbreitete Alternative ist der optische Digitaleingang (Toslink), den viele Soundbars bieten. Der optische Anschluss ist weitverbreitet und funktioniert zuverlässig, hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Der Datendurchsatz ist deutlich niedriger als bei HDMI, weshalb sich unkomprimierte Formate wie Dolby Atmos nicht übertragen lassen. Für ältere Fernseher oder als Zweitlösung ist er dennoch eine gute Wahl.
Analoge Anschlüsse wie 3,5-Millimeter-Klinke oder Cinch bieten einige Soundbars nach wie vor – etwa die Bose TV-Speaker oder günstigere Modelle von LG und Samsung. Sie eignen sich für den Anschluss älterer Audiogeräte oder wenn kein digitaler Ausgang am TV vorhanden ist, bleiben klanglich aber hinter den digitalen Alternativen zurück.
Kabellose Verbindungen – praktisch, aber nicht immer optimal
Viele Soundbars setzen zunehmend auf kabellose Übertragungswege. Bluetooth ermöglicht die unkomplizierte Musikwiedergabe vom Smartphone, Tablet oder Laptop – Modelle wie die Teufel Cinebar 22 oder die JBL Bar 2.1 unterstützen zudem hochwertigere Codecs wie AAC oder aptX. Für die reine TV-Anbindung ist Bluetooth jedoch weniger geeignet, da es zu Verzögerungen zwischen Bild und Ton kommen kann. Zudem bleiben Funkverbindungen wie Bluetooth oder WLAN aufgrund von Interferenzen, Bandbreitenschwankungen und potenziellen Aussetzern klanglich und vor allem in puncto Stabilität immer eine Notlösung – auch wenn sie im Alltag oft bequem sind.
Der Goldstandard: Ethernet
Die hochwertigste und stabilste Lösung für die Netzwerkanbindung ist nach wie vor der kabelgebundene Ethernet-Anschluss. High-End-Soundbars wie die KEF Xio oder die Sennheiser Ambeo Soundbar bieten daher weiterhin einen LAN-Port. Wer Musik in hoher Auflösung ohne Komprimierung, Unterbrechungen oder Latenzprobleme streamen möchte, kommt um ein Ethernet-Kabel kaum herum. Gerade in anspruchsvollen Multiroom-Set-ups oder bei der Einbindung in Smart-Home-Lösungen wie Home Assistant ist die kabelgebundene Verbindung jeder Funklösung überlegen. WLAN bleibt dagegen eine Komfortfunktion – praktisch für die schnelle Einrichtung, aber für audiophile Ansprüche oder kritische Anwendungen nur die zweitbeste Wahl.
Fazit
Eine Soundbar ist eine äußerst vielversprechende Lösung, um den Klang des Fernsehers deutlich zu verbessern, ohne dabei wertvollen Wohnraum zu opfern. Sie vereint platzsparendes Design mit hörbaren klanglichen Fortschritten gegenüber den meist dünn klingenden TV-eigenen Lautsprechern.
Für kleinere Räume oder puristische Einrichtungen sind Modelle ohne separaten Subwoofer die beste Wahl. Sie fügen sich nahtlos in das Wohnzimmer-Ambiente ein und liefern dennoch einen satteren Klang als jeder integrierte TV-Lautsprecher.
Schon preiswerte Modelle wie die Fire TV Soundbar Plus von Amazon oder Geräte von Sharp und Polk heben das Hörerlebnis spürbar an – ein Einstieg, der sich für wenige hundert Euro lohnt. Wer jedoch keine Kompromisse machen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Den klanglichen Feinschliff liefern die Spitzenmodelle etablierter Hersteller: KEF, Sonos, Sennheiser, Bose, Denon und Klipsch setzen hier die Maßstäbe.
Diese Systeme überzeugen selbst ohne zusätzlichen Subwoofer durch ihre Ausgewogenheit, Präzision und Räumlichkeit. Allen voran die KEF Xio – eine Soundbar, die nicht nur optisch und technisch überzeugt, sondern selbst audiophilen Ansprüchen genügt und damit beweist, dass hochwertiger Klang auch ohne Subwoofer möglich ist.
Mehr zum Thema Heimkino zeigen wir in diesen Ratgeber-Artikeln und Bestenlisten:
Künstliche Intelligenz
Probleme mit Lüftersteuerung: Nvidia zieht GeForce-Treiber 595.59 zurück
Der GeForce-Treiber 595.59 macht Probleme, so massive Probleme, dass Nvidia den Download des Treibers nicht mehr anbietet, während die Spezialisten der Firma auf Ursachenforschung gehen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Eigentlich war der Treiber als optimierter „Game ready“-Treiber für den Titel Resident Evil: Requiem am 26. Februar online gegangen. Er sollte optimal für die Performance des neuen Survival-Horror-Spiels von Capcom abgestimmt sein, welches am 27. Februar in den Verkauf ging. Doch schon am Releasetag des Treibers, also noch vor Resident Evil: Requiem, mehrten sich Nutzerberichte, die von Problemen mit der Lüftersteuerung auf ihren hochgezüchteten GeForce-Grafikkarten berichteten.
Die Probleme reichten von ungewöhnlich niedrigen Taktraten über Stabilitätsprobleme bis hin zu Abstürzen und schwarzen Bildschirmen. Offenbar hat es aber keine dauerhaften Defekte gegeben, die sich auf die Verwendung des GeForce-Treibers zurückführen lassen.
Lesen Sie auch
Arbeiten am Treiber dauern an
Offenbar drangen diese auch zu Nvidias Treiberabteilung vor und bereits wenige Stunden nach der Veröffentlichung zog man dort die Notbremse und schaltete den Download des Treibers offline. Nutzern, die das Paket bereits installiert hatten und die Probleme mit der Lüftersteuerung bemerkten, empfahl Nvidia einstweilen die Rückkehr zur Version 591.86, solange Fehlersuche und -behebung andauerten – das war vor 5 Tagen. Seitdem forschen die Treiberentwickler bei Nvidia wohl mit Hochdruck nach der gut versteckten Ursache.
Hohn und Spott von Nutzerseite ließen indes nicht lange auf sich warten: Die Firma konzentriere ihre Entwicklerkapazitäten seit der RTX-5000-Reihe nur noch auf KI, lasse wohl mit Vibe-Coding eine KI auch den Treiber verschlimmbessern oder ihr sei die treue Spieler-Fangemeinde angesichts der KI-Milliarden wohl zunehmen egal. Auch wenn das sicherlich Übertreibungen sind, spiegeln sie doch den Frust der GeForce-Nutzer wider.
Weiterlesen nach der Anzeige
Kein Einzelfall
Tatsache ist, dass Nvidia nicht das erste Mal von umfangreicheren Treiberproblemen heimgesucht wird. Schon die aktuelle GeForce-RTX-5000-Reihe mit den PCIe-5.0-fähigen Blackwell-Grafikchips war von Problemen betroffen, die zunächst auf PCIe 5.0 zurückgeführt wurden. Außerdem gab es anfangs einige fehlkonfigurierte RTX-5000-Karten im Handel, wiewohl hier eher die Firmware und nicht der Treiber schuld war – auch wenn Nvidia die Firmware-Ursache bestritt.
Kurz darauf fiel wohl die RTX-4000-Reihe durch die Treiber-Qualitätskontrolle und einige Studios empfahlen für ihre Spiele ältere Treiber aus der Vor-Blackwell-Zeit.
Allerdings treten auch schwerwiegende Bugs wie dieser immer mal wieder auf. Schon vor knapp 16 Jahren machte ein gravierendes Lüftersteuerungsproblem die Runde, das damals sogar Totalausfälle der GeForce-Grafikkarten zur Folge hatte.
(csp)
Künstliche Intelligenz
Social Media: Griechenland will Unter-15-Jährigen Digital-Riegel vorschieben
In der griechischen Politik deutet sich ein digitaler Paukenschlag an, der weit über die Grenzen des Mittelmeerstaates hinaus Beachtung finden dürfte. Die Regierung unter Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis bereitet derzeit ein Gesetz vor, das die Nutzung sozialer Medien für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren landesweit untersagen soll; in Griechenland beginnt die Strafmündigkeit mit der Vollendung des 15. Lebensjahres.
Weiterlesen nach der Anzeige
Damit schlägt Athen einen deutlich restriktiveren Kurs ein als etwa Portugal, wo Eltern über eine Freischaltung mitentscheiden dürfen. In Griechenland soll das Verbot universell gelten: Kommen soll ein staatlich verordneter digitaler Schutzraum, der keinen elterlichen Ermessensspielraum lässt.
Hinter den Kulissen arbeiten die Ministerien für Justiz, digitale Verwaltung und Gesundheit laut Euractiv unter Hochdruck an der rechtlichen Ausgestaltung. Ursprünglich war die Präsentation des Entwurfs bereits für diese Woche vorgesehen. Doch aus Regierungskreisen verlautete nun, der Termin sei auf Anfang März verschoben worden.
Mitsotakis selbst habe das Dossier zur Chefsache erklärt, heißt es in dem Bericht. Für den Konservativen gehe es dabei nicht nur um Jugendschutz, sondern auch um strategisches politisches Kalkül: Er strebt einen parteiübergreifenden Konsens an, der ihm im Hinblick auf eine anstehende Verfassungsreform den Rücken stärken soll.
Kids Wallet als digitale Schranke
Technisches Herzstück der Verbotsstrategie ist eine bereits existierende Lösung: Die Kids Wallet. Diese App wird in Griechenland bereits verwendet, um den Verkauf von Tabak und Alkohol an Minderjährige zu unterbinden. Das System funktioniert über eine Kopplung der Geräte von Eltern und Kindern. Die App generiert einen Barcode, der das Alter verifiziert, ohne unnötig viele persönliche Daten preiszugeben. Was im stationären Handel durch das Scannen an der Kasse erfolgt, soll nun auf die digitale Welt übertragen werden. Plattformbetreiber müssten die Verifizierung über die digitale Brieftasche direkt in ihre Registrierungsprozesse integrieren. Wer sich nicht daran hält, dem drohen empfindliche Bußgelder.
Trotz der bestehenden technologischen Basis stehen dem Vorhaben Hürden entgegen. Branchenvertreter geben zu bedenken, dass ein isoliertes Verbot sozialer Netzwerke zu rechtlichen Inkonsistenzen führen könnte. Auch wenn Instagram, TikTok, Facebook & Co. für Unter-15-Jährige gesperrt würden, blieben andere problematische Bereiche des Netzes wie Pornografie, Online-Glücksspiel oder gewaltintensive Gaming-Plattformen zunächst unberücksichtigt.
Gegner der Initiative monieren, dass diese Ungleichbehandlung vor Gericht kaum Bestand haben dürfte. Mit Klagen aus der Branche ist zu rechnen. Zudem formiert sich Widerstand unter Juristen: Sie prüfen, ob ein solch weitreichendes Verbot die Meinungsfreiheit der Jugendlichen unverhältnismäßig einschränkt.
Weiterlesen nach der Anzeige
Zwischen Verbot und Umgehung
Ein weiteres Problem ist die praktische Durchsetzbarkeit. Da die Nutzung der Kids Wallet bisher auf freiwilliger Basis erfolgt, bleibt zunächst offen, wie der Staat eine flächendeckende Installation erzwingen könnte. Zudem sind Jugendliche für ihren Einfallsreichtum bekannt: Schon jetzt berichten Beobachter von einfachen Umgehungsstrategien, bei denen etwa Screenshots von Barcodes älterer Heranwachsender oder der Eltern untereinander geteilt werden, um Alterskontrollen auszuhebeln. Ohne eine wasserdichte biometrische Koppelung oder eine Ausweispflicht könnte das digitale Verbotsschild so rasch zum Papiertiger werden.
Trotz dieser Zweifel erfährt die Regierung auch Rückhalt. Die Psychologin Maribelle Vogopoulou betonte gegenüber Euractiv, dass sich viele Eltern angesichts der digitalen Dynamik machtlos und überfordert fühlten. Die negativen Auswirkungen eines ungebremsten Social-Media-Konsums seien in den Praxen längst Alltag. Berichtet werde von sinkender Konzentrationsfähigkeit, schlechteren schulischen Leistungen und einer Zunahme von Aggressivität sowie Schlafstörungen. Ohne einen klaren gesetzlichen Rahmen ließen sich diese Phänomene kaum stoppen.
Deutsche Debatte verläuft ähnlich
Der restriktive Kurs findet auch in Deutschland Nachahmer. Auf ihrem jüngsten Bundesparteitag in Stuttgart beschloss die CDU, dass die Bundesregierung eine gesetzliche Altersgrenze von 14 Jahren für die Nutzung sozialer Netzwerke einführen soll. Unter dem Motto „verantwortungsvolles digitales Erwachsenwerden“ sieht das Konzept vor, dass Kinder bis 14 Jahre komplett ausgesperrt werden, während für 14- bis 16-Jährige spezielle, eingeschränkte Jugendversionen der Dienste bereitgestellt werden müssen. Erst für Ältere soll der Zugriff uneingeschränkt möglich sein.
Zwischen den großen Volksparteien herrscht hierzulande mittlerweile seltene Einigkeit. Auch die SPD hat ihre ursprüngliche Ablehnung aufgegeben. Ein Impulspapier der Sozialdemokraten sieht nahezu identische Altersabstufungen vor. Zur technischen Umsetzung setzt die SPD auf die EUDI-Wallet. Doch auch hier regt sich Widerstand: Tech-Verbände, Kinder- und Bürgerrechtler bezweifeln die Wirksamkeit eines solchen Banns. Eine Studie für das EU-Parlament goss zusätzlich Wasser in den Wein der Regulierer. Die Forscher kamen zum Schluss, dass eine flächendeckende Altersverifikation in einer liberalen Demokratie kaum rechtssicher und praktisch umsetzbar sei.
Lesen Sie auch
(nie)
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenSchnelles Boot statt Bus und Bahn: Was sich von London und New York lernen lässt
-
Social Mediavor 3 WochenCommunity Management zwischen Reichweite und Verantwortung
-
Künstliche Intelligenzvor 2 Wochen
Top 10: Die beste kabellose Überwachungskamera im Test – Akku, WLAN, LTE & Solar
-
Datenschutz & Sicherheitvor 3 MonatenSyncthing‑Fork unter fremder Kontrolle? Community schluckt das nicht
-
Entwicklung & Codevor 3 MonatenKommentar: Anthropic verschenkt MCP – mit fragwürdigen Hintertüren
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenGame Over: JetBrains beendet Fleet und startet mit KI‑Plattform neu
-
Social Mediavor 2 MonatenDie meistgehörten Gastfolgen 2025 im Feed & Fudder Podcast – Social Media, Recruiting und Karriere-Insights
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenDigital Health: „Den meisten ist nicht klar, wie existenziell IT‑Sicherheit ist“
