Künstliche Intelligenz
KI-Update: Apples KI-Bindung an Google und OpenAIs Verzicht, X will Grok sperren
Apple setzt auf Google statt eigene KI-Entwicklung
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Apple bindet Siri künftig an Googles Gemini-KI. Die Entscheidung überrascht, denn Apple entwickelt normalerweise seine Technologien selbst. Trotz jahrelanger Arbeit an KI-Systemen und Siris Existenz seit 2011 schaffte es der Konzern offenbar nicht, ein konkurrenzfähiges Sprachmodell zu bauen. Apple betont, ein angepasstes, datenschutzfreundliches Gemini auf eigenen Servern laufen zu lassen.

Die Abhängigkeit von Google wirft Fragen auf. Während Apple mit Hardware und Diensten Geld verdient, verdient Google hauptsächlich mit Werbung. Viele Nutzer wählen Apple gerade deshalb, um Google-Technik zu meiden.
OpenAI lehnte Apple-Exklusivdeal ab
OpenAI verzichtete im Herbst bewusst auf eine exklusive Partnerschaft mit Apple. Das berichtete ein Insider der Financial Times. Stattdessen plant das Unternehmen, eigene KI-Geräte zu entwickeln, um große Tech-Konzerne zu überholen.
Die Entscheidung hat Folgen. Apple integriert nun Googles Gemini tief in sein Betriebssystem. ChatGPT bleibt auf dem iPhone verfügbar, dient aber nur noch als optionale Ausweichlösung für komplexere Anfragen. Laut The Information brachte der bestehende Deal mit Apple OpenAI kaum zusätzlichen Traffic. Die neue Gemini-Integration übernimmt nun die alltägliche Nutzerinteraktion mit Siri.
X sperrt Grok nach Bikini-Bild-Skandal
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Elon Musks Chatbot Grok erhält eine technische Sperre. Nutzer konnten mit Grok anzügliche Bilder beliebiger Personen erstellen lassen. X und xAI reagieren nun: Eine Sperre soll verhindern, dass Bilder realer Personen in Bikinis oder Dessous generiert werden. Außerdem steht die Bildgenerierung nur noch zahlenden Nutzern zur Verfügung.
Die Sperre funktioniert offenbar noch nicht richtig. Einen Tag nach der Ankündigung konnte ein Nutzer immer noch ein Bild des britischen Premierministers im Bikini erstellen lassen. X spricht in einer offiziellen Mitteilung von einer Null-Toleranz-Strategie gegen nicht einvernehmliche Nacktbilder. Bei sexueller Ausbeutung von Kindern sollen Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet werden. Der Druck von außen wächst: Malaysia sperrte Grok temporär, Kalifornien ermittelt, und die EU-Kommission droht mit dem Digital Services Act.
Kalifornien ermittelt gegen xAI wegen Grok
Kalifornien hat am Mittwoch eine offizielle Untersuchung zur Verbreitung sexuell expliziten, durch Grok generierten Materials eingeleitet. Damit ist der US-Bundesstaat die erste offizielle Stelle der USA, die sich mit den sexualisierten KI-Bildern von Frauen und Kindern auf X beschäftigt.
Eine 24-stündige Analyse ergab, dass X-Nutzer jede Stunde tausende öffentlich zugängliche sexualisierte Deepfakes erstellten. Elon Musk zeigte sich überrascht und erklärte, ihm seien keine Nacktbilder von Minderjährigen bekannt, die von Grok generiert wurden. Gouverneur Gavin Newsom sieht dies anders. Er forderte den kalifornischen Generalstaatsanwalt auf, unverzüglich gegen das Unternehmen zu ermitteln und xAI zur Rechenschaft zu ziehen.

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.
US-Investor plant Vier-Milliarden-Rechenzentrum in Nordrhein-Westfalen
Der US-Investor Blackstone plant ein Rechenzentrum im westfälischen Lippetal. Das Unternehmen unterschrieb einen Kaufvertrag für ein Grundstück in einem Industriegebiet. Finanzkreisen zufolge beläuft sich die Projektgröße auf etwa vier Milliarden Euro. Mit einer Fertigstellung wird erst in den frühen 2030er Jahren gerechnet.
In trockenen Tüchern ist das Vorhaben noch nicht. Der Vertrag tritt erst in Kraft, wenn bestimmte Konditionen erfüllt sind. Das Rechenzentrum soll für Cloud-Dienste und KI-Anwendungen genutzt werden. Sollte das Projekt umgesetzt werden, wäre es eine der größten Rechenzentrum-Investitionen in Deutschland. Microsoft investiert bereits mehrere Milliarden Euro für zwei Standorte im Rheinischen Revier. Die Schwarz-Gruppe kündigte im vergangenen Jahr eine Elf-Milliarden-Euro-Investition in Lübbenau an.
Trump erlaubt H200-Export, China verbietet Einfuhr
China sieht sich in der KI-Entwicklung gegenüber den USA im Rückstand. Das liegt auch daran, dass die USA den Export führender Nvidia-Chips der Blackwell-Serie verbieten. Präsident Trump hat nun die Ausfuhr der Nvidia-H200-Chips unter bestimmten Bedingungen erlaubt, doch Peking hat seine Zöllner angewiesen, diese gar nicht erst ins Land zu lassen. Das berichtet Reuters.
Vor fünf Wochen kündigte Trump an, die Exportverbote im Austausch gegen eine 25-prozentige Strafsteuer fallen zu lassen, zumindest für die H200-Chips. Nvidia könnte viel Geld damit verdienen, bis zu zwei Millionen solcher Chips könnten nach China verkauft werden. Doch bisher ist die offizielle Haltung in China, dass man sich nicht mit KI-Chips zweiter Klasse abgeben möchte und stattdessen lieber eigene Produkte verwendet.
US-Verteidigungsminister will Grok ins Pentagon integrieren
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth will den KI-Chatbot Grok in die kürzlich initiierte KI-Plattform des US-Verteidigungsministeriums implementieren. Das kündigte Hegseth während einer Rede am Montag bei Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX in Texas an.
Alle geeigneten Daten aus den IT-Systemen des Militärs sollen für die KI-Nutzung verfügbar gemacht werden, auch die aus Geheimdienst-Datenbanken. Hegseth sprach von einem verantwortungsvollen Umgang mit KI. Die Modelle müssten faktisch korrekt und missionsrelevant arbeiten, dabei aber frei von ideologischen Einschränkungen sein. Man lehne KI-Modelle ab, die es nicht erlauben würden, Kriege zu führen. Die KI des Pentagon werde nicht „woke“ sein, so Hegseth.
Copilot-Halluzination führte zu Stadionverbot für israelische Fans
Mehr als zwei Monate nach dem Ausschluss israelischer Gästefans bei einem Fußballspiel der Europa League in England hat der zuständige Polizeichef eingestanden, dass eine fehlerhafte Risikoanalyse auf einer KI-Halluzination beruhte. In der Analyse wurde auf ein Spiel verwiesen, das es nie gegeben hat. Der Verweis kam von Microsofts Copilot.
Das Spiel Aston Villa gegen Maccabi Tel Aviv fand Anfang November statt. Damals wurden den Gästefans aus Israel der Zutritt verweigert, mit Verweis auf Sorge vor Auseinandersetzungen und Protesten. Die Entscheidung sorgte für heftige Kritik bis zum Premierminister. Der Polizeichef aus Birmingham gestand erst nach mehrfacher Befragung im Parlament ein, dass Microsoft Copilot die fehlerhafte Information geliefert hatte.
OpenAI startet eigenen Übersetzungsdienst ChatGPT Translate
OpenAI hat mit ChatGPT Translate einen eigenen Übersetzungsdienst für mehr als 50 Sprachen veröffentlicht. Die Übersetzungen können an unterschiedliche Zielgruppen angepasst werden. Dafür stehen vier Schaltfelder bereit: für eine flüssigere Übersetzung, für eine Formulierung in sachlichem, geschäftlichem Stil, sowie für Kinder oder für ein akademisches Publikum. Eine Eingabe führt dann zum eigentlichen KI-Chatbot, mit einem entsprechend vorformulierten Prompt.
Im Desktop-Modus auf dem PC ermöglicht der OpenAI-Übersetzer ausschließlich Übersetzungen von Texteingaben. Im Browser auf Mobilgeräten kann auch das Mikrofon für Spracheingaben genutzt werden. ChatGPT wird bereits seit der Einführung von vielen Menschen auch für Übersetzungen genutzt. Mit ChatGPT Translate unterstreicht OpenAI die Bedeutung dieser Funktion.
Google veröffentlicht offene Übersetzungsmodelle TranslateGemma
Google veröffentlicht mit TranslateGemma mehrere neue Übersetzungsmodelle. Diese unterstützen 55 Sprachen und sind in drei Größen verfügbar. Die Verbesserungen zeigen sich insbesondere bei ressourcenarmen Sprachen. Bei der Übersetzung von Englisch nach Isländisch sinkt der Fehlerwert um mehr als 30 Prozent, bei Englisch nach Swahili um rund 25 Prozent.
Die drei Varianten richten sich an unterschiedliche Hardware. Das kleinste Modell mit vier Milliarden Parametern ist für mobile Geräte optimiert. Das zwölf Milliarden Parameter große Modell soll auf Consumer-Laptops laufen. Das größte Modell mit 27 Milliarden Parametern ist für Cloud-Server gedacht. Die Modelle sind auf Kaggle und Hugging Face verfügbar.
Bandcamp verbannt KI-generierte Musik
Die Musik-Plattform Bandcamp hat eine klare Antwort auf den Umgang mit KI-generierten Inhalten gefunden: KI-generierte Musik wird ausgeschlossen. Auf der beliebten Plattform können Musiker ihre Musik veröffentlichen. Zum Thema KI schreibt Bandcamp nun: Musik, die vollständig oder zu einem wesentlichen Teil mit KI erzeugt worden ist, ist auf Bandcamp nicht erlaubt.
Bandcamp will, dass Musiker weiter Musik machen und Fans darauf vertrauen können, dass die Musik, die sie auf Bandcamp finden, von Menschen geschaffen wurde.

Tech-Konzerne zahlen für Wikipedia-Inhalte
Wikipedia hat mehrere große KI-Unternehmen als zahlende Partner gewonnen. Amazon, Meta, Microsoft, Mistral AI und Perplexity sind dem Partnerprogramm Wikimedia Enterprise beigetreten. Zuvor waren bereits Google und Ecosia Partner. Die Firmen nutzen die Schnittstellen von Wikimedia Enterprise, um Wikipedia-Inhalte in ihre Produkte einzubinden.
Wikipedia gilt als einer der hochwertigsten Datensätze für das Training großer Sprachmodelle. Die Inhalte speisen auch die Antworten von Chatbots, Suchmaschinen und Sprachassistenten. Bereits Ende Oktober beklagte Wikipedia einen Besucherschwund durch KI-Systeme bei gleichzeitigem Abgreifen der Inhalte durch KI-Crawler. Die KI-Systeme spielen Wikipedia-Inhalte aus, ohne Nutzer auf die Webseite zu bringen. Die Organisation forderte daraufhin öffentlich die großen KI-Unternehmen dazu auf, die angebotene Programmierschnittstelle zu nutzen und Lizenzen zu zahlen.
(mali)
Künstliche Intelligenz
Personalisierte Gentherapien: Startup hofft auf gelockerte Zulassung in den USA
CRISPR gilt als eine der wichtigsten Biotechnologien unserer Zeit. Das Gen-Editierwerkzeug bringt Hoffnung für Betroffene von vielen genetischen Krankheiten, doch bislang wurde erst ein einziges Medikament zur Genbearbeitung zugelassen – und dieses wurde kommerziell nur bei etwa 40 Patienten mit Sichelzellenanämie eingesetzt. Es wird immer deutlicher, dass die Auswirkungen von CRISPR nicht so groß sind, wie alle gehofft hatten. Tatsächlich herrscht in dem gesamten Forschungsgebiet eine gewisse Entmutigung. Einige Journalisten sagen sogar, die Revolution der Genbearbeitung habe „ihren Zauber verloren“.
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Neuer Regulierungsweg für CRISPR-Therapien gefordert
Was muss also geschehen, damit CRISPR mehr Menschen helfen kann? Ein neues Start-up namens Aurora Therapeutics sieht die Antwort in einem „übergeordneten Ansatz“ zur Erprobung und Vermarktung von Behandlungen. Das Unternehmen zielt im Wesentlichen darauf ab, die Zulassung für gen-editierende Therapeutika zu erhalten, die leicht angepasst oder personalisiert werden können, ohne dass für jede neue Version kostspielige neue Studien oder Zulassungen erforderlich sind. Das Unternehmen hat 16 Millionen US-Dollar von Menlo Ventures erhalten und zählt die Miterfinderin von CRISPR, Jennifer Doudna, zu seinen Beratern.
Auch Martin Makary, Leiter der US-Zulassungsbehörde FDA, hat letzten November die Notwendigkeit bekräftigt, die Vorschriften für gen-editierende Behandlungen zu ändern. Er erklärte, die Behörde werde einen „neuen“ Regulierungsweg für „maßgeschneiderte, personalisierte Therapien“ eröffnen, die mit herkömmlichen Methoden nicht ohne Weiteres getestet werden können.
Gentherapie statt lebenslanger Diät
Das erste Ziel von Aurora, die seltene Erbkrankheit Phenylketonurie (PKU), ist ein typisches Beispiel dafür. Menschen mit PKU fehlt eine funktionierende Version eines Enzyms, das die Aminosäure Phenylalanin abbaut. Phenylalanin ist in fast allen Fleisch- und Eiweißprodukten enthalten. Wird nun die Aminosäure nicht abgebaut, reichert sie sich an und verursacht Hirnschäden. Daher müssen Patienten in der Regel eine strenge „lebenslange Diät“ mit speziellen Getränken und Gemüse einhalten.
Theoretisch kann PKU durch Genbearbeitung geheilt werden. Bei Mäusen haben Forschende bereits das Gen für das Enzym wiederhergestellt, indem sie die DNA in Leberzellen umgeschrieben haben, die das Enzym produzieren. Zudem sind die Zellen mit einem Genbearbeitungsmedikament am einfachsten zu erreichen. Das Problem ist, dass bei menschlichen Patienten viele verschiedene Mutationen das entscheidende Gen beeinflussen können. Laut Cory Harding, einem Forscher an der Oregon Health Sciences University, kennen Forschende etwa 1.600 verschiedene DNA-Mutationen, die PKU verursachen.
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Es ist unmöglich, 1.600 verschiedene Gen-Editierungsmedikamente zu entwickeln. Stattdessen ist es das Ziel von Aurora, letztendlich die Zulassung für einen einzigen Gen-Editor zu erhalten, der mit geringfügigen Anpassungen zur Korrektur mehrerer der häufigsten Mutationen verwendet werden könnte, darunter eine, die für etwa zehn Prozent der geschätzten 20.000 PKU-Fälle in den USA verantwortlich ist. „Wir können nicht für jede Mutation eine separate klinische Studie durchführen“, sagt Aurora-Geschäftsführer Edward Kaye. „Die Art und Weise, wie die FDA die Genbearbeitung genehmigt, muss sich ändern, und ich denke, sie haben großes Verständnis dafür gezeigt, dass dies der Fall ist.“
Wie das Medikament für die Gentherapie entwickelt wird
Ein Gen-Editor ist ein spezielles Protein, das sich auf eine bestimmte Stelle im Genom konzentrieren und diese verändern kann. Um einen solchen Editor herzustellen, wird Aurora den genetischen Code für den Editor zusammen mit einem Zielmolekül in ein Nanopartikel einbauen. Insgesamt werden dafür etwa 5.000 Genbuchstaben benötigt. Aber nur 20 davon müssen verändert werden, um die Behandlung auf die Reparatur einer anderen Mutation umzulenken. „Mehr als 99 Prozent des Medikaments bleiben unverändert“, sagt Johnny Hu, Partner bei Menlo Ventures, das die Finanzierung für das Start-up bereitgestellt hat.
Das neue Unternehmen wurde von Hu und Fyodor Urnov, einem recht freimütigen Spezialisten für Genbearbeitung an der University of California, Berkeley, gegründet. Urnov sitzt im Vorstand. 2022 hatte er einen Leitartikel in der New York Times geschrieben, in dem er die „Kluft“ zwischen den Möglichkeiten der Editierungstechnologie und den „rechtlichen, finanziellen und organisatorischen“ Realitäten beklagte, die Forschende daran hindern, Menschen zu heilen.
„Ich ging zu Fyodor und sagte: ‚Hey, wir erzielen mit CRISPR all diese großartigen Ergebnisse in der Klinik, aber warum wird es nicht im großen Maßstab eingesetzt?‘”, sagt Hu. Ein Grund dafür ist, dass die meisten Unternehmen, die an CRISPR-Therapien arbeiten, dieselben wenigen Erkrankungen verfolgen, wie beispielsweise die Sichelzellenanämie – bei der (wie es das Glück wollte) eine einzige Bearbeitung für alle Patienten funktioniert. Dadurch bleiben jedoch rund 400 Millionen Menschen mit 7.000 anderen Erbkrankheiten ohne große Hoffnung auf eine Korrektur ihrer DNA, schätzt Urnov in seinem Leitartikel.
Rettung für Baby KJ
Dann kam im Mai letzten Jahres die dramatische Demonstration der ersten vollständig personalisierten Geneditierbehandlung. Einem Team in Philadelphia gelang es mit Unterstützung von Urnov und anderen, einen DNA-Fehler bei einem Baby namens KJ Muldoon zu korrigieren. KJs Erbgut wies eine völlig einzigartige Mutation auf, die eine Stoffwechselerkrankung verursachte. Obwohl es sich nicht um PKU handelte, zeigte das Projekt, dass Gen-Editing theoretisch einige Erbkrankheiten „auf Abruf“ beheben könnte.
Es unterstrich aber auch ein großes Problem. Die Behandlung eines einzigen Kindes erforderte ein großes Team und kostete Millionen an Zeit, Mühe und Material – und das alles, um ein Medikament herzustellen, das nie wieder verwendet werden würde.
Genau diese Situation soll mit den neuen „Umbrella“-Studien angegangen werden. Kiran Musunuru, der das Team an der University of Pennsylvania mitgeleitet hat, sagt, er sei in Gesprächen mit der FDA, um in diesem Jahr eine Studie mit maßgeschneiderten Gen-Editoren zu starten. Sie sollen sich auf Krankheiten vom Typ Baby KJ konzentrieren, sogenannte Harnstoffzyklusstörungen. Jedes Mal, wenn ein neuer Patient auftaucht, werde man versuchen, schnell eine Variante des Gen-Editierungsmedikaments zusammenzustellen, die auf das jeweilige genetische Problem des Kindes abgestimmt ist.
Musunuru, der nicht bei Aurora tätig ist, hält die Pläne des Unternehmens für PKU nicht für vollständig personalisierte Editoren. „Diese PKU-Bemühungen des Unternehmens haben überhaupt nichts mit Baby KJ zu tun“, sagt er. Er sagt, sein Zentrum konzentriere sich weiterhin auf Mutationen, „die so extrem selten sind, dass wir kein Szenario sehen, in dem ein gewinnorientiertes Gen-Editierungsunternehmen diese Indikation als kommerziell rentabel ansehen würde“.
Stattdessen, so Musunuru, haben Forschende erkannt, dass sie „eine Reihe“ der häufigsten Mutationen „zu einer ausreichend großen Patientengruppe zusammenfassen können, um eine Plattform für die PKU-Therapie kommerziell rentabel zu machen“. Auch wenn dadurch viele Patienten mit besonders seltenen Genfehlern weiterhin ausgeschlossen blieben, wäre laut Musunuru jede Gen-Editierungsbehandlung dennoch „eine große Verbesserung gegenüber dem Status quo, bei dem es derzeit keine Gentherapien für PKU gibt“.
Dieser Beitrag ist zuerst auf t3n.de erschienen.
(jle)
Künstliche Intelligenz
Hinter den Kulissen: Wie White Hats legal in fremde IT-Systeme einbrechen
Anfang Januar 2026 kam es zu einem Cyberangriff auf die IT-Systeme der Kreisklinik in Roth. Über eine Woche müssen die Systeme daraufhin vom Internet getrennt bleiben. Angreifer scannen gezielt die Infrastrukturen von Unternehmen und Behörden nach Schwachstellen. Gelingt der Zugriff, drohen Systemausfälle oder der Abfluss sensibler Informationen. Doch es gibt auch Menschen, die dasselbe tun, um Schaden zu verhindern. Sogenannte White-Hat-Hacker testen IT-Systeme gezielt auf Sicherheitslücken und wollen sie schließen, bevor Angreifer sie ausnutzen können.
Wie die Arbeit solcher White-Hat-Hacker konkret aussieht, zeigen wir im Videobeitrag. Was bedeutet es, ein System „legal anzugreifen“? Wie gehen Penetrationstester vor, welche Werkzeuge nutzen sie und wo liegen die größten Risiken moderner IT-Infrastrukturen?
Anhand des Berichts eines erfahrenen Pen-Testers zeigen wir, wie White-Hat-Hacking in der Praxis funktioniert, welche Schwachstellen besonders häufig auftreten und warum kontrollierte Angriffe heute ein zentraler Baustein der IT-Sicherheit sind.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Hinter den Kulissen: Wie White Hats legal in fremde IT-Systeme einbrechen“.
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USA: Taiwan soll 40 Prozent all seiner Chips in den USA produzieren
Taiwanische Chiphersteller sollen Hunderte Milliarden US-Dollar in den USA investieren. Auf mögliche Rahmenbedingungen haben sich die Regierungen beider Länder jüngst geeinigt. Taiwan spielt mit, um hohe Zölle abzuwenden und die Gunst der USA zu wahren. Dabei geht es auch um die eigene Sicherheit, da sich China weiterhin Taiwan einverleiben will und die USA bisher Schutz zusagten.
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Es soll um bis zu 500 Milliarden US-Dollar gehen. 250 Milliarden sollen durch direkte Investitionen taiwanischer Firmen in die USA fließen: Laut einer Übersicht des US-Handelsministeriums geht es darum, „Produktions- und Innovationskapazitäten in den Bereichen Halbleiter, Energie und künstliche Intelligenz aufzubauen und zu erweitern.“
Die bereits investierten 100 Milliarden US-Dollar des weltweit führenden Chipauftragsfertigers TSMC zählen schon zu den 250 Milliarden. Für die Summe hat TSMC erste Halbleiterwerke in Arizona gebaut. Weitere sind bereits geplant.
Die zweite Hälfte der 500 Milliarden soll durch taiwanische Kredite an taiwanische Firmen fließen, die dafür in den USA ausbauen.
USA drohen
Mit dem Deal wendet Taiwan vor allem eine massive Erhöhung der Zölle ab. US-Handelsminister Howard Lutnick droht ansonsten mit 100-prozentigen Zöllen, die insbesondere US-Hersteller wie AMD, Apple, Nvidia und Qualcomm treffen würden. Sie alle lassen ihre Prozessoren, GPUs und Beschleunigerchips von TSMC herstellen. Die Zahl nannte Lutnick in einem Interview mit dem Sender CNBC.
Im Bestfall reduzieren die USA die Zölle für Taiwan. Ursprünglich verhängte die Trump-Regierung 32 Prozent auf die meisten Produkte und reduzierte sie dann auf 20 Prozent. Nun sollen die Zölle größtenteils auf 15 Prozent sinken, mit 0-Prozent-Ausnahmen auf manche Produktkategorien: „Generika, deren generische Inhaltsstoffe, Flugzeugkomponenten und nicht verfügbare natürliche Ressourcen“.
Bei Chips sollen sich Zollausnahmen an die US-Kapazität richten: TSMC und andere Chipauftragsfertiger dürfen laut den Rahmenbedingungen die 2,5-fache Menge an Chips zollfrei importieren, die sie in den USA selbst herstellen.
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Die USA zielen damit auf eine massive Erhöhung der US-Kapazität ab. Laut Lutnick soll Taiwan künftig 40 Prozent all seiner Chips in den USA herstellen und dort auch notwendige Lieferketten aufbauen. Von „gigantischen Halbleiter-Industrieparks in den USA“ spricht er.
Forderungen nicht abgesprochen
Die Forderungen sind allerdings kaum umzusetzen: Die Halbleiterwerke und Lieferketten sollen noch während Trumps Amtszeit fertiggestellt werden. Das wären regulär etwas mehr als drei Jahre. Dafür müsste umgehend der Bau zahlreicher Halbleiterwerke beginnen, die dann auch zügig die Serienproduktion hochfahren müssten.
Aussagen von taiwanischer Seite machen allerdings auch deutlich, dass diese Ziele offenbar nicht abgesprochen sind. Wirtschaftsminister Kung Ming-hsin sagte gegenüber taiwanischen Medien, dass bis zum Jahr 2036 ein US-Anteil von 20 Prozent ausschließlich fortschrittlicher Chips realistisch seien. Damit sind Fertigungsprozesse ab der 5-Nanometer-Generation gemeint.
Handelsabkommen noch nicht handfest
Schon 2025 zeigten sich die USA als wenig zuverlässiger Partner. Trump sicherte etwa wiederholt Zollausnahmen zu, wenn Firmen in den USA ausbauen. Trotz TSMCs 100 Milliarden US-Dollar kamen dann trotzdem Zölle.
Im Falle von Nvidia verwechselte Trump den Wert von neu hergestellten US-Produkten mit Investitionen in die Produktionskapazität. Nvidia kündigte an, mit Partnern KI-Server in den USA bauen zu wollen. Deren Wert sollte über vier Jahre angesammelt bei 500 Milliarden US-Dollar landen. Trump feierte das als Bereitstellung von 500 Milliarden US-Dollar.
In aktuellen Zeiten ist es daher ratsam abzuwarten, welche Summen wirklich ankommen. Umso mehr, da der Deal von taiwanischer Seite noch gar nicht durch ist. Laut der Nachrichtenagentur Reuters muss ihn das Parlament noch absegnen.
Das ist keine Selbstverständlichkeit, da die regierende Demokratische Fortschrittspartei (DPP) keine Mehrheit im Parlament hat. Teile der Opposition klagten bereits über eine Aushöhlung der heimischen Chipindustrie unter dem Handelsabkommen.
(mma)
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