Künstliche Intelligenz
Alibaba-Forscher: KI-Agent entwickelt Eigenleben beim Training
Ein KI-Agent in China hat während seiner Trainingsphase ein Eigenleben entwickelt und nebenbei heimlich Kryptowährung geschürft. Wie Forscher, die dem chinesischen Internetkonzern Alibaba nahestehen, jetzt in einem Forschungspapier darlegen, fiel das erst auf, als die Firewall des Unternehmens merkwürdige Aktivitäten anzeigte, die von den Trainingsservern ausgingen.
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Der KI-Agent ROME, der auf dem Mixture-of-Experts-Modell Qwen3 basiert, dient eigentlich dazu, Programmieraufgaben zu übernehmen. Er soll Code schreiben, Fehler untersuchen und Software-Repositorys reparieren – laut Paper aber auch allgemeine Workflows wie Reiseplanung oder GUI-Steuerung bewältigen. Das merkwürdige Verhalten habe der KI-Agent aus sich heraus entwickelt, heißt es in dem Papier. Eine untergeschobene Anweisung, eine sogenannte Prompt Injection, oder eine anderweitige Manipulation schließen sie aus. Neben dem Kryptomining habe das Open-Source-Modell auch noch eine Tunnelverbindung ins Internet aufgebaut (Reverse SSH), um die Sicherheitssysteme zu umgehen.
KI-Agenten schwer kontrollierbar?
Der dokumentierte Vorfall zeigt einmal mehr Risiken und Nebenwirkungen davon, wenn KI-Systeme vollen Zugriff auf Dateien und das Netz haben. Die Forscher werten das als deutliches Warnsignal: Aktuelle Agenten-Modelle seien in Sachen Sicherheit und Kontrollierbarkeit noch nicht ausgereift. Laut dem AI Agent Index 2025 fehlen einheitliche Sicherheits- und Verhaltensstandards für KI-Agenten bisher fast völlig. Besonders der Aufbau einer abgesicherten Verbindung nach außen sei ein erhebliches Sicherheitsrisiko gewesen. Die Forscher erklären das Verhalten des KI-Agenten nicht mit bösen Absichten. Die Software habe nur getan, was ihr beim Training als nützlich erschien. Dass autonome Systeme dazu neigen, vorgegebene Regeln für die Zielerreichung zu missachten, belegen auch aktuelle Benchmarks.
Ähnliches wurde auch schon bei dem KI-Agenten OpenClaw beobachtet, der vor einigen Wochen für Schlagzeilen sorgte. Interessierte luden sich den KI-Agenten auf PCs und Macs. Dieser präsentierte sich vorausschauender und proaktiver als klassische Chatbots. Berichten zufolge habe der Agent aber auch manchmal ein Verhalten an den Tag gelegt, das den Interessen des Nutzers widersprach. Auf der Plattform Moltbook diskutieren KI-Agenten bereits in einer Art eigenem sozialen Netzwerk über ihre menschlichen Nutzer.
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(mki)
Künstliche Intelligenz
Überblick über die Architekturen von Web-Apps
Anno 1989, zur Geburtsstunde des World Wide Web, war die Welt noch übersichtlich: Ein Browser stellt eine HTTP-Anfrage, ein Server liefert ein statisches Dokument. Dieses schlichte Request-Response-Modell hat die Webentwicklung über Jahrzehnte geprägt – und kommt auch heute noch zum Einsatz.
Frontend-Entwickler haben über die Jahre viele neue Konzepte darauf aufgesetzt, um Webanwendungen immer individueller, dynamischer und schicker zu machen. Jede Generation von Entwicklern erbte die Entscheidungen der vorherigen, auch die fragwürdigen. So wurde zum Beispiel ausgerechnet die in zehn Tagen zusammengehackte Programmiersprache JavaScript zu einem Kernelement des gesamten Web-Stacks.
- Jede Web-App existiert gleichzeitig auf dem Server und im Browser – die jeweils grundlegend verschiedene Möglichkeiten bieten.
- Von der statischen HTML-Seite bis zu modernem Server-Side Rendering hat die Entwicklergemeinde verschiedene Architekturen hervorgebracht, um dieses Problem in den Griff zu bekommen.
- In vielen Anwendungsfällen fährt man mit althergebrachter Technik einfacher, wartbarer und ökonomischer als mit modernen Full-Stack-Frameworks.
Wer heute eine neue Webanwendung konzipiert, solle die Vorteile und die Probleme kennen, die die entstandenen Bauformen mit sich bringen. Denn keine der Architekturen wurde von den ihr nachfolgenden komplett verdrängt oder vollständig ersetzt, im Gegenteil: Entwicklern steht heute das gesamte Repertoire an Architekturen aus knapp 40 Jahren Web-Geschichte zur Auswahl.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Überblick über die Architekturen von Web-Apps“.
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Künstliche Intelligenz
iX-Workshop: PowerShell für effiziente Systemadministration
Die Verwaltung und Automatisierung von Windows-Umgebungen sind wichtige Aspekte in der Arbeit eines Systemadministrators. PowerShell ist dabei das bevorzugte Werkzeug, um Effizienz, Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit zu gewährleisten.
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In unserem dreitägigen Praxis-Workshop PowerShell für Systemadministratoren erwerben Sie das notwendige Wissen, um sowohl grundlegende als auch fortgeschrittene Aufgaben in der Windows-Administration zu beschleunigen. Sie lernen, PowerShell-Skripte zu schreiben, um wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren, Daten zu verwalten, Berichte zu erstellen und Systeme effizient zu konfigurieren. Der Kurs bietet Ihnen eine Mischung aus Theorie und praxisnahen Übungen, die Sie sofort in Ihrem Arbeitsalltag anwenden können.
Interaktives Lernen durch praxisorientierte Übungen
Während des gesamten Workshops haben Sie Zugriff auf eine eingerichtete Laborumgebung. In diesem sicheren Umfeld können Sie die erlernten Inhalte direkt anwenden und vertiefen, um Ihre PowerShell-Kenntnisse zu festigen.
Der Workshop richtet sich an Systemadministratoren, die in Windows-Umgebungen arbeiten und ihre Kenntnisse im Bereich der Automatisierung mit PowerShell erweitern möchten. Er ist sowohl für Administratoren ohne PowerShell-Erfahrung als auch für diejenigen gedacht, die bereits über grundlegende PowerShell-Kenntnisse verfügen, aber noch unsicher im Umgang mit eigenen Skripten sind.
Ihr Trainer Philip Lorenz verfügt über mehrjährige Erfahrung in den Bereichen Windows Server, VMware und Azure. Seine Kernkompetenz liegt vor allem in der Prozessautomatisierung. Als erfahrener PowerShell-Trainer und DevOps-Experte unterstützt er Administratoren dabei, ihre täglichen Aufgaben effizient zu automatisieren.

(ilk)
Künstliche Intelligenz
Wegen KI-Kosten: Microsoft will mit Abfindungen rund 9000 Stellen abbauen
Microsoft will die Zahl der Angestellten in den USA mit einem freiwilligen Abfindungsprogramm um bis zu sieben Prozent verringern, das wären fast 9000 Stellen. Die Personalchefin habe erklärt, dass Abfindungsangebote an fast alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gehen würden, deren Alter plus ihre Jahre bei Microsoft die Summe 70 erreicht oder übersteigt, berichtet unter anderem die New York Times. „Wir hoffen, dass das Programm den Berechtigten die Gelegenheit eröffnet, diesen nächsten Schritt nach ihren eigenen Vorstellungen und mit großzügiger Unterstützung des Unternehmens zu gehen“, zitiert die Zeitung aus dem Rundschreiben. Der geplante Stellenabbau fällt in eine Zeit wachsender Kosten für den Auf- und Ausbau von Rechenkapazität für KI-Technik.
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Immer neue Entlassungswellen
Für Microsoft ist das Abfindungsprogramm nicht die erste Maßnahme zur Senkung der Personalkosten, für die Betroffenen dürfte sie aber merklich angenehmer sein als die bisherigen Stellenstreichungen. In mehreren Wellen hat der Konzern allein 2025 Tausende Jobs gestrichen, betroffen waren alle Unternehmensbereiche. Zuletzt hatte der Konzern laut CNBC etwa 228.000 Beschäftigte weltweit, 125.000 davon in den USA. Nur an letztere richtet sich jetzt das Angebot, ausgenommen sind den Berichten zufolge bestimmte Führungspositionen sowie Angestellte mit Arbeitsverträgen, die Prämien für einen erreichten Umsatz enthalten. Wie viele der etwa 8750 Berechtigten das Abfindungsangebot angesichts des schwierigen Arbeitsmarkts annehmen, ist noch unklar.
Ungefähr zeitgleich zu Microsoft hat Meta sogar angekündigt, etwa zehn Prozent der Angestellten entlassen zu wollen. Betroffen sind bei dem Facebook- und Instagram-Konzern knapp 8000 Menschen. Zudem sollen 6000 Stellenausschreibungen zurückgezogen werden. Die Kündigungen werden ausdrücklich auch Mitarbeiter betreffen, die „wertvolle Beiträge“ geleistet haben, hat die Personalabteilungsleiterin in einem internen Rundschreiben erklärt. Begründet wurde der Schritt mit den hohen Investitionskosten in KI-Infrastruktur, derselbe Grund, der auch hinter dem Abfindungsprogramm von Microsoft stecken dürfte. Die großen Tech-Konzerne stecken weiterhin Milliardensummen in den Aufbau von Rechenzentren, und die Investitionssumme soll noch weiter steigen.
(mho)
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