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Netflix Italia: Gericht erklärt Preiserhöhungen für ungültig


Die Preiserhöhungen, die Netflix seinen italienischen Abonnenten sieben Jahre lang auferlegt hat, sind rechtswidrig. Das entschied ein Gericht in Rom und verpflichtete den italienischen Ableger des US-Streamingkonzerns zur Rückerstattung zu Unrecht gezahlter Beträge. Geklagt hatte die italienische Verbraucherorganisation Movimento Consumatori (MC).

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Das Gericht in Rom gab der Klage von MC gegen Netflix Italia statt und erklärte die Vertragsklauseln, die Preiserhöhungen von 2017 bis 2024 ermöglichten, für unlauter und somit ungültig. Die Klauseln verstießen gegen das italienische Verbraucherschutzgesetz, indem sie Änderungen ohne Angabe eines triftigen Grundes im Vertrag erlaubten, so die Verbraucherschützer in einer Erklärung zum Gerichtsurteil. Damit seien die einseitigen Abonnementpreiserhöhungen von Netflix in den Jahren 2017, 2019, 2021 und November 2024 rechtswidrig, so das Gericht, mit Ausnahme der Erhöhungen für Verträge, die nach Januar 2024 abgeschlossen wurden.

Laut dem Urteil hat jeder Abonnent Anspruch auf eine Reduzierung des aktuellen Abonnementpreises, die Rückerstattung zu Unrecht gezahlter Beträge und gegebenenfalls Schadensersatz. Auch Verbraucher, die ihr Abonnement im Laufe der Zeit gekündigt haben, haben ein Recht auf Rückerstattung.

Laut MC betrifft die Gerichtsentscheidung Millionen von Verbrauchern. Schätzungen zufolge ist die Zahl der Netflix-Abonnenten in Italien von 1,9 Millionen im Jahr 2019 auf rund 5,4 Millionen im Oktober vergangenen Jahres gestiegen. „Für das Premium-Abo belaufen sich die unrechtmäßigen Preiserhöhungen aus den Jahren 2017, 2019, 2021 und 2024 derzeit auf insgesamt 8 Euro pro Monat, für das Standard-Abo auf insgesamt 4 Euro pro Monat“, erklärten die Anwälte von MC. „Ein Premium-Kunde, der Netflix seit 2017 ununterbrochen bezahlt hat, hat Anspruch auf eine Rückerstattung von rund 500 Euro, ein Standard-Kunde auf rund 250 Euro.“

Das Urteil verpflichtet Netflix außerdem, die Preise seiner bestehenden Abonnements um die Höhe der unrechtmäßigen Erhöhungen zu senken. „Wenn Netflix die Preise nicht umgehend senkt und die Kunden entschädigt, werden wir eine Sammelklage einreichen, um sicherzustellen, dass alle Nutzer die zu Unrecht gezahlten Beträge zurückerhalten“, erklärte Alessandro Mostaccio, Präsident von Movimento Consumatori.

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Netflix kündigte in einer Stellungnahme an, gegen die Entscheidung des Gerichts Berufung einzulegen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. „Wir nehmen Verbraucherrechte sehr ernst und sind überzeugt, dass unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen stets mit italienischem Recht und der gängigen Praxis vereinbar waren“, so das Unternehmen.

Gerade erst hat Netflix in seinem wichtigsten Markt USA erneut die Abopreise erhöht – zum zweiten Mal seit Anfang 2025. In Deutschland liegt die letzte Preiserhöhung von Netflix zwei Jahre zurück. Das Standard-Abo mit Werbung kostet 5 Euro, ohne Werbung 14 Euro pro Monat. Für das Premium-Abo werden monatlich 20 Euro fällig; Zusatzmitglieder kosten je nach Basisabo 4 oder 5 Euro pro Monat. Im Vergleich zu den Vereinigten Staaten sind die Preise in Deutschland noch verhältnismäßig günstig. Offen ist, ob und wann Netflix seine Preise in Deutschland und Europa weiter erhöht.


(akn)



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Googles XR-Brillen auf der I/O: Project Aura & Prototyp ausprobiert


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Weniger ist manchmal mehr: Diese Erfahrung hat Meta mit seinen Smart Glasses gemacht. Während das Großprojekt Metaverse viel Geld verschlang und wenig Anklang fand, verkaufte das US-Unternehmen alleine im Jahr 2025 über sieben Millionen Exemplare seiner KI-Brillen (Ray-Ban Meta und Oakley Meta). Wearables, die Nutzer nicht komplett von der Realität abschotten, treffen offenbar auf mehr Gegenliebe als rein virtuelle Welten. Apple soll für die Zukunft ebenfalls eine Brille im Köcher haben, nachdem auch das räumliche Computing mit der Vision Pro eine Nischenlösung geblieben ist. Und Google? Das Unternehmen stellte jüngst auf der Entwicklerkonferenz I/O neue Brillen in Zusammenarbeit mit Warby Parker, Gentle Monster und Samsung vor. Doch dabei soll es nicht bleiben.

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Wie sehr Google das Thema umtreibt, ist alleine daran zu sehen, wie stark das Unternehmen in letzter Zeit Android XR in den Fokus rückt. Schon auf dem Mobile World Congress in Barcelona konnte ein Prototyp in Augenschein genommen werden. Jetzt, auf der Entwicklerkonferenz I/O im kalifornischen Mountain View, gab es ebenfalls Demos: in der sogenannten AI Sandbox, einer großen Halle auf dem Veranstaltungsgelände. heise online konnte an zwei Demos vor Ort teilnehmen.

Google zeigte gleich zwei Geräte in Aktion: Neben dem namenlosen eigenen Prototyp mit KI-Sprachsteuerung, Kameras und eingebautem kleinem Display wurde auch Project Aura demonstriert, die XR-Brille von Xreal und Google.



Project Aura wirkt äußerlich wie eine einfache Display-Brille und basiert auf Android XR.

(Bild: Xreal)

Project Aura ist eine Art Brückenschlag zwischen den Mixed-Reality-Visionen der letzten Jahre und den Smart Glasses. Schon das Aussehen verbindet das klassische Design einer herkömmlichen Brille mit Headset-Technik. Project Aura verfügt über ein Display in jeder Linse, eingebaute Lautsprecher und mehrere Kameras, liefert also ein vollständiges XR-Erlebnis in einem Brillengehäuse.

Beim Aufsetzen fühlt sich das Gerät deutlich angenehmer an als klassische VR-Headsets, da die Abschirmung entfällt und die Brille leichter wirkt. Von innen sieht man allerdings die aufgesetzten Display-Komponenten – ein ungewohnter Anblick. Und Aura hat auch etwas von der Vision Pro kopiert: ein per Kabel angebundener Block, der hier aber nicht nur die Batterie in sich trägt, sondern auch die Recheneinheit.

Das Sichtfeld beträgt 70 Grad – deutlich mehr als die 57 Grad beim bisherigen Topmodell Xreal One Pro. Das ist breit genug, um drei App-Fenster nebeneinander anzuzeigen; bis zu fünf können gleichzeitig geöffnet sein. Die Displayhelligkeit ist gut, Texte und Grafiken wirken scharf. Über einen Knopf am rechten Bügel lässt sich die Abdunkelung der Gläser steuern – was praktisch ist, wenn man nicht gestört werden möchte.

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Die Handsteuerung funktionierte im kurzen Test recht gut: Pinch-Gesten zum Auswählen und Verschieben von App-Fenstern sind intuitiv und erinnern an die Steuerung der Vision Pro oder der Meta Quest 3. Besonders Spaß gemacht hat eine Gaming-Demo: Im Rollenspiel Demeo ließ sich das Spielfeld mit beiden geballten Fäusten greifen, drehen und skalieren – einzelne Spielfiguren konnte man per Pinch aufnehmen und umsetzen. Das wirkt deutlich immersiver als klassische Controller-Steuerung.

Was aber vor allem den Unterschied macht: Je leichter so ein Gerät ist, desto niedriger dürfte auch die Hemmschwelle sein, es öfter mal aufzusetzen. Project Aura soll noch 2026 weltweit in den Handel kommen. Für Entwickler startet bereits jetzt das „Android XR Developer Catalyst Program“ mit frühem Hardware-Zugang. Den Preis und konkreten Termin kommuniziert der Hersteller bislang nicht. Zum Vergleich: Xreals aktuelles Topmodell One Pro kostet nach einer jüngsten Preissenkung 599 Euro.

Das Google-Gerät kommt noch leichter daher, hat aber bei eingeschaltetem Display nur ein kleines Fensterchen im Sichtfeld im Angebot. Das reicht für viele Einsatzzwecke aber vollkommen aus: Richtungspfeile in der Navigation, Kartenausschnitte, Widgets, Live-Übersetzungen und Kurznachrichten passen hier spielend hinein und gleichzeitig bleibt die Realität weitgehend sichtbar. Die Demo zeigte im Vergleich zu früheren Präsentationen, welche Fortschritte Google macht.


Der Autor mit der Prototyp-Brille von Google

Der Autor mit der Prototyp-Brille von Google

Der Autor mit der Prototyp-Brille von Google

(Bild: heise medien / Malte Kirchner)

Die Brille ist leicht, lässt sich mit Korrekturgläsern ausstatten und bietet gute Sicht. Der Kunststoffrahmen wirkt noch nicht hochwertig, fällt aber als Technologiebrille durchaus auf. Dass es eine smarte Brille ist, sieht man ihr an.

Die Bedienung ist simpel: Ein langer Druck auf die Seite aktiviert Gemini, ein Knopf an der Unterseite schaltet das Display ein. Die Bedienung mit deutscher Sprache funktioniert problemlos. Lediglich bei den akustischen Ausgaben stellten wir im Test in der AI Sandbox fest, dass der Ton in belebten Umgebungen teilweise schlecht zu verstehen ist. Hier kann es helfen, die Hände über die Bügel zu halten.


Hier wird kein Vogel gezeigt, sondern die KI-Assistenz von Gemini aktiviert.

Hier wird kein Vogel gezeigt, sondern die KI-Assistenz von Gemini aktiviert.

Könnte zu Missverständnissen führen: Hier wird kein Vogel gezeigt, sondern die KI-Assistenz von Gemini aktiviert.

(Bild: heise medien / Malte Kirchner)

Und was kann man damit machen? Im Test erfassten wir mit der Kamera Gegenstände und fügten diese direkt zur Einkaufsliste hinzu. WM-Partien der deutschen Mannschaft konnten auf Zuruf herausgesucht und mit einem Sprachbefehl in den Google-Kalender eingetragen werden. Besonders überzeugend war die Live-Übersetzung: Ein spontanes Gespräch auf Portugiesisch – Thema: das legendäre 7:1 der Fußball-WM – übertrug die Brille in Echtzeit fehlerlos ins Deutsche.

Die Navigation ist durchdacht: Wer nach unten blickt, sieht eine Kartenansicht, an die sich per Swipe heranzoomen lässt – wer den Blick hebt, sieht stattdessen einen Richtungspfeil. In einer anderen Demo wurde auf Zuruf ein Brettspiel erkannt und eine Anleitung geliefert, wie die Partie zu gewinnen ist. Beim Blick auf ein Konzert-Poster spielte die Brille auf Nachfrage die Musik des Künstlers. Google setzt dabei auf eine Split-Compute-Architektur: Rechenintensive KI-Aufgaben werden ans Smartphone oder in die Cloud ausgelagert, damit die Brille selbst möglichst leicht bleibt.

So sehr die Erprobungen ein Gefühl dafür vermitteln können, ob man selbst einen Nutzwert in den smarten Brillen sieht, so wenig beantworten sie entscheidende Fragen, die sie umgeben: Wie lange hält der Akku durch? Und findet eine Brille mit sichtbaren Kameras gesellschaftliche Akzeptanz oder löst sie Unbehagen bei Menschen aus, die sich in ihrem Sichtfeld befinden? Mit seinem KI-Modell Gemini hat Google eine wichtige Grundvoraussetzung erfüllt. Dennoch stellt sich auch hier die Frage: Wollen Nutzer zum Beispiel in der Öffentlichkeit wirklich häufiger mit der KI reden? Oder würden sie das eher zu Hause tun? Aber brauchen sie dort dafür eine Brille? Oder tut es dann nicht auch das Smartphone?


(mki)



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Nvidia will mit Vera-Prozessoren nach der CPU-Krone greifen


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Die ersten großen KI-Firmen haben Nvidias neuen CPU-Server mit Vera-Prozessoren erhalten. Vera ist der Nachfolger von Nvidias erstem Server-Prozessorwurf Grace. Beide verwenden zwar ARM-Architekturen, allerdings hat Nvidia erst für Vera eigene Custom-Kerne mit dem Codenamen Olympus entworfen. 88 Stück arbeiten in einer CPU.

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Ian Buck überreichte die ersten Systeme kürzlich an Vertreter von Anthropic, OpenAI, SpaceXAI (früher xAI) und schließlich Oracle. Buck leitet bei Nvidia die Sparte Hyperscale and High-Performance Computing. Anders als bei früheren Erstauslieferungen war Firmenchef Jensen Huang nicht mehr dabei.

Die Prozessoren enthalten keine KI-Beschleuniger per se. Nvidia preist sie trotzdem für KI-Rechenzentren an, weil Prozessoren dort momentan durch KI-Agenten an Bedeutung gewinnen. Sie setzen flotte CPUs voraus.

In der Analystenkonferenz zu den jüngsten Geschäftszahlen gab Nvidias Finanzchefin Colette Kress eine erste Prognose ab: Die Firma beziffert den adressierbaren Markt auf 200 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Im ersten Jahr soll Vera für 20 Milliarden US-Dollar Umsatz sorgen. Ab dem dritten Quartal sollen auch Vera-Rubin-Systeme verfügbar sein, in denen zusätzliche KI-Beschleuniger stecken.

„Wir rechnen in diesem Jahr mit einem Gesamtumsatz im CPU-Bereich von fast 20 Milliarden US-Dollar, was uns auf den Weg zum weltweit führenden CPU-Anbieter bringt“, sagte Kress.

Sollten sich die 20 Milliarden US-Dollar bewahrheiten, wäre das schon im ersten Jahr ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit AMD und Intel, wenn man nur Serverprozessoren wertet. AMD setzte 2025 gut 16,6 Milliarden US-Dollar mit Server-Hardware um, allerdings inklusive KI-Beschleunigern. Der Umsatz sowohl mit CPUs als auch mit Beschleunigern soll dieses Jahr noch mal erheblich steigen.

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Intel setzte 2025 rund 16,9 Milliarden US-Dollar mit Server-Hardware um, hauptsächlich mit Xeon-Prozessoren. Den Markt für KI-Beschleuniger hat Intel weitgehend verschlafen. Inklusive Client-CPUs ziehen sowohl AMD als auch Intel jetzt schon davon. Intels Umsatz lag so bei 49,1 Milliarden US-Dollar (32,2 Milliarden US-Dollar durch Client). Nvidia will zwar mit N1X und N1 auch in Notebooks gelangen, allerdings verzögern sich die Mobilprozessoren schon seit 2025.


(mma)



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Patientendaten betroffen: Cyberangriff auf Abrechnungsdienstleister von Kliniken


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Ein Cyberangriff auf den saarländischen Abrechnungsdienstleister Unimed betrifft bundesweit zahlreiche Universitätskliniken. Nach eigenen Angaben betreut das Unternehmen 95 Prozent aller Universitätskliniken in Deutschland sowie 51 Prozent aller Kliniken mit mehr als 600 Betten. Den betroffenen Häusern zufolge wurden dabei Patientendaten von zehntausenden Privatpatienten und Selbstzahlern entwendet. Die Kliniken selbst betonen, dass ihre internen Systeme und die Patientenversorgung nicht in Mitleidenschaft gezogen worden seien.

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Der Angriff ereignete sich laut Unimed bereits Mitte April 2026. Das Unternehmen teilte mit, der Vorfall sei dem Landeskriminalamt Saarland gemeldet worden. Nach Darstellung von Unimed wollten die Angreifer die Systeme verschlüsseln. Das sei zwar verhindert worden, allerdings seien vor der Abwehr aus einem „begrenzten Bereich“ Daten abgeflossen. Darunter befand sich laut Unimed auch Kommunikation zu Abrechnungswidersprüchen.

Auf Nachfrage zu weiteren betroffenen Einrichtungen erklärte Unimed: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir als Dienstleister keine darüber hinaus gehenden Angaben zu unseren Kunden und deren Daten machen können“. Auch zum Angriffsvektor machte Unimed keine Angaben.

Inzwischen haben zahlreiche Kliniken konkrete Zahlen veröffentlicht. Besonders stark betroffen ist das Universitätsklinikum Freiburg: Dort wurden nach Angaben der Klinik Stammdaten von rund 54.000 Patientinnen und Patienten entwendet, darunter Namen, Adressen und Geburtsdaten. In rund 900 Fällen seien zusätzlich Rechnungsdaten betroffen, aus denen sich Diagnosen und Behandlungsarten ableiten lassen könnten. In wenigen Fällen seien auch Kontodaten abgeflossen. Die Uniklinik Köln meldet rund 30.000 betroffene Datensätze. Darunter seien 843 Fälle mit Gesundheitsdaten sowie fünf Fälle mit Finanzdaten wie IBAN oder Kontonummern.

Am Universitätsklinikum Düsseldorf geht es um mehr als 3.000 Fälle mit allgemeinen Patientendaten sowie 162 Fälle, bei denen auch Gesundheitsdaten betroffen sein könnten. Die Universitätsmedizin Mainz spricht von bis zu 2.764 betroffenen Privatpatienten und Selbstzahlern.

Weitere Fälle meldeten unter anderem Ulm, Mannheim sowie das Universitätsklinikum des Saarlands in Homburg. Dort sollen 1.266 Patientinnen und Patienten betroffen sein. In Ulm sind rund 1.600 Patienten betroffen, in etwa 300 Fällen könnten zudem Diagnose- und Behandlungsdaten abgeflossen sein. Mannheim meldet rund 3.000 Betroffene und einen Fall mit kompromittierten Finanzdaten. Auch Heidelberg und Tübingen bestätigen Vorfälle, nannten bislang jedoch keine detaillierten Zahlen.

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Mehrere der betroffenen Kliniken erklärten, die Datenübertragung an Unimed unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls gestoppt zu haben. Zudem seien Datenschutzbehörden und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) informiert worden. Viele Häuser kündigten an, betroffene Personen schriftlich zu benachrichtigen und rechtliche Schritte zu prüfen. Unimed erklärte am Freitag, die Systeme seien inzwischen wieder vollständig arbeitsfähig. Externe IT-Forensiker hätten die Infrastruktur untersucht und abgesichert. Hinweise darauf, dass sich noch Angreifer im System befinden, gebe es Unimed zufolge nicht.

Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass nach einem Cyberangriff auf die Arbeitsgemeinschaft Wirtschaftlichkeitsprüfung Niedersachsen (Arwini e. V.) ebenfalls sensible Gesundheits- und Abrechnungsdaten abgeflossen sind. Arwini prüft im Auftrag gesetzlicher Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen die Wirtschaftlichkeit ärztlicher Verordnungen. Die Polizeidirektion Hannover bestätigte gegenüber heise online, dass hinter dem Angriff die Ransomware-Gruppe „Kairos“ steckt. Die Täter drohen dort mit der Veröffentlichung eines angeblich 2,87 Terabyte großen Datensatzes. Wer für den erfolgreichen Angriff auf Unimed verantwortlich ist, ist noch nicht bekannt.

Bei Arwini könnten nach Angaben des Unternehmens bis zu 75.000 Datensätze betroffen sein. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen erklärte, an die Prüfstelle würden quartalsweise pseudonymisierte Abrechnungsdaten übermittelt. Zwar seien Patientendaten anonymisiert, allerdings enthielten die Datensätze arztbezogene Informationen wie Arztnummern und Betriebsstättennummern, sodass Praxen identifizierbar bleiben. Nach Angaben der Polizei stehen die Ermittler wegen der Gruppe „Kairos“ im internationalen Austausch.


(mack)



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