Künstliche Intelligenz
Punkrock, Giftmüll, Mutationen: The Toxic Avenger im 4K-Heimkinotest
Was macht man mit einem Film, der so blutig, anarchisch und politisch unkorrekt ist, dass Testzuschauer reihenweise das Kino verlassen und die Rechtsabteilungen großer Studios toxische Stressbeulen bekommen? Man schickt ihn durch eine jahrelange Postproduktionshölle, erklärt ihn für „unveröffentlichbar“ und bringt ihn schließlich hierzulande als ungeschnittenes 4K-Spektakel fürs Heimkino heraus.
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Genau das ist dem Film „The Toxic Avenger“ passiert. Ein großer Spaß, der gerade auf Blu-ray Disc, Ultra-HD Blu-ray (UHD) und im Stream erschienen ist – und den wir unseren Lesern keinesfalls vorenthalten wollen.

Peter Dinklage mutiert im Remake zum Toxic Avenger.
(Bild: Capelight)
Macon Blairs Neuinterpretation des Originals „The Toxic Avenger“ aus dem Jahr 1984 ist kein seelenloses Hollywood-Remake, sondern eine hochexplosive Liebeserklärung an den Trashfilm. Sie beweist, dass radioaktiver Schleim und Starbesetzung sich nicht ausschließen müssen. Original und Remake spielen wunderbar mit den Methoden des sogenannten Camp, indem sie Gut-und-Böse-Schemata, Gefühle und Gewalt radikal überzeichnen, und somit jeden Anspruch auf Ernsthaftigkeit konterkarieren.
Wer wissen will, ob Peter Dinklage mit seinem leuchtenden grünen Mop dem bösen Kevin Bacon und Elijah Wood eins auswischt und damit das Erbe des alten Troma-Studios in die Gegenwart rettet, findet auf den nächsten Seiten die passende Analyse. Bevor wir uns der Bild- und Tonqualität der neuen Discs und Streaming-Fassungen widmen, werfen wir zunächst einen Blick auf die Entstehungsgeschichte und das Erbe des Originals.
Die Rückkehr des Mutanten
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Bevor wir tief in den radioaktiven Matsch von heute eintauchen, müssen wir uns vor jener Institution verneigen, ohne die das moderne Genrekino kaum denkbar wäre. Wir schreiben das Jahr 1974, als Lloyd Kaufman und Michael Herz das Label Troma gründeten. Ihr Ziel war ebenso simpel wie radikal: Filme zu produzieren, deren Budgets kaum für das Catering einer durchschnittlichen Hollywood-Produktion gereicht hätten. Troma wurde zum gallischen Dorf des Independent-Kinos – ein Ort, an dem schlechter Geschmack zur Kunstform erhoben wurde und gesellschaftliche Tabus nicht nur gebrochen, sondern lustvoll zertrampelt wurden.
Dieser anarchische Geist von Troma wirkte weit über das Studio hinaus und prägte spätere Regisseure und Stilrichtungen. Das Studio war eine inoffizielle Filmschule für alle, die begriffen hatten, dass rohe Energie und Haltung oft wichtiger sind als makellose Oberflächen.

Im Original von 1984 war der Trashfaktor noch höher. Mitch Cohen (links) mimte den Toxic Avenger, Andree Maranda (rechts) seine blinde Freundin.
(Bild: Troma)
Der ursprüngliche Toxic Avenger von 1984 war keineswegs nur billiger Videotheken-Trash, sondern ein subkultureller Paukenschlag, den man derzeit bei Amazon Prime sehen kann. Formal bedienten sich die Filme der Elemente des Splatter-Horrors, inhaltlich standen Sie jedoch in der Tradition der Komödien von John Waters oder „The Rocky Horror Picture Show“. Camp zelebrierte Subversion, was die Soziologin Susan Sontag 1964 in ihrem Aufsatz Notes on Camp beschrieb.
The Toxic Avenger nutzt Camp als ästhetische Strategie der Überaffirmation: Die Gefühle sind zu groß, die Moral zu grob und die Gewalt zu überdreht. Das Monster ist kein cooler Rächer, sondern ein gutmütiger Trottel, der von einer blinden Frau geliebt wird und Omas über die Straße hilft. Die Gewalt wirkt nicht gefährlich, sondern wie eine schlechte Verkleidung. Sie ist laut und klebrig – sichtbar falsch. Es ist wie bei einem fünfjährigen Kind, das sich an Halloween mit Tomatensoße beschmiert und ruft: „Schau, Mama, ich bin ein Zombie.“ Man sieht sofort: Das ist Spiel, Pose, Verkleidung.

Die Splatter-Effekte von damals taugten eher als Problemfälle für die Waschmittelwerbung. Mit Ariel gingen die Flecken bestimmt wieder aus.
(Bild: Troma)
Mit diesen Methoden des Camp führt der Film kulturkonservative Empörung und Jugendschutz geradezu vor. Die Freigabe „ab 18“ behandelt ihn, als wolle er reale Gewalt verherrlichen oder moralische Vorbilder liefern. Indem der Jugendschutz auf Camp damals wie heute mit Ernst reagiert, geht er dem Film voll auf den Leim. Er nimmt Tomatensoße für Blut und wird durch das große rote Siegel „FSK 18“ selbst Teil des Witzes.
Ohne diese blutigen Exzesse hätte es vermutlich weder die Meta-Gewalt eines Deadpool noch die visuelle Radikalität eines Takashi Miike in dieser Form gegeben. Herr-der-Ringe-Regisseur Peter Jackson kombinierte Camp und Splatter mehrfach in seinen frühen Filmen wie „Bad Taste“ oder „Meet the Feebles“. Sogar James Gunn, heute Architekt des DC-Kinouniversums, begann seine Karriere als Drehbuchautor bei Troma. Und selbst Quentin Tarantino überdreht seine Gewaltszenen dermaßen, dass sie wie Camp die Realität ad absurdum führen und Gelächter statt Angst hervorrufen.
Künstliche Intelligenz
#TGIQF: Das Quiz rund um Satelliten-Navigation
In dieser Woche wurde bekannt, dass die amerikanische Mathematikerin Gladys West, eine der wichtigsten Entwicklerinnen der GPS-Navigation, im Alter von 95 Jahren verstorben ist. Zwar ist der Name den meisten Menschen kein Begriff, aber immer dann, wenn wir uns per GPS-Navigation auf dem Smartphone oder einem Gerät orientieren, nutzen wir das System, für das sie die Grundlagen geschaffen hat. Dazu ein kleines Quiz rund um Satelliten-Navigation.
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Zunächst profitierte nur das Militär von GPS, doch mit der Jahrtausendwende wurde das System auch für den privaten Gebrauch schlagartig attraktiv: Einerseits wurden GPS-Geräte immer kompakter und bezahlbarer, andererseits wurde eine Art Störsignal abgeschaltet, welches die Genauigkeit von GPS für zivile Anwendungen um den Faktor 10 auf 100 Meter verschlechterte.
Doch wie heißt GPS in voller Schreibweise? Das wollen wir von Ihnen wissen in unserem kleinen Nerdquiz zum Wochenende und um Gladys West, GPS und Co… Wer sich vorbereiten will, kann den Nachruf auf West lesen, oder sich mit dem älteren GPS-Jubiläumsartikel befassen.
In der heiseshow stellte Moderatorin Anna Bicker der Stammcrew drei Fragen vorweg: Dr. Volker Zota und Malte Kirchner hatten eine gute Orientierung und fanden größtenteils den richtigen Weg.
Sie können in Ruhe in 10 Fragen maximal 100 Punkte erreichen. Die Punktzahl kann gern im Forum mit anderen Mitspielern verglichen werden. Halten Sie sich dabei aber bitte mit Spoilern zurück, um anderen Teilnehmern nicht die Freude am Quiz zu verhageln. Lob und Kritik sind wie immer gern gelesen.
Bleiben Sie zudem auf dem Laufenden und erfahren Sie das Neueste aus der IT-Welt: Folgen Sie uns bei Mastodon, auf Facebook oder Instagram. Und schauen Sie auch gern beim Redaktionsbot Botti vorbei.
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Und falls Sie Ideen für eigene Quizze haben, schreiben Sie einfach eine Mail an den Quizmaster aka Herr der fiesen Fragen.
(mawi)
Künstliche Intelligenz
Suche nach außerirdischem Leben: Habitable Zonen bislang wohl zu eng gezogen
Ein israelischer Astrophysiker plädiert dafür, das bei der Suche nach außerirdischem Leben zentrale Konzept der habitablen Zone zu erweitern. Der Begriff bezeichnet jenen Bereich um einen Stern, in dem auf Exoplaneten nach aktuellem Verständnis flüssiges Wasser existieren kann. Amri Wandel von der Hebräischen Universität Jerusalem sagt jetzt aber, dass dieser Bereich sowohl in Richtung des Sterns als auch nach außen hin ausgeweitet werden sollte. Gravitativ gebundene Exoplaneten, die ihrem Stern nur eine Seite zeigen, könnten demnach noch viel näher am Stern auf der ewigen Nachtseite flüssiges Wasser vorhalten. Weiter weg könnte flüssiges Wasser dagegen noch unter mächtigen Eispanzern existieren, wo es auf der Oberfläche längst zu kalt ist.
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Könnte unerwartete Funde erklären

Die vorgeschlagene Erweiterung der habitablen Zone
(Bild: Amri Wandel)
Wandel erklärt, dass viele der jetzt entdeckten Exoplaneten nicht in das bisherige Schema passen und das Weltraumteleskop James Webb auch auf Exoplaneten außerhalb der habitablen Zone flüchtige Gase findet. Seine Arbeit könne erklären, warum es auch auf denen flüssiges Wasser und damit eine der grundlegendsten Voraussetzungen für die Entstehung von erdähnlichem Leben geben könnte. Eine Visualisierung seiner Berechnung zeigt, dass die habitable Zone kein schmales Band, sondern ein relativ breiter Bereich sein sollte. Im Sonnensystem würde sie nicht nur von der Erde bis fast zum Mars reichen, sondern sogar den Merkur und die Gasriesen Jupiter und Saturn umfassen. Bei mehreren ihrer Monde wurden bereits Hinweise auf Ozeane unter der Oberfläche entdeckt.
Wenn man die Annahmen über die habitable Zone und ihre Grenze überarbeitet, könnte das dafür sorgen, dass Astronomen und Astronominnen an Orten nach Spuren von außerirdischem Leben suchen, die sie bisher ignoriert haben, meint Wandel. Inzwischen kennen wir mehr als 6000 Planeten um andere Sterne, fast 8000 Kandidaten müssen noch überprüft werden. Dutzende davon gelten als potenziell bewohnbar, auch wenn das durch weitere Beobachtungen oft später wieder ausgeschlossen wird. Wandel stellt seine Überlegungen jetzt in The Astrophysical Journal vor, dort spricht er von einer „erweiterten habitablen Zone“.
(mho)
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Live-Webinar zum Apple-Gerätemanagement: MDM, ABM und neue Funktionen
Das Live-Webinar vermittelt ein solides Fundament für die Verwaltung von Apple-Geräten in Unternehmen. Machen Sie sich mit den neuesten MDM-Funktionen von Apple vertraut und erfahren Sie, welche Neuerungen für Ihre IT-Strategie relevant sind und wie Sie diese gewinnbringend einsetzen.
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Das Zusammenspiel zwischen Apple Business Manager und MDM-Systemen bildet die Grundlage für eine professionelle Geräteverwaltung. Geräte registrieren, Apps verteilen und Konfigurationen zentral verwalten – diese Prozesse sparen Zeit und reduzieren den administrativen Aufwand erheblich.
Mark Zimmermann, Leiter des Kompetenzzentrums für mobile Lösungsentwicklung bei der EnBW, stellt die verschiedenen Bereitstellungsmodelle für Apple-Geräte vor. Er geht unter anderem auf das Declarative Device Management ein, auf die Herausforderungen und Chancen von Apple Intelligence, Moderne Sicherheitskonzepte, Zero Trust Architecture und Platform SSO im Kontext von Apple-Geräten. Sie verstehen, wie diese Konzepte Ihre IT-Sicherheit stärken und gleichzeitig die Nutzererfahrung verbessern.
Wenn Plattformen wie visionOS und watchOS auch in Ihrem Unternehmen an Bedeutung gewinnen, erfahren Sie, wie Sie sie in Ihre bestehende MDM-Strategie integrieren und welche Besonderheiten zu beachten sind.
Das Webinar Apple-Gerätemanagement im Unternehmen: Grundlagen, neue Funktionen und aktuelle Trends richtet sich an IT-Administratoren, System- und Netzwerkverantwortliche sowie Mobile Device Manager. Einsteiger erhalten einen strukturierten Überblick über die Grundlagen. Erfahrene Administratoren profitieren von hilfreichen Details und aktuellen Entwicklungen rund um das Apple-Ökosystem. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, grundlegendes technisches Verständnis ist jedoch von Vorteil.
Vierstündiges Webinar im Februar
Das vierstündige Live-Webinar findet am 24. Februar 2025 statt. Die Veranstaltung bietet ausreichend Raum für Fragen an den Referenten.
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Ein Ticket kostet 169 Euro. Sichern Sie sich 10 Prozent Frühbucherrabatt, indem Sie sich bis zum 26. Januar 2026 anmelden.
Im Anschluss erhalten die Teilnehmer die Folien des Webinars sowie einen Zugang zur Aufzeichnung.
Weitere Informationen und Anmeldung: Apple-Gerätemanagement im Unternehmen: Grundlagen, neue Funktionen und aktuelle Trends
(ims)
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