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Künstliche Intelligenz

Komoot vs. Strava vs. Indies: Watch-Apps im Routen-Test


Mit ihrem hochauflösenden, rechteckigen OLED-Bildschirm hat die Apple Watch das perfekte Rüstzeug, um per Karte ans Ziel zu leiten. Das iPhone darf in der Tasche bleiben – oder zu Hause. Wer sich allein auf Apple Karten oder Google Maps verlässt, ist jedoch schlecht beraten: Bei Routen für Spaziergänge, Wanderungen und Läufe in freier Natur fallen die Kartenriesen nämlich schnell auf die Nase.

Manche damit von uns erstellte Fußroute leitete Spaziergänger statt über schöne Waldwege kurzerhand am Fahrbahnrand der Bundesstraße entlang. Das ist nicht nur ein hässliches Erlebnis, sondern schlicht lebensgefährlich.

  • Apples Bordmittel sind in freier Natur schnell überfordert.
  • Spezialisierte Apps bringen detaillierte Karten auf die Watch.
  • Die Unterschiede bei Routen und Navigation sind groß.

Diese riesige Lücke füllen auf Outdooraktivitäten spezialisierte Anbieter wie Strava oder Komoot, die sich auf das kleinteilige OpenStreetMap-Kartenmaterial und Daten der eigenen Community stützen. Sie richten sich nicht ausschließlich an Sportler, sondern liefern auch Routen für den Familienspaziergang. Doch wie zuverlässig arbeiten sie auf der Watch im Outdooreinsatz?


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Komoot vs. Strava vs. Indies: Watch-Apps im Routen-Test“.
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Künstliche Intelligenz

ISAC und 6G: Datenschützer warnen vor Massenüberwachung und fordern Regeln


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Integrated Sensing and Communication (ISAC) soll künftige Mobilfunk- und WLAN-Netze zu einer Art Radarsystem machen, das Bewegungen und Vitaldaten erfasst. In einem aktuellen Beschluss warnen Datenschutzaufsichtsbehörden von Bund und Ländern (DSK) nun vor den erheblichen Grundrechtsrisiken dieser Technologie. Sie befürchten, dass durch die tiefe Integration in die Netzinfrastruktur eine neue, schwer kontrollierbare Form der Massenüberwachung entstehen könnte, noch bevor die Technologie in den breiten Einsatz geht.

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Während die Standardisierung für 6G läuft, zeigen Netzbetreiber wie Vodafone bereits heute im 5G-Netz, wie handelsübliche Antennen in großflächige Sensoren verwandelt werden können. Das Prinzip ähnelt der Echoortung von Fledermäusen: Funkreflexionen werden genutzt, um Objekte, Entfernungen, Geschwindigkeiten und sogar menschliche Bewegungen in Echtzeit zu erfassen.

Doch genau hier setzt die Kritik der DSK an. Anders als bei klassischen Tracking-Methoden, die auf die Nutzung von Endgeräten wie Smartphones angewiesen sind, arbeitet ISAC rein physikalisch über reflektierte Funkwellen. Betroffen sind damit potenziell alle Personen im Strahlungsbereich, unabhängig davon, ob sie ein technisches Gerät bei sich tragen oder nicht.

Tobias Keber, Vorsitzender der DSK, verdeutlicht im Gespräch mit heise online die möglichen Auswirkungen der Erfassung: „Die Technologie macht keinen Unterschied, ob man ein Endgerät bei sich trägt oder nicht. Da sie auf Funkwellen basiert, kann sie Bewegungen von jedem erfassen, der sich im Bereich aufhält – ganz ohne aktive Teilnahme der betroffenen Person. Auch die Erfassung von Vitaldaten ist denkbar.“

Diese Einschätzung wird durch aktuelle Berichte der EU-Telekommunikationsnormungsbehörde ETSI gestützt. Die Experten identifizierten 19 kritische Punkte, darunter das Risiko des „unbefugten Sensing“: Kriminelle könnten 6G-Signale missbrauchen, um ohne Erlaubnis Karten von Gebäuden zu erstellen, die Position von Personen zu tracken oder durch das Abgreifen von Radarsignalen vertrauliche Informationen zu gewinnen.

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Da die Sensorik als Basisdienst in die Netzinfrastruktur eingebettet werden soll, sind Konzepte wie eine informierte Zustimmung der Betroffenen kaum praktikabel. „Das Konzept einer individuellen Einwilligung stößt hier schlicht an seine Grenzen. Es ist bei einer flächendeckenden Infrastruktur-Technologie unmöglich, von jedem Einzelnen eine Zustimmung einzuholen“, so Keber auf Nachfrage.

Um das Risiko einer totalen Transparenz zu minimieren, fordert die DSK ein proaktives Handeln bereits während der Standardisierung von 6G. Keber plädiert hierbei für das Prinzip Datenschutz by Design: „Wir müssen den Datenschutz bereits in die technischen Standards und gesetzlichen Rahmenbedingungen integrieren, statt ihn als nachträgliches Korrektiv zu begreifen“.

Der jeweilige Anwendungsfall der Technik müsse genau geprüft werden, etwa wenn Sensorik zur Unfallvermeidung im Straßenverkehr oder in der industriellen Automatisierung eingesetzt wird. „Man kann die Technologie nicht pauschal verurteilen oder als generell unzulässig einstufen. Es wird Szenarien geben, zum Beispiel beim Flug- und Schiffsverkehr und im Automobilbereich, etwa für automatische Abstandshalter oder Einparkhilfen, in denen ein solcher Einsatz sinnvoll ist. Entscheidend bleibt jedoch eine strenge Prüfung des jeweiligen Einzelfalls“, so Keber.


(mack)



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#TGIQF: Das Quiz rund um Klapphandys und die 90er


30 Jahre nachdem das erste Klapphandy den Weltmarkt eroberte, bringt die Kultmarke Commodore mit dem Callback 8020 ein Klapphandy auf den Markt. Ohne Browser, mit nur eingeschränktem Android-Zugang.

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Die Firma des umtriebigen YouTubers Christian Simpson, der 2025 die Rechte für einen der einflussreichsten Techkonzerne der Homecomputerzeit erwarb, setzt damit nach dem C64 Ultimate auf eine eher ungewöhnliche Idee.


#TGIQF: Das heise-online-Quiz

#TGIQF: Das heise-online-Quiz

„Thank God It’s Quiz Friday!“ Jeden Freitag gibts ein neues Quiz aus den Themenbereichen IT, Technik, Entertainment oder Nerd-Wissen:

Zwar waren die Klapphandys eine Zeit lang sehr erfolgreich, denn die Tastatur und der Bildschirm waren durch den Klappmechanismus geschützt. Aber mit dem Aufkommen des Smartphones und deren riesig anmutenden Touchscreens wirkten die Geräte auf einen Schlag altbacken.

Simpson will mit dem Anti-Smartphone all diejenigen erreichen, die die Schnauze voll haben allgegenwärtigen Online-Sein auf Social Media und Co. Deswegen sollen bis auf WhatsApp alle Social-Media-Dienste sowie Browserdienste standardmäßig blockiert sein. Ob das freiwillige Digital-Detox seine Anhänger findet, wird die Zeit zeigen. Die aufgerufenen 500 Euro wirken auf den ersten Blick jedenfalls ambitioniert.

Es ist trotzdem ein Grund genug für uns, ein Quiz rund um die guten alten Klapphandys zu machen. Um das Ganze nicht zu eintönig zu gestalten, ist eine popkulturelle Reise in die 1990er aus Musik und Technik mit dabei. Ein idealer Start ins Sommerwochenende!

In der heiseshow stellte Moderatorin Anna Bicker den heise+ -Redakteuren Alexander Spier und Daniel Ziegener drei Fragen vorab. Die Redakteure schlugen sich trotz der Nerdfragen wacker und selbst ein Internetausfall brachte sie nicht aus der Fassung.

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Sie können in Ruhe in 10 Fragen maximal 100 Punkte erreichen. Die Punktzahl kann gern im Forum mit anderen Mitspielern verglichen werden. Halten Sie sich dabei aber bitte mit Spoilern zurück, um anderen Teilnehmern nicht die Freude am Quiz zu verhageln. Lob und Kritik sind wie immer gern gelesen.

Bleiben Sie zudem auf dem Laufenden und erfahren Sie das Neueste aus der IT-Welt: Folgen Sie uns bei Mastodon, auf Facebook oder Instagram. Und schauen Sie auch gern beim Redaktionsbot Botti vorbei.

Und falls Sie Ideen für eigene Quizze haben, schreiben Sie einfach eine Mail an den Quizmaster aka Herr der fiesen Fragen.


(mawi)





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Zorin OS im Test | c’t 3003


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Eigentlich gilt Linux Mint als das klassische Einsteiger-Linux, aber Zorin OS gewann in den letzten Jahren immer mehr Fans dazu. Besonders praktisch für Umsteiger: die Hilfe beim Installieren von Windows-Software. c’t 3003 hat sich angeschaut, ob Zorin OS halten kann, was es verspricht.

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(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)

Guckt mal hier, das ist das vielleicht umsteigerfreundlichste Linux, was es gerade gibt. Das Teil kann nämlich aussehen wie macOS oder Windows mit so Startmenü, smoothem Fenster-Management, und wenn ich hier eine .exe-Datei installieren will, was ja auf Linux gar nicht geht, poppt ein Fenster auf, was mich direkt zur richtigen Version bringt. Sehr, sehr nice. Das hier ist Zorin OS und das ist an allen Ecken und Enden darauf ausgelegt, den Umstieg auf Linux so entspannt und einfach wie möglich zu machen. Das zumindest versprechen die Macher. Zusätzlich läuft das Teil richtig schön schnell und bringt mit einem modifizierten Gnome eine für Einsteiger super einfach zu bedienende Desktop-Umgebung mit. Keno und ich haben uns das Teil für euch mal angeschaut und in diesem Video zeigen wir euch, wie sich das OS im Vergleich zu den anderen gängigen Playern anfühlt und ob es wirklich so einsteigerfreundlich ist, wie es sein will. Bleibt dran!

Liebe Hackerinnen, liebe Internet-Surfer, herzlich willkommen hier bei…

Also, wir haben ja schon einige Videos zur einsteigerfreundlichen Linux-Distribution gemacht, darunter Linux Mint, Pop!_OS und CachyOS. Aber keins davon schreibt sich so doll auf die Fahne, gut für den Linux-Einstieg geeignet zu sein, wie Zorin OS. Das geht direkt auf der Website los. Die sieht mal so richtig untypisch nicht nach Open-Source-Linux-Kram aus und da stehen so Sachen wie: „Zorin OS ist die Alternative zu Windows und macOS. Ein Desktop, den du schon bedienen kannst.“ Okay, das sind dicke Ansagen.

Was ein bisschen verwirrend ist: Wenn man hier auf Download klickt, wird einem eine Pro-Version vorgeschlagen, bei der es mehr Desktop-Layouts gibt und die 47,99 Euro kosten soll. Aber was soll das? Das ist doch Linux. Ich glaube, ich muss sofort einen wütenden Kommentar ins heise-Forum schreiben. Nee, Spaß beiseite. Die Pro-Version hat einfach out of the box mehr Programme am Start, die man sich mit der kostenlosen Core-Version aber halt auch manuell einfach dazu installieren könnte. Und die zusätzlichen Desktop-Layouts kann man sich in der Theorie auch selber bauen. Aber wofür gibt’s die Pro-Version dann? Ja, die ist eher dafür da, die Entwickler zu unterstützen, falls man das will.

Also, Zorin OS ist, wie es sich gehört, kostenlos, Open Source, basiert auf Ubuntu und wird von einem Team in Irland entwickelt. Kleinere Updates gibt’s alle sechs Monate, große alle zwei Jahre. Bei Distributionen wie CachyOS, die auf Arch Linux basieren, gibt es ständig Updates. Rolling Release heißt das. Damit ist man dann zwar immer aktueller, aber das ist natürlich auch anfälliger für vorübergehende Bugs. Für Linux-Einsteiger ist also ein fester Update-Schedule ein bisschen stabiler und dadurch auch eventuell einsteigerfreundlicher.

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Ah, ganz kurz: Ihr fragt euch vielleicht, wie oft wechseln die bei c’t 3003 eigentlich ihr Betriebssystem? Zu oft. Aber das nicht nur, weil wir süchtig danach sind, sondern auch, um die für euch auszuprobieren, damit ihr das nicht machen müsst und das für euch passende Linux aussuchen könnt. Also, als normaler Mensch sollte man natürlich nicht ständig das Betriebssystem wechseln, auch Distro-Hopping genannt, außer man hat da halt richtig Bock drauf. Ein bisschen Spaß macht das ja auch.

Ja, und so sieht das Ding nach der Installation aus. Als Desktop-Environment, also das Gesamtpaket, was die Oberfläche und die Bedienung bildet, läuft hier per Default der Zorin Desktop, eine modifizierte Version von Gnome. Das ist die zweitgrößte Desktop-Umgebung neben KDE Plasma. Man kann sich aussuchen, ob der aussehen soll wie Windows, hier mit einem Startmenü links, wie macOS mit den Symbolen hier in der Mitte oder mehr wie das Original-Gnome, ganz ohne Leiste unten. Und Gnome-typisch fühlt sich das alles sehr, sehr geschmeidig an. Also zumindest nach ein paar kleinen Startschwierigkeiten, aber zu den Problemen komme ich später noch.

Der Zorin Desktop ist wirklich sehr schön clean und hat im Gegensatz zum Vanilla-Gnome ein paar Sachen am Start, mit denen sich frische Umsteiger direkt etwas mehr zu Hause fühlen. Zum einen gibt’s so Windows-artiges Fenster-Management. Also so in die Ecken und an die Ränder snappen, das geht auch bei Gnome, aber wenn man sich ein Fenster schnappt und oben an den Bildschirmrand zieht, öffnet sich hier noch so ein kleines Menü mit einer Auswahl von Anordnungsmöglichkeiten, wie man Fenster im Bild platzieren will. Also fast genau gleich wie bei Windows. Das funktioniert auch wirklich super knackig. Und wenn man will, kann man sich das unter Zorin Appearance noch bis ins kleinste Detail anpassen. Man könnte sogar eigene Layouts anlegen oder irgendwas importieren, was irgendwer aus der Community schon gebastelt hat.

Was für frische Umsteiger auch noch wichtig sein könnte: Es gibt Desktop-Symbole. Also, man kann einfach Zeug hier ablegen und auch starten, wie bei jedem Mainstream-Betriebssystem. Ja, das klingt jetzt nicht so besonders, aber normalerweise gibt es die bei Gnome gar nicht. Und das könnte beim Umstieg den ein oder anderen schon auch verwirren. Ah, und wenn man sich für diesen Look hier entschieden hat, gibt es auch ein Startmenü.

Falls ihr euch fragt: Man kann doch auch einfach das Desktop-Environment KDE Plasma verwenden. Das verhält sich auch schon ähnlich wie Windows und ist bei vielen anderen Distros schon vorinstalliert. Ja, stimmt, aber ich muss sagen, dass sich der Plasma-Desktop für mich schon immer so ein bisschen, na ja, angestaubt angefühlt hat und Gnome dagegen immer so schön geschmeidig und modern. Aber halt auch doll anders als das, was man gewohnt ist. Der Zorin Desktop ergänzt Gnome aber genau um diese gewohnten Kleinigkeiten, die gerade Linux-Einsteiger sonst vermissen könnten. Und damit hat man dann irgendwie the best of both worlds, wie ich finde.

Falls ihr euch fragt, ob man den Zorin Desktop auch auf anderen Distros installieren kann: Ja, also das ist Linux und theoretisch geht alles, aber was ich so gelesen habe, ist die Nummer schon stark auf Zorin OS angepasst und das lässt sich, wenn, eher nur mit extrem viel Gefrickel auf anderen Distros installieren. Also, für Otto-Normal-User bleibt das Ding eher exklusiv für Zorin OS.

Was die eingebauten Anpassungsmöglichkeiten angeht, gibt es nicht so viel. Also, wie gesagt, hier gibt es so ein Tool namens Zorin Appearance, da kann man zwischen den verschiedenen Desktop-Varianten umschalten, die Akzentfarben ändern, so einen komischen Jelly-Modus anschalten und diesen komplett nutzlosen 3D-Desktop-Würfel hier einschalten. Ist ganz nett, aber gab es halt schon vor 20 Jahren. Und ja, sonst kann man ohne Zusatz-Software nicht so viel anpassen, was das Optische angeht. Bei KDE geht da zum Beispiel viel mehr.

Was vorinstallierte Programme angeht, ist die Core-Version von Zorin OS sehr clean. Neben so Standardsachen wie Text-Editor und Taschenrechner ist Brave als Browser vorinstalliert und die LibreOffice-Suite, also eine Open-Source-Alternative zu den Microsoft-Sachen. Das finde ich jetzt nicht so besonders beeindruckend, dass das schon mit installiert ist, aber Zorin wirbt selber damit, dass man dann nahtlos an seinem Office-Kram weiterarbeiten könnte, den man ja eh schon auf der Platte hat. Ja, stimmt schon, I guess. Apropos: Wenn man ein Windows-Programm installieren will, dann greift einem Zorin OS da auch richtig unter die Arme. Da komme ich gleich zu.

Wenn man sich neue Linux-Programme installieren will, geht das super easy mit grafischer Oberfläche über Gnome Software, also dieser App-Store, der eh bei Gnome immer vorinstalliert ist. Einfach hier beispielsweise nach Steam suchen, Installieren klicken und fertig. Da kann man dann auch, falls vorhanden, auswählen, ob man es über apt, also den Paketmanager von Ubuntu, oder als Flatpak installieren will. Einmal ganz kurz: Was ist der Unterschied? Über apt wird ein natives Programmpaket heruntergeladen, was wie andere wichtige Pakete auch voll im System integriert ist. Flatpaks dagegen laufen eher abgeschottet in einer eigenen Umgebung und bringen viele Abhängigkeiten, die das Programm braucht, selbst mit.

Das kann in manchen Fällen stabiler und unabhängiger von der Linux-Distro besser funktionieren, braucht aber auch etwas mehr Speicherplatz, und es könnten eventuell hier und da Probleme aufkreuzen, weil es nicht so nah am Rest des Systems arbeitet wie normale Systempakete. Als Beispiel: Ich habe mir Steam als Flatpak installiert und da hat der Big-Picture-Mode extrem ruckelig und schlecht funktioniert. Mit dem Paket über apt lief es dann ganz normal. So oder so braucht man bei Zorin OS für 99 Prozent aller Sachen wirklich nie die Kommandozeile, also ähnlich wie bei Pop!_OS und Mint. Natürlich könnte man die auch benutzen, vorinstalliert ist das Terminal von Gnome, kennt man. Das System updaten geht auch sehr einfach mit einem Klick über diesen Tab hier in dem Gnome-Software-Ding. Also alles sehr easy und sehr gut für Linux-Einsteiger geeignet.

Und was gerade für frische Windows-Aussteiger auch noch sehr hilfreich sein kann, ist das hier: Wenn ich als unwissender Linux-Anfänger aus Versehen eine Windows-Installationsdatei runterlade, also eine setup.exe, dann funktioniert das unter Linux nicht. Aber statt jetzt stumpf eine Fehlermeldung anzuzeigen, öffnet sich in Zorin ein Fenster, was mir in vielen Fällen direkt eine Alternative vorschlägt und dann noch in die richtige Richtung zeigt. Hier beispielsweise die Installationsdatei vom beliebten Screenshot-Tool ShareX. Das gibt es nur für Windows. Wenn ich da jetzt draufklicke, weist mich Zorin darauf hin, dass dieses Tool nicht funktioniert, aber Flameshot als gute Alternative existiert. Wenn ich dann hier draufklicke, öffnet sich direkt die Flameshot-Seite in Gnome Software. Wenn es eine native Linux-Version von dem Programm geben würde, dann würde man direkt zum Download davon kommen. Und das ist doch super praktisch, oder nicht? Wenn ich mir vorstelle, dass ich sowas bei der ersten Linux-Erfahrung gehabt hätte, dann hätte das auf jeden Fall ein paar Fragezeichen direkt schneller aufgelöst.

Und auch noch mega cool: Falls es keine native Linux-Version gibt oder auch keine Alternative hinterlegt ist, kann man auf „Trotzdem starten“ klicken. Dann wird das Windows-Programm trotzdem installiert, und zwar mit Wine. Wine ist ein Tool, was eine Umgebung erzeugt, die dem Programm quasi vorgaukelt, dass es auf Windows läuft. Quasi ein kleiner Mini-Container, in dem das Programm alles hat, was es braucht. Ob das dann funktioniert, muss man je nach Programm ausprobieren. Hier beispielsweise das kleine und Windows-exklusive Bildertool IrfanView. Wenn ich das hier mit Wine installiere, läuft das trotzdem. Das ist schon richtig cool und total einfach. Wine ist übrigens auch die Grundlage, auf der über Steam viele Spiele funktionieren. Da läuft dann als Umgebung Proton, was quasi eine aufgemotzte Version von Wine ist. Und ja, ich weiß, Wine ist jetzt nichts gänzlich Neues und man kann damit auch auf anderen Distros Windows-Software zum Laufen bringen, beispielsweise mit Bottles. Aber dass das hier so entspannt implementiert ist, ist einfach richtig cool. Besonders für Anfänger.

Ach ja, ganz kurz: Keno hat das OS auch ausprobiert und war ähnlich angetan wie ich.

Ja, also da hat Sahin jetzt so von Zorin als Einsteiger-Linux geschwärmt, da muss ich das jetzt auch mal auf meinem Testrechner installieren. Hier aber auf AMD-GPU statt Nvidia, Strix-Halo-System. Und was soll ich sagen? Smoother geht’s nicht. Ich glaube sogar, dass das die smootheste Linux-Installationserfahrung jemals war für mich. Also, ich habe den USB-Stick mit Zorin-ISO reingesteckt, dann kam direkt so ein schöner Ladescreen. Statt sonst oft bei Linux kommt ja so eine Wand mit kryptischem Text. Und dann, das liebe ich ja, zoomte der Desktop rein, als das Ding fertig geladen hatte vom USB-Stick. Ja, und dann habe ich auf Installieren geklickt. Zack, absolut keine Probleme. Ging auch total schnell.

Ja, und generell finde ich ja persönlich, dass Zorin eher wie eine Mischung aus Windows 11 und macOS wirkt, aber vielleicht liege ich da auch falsch. Ich habe auf jeden Fall schon hässlichere Standardeinstellungen von Linux-Distros gesehen. Ja, und mein Test mit einmal Steam über den vorinstallierten Software-App-Store installieren, das war hier ein Flatpak, ja, und einmal das AppImage von der KI-Software LM Studio starten, ob da die KI-Modelle sofort laufen: Und ja, hat beides völlig problemfrei funktioniert. Also, wenn ich die Zeit gestoppt hätte, wie lange es von leerer SSD bis zum Start eines Steam-Spiels dauert, bin ich mir zu 100 Prozent sicher, dass das mit Zorin deutlich kürzer wäre als mit Windows. Also ja, scheint mir ein gutes Einsteiger-Linux zu sein, vor allem für Leute, die wollen, dass es auch aussieht wie Windows oder macOS. Also, ich würde Einsteigern empfehlen: Guckt euch die Live-ISO von Zorin und auch Mint an. Beides läuft ja erst mal komplett ohne Installation und ihr könnt dann einfach entscheiden, wenn ihr das eine Zeit lang ausprobiert habt.

Wie sieht es eigentlich aus mit Gaming? Läuft das? Also, bei mir hat alles quasi genauso wie unter Mint, CachyOS oder Pop!_OS direkt out of the box funktioniert. Also hier beispielsweise Path of Exile 2 läuft ähnlich wie auf meinem Windows-Rechner, vielleicht mit so fünf bis zehn FPS weniger. Ich habe aber auch eine Nvidia-Grafikkarte, mit AMD haben wir auch häufig schon unter Linux sogar bessere Framerate als unter Windows gemessen. Na ja, bei mir lief es auf jeden Fall bis auf die fünf bis zehn FPS auch super und mein Steam-Controller wurde auch sofort erkannt. Oh, das Ding? Oh ja, ich habe einen Steam-Controller. Okay, sorry.

Mit Nicht-Steam-Spielen ist es nicht ganz so einfach. Also, das geht auch, beispielsweise indem man sowas wie den Battle.net-Launcher in Steam einbindet oder gleich so komplett alternative Clients wie Lutris benutzt. Das ist aber gern mal mit ein bisschen Gefummel verbunden und das ist bei Zorin genauso wie bei anderen Distros auch. Das würde jetzt hier den Rahmen etwas sprengen, aber falls wir dazu mal ein Video machen sollen, dann schreibt es gerne in die Kommentare.

Okay, also alles super und toll bei Zorin OS? Joa, nee. Ein paar Probleme hatte ich dann doch. Als ich Zorin das erste Mal installiert hatte, lief das irgendwie komisch. Also, wenn man hier so Fenster hin und her geschoben hat, hat sich das mal so gar nicht nach den 144 Hz meines Monitors angefühlt, obwohl der Bildschirm laut den Einstellungen eigentlich damit laufen müsste. Auch diese Windows-Snap-Funktion hatte immer so leichte Verzögerung und alle Animationen haben so ganz leicht geruckelt. Also, es hat an allen Enden gezwickt und gezwackelt. Das war alles jetzt nicht ultra schlimm, ich dachte sogar kurz, ich bilde mir das ein, aber so fühlt sich kein modernes Betriebssystem an.

Nach ein bisschen Nachforschung scheint das Problem mit X11, Nvidia-Karten und Multi-Monitor-Setups zusammenzuhängen. Okay, X11, was ist das? Ja, das ist ein Protokoll, was die Kommunikation zwischen Grafikkarte, Treiber und der Anzeige regelt. Die aktuell verbreiteten Protokolle sind X11 und Wayland. X11 ist schon etwas älter und gilt auch eher als angestaubt, sage ich mal. Wayland ist moderner und kommt manchmal mit so Sachen wie mehreren Monitoren, unterschiedlichen Bildwiederholraten und moderner Grafikkarten-Hardware besser klar. Früher hat auch Wayland mit Nvidia-Karten gerne mal Probleme gemacht, das läuft aber mit aktuellen Treibern inzwischen echt rund.

Bei Zorin OS sind zwei Varianten vom Zorin Desktop vorinstalliert, eine mit X11 und eine mit Wayland. Zwischen denen kann man sehr einfach hin und her wechseln. Einfach einmal hier abmelden, auf das Zahnrad klicken, Zorin Desktop Wayland auswählen, wieder einloggen und ups, jetzt läuft alles wirklich butterweich. Also, alle Probleme, die ich vorher hatte, sind weg. Die Wayland-Option gibt es noch gar nicht so lange für Zorin OS und bisher konnte ich auch noch nicht herausfinden, wie der Support mit X11 weitergehen soll. Denn die meisten Desktop-Environments stoppen nach und nach den Support und konzentrieren sich auf Wayland. In der aktuellen Gnome-Version, Gnome 50, ist X11 mittlerweile komplett rausgeflogen. Zorin OS hat da eventuell einen Schnuff zu lange aufs alte Pferd X11 gesetzt, aber da es jetzt auch eine Wayland-Version gibt, scheint sich da ja was zu bewegen.

Das nächste Problem war, dass ich dann unter Wayland keine Videos mehr abspielen konnte und jedes Mal diese Fehlermeldung bekommen habe. Stellt sich raus: Der vorinstallierte Videoplayer Totem läuft hier bei mir unter Wayland anscheinend einfach gar nicht. Das Problem haben noch andere Leute und das scheint nicht exklusiv mit Zorin zusammenzuhängen, sondern liegt wahrscheinlich am Videoplayer selbst, der wurde nämlich ewig nicht geupdatet. Ich habe dann einfach Totem deinstalliert, VLC-Player über den Software-Manager geladen, der wurde dann auch direkt automatisch als Default-Software eingestellt.

Also, nicht alles perfekt bei Zorin OS, aber ich muss wirklich sagen, dass die Distribution wirklich einiges richtig macht, wenn es darum geht, Linux-Einsteiger abzuholen. Der Zorin Desktop fühlt sich im Allgemeinen wirklich fantastisch an, zumindest nachdem ich auf Wayland geswitcht bin. Das Window-Management ist super und die Hinweise bei Software-Installation werden beim ein oder anderen vielleicht direkt ein paar Fragezeichen auflösen, die man mit anderen Distros gehabt hätte. Das Betriebssystem lief bei mir über eine Woche komplett stabil, bis auf die Kleinigkeiten, die ich eben erwähnt hatte, und ich werde auch so schnell erst mal nicht wieder wechseln. Na ja, wahrscheinlich doch.

Schreibt mal in die Kommentare, ob ihr Zorin schon mal benutzt habt, was gerade euer Daily Driver ist und was für Distros wir uns noch anschauen sollen.

Bis zum nächsten Mal, tschüss!

c’t 3003 ist der YouTube-Channel von c’t. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.


(sahe)



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