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Wie bei Google: Auch Meta jetzt mit AI Mode


Meta stellt neue KI-Features für Facebook vor. Darunter Foto-Presets – auch passend zur WM –, Posting-Vorschläge aus dem Fotoarchiv und der AI Mode, der Content aus Gruppen und Reels als Basis nutzt.

Mehr als eine Milliarde User nutzen bereits regelmäßig Metas eigene KI: die Meta AI. Diese wird stetig weiter optimiert und baut seit der Veröffentlichung von Metas Muse Spark-Modellreihe auf hochleistungsfähige KI-Technologie am Puls der Zeit. Diese als Meilenstein eingeführte Modellfamilie bildet auch die Grundlage für neue Meta AI Features. Davon gibt es auf Facebook mit seinen über drei Milliarden monatlich aktiven Usern jetzt einige. Meta stellte drei neue Kernfunktionen für die Plattform vor, allen voran den AI Mode. Der erinnert an Google und nutzt öffentliche User-Informationen und die Facebook-Kultur für KI-Antworten.


Facebook hat jetzt ein eigenes Reddit, das Diskussionen per KI zusammenfasst

Screenshot der neuen Facebook App Forum im Dark Mode. Zu sehen ist ein Smartphone mit der App-Ansicht sowie Hinweise auf Community-Diskussionen, Gruppenfunktionen und KI-gestützte Features.
© Meta/Matt Navarra

Metas AI Mode auf Facebook: Was ihn von Googles Version unterscheidet

Meta hat einen eigenen AI Mode entwickelt. Dieser wird zunächst auf Facebook eingeführt und soll Usern dort umfassende KI-Antworten auf ihre Fragen liefern. Dabei durchsucht die Meta AI öffentliche Beiträge von Usern in Gruppen sowie Reels, um Informationen, Meinungen und Vorschläge aus dem User-Kosmos zusammenzutragen. Diese sollen in der Antwort des AI Mode die Facebook-Kultur widerspiegeln und verschiedene Perspektiven der Plattform-User abbilden. Damit unterscheidet sich der AI Mode von der gleichnamigen Option auf Google, die eher auf renommierte Quellen zurückgreift, wenn auch Hinweise aus öffentlich verfügbaren Social Media Posts ergänzt werden können.

Die Quellen der Informationen aus der Antwort im Facebook AI Mode können User ebenfalls über ein Link Icon unter der Textantwort anwählen. Neben diesen Textantworten und etwaigen Follow-up-Fragen werden zum Thema passende Reels angezeigt – was die Reichweite für Creator erhöhen kann.

Das von Muse Spark unterstützte Search Feature erscheint mit dem Reiter Meta AI neben Suchoptionen wie Alle, Reels, Personen, Gruppen, Veranstaltungen, Seiten und Marketplace. Wir selbst konnten das Feature im Test noch nicht nutzen.

Auch neu: Kreations- und Sharing Tools für besseren Visual Content

Neben dem AI Mode hat Meta für Facebook zwei Tools vorgestellt, die die Visuals der User mithilfe von KI rasch aufwerten können. Zum einen werden die Vorschläge zum Content-Teilen, die auf Inhalten aus dem Fotoarchiv der User basieren, erweitert. Dabei nutzt Meta Content der Camera Roll, um den Nutzer:innen Beiträge auf deren Basis vorzuschlagen. Das Feature bedarf der Opt-in-Zustimmung der User, da Meta so Zugriff auf persönliche Visuals hat. Neu ist dabei die Umgestaltung von Fotos in Cutout-Collagen, wofür Meta Templates bereitstellt.

Zum anderen liefert Meta neue Foto-Presets. Mit diesen können User dank der Meta AI ganz einfach ihre Frisuren, Accessoires und Kleidung bei Bildern ändern. Das Wear It genannte Feature ist über den AI Edit Button zu nutzen, tippe einfach auf Restyle und Wardrobe. Passend zur WM ermöglicht Meta damit beispielsweise auch die Anpassung von Fotos mit Fan Styles, etwa einem Deutschlandtrikot.

Einige dieser Funktionen könnten in der EU aufgrund der strengen Vorgaben der EU-Kommission etwas später eintreffen. Derweil möchte Meta mit einer ganzen Reihe von neuen Abonnementoptionen den Umsatz steigern. Einige neue KI-Funktionen werden künftig womöglich in den Abonnementvarianten von Meta One zuerst integriert, sodass interessierte User nur gegen eine Gebühr Zugriff erhalten.


Von Plus bis Advanced:
Meta One kommt mit 4 Abovarianten

Titelgrafik mit den Logos von Instagram, Facebook, WhatsApp und Meta AI vor hellem Hintergrund als Visualisierung von Metas neuen Plus- und Meta One-Abomodellen.
© Meta-Logos

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Meta droht Milliardenstrafe wegen Suchtgefahr


Konkret geht es um Mechanismen wie endloses Scrollen, automatisch startende Videos, personalisierte Empfehlungen sowie Push-Benachrichtigungen. Aus Sicht der EU sorgen diese Elemente dafür, dass Nutzer:innen deutlich länger auf den Plattformen bleiben, als sie ursprünglich beabsichtigt hatten. Gerade junge Menschen seien dadurch einem erhöhten Risiko ausgesetzt, Social Media übermäßig oder sogar zwanghaft zu nutzen.

Die Kommission sieht darin nicht nur ein Problem für das digitale Wohlbefinden, sondern auch für die körperliche und psychische Gesundheit von Minderjährigen. Nach ihrer Einschätzung müssten große Online-Plattformen deutlich mehr unternehmen, um solche Risiken zu erkennen und wirksam einzudämmen. Genau dazu verpflichtet sie der Digital Services Act.

EU hält Jugendschutz bei Meta für unzureichend

Sollte sich der Vorwurf im weiteren Verfahren bestätigen, könnten Konsequenzen folgen. Für Facebook und Instagram drohen Geldbußen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes – und zwar für jede Plattform einzeln. Bevor eine endgültige Entscheidung fällt, erhält Meta jedoch zunächst Gelegenheit, auf die Vorwürfe zu reagieren.

Meta selbst weist die Kritik jedoch zurück. Der Konzern betont, dass der Schutz von Jugendlichen ein zentrales Anliegen sei, und verweist auf bereits eingeführte Sicherheitsfunktionen. Dazu gehören unter anderem standardmäßig aktivierte Zeit-Limits sowie verschiedene Jugendschutz- und Elternkontrollen.


Urteil mit Signalwirkung:

Junge Klägerin gewinnt Prozess gegen Meta und YouTube


Genau diese Maßnahmen hält die EU allerdings für nicht ausreichend. Nach Einschätzung der Kommission lassen sich Zeitbeschränkungen zu einfach umgehen und führen deshalb kaum zu einer spürbaren Verringerung der Bildschirmzeit. Auch die Kindersicherungsfunktionen stünden in der Kritik, weil Eltern dafür teilweise umfangreiche technische Kenntnisse benötigten und die Einstellungen vergleichsweise kompliziert seien.

Auch aus dem Europäischen Parlament kommen deutliche Worte. Mehrere Abgeordnete fordern, dass die Kommission nicht bei einer bloßen Ankündigung bleiben, sondern bei einem bestätigten Verstoß rasch Sanktionen verhängen sollte. Ihrer Ansicht nach seien die bisherigen Schutzmaßnahmen des Konzerns nicht geeignet, Kinder und Jugendliche wirksam vor den Risiken exzessiver Social-Media-Nutzung zu schützen. Teilweise wird Meta sogar vorgeworfen, problematische Designentscheidungen bewusst in Kauf zu nehmen, weil eine möglichst lange Nutzungsdauer eng mit dem Geschäftsmodell der Plattformen verknüpft sei. Auch die EU-Digitalpolitikerin Alexandra Geese fordert die EU-Kommission auf:

Jetzt müssen schnelle Strafen folgen, bis die suchtfördernden Mechanismen abgestellt werden. Meta und Facebook nutzen gezielt unsere Schwächen aus, um ihren immensen Profit zu optimieren – auf Kosten unserer Kinder.

Der aktuelle Fall reiht sich zudem in eine Serie juristischer Auseinandersetzungen ein, mit denen Meta weltweit konfrontiert ist. Auch in den USA geriet der Konzern zuletzt mehrfach unter Druck. Dort kamen Geschwor:innengerichte in verschiedenen Verfahren zu dem Schluss, dass Meta nicht ausreichend zum Schutz junger Nutzer:innen beigetragen habe. Darüber hinaus laufen zahlreiche weitere Klagen gegen große Social-Media-Unternehmen, in denen es ebenfalls um mögliche gesundheitliche Folgen einer intensiven Nutzung durch Kinder und Jugendliche geht.

Jugendschutz soll weiter verschärft werden

Mit ihrem Vorgehen macht die EU deutlich, dass sie den Schutz Minderjähriger im digitalen Raum weiter verschärfen will. Nach Angaben der Kommission erfüllen bislang die wenigsten großen Plattformen die europäischen Anforderungen vollständig. Zwar wird Meta zugutegehalten, bereits erste Schutzmaßnahmen eingeführt zu haben, aus Sicht der Behörde reichen diese jedoch nicht aus. Ob daraus tatsächlich ein Verstoß gegen den Digital Services Act und damit eine milliardenschwere Strafe wird, entscheidet sich jedoch erst nach Abschluss des laufenden Verfahrens.


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EU ermittelt gegen Meta: Kinder trotz Verbot auf Instagram aktiv
© dole777 – Unsplash, Veränderungen via Canva vorgenommen

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