Künstliche Intelligenz
Interview: Puraite will Literaturrecherche mit erklärbarer KI beschleunigen
Die medizinische Forschung produziert jedes Jahr über drei Millionen neue Studien – doch wer soll das alles lesen? Selbst hoch spezialisierte Experten können nur einen Bruchteil der relevanten Literatur überblicken. Gleichzeitig hinkt die Aufbereitung dieses Wissens hinterher: Ein systematischer Review, also die strukturierte Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstands zu einer konkreten Frage, dauert heute zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Bis das Ergebnis vorliegt, ist die Datenlage oft schon wieder veraltet.
Weiterlesen nach der Anzeige
Das ostwestfälische Start-up Puraite will mit einer KI-Plattform für die Evidenzsynthese diese Prozesse beschleunigen, ohne dabei die wissenschaftliche Strenge zu opfern. Die Plattform durchsucht Datenbanken wie PubMed, filtert relevante Studien heraus, extrahiert Daten und bewertet sie nach wissenschaftlichen Kriterien. Im Interview und auch in dem später produzierten Podcast erklärt Mitgründer Schahin Baki, warum der manuelle Weg an seine Grenzen stößt und wie KI-gestützte, aber methodisch saubere Prozesse die Evidenzsynthese beschleunigen können. International gibt es zwar ähnliche Angebote von Unternehmen wie „Laser AI“, „Nested Knowledge“, „DistillerSR“ und „Covidence“, Puraite ist nach eigenen Angaben jedoch das einzige Produkt in diesem Umfang, das vollständig aus Europa heraus entwickelt und vertrieben wird.

Schahin Baki ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Data Science und KI an der Uni Paderborn.
(Bild: Puraite)
Können Sie einmal kurz sagen, wofür Puraite steht und was es macht?
Der Name steht für Pure AI Technology. Wir automatisieren die Evidenzsynthese in den Life Sciences, also in der Pharmaindustrie, Medizintechnik, klinischen Versorgung und angrenzenden Bereichen. Wir helfen dabei, Inhalte aus Studien zusammenzuführen, um daraus Forschungsfragen zu beantworten.
Und was ist der Unterschied zu einem guten KI-Sprachmodell?
Sprachliche Eleganz ist kein Beweis für wissenschaftliche Qualität. Ein KI‑Modell kann einen Text formulieren, der wie eine gründliche Zusammenfassung klingt – doch dahinter steht kein systematisches Verfahren. Eine echte Übersichtsarbeit folgt klaren methodischen Schritten: ein vorher festgelegtes Forschungsprotokoll, eine nachvollziehbare Literaturrecherche, eine doppelte unabhängige Bewertung der Studien, strukturierte Prüfung des Verzerrungsrisikos nach anerkannten Tools (RoB 2, ROBINS-I, QUADAS-2), eine Bewertung der Evidenzsicherheit nach GRADE und eine vollständige Rückverfolgbarkeit der Quellen bis auf Satzebene.
Internationale Forschungsnetzwerke wie Cochrane und Campbell haben in einem Positionspapier gemeinsam klargestellt: KI kann diese methodischen Anforderungen unterstützen – aber sie ersetzt sie nicht. Genau hier setzt Puraite an. Wir automatisieren keine Evidenz, sondern liefern die Infrastruktur, in der ein methodisch korrekter, konformer Prozess effizient durchgeführt und gegenüber Regulatoren nachgewiesen werden kann.
Weiterlesen nach der Anzeige
Puraite hilft also dabei, besser einzuschätzen, was gerade der aktuelle Forschungsstand ist?
Genau. Das bedeutet, aus verschiedenen Studien Informationen zu extrahieren, um komplexe, feingranulare Forschungsfragen zu beantworten – etwa: Wie wirksam sind GLP-1-Rezeptoragonisten im Vergleich zu Placebo oder anderen antidiabetischen Therapien hinsichtlich der Reduktion schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2? Typischerweise würde man dafür verschiedene Datenbanken bedienen, die Studien auf Relevanz screenen, die Daten extrahieren und schließlich aus vielen Einzelstudien ein Dokument zusammenstellen, das die Antwort liefert. Die Anwendungsfälle sind dabei sehr weitreichend – von medizinischen Leitlinien bis hin zu Preisverhandlungen für Medikamente. Im gesamten Gesundheitsbereich ist Evidenz so etwas wie das Fundament für Entscheidungen.
Wir haben die klinische Versorgung bewusst zunächst ausgeklammert und uns vollständig auf die Industrie konzentriert – also Pharmaindustrie, Medizintechnik, Versicherungen und angrenzende Bereiche wie die Lebensmittelbranche, überall dort, wo Literaturrecherchen für regulatorische Zwecke erforderlich sind. Die Produktentwicklung in unserem Bereich ist kostenintensiv, bedingt durch KI-Know-how in Form von Personal als auch in der Infrastruktur. Die Industrie ist daher unser erster Fokus – auch weil die dort erzielten Erlöse uns langfristig ermöglichen sollen, die Plattform für den akademischen und klinischen Bereich zugänglich zu machen.
Und auf welche Datenbanken greift Puraite dabei zurück?
Vor allem auf öffentlich zugängliche Publikationen und klinische Studien – über Datenbanken wie PubMed, Embase oder OpenAlex. Etwa 50 Prozent der Volltexte sind frei zugänglich, die andere Hälfte liegt hinter Paywalls, aber die Firmen und Institutionen, die damit arbeiten, verfügen in der Regel über die entsprechenden Lizenzen. Hinzu kommt Grauliteratur. Entscheidend ist, alles systematisch zu erfassen: Jedes relevante Signal muss einbezogen werden, weil es die Antwort auf die Forschungsfrage beeinflussen kann – zwei klinische Studien können durchaus zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.
Welche Rolle spielen da Leitlinien?
Leitlinien werden auf Basis von systematischen Reviews entwickelt. Diese Reviews stellen die höchste Form der Evidenz dar. Man nutzt sie, um die vorhandene Evidenz zu synthetisieren und daraus Leitlinien abzuleiten. Das Problem dabei ist jedoch, dass systematische Reviews extrem zeitaufwändig sind. Angesichts der Wissensexplosion in der Medizin ist eine Information oft schon veraltet, bevor sie in eine Leitlinie überführt wurde.
Aktualisiert sich das also sehr viel schneller als herkömmliche KI-Systeme?
Das Besondere ist weniger die KI selbst als vielmehr das Konzept der sogenannten „Living Reviews“. Das bedeutet, dass der gesamte Prozess in regelmäßigen Abständen – quartalsweise, monatlich, wöchentlich oder sogar täglich – erneut angestoßen wird, um neu erschienene Publikationen einzuspeisen. Denn was heute der Stand der Evidenz ist, kann sich morgen bereits verändert haben.
Kann man das auch manuell anstoßen?
Das ist jederzeit möglich. Das aktuelle Geschäftsmodell basiert auf einem Flat-Rate-Prinzip: Es gibt ein Lizenzmodell, bei dem beliebig viele Nutzerinnen und Nutzer eingebunden werden können. Wir rechnen bewusst nicht nach Sitzen ab, weil wir möchten, dass das Tool tatsächlich intensiv eingesetzt wird, ohne dass Accounts geteilt werden müssen. Man kann sich das wie einen Organisationsaccount vorstellen. Eine große Pharmafirma hat beispielsweise verschiedene Abteilungen, die systematische Reviews erstellen oder in Auftrag geben. Diesem Unternehmen stellen wir die Plattform vollumfänglich bereit – mit Versionierung und Aufgabenverteilung.
Ihr werbt mit 95 Prozent Sensitivität?
Der Prozess beginnt mit der Suche nach Publikationen. Im nächsten Schritt erfolgt das Screening: Man liest Titel und Abstract und entscheidet – relevant oder nicht relevant. Bei diesem Schritt erreichen wir eine Sensitivität von über 95 Prozent, was dem etablierten Zielwert für KI-gestützte Screening-Tools in diesem Bereich entspricht. Die menschliche Vergleichsgröße liegt bei zwei unabhängigen Reviewern bei etwa 97 Prozent – bei einem einzelnen Reviewer jedoch deutlich darunter, wie Studien zeigen. Der Mensch gilt in der Industrie als unangefochtener Goldstandard, doch auch Menschen machen Fehler – große Untersuchungen dokumentieren Fehlerquoten von über zehn Prozent beim Einzelscreening. Ich behaupte nicht, dass die KI perfekt ist, ganz im Gegenteil – ich sage nur, dass diese Seite der Debatte oft zu wenig Beachtung findet.
Handelt es sich dabei um ein Agentenmodell?
Die Plattform ist vor allem sehr modular aufgebaut, entsprechend der wissenschaftlichen Methodologie. Der gesamte Prozess der Evidenzsynthese ist derzeit extrem manuell: Mehrere Personen arbeiten parallel daran, tauschen Tabellen aus, nutzen verschiedene Tools – also sehr fragmentiert. Unsere Plattform soll so etwas wie die gemeinsame Evidenzinfrastruktur werden. Man kann KI nutzen – erklärbare KI –, aber man kann jeden Schritt auch vollständig manuell durchführen, alles innerhalb einer Plattform ohne Medienbrüche. Das ist schon ein erheblicher Vorteil: keine verteilten Excel-Tabellen mehr, dafür Versionierung, klare Aufgabenverteilung und eine gemeinsame Arbeitsoberfläche. Die KI kann für den gesamten Prozess genutzt werden oder nur für einzelne Schritte mit Sub-Agents – ganz nach Bedarf.
Das Produkt ist zunächst auf Englisch. Wie wäre das für den deutschen Markt? Andere Datenbanken, angepasste Modelle?
Das ist eine sehr gute Frage. Glücklicherweise findet Evidenzsynthese nahezu ausschließlich auf Englisch statt – in der weit überwiegenden Mehrzahl der Fälle. Selbst wenn man das für klinische Leitlinien in Deutschland nutzt, basieren diese auf Publikationen aus verschiedensten Ländern. Wir sind daher von vornherein englischsprachig vorgegangen, weil Publikationen in diesem Bereich fast immer auf Englisch erscheinen. Die Plattform selbst zu übersetzen wäre kein Problem – bisher hat allerdings auch keiner unserer Nutzer Bedarf daran geäußert, weil alle ohnehin auf Englisch arbeiten. Und es handelt sich stets um sehr internationale Teams, die in Amerika, Irland, Deutschland oder Japan sitzen.
Ihre Kunden sind aus verschiedenen Ländern?
Ja. Der Großteil unserer Kunden kommt allerdings aus den USA, Kanada und dem Vereinigten Königreich. Ich hatte oft das Gefühl, dass man in Deutschland innovativ sein möchte, aber niemand der Erste sein will. Und das ist in gewissem Sinne auch unser Alleinstellungsmerkmal und der Grund, wieso wir mit Puraite aus Deutschland heraus angetreten sind: Wir sind das einzige Team weltweit, das diese Lösung vollständig aus Europa heraus entwickelt, ohne Niederlassungen in den USA oder anderswo.
Künstliche Intelligenz
Neue Methode zur Lithium-Gewinnung aus festem Salz benötigt kaum Frischwasser
Ein Wissenschaftsteam der Monash University hat eine Technik entwickelt, mit der sich Lithium für die Batterieproduktion aus festen lithiumhaltigen Salzgemischen statt aus flüssigen Solen extrahieren lässt. Das Verfahren benötigt kaum Frischwasser und weniger Energie und stellt damit eine umweltfreundlichere Alternative zur herkömmlichen Lithiumgewinnung dar. Das Verfahren soll mit einer Gewinnungsrate von 95 Prozent zugleich sehr effizient sein. Die Forscher haben die Methode zum Patent angemeldet.
Weiterlesen nach der Anzeige
Umweltunfreundliche und ineffektive Lithiumgewinnung
Lithium wird heutzutage im Wesentlichen auf zwei Arten gewonnen: dem Abbau von Festgestein und anschließender Raffinierung zu nutzbaren Lithiumverbindungen sowie der Gewinnung von Lithiumcarbonat durch Verdunstung geförderter lithiumhaltiger Sole in großen Becken.
Die Verdunstung der Sole benötigt jedoch einige Zeit. Es kann von einigen Monaten bis zu zwei Jahre dauern, bis eine verwertbare hochkonzentrierte Lithiumchlorid-Lösung übrigbleibt. Entsprechend werden Verfahren eingesetzt, die den Zeitaufwand verkürzen. Diese Direct-Lithium-Extraction-Methoden benötigen allerdings Unmengen von Süßwasser, das in den trockenen Regionen, in denen die lithiumhaltige Sole vorkommt, Mangelware ist. Die Entnahme von Frischwasser in diesen Regionen führt daher zu schwerwiegenden Auswirkungen auf die Ökosysteme und den Menschen. Hinzu kommt, dass diese Verfahren nicht besonders effektiv sind. Weniger als die Hälfte des tatsächlichen Lithiums kann damit gewonnen werden.
Lithiumgewinnung aus fester Salzkruste
Die Wissenschaftler der Monash University haben eine Methode entwickelt, die das Lithium nicht aus flüssiger Sole extrahiert, sondern nach der Verdunstung die feste Salzkruste nutzt, in der das Lithium gebunden ist. Das Salz waschen die Forscher mit den industriellen Lösungsmitteln Ethanol und Aceton aus, wie aus der Studie „Precision Dissolution of Salts for Solar-Driven Lithium Extraction from Brines“ hervorgeht, die in Environmental Science & Technology erschienen ist.

Schematsiche Darstellung des Verfahrens der Wissenschaftler der Monash University zur Gewinnung von Lithium aus festem Salz.
(Bild: Monash University)
Beide Lösungsmittel sind organische Flüssigkeiten, die das Lithium herauslösen und zugleich von Verunreinigungen trennen. Darunter fallen beispielsweise Bor und Sulfat, die gewöhnlich an der Lithiummatrix haften und bei herkömmlichen Verfahren durch den zusätzlichen Einsatz von Chemikalien entfernt werden müssen. Zudem werden auch keine größeren Frischwassermengen bei dem Verfahren der Forscher der Monash University benötigt.
Weiterlesen nach der Anzeige
Das gewonnene Lithium weist entsprechend bereits nach der Extraktion eine hohe Reinheit auf, was die Nutzung in Batterien erleichtert. Insgesamt soll die Methode bis zu 95 Prozent des Lithiums herauslösen. Das ist etwa doppelt so viel wie bei herkömmlichen Verfahren.
Die Lösungsmittel gewinnen die Forscher mit einer von ihnen entwickelten Rückgewinnungsmethode „Interfacial solar evapotation“ zurück. Dabei nutzen sie natürliches Sonnenlicht zur Speicherung von Wärme an der Oberfläche der durch den Waschvorgang verunreinigten Lösungsmittel. Das führt zu einem schnelleren Extraktionsprozess, der zu einer Rückgewinnung der reinen Lösungsmittel Ethanol und Aceton zu mehr als 99 Prozent führt.
Die Wissenschaftler haben ein Patent auf ihr Verfahren zur Extraktion von Lithium aus festem Salz angemeldet. Sie gehen davon aus, dass mit dieser Methode die industrielle Gewinnung von Lithium einfacher, umweltfreundlicher und effizienter möglich ist.
(olb)
Künstliche Intelligenz
Leapmotor B05 ProMax im Fahrbericht: Der wird unbequem – für die Konkurrenz
Wer einen elektrischen Neuwagen im Segment sucht, das einst als Golf-Klasse bezeichnet wurde, wird nur selten unter 30.000 Euro fündig. Bei VW etwa muss ein Interessent schon bei der Basis des ID.3 bleiben und die bis Ende Juni gewährte Kaufprämie einkalkulieren, um diese Marke nicht zu reißen. Er bekommt dann ein spärlich ausgestattetes Auto, das auf langen Strecken eine gewisse Kompromissbereitschaft voraussetzt. Leapmotor stellt für deutlich weniger Geld ein etwas längeres E-Auto hin, das erheblich besser ausgestattet ist und schneller lädt. Eine erste Proberunde mit dem Leapmotor B05 zeigte, dass die Konkurrenz diesen Anbieter besser nicht unterschätzen sollte. Zwar hat das Auto durchaus noch so manche Schwäche, darunter aber kaum eine, die ihm viele angesichts des Preises nicht nachsehen würden.
Weiterlesen nach der Anzeige
Kleiner Kofferraum
Mit 4,43 m Länge ist der Leapmotor B05 etwas länger als beispielsweise ein Opel Astra Electric oder ein Smart #3. Der Radstand misst 2,74 m. Das Raumangebot ist vorn wie hinten großzügig. Allerdings ist der Verstellbereich der Vordersitze für sehr große Menschen etwas knapp. In der Nobel-Variante sind Sitzheizung, elektrische Verstellung und ein „Premium-Synthetik-Leder“ serienmäßig. Letzteres wirkt nicht besonders hochwertig, und manch einer hätte wohl gern darauf verzichtet, wenn es dafür eine Höhenverstellung auch für den Beifahrersitz gegeben hätte. Die aber kann Leapmotor nicht liefern. Der Kofferraum fasst laut Preisliste vom 1. Mai nur 295 Liter, was den B05 in dieser Klasse für einige Interessenten aus dem Rennen kegeln dürfte. Zum Vergleich: Ein VW ID.3 fasst rund 90 Liter mehr, obwohl der fast 20 cm kürzer ist.
Insgesamt ist der Innenraum ordentlich verarbeitet, größere Schnitzer hatte der Testwagen nicht. Auch bei der Auskleidung leistet sich Leapmotor keine Schwächen: Nichts wirkt wirklich billig, und das in einem Auto, dessen Basismodell weniger kostet als ein VW ID. Polo mit vergleichbar großer Batterie. Die Serienausstattung des Einstiegsmodells umfasst unter anderem Navigationssystem, induktive Ladeschale für Smartphones, Wärmepumpe, Klimaautomatik, Abstandstempomat, Vehicle-to-Load und 19-Zoll-Felgen. Die teure Version fügt dem beispielsweise ein nicht zu öffnendes Glasdach mit elektrischem Rollo, Lenkradheizung, Regensensor und ein Soundsystem mit 12 Lautsprechern hinzu.

Leapmotor
)
Nur drei Entscheidungen
Leapmotor nennt unterschiedliche Preise. Auf der Veranstaltung wurden 26.900 Euro für das Basismodell „Pro Life“ genannt, in der Preisliste vom 1. Mai sind es 27.900. Die teure Variante „ProMax Design“ kostet dort 31.900 Euro. Vor Ort wurde ein Preis von 30.900 Euro kommuniziert. Zusätzlich wurde dort noch die Kombination aus Basisausstattung und großer Batterie aufgeführt, die 29.400 Euro kosten soll und in der Preisliste nicht enthalten ist. Das wird sich rasch klären. Fest steht dagegen schon, dass der B05-Käufer bei der Konfiguration nur drei Entscheidungen treffen muss: Welche Ausstattungslinie und welche der fünf Farben soll es sein? Bei der teuren Ausstattungslinie kann zusätzlich noch zwischen dunkler und heller Innenausstattung gewählt werden.
Weiterlesen nach der Anzeige

Auf der Veranstaltung wurden drei Ausstattungsvarianten vorgestellt. In der aktuellen Preisliste vom 1. Mai 2026 sind nur zwei Versionen aufgeführt.
(Bild: Leapmotor)
Bedienung mit Schwächen
Die Beschriftung im Kombiinstrument ist recht klein, obwohl Platz für eine größere Darstellung wäre. Ein Head-up-Display gibt es nicht. In die Logik der Bedienung muss sich der Fahrer einarbeiten, manches ist nicht unbedingt dort, wo man es spontan erwarten würde. Die eine oder andere kreative Übersetzung wird vermutlich mit einem der nächsten Updates unauffällig beseitigt. Auch bei der Sprachbedienung bleibt noch Raum für Verbesserungen. Die etwas unübersichtliche Bedienung nervt auch, wenn es darum geht, die nervösen und nicht immer treffsicheren Warntöne auf ein erträgliches Maß zurückzustutzen.
In beiden Modellen arbeitet der gleiche E-Motor. Er leistet 160 kW und bietet 240 Nm Drehmoment. Der geht leise und unaufgeregt seiner Arbeit nach und verwischt damit, was er an Schub zu bieten hat. Das Werk nennt 6,7 Sekunden für den Standardsprint. Für eine solche Zeit hätte man vor rund 20 Jahren in einem BMW 3er schon zum 325i greifen müssen – also recht weit oben in der Modellhierarchie. Schluss ist im B05 bei 170 km/h, und die sind schnell erreicht. Im Alltag stellt der B05 stets weit mehr als nur genug Leistung bereit, stellt das aber nicht in den Vordergrund.
Flink geladen
Was die beiden Ausstattungslinien vor allem trennt, ist die Speicherbestückung. Das Basismodell bietet eine LFP-Batterie mit brutto 56,2 kWh und eine maximale Ladeleistung von 140 kW. Die von uns gefahrene Version mit 67,1 kWh Energiegehalt kann mit bis zu 168 kW geladen werden. Auch hier setzt Leapmotor auf eine Lithium-Eisenphosphat-Zellchemie. Im WLTP soll der Verbrauch bei 15,8 kWh und die Reichweite bei 482 km liegen. Für die Aufladung von 10 auf 80 Prozent verspricht Leapmotor 24 Minuten. Bezogen auf den Brutto-Energiegehalt entspricht das einer durchschnittlichen Ladeleistung von rund 117 kW. Ein Leapmotor B10 mit dieser Batterie, der gerade in unserer Redaktion weilte, lud im Test von acht auf 80 Prozent in 22 Minuten.

Leapmotor
)
Leapmotor kooperiert über ein Joint Venture mit dem Stellantis-Verbund und spielt unter anderem die interne Konkurrenz in dieser Hinsicht gnadenlos an die Wand. Peugeot e-308 (Test) und Opel Astra Electric, gerade erst überarbeitet, bieten nur 58 kWh brutto, fallen aber vor allem beim Laden weit zurück. Das wird bei der Spitzenladeleistung schon deutlich, die dort bei 100 kW liegt, und noch viel mehr bei der durchschnittlichen Ladeleistung zwischen 10 und 80 Prozent. Nur beim Laden an Wechselstrom herrscht noch Gleichstand: 11 kW, verteilt auf drei Phasen. Gerade Modellen aus dem Stellantis-Konzern erwächst mit dem B05 eine brutale Konkurrenz, die die genannten Modelle beim Preis auch noch um viele Tausender unterbietet.
Ein VW ID.3 oder ein Opel Astra Electric sind insgesamt noch etwas leiser, doch der B05 ist weit davon entfernt, ein lautes Auto zu sein. Im Entwicklungszentrum in Turin wurde die Fahrwerksabstimmung für Europa verändert. Der europäische Leapmotor B05 ist spürbar straffer und direkter abgestimmt. Dennoch steht Komfort und nicht Fahrdynamik im Vordergrund. Trotz des schweren Batteriepakets im Unterboden neigt sich die Karosserie in schnell durchfahrenen Kurven stärker als bei einigen Konkurrenten und die Lenkung könnte dem Fahrer mehr Rückmeldung von der Fahrbahn bieten. Die Bremsen lassen sich mit ihrem exakten Druckpunkt gut dosieren.

Der Leapmotor B05 tritt mit einem konkurrenzlosen Preis-Leistungs-Verhältnis an.
(Bild: Leapmotor)
Fazit
Der Leapmotor B05 wird seine Käufer finden. Vor allem sein herausragendes Preis-Leistungsverhältnis überdeckt manche Schwäche, die sich der Hersteller bei der Bedienung noch leistet. Solche Dinge lassen sich auch im Bestand aussortieren, sofern der Hersteller sich engagiert. Mit seiner Kombination aus Reichweite, Antriebs- und Ladeleistung steht er für diesen Preis nahezu konkurrenzlos da und deklassiert unter anderem die Konkurrenten im eigenen Haus. Nicht nur die werden irgendwie reagieren müssen.
Mehr zum Thema Elektroautos
(mfz)
Künstliche Intelligenz
Medienbildung im Praxistest: Social-Media-Führerschein in Niedersachsen
In der Debatte um Social-Media-Verbote für Heranwachsende unter 16 Jahren wird das Erlangen von Medienkompetenz als wichtigstes Rüstzeug herausgestellt, um den Gefahren von Social Media nicht völlig schutzlos ausgeliefert zu sein. Dass Medienbildung allein nicht ausreicht, wird aber auch vielfach betont. Dass sie auch nicht flächendeckend und nach abgestimmten Qualitätskriterien Eingang in die schulische Arbeit findet, ist zudem Realität. In Niedersachsen will man dem Bedarf an Medienbildung seit diesem Schuljahr mit einem Social-Media-Führerschein für Schülerinnen und Schüler begegnen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Das Materialpaket für die Schulen heißt „Social Media Pass“ und kommt vom Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ). Heise online konnte mit Hans-Jakob Erchinger sprechen, der sowohl Lehrkraft als auch Mitarbeiter des NLQ ist und auch schon bei der Entwicklung des Materials beratend mitwirkte. Er hat das Materialpaket mit einer siebten und achten Klasse ausprobiert und später noch eine zehnte Klasse in das Projekt eingespannt. Das Besondere an dem Konzept: Im Unterricht dürfen die Schülerinnen und Schüler ihre Smartphones mit bekannten Social-Media-Apps benutzen, werden aber auch gezielt in die Konfrontation geschickt. Erchinger erlebte bei seinem Praxisversuch auch schwierige Momente.
Interview mit Jako Erchinger
Das Materialpaket für den „Social Media Pass“ wurde Interessierten bereits am Tag der Medienkompetenz in Niedersachsen 2025 vorgestellt. In Gruppen konnten wir Erwachsenen selbst ein paar der Aufgaben ausprobieren. Sie haben dieses Paket nun auch im eigenen Unterricht mit der eigentlichen Zielgruppe auf den Prüfstand gestellt. Wie haben Schülerinnen und Schüler der siebten und achten Klasse auf das Angebot reagiert und was konnten Sie bei der Durchführung beobachten?
In beiden Lerngruppen, insbesondere bei der siebten Klasse, stieß das Thema „Social Media“ auf großes Interesse. Allein die Ankündigung, dass dafür die Handys im Unterricht benutzt werden dürfen, löste Begeisterung aus. Alle wollten sofort erzählen, was sie alles wissen und können, und fragten, ob sie die Handys sofort herausholen dürfen. Eines wurde mir bei diesem Praxistest aber schnell klar: Der „Social Media Pass“ ist kein Selbstläufer. Lehrkräfte brauchen Vorbereitung, selbst Medienkompetenz und eine vertrauensvolle Beziehung zur Klasse, damit offene Gespräche über digitale Erfahrungen wirklich möglich werden.
Müssten Lehrkräfte also vor der Nutzung des Materialpakets mit Schülern vorher selbst einen Kurs durchlaufen?
Ohne Grundkenntnis über soziale Medien wird es schwierig. Aber einen Lehrgang müssen Lehrkräfte nicht absolvieren. Hilfreich ist es, die Infokästen in den Materialien vorher zu lesen. Das ist auch notwendig, da recht viele Fachbegriffe auftauchen, die ich dann auch den Schülerinnen und Schülern erklären muss. Teilweise sind aber auch Schüler in der Rolle der Erklärenden, darin sehe ich aber eine Chance. Der Social Media Pass hilft auf jeden Fall dabei, mit Schülerinnen und Schülern richtig ins Gespräch zu kommen, und ist auch mehr als nur ein Materialpaket – er ist ein Türöffner, um Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, ihr eigenes Nutzungsverhalten zu reflektieren. Und wenn wir uns als Lehrkräfte entsprechend vorbereiten, liefert der Pass uns Lehrkräften ebenfalls das nötige Medienwissen, um mit den Schülern sprechen zu können.
(Bild: NLQ, Medienberatung Niedersachsen )
Hans-Jakob, kurz Jako, Erchinger ist beim Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) im Fachbereich Medienbildung tätig. Dort ist er für den Bereich Journalismus und Schule zuständig.
Als Lehrer für die Fächer Geschichte, Politik, Erdkunde und Religion lässt er journalistische Projekte in den Unterricht einfließen.
Was ist Ihnen in Bezug auf die Schülerinnen und Schüler aufgefallen? Wie erfahren waren sie schon mit Social-Media-Angeboten, obwohl sie ob ihres Alters eigentlich noch gar keine nutzen dürften?
Weiterlesen nach der Anzeige
Die Erfahrungen sind sehr unterschiedlich. In den Klassen reichte das Spektrum von einem Schüler, der einen fast professionellen Store auf TikTok betreibt, bis zu Schülern, die Social-Media-Apps überhaupt nicht nutzen oder nur online gesteuerte Nutzungszeiten für das Smartphone von ihren Eltern haben. In beiden Lerngruppen habe ich diese Unterschiede gut mit der Methode des wahldifferenzierten Unterrichts adressieren können. Mein Ziel war es, die Schülerinnen und Schüler selbst zu Expertinnen und Experten zu machen und an den Teilbereichen zu arbeiten, die sie dann den Mitschülern vorstellten. Dazu eignet sich das Materialpaket auch ganz gut. Es gibt drei Module: Modul 1: Wie nutze ich Social Media? Beobachtung des eigenen Nutzungsverhaltens. Modul 2: Wie funktioniert Social Media? Algorithmen, Geschäftsmodelle und Datenschutz, und Modul 3: Wie wirkt Social Media? Auseinandersetzung mit Auswirkungen, Emotionen und gesellschaftlicher Verantwortung.
Wie gut hat das funktioniert? Wie viel Zeit konnte dafür im Unterricht aufgebracht werden?
Das war schon eine anspruchsvolle Zielsetzung für meine Erprobung in einer siebten Klasse mit 28 Schülerinnen und Schülern im Fach Werte und Normen und nur sechs Wochen Zeit für das Thema. In einer achten Klasse erprobte ich das Material in den Projekttagen zum Thema Digitalisierung. Das musste innerhalb von acht Unterrichtsstunden geschehen. Und das eine Jahr älter macht schon viel aus, denn das Material ist auch sprachlich recht anspruchsvoll, wobei Prävention ja gerade bei jüngeren Schülerinnen und Schülern dringend notwendig ist, was wiederum der Einsatz in Klasse 7 sehr deutlich gemacht hat. Daher wird aktuell auch schon an einem weiteren Paket für die Klasse 5/6 gearbeitet, das etwas einfacher gestaltet sein wird.
Welche Durchführungsdauer hat sich als besser erwiesen? Und konnten die verschiedenen Arbeitsgruppen die Module jeweils gut bearbeiten und dann auch den anderen Schülerinnen und Schülern vermitteln?
Die Arbeit an ganzen Projekttagen eignet sich eigentlich besser für die Arbeit mit dem Social Media Pass. Und es hat sich bestätigt, dass die Schüler in der 10. Klasse ihr Nutzungsverhalten schon viel besser reflektieren können als die Jüngeren. Ich glaube, dass die 16-Jährigen daher auch die besten Vermittler für die jüngeren Schülerinnen und Schüler sein können – man den Social Media Pass also gar nicht nur exklusiv für eine Klasse oder einen Jahrgang denken sollte, sondern auch über Altersgruppen hinweg daran arbeiten kann. Das habe ich dann auch so ausprobiert.
Bei der Erprobung des Materials habe ich das Thema „Wie Social-Media-Plattformen um deine Aufmerksamkeit kämpfen“ zum Teil in der Gesamtgruppe durchgeführt, weil sich das als besser herausstellte. Diese Aufgabe war für mich auch wirklich erhellend.
Warum?
Das Highlight im Modul 3 ist die Phase, in der die Schüler in kurzen Zeitabschnitten von nur wenigen Minuten mit den Social-Media-Apps arbeiten sollen. Alle Schülerinnen und Schüler waren sehr ruhig und dennoch aufgeregt. Im Material bei der Aufgabe „Arbeit am Handy“ heißt es: „Öffne eine App, in der du endlos scrollen kannst (zum Beispiel TikTok, Instagram oder YouTube) und scrolle 2 Minuten.“ Dann kommen die Fragen im Arbeitsblatt: „Wie viele Inhalte hast du ungefähr gesehen? Wolltest du weiter scrollen? Begründe deine Antwort in einem Satz.“
Ich konnte dann Folgendes feststellen: Es ist nahezu unmöglich, 28 Schüler, die durch Dopamin komplett fokussiert sind, nach zwei Minuten wieder von ihren Handys zu trennen und über ihr Verhalten reflektieren zu lassen. Wir mussten diese Phase mindestens um zehn Minuten verlängern.
Was denkt man, wenn man diesen Effekt so drastisch vorgeführt bekommt – ihn sogar provoziert?
Für mich war das selbst ein großer Erkenntnisgewinn. Ich sehe als Lehrkraft, was Kinder – unversteckt – konsumieren und in welcher Situation sie sich dann befinden. In Bruchteilen von Sekunden werden die Schülerinnen und Schüler meist mit KI-Inhalten konfrontiert. Kaum ein Film wird zu Ende geschaut, Werbung und Medieninhalte zu Sport, Hobbys und verschiedensten Dingen strömen auf sie ein. Nur durch meine Lenkung ließ sich dann erreichen, dass einzelne Sequenzen reflektiert werden. Mir hat das gezeigt, wie wichtig unsere Rolle ist, um auf die Reflexionsebene zu kommen. Diese Aufgabe des Materialpakets durchzuführen, mag erschrecken, dennoch empfehle ich, diese Phase so umzusetzen. In keiner anderen Situation kann ich als Lehrkraft in dieser Deutlichkeit erfahren, wie die Lebenswelt unserer Schüler teilweise über mehrere Stunden aussieht.
Diese Erfahrung klingt gravierend. Ist der Social Media Pass vor diesem Hintergrund überhaupt ausreichend, um Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Social Media zu sensibilisieren?
Es braucht ganz sicher regulatorische Veränderungen und trotzdem bin ich der Meinung – auch gerade nach diesen Praxiserfahrungen: Verbote allein reichen nicht aus. Auch wenn soziale Medien stärker reguliert würden, bleibt die Aufgabe, Jugendliche über die technischen, wirtschaftlichen und psychologischen Mechanismen der Plattformen aufzuklären. Wer Empfehlungsalgorithmen, Aufmerksamkeitsökonomie und Geschäftsmodelle nicht versteht, kann soziale Medien kaum selbstbestimmt nutzen. Denn die Nutzung geht auch nach Verboten weiter, wie wir an dem Beispiel Australien sehen.
Aus meiner Sicht leistet das Material des Social-Media-Passes deshalb Wichtiges: Es gibt uns Lehrkräften einen Baukasten, um das Thema Social Media aufzugreifen, und die Jugendlichen brauchen Hilfe! Nicht nur, dass sie im Unterricht extrem abgelenkt werden; der Unterricht selbst findet immer mehr mit digitalen Geräten statt. Das heißt, wir liefern die Geräte, die für das Lernen genutzt werden sollen, aber öffnen auch die Tür zur Nutzung von Social-Media-Plattformen. Damit liegt auch Verantwortung bei uns. Daher plädiere ich für eine aktive Medienarbeit – auch mit sozialen Medien. Die aktive Medienarbeit ist immer der Königsweg der Medienbildung, das gilt auch für das Digitale. Daher begrüße ich auch das Betreiben von schulischen Social-Media-Accounts. Auch hier ist Kompetenz von außen wichtig. Ein Social-Media-Führerschein, der nach Prüfung von der Schule erteilt wird, sollte im nächsten Schritt dazu befähigen, in der Social-Media-AG mitzuarbeiten. Auf diesen schuleigenen Kanälen, die mit der Webseite der Schule verknüpft sind, sollte die Schule den vorbildlichen Umgang beispielhaft zeigen.
Sie haben erwähnt, dass Sie später auch über Jahrgänge hinweg gearbeitet haben. Wie genau lief das ab?
Ja. Am Anfang stand die Erprobung in der siebten Klasse. Mit diesen Erfahrungen konnte ich Kollegen zum Einsatz im Projektunterricht überzeugen. Zum Schluss habe ich im Informatikunterricht eine Gruppe aus einer zehnten Klasse einen Videofilm produzieren lassen, der jüngere Schüler über Social Media informiert. Grundlage dafür war auch wieder der Social Media Pass. Ich wollte, dass sich die Schüler der zehnten Klasse mit dem Material auseinandersetzen, aber auch die Jüngeren von dieser Arbeit profitieren, indem die Module aus Schülersicht erklärt und nähergebracht werden.
Schon in der siebten und achten Klasse war zu beobachten, dass sie in ihren Kleingruppen zu Expertinnen und Experten ihres Themas werden. Sie setzten sich intensiv mit den Inhalten auseinander und eigneten sich diese eigenständig an, um sie dann ihren Mitschülern vorstellen zu können. Ich konnte dabei sehen, dass die Schülerinnen und Schüler selbst den Ton und die Sprache finden, die bei ihren Mitschülerinnen und Mitschülern tatsächlich ankommt.
Der Kern eines sinnvollen Umgangs mit diesem Themenfeld liegt nach meiner Erfahrung tatsächlich darin, dass Jugendliche zunächst den technischen, psychologischen und wirtschaftlichen Hintergrund erhalten und diesen anschließend in ihre eigene Sprache übersetzen. Erst dadurch wird aus abstraktem Wissen eine Diskussion auf Augenhöhe.
Sie hatten am Anfang darauf hingewiesen, dass Lehrkräfte wenigstens ein bisschen Vorwissen mitbringen sollten, um das Materialpaket zu nutzen. Gibt es über das Paket hinaus gute Materialien, um diesen Themen näherzukommen und sich mehr Wissen anzueignen?
Ich kann – ob für Lehrkräfte oder Schülerinnen und Schüler – die ZDF-Doku „Jung, online, süchtig“ und die Netflix-Doku „Das Dilemma mit den sozialen Medien“ empfehlen. Sie informieren und liefern gute Screenshots und Ausschnitte, um über Social Media und seine Auswirkungen zu diskutieren.
Der Titel der Netflix-Doku „Das Dilemma mit den sozialen Medien“ ist bezeichnend für die Situation der Schüler in der siebten Klasse: Ihr Leben spielt sich online ab, sie sind stolz darauf, sich mit der Technik der Apps auszukennen, sich dort auszuprobieren, und gleichzeitig ahnen sie schon, dass die Nutzung auch Nachteile für sie hat, dass sie darunter leiden, und sie wissen auch, dass sie süchtig werden können.
Ich habe diese Dokus auch in meinen Unterrichtseinheiten genutzt und insbesondere Ausschnitte aus der ZDF-Doku haben die Schüler wirklich betroffen gemacht und noch einmal mehr motiviert, sich in der Gruppenarbeit vertieft und reflektiert mit den dargestellten Themen auseinanderzusetzen.
(kbe)
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten
JBL Bar 1300MK2 im Test: Soundbar mit Dolby Atmos, starkem Bass und Akku‑Rears
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenOscars 2026: Was die heise‑Leser anders entschieden hätten
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenEmpfehlungsalgorithmen bei TikTok erklärt: Die Maschine hinter dem Endlos‑Feed
-
Social Mediavor 3 MonatenVon Kennzeichnung bis Plattformpflichten: Was die EU-Regeln für Influencer Marketing bedeuten – Katy Link im AllSocial Interview
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenWeitere Entlassungswelle bei Disney: Bis zu 1000 Mitarbeiter betroffen
-
Künstliche Intelligenzvor 2 Monaten„Don’t Starve Elsewhere“: Survival‑Hit kehrt nach zehn Jahren zurück
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonateniX-Workshop Angriffsziel lokales AD − Schwachstellen finden und beheben
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenKine‑Exakta: Die erste Spiegelreflexkamera fürs Kleinbild
