Künstliche Intelligenz
Dienstag: US-Behörde beendet Tesla-Untersuchung, Treibstoffaufschlag bei Amazon
Aufatmen für US-Elektroautobauer Tesla. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat ihre Untersuchung zu Teslas Fernsteuerungsfunktion beendet. Der Grund: zu wenige schwere Unfälle und Software-Aktualisierungen. Untersuchungen zu Teslas Full Self-Driving-System aber laufen weiter. Amazon erhebt aufgrund gestiegener Treibstoffpreise bald vorübergehende Zuschläge auf seine Fulfillment-Gebühren für Händler. In Europa steigen diese aber weniger stark als in Nordamerika. Und ein Gericht in Rom erklärt die Preiserhöhungsklauseln von Netflix Italia seit 2017 für ungültig und ordnet Rückerstattungen an – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Die „Full Self-Driving“-Software des US-Elektroautokonzerns Tesla ist bereits seit Längerem im Visier der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA. Die Behörde hat Bedenken wegen Unfällen, eingeschränkter Sicht und der Frage, ob die FSD-Systeme von Tesla die Fahrer unter realen Bedingungen ausreichend warnen. Derzeit laufen diverse Untersuchungen. Eine andere Überprüfung hat die NHTSA hingegen nun beendet. Nach Software-Updates stellte die Verkehrsaufsicht ihre Untersuchung zu Teslas Fernsteuerungsfunktion jetzt ein. Wegen der ist es zwar immer wieder zu Vorfällen gekommen, aber eben zu keinen schweren. Teslas Fernsteuerungsfunktion: US-Aufsichtsbehörde stellt Untersuchung ein
Wegen des Iran-Krieges sind die Öl- und Gasexporte aus der Golfregion weitgehend unterbrochen. Die Folge: Das geringere Angebot am Weltmarkt lässt die Treibstoffpreise weltweit steigen – auch in Regionen, die von der Lieferunterbrechung nicht betroffen sind. Die höheren Kosten wirken sich wiederum auf die gesamte Wirtschaft aus. Da bildet auch die Logistikbranche keine Ausnahme. US-Online-Händler Amazon erhebt nun vorübergehende Zuschläge auf seine Fulfillment-Gebühren für Händler. Wer in Europa über Amazon verkauft und zustellen lässt, muss also bald einen Treibstoffaufschlag zahlen. Treibstoffpreise: Amazon Fulfillment-Gebühren steigen in Europa nur geringfügig
Gerade erst hat Netflix in seinem wichtigsten Verbrauchermarkt, den USA, erneut die Abopreise erhöht – zum zweiten Mal seit Anfang 2025. In Deutschland liegt die letzte Preiserhöhung von Netflix zwei Jahre zurück. Im Vergleich zu den Vereinigten Staaten sind die Preise in Deutschland noch verhältnismäßig günstig. Wann die nächste Preiserhöhung kommt, ist unklar. In Italien dagegen dürften die Abopreise für viele Verbraucher sinken. Denn ein Gericht in Rom hat die Preiserhöhungsklauseln von Netflix seit 2017 für ungültig erklärt. Abonnenten haben Anspruch auf eine Reduzierung des aktuellen Abopreises, die Rückerstattung zu Unrecht gezahlter Beträge und Schadensersatz. Das Unternehmen kündigte Berufung an. Netflix Italia: Gericht erklärt Preiserhöhungen für ungültig
Seit Monaten bekämpft Russland verstärkt westliche Messengerdienste wie WhatsApp oder Signal. Im Februar wurde beispielsweise WhatsApp technisch blockiert. Die Regierung in Moskau möchte, dass Nutzer den staatlichen Messenger „MAX“ verwenden, der zu einer Art „Everything-App“ nach dem Vorbild des chinesischen WeChat ausgebaut werden soll. WhatsApp bezeichnete Max als „staatliche Überwachungs-App“. Um staatlich verbotene Messenger wie WhatsApp oder Telegram in Russland noch nutzen zu können, sind VPNs nötig. Doch auch die sind nun ins Visier Moskaus geraten. Zuletzt setzten die russischen Behörden neue Mechanismen ein, um die Nutzung von VPNs zu erschweren. Daraufhin kam es zu einem großflächigen Ausfall digitaler Zahlungsmöglichkeiten im Land. Russland sperrt Messenger und VPNs – und seine Banken gleich mit
Den gehypten KI-Assistenten OpenClaw mit einem Claude-Abo zu nutzen, war eigentlich nie vorgesehen. Bei der Konfiguration von OpenClaw gab es allerdings einen Weg, seine Token aus dem Claude-Abo dennoch für den KI-Assistenten zu nutzen. Damit ist nun Schluss. Claude-Entwickler Anthropic schiebt OpenClaw den Riegel vor – zumindest bei Kunden seiner Claude-Abomodelle. Der Zugang für Tools von Drittanbietern ist ab jetzt gesperrt. Die Änderung dürfte vor allem private Nutzer treffen, die ihren Eigenbedarf mit einem Claude-Abo decken. Anthropic wirft OpenClaw aus seinen Claude-Abos
Auch noch wichtig:
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(akn)
Künstliche Intelligenz
Ubuntu macht ARM64 zur Plattform erster Klasse
Canonical treibt den Ausbau von Ubuntu für ARM64 weiter voran. Mit Ubuntu 26.04 LTS hat ARM64 in vielen zentralen Bereichen zu AMD64 aufgeschlossen. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen der Umzug der ARM64-Pakete in das reguläre Ubuntu-Paketarchiv, Live-Kernel-Patching ohne Neustart sowie Fortschritte bei Snapdragon-Laptops, Gaming und der Software-Unterstützung. Das geht aus einem aktuellen Statusbericht der Ubuntu-Entwickler hervor.
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Ubuntu unterstützt ARM-Prozessoren seit mehr als einem Jahrzehnt. Canonical konzentrierte sich mit seiner ARM64-Unterstützung zunächst vor allem auf Server, inzwischen ist die Architektur in Cloud-Rechenzentren, Entwicklerrechnern, Einplatinencomputern und zunehmend auch in Notebooks vertreten. Canonical verfolgt deshalb das Ziel, Ubuntu auf ARM64 nicht mehr als Sonderfall zu behandeln, sondern als vollwertige Hauptplattform.
ARM64-Pakete ziehen in das reguläre Ubuntu-Archiv um
Eine grundlegende Änderung betrifft die Paketinfrastruktur. Seit Ubuntu 26.04 LTS werden ARM64-Pakete nicht mehr über das bisherige Archiv ports.ubuntu.com ausgeliefert, sondern über archive.ubuntu.com. Damit nutzt ARM64 dieselbe Infrastruktur wie AMD64.
Der Wechsel sorgt dafür, dass Pakete automatisch über die weltweiten Ubuntu-Spiegelserver verteilt werden. Das soll Downloads beschleunigen und die Verfügbarkeit erhöhen. Für die Umstellung waren laut Canonical Anpassungen an mehreren Komponenten des Ubuntu-Build- und Release-Prozesses nötig. Die Änderungen sollen außerdem auf Ubuntu 24.04 LTS zurückportiert werden.
Livepatch schließt eine weitere Lücke
Seit Ende Juni unterstützt Ubuntu 26.04 LTS außerdem Livepatch auf ARM64. Sicherheitsupdates für den Linux-Kernel lassen sich damit einspielen, ohne das System neu starten zu müssen. Die Funktion stand bislang nur auf AMD64 zur Verfügung.
Nach Angaben von Canonical waren dafür unter anderem Erweiterungen im Linux-Kernel, der Toolchain sowie neue ARM64-spezifische Testverfahren erforderlich. Mit der Einführung erreicht der Livepatch-Dienst auf ARM64 denselben Funktionsumfang wie auf der x86-Plattform.
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Fortschritte bei ARM-Notebooks
Canonical baut außerdem die Unterstützung für ARM-Notebooks aus. Ubuntu 25.04 führte die Unterstützung für Qualcomms Snapdragon-X-Elite-Plattform über das generische ARM64-Desktop-Image ein. Mit Ubuntu 25.10 funktioniert dort erstmals Secure Boot. Ubuntu 26.04 LTS ist die erste LTS-Version mit dieser Funktion.
Die Besonderheit: Viele Snapdragon-Notebooks stellen Linux derzeit keine Device Trees über die Firmware bereit. Device Trees beschreiben die vorhandene Hardware und werden vor allem auf ARM-Systemen zur Initialisierung verwendet. Canonical löst das Problem mit einem neuen EFI-Stub namens „stubble“, der die benötigten Device Trees direkt in das signierte Kernel-Abbild integriert. Dadurch bleibt die bestehende Secure-Boot-Vertrauenskette erhalten.
Parallel arbeitet Canonical bereits an der Unterstützung der nächsten Snapdragon-X2-Elite-Generation. Darüber hinaus weitet das Unternehmen die Hardware-Unterstützung auf weitere ARM-Hersteller aus. Als erstes Beispiel nennt Canonical ein Entwickler-Abbild für das Notebook CIX P1. Anders als Snapdragon-Geräte nutzt dessen Firmware den von PCs bekannten ACPI-Startprozess und benötigt deshalb die neue EFI-Lösung nicht.
Mehr Software ohne Umwege
Auch das Software-Angebot wächst. Ein ARM64-Build des Steam-Snaps wurde Anfang Juni als stabile Version veröffentlicht. Da der Linux-Client von Steam weiterhin nur für x86 verfügbar ist, kombiniert Canonical ihn mit dem Userspace-Emulator FEX. Dadurch lassen sich AMD64-Spiele auf unterstützten ARM-Systemen ausführen. Canonical betont allerdings, dass es sich dabei nicht um ein von Valve unterstütztes Projekt handelt.
Ferner verweist Canonical auf weitere native ARM64-Versionen populärer Snap-Pakete wie OnlyOffice, FreeCAD und Teams for Linux. Ein weiterer wichtiger Baustein kommt allerdings von Google: Canonical verweist auf die angekündigte ARM64-Version von Google Chrome, die Widevine-Unterstützung auf Linux bringen soll. Die Verfügbarkeit von Widevine auf ARM64 ermöglicht es auch anderen Snap-Paketen, darunter Firefox und Spotify, Widevine nativ einzubinden.
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(fo)
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Schottisches Rechenzentrum: Zweifel an versprochener Versorgung mit Erneuerbaren
Das neue Rechenzentrum in Lanarkshire, Schottland, soll ein zentraler Baustein in Großbritanniens KI-Strategie sein. Um diesen Status zu erlangen, müssen Projekte einen realistischen Plan vorlegen, wie sie sich mit Energie versorgen wollen. Die Gründer des Zentrums in Lanarkshire, CoreWeave (USA) und DataVita (UK), versprachen, man wolle ausschließlich lokal generierte erneuerbare Energie nutzen. Laut einem Medienbericht haben die Betreiber diese Pläne jedoch nie wirklich verfolgt – mit Kenntnis der britischen Regierung.
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Das berichtet der Guardian nach Einsicht von Regierungsdokumenten. Man habe unter Regierungsvertretern bereits diskutiert, ob das Rechenzentrum sich mit eigenen Gaskraftwerken selbst versorgen soll. Auf Nachfrage des Guardian hieß es nun, man wolle den Komplex ans reguläre Netz anschließen. Hierauf wartet man in Großbritannien jedoch, egal ob als Klinik oder als Privatperson, wohl um die zehn Jahre. Ob das Datenzentrum also erst dann in Betrieb geht, oder beim Netzanschluss priorisiert wird, bleibt offen. Es solle jedoch nach wie vor zu einem „überwiegenden“ Anteil von Erneuerbaren versorgt werden, heißt es von Regierungsseiten.
Keine hinreichenden Bemühungen um erneuerbaren Strom erkennbar
Doch selbst daran gibt es Zweifel. DataVita gibt an, dass das Rechenzentrum mit mehr als 1 GW erneuerbarer Energie versorgt werden soll, darunter 400 MW Solarenergie und 800 MW Windenergie. Das ist mehr als das Eineinhalbfache der Windenergie, die von Whitelee, dem größten Onshore-Windpark Großbritanniens, erzeugt wird. Um das zu realisieren, würden je nach Technik für das Rechenzentrum schätzungsweise 40 bis 100 Quadratkilometer Land benötigt. Doch die derzeit vorliegenden Bauanträge von DataVita belaufen sich auf rund 2 km² in Lanarkshire. Auf seiner Website gibt DataVita an, über „mehr als 1.000 Acres“ an Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien zu verfügen, was 4 km² entspricht. Also bei Weitem nicht genug. Die HFD Group, die Muttergesellschaft von DataVita, plant laut veröffentlichten Konzepten bis zu neunzehn Windräder. Auch das würden nur etwa 5 Prozent von dem liefern, was DataVita produzieren will.
Ähnliche Diskrepanzen zwischen Ankündigung und Realität zeigen sich auch anderswo: Das britische KI-Prestigeprojekt Stargate UK entpuppte sich laut Guardian als PR-Stunt – ein Großteil der beworbenen 20-Milliarden-Pfund-Investition war nie als verbindliche Zusage hinterlegt. Es steht die Vermutung im Raum, dass auch hier vor allem Marketing betrieben wurde und das neue Rechenzentrum entgegen aller Ankündigungen also nicht ab 2030 voll mit erneuerbaren Energien betrieben wird – und das auch nie wirklich geplant war.
Zeitgleich drängt die Tech-Lobby die EU zur Aufweichung von Klimaregeln für Rechenzentren – die EU-Kommission erwägt, geplante Nachhaltigkeitsvorgaben für KI-Rechenzentren deutlich zu lockern.
(rie)
Künstliche Intelligenz
Nvidia verkauft KI-Beschleuniger jetzt gegen Umsatzbeteiligung
Nvidia stellt ein neues Geschäftsmodell für seine eigenen KI-Beschleuniger vor. Kleinere Betreiber von Cloud-Rechenzentren, sogenannte Neoclouds, kaufen Nvidias Hardware, die Start-ups und andere Endnutzer dann mieten können. Die Neuheit liegt bei einer „Kreditunterstützung“ (credit-support model): Nvidia verspricht, ungenutzte Rechenkapazität selbst zurückzumieten, wenn der Betreiber nicht genügend Kunden findet. Im Gegenzug beteiligen Betreiber Nvidia am Umsatz. Unklar ist, ob das Modell mit vergünstigten Kaufpreisen für die Hardware einhergeht.
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Neoclouds sollen so mit verringertem Finanzierungsrisiko an aktuelle Hardware kommen. Zu Beginn sind laut Ankündigung die beiden australischen Anbieter Sharon AI und Firmus Technologies dabei. Sharon baut nach eigenen Angaben ein Rechenzentrum mit einer Kapazität von bis zu 72 Megawatt und bis zu 40.000 GB300-Boards (Grace Blackwell). Firmus will in Indonesien einen Campus eröffnen, der bis hin zu 360 Megawatt und 170.000 Nvidia-GPUs skaliert.
Für Nvidia besonders lukrativ: Die KI-Rechenzentren innerhalb dieses Programms entstehen nach Nvidias Spezifikation. Neben KI-Beschleunigern verkauft die Firma also auch Prozessoren, Switches und weitere Komponenten.
Mehr kreative Finanzierungsvarianten
Finanzchefin Colette Kress sieht darin einen „wiederkehrenden, nutzungsabhängigen Einnahmestrom“. Das Programm ist derweil eine weitere Form, um die eigenen Auftragsbücher zu füllen. Schon vorher hat Nvidia Milliardenbeträge in KI-Unternehmen investiert, die davon wiederum Nvidia-Hardware kaufen oder mieten. Dieses Kreislaufmodell funktioniert allerdings nur mit großen Abnehmern wie OpenAI.
Das neue Modell mit Kreditunterstützung soll ohne solche Milliardeninvestitionen flexibler sein. Endnutzer sollen sich keine Gedanken um den Bau eines Rechenzentrums machen müssen und trotzdem an die nötige Rechenleistung kommen können.
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(mma)
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