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Bewerbungstipps für Station F: So schafft ihr es in den neuen Accelerator
Netzwerk, Kapital, Wissen: Ein Accelerator kann für Gründerinnen und Gründer ein Boost sein. Der bekannteste: Y Combinator im Silicon Valley. Teil davon zu sein, ist eine Art Qualitätsmerkmal für Founder. Wer es dorthin geschafft hat, schreibt es gerne in den Profil-Slogan auf Linkedin.
In Europa hingegen ist ein Startup-Hotspot der Campus von Station F in Paris. Seit Januar gibt es dort ein neues Programm für Gründerinnen und Gründer: F/ai. Der Fokus liegt auf KI-Startups. Early-Stage. Mit dem Potential, eine Million Euro Umsatz in weniger als sechs Monaten zu generieren. Das ist das große Ziel: Mitmachen darf nur, wer empfohlen wird. Bewerben kann man sich nicht.
Die Partnerliste für das Programm löst „Oscar-Vibes“ aus – nur eben für die Startup-Welt. Oder weil wir in Paris sind: Dabei ist die Crème de la Crème. Um ein paar zu nennen: OpenAI, Mistral, Anthropic, Lovable, Meta, Google. Auf der VC-Seite: 20VC, Sequoia, Lightspeed, General Catalyst.
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Alles macht einen exklusiven Anschein.
Wir haben mit Jules Langeard, Programmdirektor für Startups bei Station F, gesprochen. Er hat F/ai mitentwickelt und erklärt, warum das Programm gestartet wurde, weshalb nur Empfehlungen zählen – und was Founder dort erwartet. Außerdem nennen wir exklusiv erste Startups aus dem aktuellen Batch. Die vollständige Liste soll erst im April veröffentlicht werden.
Warum es das neue Programm F/ai gibt
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„Business Schools sind das größte Verbrechen moderner Bildungssysteme“
Es gibt Menschen, die sind medial so präsent und sich selbst dabei auch immer so treu, dass man meint, sie gut zu kennen, ehe man ihnen zum ersten Mal begegnet.
Bei Harry Stebbings dürfte es vielen so gehen. Denn: Wer in der Startupszene kennt den 29-Jährigen Londoner Investor, Gründer von 20VC und Host von “The Twenty Minute VC“-Podcasts nicht?
Seine Geschichte – Bilderbuchmaterial für Journalistinnen und Journalisten – haben er selbst und viele andere schon oft erzählt: Dass er mit 13 Jahren anfing, sich für Venture Capital zu interessieren, in einer Zeit, zu der Venture Capital noch weit weg davon war, im Mainstream bekannt zu sein. Und wie er dann mit 18 angefangen hat, VC-Investoren zu interviewen für seinen Podcast, den er in seinem Kinderzimmer und mit Equipment im bescheidenen Wert von 50 Pfund produziert hat.
1400 Podcast-Folgen und krasser Deal Flow
Trotz seines jungen Alters und des Erscheinens aus dem Nichts gelang es ihm, die größten der VC-Szene für sich zugewinnen: Silicon Valley Legende Guy Kawasaki war sein erster Gast 2015. Und jede Woche folgen weitere Stars: Reid Hoffman (LinkedIn), Daniel Ek (Spotify), Marc Andreessen (a16z). Mittlerweile hat Harry Stebbings für The twenty Minute VC mehr als 1400 Episoden veröffentlich und verzeichnet laut Apple Podcasts über 100 Millionen Downloads.
2020, Stebbings ist da gerade 24 Jahre alt, wurde der Podcaster zusätzlich zum Investor und setzt mit 20VC seinen ersten Fund auf. 2021 folgte bereits der nächste mit 140 Millionen. Euro und 2024 schließlich Nummer drei mit 400 Millionen Euro. Er hat in Sorare, Linktree, Taxdoo, Lovable, Peec AI und etliche weitere Erfolgsfirmen investiert.
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Und: Stebbings hat sich selbst zu einer Marke gemacht – mit allem, was dazu gehört: Er teilt konstant viel in den sozialen Medien und polarisiert dabei auch mal. Als er im Sommer letzten Jahres das 996-Prinzip feierte (Arbeit von 9 bis 21 Uhr an sechs Tagen pro Woche) und sogar noch einen darauf setzte (wer ganz nach oben wolle müsse eigentlich sogar sieben Tage die Woche arbeiten, schrieb Stebbings), sorgte das für einen (sehr) kleinen und womöglich kalkulierten Shitstorm.
Auch spricht Stebbings bisweilen über Privates auf all seinen Kanäle, Instagram, YouTube, Linkedin und in seinem Podcast. Wer ihm folgt, sieht regelmäßig Fotos von seiner Mama, kennt Stebbings Workout-Routine (früh morgens Gym) und weiß, dass der Investor in der Vergangenheit mit Essstörungen zu kämpfen hatte. All das teilt er mit seinen Millionen Followern.
Und darüber spricht er auch im Interview mit Gründerszene. Natürlich. Stebbings weiß ja, wie das mit der Aufmerksamkeit funktioniert. Um die zu bekommen muss man auch etwas anbieten. „Bist du bereit für das beste Interview deines Lebens?“ fragt er zu Beginn des Interviews, für das er in einem etwas kargen, weißen und sehr großen Besprechungsraum Platz genommen hat. Damit hier gleich schon mal die Latte hochgehängt ist.
Harry, für die, die dich und deine Karriere bewundern und denken ‚Investor sein, das wäre schon geil‘: Wer kann ein superguter Investor werden?
Jeder. Dank des Internets gibt es nichts, was man nicht lernen kann. Es ist ein krasses Tool, das alles demokratisiert. Jeder hat die Macht, alles zu werden.
Da würde ich widersprechen.
Doch. Nur: Viele sind einfach unglaublich faul und total mittelmäßig unterwegs. Schau wie ich angefangen habe: Mit einem Podcast aus meinem Kinderzimmer und null Geld.
Ich weiß. Aber das ist doch eher die Outlier-Geschichte. Ein sichererer Weg ins Venture Capital Business wäre vielleicht der Besuch einer Business School gewesen.
Business Schools sind das größte Verbrechen moderner Bildungssysteme. Noch nie hat jemand eine gute Ausbildung an einer Business School bekommen. Der einzige Weg, wie man Business lernt, ist ein Business aufzubauen. Ich würde meine Kinder nie auf die Universität schicken. Das ist das Traurigste, was man machen kann. Ok, für praxisnahe Jobs wie Tierarzt oder Rechtsanwalt kann das sinnvoll sein.
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Wieso?
Weil es schlicht eine Sünde ist, die besten Jahre seines Lebens an einer Uni zu verschwenden. In diesem Alter sind wir am produktivsten, unser Geist ist in Höchstform, unser Energielevel und unsere Risikobereitschaft auch. Und was machen die Leute? Sie verschwenden ausgerechnet diese Zeit damit, sich zu besaufen und unproduktiv in Bibliotheken abzuhängen und sich mit Zeug rumzuschlagen, das sie nie wieder brauchen.
Oha, die Kritik teilst du mit Peter Thiel. Der unterstützt mit seinem Fellowship Programme bewusst Uni-Abbrecher, weil er im Grunde dasselbe über Universitäten sagt. Teilt ihr auch andere Ansichten?
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„Das is ’ne Cashcow!“ – Blieb Dümmel beim Fugen-Deal mit Eezee?
Gute Gründer liefern Lösungen für echte Probleme. Das ist bei Eezee der Fall. Alle Löwen sind begeistert, Dümmel bekommt den Zuschlag. Was wurde nach der Sendung aus dem Deal?
Manche Probleme versteht man nicht, wenn man sie selbst noch nicht hatte. Silikonfugenziehen ist so eins. Unvorstellbar, wie kacke das ist nämlich – sagen die, die das schon mal gemacht haben. Selbst die Profis.
Familie Geffers aus der Nähe von Freiburg besteht aus lauter Profis. Bis vor Kurzem gehörte ihnen ein Heizungsmonteur- und Sanitärbetrieb mit 50 Mitarbeitenden, die alle das Kreuz mit den Silikonfugen kannten. Selbst gestandenen Handwerkern falle das schwer, bekennt der Senior Heiko Geffers, als er vor der Jury von „Die Höhle der Löwen“ für sein neues Unternehmen, sein Startup Eezee, pitchte. „Und Kunden beschweren sich oft, dass das nicht gut gemacht wurde“, ergänzt seine Frau Sandra Geffers, die jahrelang den Kundenservice des Familienbetriebs gemanagt hat.
Meterware statt aus der Tube
Die Geffers haben sich nun eine Lösung dafür einfallen lassen: Eezee, eine flexible Fertigfuge. Sieht aus wie ein dickes Gummiband und lässt sich ganz einfach anbringen, ohne Werkzeug, ohne Trocknungszeit und ohne Kartusche. Abkleben, glätten und hoffen, dass es einigermaßen gut aussieht. Der Junior Tom-Lewis demonstriert das in der Sendung und der Vergleich zu der kurz zuvor von Judith Williams gezogenen klassischen Silikonfuge zeigt: Ja, sieht wirklich ordentlicher aus.
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Drei bis vier Jahre haben sie in die Entwicklung der Trockenfuge gesteckt, erzählen die Geffers. Das Patent für ihre Lösung haben sie auch. Tatsächlich gäbe es diese simple Lösung weltweit noch nicht, das hätten die Patentanwälte geprüft. Ein großer Vorteil, der die Löwen begeistert. Ebenso wie die Tatsache, dass die Geffers ihren Handwerksbetrieb vor Kurzem verkauft haben und sich nun zu 100 Prozent auf Eezee konzentrieren können.
Um das Startup jetzt zum Fliegen zu bringen, brauchen sie nun Unterstützung von Investoren. Ein Deal, auf dem zumindest aus der Sicht geübter DHDL-Gucker direkt „Dümmel“ draufsteht. Allerdings musste Ralf Dümmel dafür dann doch ganz schön kämpfen, denn alle Löwen scheinen im Geheimen große Heimwerker zu sein oder die Fugenproblematik anderswoher zu kennen. Zumindest konnten sie es wohl alle fühlen.
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Oder aber die Zahlen haben sie überzeugt: „Carsten, das ist ’ne Cashcow!“ raunt Judith Williams dem Co-Löwen Maschmeyer zu, als Heiko Geffers die hervorragenden Margen des Gummiteils anpreist.
Alle Löwen wollen dabei sein
So oder so und machten alle Löwen ihre Angebote. Die meisten wären bereit gewesen, auf das Angebot der Eezee-Erfinder – 100.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile – einzugehen, nur Janna Ensthaler versuchte, mit etwas weniger durch die Tür zu kommen (100.000 Euro für 7,5 Prozent Firmenanteile).
Am Ende bekam aber dann doch Deutschlands führender Alltagspromblemhelfer-Investor den Zuschlag.
Hält Dümmel Wort?
Wir haben nachgefragt: Blieb es bei dem Deal? Und ob, heißt es aus dem Team Dümmel. Eezee sei genau „eine dieser Ideen, bei denen man sich fragt: Warum gab es das nicht schon längst?“, so Ralf Dümmel im Nachgang der Sendung. Liebe er einfach, so etwas. Und insofern ist der Deal auch tatsächlich zustande gekommen und schöneren, unverkleckerten, verklebten und verpatzten Fugen in Deutschlands Bädern steht nichts mehr im Weg.
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18-Jähriger bei DHDL: Deal mit Maschmeyer überraschend geplatzt
Mit nur 18 Jahren wagt sich Christopher Zöllner in die „Höhle der Löwen“ – und tritt in die Fußstapfen seines Bruders Davis. Mit seinem KI-Startup admark.ai will er Maschmeyer & Co. überzeugen – und bekommt sogar den Zuschlag. Nach der Show platzt der Deal dann aber doch noch. Warum, verrät Gründerszene exklusiv.
Man könnte fast meinen, in der Familie Zöllner wird Unternehmertum am Frühstückstisch serviert. Mit 18 Jahren steht Christopher Zöllner jetzt selbst in der „Höhle der Löwen“ – und folgt damit dem Beispiel seines älteren Bruders Davis, der ebenfalls schon mit 18 Jahren Maschmeyer mit einer digitalen Visitenkarte überzeugte.
Christopher will nun mit seinem Startup admark.ai nachlegen. Sein Ziel: 200.000 Euro für 20 Prozent Unternehmensanteile – und endlich raus aus dem Kinderzimmer-Büro.
Vom Insta-Fan zum KI-Gründer
Seine Unternehmergeschichte beginnt schon früh: Mit 15 führte Christopher eine Auto-Fanpage mit fast 200.000 Followern, analysierte die Erfolgsvariablen seiner Posts und optimierte diese – mit dem ersten Post immer um fünf Uhr morgens, versteht sich.
Aus dieser Erfahrung entstand admark.ai, ein Tool, das Social-Media-Posts für Unternehmen automatisch generieren, optimieren und analysieren soll. Ein paar Hotels, Versicherungen und andere Unternehmen nutzen es bereits. 20.000 Euro Umsatz hat der Teenie-Gründer im vergangenen Monat gemacht, weitere 24.000 sind laut eigener Angabe bereits für den nächsten Monat verbucht.
Frank Thelen will dazwischenreden – darf aber nicht
Als Christopher sein Tool genauer erklärt, geht’s in der Höhle richtig rund. Frank Thelen grätscht in den Pitch rein mit: „Das Thema ist nicht neu.“ Doch Christopher kontert – ruhig und bestimmt: „Ich würde gerne zu Ende aussprechen“.
Maschmeyer und Thelen wollen es aber genau wissen: „Was ist die wirkliche KI hier?“. Der Gründer lässt nicht locker: „Ich habe ein KI-Tool mit eigenen Daten gebaut“, behauptet er. Trotz der versuchten detailreichen Erklärung steigen Thelen und Dümmel aus – wie auch fast alle der restlichen Löwen. Thelen, zwar begeistert von Christophers‘ Mut und Auftritt, sieht das Produkt als zu nah an bereits bestehenden Tools. Er sagt, Christopher würde etwas verkaufen, was es nicht ist, nämlich fundamentale KI-Entwicklung. Thelen fehlt hier Reflexion und Ehrlichkeit, der Gründer habe die „Balken zu weit gebogen“.
Maschmeyer greift zu – mit Sperrminorität
Am Ende bleibt nur einer übrig: Carsten Maschmeyer. Der hat schon Christophers Bruder damals unterstützt und zeigt sich auch diesmal aus Verbundenheit zum Bruder zur Hilfe bereit. Auch begeistert vom Engagement des jungen Gründers – Persönlichkeit über Produkt sagt Maschmeyer! Er fragt Christopher: „Was konnte dein Bruder gebrauchen, was du auch gebrauchen kannst?“. Der junge Gründer meint daraufhin, er „brauche einen Türöffner, ich muss bei Kunden ernst genommen werden!“.
Maschmeyer sagt diese Unterstützung zu, bietet 200.000 Euro, will dafür aber 25,1 Prozent – wegen der berühmten Sperrminorität. Der Deal steht, dann folgen Emotionen pur. Bruder Davis jubelt hinter der Bühne, Christopher kämpft mit seinen Gefühlen. Start-up-TV at its best.
Nach dem Handschlag kam das Erwachen
Doch nach der Show folgte die Ernüchterung. Maschmeyer zog seine Unterstützung wieder zurück – mit einer Begründung, die klingt wie aus dem Due-Diligence-Lehrbuch: „Nach einer vertieften technischen Prüfung konnten wir uns leider nicht einigen, da der Anteil an proprietärer IP bei admark.ai nicht ausreichend erkennbar war.(IP = geistiges Eigentum wie eigens entwickelte KI-Algorithmen).“
Christopher erzählt heute, dass die Konditionen nach der Sendung deutlich verändert worden seien, sodass eine Zusammenarbeit wirtschaftlich keinen Sinn mehr gemacht hätte. Die genauen Gründe dafür blieben für ihn unklar. Bedeutet: Kein Deal. „Ob Christopher deswegen enttäuscht sei?“, fragen wir ihn nach der Sendung. „Enttäuschung? Im Gegenteil: Durch den No-Deal haben wir uns für einen noch passenderen Investor entscheiden können. Als Software Experte und Gründer teilt Taner Catakli (dealerdesk) unsere Vision.“, sagt er Gründerszene. Er erhofft sich nach der Sendung noch mehr Anfragen und bleibt natürlich bei seinen Umsatzzielen.
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