Künstliche Intelligenz
Dienstag: Amazon als Logistik-Anbieter, Strafen für autonome Autos
Der US-Onlinehändler Amazon bläst zum Angriff auf Fracht- und Paketdienste. Unternehmen können künftig das Logistik-Netz des Konzerns nutzen, auch wenn sie nicht über Amazon verkaufen. Im US-Bundesstaat Kalifornien dürfen Polizisten nach einer Novelle der Regularien für selbstfahrende Fahrzeuge ab Juli Verkehrsverstöße autonomer Autos bestrafen. Zugleich werden erstmals selbstfahrende Lkws und Autobusse auf Kaliforniens Straßen zugelassen. Und OpenAI und Anthropic sammeln viel Kapital für den Vertrieb ihrer KI-Tools ein – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Der US-amerikanische Amazon-Konzern macht künftig Pakethändlern Konkurrenz. Das Vorgehen ähnelt einem in der Vergangenheit bereits in anderen Branchen praktizierten Schema. So diente die als Amazon Web Services (AWS) bekannte Cloud-Sparte ursprünglich dem Betrieb der konzerneigenen Online-Shops. Später wurde sie schrittweise für Dienstleistungen an Dritte geöffnet. So verkauft Amazon unter anderem Rechenleistung für selbst konfigurierbare Linux-Server nach Bedarf. Nun öffnet der Onlinehändler seine Logistik-Sparte. Unternehmen können Amazons Transportleistungen bestellen, auch wenn sie nichts mit den Online-Shops des Konzerns zu tun haben. Amazon.com wird zum Logistik-Anbieter für alle
Der US-Bundesstaat Kalifornien erlaubt erstmals selbstfahrende Schwerfahrzeuge auf seinen Straßen. Öffentliche Betreiber von Personennahverkehr sowie Universitäten dürfen künftig autonome Autobusse mit einem Gesamtgewicht von bis zu 6,35 Tonnen einsetzen, auch werden autonome Lastkraftwägen mit mehr als 4,5 Tonnen zugelassen. Gleichzeitig gibt es neue Zulassungsbedingungen für autonome Autos, und Einsatzkräfte müssen künftig Zugriff auf die manuelle Steuerung autonomer Fahrzeuge erhalten. Zudem dürfen nach der weitreichenden Novelle der 2017 eingeführten Regulierung selbstfahrender Kraftfahrzeuge durch die kalifornische Verkehrsbehörde DMV Polizisten in dem Bundesstaat ab Juli Verkehrsverstöße autonomer Fahrzeuge ahnden. Strafen für autonome Autos in Kalifornien
KI-Start-ups wie OpenAI oder Anthropic haben Milliardensummen in die Entwicklung ihrer KI-Tools investiert, verdienen damit aber immer noch kein Geld. Das soll sich ändern. Die Genannten nehmen deshalb verstärkt den Vertrieb von KI-Werkzeugen an Unternehmen in Branchen wie Finanzdienstleistungen oder dem Gesundheitswesen in den Blick. Dafür verbünden sich OpenAI und Anthropic nun mit finanzstarken Private-Equity-Firmen und wollen deren Portfoliounternehmen und Kunden bei der Integration von KI in ihre Geschäftsprozesse unterstützen. OpenAI und Anthropic gründen milliardenschwere Joint Ventures
Es ist kein gewöhnlicher Übernahmeplan: Der deutlich kleinere Videospielhändler GameStop will den Online-Marktplatz eBay übernehmen. eBay wurde zuletzt mit rund 46 Milliarden US-Dollar bewertet, GameStop lediglich mit 12 Milliarden US-Dollar. Nun hat GameStop der Unternehmensführung von eBay erstmals ein Angebot unterbreitet. Sollte diese ablehnen, werde man sich direkt an die Aktionäre wenden, kündigte der GameStop-CEO Ryan Cohen an. Er will die Übernahme also notfalls auch gegen den Willen der eBay-Spitze vorantreiben – Ausgang offen. Für 56 Milliarden US-Dollar: GameStop macht Übernahmeangebot für eBay
Im Jahr 2006 wurde in Italien das private Verkehrsunternehmen Italo gegründet; 2012 nahm es den Betrieb auf und hat sich seitdem als Konkurrenz zum Monopolisten der italienischen Staatsbahn positioniert. Nach Medienberichten ist die Zahl der Fahrgäste seit 2008 um 500 Prozent gestiegen; die Ticketpreise dagegen sind seit dem Markteintritt von Italo im Schnitt um etwa 40 Prozent gesunken. Nun nimmt das italienische Unternehmen den deutschen Markt ins Visier. Ab 2028 will Italo mit 30 Hochgeschwindigkeitszügen in den deutschen Fernverkehr einsteigen. Der Fernbus- und Zugbetreiber Flix kritisiert die Pläne. Konkurrenz für Deutsche Bahn: Italienischer Anbieter Italo plant Markteintritt
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(akn)
Künstliche Intelligenz
c’t-Umfrage zu Videokonferenzsoftware: Teams-Alternativen erwünscht
Damit hatten wir nicht gerechnet: Die Resonanz auf unsere Onlineumfrage zu Videokonferenzsoftware war überwältigend. Über 8000 heise-Leserinnen und -Leser haben daran teilgenommen (vielleicht ja auch Sie?). Sie haben uns damit einen wertvollen Einblick in Ihre Erfahrungen mit Kommunikationswerkzeugen gegeben.
- Über 8000 Personen haben an der c’t-Onlineumfrage zum Thema Videokonferenzsoftware teilgenommen.
- Aus ihren Antworten geht hervor, dass Wunsch und Wirklichkeit bei der Wahl eines Videokonferenztools oft weit auseinanderliegen.
- Über die Umfrage gaben viele Leser Artikelideen weiter, aber auch kritische Rückmeldungen zur Methodik.
Die Umfrage ist nicht repräsentativ. Sie gehörte zu unserem Artikel „Teams-Alternativen: Diese Videokonferenz-Tools bietet der europäische Markt“. Etliche Teilnehmer klagten in Textantworten, dass sie sich dem Einfluss der US-Tech-Konzerne zwar gern entziehen würden – ihre Arbeitsmittel im Job aber nicht selbst wählen können. So steht Microsoft Teams in den Ergebnissen unangefochten auf Platz eins: Knapp drei Viertel der Umfrageteilnehmer nutzen diese Software. Auch die folgenden Plätze belegen US-Dienste, doch dahinter eröffnet sich eine Fülle an Alternativen, oft aus Europa.
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In diesem Artikel fassen wir die Ergebnisse unserer Umfrage zusammen, ordnen sie ein und reflektieren unsere Fragestellungen. Letztere sind uns nicht immer gelungen, wie kritische Hinweise von Teilnehmern zeigen. Außerdem geben wir einen Ausblick auf weitere c’t-Artikel über (europäische) Videokonferenzsoftware.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „c’t-Umfrage zu Videokonferenzsoftware: Teams-Alternativen erwünscht“.
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Künstliche Intelligenz
Im Test: Nachrüst-Stromspeicher Anker Solix Solarbank AC Max
Einsatzbereit in 5 Minuten – nicht weniger verspricht Ankers Solix auf der Internetseite zum Nachrüstspeicher Max AC. Auch bei den technischen Spezifikationen heißt es nicht kleckern, sondern klotzen: Die Haupteinheit kommt mit 7 kWh Speicherkapazität, einem bidirektionalen Wechselrichter mit 3,5 Kilowatt maximaler Ein- und Ausgangsleistung und einer Notstromsteckdose für Geräte ebenfalls bis 3500 Watt. Solarmodule lassen sich nicht direkt anschließen, der Max ist ein reiner Akku – anders als die kleineren Solarbank-Modelle von Anker Solix.
Der Speicher ist nach dem Klemmsteinprinzip mit Batterien des Typs BP7000 erweiterbar; mit den bisherigen, kleineren Batterien der Balkonkraftwerke aus gleichem Hause wie dem BP2700 ist das System allerdings nicht kompatibel. Der Fußabdruck von 67 × 35,6 Zentimetern ist deutlich größer als bei den bisherigen Solarbänken. Wer die Max AC maximal aufstockt, bekommt einen Speicherturm mit 42 kWh Kapazität, drei dieser Türme lassen sich über die Software parallelschalten und über das Anker-Solix Energiemanagement steuern.
So viel Leistung hat ihren Preis: In Euro bemessen ist dieser mit einem UVP von 2300 Euro nicht einmal hoch, besonders wenn man auf den Erweiterungsspeicher schaut. Den BP7000 bekommt man für 1500 Euro und zahlt also etwa 215 Euro für eine Kilowattstunde Speicherkapazität. Doch man zahlt auch mit potenziellen Rückenschmerzen, denn die Solarbank Max AC ist mit 73 Kilogramm unanständig schwer.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Im Test: Nachrüst-Stromspeicher Anker Solix Solarbank AC Max“.
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Künstliche Intelligenz
Firmen unterschätzen ihre KI-Abhängigkeiten massiv
Eine neue Studie von IBM kommt zu dem Schluss, dass viele Unternehmen in EMEA zwar über KI-Souveränität sprechen, ihre Abhängigkeiten aber nur unzureichend kennen. Laut der Befragung verstehen nur 10 Prozent der Unternehmen in der Region ihre Verflechtungen über Anbieter, Modelle und Infrastruktur hinweg gut. In Deutschland liegt der Wert bei 13 Prozent. Für den Alltag in der IT heißt das: Viele Organisationen wissen zwar, dass sie von bestimmten KI-Diensten abhängen, können diese Abhängigkeiten aber nicht sauber auflösen oder absichern.
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Besonders deutlich wird das beim Anbieterwechsel. 73 Prozent der befragten Führungskräfte in EMEA sagen, dass es schwierig wäre, den primären KI-Anbieter oder das primäre Modell zu wechseln. In Deutschland liegt der Wert bei 65 Prozent. Gleichzeitig halten 70 Prozent der Befragten in EMEA die Einhaltung von Anforderungen an Datenresidenz und Datensouveränität über verschiedene Regionen hinweg für schwierig. In Deutschland sagen das ebenfalls 70 Prozent.
Wenig Überblick über den KI-Stack
Die Studie beschreibt KI-Souveränität nicht als vollständige Unabhängigkeit, sondern als Fähigkeit, bei Bedarf Kontrolle zurückzugewinnen. Gemeint ist vor allem, Abhängigkeiten sichtbar zu machen, sie zu steuern und Komponenten austauschbar zu halten. Das gilt für den gesamten KI-Stack, also Daten, Modelle, Infrastruktur und Anwendungen. Anders als bei klassischen Enterprise-Systemen endet die Abhängigkeit nicht bei Infrastruktur oder Applikationen, sondern sie reicht bis in die Modellschicht und in die laufenden Dienste hinein.
Genau dort entstehen laut Studie die größten Risiken. 81 Prozent der Befragten in EMEA und 85 Prozent in Deutschland sagen, ein Ausfall des primären KI-Anbieters über sieben Tage hätte schwerwiegende oder kritische Folgen. Im Mittel meldeten die Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren sieben KI-bezogene Betriebsstörungen, in Deutschland sechs. In EMEA waren Anbieter-Services die häufigste Ursache, in Deutschland technische Probleme. KI-Ausfälle entstehen also sowohl durch klassische Infrastrukturprobleme, als auch direkt auf Anbieter- und Modellebene.
Multi-Vendor heißt nicht automatisch Kontrolle
Viele Unternehmen setzen bereits auf mehrere Anbieter. Laut Studie beschreiben 73 Prozent ihre KI-Umgebung als bewusst Multi-Vendor-orientiert. In der Praxis ist diese Vielfalt aber oft nicht das Ergebnis einer klaren Strategie, so IBM. Häufig stehen dahinter die organisatorische Aufteilung, regionale Vorgaben und Altlasten aus früheren IT-Entscheidungen. Unabhängige Entscheidungen einzelner Geschäftsbereiche nennen 72 Prozent der Befragten als Treiber, geografische Notwendigkeiten 75 Prozent und Legacy-Komplexität 63 Prozent.
Mehrere Anbieter schaffen nur dann mehr Handlungsfreiheit, wenn Unternehmen ihre KI-Umgebung aktiv steuern. Ohne gemeinsame Standards für Daten, Modelle und Sicherheit steigt die Komplexität. Die Studie verweist darauf, dass 71 Prozent der Befragten in EMEA sogar bereit wären, bis zu 20 Prozent höhere Kosten zu akzeptieren, wenn sie dafür die strategische Flexibilität behalten. In Deutschland liegt der Wert bei 79 Prozent.
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Selektive Souveränität statt Totalumbau
Im Ergebnis setzt die Studie deshalb auf das Konzept der selektiven Souveränität. Gemeint ist damit kein vollständiger Rückzug aus proprietären Umgebungen, sondern gezielte Kontrolle an den Stellen, an denen sie geschäftlich relevant ist. Zum Beispiel wäre ein Transkriptionsdienst anders zu bewerten als ein Modell, das Kreditrisiken, Produktionsentscheidungen oder sicherheitsrelevante Prozesse beeinflusst.
Für die Einordnung schlägt IBM eine Dreiteilung vor: geschäftskritische Systeme, wichtige, aber nicht differenzierende Funktionen und Commodity-Dienste. Bei Tier-1-Systemen, also den wirklich kritischen Anwendungen, geht es laut Studie um schnelle Datenmigration, austauschbare Modelle und getestete Ausweichpfade. Bei weniger wichtigen Funktionen reicht es eher, Abhängigkeiten bewusst zu steuern und Vertrags- sowie Architekturgrenzen sauber zu ziehen. Für einfache Standarddienste kann eine stärkere Anbieterbindung dagegen wirtschaftlich sinnvoll sein.
Der Blick auf die Zahlen zeigt: Unternehmen mit den fortschrittlichsten Kontrollfunktionen schützen laut IBM 55 Prozent mehr operativen Gewinn vor KI-bedingten Störungen. Weltweit erreichen das aber nur 7 Prozent der befragten Organisationen.
Datenresidenz, Modellwechsel und technische Altlasten
Besonders aufwendig bleibt der Wechsel von Daten und Modellen. Laut Studie dauert es im Schnitt 145 Tage, KI-Trainings- und Betriebsdaten in eine andere Umgebung zu verschieben. Weltweit 68 Prozent der Befragten sehen die Einhaltung von Datenresidenz- und Souveränitätsanforderungen über Regionen hinweg als schwierig an. Das ist für viele Unternehmen kein theoretisches Compliance-Problem, sondern ein praktisches Migrationsproblem. Wer Daten nicht sauber exportieren, replizieren oder lokal halten kann, bindet sich an die Architektur des Anbieters.
Ähnlich sieht es bei Modellen aus. 57 Prozent der Befragten sagen, das Austauschen eines Kernmodells würde erhebliche Entkopplung oder sogar einen kompletten Neuaufbau erfordern. Ein Modellwechsel betrifft oft nicht nur das Modell selbst, sondern auch Prompting, Fine-Tuning, RAG-Pipelines, Evaluierung, Sicherheitsfilter und Monitoring – so wird aus einem vermeintlich kleinen Tausch schnell ein größeres Architekturprojekt.
Auch bei der Infrastruktur zeigt sich die Abhängigkeit. 56 Prozent der Befragten sagen, es würde mindestens sechs Monate dauern, zentrale KI-Systeme und Anwendungen zu einem anderen Anbieter zu verlagern. Für die IT bedeutet das: Souveränität entsteht nicht durch ein einzelnes Produkt oder einen einzelnen Vertrag, sondern durch Portabilität, klare Schnittstellen und getestete Ausweichszenarien. Wer diese Grundlagen nicht schafft, bleibt bei Preisänderungen, Modellabkündigungen oder Nutzungsbeschränkungen schnell in einer defensiven Position.
Details zu der Studie finden Interessierte bei IBM, die vollständigen Ergebnisse stehen kostenlos zum Download bereit.
(fo)
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