Künstliche Intelligenz
Saugroboter Mova P70 Pro Ultra im Test: Keiner wäscht heißer für 600 Euro
Der Mova P70 Pro Ultra wäscht seine Wischmopps mit 100 Grad Celsius – eigentlich ein Feature von Premium-Geräten. Was der Saugroboter sonst kann, zeigt der Test.
Saugroboter mit voll ausgestatteter Reinigungsstation kosten meist deutlich über 1000 Euro. Der Mova P70 Pro Ultra durchbricht diese Logik: Zum Marktstart heute kostet er 599 statt 699 Euro – und wäscht seine Wischmopps trotzdem mit 100 Grad heißem Wasser, was sonst nur Topmodelle wie der Roborock Saros 20 bieten.
Mova stammt aus dem Kosmos um die Marke Dreame: Entsprechend stehen die Mova-Saugroboter den Dreame-Geräten technisch sehr nahe – ein Vorteil aus Marktstrategie-Sicht, denn Mova übernimmt bewährte Technik. So entstehen Geräte mit erprobter Basis.
Wir haben den P70 Pro Ultra getestet und zeigen, ob das Gesamtpaket aufgeht oder ob der Hersteller an den falschen Stellen gespart hat.
Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Mova P70 Pro Ultra?
Beim Design bleibt Mova der bewährten Linie treu. Der P70 Pro Ultra ähnelt stark den Modellen V50 Ultra und Z60 Ultra Roller. Roboter und Station haben abgerundete Kanten, die Station ist zweigeteilt: ein glatter weißer Korpus und ein abgesetzter Deckel mit Schraffur in Silber als Akzentfarbe. Erhältlich ist der Roboter in zwei Farbvarianten: Schwarz oder Weiß-Silber.
Mova P70 Pro Ultra – Bilderstrecke
Die Verarbeitung wirkt solide, aber nicht außergewöhnlich. Alles ist aus Kunststoff, die Kanten sind sauber verarbeitet – nur der Deckel der Station fühlt sich etwas dünn an. Positiv fällt der Roboterdeckel auf: Er ist über einen Klappmechanismus fest verbunden, klappt sauber auf und bleibt offen stehen. Allerdings birgt das auch ein Bruchrisiko bei unvorsichtigem Umgang.
Die Schmutzwassertanks sind intuitiv gefärbt – durchsichtig für Frischwasser, schwarz für Schmutzwasser. Mova hat dieses Jahr absolute Top-Modelle herausgebracht, und die solide Bauweise zeigt sich auch hier. Der Roboter selbst wirkt flach; die Gesamthöhe von 10,38 cm ergibt sich erst durch den Laserturm. Die Station misst 458 × 470 × 420 mm und nimmt 3,2 l Staub, 4 l Frischwasser und 3,5 l Schmutzwasser auf. Eine herausnehmbare, teils mit Silikon überzogene Auswaschwanne erleichtert die Reinigung.
Einrichtung: Wie schnell ist der Mova P70 Pro Ultra betriebsbereit?
Die Inbetriebnahme läuft wie bei anderen Mova-Modellen. Roboter einschalten, QR-Code mit der App scannen, Dock- und Punktreinigungs-Taste drei Sekunden gedrückt halten und mit dem WLAN verbinden. Erfreulich: Der P70 Pro Ultra unterstützt nicht nur 2,4-GHz-, sondern auch 5-GHz-Netze. Das ist bei Saugrobotern leider noch immer selten.
Nach der Verbindung mit dem Geräte-Hotspot folgt die App-Konfiguration. Sie fragt typische Haushaltsangaben ab: Haustiere im Haushalt, gründliche Kanten- und Eckenreinigung, Nicht-stören-Modus. Anschließend lässt sich ein Sprachassistent aktivieren oder überspringen. Nach einem rund zehnminütigen Firmware-Update startet die Kartierung, die in unserem Test etwa 25 Minuten dauerte – abhängig von der Wohnungsgröße.
Datenschutz-kritische Funktionen sind ab Werk deaktiviert. Die fotografische Dokumentation erkannter Hindernisse lässt sich nur nach explizitem Einverständnis in der App aktivieren. Dasselbe gilt für die Videofunktion, die wir von vielen anderen Modellen kennen: Über das Smartphone schaltet man sich live auf die Roboterkamera, kann ihn fernsteuern, gezielt in Bereiche schicken oder auf Patrouille fahren lassen. Aktivieren lässt sich das nur nach Festlegen eines Video-Passworts – das verhindert einen unbemerkten Fremdzugriff auf die Hauskamera. Weniger ideal: Karten- und Nutzungsdaten landen in der Hersteller-Cloud. Das ist grundsätzlich angreifbar, und ohne erreichbare Server fallen smarte Funktionen wie Kartensteuerung oder Zonenreinigung aus.
Mova P70 Pro Ultra – App & Einrichtung
Mova hat einen lange von uns kritisierten Fehler behoben: Das Auswahlfeld für Zonenreinigungen ruckelt nicht mehr beim Verschieben, sondern bewegt sich flüssig. Die App ist allgemein deutlich übersichtlicher als früher. Die Suchfunktion in den Einstellungen hilft, einzelne Funktionen schneller zu finden. Die Reinigungsoptionen sind umfangreich: nur saugen, nur wischen, beides gleichzeitig, wischen nach dem Saugen oder pro Raum individuell. Mit Clean Genius gibt es eine Funktion, die die Reinigungsparameter automatisch anpasst und dafür an der Reinigungshäufigkeit orientiert.
Navigation: Wie gut erkennt der Mova P70 Pro Ultra Hindernisse?
Der Mova P70 Pro Ultra setzt auf LDS-Lasernavigation in Kombination mit einer KI-gestützten Hinderniserkennung. Die Objekterkennung umfasst mehr als 300 erkannte Objektklassen bei Mova-Topmodellen; beim P70 Pro Ultra sind es laut Hersteller über 280. Ein monokulares 3D-Strukturlichtsystem in Verbindung mit RGB-Sicht erkennt Kabel, kleinere Objekte und Möbel zuverlässig.
In der Praxis funktioniert die Erkennung größtenteils gut. Hindernisse werden frühzeitig in der Karte vermerkt. Allerdings ist Vorsicht trotzdem geboten: Auf freischwebende Stühle mit Metallstandfuß fuhr der Roboter mehrfach gewaltsam auf, blieb darunter „eingesperrt“ und forderte Hilfe an. Anschließend wies er uns sogar darauf hin, alle Hindernisse zu entfernen – obwohl er die Stühle selbst als Hindernis markiert hatte. Hindernisse bis 22 mm überwindet er problemlos.
Auffällig ist dabei die Navigation: Der Roboter wirkt teils etwas konfus und lässt immer wieder Stellen aus. Hätte er das nicht gemacht, wäre der Teppich auch beim ersten Anlauf schon nahezu sauber gewesen – tatsächlich sparte er aber zwei Mehlflecken zunächst teils aus. Auch auf Hartboden fällt uns dieses Verhalten auf. Teilweise dreht der Roboter unmotiviert Kurven oder fährt plötzlich eine Diagonalbahn, selbst bei der Reinigung kleinerer ausgewählter Zonen. Dadurch bleibt mitunter Material am Boden liegen.
Im Alltag fiel uns ein zweites seltsames Verhalten auf: Der Roboter blieb regelmäßig stehen, klappte die Wischpads mehrfach hoch und runter, drehte sich langsam herum – und fuhr dann nach bis zu 30 Sekunden weiter. Eine Ursache kommunizierte er dabei nicht. Außerdem schleppt er Schmutz wie Mehl mitunter unter sich her und verliert ihn an der nächsten Bodenschwelle, weil er auf seinem Weg zur Station mitten durch den verschmutzten Bereich fährt.
Reinigung: Wie gut saugt und wischt der Mova P70 Pro Ultra?
Die Saugleistung von 30.000 Pa zählt zu den höchsten am Markt. Auf Teppich überzeugt der P70 Pro Ultra: Er erklimmt Teppichkanten ohne Probleme, faltet nichts auf und entfernt rund 95 Prozent der groben Partikel im ersten Anlauf. Feine Partikel wie Mehl verschwinden meist erst beim zweiten Durchgang. Auf Hartboden zeigt sich derselbe Eindruck: ordentlich, aber nicht perfekt.
Allerdings kämpft auch der P70 Pro Ultra mit dem Standardproblem vieler Saugroboter: Mit seiner Seitenbürste schleudert er immer wieder wie ein Katapult Schmutz aus dem Reinigungsbereich heraus, der so in der Wohnung verteilt liegen bleibt. Abhilfe würden eine reduzierte Rotationsgeschwindigkeit sowie der Einsatz von zwei statt nur einer Bürste schaffen – eine links, eine rechts –, um eine Art Schaufelbewegung zur Absaugeinheit hin in die Mitte des Roboters zu erzeugen. Immerhin ist die Seitenbürste beim P70 Pro Ultra ausklappbar, was besonders in Engstellen oder Ecken sinnvoll ist. Davon macht der Roboter regelmäßig sehr klug Gebrauch: Er dreht sich dabei um die eigene Achse hin und her auf der Stelle, um alles herauszuschaufeln.
Beim Wischen setzt der P70 Pro Ultra auf zwei rotierende Wischteller. Diese drehen sich mit 260 Umdrehungen pro Minute und werden mit 12 Newton an den Boden gedrückt. Grundsätzlich gilt: Das System mit Wischteller ist bewährt, hat aber im Unterschied zur modernen Wischwalze einen Nachteil: Je nach Art der Verschmutzung und mit zunehmender Sättigung verteilen die Teller den Dreck nur noch, statt ihn wirklich aufzunehmen. In unserem Test zeigt sich das deutlich: Bei Mehl verschmiert das System schon nach wenigen Metern. Zur Reinigung muss der Roboter regelmäßig zur Station zurückfahren, unterwegs geht das nicht – in unserem 60 m²-Bereich passiert das bis zu vier Mal pro Reinigungsdurchgang.
Mova P70 Pro Ultra – Reinigung
Eine Wischwalze dagegen wird während der Fahrt durch eine Lamelle abgestreift und mit frischem Wasser benetzt. So bleibt sie länger sauber und trägt Schmutz tatsächlich vom Boden ab. Für Parkett ist die Walze allerdings eher ungeeignet, da sie zu viel Wasser auf den Holzboden aufträgt und dieser dadurch aufweichen kann. Hier hat das Mopp-System die Nase vorn.
Das Highlight des P70 Pro Ultra ist die Heißwasserwäsche bei 100 Grad Celsius. Während im Preisbereich um 600 bis 700 Euro meist nur 50 bis 70 Grad üblich sind und selbst Topmodelle über 1000 Euro selten 90 Grad erreichen, kocht der P70 Pro Ultra die Mopps regelrecht aus. Das ist hygienisch ein deutlicher Fortschritt, weil Bakterien und Gerüche effektiver bekämpft werden.
Der Hersteller verweist auf TÜV-Rheinland-getestete Sterilisationsraten von bis zu 99,9999 Prozent gegen typische Keime wie E. coli und S. aureus. Die als JetSpray Dryboard bezeichnete Waschwanne verteilt über 20 Düsen das Wasser gleichmäßig, ein zentraler Filter trennt den Schmutz vom Wasser. Anschließend trocknet die Station die Mopps mit Heißluft in standardmäßig zwei Stunden – das verhindert Schimmel und unangenehme Gerüche.
Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Mova P70 Pro Ultra?
Der 5,2-Ah-Lithium-Ionen-Akku liefert laut Hersteller bis zu 250 Minuten Laufzeit.
Bei tieferen Akkuständen kehrt er selbstständig zur Station zurück, lädt nach und fährt anschließend an der unterbrochenen Stelle weiter. Die volle Ladedauer beträgt 3,5 Stunden – das ist durchschnittlich, aber auch nichts Besonderes. Konkurrenten wie der Ecovacs T90 Pro Omni sind hier deutlich schneller. Ob das im Alltag relevant ist, hängt vom Nutzungsverhalten ab: Da der Roboter ohnehin meist im Standby auf seinen nächsten Einsatz wartet, fällt die Ladezeit für die meisten Haushalte kaum ins Gewicht.
Preis: Was kostet der Mova P70 Pro Ultra?
Die UVP des Mova P70 Pro Ultra liegt bei 699 Euro. Zum Marktstart vom 29. April bis 12. Mai 2026 reduziert Mova den Preis auf 599 Euro. Für die gebotene Ausstattung mit 100-Grad-Wäsche, 30.000 Pa Saugkraft und Komplettstation ist das ein attraktiver Kurs. Erhältlich ist der Roboter etwa in Schwarz bei Amazon sowie in Weiß-Silber bei Notebooksbilliger.
Fazit
Der Mova P70 Pro Ultra liefert ein bemerkenswertes Gesamtpaket für rund 600 Euro. Die 100-Grad-Heißwasserwäsche der Mopps gibt es sonst kaum unter 1000 Euro, dazu kommen 30.000 Pa Saugkraft, ausklappbare Seitenbürste und eine zuverlässige Hinderniserkennung mit über 280 Objektklassen. Auch die App-Bedienung ist endlich rund, und die 5-GHz-WLAN-Unterstützung ist ein willkommener Bonus.
Schwächen zeigen sich in der teils konfusen Navigation, dem typischen Verschmiereffekt der rotierenden Wischteller und gelegentlichen Aussetzern, in denen der Roboter scheinbar grundlos minutenlang verharrt. Auch bei der Hindernisvermeidung erleben wir einen Widerspruch: Erkannte Hindernisse vermeidet er nicht zwingend. Beim Datenschutz ist die opt-in-Logik für Kamera- und Videofunktionen lobenswert, allerdings landen Karten- und Nutzungsdaten in der Hersteller-Cloud – mit den bekannten Risiken hinsichtlich Angreifbarkeit und Verfügbarkeit.
Wer eine moderne Wischwalze bevorzugt, sollte zum Mova Z60 Ultra Roller greifen. Für alle anderen ist der P70 Pro Ultra ein Preis-Leistungs-Sieger mit echtem Alleinstellungsmerkmal beim Thema Hygiene.
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ESP-Claw bringt KI-Agenten direkt auf den ESP32
Mit ESP-Claw hat Espressif ein neues Framework für ESP32-Boards veröffentlicht. Statt Geräte direkt zu programmieren, setzt das Projekt auf einen Agentenansatz direkt auf den Chips. Die Idee dahinter: Sensoren liefern Daten, ein lokaler Agent trifft Entscheidungen und das Gerät reagiert selbstständig.
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Technisch basiert ESP-Claw auf einem Runtime-System, das auf ESP32-Boards wie dem S3 läuft. Der Ansatz nennt sich „Chat Coding“: Das Verhalten eines Geräts kann über Konversationen definiert werden, statt klassische Firmware zu schreiben. Im Hintergrund werden diese Eingaben in Aktionen übersetzt, die der Mikrocontroller ausführt. Ergänzt wird das Ganze durch eine ereignisgesteuerte Architektur, bei der Sensorwerte, Nachrichten oder andere Trigger direkt eine Verarbeitungskette starten können. Reaktionen sind laut Projekt im Millisekundenbereich möglich.
Für Maker interessant ist vor allem die flexible Erweiterbarkeit. ESP-Claw bringt eine strukturierte Speicherverwaltung mit, um Zustände und Kontext direkt auf dem Gerät abzulegen und nachhaltig zu speichern. Gleichzeitig lassen sich externe Dienste über standardisierte Schnittstellen anbinden, etwa über das Model Context Protocol (MCP). Auch die Integration von Messaging-Diensten wie Telegram ist vorgesehen, dadurch kann man Geräte in bestehende Kommunikationswege einbinden.
Niedrige Einstiegshürde
Ein weiterer praktischer Punkt ist die vergleichsweise niedrige Einstiegshürde. Unterstützte Boards lassen sich direkt im Browser konfigurieren und flashen, ohne lokale Toolchain. Wer tiefer einsteigen will, kann das System aber auch klassisch selbst bauen und anpassen. Durch den modularen Aufbau lassen sich einzelne Komponenten austauschen oder erweitern, etwa um zusätzliche Sensorik, Aktoren oder eigene Logik einzubinden.
Spannend wird das Ganze in Maker-Händen. Beispiele für Projekte sind etwa smarte Kameraknoten, die Ereignisse selbst interpretieren, Sprachinterfaces für Smart-Home-Steuerung oder Geräte, die auf Basis von Sensordaten eigenständig Entscheidungen treffen, etwa in der Heimautomation.
Auf der offiziellen GitHub-Seite sind in Videos einige Beispielprojekte festgehalten. So wird ein LED-Streifen an einen ESP angeschlossen und dem Agenten via Chat mitgeteilt, wie dieser Streifen angeschlossen ist und dass mit dem LED-Streifen ein Regenbogenlicht realisiert werden soll. Nach kurzer „Überlegung“ des Agenten beginnt der Streifen entsprechend zu leuchten.
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Für Maker bedeutet das vor allem weniger Code und mehr Fokus auf das Verhalten eines Projekts. Statt Zustände und Abläufe komplett selbst zu modellieren, kann man mit einem Agenten arbeiten, der sich dynamisch anpassen lässt. Gleichzeitig bleibt die Kontrolle über Daten erhalten, weil viele Funktionen lokal laufen. Noch ist das Projekt in Entwicklung, aber es zeigt recht deutlich, wohin sich IoT im Hobbybereich bewegen könnte: weg von starren Skripten, hin zu kleinen, eigenständig agierenden Systemen.
Wer direkt mit KI loslegen möchte, kann mit unserem selbst gebauten KI-Telefon Ideen austauschen.
(das)
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Iran-Krieg treibt laut Bericht Platinenpreise hoch
Es bahnt sich ein weiterer Mangel durch den Iran-Krieg an: Polyphenylenether (PPE) für die Herstellung von Platinen und teilweise Chipträgern könnte in den kommenden Monaten knapp werden. Die Saudi Basic Industries Corporation (SABIC) soll nach einem Raketenangriff durch Iran Anfang April die Auslieferungen eingestellt haben.
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Darüber berichtet die Nachrichtenagentur Reuters anhand geschäftsnaher Quellen. SABIC selbst schreibt in seinem jüngsten Quartalsbericht vom 29. April lediglich über „sich verschärfende Lieferstörungen aufgrund des Konflikts im Nahen Osten“, die mehrere Kunststoffe betreffen.
Einen Lieferstopp bestätigt SABIC nicht, dementiert ihn aber auch nicht. Videos von Angriffen auf die saudische Region Al-Dschubail und ihre petrochemische Industrie wurden über soziale Medien geteilt.
Rohstoffpreise steigen bereits
Lieferzahlen zu PPE sind rar. Laut Reuters macht SABIC jedoch rund 70 Prozent der weltweiten Lieferungen aus. Gemäß einer Goldman-Sachs-Analyse sind die Preise für das Harz im April bereits um 40 Prozent gestiegen.
PPE ist unter anderem bis mehr als 100 Grad Celsius hitzebeständig, isoliert elektrisch und nimmt kaum Feuchtigkeit auf. Dadurch eignet sich das Harz für die Isolierschichten vor allem in Platinen (Printed Circuit Boards, PCBs). Alle elektronischen Geräte brauchen heutzutage PCBs, sodass ein Rohstoffmangel potenziell die Preise erhöht.
Schon das Glasgewebe von Nittobo und der Ajinomoto Build-up-Film (ABF) für Chipträger zeigten, dass essenzielle Bestandteile in der Halbleiterproduktion an einzelnen Unternehmen hängen. Häufig lohnt es sich für andere Firmen aufgrund normalerweise geringer Margen nicht, in den Markt einzusteigen.
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Die Börse reagiert derweil schon auf die aktuelle Entwicklung: Die Aktie des südkoreanischen PPE-Zulieferers Kolon Industries ist allein im April um 30 Prozent gestiegen, seit Jahresbeginn um über 130 Prozent.
Auswirkungen ziehen sich hin
Der deutsche Verband der Elektro- und Digitalindustrie ZVEI schreibt in einer Stellungnahme an heise online, dass ihm zu Engpässen bei Kunststoffen wie PPE zumindest derzeit noch keine Meldungen vorliegen. Das könnte schlicht an der Auslagerung der Produktion nach Asien liegen – in Deutschland ist die Herstellung von PCBs längst nicht mehr rentabel. Bis sich ein Rohstoffmangel zu Beginn der Lieferkette hierzulande auswirkt, dürften Monate vergehen.
(mma)
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XChat: Neue Standalone-Chat-App von X für iOS und iPadOS
X, vormals Twitter, hat seine Chat- beziehungsweise Direktnachrichtenfunktion (auch als DMs für „Direct Messages“ bekannt) in eine eigene App für iPhone und iPad ausgelagert. Die neue App namens XChat steht im App Store zum Download bereit, eine Android-Variante fehlt bislang. X verspricht Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, allerdings sind die Keys auf Servern des Unternehmens abgelegt und Forward Secrecy fehlt. Immerhin: Der Key soll über eine nur auf dem Gerät gespeicherte PIN entsperrt werden. Laut Angaben des Unternehmens setzt man auf das Juicebox-Protokoll, um den Abgleich zwischen verschiedenen Geräten zu ermöglichen. Serverseitig soll der Schlüssel dabei an drei Stellen in Teilen abgelegt werden, zwei davon haben Hardware-Sicherheitsmodule, so X.
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Alle X-Nutzer zu erreichen
Mindestvoraussetzung für XChat sind iOS 26 und iPadOS 26. Kommunizieren können soll man über die App mit jedem X-User. Tests liefen als eingeschränkte Beta bereits seit vergangenem Jahr. Laut dem leitenden Designer von X, Benji Taylor, hat der Dienst, der Tesla-Gründer Elon Musk gehört, Großes vor: XChat sei „nur der Anfang dessen, was wir für Messaging bauen“. Das heißt: Offenbar will X Diensten wie Signal oder gar WhatsApp Konkurrenz machen.
Die App war anfangs nur im US-amerikanischen App Store erhältlich, mittlerweile ist aber auch ein Download in Deutschland möglich. Aktuell gibt es verschiedene Standardfunktionen wie Hell- und Dunkel-Modus, die Einrichtung von Nachrichtenberechtigungen, verschiedene App-Icons und mehr. Reklame und Tracking will X laut eigenen Angaben unterlassen. Auf Klick ist ein Wechsel in die Haupt-App von X möglich.
Nicht die erste Chat-Möglichkeit
Vor seiner Umbenennung in X bot Twitter im Jahr 2023 bereits einmal verschlüsselte Direktnachrichten an. Im Mai 2025 wurde diese Möglichkeit zurückgezogen, damals schon mit Hinweis auf bevorstehende Verbesserungen. Unabhängige Analysen müssen nun zeigen, wie sicher die gewählte Protokollform ist.
Angeschrieben werden kann, wer dem Absender folgt oder ihn abonniert hat, dem Absender zuvor eine Nachricht gesendet oder zuvor eine verschlüsselte Chat-Nachricht vom Absender angenommen hat. Es ist auch möglich, unverschlüsselte Nachrichten zu senden.
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(bsc)
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