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EU zwingt WhatsApp, ChatGPT und Co. wieder zu integrieren


Erstmals seit 17 Jahren verhängt die EU-Kommission einstweilige Maßnahmen in einem Wettbewerbsverfahren. Meta muss konkurrierenden KI-Diensten wieder kostenlosen Zugang zu WhatsApp gewähren, bei Verstößen drohen Milliardenstrafen.

Meta muss konkurrierenden KI-Diensten wieder kostenlosen Zugang zur WhatsApp Business API gewähren. Das hat die Europäische Kommission im Rahmen ihrer laufenden Kartelluntersuchung angeordnet. Der Konzern hat nun fünf Werktage Zeit, die Vorgaben umzusetzen. Andernfalls drohen Bußgelder in Milliardenhöhe. Bei einer Missachtung der Anordnung kann die EU Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes sowie tägliche Zwangsgelder verhängen. Der Facebook-Konzern kündigte gegenüber der BBC bereits an, gegen die Entscheidung vorzugehen.

Anfang 2026 verschwanden ChatGPT, Copilot und weitere KI-Chatbots aus WhatsApp, nachdem Meta konkurrierenden Diensten den Zugang zur WhatsApp Business API entzogen hatte. Meta soll den Zugang für Drittanbieter:innen nun wieder zu denselben Bedingungen herstellen, die vor dem 15. Oktober 2025 galten. Damit wäre der Weg dafür frei, dass Meta-fremde KI-Dienste künftig wieder auf WhatsApp verfügbar werden.


Achtung:
ChatGPT und Copilot verschwinden aus WhatsApp

Smartphone Mockup mit WhatsApp Chat, Microsoft Copilot und Bildkreation, grüner Hintergrund
© Microsoft via Canva

Warum die EU Meta Wettbewerbsverzerrung vorwirft

ChatGPT, Copilot und andere KI-Chatbots verschwanden Anfang 2026 aus WhatsApp. Grund dafür war eine Änderung der WhatsApp-Bedingungen, mit der Meta konkurrierenden KI-Diensten den Zugang zur WhatsApp Business API entzog. Meta AI blieb damit als einziger KI-Chatbot direkt in WhatsApp verfügbar. Die Europäische Kommission sieht darin jedoch mögliche Wettbewerbsverzerrungen, vor denen sie erstmals im Februar 2026 warnte und dann im April ankündigte, Meta zur Öffnung der Plattform verpflichten zu wollen.

Nach Ansicht der Behörde sollte ein Konzern mit der Reichweite von WhatsApp nicht darüber entscheiden können, welche KI-Dienste Millionen Nutzer:innen erreichen und welche nicht. Dass Meta AI zeitweise als einziger KI-Chatbot direkt über WhatsApp verfügbar war, könnte dem Dienst aus Sicht der Wettbewerbshüter:innen einen erheblichen Vorteil gegenüber konkurrierenden Angeboten verschafft haben. Die Behörde leitete deshalb bereits im Dezember 2025 ein Kartellverfahren gegen Meta ein.

Von der WhatsApp-Regelung waren zudem nicht nur große KI-Player wie OpenAI und Microsoft betroffen. Der Ausschluss galt für sämtliche KI-Dienste von Drittanbieter:innen und sorgte entsprechend für Kritik. Laut WABetaInfo gehörten die Interaction Company, das französische Startup Agentik und ein spanisches KI-Unternehmen zu den ersten, die Beschwerden einreichten. Auch diese haben die EU zu dem Schritt veranlasst, das Kartellverfahren zu eröffnen

Meta reagierte bereits im März und öffnete die Schnittstelle wieder für Drittanbieter:innen. Kostenlos war der Zugang allerdings nicht mehr. Stattdessen führte der Konzern Gebühren für die Nutzung der Schnittstelle ein. Nach Ansicht der EU-Kommission hatte die Änderung damit weiterhin denselben Effekt wie der ursprüngliche Ausschluss.

Meta drohen Milliardenstrafen – der Konzern wehrt sich

Mit den einstweiligen Maßnahmen greift die EU-Kommission zu einem Instrument, das sie seit 17 Jahren nicht mehr eingesetzt hat. Meta muss konkurrierenden KI-Diensten innerhalb von fünf Werktagen wieder kostenlosen Zugang zur WhatsApp Business API gewähren und diesen bis zum Abschluss des Kartellverfahrens aufrechterhalten. Die EU-Kommission will so verhindern, dass der Wettbewerb im KI-Markt bereits zugunsten einzelner Anbieter:innen entschieden wird, bevor das Kartellverfahren abgeschlossen ist. EU-Vizepräsidentin Teresa Ribera begründete den Schritt damit, dass Wettbewerb in schnell wachsenden Märkten lange verloren sein könne, bevor eine endgültige Entscheidung vorliegt. Die Maßnahmen sollen deshalb einen Schaden verhindern, „der fast unmöglich zu reparieren wäre“.

Für Meta könnte ein Verstoß teuer werden. Die Kommission kann Geldbußen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen. Bei einem Konzernumsatz von mehr als 200 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 wären damit Strafen in Milliardenhöhe möglich. Zusätzlich drohen tägliche Zwangsgelder von bis zu fünf Prozent des durchschnittlichen Tagesumsatzes.

Der Facebook-Konzern selbst weist die Vorwürfe zurück und kündigte bereits an, gegen die Entscheidung vorzugehen. Gegenüber der BBC erklärte Meta, die EU zwinge das Unternehmen dazu, ein kostenpflichtiges Produkt kostenlos für einige der größten Technologieunternehmen der Welt bereitzustellen und kritisierte die Entscheidung als Überschreitung regulatorischer Befugnisse:

This is regulatory overreach subsidised by the many European companies that pay. We will appeal.

Der Streit reiht sich in eine größere Auseinandersetzung zwischen europäischen Regulierungsbehörden und US-Technologiekonzernen ein. Meta hatte bereits im vergangenen Jahr vor einer „schlechteren Nutzererfahrung“ für europäische Nutzer:innen durch neue EU-Vorgaben gewarnt. Erst kürzlich machte auch Apple die EU-Regulierung dafür verantwortlich, dass Siri AI vorerst nicht auf iPhones und iPads in der Europäischen Union verfügbar sein wird.


„Your digital future is made in Europe“:
Europas Plan gegen Tech-Abhängigkeit

Pixel-Art-Grafik einer Figur, die von „Other tech“ zu „EU Tech“ springt. Der Schriftzug „Level Up“ symbolisiert den Technological Sovereignty Plan der EU, mit dem Europa die technologische Unabhängigkeit stärken und eigene Alternativen bei Cloud, KI, Halbleitern und Software fördern will.
© Europäische Kommission via X

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„Oh, Chrome!“: So herrlich teilt Apple in seiner neuen Kampagne gegen Google aus


Apple zieht Google auf

Apple, Google und Microsoft fahren sich in den Werbeblöcken bisweilen gegenseitig an den Karren. Opfer der jüngsten Werbeattacke ist Google. Dessen Chrome-Browser darf in der neuen Apple-Kampagne zwar auf den ersten Blick mächtig glänzen. Doch das ist nur Fassade. In Wahrheit ist der Film für Google ein Schlag in die Magengrube. 

Beim Thema Privatsphäre versteht Apple keinen Spaß. Wie wichtig dem Konzern die Daten seiner Kunden sind, zeigte sich Anfang der Woche,

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Intelligenz und Gefahr: Claude Fable 5 und Claude Mythos 5


Jetzt veröffentlicht Anthropic die KI-Modelle der Mythos-Reihe. Es sind die besten, aber auch gefährlichsten Modelle des Unternehmens bisher. Deshalb und aufgrund des erwarteten Usage-Ansturms gibt es viele Einschränkungen.

Anthropic hat erst vor wenigen Wochen das hochleistungsfähige KI-Modell Claude Opus 4.8 vorgestellt, das schneller, schlauer und besser für den agentischen Einsatz als alle vorherigen Versionen ist. Jetzt kommt ein Modell, das alle bisherigen Modelle von Anthropic in den Schatten stellt. Mit Claude Fable 5 kommt das beste Anthropic-Modell aller Zeiten für die Allgemeinheit. Es brilliert in verschiedenen Bereichen, von Software-Entwicklung über wissenschaftliche Recherche bis hin zu visueller Wahrnehmung. Gerade bei langen und komplexen Aufgaben zeigt sich der Vorsprung gegenüber anderen Modellen. Claude Fable 5 gehört zur Mythos-Reihe, in der auch Claude Mythos 5 veröffentlicht wird – allerdings nur für eine kleine User-Gruppe im Project Glasswing. Beide Modelle kommen mit großen Sicherheitsvorkehrungen daher, da das KI-Unternehmen selbst warnt:

Releasing a model this capable comes with risks.

Nun erwartet Anthropic einen Ansturm der User und zeigt, in welchem Umfang die Modelle genutzt werden können. Bald sollen noch mehr Zugriffsoptionen auch für Claude Mythos 5 kommen. Und das, obwohl genau dieses Modell bereits für große Diskussionen um das Gefahrenpotential von hochintelligenten KI-Modellen gesorgt hat.


Erfahre in unserem ausführlichen Beitrag, warum der Launch von Anthropics Mythos-Modellen so problematisch ist, wovor das Unternehmen selbst warnt und auf welche Gefahren sich verschiedene Branchen in der Digitalwelt einstellen müssen.

Trotz Risiken:

Anthropics Modell Mythos kommt

Weißes Muster auf schwarzem Hintergrund, abstrakt
© Anthropic via Canva

Claude Fable 5 und Claude Mythos 5: Anthropics Megamodelle

Die beiden neuen KI-Modelle von Anthropic gehören zur Modellreihe Mythos und basieren auf der gleichen Modellstruktur. Beide Modelle zeigen im Test für verschiedene Benchmarks herausragende KI-Fertigkeiten und übertreffen zum Beispiel beim Agentic Coding und im Bereich Cybersicherheit nicht nur die Mythos Preview und Claude Opus 4.8, sondern auch Modelle wie GPT-5.5 und Gemini 3.1 Pro. Der Launch dieser Megamodelle soll Anthropics Plan, möglichst vielen Usern schnell neue KI-Optionen zu bieten, vorantreiben.

Dabei spielt die Sicherheit aber eine gewichtige Rolle, weshalb es Nutzungseinschränkungen für die Modelle gibt. Bei Claude Fable 5, das umfassend zur Verfügung gestellt wird, könnten die optimierten Fähigkeiten im Bereich der Cybersicherheit zu arglistigen Zwecken eingesetzt werden – ein Problem, das bereits für Diskussionen rund um die Sicherheit von Unternehmen, Organisationen und Usern geführt hat. Darum werden bei einigen Anfragen an das Modell Antworten des Modells Claude Opus 4.8 ausgespielt. Anthropic präzisiert jedoch nicht, bei welchen Themen genau das der Fall ist. Es soll jedoch in weniger als fünf Prozent der Anfragen vorkommen.

Die Sicherheitsvorkehrungen sollen ohnehin noch deutlich weiter ausgebaut werden. Schon jetzt gibt es eine Reihe von Classifiern, die als separate KI-Systeme potentielle Missbrauchsversuche der Modelle aufdecken sollen. Dazu kommt eine neue Vorgabe zur Datenspeicherung: Die Daten von Business-Kunde:innen, die bei der Nutzung von Mythos-Modellen generiert werden, müssen 30 Tage gespeichert werden. Sie werden nicht für das KI-Training genutzt, sind an menschliche Logins gebunden und sollen aber bei der Abwehr von neuartigen Cyberangriffen und Jailbreaks helfen.

Während Claude Fable 5 für die breite Allgemeinheit ausgerollt wird, steht Claude Mythos 5 nur einigen Usern zur Verfügung – vorerst.

Kosten und Zugriffsoptionen für die Modelle: Weitere Zugänge in Planung

Claude Fable 5 ist öffentlich verfügbar und wird bis zum 22. Juni in den Abonnements Pro, Max und Team sowie bei Enterprise-Abos mit einzelnen Usern ohne Aufpreis integriert. Danach müssen die User aber extra für die Nutzung zahlen und Credits aufwenden. Die Kosten für das Modell liegen bei zehn US-Dollar pro Million Input Tokens und 50 US-Dollar pro Million Output Tokens. Im späteren Verlauf der Entwicklung des Modells möchte Anthropic Claude Fable 5 als Standardmodell in allen Abonnements integrieren, möglichst schnell. Developer können Claude Fable 5 derweil in der Claude API nutzen. Anthropic erwartet eine hohe Nachfrage nach dem neuen Modell, weshalb die Zugriffsoptionen vorsichtig evaluiert werden.

Claude Mythos 5 hingegen können nur einige ausgewählte Researcher aus dem Biologiebereich einsetzen und einige Testpartner:innen aus dem Project Glasswing. Dort sind die Restriktionen für die Nutzung erweitert und Cybersicherheitsvorkehrungen noch strenger. Denn im Rahmen von Project Glasswing sollten ursprünglich insbesondere Sicherheitslücken mit dem Modell identifiziert und für eine Optimierung der Cybersicherheit in den Fokus gerückt werden. Künftig könnte Claude Mythos 5 aber auch für mehr User bereitgestellt werden, sofern ein erweitertes Trusted Access Program eingeführt wird.

Da aber Claude Fable 5 und Claude Mythos 5 grundsätzlich die gleiche Modellstruktur besitzen, verpassen User abgesehen von den Sicherheitsvorteilen nicht allzu viel ohne Zugriff auf Claude Mythos 5. Denn Anthropic betont, dass die Modelle sich nur durch die Sicherheitsvorgaben unterscheiden. Die unterschiedlichen Namen weisen bereits auf die grundlegende Ähnlichkeit hin. Fable nimmt Bezug auf das Lateinische: dort heißt fabula so viel wie „das Gesagte“. Das entspricht grob der Übersetzung des bekannten griechischen Wortes Mythos.

Fähigkeiten und Gefahren der Mythos-Modelle

Die Fähigkeiten der neuen Anthropic-Modelle sind immens. Dafür liefert das Unternehmen im eigenen Post zur Veröffentlichung zahlreiche Beispiele. Claude Fable 5 kann etwa bei einer 50 Millionen Zeilen langen Ruby-Codebasis eine Migration in nur einem Tag durchführen, was normalerweise Wochen Arbeit für ein Team bedeutet. Auch das Spielen von Spielen auf Basis von Reasoning-, Gedächtnis- und Vision-Optimierungen funktioniert. Das Modell schlug Pokémon FireRed nur mithilfe von Screenshots.

Claude Mythos 5 wiederum kann sogar eigenständig neue Hypothesen in der Molekularbiologie aufstellen und in der Genomforschung zum Beispiel Zelldaten für zahlreiche Spezies über Millionen von Zellen hinweg als Basis aufbauen, um maschinell Muster zu erkennen. Anthropic weiß, dass das viele Vorteile für die branchenübergreifende Weiterentwicklung mit sich bringt:

The capabilities of models like Fable 5 and Mythos 5 have the potential to do profound good for the world.

Gleichzeitig könnten die Fähigkeiten der Modelle zu Angriffen führen und gelten als Risikofaktor. Die Risiken werden vom Unternehmen als „substantiell“ eingestuft. Dabei verlässt man sich auf die Sicherheitsvorkehrungen und hofft womöglich, dass die Fähigkeiten der eigenen – und anderer – KI-Modelle nicht übermäßig zu bösartigen Zwecken eingesetzt werden. Keine KI-Entwicklung ohne Risiko, so könnte das Fazit lauten. Die Frage ist, wie groß das Risiko letztlich ist und welche Probleme auf die Digitalbranche zukommen, wenn KI-Modelle selbst Angriffe auf Banken, Forschungszentren, Medien und weitere Organisationen automatisieren könnten. Wir werden es in den nächsten Monaten und Jahren sehen. Die Hoffnung bleibt, dass die enormen KI-Möglichkeiten immerzu auch als Grundlage für Schutz- und Abwehrmechanismen dienen werden.


Anthropics Mega-IPO:

Dieser Börsengang könnte Tech-Geschichte schreiben

Anthropic-Logo auf hellem Hintergrund. Das KI-Unternehmen bereitet mit der Einreichung eines S-1-Formulars einen möglichen Börsengang vor.
© Anthropic

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