Digital Business & Startups
Investments & Exits in 2026: Fokus, Funding Gap und mehr Verkaufsdruck
2025 war für die deutsche Startup-Szene kein Jahr der breiten Erholung, wohl aber eines der klaren Fokussierung. Kapital, Aufmerksamkeit und Wachstum haben sich stärker denn je auf wenige Zukunftsthemen konzentriert – allen voran Künstliche Intelligenz, Defense Tech und weiterhin Enterprise Software. Diese thematische Verschiebung prägt sowohl den Rückblick auf das Jahr 2025 als auch die Erwartungen für 2026.
2025: Konzentration statt Breite
Ein Blick auf die neu entstandenen Unicorns unterstreicht diese Entwicklung deutlich. 2025 ist kein einziges Enterprise-Software-Unicorn entstanden, das nicht klar als AI-first-Company positioniert ist. Gleichzeitig zeigt die Liste der Unternehmen, die 2025 zum Unicorn geworden sind, wie dominant AI- und Defense-Themen inzwischen sind: Quantum Systems, Parloa, n8n oder auch Black Forest Labs.
Abseits dieser Bereiche ist mit Isar Aerospace lediglich ein Unicorn hinzugekommen – ein starkes Signal für die thematische Engführung des Marktes.
Wer hat es leicht, wer schwer?
Unternehmen in attraktiven Zukunftssegmenten finden weiterhin sehr gute Finanzierungsbedingungen vor. Insbesondere Defense- und Dual-Use-Technologien sowie KI-Firmen mit klarem B2B-Fokus profitieren von offenen Finanzierungsfenstern. Beispiele wie n8n, Parloa, Black Forest Labs, Quantum Systems oder auch Helsing zeigen, dass Kapital für überzeugende Teams und Technologien weiterhin reichlich vorhanden ist.
Gleichzeitig wird die Situation für andere Marktsegmente zunehmend herausfordernd. Ältere Consumer-orientierte Firmen aus E-Commerce, InsurTech oder Logistik würden auf Basis heutiger Markt-Multiples in vielen Fällen keine so hohe Bewertung mehr erhalten. Unternehmen wie wefox oder Solaris – einst Aushängeschilder des Ökosystems – verdeutlichen, wie schwierig die Lage außerhalb der aktuellen Schwerpunktbereiche geworden ist. Aber auch in den Segmenten, auf die sich Investoren derzeit weniger fokussieren, gibt es Positivbeispiele wie die 1,2 Mrd. Euro-Secondary-Transaktion von Trade Republic und die 400 Mio. Euro-Finanzierung von Green Flexibility (Stromspeicher).
Weiterhin angespannt bleibt jedoch die Situation für Unternehmen, deren letzte Finanzierungsrunde noch aus dem Jahr 2021 stammt. Die damals extrem hohen Bewertungsmultiples erschweren bis heute Up-Rounds oder attraktive Exits, die späteren Investoren noch solide Exit-Returns vom Zwei- bis Dreifachen ihres Einsatzes ermöglichen würden.
Die wachsende Finanzierungslücke (Funding Gap) zwischen Europa und den USA
Ein zentrales strukturelles Thema des Jahres 2025 ist die weiter aufgegangene Schere zwischen den europäischen und den US-amerikanischen Venture-Capital-Märkten. Treiber hierfür waren vor allem die massiven, teils milliardenschweren KI-Finanzierungsrunden in den USA. Investitionen in AI-first-Softwareunternehmen, AI-Infrastruktur und Defense-AI haben dort das globale Funding-Niveau deutlich nach oben verschoben – ein Tempo, das Europa nur teilweise mitgehen konnte.
Schlagzeilen wie Milliardeninvestitionen von Amazon oder Meta in KI-Infrastruktur oder die Vielzahl von US-AI-Startups mit Finanzierungsrunden jenseits der 100-Millionen-Dollar-Marke verdeutlichen diese Dynamik. Das Ergebnis: Der Funding Gap hat sich 2025 sowohl bei der absoluten Kapitalmenge als auch bei der Größe einzelner Runden spürbar vergrößert. Nach aktuellen Schätzungen, bevor die finalen Zahlen analysiert und veröffentlicht sind, wurde in den USA in 2025 knapp das Doppelte des Investmentvolumens des Vorjahres 2024 investiert. In Europa dürfte 2025 die Steigerung bei ungefähr 10% im Vergleich zum Vorjahr 2024 gelegen haben.
Dieser Abstand sollte ein Weckruf sein – für das Ökosystem, für Gründer, für die Politik und insbesondere für potenzielle institutionelle Kapitalgeber in Europa. Deutsche Milliardäre, Versicherungen, Pensionskassen und Asset-Manager spielen bislang eine zu geringe Rolle als LP-Investoren von Technologie-Fonds und als Direktinvestoren im Venture-Ökosystem. Ohne ein stärkeres Engagement droht, dass sich der Abstand 2026 weiter vergrößert.
State of M&A: Liquidität durch Verkäufe anstelle von IPOs
Vor dem Hintergrund weiterhin weniger Börsengänge, hat sich M&A 2025 mit Verkäufen an strategische Käufer und Private-Equity-Investoren zu einer zentralen Liquiditätsroute entwickelt. Die Anzahl der Transaktionen liegt zwar unter dem Vorjahresniveau, gleichzeitig ist das gesamte Deal-Volumen aber gestiegen. Der Grund: deutlich größere Einzeltransaktionen.
Besonders in den letzten Wochen dominierten strategische Großtransaktionen in Bereichen wie KI-Infrastruktur, Medien, Healthcare, Krypto, Aerospace und Energie. Käufer waren dabei häufig etablierte Strategen und Private-Equity-Investoren.
Auch die Bewertungen spiegeln diese Konzentration wider. Top-Transaktionen werden mit deutlichen Aufschlägen gehandelt – ein Zeichen für die Knappheit hochwertiger, strategisch relevanter Assets. Ein Beispiel aus unserer M&A-Beraterpraxis: Wir erleben im aktuellen Marktumfeld häufig, dass wir in strukturierten Verkaufsprozessen für sehr gute Firmen zwischen zehn und fünfzehn Angebote von potenziellen Käufern, sowohl von strategischen Käufern als auch von Private-Equity-Investoren, erhalten.
Ausblick 2026: Mehr Druck, mehr Entscheidungen
Für 2026 ist kein grundlegender Richtungswechsel zu erwarten, wohl aber eine Zuspitzung. Der Exit- und Deal-Druck dürfte steigen – insbesondere bei Unternehmen, deren letzte Finanzierungsrunde mehrere Jahre zurückliegt. Frühphasen-Investoren werden verstärkt auf Liquiditätsereignisse, sprich Exits bzw. Börsengänge oder Finanzierungsrunden mit großen Secondary-Anteilen wie bei Trade Republic, drängen.
Sollte das Börsenumfeld stabil bleiben, steigen die Chancen auf mehr IPOs. Entscheidend wird sein, ob diesen Erwartungen auch tatsächlich erfolgreiche Börsengänge folgen. Parallel dazu dürften Verkäufe an Strategen und Private-Equity-Fonds ein häufiger Exit-Kanal bleiben.
Unterm Strich steht das deutsche Startup-Ökosystem zum Jahreswechsel an einem Wendepunkt: Die technologische Stärke sowie talentierte Gründer und Mitarbeiter sind vorhanden, das Kapital jedoch ist zwischen den USA und Europa zunehmend ungleich verteilt. Ob Europa und Deutschland 2026 den Anschluss halten, wird maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, mehr Wachstumskapital für Zukunftstechnologien, auch in frühen Phasen zum schnelleren internationalen Wachstum und für eine beschleunigte Produktentwicklung, zu mobilisieren.
Über den Autor
Julian Riedlbauer ist Partner bei der global tätigen Investmentbank Drake Star und berät Technologieunternehmen bei M&A-Transaktionen.
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Wir haben uns konsequent auf unseren USP konzentriert
#Interview
Vor vier Jahren starteten Dennis Nasrun und Felix Mücke das ClimateTech metiundo. Inzwischen beschäftigt das Startup rund 70 Mitarbeitende. „Aktuell betreuen wir Kundenaufträge mit einem Annual Recurring Revenue von rund 3 Millionen Euro“, sagt Gründer Nasrun.

Das Berliner Startup metiundo, 2021 von Dennis Nasrun und Felix Mücke gegründet, bietet „Immobilieneigentümern eine Lösung für die Optimierung ihres Energie- und Wasserverbrauchs“. Dabei geht es insbesondere darum, „CO2-Emissionen im Immobiliensektor zu reduzieren“.
Der englische GreenTech-Investor Octopus Energy Generation investierte kürzlich 40 Millionen Euro in das Unternehmen. „Der erste Kontakt entstand auf der E-World im vergangenen Jahr. Der Investor ist dort auf uns zugekommen. Daraus hat sich Schritt für Schritt eine Zusammenarbeit entwickelt, die fachlich wie menschlich gut gepasst hat“, erzählt Gründer Nasrun.
Im Interview mit deutsche-startups.de stellt der metiundo-Macher sein Unternehmen einmal ganz ausführlich vor.
Wie würdest Du Deiner Großmutter metiundo erklären?
Wenn du wissen willst, wie viel Strom, Gas, Wärme oder Wasser ein Haus wirklich verbraucht oder wie viel Strom eine Solaranlage erzeugt, dann muss das jemand messen. Genau das machen sogenannte Smart Meter. Wir von metiundo kümmern uns darum, dass diese Messgeräte gekauft, vermietet, installiert und zuverlässig betrieben werden. Die vielen Messwerte laufen dann digital bei uns zusammen. Aus diesen Daten machen wir alles, was man im Alltag braucht: Abrechnungen, Stromverkauf, Verbrauchsanalysen oder Einsparungen. Kurz gesagt: Wir sorgen dafür, dass Energiedaten sauber erfasst und sinnvoll genutzt werden können.
War dies von Anfang an Euer Konzept?
Das war von Anfang an unser Kernkonzept – und wir sind diesem Weg treu geblieben. Natürlich haben wir Details geschärft und Prozesse verbessert, aber unser grundlegender Fokus auf Messinfrastruktur und Datenplattform hat sich nicht geändert. Rückblickend war diese Klarheit eine unserer wichtigsten Stärken.
Wie hat sich metiundo seit der Gründung entwickelt?
metiundo wurde vor vier Jahren gegründet und ist heute bundesweit aktiv. Wir beschäftigen rund 70 Mitarbeitende an den Standorten Berlin und Heidelberg. Aktuell betreuen wir Kundenaufträge mit einem Annual Recurring Revenue von rund 3 Millionen Euro. Im Feld sind derzeit etwa 21.000 Smart Meter im Betrieb – allein 2025 haben wir dieses Volumen im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht.
Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Einige Finanzierungsrunden haben sich deutlich länger gezogen als geplant, sodass wir kurzfristig mit Bridge-Finanzierungen arbeiten mussten. Besonders schmerzhaft waren zwei sehr weit fortgeschrittene Runden, die jeweils kurz vor Weihnachten geplatzt sind. Außerdem haben wir viel Zeit in Gespräche mit Investoren investiert, die im Nachhinein einfach nicht zu unserem Geschäftsmodell gepasst haben. Hinzu kam in der Anfangszeit der langfristige Ausfall einzelner Schlüsselpersonen, was für das Team eine echte Herausforderung war.
Und wo hab Ihr bisher alles richtig gemacht?
Wir sind unserem Pfad treu geblieben und haben uns konsequent auf unseren USP konzentriert: die Datenplattform. Ein weiterer Erfolgsfaktor war der Fokus auf durchgängige digitale Prozessketten statt Insellösungen. Technisch haben wir bewusst langfristige Architekturentscheidungen getroffen, auch wenn sie ein paar Wochen länger gedauert haben als schnelle Quick Fixes. Und nicht zuletzt: unsere Organisation und Kultur. Wir hatten kaum Kündigungen und ein sehr stabiles Team. Das ist alles andere als selbstverständlich.
Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?
Sich selbst treu bleiben und an die eigene Idee glauben – und sich nicht ständig von außen verunsichern lassen. Viele meinen es besser zu wissen, aber man sollte sich nicht für Investoren verbiegen. Rat einholen ist wichtig, aber von den richtigen Menschen: denen man vertraut und die wirklich beurteilen können, wovon sie sprechen, idealerweise andere Gründer:innen. Außerdem lohnt es sich, bei langfristig wirkenden Entscheidungen immer zwei Schritte vorauszudenken – sei es in der IT-Landschaft oder in der Organisation. Kultur entsteht nicht von allein: Es braucht bewusst passende Hires, Vielfalt in Persönlichkeiten und Kompetenzen und aktives Kümmern um das Zusammenwachsen des Teams. Und ganz pragmatisch: Keine Zeit mit Investoren verschwenden, die mit dem Geschäftsmodell nichts anfangen können. Fokus spart enorm viel Energie.
Wo steht metiundo in einem Jahr?
In einem Jahr wird unser Team ein weiteres Mal um rund 50 % gewachsen sein und den Sprung vom Startup zum Scale-up geschafft haben. Wir arbeiten dann skalierbar und effizient auf dem Weg zur nachhaltigen Profitabilität ohne dabei unsere Kultur und die Werte zu verlieren, die metiundo heute ausmachen.
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Foto (oben): metiundo
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Alkohol-Startup Koyi bei DHDL: Ist der Deal mit Janna Ensthaler geplatzt?
Yuka Suzuki und Dr. Hauke Günther präsentieren KOYI bei DHDL: Hochkonzentrierte Spirituosen mit weniger Alkohol und vollem Aroma.
Selten wurde in Der Höhle der Löwen (DHDL) so ausgelassen getanzt wie bei diesem Pitch – Gründerin Yuka Suzuki konnte ihre Freude über den Deal kaum zurückhalten. Dabei geht es bei Koyi Micro Spirits nicht um Entertainment, sondern um Spirituosen. Gründerszene hat mit den beiden Gründern des Startups gesprochen und nachgefragt, was aus dem Deal geworden ist.
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Ein Longdrink aus 20 Tropfen?
Mit Koyi Micro Spirits treten das Paar Yuka Suzuki (52) und Hauke Günther (46) aus Hamburg vor die Investorinnen und Investoren der Höhle. Ihr Ansatz: hochkonzentrierte Spirituosen, die über Pipetten dosiert werden. Für einen Longdrink reichen wenige Tropfen.
Nach Angaben der Gründer entsprechen 20 der kleinen Pipettengläser in der Alkoholmenge einem klassischen Gin Tonic. Das soll Drinks mit deutlich weniger Alkohol ermöglichen. Es geht also nicht um alkoholfreie Ersatzprodukte, sondern um Spirituosen in einer neuen, mikro-dosierten Form. Sie bieten in der Höhle zehn Prozent der Anteile für 120.000 Euro.
Die Destille als Labor
Produziert wird in einer eigenen Destille in Hamburg, die Yuka Suzuki und Hauke Günther als kleinste Destille der Hansestadt bezeichnen. Günther ist Biologe und hat dafür ein eigenes Destillationsverfahren entwickelt, um Aromen stärker zu konzentrieren. So soll der Geschmack erhalten bleiben, obwohl pro Drink weniger Alkohol eingesetzt wird.
In der Sendung dürfen die Löwen selbst testen: einen Cuba Libre, eine Grapefruitlimo und einen Gin Tonic mit den konzentrierten Essenzen. Geschmacklich gibt es keine Kritik – die Löwen zeigen sich überzeugt vom Aroma trotz reduzierter Alkoholmenge: „Das schmeckt fantastisch!“, sagt Judith Williams.
Und trotzdem überzeugt das Startup nur eine Löwin. Ralf Dümmel steigt aus – aus persönlichen Gründen. „Ich trinke keinen Alkohol. Das wäre jetzt unfair, wenn ich das trinke und Alkohol gar nicht mag, dann zu beurteilen, wie das schmeckt“, sagt er. Auch die anderen Löwen sehen sich thematisch nicht tief genug im Spirituosenmarkt verwurzelt, um einzusteigen.
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Janna Ensthaler dagegen erkennt Potenzial, allerdings mit einem anderen Fokus. „Das macht die Gesellschaft besser, wenn wir mal alle ein bisschen weniger trinken“, sagt sie. Gleichzeitig formuliert sie Zweifel am aktuellen Produkt: „Aber ich glaube, wir sind bei dem Produkt noch nicht da, wo wir in den Massenmarkt gehen können.“ Ihre Idee: „Ich würde gerne eure Essenzen nehmen und daraus ein Dosenprodukt machen.“
Am Ende bietet sie 120.000 Euro für 30 Prozent – Suzuki und Günther nehmen an.
Wie steht’s um den Deal?
Doch ist der Deal tatsächlich zustande gekommen? Auf Nachfrage von Gründerszene bestätigt Gründer Hauke Günther: „Ja, der Deal mit Ensthaler steht.“
Gemeinsam arbeite man nun an der Weiterentwicklung der Produkte – unter anderem an einem geplanten Ready-to-Drink-Produkt in Dosen. Das sei allerdings technologisch komplexer als im TV dargestellt, da im Grunde ein ganz neues Produkt entwickelt werden müsse.
Bevor eine neue Gesellschaft gegründet oder größere Strukturen aufgebaut würden, wolle man sicherstellen, dass das Konzept technisch und qualitativ wie geplant funktioniere. Ensthaler und ihr Team unterstützen dabei strategisch wie operativ.
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Hansegrün bei DHDL: 350.000-Euro-Deal nach der Show geplatzt
Der DHDL-Deal für Hansegrün ist geplatzt – die Gründer Jordan und Soll gehen nach der Show getrennte Wege mit den Investoren. Gründerszene hat nachgefragt.
Während andere Gründer vor ihrem DHDL-Pitch noch einmal ihre Zahlen durchgehen, gehen Lukas Jordan (34) und Till Soll (31) vor ihrem Auftritt in die Liegestütz-Position. Hinter der Bühne machen sie Planks und pushen einander. So gehypt treten die Freunde mit ihrem Startup Hansegrün vor die Investorinnen und Investoren bei DHDL – und gewinnen gleich zwei Löwen für sich. Nach der Show kam es dann jedoch anders, wie Gründerszene erfahren hat.
Das steckt hinter Hansegrün
Das Gründer-Duo hat ihr Startup 2021 in Hamburg gegründet: Hansegrün vertreibt seitdem Nahrungsergänzung im Shot-Format zum Anrühren – auf Pulverbasis aus überwiegend gefriergetrockneten Bio-Obst- und Gemüse-Sorten wie beispielsweise Ingwer, Zitrone oder Acerola. Das Prinzip: Pulver ins Glas geben, Wasser hinzufügen und umrühren.
Eine Packung ihres Produkts könne nach Angaben der Gründer bis zu 60 abgefüllte Shots ersetzen. „Wir wollten gesunde Shots neu denken – nachhaltiger, günstiger und individuell dosierbar“, sagt Jordan.
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1,7 Millionen Euro Umsatz
Nach eigenen Angaben haben Jordan und Soll innerhalb eines Jahres 1,7 Millionen Euro Umsatz erzielt. Das Unternehmen arbeite profitabel, sagen sie in der Höhle. Die Bewertung liege bei 3,5 Millionen Euro. Jordan und Soll fordern in ihrem Pitch 350.000 Euro für zehn Prozent der Anteile an Hansegrün.
Auf Begeisterung stößt ihr Produkt nicht bei allen Löwen: Carsten Maschmeyer äußert Zweifel am Innovationsgrad des Produkts. Er sagt: „Ihr habt weder einen Inhaltsstoff erfunden, noch die Kombination. Also so ganz revolutionär ist das für mich nicht“.
Drei Löwen-Angebote und ein Deal – vorerst
Aber: Frank Thelen ist begeistert. „Wir brauchen wieder mehr Identifikation mit meiner Heimat. Eine Hamburger Seele deutschlandweit und weltweit zu verkaufen, ist absolut möglich. Ich finde das super. Produkt passt. Ich hätte echt Spaß, das Produkt mit euch weiter aufzubauen.“ Er bietet den Gründern 350.000 Euro – aber für 20 Prozent der Anteile.
Auch Judith Williams ist interessiert. Sie fordert allerdings 350.000 Euro für 25 Prozent und begründet ihr Angebot mit den Worten: „Wenn du Leute findest, wo du merkst, das sind so grundehrliche kernige Typen, die zu allem stehen, was sie sind: authentisch. Das spüre ich bei euch. Ich mache euch ein Angebot.“
Und auch Ralf Dümmel bietet 350.000 Euro für 20 Prozent. Er sagt: „Das Produkt hat mir fantastisch geschmeckt und mich beeindrucken die Zahlen. Logischerweise mache ich euch ein Angebot“.
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Judith Williams und Frank Thelen entscheiden sich dafür, sich zusammenzuschließen und den beiden Hansegrün-Gründern ein gemeinsames Angebot zu machen: Zunächst 350.000 Euro für 25 Prozent, dann erhöhen sie auf 400.000 Euro für 25 Prozent. Es wird verhandelt, aber sie einigen sich mit Jordan und Soll dann doch auf 350.000 Euro für 20 Prozent.
Aber ist der Deal tatsächlich zustande gekommen? Gründerszene hat nachgefragt.
Deshalb ist der Deal geplatzt
Nach der Ausstrahlung ist die Zusammenarbeit jedoch nicht zustande gekommen. Auf Nachfrage von Gründerszene teilt die Sprecherin der Hamburger Gründer mit: „Im Rahmen der Due Diligence haben sich unterschiedliche Vorstellungen bei der strategischen Ausrichtung ergeben. Der Investitionsprozess wurde daher nach intensiven Gesprächen auf Wunsch der Gründer Till und Lukas schweren Herzens nicht weiterverfolgt.“ Der in der Sendung vereinbarte Deal ist damit geplatzt.
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