Connect with us

Künstliche Intelligenz

KI-Update kompakt: GTC-Neuigkeiten, Iran-Konflikt, Deepfakes, didacta


Weiterlesen nach der Anzeige

Nvidia-Chef Jensen Huang hat auf der Hausmesse GTC 2026 die nächste Generation von KI-Rechenzentrum-Hardware vorgestellt. Auf den diesjährigen Rubin-Chip folgt 2027 Rubin Ultra mit vier statt zwei GPU-Chiplets, was die Rechenleistung grob verdoppelt und bis zu 512 GB Speicher ermöglicht. Für 2028 kündigte Huang den Feynman-Chip an, bei dem Nvidia erstmals GPU-Dies stapelt statt nebeneinander zu platzieren. Die Wärmeabfuhr wird zur Herausforderung: Feynman könnte mehr als 2000 Watt aufnehmen.

Ebenfalls 2026 erscheint der ARM-Prozessor Vera mit eigenen CPU-Kernen. Nvidia zielt damit direkt auf AMD und Intel, denn Vera kommt erstmals für reine CPU-Server und nicht mehr nur an GPUs gekoppelt. Zur Vernetzung der Server stellte Huang wie gewohnt eine Reihe neuer Netzwerkprozessoren und Switches vor.


Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO

Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO

Nvidia will mit DLSS 5 das Spiele-Rendering grundlegend verändern: Ein KI-Modell soll aus Farben und Bewegungsvektoren eines Spiels fotorealistische Grafik erzeugen. Die Spielecommunity reagiert allerdings ablehnend. In Vergleichsbildern sehen Spielfiguren aus wie mit übertriebenen Instagram-Filtern bearbeitet, besonders die Gesichter landen tief im Uncanny Valley. Spieler befürchten, die KI könnte die künstlerische Vision der Entwickler überschreiben.

Die Kritik bezieht sich jedoch auf eine frühe Beta-Version. Nvidia betont, dass Entwickler kontrollieren können, wo und wie stark DLSS 5 eingreift. Sie könnten etwa Gesichter aussparen und die KI nur für Materialien oder Beleuchtung einsetzen. Die grundlegende Technik gilt als vielversprechend. Der Release ist für Herbst geplant.

Weiterlesen nach der Anzeige

Die Encyclopaedia Britannica, einer der ältesten Enzyklopädie-Verlage der Welt, verklagt OpenAI. Der Vorwurf: OpenAI habe ohne Genehmigung knapp 100.000 Online-Artikel sowie Einträge von Britannica und dem Wörterbuch Merriam-Webster genutzt, um ChatGPT zu trainieren. Der Chatbot habe daraufhin nahezu wortgetreue Kopien erstellt und Nutzer von den Originalseiten abgelenkt, was Werbeeinnahmen kostete.

Britannica wirft OpenAI zudem einen Markenrechtsverstoß vor: ChatGPT habe erfundene Inhalte generiert und diese fälschlicherweise der Enzyklopädie zugeschrieben. Das schade dem Ruf der Marke. Britannica fordert Entschädigung und ein Ende dieser Praxis. Laut Reuters hatte der Verlag im vergangenen Jahr bereits eine ähnliche Klage gegen Perplexity AI eingereicht, die noch nicht entschieden ist.

Die New York Times hat in den ersten zwei Wochen des Kriegs zwischen den USA, Israel und dem Iran über 110 KI-generierte Fake-Bilder und Videos auf Plattformen wie X, TikTok und Facebook gefunden. Die Fälschungen erreichten ein Millionenpublikum. Das Analyseunternehmen Cyabra ordnet die Mehrheit pro-iranischer Propaganda zu. Frei erfundene Explosionen in Tel Aviv, nie angegriffene Straßenzüge und protestierende Soldaten, die nicht existieren, sollen laut Medienforschern die militärische Stärke des Iran übertreiben.

Unabhängige Überprüfungen werden zunehmend schwieriger. Der Satellitenbetreiber Planet Labs hat die Verzögerung für hochauflösende Bilder der Region von vier Tagen auf zwei Wochen verlängert. Auch Branchenführer Maxar blockiert Aufnahmen von US-Stützpunkten. In dieses Vakuum stoßen gefälschte Accounts, die sich als seriöse Analysten ausgeben und KI-generierte Satellitenbilder als echte Aufklärung verbreiten. Die Desinformation erreicht auch deutsche Redaktionen: Der Spiegel entfernte mehrere Bilder aus seiner Iran-Berichterstattung, die mit hoher Wahrscheinlichkeit KI-generiert waren.

Drei Personen in den USA haben Klage gegen xAI eingereicht, das KI-Unternehmen von Elon Musk. Dessen Chatbot Grok soll sexualisierte Deepfakes von ihnen erstellt haben, als sie minderjährig waren. Zwei der Klägerinnen sind weiterhin minderjährig. Nutzer konnten auf der Plattform X ein Bild kommentieren und Grok auffordern, die abgebildete Person nackt darzustellen. Die Betroffenen erfuhren erst davon, als die Bilder auf Discord geteilt wurden.

Der Fall könnte einer der ersten größeren Prozesse zu diesem Thema werden. Die Anwaltskanzlei wirft xAI vor, aus Profitgier gehandelt zu haben, ohne an die Betroffenen zu denken.


KI-Update

KI-Update

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.

OpenAI will seine Ressourcen künftig auf Coding-Werkzeuge und Geschäftskunden konzentrieren. Fidji Simo, verantwortlich für alle Anwendungen, stellte die Pläne laut dem Wall Street Journal in einem unternehmensweiten Meeting vor. Man dürfe diesen Moment nicht verpassen, weil man sich von Nebenmissionen ablenken lasse, sagte sie. Im vergangenen Jahr hatte OpenAI zahlreiche Produkte angekündigt: den Videogenerator Sora, den Webbrowser Atlas, ein Hardware-Gerät mit Designer Jony Ive sowie E-Commerce-Funktionen für ChatGPT.

Der Auslöser ist der Aufstieg von Anthropic. Der Konkurrent hat sich mit Claude Code und Cowork zum schnell wachsenden KI-Anbieter für Unternehmen entwickelt, dabei aber bewusst auf Audio-, Bild- und Videogenerierung verzichtet.

OpenAI bringt zwei neue Modelle auf den Markt: GPT-5.4 nano und mini. Beide sollen effizienter und leistungsfähiger als ihre Vorgänger sein. GPT-5.4 nano ist das kleinste und günstigste Modell, gedacht für Aufgaben wie Klassifizierung, Datenextraktion und Sub-Agenten. GPT-5.4 mini zielt auf Coding-Workflows, die von schnellen Iterationen profitieren, und soll in Benchmarks durchweg besser abschneiden als GPT-5 mini.

GPT-5.4 mini ist ab sofort über die API, Codex und in ChatGPT verfügbar. Die nano-Version gibt es nur über die API.

OpenAIs Sprachmodell GPT-4.5 hat den Turing-Test bestanden, allerdings nur mit einem Trick: Die KI musste sich absichtlich schlechter geben, als sie ist. Lässig schreiben, Tippfehler einstreuen, schlecht in Mathe sein. Mit dieser Persona hielten 73 Prozent der Studienteilnehmer GPT-4.5 für einen Menschen, häufiger als den tatsächlichen menschlichen Gesprächspartner. Ohne die Anpassung lag die Quote bei nur 36 Prozent.

Der KI-Risikobewerter Charbel-Raphaël Segerie nennt das Ergebnis ironisch: KI kann seitenlange, gut strukturierte Texte in Sekunden produzieren, und genau das muss sie verbergen, um als Mensch durchzugehen. Der Turing-Test gilt als Maßstab für KI mittlerweile als überholt.

Microsoft rückt Berichten zufolge von seinen Plänen ab, den KI-Assistenten Copilot tief in die Windows-Oberfläche zu integrieren. Laut Windows Central wurde die Nutzung von „Copilot“ als Oberbegriff für KI in Windows kurz nach den Verzögerungen von Windows Recall pausiert. Geplante KI-Funktionen auf Systemebene für Einstellungen, Benachrichtigungen und den Datei-Explorer, vor rund zwei Jahren angekündigt, wurden gestoppt.

Anonyme Quellen geben an, Microsoft wolle Windows 11 dieses Jahr weniger mit KI aufblähen und taktvoller vorgehen, wo die Marke Copilot auftaucht. Das sei Teil größerer Anstrengungen, der Kritik von Nutzern zu begegnen, die Windows 11 Aufblähung und „Enshittification“ vorwerfen. Neue KI-Funktionen soll es trotzdem geben, sie sollen aber optional und abschaltbar bleiben.

Die Linux Foundation hat 12,5 Millionen Dollar von Anthropic, Google, Microsoft und OpenAI gesammelt, um Open-Source-Projekte zu stärken. Ein wachsendes Problem ist sogenannter KI-Slop: KI-Tools ermöglichen auch unerfahrenen Nutzern, Codebeiträge einzureichen. Die Flut minderwertiger Pull-Requests überlastet die ehrenamtlichen Maintainer. Das curl-Projekt stoppte deshalb kurzzeitig sein Bug-Bounty-Programm, GitHub kündigte Funktionen an, um schlechte Vorschläge leichter zu löschen.

Die Geldgeber sind allerdings selbst Teil des Problems, da sie die KI-Tools anbieten, die den Slop erzeugen. Gleichzeitig erkennen sie den Wert von Open Source als Fundament vieler Systeme. Die Mittel fließen über Initiativen wie Alpha-Omega und die Open Source Security Foundation.

Auf der Bildungsmesse didacta in Köln war KI in diesem Jahr weniger Schlagwort als Selbstverständlichkeit. Statt den Begriff auf jede Oberfläche zu drucken, integrierten Aussteller KI stillschweigend in ihre Produkte. Das dominierende Thema war stattdessen die „smartphonefreie Schule“. Die Bandbreite der KI-Angebote reichte von präzisen Prompting-Anleitungen für die Differenzierung von Lernmaterialien bis zu Ein-Klick-Versprechen.

Handshake AI, ein Vermittler von Fachkräften für KI-Training, sucht Menschen mit Erfahrung in Theater, Improvisation oder Comedy. In Online-Sessions sollen sie Szenen spielen, Dialoge entwickeln und Emotionen möglichst realistisch darstellen. Die Bezahlung liegt bei rund 75 Dollar pro Stunde. Das genaue Ziel nennt die Anzeige nicht, sie deutet aber auf Trainingsdaten für Sprachmodelle hin, die Emotionen und Gespräche besser verstehen sollen.

Alibaba, der chinesische Technologiekonzern, fasst seine KI-Aktivitäten in einer neuen Geschäftseinheit namens „Alibaba Token Hub“ zusammen. CEO Eddie Wu leitet die Sparte persönlich, berichtet Bloomberg. Sie vereint das Forschungsteam hinter den Qwen-Sprachmodellen, die Verbraucher-App-Sparte, die Kommunikationsplattform DingTalk und Hardware wie Smart Glasses. Alibaba plant zudem, noch diese Woche einen KI-Agenten für Firmenkunden zu veröffentlichen, der schrittweise mit der Handelsplattform Taobao und dem Bezahldienst Alipay verknüpft werden soll.

Der estnische Fahrdienstvermittler Bolt plant eine Zusammenarbeit mit Nvidia für den Einstieg ins Robotaxi-Geschäft. Die technische Grundlage liefert Nvidias Drive Hyperion, eine Plattform, die Hardware, Sensorik und Software für autonomes Fahren auf Level 4 bündelt. Bolt will seine umfangreichen Fahrdaten beisteuern, um die KI-Systeme zu trainieren.


Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO

Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO


(igr)



Source link

Künstliche Intelligenz

Verbraucherschutz: Drei Chancen auf Schadenersatz von Meta Platforms


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Seit Dienstag stehen drei Verbandsklagen im Namen betroffener Verbraucher gegen Meta Platforms im Verbandsklageregister des Bundesamtes für Justiz. Die drei Klagen werfen Meta jeweils unterschiedliche Rechtsverstöße vor und fordern Schadenersatz für alle, die sich rechtzeitig registrieren. Für eine der drei Klagen können sich auch Deutsche registrieren, die kein Konto bei Facebook oder Instagram haben, für eine andere auch kleine Unternehmen zugelassen.

Weiterlesen nach der Anzeige

In der neuesten Verbandsklage geht es um Datenmissbrauch zum Training von Reklame-KI sowie Online-Sucht. Die klagende niederländische Stiftung SOMI (Stichting Onderzoek Marktinformatie) wirft Meta vor, auf Facebook und Instagram veröffentliche Beiträge und Kommentare unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zum KI-Training zu missbrauche: Meta erwecke den Eindruck, die Daten zum Training großer Sprachmodelle der Llama-Familie zu verwenden; tatsächlich flössen sie jedoch in das KI-System GEM (GEnerative ads recommendation Model). Entgegen öffentlicher Angaben verarbeite Meta zudem Daten von Personen, die weder ein Facebook- noch ein Instagram-Konto haben, sowie Daten Minderjähriger.

SOMI fordert Schadenersatz für die Betroffenen, mindestens 1.000 Euro plus 100 Euro pro Monat seit Mai 2025, auch für kleine Unternehmen. Für Jugendliche soll der Mindestbetrag im Erfolgsfall dreifach, für Kinder fünffach. Für Betroffene ohne Facebook- oder Instagram-Konto soll es einen Zuschlag von mindestens 2.000 Euro und 200 Euro je Monat geben.

Zusätzlich wirft SOMI Meta Platforms vor, seine Systeme absichtlich suchtfördernd ausgestaltet zu haben. Dafür sollen Deutsche sowie kleine deutsche Unternehmen, die Facebook oder Instagram nutzen, mit mindestens 1.000 Euro entschädigt werden, wiederum mit höheren Entschädigungen für Minderjährige: mindestens 3.000 Euro für Jugendliche, mindestens 5.000 Euro für Kinder. Die Abhilfeklage ist am schleswig-holsteinischen Oberlandesgericht (OLG) unter dem Az. 5 VKl 1/26.

Seit November steht die Registrierung für einen juristischen Angriff auf die Meta-Business-Tools offen. Mit diesen sammelt der Datenkonzern auf abertausenden Webseiten und Apps personenbezogene Daten über alle Internetnutzer und erstellt daraus für jeden Meta-Nutzer ein Profil. Wer kein Meta-Konto hat, erhält, ob er will oder nicht, ein sogenanntes Schattenprofil. In Deutschland sind bereits tausende Klagen anhängig, mit unterschiedlichen Ergebnissen in erster Instanz. Die Oberlandesgerichte tendieren jedoch dazu, Meta zu Schadenersatz zu verurteilen.

Weil hunderttausende Einzelklagen mühsam sind, führt der österreichische Verbraucherschutzverein (VSV) nun Verbandsklage im Namen aller deutschen Verbraucher mit Facebook- und/oder Instagram-Konto, die sich im Verbandsklageregister eintragen. Der VSV fordert 5.000 Euro für jeden Erwachsenen, doppelt so viel für Minderjährige. Die Abhilfe- und Musterfeststellungsklage ist am hanseatischen Oberlandesgericht unter dem Az. 11 VKl 1/25 anhängig.

Weiterlesen nach der Anzeige

Bereits seit Mai 2025 können sich deutsche Verbraucher, die im Zeitraum Mai 2018 bis September 2019 ein Facebook-Konto hatten, bei dem sie ihre hinterlegte Telefonnummer nicht zur öffentlichen Anzeige freigegeben hatten, einer Verbandsklage des Verbraucherzentrale Bundesverbands anschließen. Er wirft Meta vor, die jeweiligen Profile trotz verdeckter Telefonnummer über diese Nummer auffindbar gemacht zu haben.

Zudem habe Meta verabsäumt, Schutz gegen massenhafte Eingabe von Ziffernfolgen einzurichten. Die Facebook-Profile wurden automatisiert abgegrast (scraping); dennoch habe Meta weder die zuständige Behörde noch die Betroffenen zeitnah informiert. Als Schadenersatz fordern die Verbraucherschützer mindestens 100 Euro für jede registrierte Person zuzüglich je 100 Euro für abgegraste E-Mail-Adressen, Geburtsdaten und Wohnorte, plus 200 Euro für einen abgegrasten Beziehungsstatus. Die Musterfeststellungsklage ist ebenfalls am hanseatischen Oberlandesgericht anhängig, Az. 11 VKl 1/24.

Natürlich müssen die jeweiligen Verbandskläger ihre Prozesse erst einmal gewinnen oder Vergleiche schließen, bevor Schadenersatz fließen kann. Für Teilnehmer entsteht jedoch kein Prozesskostenrisiko. Registrierungen im Verbandsklageregister sind nur bis zum Abschluss der mündlichen Verhandlung möglich; für die beiden schon länger laufenden Klagen bleibt daher nicht mehr viel Zeit.


(ds)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Snap Specs: Erste echte AR-Brille für Konsumenten kostet 2195 Dollar


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Snap bringt eine Augmented-Reality-Brille namens Specs auf den Markt. Snap-CEO Evan Spiegel hat sie am Dienstag im Rahmen der Augmented World Expo 2026 vorgestellt. Specs soll ohne externe Recheneinheit auskommen und sich direkt an Endkunden richten. Das Unternehmen verspricht leistungsfähige Augmented Reality (AR) in einem alltagstauglichen Brillenformat.

Weiterlesen nach der Anzeige

Die Specs funktionieren eigenständig, ohne Kabel oder Zusatzmodule. Zusätzlich können sie für bestimmte Einsatzzwecke wie Videostreaming per USB-C-Kabel mit Zuspielgeräten wie Laptops oder Smartphones verbunden werden. Zwei nicht spezifizierte integrierte Snapdragon-Prozessoren übernehmen Umgebungsanalyse und Darstellung der Inhalte. Dadurch soll die Verzögerung zwischen Bewegung und Bildaufbau beim Handtracking auf rund sieben Millisekunden sinken.

Die Brille nutzt Waveguides und projiziert Inhalte über ein LCoS-System mit einem Sichtfeld von 51 Grad und bis zu 16 Millionen Farben. Zum Vergleich: Vollwertige Mixed-Reality-Headsets wie die Apple Vision Pro oder Meta Quest 3 haben Sichtfelder von bis zu 110 Grad, Display-Brillen von Xreal oder Viture erreichen bis zu 57 Grad. Snap vergleicht die Darstellung beim Arbeiten mit einem 24-Zoll-Monitor und beim Medienkonsum mit einer virtuellen Leinwand von etwa 115 Zoll (ca. 3 m) in drei Metern Entfernung.

Die elektrochromatischen Gläser sollen sich automatisch an die Lichtverhältnisse anpassen und binnen zehn Sekunden von vollständig getönt zu transparent wechseln. Sehstärkelinsen hat Snap ebenfalls angekündigt. Diese sollen auf Bestellung von Vertragspartnern gefertigt werden und einfach zu wechseln sein. Details zu den Preisen oder dem Bestellvorgang gibt es bislang nicht.

Das Software-Ökosystem setzt weiterhin auf interaktive AR-Anwendungen, die Snap „Lenses“ nennt. Entwickler haben mit den Spectacles 5 bereits Hunderte Lenses erstellt, etwa für Navigation, geführtes Spielen von Instrumenten oder Bildung. Neue KI-Werkzeuge sollen die Entwicklung künftig beschleunigen, unter anderem durch automatisierte Unterstützung beim Testen und Optimieren. Auch bestehende Projekte aus Unity sollen sich künftig leichter übertragen lassen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externes YouTube-Video (Google Ireland Limited) geladen.

Snap Keynote at AWE USA 2026: Making Computing More Human with Evan Spiegel, Snap Co-Founder and CEO

Beim Datenschutz verspricht Snap, dass viele Daten direkt auf dem Gerät verarbeitet werden. Eine LED signalisiert Aufnahmen und Nutzer sollen kontrollieren können, welche Informationen gespeichert oder geteilt werden. Ob das ausreicht, um Vertrauen zu schaffen, bleibt abzuwarten – schließlich verdient Snap sein Geld hauptsächlich mit Werbung. Zudem geraten Smart Glasses aktuell immer mehr in die Kritik, da unbemerktes Filmen viel zu leicht ist.

Im Vergleich zu vielen aktuellen Smart Glasses sind die Specs noch immer deutlich als Tech-Brille zu erkennen. Dafür sorgen vor allem die breiten Bügel. Die Hardware ist aber sichtbar kompakter geworden als bei der Entwicklerbrille Spectacles 5, die stolze 226 Gramm wiegt und Ohren verlässlich binnen kürzester Zeit nach unten drückt. Die neuen Specs kommen in zwei Rahmengrößen (47mm und 52mm) und bringen je nach Größe etwa 132 bis 136 Gramm auf die Waage.

Die Akkulaufzeit soll deutlich gestiegen sein. Snap gibt sie bei gemischter Nutzung mit bis zu vier Stunden an. Das mitgelieferte Ladeetui kann die Brille bis zu vier mal voll aufladen und soll die Laufzeit unterwegs so auf insgesamt 20 Stunden bringen.

heise online XR-Briefing abonnieren

Jeden zweiten Montag, liefern wir Ihnen die wichtigsten Entwicklungen der XR-Branche. Damit Sie alles im Blick behalten.

E-Mail-Adresse

Ausführliche Informationen zum Versandverfahren und zu Ihren Widerrufsmöglichkeiten erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Die Specs können ab sofort vorbestellt werden und sollen im Herbst in den USA, Großbritannien und Frankreich erscheinen. Der Preis: stolze 2.195 US-Dollar. Damit dürften es die Specs schwer haben, eine breite Käuferschicht anzusprechen. Immerhin ist Snap bislang konkurrenzlos. Lediglich Meta hat mit der Orion ein ähnliches Produkt in Entwicklung, dessen Veröffentlichung aber noch in den Sternen steht.

Wirtschaftlich steht Snap unter Druck. Das Unternehmen hat kürzlich rund 1000 Stellen gestrichen, um Kosten zu senken, und die Hardware-Division extra für die Specs ausgegliedert. CEO Evan Spiegel bezeichnete die kommende AR-Brille als Belastungsprobe für die Zukunft des Konzerns. Seit über zehn Jahren investiert Snap in AR-Hardware. Laut Spiegel sind bereits drei Milliarden US-Dollar in die Entwicklung geflossen.


(joe)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Android XR: Xreal Aura erscheint im Herbst


Google und Xreal haben gemeinsam angekündigt, dass Xreal Aura (ehemals Project Aura) diesen Herbst auf den Markt kommt. Das Auslieferungsdatum der Extended-Reality-Brille, schreibt Xreal, kann jedoch nach Region variieren. Geplant ist die Markteinführung in den USA, Großbritannien, Japan, Südkorea und einer Reihe von ausgewählten EU-Ländern, darunter Deutschland und Österreich.

Weiterlesen nach der Anzeige

Den Preis hält Xreal noch geheim. Nach Angaben des Unternehmens wird die Computerbrille jedoch weniger als 1.500 US-Dollar kosten. Interessenten können ab sofort gegen Anzahlung Exemplare reservieren. Die Brille wird Korrekturgläser unterstützen.

Xreal Aura ist nach dem VR-Headset Samsung Galaxy XR das zweite Produkt, das auf Googles „räumlichem“ Betriebssystem Android XR basiert. Es entstand in enger Zusammenarbeit zwischen Google zwischen Xreal und geht technisch über die Display-Brillen hinaus, mit denen sich Xreal bislang einen Namen machte.

Das diagonale Sichtfeld fällt mit 70 Grad deutlich größer aus. Mit Android XR als Basis und voller Gemini-Integration bietet die Xreal Aura vergleichbare Funktionen wie das vollwertige VR-Headset Samsung Galaxy XR, jedoch mit transparenter Optik sowie einer deutlich leichteren und schlankeren Bauform. Diese Kombination macht das Gerät technisch einzigartig. Hinzu kommen Funktionen, die bislang eher vollwertigen VR-Headsets vorbehalten waren wie räumliches Tracking, Objektverankerung und Handtracking. Beim Display orientiert sich Xreal an früheren Geräten: Zum Einsatz kommen Micro-OLEDs mit 1920 × 1200 Pixeln pro Auge und einer Bildwiederholrate von bis zu 120  Hz.

Möglich wird der schmale Formfaktor durch die Auslagerung von Hauptrecheneinheit und Akku in einen kabelgebundenen Taschencomputer. Dadurch wiegt die Brille selbst weniger als ein Fünftel des Samsung-Headsets. Gleichzeitig übertrifft sie dieses bei der Leistung: Xreal Aura wird die erste Computerbrille, in der Qualcomms am Dienstag angekündigter Premium-XR-Chip Snapdragon Reality Elite zum Einsatz kommt. In der Samsung Galaxy XR arbeitet dessen Vorgänger, der besonders bei KI-Aufgaben deutlich langsamer ist. Der von Xreal entwickelte X1S-Koprozessor in der Brille ist für die Sensorverarbeitung und latenzarme Darstellung verantwortlich.


Xreal und Taschencomputer im Profil vor weißem Hintergrund

Xreal und Taschencomputer im Profil vor weißem Hintergrund

Xreal Aura mit kabelgebundenem Taschencomputer

(Bild: Xreal)

Die Anwendungsfälle entsprechen weitgehend denen des Samsung-Headsets: Google und Xreal nennen kreatives Arbeiten im Raum, immersive Karten- und Ortsansichten mit Google Maps und Gemini-Unterstützung, einen privaten räumlichen Arbeitsplatz mit virtuellen Fenstern und Multitasking, sowie einen mobilen Kinomodus für Videos, Spiele und immersive Medien.

Weiterlesen nach der Anzeige

Neben der Computerbrille Xreal Aura, die noch klar als solche zu erkennen ist, arbeitet Google mit weiteren Partnern an alltagstauglichen KI-Brillen. Sie ähneln in Aussehen und Funktion den Ray-Ban Meta-Brillen und sollen ebenfalls im Herbst auf den Markt kommen. Damit hätte Google dann drei Geräteklassen auf Basis von Android XR im Angebot. Im nächsten Jahr soll eine vierte folgen: KI-Brillen mit Mini-Anzeige ähnlich Meta Ray-Ban Display.


(tobe)



Source link

Weiterlesen

Beliebt