Künstliche Intelligenz
Sam Altman: „Rechenzentren im All sind lächerlich“
Im Rahmen des „India AI Impact Summit“ in Delhi gab OpenAI-Mitbegründer und CEO der Tageszeitung „The Indian Express“ eines seiner seltenen ausführlichen Interviews. Dabei waren auch Fragen aus dem Publikum zugelassen. Davor gab es jedoch ein Gespräch mit dem Geschäftsführer des Express, Anant Goenka. Er fragte unter anderem nach der von Altmans Konkurrent Elon Musk propagierten Idee von Rechenzentren im Weltall.
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„Ganz ehrlich glaube ich, dass mit der gegenwärtigen Umgebung die Idee von Rechenzentren im All lächerlich ist.“ Wenn man nur die „einfachste Berechnung“ der Kosten des Transports ins All durchführe, zeige sich das. Und dann, so Altman, „Rede ja auch noch keiner davon, wie man eine kaputte GPU im All repariert. Und leider gehen die immer noch sehr oft kaputt.“ Es könne zwar sein, dass sich ein Rechenzentrum im Weltraum irgendwann rechnet, im laufenden Jahrzehnt sieht der OpenAI-Chef das jedoch noch nicht.
Enge Beziehungen zu Regierungen nötig
Weil schon auf der Erde die Infrastrukturkosten so hoch sind – Altman träumte einst von Billionen an Investitionen – sei auch eine enge Zusammenarbeit mit Regierungen für die KI-Branche nötig. Dabei sieht er zwar nach wie vor Konflikte, zu den Beziehungen auch mit der aktuellen US-Regierung sagt Altman jedoch: „Je besser sie sein kann, umso besser für uns alle.“ Auf dem Gipfel hatte er an anderer Stelle jedoch auch Regulierung gefordert.
Der Indian Express hat das gesamte Gespräch auch auf YouTube als Video veröffentlicht. Auf eine Frage an dieser Stelle nach den Kosten von KI für Training, insbesondere was Energie betrifft, ließ sich Altman zu einem merkwürdigen Vergleich hinreißen. Oft, so sagte er, werde eine Anfrage bei ChatGPT mit einer Anfrage bei einem Menschen verglichen. „Es braucht 20 Jahre Leben, und all das Essen, das man in dieser Zeit isst, bevor man schlau wird.“ Dazu komme noch die gesamte Evolution der Menschheit. Die bessere Frage sei, wieviel Kosten eine Anfrage bei einer KI gegenüber der bei einem Menschen an Energie benötige. „Und vielleicht hat KI da schon aufgeholt, wenn man die Energieeffizienz auf diese Art misst.“
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(nie)
Künstliche Intelligenz
Nach 20 Jahren: Wikinews wird zum 4. Mai in Lese-Modus versetzt
Die 31 Sprachversionen des Wikipedia-Schwesterprojekts „Wikinews“ werden nach mehr als zwei Jahrzehnten geschlossen. Nach einem Beschluss des Stiftungskuratoriums der Wikimedia Foundation soll das Projekt zum 4. Mai in einen reinen Lese-Modus versetzt werden, da es die Erwartungen der Stiftung nicht erfüllt habe. Die Inhalte seien zudem redundant im Vergleich zu den oft in Echtzeit aktualisierten Informationen in Wikipedia-Artikeln.
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Der Schritt folgt auf eine längere Phase interner Diskussionen: Eine Task Force der Stiftung hatte bereits 2025 empfohlen, alle Wikinews-Ausgaben zu schließen. Als Gründe nannte sie unter anderem eine geringe Nutzung durch Leser, große Lücken in der thematischen Abdeckung und Zweifel an der langfristigen Relevanz. Die Empfehlung löste eine Debatte in der Community aus, ob das Wikinews-Projekt eventuell mit strukturellen Änderungen weitergeführt werden könne.
Plattform für Graswurzeljournalismus
Wikimedia hatte Wikinews 2004 gestartet, um eine offene Plattform für sogenannten Graswurzeljournalismus unter Creative-Commons-Lizenzen zu schaffen. Trotz anfänglicher Aufmerksamkeit konnte das Wikinews-Projekt nicht an die Nutzungszahlen der anderen Wikimedia-Projekte anknüpfen. Bereits 2018 äußerte die damalige Wikimedia-Geschäftsführerin Katherine Maher im im Interview mit heise online Zweifel an der Idee, mehr Ressourcen in die Plattform zu investieren. Der Wikipedia-Mitgründer Jimmy Wales widmete sich damals bereits anderen journalistischen Projekten.
Zuletzt belief sich die Zahl der aktiven Autorinnen und Autoren in allen Wikinews-Sprachversionen auf etwas über 700. Die deutsche Sprachversion von Wikinews enthält heute über 14.000 Artikel und gehörte im internationalen Vergleich zu den aktivsten Ausgaben. Die weiterhin verfügbaren Artikel mit einer Gesamtgröße von knapp 120 MByte können auch gebündelt heruntergeladen werden.
(hag)
Künstliche Intelligenz
IGEL holt Container, KI und mehr in die Thin-Client-Welt
Im Rahmen ihrer Hauskonferenz Now & Next setzt die deutsche Firma IGEL Technologies neue Impulse rund um ihr Thin-Client-Angebot. Während das Unternehmen bisher vor allem für das eigene Betriebssystem IGEL OS bekannt ist, sollen künftig Container und die Laufzeitumgebungen Docker und Podman auf dem Thin Client eine Rolle spielen. Laut den Ankündigungen betritt der Software-Hersteller gleich eine Reihe neuer Gebiete, sowohl auf Betriebssystemebene als auch im Hinblick auf neue Marktsegmente wie Operational Technology (OT).
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IGEL OS basiert auf Linux im Zusammenspiel mit Mechanismen wie UEFI Secure Boot. Die typische Anwendung liegt in den Bereichen VDI (Virtual Desktop Infrastructure), DaaS (Desktop as a Service) sowie Browser-basierten Anwendungen. Hardwareseitig blieb das bislang x86-Anwendern vorbehalten. Nun möchte IGEL zunächst auch den Einsatz von Containern auf dem Thin Client ermöglichen. Anwender können dazu mit den IGEL Managed Containers (IMC) zunächst Podman als Laufzeitumgebung nutzen.
Damit das funktioniert, müssen IGEL-Admins aber einige Konfigurationen in der Universal Management Suite (UMS) vornehmen. Dazu gehört das Freischalten der benötigten Repos von Container-Abbildern; des Weiteren das Freischalten für Benutzer beziehungsweise Endgeräte. Letzteres bezieht sich auf die tatsächlichen Container-Instanzen. Laut Matthias Haas, CTO bei IGEL Technologies, geht es momentan nur um einzelne lokale Container – entweder auf dem Desktop oder im Edge-Bereich.
IGEL schlägt die Brücke zwischen Thin Client und Containern
Wie aber passen Container in das Konzept von Thin Clients, auf denen lokal keine wichtigen Daten vorliegen? IGEL bedient sich hier eines kleinen Kunstgriffs. Die Container-Daten liegen auf einer separaten verschlüsselten LVM-Partition (Logical Volume Manager). Damit bleibt das IGEL OS „sauber“ und „zustandslos“. Für diese LVM-Partition gibt es eine zentrale Verwaltung der Schlüssel. So lässt sich das Ausführen von Containern auf dem Endgerät erlauben oder auch verbieten. Das Gleiche gilt für den Zugriff auf die entsprechenden Daten. Die IGEL Managed Containers will das Unternehmen noch im Sommer dieses Jahres zur Verfügung stellen.
Mit dem IGEL Managed Hypervisor (IMH), einem KVM-basierten Hypervisor, will IGEL Technologies künftig auch unterhalb der Betriebssystemebene Fuß fassen. Der IMH erfüllt gleich mehrere Aufgaben und dient als Basis für neue Thin-Client-Funktionen. Dazu zählt unter anderem das Freischalten von beliebigen einzelnen Windows-Anwendungen für den IGEL-Desktop. Im Hintergrund läuft eine virtuelle Maschine mit dem Microsoft-Betriebssystem – angebunden über das RDP-Protokoll (Remote Desktop Protocol). Die Daten der VM liegen – analog zu den IGEL Managed Containers – auf einer separaten verschlüsselten LVM-Partition. Die Verwaltung des Gesamtkonstrukts erfolgt ebenfalls über die UMS. Dazu gehören auch das Implementieren von E/A-Richtlinien, das Abschalten von Netzwerk oder anderen Schnittstellen, sowie das Umleiten von Daten über Proxies oder Firewalls. All das geschieht außerhalb der virtuellen Maschine und erfordert keine Neukonfiguration.
Ein weiterer Anwendungsfall für IMH liegt im Bereich Operational Technology (OT). Hier geht es um das Weiterverwenden von veralteten Betriebssystemen oder das Nachbilden von Hardware, die es physisch nicht mehr gibt. Matthias Haas zufolge benötigen solche alten OT-Systeme nur sehr selten eine Netzwerkverbindung, sodass sich beispielsweise auch der Einsatz von Windows XP weniger unsicher gestaltet. Außerdem erlaubt die Virtualisierung auch bessere Möglichkeiten für Sicherung und Wiederherstellung des OT-Systems. Der IMH ist bereits seit 2025 verfügbar. Basierend auf den Rückmeldungen der Kunden entwickelt IGEL Technologies den Hypervisor kontinuierlich weiter. Neu hinzugekommen ist nun die Möglichkeit, eine Sicherungskopie zu erstellen und ein Endgerät damit komplett neu zu installieren. Zeitgesteuerte Sicherungen, die Verwaltung sogenannter Goldener Abbilder (Golden Images) oder die (Neu-)Installation von vielen Endgeräten sind geplant.
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Vorstoß in die Welt der Arm-Devices
Gemeinsam mit Qualcomm arbeitet IGEL Technologies zudem an einer Portierung der Thin-Client-Software auf ARM. Die Wahl fiel auf Qualcomm weil dessen Chips oft in Industriezweigen wie Automotive oder dem Gesundheitswesen zum Einsatz kommen. Mit der Unterstützung von ARM stärkt IGEL Technologies so seine Ambitionen im OT-Bereich. Konkret geht es im ersten Schritt um Geräte mit einem Bildschirm oder Zugriff per Browser, später sollen auch Tablets folgen. Weitergehende Informationen finden sich auch in der Ankündigung zu IGEL OS for ARM aus dem vergangenen Herbst.
(map)
Künstliche Intelligenz
Studio Display XDR für Ärzte: Apple bekommt Zulassung von US-Gesundheitsaufsicht
Mediziner, die Apple-Technik in der Praxis einsetzen, können das kürzlich erschienene Studio Display XDR in einem ersten Markt auch professionell nutzen: Der Bildschirm bekam in den Vereinigten Staaten nun die Zulassung der Food and Drug Administration (FDA) zum Einsatz in der Radiologie. Damit kann der Screen in der Diagnostik verwendet werden. Laut Apple-Marketingchef Greg Joswiak muss dazu auf dem Mac macOS 26.4 laufen. „Das heißt, dass Radiologen jetzt den weltbesten Pro-Bildschirm im Bereich der allgemeinen Radiologie einsetzen können.“ Es sei „fantastisch, diese Überschneidung von Gesundheit und Technik zu sehen“, lobte er.
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DICOM und medizinische Kalibrierung möglich
Das Studio Display XDR ist einer von zwei neuen Bildschirmen, die Apple im März vorgestellt hatte. Während das Studio Display 2026 nur minimale Verbesserungen wie Thunderbolt 5 erhielt, kommt das Studio Display XDR mit bis zu 2000 Lux, 120 Hertz und 2304 Mini-LEDs als Backlight. Diese Funktionen sind es auch, die die medizinische Nutzung erlauben. So wird der DICOM-Standard für die Anzeige von Inhalten aus bildgebenden Verfahren ebenso unterstützt wie eine Kalibrierung mit Medical-Imaging-Calibrator.
Günstig ist das Studio Display XDR zwar mit mindestens 3399 Euro (ohne Ständer und mit VESA-Mount) nicht, doch im Wettbewerb mit professionellen Bildschirmen für den medizinischen Bereich ist dieser Preis geradezu ein Schnäppchen – besonders wenn man 5K-Auflösung und Helligkeit einberechnet. Allerdings ist der Screen mit 27 Zoll relativ klein geraden, das Pro Display XDR, zuletzt völlig veraltet, hatte Apple mit seinen knapp 32 Zoll ersatzlos aus dem Programm gestrichen.
Zertifizierung in weiteren Regionen angestrebt
Apple hatte bereits zuvor mitgeteilt, dass man DICOM-Fähigkeit und medizinische Kalibrierung anstrebt, mit der FDA-Zulassung sind sie nun offiziell. Für DICOM bietet macOS in der aktuellen Version passende Presets, die sich durch die Systemeinstellungen auswählen lassen. Apple bereitet offenbar auch eine Zertifizierung in weiteren Ländern vor, darunter vermutlich Europa. Auch hier könnte der Konzern mit dem Screen im Radiologie-Bereich punkten.
Das Studio Display XDR spielt seine Vorteile allerdings nur mit passenden Macs aus. So sind nur Apple-Silicon-Geräte überhaupt kompatibel, 120 Hertz unterstützen nur neuere Macs beziehungsweise bessere ausgestattete Maschinen. M1, M1 Pro, M1 Max, M1 Ultra, M2 und M3 stellen nur 60 Hertz dar.
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(bsc)
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