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Feed und Fudder Podcast 75 – AI Content: Slop oder nicht Slop? (Jan Firsching)


Künstliche Intelligenz macht Content-Produktion schneller, günstiger und skalierbarer als je zuvor. Gleichzeitig wächst die Sorge vor sogenanntem „AI Content Slop“ – massenhaft produziertem, austauschbarem KI-Content ohne Mehrwert.
In dieser Podcast-Folge spricht Nicola Kiermeier mit Jan Firsching darüber, wie Unternehmen, Marken und Creator KI sinnvoll einsetzen können, wo klare Grenzen verlaufen und warum Strategie, Kreativität und menschlicher Kontext wichtiger werden denn je.

In der aktuellen Folge von Feed und Fudder sprechen Nicola Kiermeier und Jan Firsching darüber, wie KI Content besser machen oder ihn komplett entwerten kann. Wo verläuft die Grenze zwischen Effizienz und Austauschbarkeit? Und warum könnte ausgerechnet echter, menschlicher Content die große Gewinnerin der KI-Welle sein?

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Abstract: Feed und Fudder Podcast Folge 75 – AI Content: Slop oder nicht Slop? (Jan Firsching)

Künstliche Intelligenz ist längst im Social-Media-Alltag angekommen. Was vor wenigen Jahren noch Experimentierfeld für einzelne Nerds war, ist heute fester Bestandteil von Content-Strategien in Unternehmen, Agenturen und Redaktionen. Tools für Text, Bild, Video und Übersetzung versprechen Effizienz, Geschwindigkeit und Skalierung. Doch mit der zunehmenden Verbreitung wächst auch ein neues Phänomen: AI Content Slop. Das sind Inhalte, die zwar technisch sauber produziert sind, aber weder Idee, Individualität noch Relevanz besitzen.

Was ist „AI Content Slop“ überhaupt?

Slop ist nicht gleich KI-Content. Problematisch wird es dort, wo KI nicht als Werkzeug, sondern als Ersatz für Strategie, Kreativität und Kontext eingesetzt wird. Kurz gesagt: Inhalte, die niemand vermissen würde, wenn sie verschwinden.

Typische Merkmale:

  • Austauschbare Bild- und Videoformate
  • Wiederholte Trends ohne eigene Idee
  • KI-generierte Avatare oder Animationen ohne Story
  • Masse statt Mehrwert

Im Gespräch mit Social Media-Experte Jan Firsching wird deutlich: KI funktioniert besonders gut unterstützend, nicht ersetzend. Bewährte Use Cases:

  • Lokalisierung & Übersetzung für internationale Märkte
  • Adaptionen bestehender Inhalte
  • Longform-zu-Shortform-Content
  • Variantenproduktion für Performance-Marketing

In all diesen Fällen stammt die inhaltliche Substanz weiterhin von Menschen und KI übernimmt die operative Umsetzung. Das eigentliche Risiko: Strategie-Losigkeit. Das größte Problem ist nicht KI, sondern fehlende Einordnung. Wer Künstliche Intelligenz einsetzt, ohne zu wissen welche Ziele verfolgt werden, welche Zielgruppe erreicht werden soll, wofür die eigene Marke steht, produziert schnell Content, der zwar sichtbar ist, aber keine Wirkung entfaltet.

Gerade Plattformen wie LinkedIn oder Instagram zeigen aktuell ein Spannungsfeld: Einerseits wird KI-Content kritisch bewertet, andererseits werden KI-Funktionen aktiv integriert. Die Regeln sind noch nicht klar, umso wichtiger ist eine eigene Haltung.

Warum menschlicher Content wieder wichtiger wird

Ein zentrales Learning aus dem Gespräch: Je mehr KI-Content den Feed flutet, desto wertvoller wird echter, menschlicher Content. Nutzer*innen wollen sich nicht ständig fragen müssen: Ist das echt? Ist das KI? Wurde das überhaupt erlebt?

Authentizität reduziert kognitive Reibung und genau das wird künftig ein Wettbewerbsvorteil. KI wird nicht verschwinden, aber der Hype wird sich normalisieren. Wer jetzt lernt, KI strategisch, bewusst und qualitativ einzusetzen, verschafft sich einen Vorsprung. Nicht die Menge entscheidet, sondern die Idee, der Kontext, die kreative Fallhöhe und eine klare Strategie. Anders gesagt: KI kann skalieren, Relevanz nicht.


Transkript Feed und Fudder Podcast 75 – AI Content: Slop oder nicht Slop? (Jan Firsching)

Du bist grad irgendwo, wo es still sein muss, schmöckerst lieber in Texten oder möchtest unsere Folge barrierefrei mit deinem Screenreader lesen? Kein Problem!

Hier gibt es das Transkript zu Folge 75 – AI Content: Slop oder nicht Slop? (Jan Firsching)

Transkript

Nicola:

Hallo und Servus zu einer neuen Folge Feed und Fudder. Heute mit einem Gast. Wir sprechen mit Jan Firsching. Und was kann man sagen: seit 15 Jahren im Business, ewiger Social-Media-Mensch. Oder warst du jemals nicht Social-Media-Mensch?

Jan:

Alles was beruflich war, gibt es kein Leben davor. Das ist krass.

Nicola:

Die Frage habe ich mir nämlich tatsächlich gestellt, als, wir kennen uns ja auch schon sehr viele Jahre, ich habe gedacht, gab es ein Leben vor Social Media?

Und man muss dazu sagen, du bist ja jetzt nicht die Generation, die jetzt seit zwei, drei Jahren dabei ist, also sondern, ich weiß nicht, hast, seit wann bist du Facebook? Seit Gründung?

Jan:

Ich weiß noch, in meinem Praktikum im Studium habe ich einen Twitter-Account aufgesetzt und das war damals so, krass, wir sind auch jetzt schon auf Twitter, wir sind vorne dabei. So lange schon.

Nicola:

Und dann sieht man auch, wie lange es diese Plattform überhaupt gibt. Ich habe gelesen bei Felix Beilharz, dass X inzwischen Twitter, also Twitter X, immer noch wächst. Und daran sieht man wer die Opas und Omas in diesem Business sind. Aber nicht weniger relevant. Ganz kurz, ich glaube, wer lange, lange schon dabei ist, weiß, dass du es seit vielen, vielen Jahren oder hast viele, viele Jahre, ich glaube 13 Jahre, einen Blog gehabt, einen sehr bekannten Social Media Blog und viele, viele Jahre Trends analysiert.

Jetzt machst du das für Strato in der Beratung oder erzähl mal ganz kurz, was machst du eigentlich?

Jan:

Was mache ich? Ich hab eigentlich in einem Startup Social Media angefangen, dann in der Agentur lange gewesen und dort den Blog Futurebiz gemacht. Dann irgendwann von Agentur die Schnauze voll gehabt und bin in die Industrie gegangen. Bei Strato kümmere ich mich um Social Media. Da muss man vielleicht ein bisschen ausholen. Strato ist ein Teil der IONOS-Gruppe. Das heißt, ich mache jetzt nicht nur Strato-Themen, sondern auch für IONOS oder andere Marken innerhalb der Gruppe.

Es ist ein Web-Hosting-Unternehmen, Domains verkaufen, Website-Bilder, Hosting für WordPress und auch immer mehr KI-Lösungen für unsere Kunden.

Nicola:

Unser Thema ist AI-Content-Slop oder nicht-Slop. Also Slop, ich glaube, die meisten wissen, was das heißt. Also Dreck, Schmutz, AI, Schund. Künstliche Intelligenz-Content-Schund quasi.

Das beschäftigt uns tatsächlich und euch wahrscheinlich auch, alle, die Social Media machen und Content machen, dieses Jahr extrem. Also beziehungsweise 2025 hat es uns extrem beschäftigt, weil, vielleicht kannst du mal aus deiner Sicht die Lage beschreiben, also was hat sich eigentlich geändert?

Jan:

Was sich geändert hat, ist, dass, gehen wir mal zwei, drei Jahre davor, da Leute, die sich intensiv mit Content-Produktion beschäftigt haben, mit Social-Media-Content beschäftigt haben, haben experimentiert, was kann ich denn mit verschiedenen KI-Tools machen?

dann sind OpenAI immer stärker gewachsen, immer bekannter geworden und natürlich auch in Unternehmen immer bekannter geworden.

Und dann kommt natürlich die Frage irgendwann auf, wieso nutzen wir denn keine KI?

Was können wir denn mit KI machen?

Wie können wir denn effizienter werden?

Wie können wir besser werden?

Wie können wir schneller werden?

Und das ist natürlich dann auch innerhalb der Unternehmen wichtig,

wird es immer stärker getrieben, der Einsatz.

Nicht nur, okay, ich bin der Nerd, ich probiere mal aus, was es da alles gibt, ich bastle mir meine Chatbots zusammen, sondern es ist in den Unternehmen angekommen und wird so ein bisschen vorausgesetzt, dass man diese Tools nutzt und mit ihnen arbeitet.

Okay.

Nicola:

Ich finde das auch ein interessanter Punkt.

Ich habe diverse Social-Media-Manager, Managerinnen in unserem Umfeld gesehen oder sehe, die jetzt so auf KI-Berater switchen.

Also irgendwie liegt es total nah und es überrascht nicht.

Aber vielleicht kommt es auch genau daher, dass man sich sehr früh schon mit den Tools befasst hat und vielleicht irgendwie schon 2023 irgendwie damit angefangen hat.

Jan:

Ja.

Ja, ist alles und nichts.

Nicola:

Und dann, also wo einfach viel so in den Kinderschuhen gesteckt hat und die Entwicklung ist mega schnell.

Und jetzt ist ja, wenn wir über AI-Content oder KI-Content reden, das ist ja ein Sammelbegriff.

Also im Prinzip,

Alles und nichts.

Da kann minderwertiger Content sein, der komplett iterated ist.

Es kann aber auch ein total hochwertiger Kinofilm theoretisch sein.

Ich habe ein Interview von Roland Emmerich gesehen, der gesagt hat, der arbeitet gerade an einem

völlig KI-generierten Film zum Beispiel, oder Videoclips oder Werbung oder whatever.

Jan:

Vielen Dank.

Nicola:

Also das ist ja alles drin.

Es kann massenhaft produziert sein, es kann aber auch sehr, sehr individuell auf einen gewissen Fall sein.

Wie wuscheln wir uns da durch?

Also am Ende…

Also, weil ich glaube, das ist die Frage der Orientierung.

Ich höre immer das Schlagwort, ja, KI und Content, aber das ist ja so, keine Ahnung, also wie ordnest du das ein?

Jan:

Ja, ich kann, ich ordne es mal ein oder mal so ein bisschen auch, wie wir das hier intern sehen und für was wir das nutzen oder wo wir planen, das zu nutzen.

Für uns ist immer ein Thema, verschiedene Marken, verschiedene Märkte, verschiedene Sprachen, ist Lokalisierung ein Thema.

Und damit hat das ja auch so ein bisschen angefangen.

Nicola:

Vielen Dank.

Jan:

Und dafür ist es auch super hilfreich, Sprachadaptionen zu machen, Übersetzungen zu machen, die dann natürlich nochmal von einem echten Menschen gecheckt werden.

Aber da ist dann KI eher das Tool zur Lokalisierung, die

aber nicht für die Erstellung des Contents.

Das war, sagen wir mal, so der erste Schritt.

Dann war der zweite Schritt, wie können wir denn, das war auch ein Use Case, den man viel gesehen hat, aus Long-Form-Content mehrere Micro-Contents machen.

Auch KI super hilfreich.

Packt die Highlights raus von einem langen Video zum Beispiel.

Er stellt dir Kurzvideos.

Aber auch hier wieder der Basis war kein KI-Content.

Und dann ist irgendwann das Thema mit…

Gen-AI viel größer geworden, KI-Bilderstellung, KI-Avatare, wo es dann wirklich reiner KI-Content ist.

Also KI wird dann nicht mehr zum Tool zur Übersetzung, zum Schneiden von Content.

Nicola:

Vielen Dank.

Jan:

Das ist es immer noch.

Aber jetzt sind wir in einer Phase, wo auch getrieben von einem Meta, von einem Open-AI, wo wirklich…

hier nutz das Tool und erstelle deine Videos, deine Bilder und das so viele du willst.

Veröffentliche sie, wo du willst.

Und das wird dann irgendwann zur Challenge.

Nicola:

Genau, in dem Punkt stehen wir eigentlich jetzt.

Beziehungsweise, wenn wir uns das nächste Jahr anschauen, die nächsten Monate, bin ich mir sehr, sehr sicher, dass diese Frage des Slop sehr, sehr dringend wird.

Also es heißt, die Grenze zwischen effizient erzeugtem KI-Content und qualitativ minderwertigem Content

Jan:

Das ist, wie ich sage, must have, das brauchst du mittlerweile.

Der Slop geht dann für mich los.

Nicola:

Kann man da eine Grenze schon ziehen oder ist es, also weil ich glaube, KI-Tools oder Tools, die KI-Features haben, weiß ich, ich brauche mal darüber diskutieren, ich glaube, das ist okay, also damit kommen wir ja klar zu.

Jan:

Ich weiß nicht, wer alles schon mal diesen Meta-AI-Feed gesehen hat.

Das ist ein super Beispiel.

Für mich ist Slop das tausendste Video von irgendeinem Affen in einem Anzug, der irgendwas erzählt.

So, es ist vielleicht beim ersten Mal, guckst du hin, er ist ganz gut gemacht.

Animation sieht ganz schick aus.

Was er sagt, ist auch lustig.

Brauche ich das aber hundertmal zu sehen, dass der…

Ich reproduziere ja Sachen, die eigentlich andere schon gemacht haben.

Passt die vielleicht so ein bisschen an, dann hat er vielleicht kein Smoking an, sondern Boxhandschuhe, aber es ist, die Story fehlt, es ist, die Individualität fehlt und das ist dann für mich der Slop, den wir eigentlich nicht brauchen und der speziell, glaube ich, auf Social-

ab einem gewissen Level auch nicht im Interesse der Netzwerke sein kann.

Das sieht man ja auch schon jetzt.

Es gibt verschiedene Beispiele.

Ich will jetzt keinen in die Pfanne hauen, aber wenn bei einem Influencer oder Influencerin, Creator rauskommt, okay, die posten jetzt AI-Bilder, dann schau einfach mal in die Kommentare rein, was dann passiert.

Also, dass da ein Kommentar drin ist, oh, cool gemacht, selten, was passiert ist,

Nicola:

Passiert nicht so.

Ich glaube, das ist sowieso nochmal ein spannender Punkt.

Das wäre, glaube ich, auch eine eigene Folge, inwiefern auch menschlicher Content wieder wichtiger wird.

Also ich glaube, das ist ja eh auch eine Chance für echten menschlichen Content.

Aber die Frage, die sich schon aufträgt, ist ja aber auch, inwiefern die Algorithmen natürlich so eine Verbreitung brutal fördern.

Jan:

Ja.

Nicola:

Also ich glaube, das eine ist ja so dieses Thema, sind die Plattformen selber schuld?

Weil man könnte ja auch das einschränken, wenn das zehnte Mal das gleiche Bild ist oder der gleiche Text oder das gleiche, also so schlau sind die Plattformen ja auch, das zu erkennen.

Aber ich habe zumindest aktuell schon den Verdacht, dass es ja so ein schmaler Grad zwischen den Trends, das ist ein Trend, alle springen auf und machen das Gleiche und es ist halt Müll.

Jan:

Ja, ich glaube, die Plattform wissen es selber noch nicht so genau.

Also einer sagt, nehmen wir mal, LinkedIn sagt ja selber von sich, ja, KI-Content finden wir eigentlich nicht so cool, gerade wenn die ganzen Texte aus Chatt-GPT-Komm kopiert werden, ist nicht förderlich für deine Reichweite, schreib es lieber selber, ist besser.

gleichzeitig bieten sie aber ein Feature an für KI-Kommentare zum Beispiel.

Dann frage ich mich so, du willst es eigentlich nicht?

Erzählst auch immer, ja, Kommentare, Keep the Discussions engaging, ist super wichtig.

Und dann bieten sie KI-Kommentare an.

Also für mich ist das so ein bisschen, die haben selber noch nicht so genau den Plan, was oder wie weit können sie gehen, bis der Punkt erreicht ist, wo die Leute sagen, da habe ich keinen Bock mehr drauf.

Ein bisschen vergleichbar früher mit Meta, die immer gesagt haben, ja, Clickbaiting und Engagementbaiting wollen wir nicht.

Aber es läuft ja immer noch.

Nicola:

Absolut.

Zu dem Thema Engagement ist das Gleiche.

Dieses Engagement-basierte Ranking von Content, was ich ja prinzipiell gut finde, also ich finde prinzipiell gut, wenn Interaktion irgendwie die Währung ist, führt ja aber dann auch teilweise eben zu diesen Massenproduktionen.

Also die Frage ist ja auch so, ist es so ein…

in sich erhaltenes System, weil auch dieses Kommentarthema oder das Engagementthema teilweise ja auch AI-generated ist.

Und also das Worst-Case-Szenario ist ja, AI reagiert auf AI.

Jan:

Ja.

Nicola:

Und da ist gar kein Mensch mehr.

Das wäre ja so das absolute Worst-Case.

Das kann ja keine Plattform wollen, oder?

Jan:

Das kann keine Plattform wollen und das kann ich eigentlich auch nicht als LinkedIn-Nutzerin wollen.

Zumindest kommt darauf an, wie ich LinkedIn nutze.

Wenn ich da ab und zu mal reinschaue, gucke, was Leute posten,

Nicola:

Vielen Dank.

Jan:

das vielleicht für mich weniger relevant, aber wenn ich da selber Personal Branding, Thought Leadership und solche Dinge betreibe, dann kann das nicht in meinem Sinne sein, nur auf KI zu basieren.

Also wenn mein Thought Leadership daraus besteht, in ChatGPT einen mittelmäßigen Prompt einzugeben, den zu nehmen und auf LinkedIn zu posten, nicht im Sinn von mir und nicht im Sinn von LinkedIn und deswegen

sprechen, bieten sie die Funktionen an, wenn man sie reden hört oder was sie für Empfehlungen geben, hört sich das ja eigentlich aber anders an.

Und was dann oft dann passiert, ja okay, für Personal Branding oder auch aus Unternehmenssicht für Branding, ist es noch ein

wieder das Tool, wo ich meine eigenen selbst erstellten Inhalte Varianten erstellen kann, lokalisieren kann.

Dafür ist es gut, aber ja, mach keinen AI-Spot für deine Brand.

Oder das ist eher ein Thema für Performance.

Und so sehe ich es im Moment auch.

Für Performance kann man sich, glaube ich, ein bisschen…

mehr auf KI verlassen, vielleicht auch ein paar andere Sachen in Kauf nehmen, die ich für meine Personal Brand oder für mein Branding, die ich nicht machen möchte oder nicht sehen möchte.

Nicola:

Genau, also so aus deiner Erfahrung jetzt einmal aus Agentursicht natürlich, aber jetzt auch aus Unternehmenssicht.

Was denkst du oder was wären deine Empfehlungen zu sagen, wie ist ein Rezept, womit man gut umgehen kann?

Weil einerseits ist ja KI-Content durchaus sinnvoll manchmal, wie du sagst, bei so Performance-Geschichten.

Sind wir ehrlich, dieser Content-Druck, der ja über die letzten Jahre entstanden ist, ist ja auch sinnvoll.

Jan:

Ja.

Ja.

Ja.

Nicola:

Also auch das ist extrem.

Warum muss ich so viel Content produzieren und warum muss ich das rausschleudern?

Und am Ende des Tages, auch das kann man ja hinterfragen, ob der Algorithmus, ob das so sinnhaft ist für Plattformen, so viel Content zu haben, der aber auch irrelevant ist.

Wie geht man als Unternehmen damit um?

Also muss man da mitspielen und dann halt tatsächlich hilft die KI in dem Fall?

Oder wie macht ihr das?

Also habt ihr da so einen Weg, wo ihr sagt, damit fahrt ihr gut?

Jan:

Man muss es auf jeden Fall ausprobieren.

Also es ist, glaube ich, nicht die richtige Einstellung, wenn man sagt, nee, KI nutzen wir gar nicht für Content.

Das ist alles, das sieht alles gleich aus, das funktioniert nicht.

Erstens wissen wir, wie schnell sich die Modelle entwickeln.

Also ich kann jetzt zum Beispiel gar nicht sagen, wie sieht denn KI-Content in anderthalb Jahren aus?

Ist es nochmal besser geworden?

Merke ich überhaupt keinen Unterschied mehr?

Habe ich ganz andere Möglichkeiten, das zu erstellen?

Ist jetzt schon der Peak erreicht?

Glaube ich nicht.

Und deswegen sowohl als Agentur oder als Unternehmen, du musst dich damit beschäftigen.

Wie wir das nutzen, es ist die Beispiele, die ich schon sagte, Lokalisierung.

Man kann auch mehr Personen in das Thema Content-Erstellung reinholen oder schneller reinholen, als es davor der Fall war.

Ja.

Und ja, so wie man ein bisschen sagt, die Juniorenstellen werden durch KI ersetzt.

Das ist zum Teil so.

Und so nutzen das Unternehmen auch.

Es geht eher darum,

Anpassungen einfacher zu machen, schneller zu machen, vielleicht auch von Meta gefordert.

Du brauchst unglaublich viele Creatives für deine Ad-Kampagnen.

Das kann ich damit natürlich viel effizienter machen.

Und dafür ist es auch eine gute Sache.

Und dafür sollte ein Unternehmen oder auch eine Agentur auch nutzen.

Was dann spannend wird, ist, wenn man als Unternehmen mit einer Agentur zusammenarbeitet,

Will man denn dann auch von der Agentur, dass die AI für einen nutzt?

Oder will man dann wirklich von der Human-Brain-Creativity?

Nicola:

Mhm.

Jan:

Ich glaube, es ist vielleicht für Agenturen oder es ist, glaube ich, mehr eine Challenge als für Unternehmen.

Ja, genau.

Nicola:

Ich glaube, Unternehmen haben mehr Spielraum bekommen, würde ich jetzt mal so grob einschätzen.

Ich habe das Gefühl, es wird mehr, also in Unternehmen mehr generell die Content-Produktion mitgedacht und Inhouse gemacht.

Für Agenturen ist es schon eine große Challenge, weil ich weiß selber, wie es ist, wie viele Retainer wurden bezahlt, einfach weil Postings erstellt wurden, weil dein Grafiker saß und so.

Jan:

Vielen Dank.

Nicola:

Also das, glaube ich, ist nicht mehr das Business-Modell, das halt in Zukunft funktionieren wird.

Aber das ist ja die Frage, die wir uns ja auch stellen in der Branche allgemein.

Wie wichtig ist denn eben die Strategie?

Wie wichtig ist die Kreativität?

Und vielleicht ist ja auch, wenn man es mal positiv sieht, schön, dass es wieder mehr auch in die Richtung geht.

Also es ist nicht nur stupide

Content Pieces rausgehauen wird, sondern dass man, wenn man wirklich qualitativ mitspielen möchte, musst du halt eine Strategie haben, oder?

Jan:

Du musst eine Strategie haben und du musst wissen, wie kann ich von KI profitieren?

Nicola:

Wie sieht so das

Jan:

Es gibt natürlich tausend Sachen.

Wenn wir mal bei Content bleiben, wie kann ich KI nutzen, um

mein Content anzupassen an unterschiedliche Zielgruppen?

Wie kann ich ihn ausrollen auf unterschiedlichen Märkten?

Wie kann ich eine höhere Anzahl von Varianten erstellen?

Und dann funktioniert es auch in der Umsetzung.

Wenn man jetzt aber sagt, okay, Geschäftsführer Gerd Müller, ich habe gehört, ich kann jetzt mit OpenAI coole Bilder erstellen, mach doch mal ein paar.

dann ist das keine Strategie, dann ist das ja nur ein Ausprobieren und kann, glaube ich, auch schnell zum Frustrierenden ausprobieren werden.

Nicola:

Wird schwierig.

Jan:

Also, wie es eigentlich immer so ist, was ist denn der erste Use Case, der dir einfällt, wo kann ich es sinnvoll nutzen, den geht man an, den setzt man um und

Sobald du das umsetzt, kommst du ja dann auch schon auf weitere Ideen.

Okay, wir haben jetzt angepasst, dann lass uns jetzt doch mal Varianten machen.

Jetzt haben wir die Varianten, jetzt lass uns doch die Varianten nochmal mit zehn unterschiedlichen USPs für Produkte zum Beispiel machen.

Und so baust du dir dann dein KI-Set, Playbook, was es alles gibt.

Nicola:

Framework.

Genau.

Es gibt ja durchaus…

Auch Risiken.

Also wenn ich jetzt als Marke ohne richtige Qualitätskontrolle, sage ich mal, publiziere und wie du sagst, komm, wir machen mal irgendwie schöne Grafiken und das geht ja so einfach.

Jan:

Die Gefahr besteht auch, was die

Nicola:

Wie siehst du es aus Unternehmenssicht?

Also wie kann man, muss ich sagen, ein bisschen, also strategisch, du bist ja im Unternehmen der Social-Media-Experte, quasi, wie kann man

Was kann man tun, um nicht die Gefahr zu laufen, so als Slop-Produzent am Ende wahrgenommen zu werden?

Weil die Gefahr besteht ja schon auch, wie Sie wissen gerade.

Jan:

Was, glaube ich, aber oft auch ein Hindernis ist, ist die eigene Denkweise.

Und das ist ja, ich könnte jetzt sagen, leider so, was für uns vielleicht beides slop ist,

könnte ja sein, dass ganz viele von Kunden sagen, ach, das ist ja lustig, das finde ich gut.

Nicola:

Ja, das stimmt.

Jan:

Oder das ist ja gut gemacht, man hat oft seine eigene Brille auf, die haben aber nicht, oder jeder hat eine unterschiedliche auf.

Nicola:

Da vergisst man das manchmal, dass…

Jan:

Und deswegen muss man es ausprobieren, dann ist natürlich On Brand, eins meiner Lieblingswörter, das ist dann natürlich eine Challenge.

Wenn du da wirklich

zu 100% darauf achten willst, dann wird es super schwierig für dich.

Und da muss man dann eben so ein bisschen das Mittelmaß inzwischen ausprobieren, was finde ich vielleicht doof, aber Zielgruppe eventuell gut und wie weit bin ich bereit, vielleicht auch ein bisschen mal, zumindest bei einem Test, meine Brand außen vor zu lassen.

Dauerhaft kann man das sicherlich nicht machen.

Also wenn man nur mit ungebrandetem AI-Content arbeitet, dann ist die Marke auch irgendwann weg, beziehungsweise welche Marke ist es dann, weil es sehr eng ist.

Nicola:

Es wird halt belanglos.

Jan:

Genau.

Ja, es gibt sehr viele…

Nicola:

Wobei das sind ja Grundregeln unabhängig von AI-Content.

Also kann man AI streichen?

Content.

Also hat man eine gute Strategie, hat man eine gewisse Brand-Sichtbarkeit.

Was ist generell?

Was will man erzählen?

Also was ist der Mehrwert?

Jan:

Vielen Dank.

Nicola:

Und letztlich, ich glaube, da sind wir Social-Menschen ja tendenziell auch offener,

sind wir nie so ganz so streng mit der CI eigentlich, weil die Plattformen ja auch gewisse Looks haben oder schon gewisse Farbwelten vorgeben.

Also deswegen, ich glaube, das ist ja eher so immer die Diskussion mit dem Marketing oder mit den Hütern der CI, wie weit kann man gehen und wie weit nicht, bei welchem Thema kann man das machen, vielleicht bei welchem aber auch nicht.

Ja.

Und am Sprich aber, was ich jetzt so rausgehört habe, ist ja grundsätzlich eine Welt ohne KI-Content, weiß ich nicht, will es das nochmal geben?

Jan:

Ich glaube es ehrlich gesagt nicht.

Ich glaube, was interessant sein wird, ist, ob es, wird ja oft auch, seit Social Media ist tot, ist es aber eigentlich auch schon ewig, aus den unterschiedlichsten Gründen.

An diese AI-Feeds glaube ich nicht.

Ich glaube eher, es kommt noch mal irgendwas ganz anderes.

Vielleicht ist es dann auch eine Kombination aus,

AI, Gaming, VR, wo es, glaube ich, ganz wilde Sachen noch geben könnte.

Ich glaube, dass es erstmal nicht weggeht.

Aber das ist, was sich in den letzten zwei Jahren bei dem Thema getan hat.

Viele probieren Sachen aus, sind dann fertig mit den Ergebnissen.

Okay, neues Modell, neues Tool.

Das muss man sich auch bewusst sein, dann fängst du eben nochmal wieder von vorne an oder das, was du dir erarbeitet hast, ist dann zwar ein Learning für dich, aber es ist eigentlich schon wieder veraltet und das wird, glaube ich, für alle super challenging.

Ich glaube, keiner weiß ganz genau, was da passiert.

Nicola:

Auch die Plattformen ja nicht, die sind ja auch noch relativ, ja, also wie immer, also es ist keine Neuigkeit bei Facebook oder Meta, irgendwie viele Jahre verfolgt, ist ja so, die versuchen ja immer irgendwie mitzuschwimmen und gucken dann, was funktioniert, was nicht so gut funktioniert.

Was ich aus Industrie-Sicht spannend finde, wenn man die AI-Entwicklung anguckt, ist ja, dass viele im Mittelstand zum Beispiel eher dahin gehen, zu sagen, okay, wir haben KI-Modelle nur für uns, also die nicht offen sind, sondern die nur für dieses Unternehmen funktionieren, für einen gewissen Use Case.

Jan:

Vielen Dank.

Nicola:

Also ich glaube, in die Richtung wird sich auch einiges noch tun, dass es nicht so generalistische

Lösungen vielleicht gibt, sondern eher dann fallspezifisch.

Das wäre ja auch auf Content-Sicht natürlich spannend.

Wie du sagst, für euch ist das Language-Thema irgendwie spannender für manche Unternehmen, aber es ist gar kein Thema, weil, keine Ahnung, die haben diese Herausforderung gar nicht.

Also das, glaube ich, nochmal so ein Ding.

Jan:

Eigene Modelle oder vor allem auch Datenschutz, digitale Souveränität ist ein ganz wichtiges Thema für auch Unternehmen.

Will ich meine Daten rausgeben?

Später, wenn ich dann auch mit vielen Kundendaten arbeite, abhängig davon, wer ich bin, darf ich das überhaupt?

Bin ich eine große Anwaltskanzlei?

Will ich…

Daten von aktuellen Mandantenfällen in der KI geben.

Klar gibt es da auch schon wieder eigene Lösungen mit auch den richtigen Datenschutzlösungen, aber das ganze Legal-Thema rund um AI ist super wichtig.

Was passiert mit den Daten von Mitarbeitern, Mitarbeiterinnen, die die KI nutzen?

Das ist wiederum dann aber ein, wie das heißt, den Vorteil bei Agenturen, weil die sowas natürlich schneller mal ausprobieren können.

Was kann dieses Tool, was kann das Tool?

Das ist ein großer Vorteil, den du in deinem Unternehmen umso größer es wird, umso schwieriger, vielleicht auch umso unnötiger, sondern eher dann von Erfahrung schon profitieren.

Nicola:

Das war schwieriger natürlich, ja.

Jan:

Und da ist, glaube ich, dann die Beraterrolle bei solchen Tools, also der KPI-Berater für Tools für Unternehmen, der ist, glaube ich, nicht unwichtig.

Nicola:

Ja, also unabhängig von KI war das eh schon so ein Thema.

Ich hatte länger oder immer mal wieder auch mit Kollegen, Kolleginnen von Behörden zum Beispiel gesprochen, die auch sagen, ob es KI-Tools sind oder nicht.

Wenn die einen Pitch ausschreiben, müssten die theoretisch alle Tools testen, weil aus Fairnessgründen, viel Spaß, die Tool-Welt ist sehr groß geworden.

Und da ist es zum Beispiel so, dass sie dann teilweise wirklich den Umweg gehen und sagen, okay, wir arbeiten mit einer Agentur zusammen und können so den Umweg gehen.

Also ich glaube auch als Agentur musst du dir halt den Markt echt genau angucken und schauen, wo sind die Bedürfnisse und wo hast du vielleicht dann die Lösung in diesem Wirrwarr oder in dieser Vielfalt,

Und das mit dem Datenschutz ist ein ganz großes Thema.

Aber nicht nur Datenschutz, auch Urheberschutz.

Also wir haben das Thema, Shoutout hier an den Carsten Ulbricht, Stand jetzt, laut ihm ist es so, nach deutschem Recht, das wird sich aber auch nochmal, da wird sich auch viel tun in den nächsten Jahren, also das ist auch sehr dynamisch, dass wenn ein Werk 100% KI generiert ist, dann ist es nicht geschützt.

Dann kann ich das benutzen.

Und das muss ich als Brand natürlich auch mitdenken.

Möchte ich das?

Wenn man sagt, ja, von mir aus, also keine Ahnung, ich finde das nicht schlimm.

Aber wenn ich zum Beispiel einen sehr, sehr hochwertigen Film gedreht habe oder eine Serie oder keine Ahnung und ich es nicht schützen kann,

weil es 100% KI generiert ist, dann muss ich das zumindest mitgedacht haben.

Also das sind so ein paar Dinge, glaube ich, aus Brandsicht, die man nochmal so einfach im Hinterkopf behalten sollte, gerade im Social-Media-Content, wo es sehr schnell produziert wird.

Und ich bin mir ehrlich, bei so Performance-Themen und Werbung und Slots,

Keine Ahnung, ich glaube, da wird auch niemand klauen, glaube ich.

Aber bei zum Beispiel sehr hochwertigen Werbeclips, wo viel Arbeit drin steckt, da muss man sich das, glaube ich, schon mal angucken, wie sehr will man das schützen auch.

Jan:

Ja, ich finde aber richtig, dass es nicht geschützt ist.

Weil, ja, ich prompte das, ich habe mir vielleicht die Idee überlegt, aber die kreative Umsetzung macht die KI und nicht die Personen dahinter.

Deswegen finde ich das in diesem Fall schon richtig, aber es ist natürlich klar, das kann passieren.

Das kann ein Unternehmen nicht wollen, speziell wenn es Brand-Kampagnen sind.

Wenn das jetzt so austauschbare Prospekt-Spots sind, da sehen die alle jetzt schon gleich aus.

Nicola:

Ja, ich glaube, da ist es nicht so dramatisch, ne?

Jan:

Da brauchst du auch nicht kreativ groß was zu klauen.

Obwohl Agenturen ja auch schon längere Zeit nicht schlecht darin sind, Ideen zu klauen und zu adaptieren.

Nicola:

Gut adaptiert, nennt man das dann.

Jan:

Ja.

Nicola:

Ja, genau.

Jan:

Clever geklaut.

Nicola:

Also clever geklaut, ja, genau.

Ja, aber das wird schon nochmal ein Thema sein.

Also ich glaube auch aus CI-Sicht und aus Brandsicht einfach, wie weit kann man da gehen?

Und da wird sich auch einiges tun.

Grundsätzlich vielleicht nochmal aus deiner Sicht, wenn wir jetzt zu dem Slop-Thema nochmal schauen,

vielleicht auch so final aus Usersicht, wie schätzt du das ein?

Denkst du, die Leute werden überdrüssig oder akzeptiert man das?

Weil das ist ja auch so eine Glaskugel und auch ein schmaler Grat.

Jan:

Also, persönlicher Case, was mich nervt, ist, wenn ich sowas geschickt bekomme.

Nicola:

Nervt es?

Wie weit muss es gehen, dass die Leute keinen Bock mehr auf die Plattform haben?

Oh Gott, ja, ich hasse das auch.

Jan:

So, und dann, das hast du vor anderthalb Jahren nicht gehabt und jetzt ist es so, du kriegst irgendwas oder siehst irgendwas, ist das jetzt echt oder nicht?

Nicola:

im Feed landet und man will es nicht.

Ja.

Jan:

Und dann geht es schon los, will ich mir überhaupt Gedanken darüber machen müssen, ob das jetzt was Echtes ist oder nicht?

Wird es mir irgendwann egal sein, ob das echt ist oder nicht?

Persönlich würde ich sagen, wenn das nicht echt ist, dann verliert es 80 Prozent mindestens von seinem Reiz.

Es gibt ja verschiedene Beispiele, gerade bei Tiervideos, Bären laufen, fünf Bären laufen auf den Hinterpfoten die Straße lang.

Wenn es echt wäre, würde ich sagen, lustig, krass.

Wenn es KI ist, witzlos.

Und…

Ich glaube, Leute wollen nicht überlegen, ob das echt ist oder nicht.

Und dann wird sich entscheiden, ob es die Leute interessiert, ob es echt ist oder nicht.

Und da es dann so eine breite Masse ist, ich glaube, es wird an Reiz und an Wirkung sowas verlieren.

Das ist vielleicht jetzt am Anfang lustig.

Tob dich aus, mach bescheuerte Sachen.

Da gibt es ja…

Papa Platte gleich am Anfang sein Profil zur Verfügung gestellt für Sora und gesagt habe, hier, mach damit quasi, was ihr wollt.

Dann kommen natürlich bescheuerte, lustige Videos raus, aber die will ich dann auch nach zwei Wochen, okay, ich habe es jetzt gesehen.

Was kommt jetzt?

Nicola:

Also es geht schon um Unterhaltung auch, ne?

Also dass man unterhalten bleibt, oder?

Jan:

Ja, das würde ich sagen, darum sind ja, die Leute auf Social Media lassen sich berieseln, wollen sich unterhalten lassen.

Information, es gibt dann auch diese Infovideos, die mit KI gemacht sind, finde ich dann fast noch eher okay.

Da geht es dann wieder darum, sind denn die Infos korrekt, die ich da übermittelt bekomme.

Aber diese Videos, die so echt aussehen sollen, es dann aber nicht sind.

Warum?

Nicola:

Also ich finde, wie gesagt, ich glaube, am Ende ist ja auch die Idee und die kreative Fallhöhe irgendwie entscheidend.

Jan:

Ich habe es nicht so gut.

Nicola:

Also wenn es 100% KI generiert ist, aber die Grundstory oder die Grundidee ist gut und erhält mich, habe ich halt weniger Probleme, glaube ich, damit.

Schwierig wird es, wie du sagst, mit so…

Ja, austauschbaren Sachen.

Und mir geht es ähnlich.

Ich bin zu faul.

Ich habe keinen Bock, drüber nachdenken zu müssen, ob das Video echt ist oder nicht.

Ich habe da gar keine Lust zu.

Weil ich muss in meinem internen Hirn, ich muss im Hirn intern den Filter immer drüber laufen lassen.

Und das finde ich super anstrengend.

Jan:

Es.

Nicola:

Deswegen, keine Ahnung, auch wenn es gekennzeichnet ist oder nicht, weiß ich nicht, finde ich auch nervig.

Und jetzt mal kurz.

Also meine Einschätzung nach ist deswegen auch der echte Content bis zu einem gewissen Grad wieder relevanter, weil ich da nicht nachdenken muss, weißt du?

Wenn ich jetzt zum Beispiel, ich komme aus dem Sport, Bundesliga-Highlights sehe und ich weiß, das sind die Bundesliga-Highlights, fertig.

Also das wird spannend, dieses Spannungsfeld wird spannend, ob dieser AI-Slob auch dazu führt, dass du es dir wieder einfacher machen kannst bis zu diesem Grad, indem du total einfach echten Content machst, der vielleicht auch gar nicht so teuer ist und gar nicht so aufwendig, aber weil die Leute dann nicht mehr drüber nachdenken müssen, ob das jetzt, wie soll ich das einordnen?

Jan:

Wie soll ich das einordnen und Kennzeichnungsplicht?

Das meiste ist ja nicht gekennzeichnet.

Nicola:

Ja eben, sowieso nicht, ja, ja.

Jan:

Also es ist ja eher so, die versuchen ja, also gibt es ja auch welche, die dann Tausende von Videos raushauen in der Woche.

die nutzen dann ja wiederum KI, um es so aussehen zu lassen, als wäre es nicht mit KI erstellt.

Dann gibt es ja so Indikatoren, okay, das ist ein Indikator davor, die nutzen dann wiederum KI, um dass es nicht so offensichtlich ist.

Nicola:

Was ein Riesenaufwand ist, was ja auch wieder voll der Quatsch ist, wenn du überlegst.

Jan:

Also man will ja, dass es nicht nach KI aussieht, aber

Aber ist es dann wirklich notwendig?

Oder ist es dann der Sinn dahinter?…………………

Nicola:

Also letztlich ist ja immer die Frage erstmal, also Aufwand und Ertrag, also ich bin halt super pragmatisch, wenn ich halt viel, viel, viel, viel mehr Aufwand habe, als würde ich einfach das Handy in die Hand nehmen und das Video schnell drehen, dann habe ich schon gar keinen Bock mehr.

Das ist, glaube ich, das eine, als Unternehmen musst du auch überlegen, wie viel Zeit investierst du da.

Als Test und so und wenn du es in ein Framework bekommst, dass es irgendwie schneller funktioniert, finde ich, macht es voll Sinn, aber letztlich unterm Strich musst du auch gucken, Aufwand und Ertrag.

Dann, glaube ich, immer und dann auch strategisch, es gibt Branchen, wo das total Sinn macht.

Also zum Beispiel, wenn ich jetzt in einem Pharma-Bereich arbeite oder in irgendwelchen sehr spezialisierten Bereichen, wo ich vielleicht nicht mit Menschen arbeiten kann.

Jan:

Vielen Dank.

Nicola:

dann macht es vielleicht Sinn, Lösungen zu finden, wo man Sachen generiert, wie du sagst, wir hatten das Thema Infografien, aber auch vielleicht Avatare, die Dinge erklären können, wo du auch Menschen schützen kannst.

Ich finde, das macht auch total Sinn.

Und ich glaube, das ist so ein großes, großes Spielfeld, wo jeder, alle, die auch zuhören, wäre mal spannend, in welchen

Also wo tut es weh?

Also wo ist vielleicht eine Grenze, wo ich was nicht machen kann?

Und sich dann vielleicht auch zu überlegen, gibt es da eine KI-Lösung?

Jan:

Es wird noch viel schlimmer und dann wird es sich, glaube ich, bereinigen, verändern.

Nicola:

Also abschließend, AI-Slope oder nicht, wird es schlimmer, weniger schlimm?

Was wäre das Abschließt?

Fazit, Tipp?

Ich finde, es hört sich doch gut an, also nach dem Sturm, eigentlich wie immer, oder?

In den letzten fünf Jahren immer so gewesen, oder?

Ja, es wird schlimmer und dann haben die Leute genug und dann wird es wieder normalisiert.

Jan:

Und so wird es auch sein.

Das ist eigentlich dieser Hype-Cycle und der hat sich ja oft schon als ein Pferd ausgesucht.

Nicola:

Bewahrheitet.

In dem Sinne, vielen, vielen Dank für deine Zeit.

Wir werden uns bestimmt nochmal hören vielleicht auch in diesem Jahr und das Thema auch weiterhin beobachten.

Ich bin gespannt.

Weg kommen wir von dem Thema nicht, aber wie wir damit umgehen.

Also ich glaube, das bleibt eine Diskussion, gerade im Social-Bereich.

Und in dem Sinne, vielen, vielen Dank, Jan, für deine Zeit.

Jan:

Dankeschön, hat Spaß gemacht.

Happy Slopping.

Tschüss.

Nicola:

Ciao, wir hören uns.



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Social Media

13 Social-Marketing-Aufgaben, die du in unter 30 Minuten erledigen kannst


Die Sonne kommt raus. Es wird Zeit für deinen Social-Media-Frühjahrsputz! Denn machen wir uns nichts vor: Unser Fokus liegt meistens nur auf dem Content, nicht aber auf dem ganzen Drumherum. Aber das ändern wir jetzt! Wir haben euch 13 Aufgaben aufgeschrieben, die ihr jetzt sofort und mit wenig Zeitaufwand umsetzen könnt:

  1. First Things first: Stimmen die Angaben im Info-Bereich deiner Profile noch? Gibt es Felder die du neu ausfüllen kannst?
  2. Hast du schon einmal über ein Update von Profilbild und Coverfoto nachgedacht?
  3. Entferne alle Administratoren von deinen Accounts und aus den Business-Managern, die dort nichts (mehr) zu suchen haben. Auch Fake-Accounts solltest du dringend entfernen. Und wenn du gerade dabei bist, überprüfe auch die Sicherheitseinstellungen für deinen Account.
  4. Verifiziere deinen Business-Manager, um die Accountsicherheit weiter zu erhöhen.
  5. Mache dir über den Einsatz von Nachrichten für Pages und Accounts Gedanken. Hast du eine Abwesenheitsnotiz und eine automatische Antwort für deine Accounts eingerichtet? Sind diese noch aktuell?
  6. Ist dein Konto oder Profil in der richtigen Kategorie gelistet, damit es schneller gefunden wird?
  7. Prüfe das Impressum deiner Facebook-Seite. Bei Facebook gibt es dafür ein eigenes Feld in den Einstellungen.
  8. Verbinde deine Facebook-Seite mit deinem Instagram-Konto, und verlinke auch Accounts auf anderen Netzwerken.
  9. Richte einen Call-to-Action Button für deine Accounts ein.
  10. Plane deine Social-Posts für die nächsten 7 Tage.

3 Bonus Aufgaben:

  1. Überlege dir, welches Unternehmensziel du in den nächsten sechs Monaten mit deiner Social-Media-Arbeit unterstützen möchtest.
  2. Überlege dir, wie viel Zeit du jede Woche für deine Social-Accounts einsetzen kannst. Vermerke dir diese als wiederkehrende Aufgabe im Kalender.
  3. Überlege dir, wie viel Budget (für Anzeigen und die Erstellung von Inhalten) du in den nächsten 6 Monaten für Social zur Verfügung hast. Stelle dir dafür einen groben Marketingplan auf.

Alles erledigt? Super! Dann kannst du dich jetzt für den Rest des Tages zurücklehnen!



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Social Media

Feed und Fudder 78 – Content über den niemand spricht


Psst, wir wagen uns in die dunklen Ecken von Social Media. Klingt gruselig, ist aber ganz harmlos und doch wenig bekannt. Dark Social bezeichnet Plattformen und Funktionen, die wie soziale Netzwerke aufgebaut sind oder innerhalb von Social Plattformen, wie Gruppen, existieren, aber nicht öffentlich zugänglich sind.

Der Clou an Dark Social: die große Menge an User-Generated-Content! Nirgends reden die User*innen so frei und offen, wie in geschlossenen Räumen. Dark Social Kanäle sind zahlreich, denkt an Whatsapp-Chats, Facebook-Gruppen oder auch Bewertungen in Google Maps.

Viele Marken und Unternehmen haben das Potenzial von Dark Social noch gar nicht erkannt. Auch weil der Zugang natürlich nicht so leicht ist. Wir sprechen im Podcast, wie Marken das Potenzial von Dark Social nutzen können und welche Kanäle ihr nicht verpassen dürft!

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Mehr Informationen


Mehr zum Thema:

Die Macht des privaten Teilens: Warum Dark Social der nächste große Wettbewerbsvorteil ist

GEO für die KI-Suche – Erfolgsfaktor Social Media: Die besten Insights aus Blog und Podcast


Transkript Feed und Fudder Podcast Folge 78 – Content über den niemand spricht

Du bist grad irgendwo, wo es still sein muss, schmöckerst lieber in Texten oder möchtest unsere Folge barrierefrei mit deinem Screenreader lesen? Kein Problem!

Hier gibt es das Transkript zu Folge 78 – Content über den niemand spricht

Transkript

Nicola  

Hallo und Servus zu einer neuen Folge Feed & Fudder mit Alex und mir, der Nici. Hallo Alex.

Alexander  

Hallo, herzlich willkommen. Darf ich die heutige Folge mit einem Sprichwort starten?

Nicola  

Ja, von mir aus, komm, hau raus.

Alexander  

Im Dunkeln ist gut munkeln.

Nicola  

Wow, aus welcher Kiste hast du das rausgeholt? Ich dachte, wir machen heute unsere Karma-Punkte, weil wir über Content reden, über den niemand spricht. Das sind unsere Karma-Punkte, dass man auch mal dem Content eine Chance gibt, über den eigentlich niemand sprechen möchte oder den niemand sieht.

Alexander  

Und teilweise haben diese Orte sogar einen Namen, deswegen auch mein Sprichwort. Da kommen wir gleich dazu, was das bedeutet: Dark Social.

Nicola  

Witzigerweise denke ich bei Dark Social immer an Darknet, so böse. Aber es ist gar nicht so böse, es wird heute nicht so böse.

Alexander  

Genau.

Nicola  

Und vielleicht darf ich ein Zitat einwerfen von Lara Daniel, die einen Gastbeitrag auf allsocial.de geschrieben hat, schon etwas länger her, über Dark Social. Schaut gerne nochmal nach, vielleicht verlinkst du das in den Shownotes. Sie ist Co-Founderin und CEO der Social-Media-Agentur Pulse Advertising.

Sie hat den Artikel damit begonnen, dass sie schreibt: Es ist eine unbequeme Wahrheit für alle, die im Social Media Marketing arbeiten. Der Großteil des Content-Sharings und der Gen Z findet an Orten statt, die nicht sichtbar sind. So, was heißt das eigentlich?

Alexander  

Ich würde sagen, wir trennen das. Wir reden zuerst über Content, der enorme Reichweite hat, aber von Marken nicht wahrgenommen wird, der an sichtbaren Orten stattfindet, wie Google Maps oder TripAdvisor. Und das Zweite sind diese Dark-Social-Geschichten. Die kann man schlichtweg nicht einsehen, weil sie nicht einsehbar sind, wie Direct Messages, private WhatsApp-Gruppen oder Facebook-Gruppen.

Nicola  

Das ist eine gute Idee. Eine meiner meistfrequentierten Apps ist Google Maps, bin ich ehrlich. Das ist echt traurig, aber ich liebe diese App. Ich schaue mir so gerne Orte an. Und wenn ich irgendwo hinfahre, recherchiere ich und markiere mir Orte. Ich schreibe Rezensionen und es ist unfassbar, welche Reichweiten man über Google-Rezensionen bekommen kann.

Es gibt so viele tolle Orte. Ich glaube, ich habe es schon mal erwähnt: In Heidelberg ist eine der berührendsten Sehenswürdigkeiten der Spongebob-Schwammkopf-Elektrokasten, wenn man reinfährt. Diese Rezensionen sind Content-Gold. Auch Stadien sind Content-Gold. Eine meiner Lieblingsrezensionen war bei der Allianz Arena: tolles Stadion, zu weit weg.

Alexander  

Ich habe leider den Namen der Stadt vergessen, aber es war eine Stadt in Baden-Württemberg. Die hatten mitten in der Stadt eine Baugrube. Dann ist das Geld ausgegangen oder man wusste nicht, was man damit macht. Irgendwann wurde das bekannt als „das Loch“ und hat hervorragende Bewertungen als Fünf-Sterne-Reiseziel bekommen, auf Google Maps oder TripAdvisor.

Nicola  

Ja, ich liebe es. Es gibt auch bei uns im Ort Markierungen von lustigen Locations. Die Insider wissen, was das ist. Es sind keine offiziellen Orte. Aber ich liebe Google-Rezensionen, sie machen unfassbar Freude. Ich lese sie auch gerne, einmal weil ich etwas wissen will, aber auch weil sie unterhaltsam sind. Das findet nicht so richtig in der Öffentlichkeit statt. Niemand spricht darüber.

Das sind die User unter sich. Es findet aus User-Sicht statt und sehr aktiv. Der Anteil an User-Generated-Content auf Google Maps, Rezensionsportalen, TripAdvisor, Kununu oder Arztbewertungsportalen ist extrem hoch. Aber in Marketingabteilungen denkt man nur in Plattformlogiken: Wie ist das Sentiment auf Facebook? Wie ist es auf TikTok? Aber mal zu schauen, wie stehen wir auf Google Maps da, daran denkt niemand.

Manche schon, gerade Local Stores. Wenn ich lokale Rezensionen schreibe und wieder in den Laden gehe, wurde ich schon angesprochen. Eine Ladenbesitzerin hat mir gedankt. Sie hat gesagt, das war wertvoll und hat ihrem kleinen Laden geholfen. Das ist total schön.  

Ich habe mal nachgeschaut: Ich mache das aus Spaß, nicht professionell, aber ich habe inzwischen 806 Rezensionsbeiträge. Da war ich selbst überrascht.

Alexander  

Krass, du bist ja voll die Google-Maps-Influencerin.

Nicola  

Und manche Beiträge haben unfassbare Reichweiten, gerade ältere. Ich habe inzwischen fast 500.000 Views in Google-Rezensionen. Und was ich mache, ist harmlos. Es gibt Leute, die machen das professionell und haben unfassbare Reichweiten. Gerade bei lokalen Locations mit schönen Bildern.  

Alexander  

Also alle Läden da draußen: Wenn ihr bisher keine Rezension von Nicola habt, strengt euch mal an.

Nicola  

Ich mache nur positive. Ich mache kein Bashing. Ich schreibe nur, wenn ich finde, dass es wirklich gut ist und sie es verdient haben.  

Es ist erstaunlich. 1000 Views auf einen Beitrag sind nicht selten. Und seien wir ehrlich: Wenn du Instagram machst, ist es als Privatperson schwer, Views zu bekommen. Und das sind Evergreens. Wenn sie einmal drin sind, werden sie immer wieder gesehen.  

Ich hatte bei einem Restaurant in Heidelberg 7500 Views, der Beitrag ist zwei Jahre alt. Es ist erstaunlich, wie viel Reichweite da entsteht. Google Maps ist für mich Content, über den niemand spricht, der aber wirklich Reichweite bringt, unterhaltsam ist und sich lohnt.

Alexander

Sie sind auch manchmal total amüsant. Ich finde es lustig, wenn Leute sich beschweren, weil sie etwas völlig anderes erwartet haben. Zum Beispiel gehen sie in ein Fitnessstudio und erwarten einen Supermarkt.

Nicola

Oder wirklich Stadien. Schaut euch Stadionrezensionen an. Da steht dann: schönes Stadion, gute Stimmung, aber nicht mein Verein, nur ein Stern. Leute, echt jetzt? Das geht nicht.

Alexander

Aber du hast gerade etwas Entscheidendes gesagt: Die Ladenbesitzerin hat sich bei dir bedankt. Die Awareness ist ganz unten, aber die meisten Ladenbesitzer sind keine Marketingexperten. Trotzdem ist ihnen bewusst, wie wichtig das ist.

Nicola

Weil sie den direkten Effekt sehen. Für sie ist es wertvoll.

Alexander

Wir kommen gleich zu Dark Social. Aber es ist interessant, dass im professionellen Marketing das kaum jemand auf dem Schirm ist. Man kann es nicht direkt kontrollieren, man kann keinen Google-Maps-Account wie einen Facebook-Account anlegen. Aber man kann extrem viele Learnings daraus ziehen: Wie entsteht User-Generated-Content? Welchen Humor hat die Zielgruppe? Welche Gefühle? Welche Vorerfahrungen?

Nicola

Darf ich reingrätschen? Das stimmt nicht ganz. Es gibt Unternehmensaccounts. Wenn ich eine Rezension schreibe, kann das Unternehmen antworten. Jedes Hotel macht das. Gute Restaurants, gute Hotels, engagierte Menschen sagen auch: Wenn es dir gefallen hat, kannst du uns auf Google bewerten. Wenn man das charmant macht, mache ich das auch.

Und es gibt Branchen, da ist das ein volles Business-Ding, gerade im Tourismus. Da hätte ich auch noch ein Beispiel für Content, über den niemand spricht.

In anderen Branchen ist es schwierig. Wenn ich ein großes Pharmaunternehmen bin, sind Rezensionen extrem aktuellkeitsgebunden. Da ist es schwierig. Aber im Tourismus bietet es sich extrem an, da wirklich dahinter zu sein.

Zum Thema Content, über den niemand spricht: Webcams. Webcams von Städten, Webcams in Bergdestinationen. Ich liebe Webcams. Kennst du das? Zum Beispiel Bergfex. Ich will Schneehöhen sehen, gehe ins Skigebiet und schaue mir die Webcam an. Das ist Content, der da ist.

Früher gab es diese Panorama-TV-Sender, wo du morgens das Wetter aus jedem Skigebiet gesehen hast. Und manchmal entstehen aus Webcam-Material Geschichten. Wenn es krass schneit oder etwas passiert, kann man das als Content nutzen.

Alexander

Oder wenn man Sentimentanalysen machen will: YouTube-Kommentare sind extrem unterschätzt. Die Leute sind dort unglaublich aktiv. Ich sehe nirgendwo so viele Kommentare wie auf YouTube. Die Bereitschaft zu kommentieren, ist dort extrem hoch.

Nicola

Ja, und auch da: Webcams sind vielleicht ein Nerd-Thema, aber spannend für Destinationen. Da gibt es viel Content. Die streamen 24 Stunden. Ein Skigebiet hat acht oder zehn verschiedene Webcam-Perspektiven. Das ist Content, der immer da ist. Manchmal langweilig, aber die Frage ist: Was machst du daraus? Und es gibt viele Leute, die sich das anschauen.

Alexander

Jetzt mal etwas Ernstes. Bisher war es humorvoll, aber einer spricht über diesen Content: die KI. Noch ist es eine Anekdote, diese User-Generated-Kommentare auf Google Maps. Aber KI-Modelle, die das ganze Internet abgrasen, suchen immer mehr Informationen. Reddit geht in eine ähnliche Richtung. Und du siehst in KI-Antworten immer mehr solche Quellen: Reddit, Google Maps, solche Dinge werden zitiert.

Die Relevanz von diesem Nicht-Content-Content wird durch KI steigen, weil die Modelle nach neuen Trainingsdaten suchen.

Nicola

Ja, und abgesehen davon gehe ich davon aus, dass Gemini Plattformen wie ChatGPT stark vom Markt fegen wird, weil Google seine eigenen Daten nutzt. Google hat alle Google-Rezensionen. Diese Trainingsdaten sind Google-Daten.

Wenn man nur bei Google-Rezensionen bleibt: Das wird mega spannend. Da bin ich voll bei dir. Das kann ein Meinungsbild verändern.

Aber auch Amazon-Bewertungen. Unfassbar viel Content.

Und eine Nische, die es rausgeschafft hat: eBay Kleinanzeigen. Der Content dort ist ein Running Gag, wie früher die Twitter-Perlen. Das hat es geschafft, aus Nicht-Content neuen Content zu machen. Und es ist unfassbar unterhaltsam.

Alexander

Mittlerweile werden auch oft Memes im eBay‑Kleinanzeigen‑Stil produziert, als Grafik oder ähnliches.

Nicola

Ja, es ist ein eigenes Genre. Rezensionen und eBay‑Kleinanzeigen haben es wirklich geschafft, aus Nicht‑Content Content zu machen.

Aber der Schwenk zur Dunkelheit, wobei dunkel… ich finde auch das Thema Direct Messaging spannend. Jetzt gehen wir mal kurz ins Private. Es ist unglaublich, wie viel Content in WhatsApp‑Gruppen geteilt, geschrieben und produziert wird. Das ist unfassbar viel.

Es schafft es natürlich nur bedingt aus dieser Bubble raus. Soll es vielleicht auch gar nicht. Es soll in dieser Bubble bleiben.

Ein Beispiel: Ich bin in einer lokalen Ortsgruppe. Da ist jeden Tag so viel Engagement, weil es sehr spezifisch ist. Nur Menschen aus diesem Ort. Da war letztes Jahr eine Mondfinsternis. Ohne Aufforderung teilen die Leute Bilder aus ihrer Perspektive und so viele reagieren darauf. Da dachte ich mir: Was für ein Potenzial da drin steckt. Unfassbar.

Alexander

Genau. Dark Social ist ein Begriff aus dem Marketing, der genau das beschreibt. Wie kann eine Marke herausfinden, wie in diesen Bereichen über sie gesprochen wird? Und was kann sie tun, um positiv wahrgenommen zu werden?

Das erste ist verdammt schwer. Ich weiß nicht, wie man als Marke in so eine Dorfgruppe reinkommt. Und es kommt oft nicht gut an. Ich kenne das aus Facebook‑Gruppen. Ich liebe Facebook‑Gruppen. Da gibt es alles: Kochen, Hobbys, historische Bilder von Mannheim. Ich bin überall drin.

Marken versuchen oft reinzukommen und posten dann Promocodes. Das wird meistens von Admins unterbunden und kommt bei Usern nicht gut an. Diese Gruppen eignen sich nicht gut für plumpes Marketing.

Nicola

Ich glaube, da verprellt man sich eher.

Alexander

Was man aber machen kann: Auf den eigenen Profilen Inhalte erstellen, die zum Teilen einladen. Rabattcodes, die man tracken kann. Dann sieht man, wie oft etwas geteilt wurde, wie oft es sichtbar geteilt wurde und ob es funktioniert.

Um in Dark Social zu punkten, brauchst du Inhalte, die geteilt werden wollen.

Nicola

Spannend ist auch: Was sind das für Gruppen? Interessengruppen oder lokale Gruppen? Im Lokalen geht es eher. In meiner Ortsgruppe gibt es Unterbereiche wie Ankündigungen oder Einkaufen. Da können lokale Geschäfte posten, was es zum Mittagstisch gibt oder dass zur Kerwe verkaufsoffener Sonntag ist. Das ist okay, weil es in den Rahmen passt.

Man muss schauen: Welche Optionen gibt es? Gibt es Unterrubriken, in denen Werbung akzeptiert ist? Neueröffnungen funktionieren gut. Für den lokalen Markt ist das super.

Unangenehm wird es, wenn es random ist. Wenn die Leute das Gefühl haben: Das ist eine private Gruppe, wir unterhalten uns hier gut, und jetzt kommt eine Brand rein. Da sind die Leute sensibel.

Ich würde es nicht ausschließen, aber man muss prüfen: Habe ich Relevanz und Berechtigung? Oder bin ich Initiator der Gruppe?

In Tirol habe ich erlebt, dass Tourismusvereine Gruppen gegründet haben. Sie sind eher Hosts. Sie posten wenig, bieten aber die Plattform. Die Leute unterhalten sich, teilen Bilder, reagieren auf Wetter. Das funktioniert.

Alexander

Es hält dich ja nichts davon ab, selbst aktiv zu werden und eine Gruppe zu gründen. Oder einen WhatsApp‑Channel oder einen Instagram‑Broadcast‑Channel.

Nicola

Genau. Da gibt es viele Möglichkeiten. Interessant ist: Wo bin ich unterwegs und wo bringt es mir etwas? Und dieses Sharing: Instagram bewertet inzwischen Saves und Shares höher, weil genau das passiert. Ich sehe etwas, mache einen Screenshot und teile es. Das ist mega wertvoll. Und ich teile es meistens nicht öffentlich, sondern privat. Für Brands ist das extrem wertvoll.

Lara hat in ihrem Artikel erwähnt, dass häufiger über private als über öffentliche Kanäle geteilt wird. Das überrascht nicht, weil wir Social nicht mehr so privat nutzen. Studien zeigen: 63 Prozent teilen eher privat, 20 Prozent ausschließlich über Dark Social.

Das ist sehr relevant. Und Empfehlungsmarketing ist da riesig. Wenn ich dir privat etwas empfehle, hast du kaum Streuverluste.

Alexander

Das ist natürlich die Königsdisziplin: Empfehlungsmarketing.

Nicola

Genau. Und ich glaube, es lohnt sich für euch da draußen, je nachdem ob ihr auf Agenturseite oder Brandseite arbeitet, diesen Dark‑Social‑Bereich einmal bewusst anzuschauen und in diese Richtung zu brainstormen. Reddit ist da natürlich ein großes Thema, war es schon immer.

Alleine Social Listening zu machen und sich anzuschauen, wie die Stimmung ist, würde helfen, Angebote zu schaffen oder einzuschätzen, wie die Brand wahrgenommen wird, wenn sie überhaupt wahrgenommen wird. Das muss man ja auch dazu sagen, wenn es Sinn macht.

Alexander

Deswegen: Macht Content, der gut teilbar ist. Und natürlich auch die Produktqualität. Du musst halten, was du versprichst. Wenn du ein schlechtes Produkt hast, wird das auch geteilt. Dann wird schlecht über dich gesprochen.

Nicola

Aber Teilbarkeit kann ja unterschiedlich sein. Shareability im privaten Umfeld ist nochmal spezieller. Die Frage ist: Wie ist der Content gemacht? Ist das ein Design, das eher dafür geeignet ist, privat geteilt zu werden? Dann müssen andere Komponenten drauf sein.

Alexander

Genau. Du musst Content so erstellen, dass er die Leute animiert, ihn in Gruppen zu teilen. Zum Beispiel: jemand findet ein richtig gutes Angebot und teilt es.

Nicola

Ja, das ist spezieller. Da kann man eine eigene Folge draus machen: shareable Content. Es ist ein Unterschied, ob ein Post öffentlich geteilt werden soll oder ob er privat geteilt wird.

Der Klassiker: Neueröffnung. Oder ein Musikfest. Das würde ich niemals auf Instagram teilen, aber in WhatsApp schon. Das sind diese Mini‑Poster, die als Kachel funktionieren. Privat teile ich das, öffentlich nicht.

Alexander

Schade, dass ich nicht im selben Dorf bin. Ich würde gerne wissen, wann bei euch das Musikfest ist.

Nicola

Kann ich dir über WhatsApp schicken. Aber genau das meine ich: Das Design ist privat tauglich, aber nicht für Instagram. Ihr könnt uns ja gerne schreiben, wie wichtig euch das Thema Dark Social ist. Ich finde, das ist ein Gedanke wert.

Alexander

Oder habt ihr jetzt zum ersten Mal in dieser Folge von Dark Social gehört? Ich bin gespannt auf das Feedback. Überlegt euch, das in die Marketingstrategie aufzunehmen. Und dann können wir über shareable Content reden.

Nicola

Auf der AllSocial Marketing Conference wird es auch Themen zu Reddit geben. Das streift das Thema, weil Reddit und KI gerade sehr präsent sind. Ich persönlich finde diese nischigen Sachen spannend: Webcams, Rezensionen, WhatsApp‑Gruppen. Da steckt so viel Potenzial drin. Es ist nicht einfach, eine clevere Strategie zu haben. Manchmal macht es keinen Sinn, aktiv zu werden. Aber es lohnt sich, einmal darüber nachzudenken, Social Listening zu betreiben und zu schauen, was es da gibt und wie es stattfindet. Vielleicht gibt es Content, den man anders nutzen kann.

Alexander

Social Listening ist nie verkehrt.

Nicola

Ich glaube, wir bleiben da mal dran. Oder, Alex?

Alexander

So oder so ja nicht, nein.

Nicola

Wir sind ja alle Voyeuristen. Daher ist es okay. Wir sneaken überall rein und gucken. Das befriedigt unseren voyeuristischen Drang.

Alexander

Du schaust ja eigentlich nach, wie über dich auf Social Media gesprochen wird. Aber Social Listening heißt ja eigentlich hören.

Nicola

Ja, du hast recht, das ist eigentlich nicht korrekt.

Alexander

Ich werde es verkraften. Macht es gut.

Nicola

In dem Sinne wünsche ich dir eine schöne Woche. Schau doch mal nach, was über dich im Social gesprochen wird. Vielleicht gibt es ja auch ein paar Gruppen. In die Ortsgruppe darfst du leider nicht rein, weil du weder aus dem Ort kommst noch dort wohnst. Sorry, it’s a closed community. Es bleibt ein dunkler Fleck in deiner Content‑Landschaft. Wir hören uns. Ciao.



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Social Media

Meta-Ads in Österreich und Italien werden teurer


Wie viel kosten eigentlich Anzeigen bei Meta? Anders als zum Beispiel beim Kauf eines Autos oder einer Marmelade, lässt sich diese Frage nicht so einfach beantworten, da die Anzeigenplätze auf Facebook, Instagram und Threads keine Festpreise haben, sondern in einem komplizierten Auktionsverfahren vergeben werden. Das Ganze ist also höchst intransparent.

Umso überraschender ist es da, dass Meta heute eine Nachricht an alle Werbetreibenden sendet, dass die Anzeigenpreise sich in Österreich, Italien, Frankreich, Spanien, der Türkei und dem Vereinigten Königreich erhöhen werden:

Worum geht es?

Digitale Geschäftsmodelle lassen sich auf Grund ihrer multinationalen Aufstellung bisher nur schwierig besteuern. Bereits seit 2019 versuchen deshalb die EU, aber auch die OSZE Regeln und Mechanismen zu finden, die hier greifen könnten. Bisher erfolglos. Deshalb haben einige Staaten begonnen, ihre eigenen „Digital Service Taxes“ (DST) zu implementieren. Darunter fallen auch die oben genannten.

Die Idee ist: Globale Digitalunternehmen wie Meta, aber auch Google und Amazon sollen ihre Gewinne aus digitalen Geschäftsmodellen in dem Land versteuern, in dem diese gemacht werden.

Hört sich gut und fair an.

Was macht nun aber Meta? Dort gibt man die Steuer 1:1 als Aufschlag an den Werbetreibenden weiter. Statt Meta zu besteuern, trifft das Ganze jetzt also den Werbetreibenden. Sicherlich nicht illegal, aber aber halt auch nicht so, wie geplant. Wer das Verhalten von Meta in den letzten Jahren verfolgt hat, hat aber fast auch nichts anderes erwartet. Amazon macht es übrigens genau so.

Wie wird das umgesetzt?

Meta nennt diese Umlage auf den Werbetreibenden „Location Fee“. Zahlen müssen alle Werbetreibenden, die in den oben genannten Zielländern werben. Unabhängig davon, wo der Werbetreibende seinen Sitz hat. Wenn ihr als deutsches Unternehmen eure Produkte also auch in Österreich und Südtirol bewerbt, seid ihr von dieser „Location Fee“ betroffen.

Meta selbst hat dazu ein Beispiel veröffentlicht:

If you deliver $100 in ads to Italy, where there is a 3% location fee, you will be charged $100 (ad delivery), plus $3 (location fee), for $103 total. Note that any applicable VAT will be calculated on top of the total amount.

Für viele deutsche Unternehmen ist das kein Randthema. Wer Kampagnen in mehreren europäischen Märkten ausspielt, muss damit rechnen, dass sich CPMs und CPCs regional stärker auseinanderentwickeln.

Achtung im Reporting

Der Aufschlag bei Meta tritt zum 1. Juli in Kraft. Das heißt, spätestens beim Reporting Ende Juli solltet ihr diesen Preissprung um zum Beispiel 5 % in Österreich im Blick haben und vielleicht auch entsprechend kenntlich machen. Je nachdem, wie knapp eure Margen sind, lohnt es sich dann auch noch einmal konkret, darüber nachzudenken, wie die Budgets in Zukunft verteilt werden und ob andere (neue) Märkte vielleicht für euch interessanter sein könnten.

Und was ist mit Deutschland?

In Deutschland hofft man, dass es zu einem globalen OSZE-Beschluss zu einer Mindestbesteuerung von Digitalunternehmen kommt, und hat deshalb noch keine eigenen Steuern eingeführt. Trotzdem kommt das Thema immer mal wieder als Forderung der CDU aber auch der Linken im Bundestag auf die Tagesordnung. Zuletzt hatte Bundestagspräsidentin Glöckner vor einer Woche für eine Digitalsteuer in Höhe von 10 % geworben. Konkrete Gesetzesentwürfe und Beschlussvorlagen gibt es aber noch nicht.



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