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UX/UI & Webdesign

Gutes Design braucht zukünftig mehr Reibung als je zuvor › PAGE online


Der iF Design Trend Report 2026 zeigt: Zukunftsweisendes Design braucht bewusste Hindernisse. Der Trend »Skillization« verändert die Rolle von Gestalter:innen: weg von Bequemlichkeit, hin zu »Designing Friction«.

Gutes Design braucht zukünftig mehr Reibung als je zuvor › PAGE onlineBild: Grafik © iF Design Report 2026, S. 78

In einer Welt, die zunehmend von Automatisierung, künstlicher Intelligenz und smarter Robotik dominiert wird, ist unser Alltag so komfortabel wie nie zuvor. Das hat einen großen Impact auf die zukünftigen Anforderungen exzellenter Designideen. Denn unsere sogenannte »Convenience Culture« verspricht ein Leben ohne physische Mühe oder großartige mentale Belastungen. Alles soll schneller und einfacher von der Hand gehen.

Aber zu viel Bequemlichkeit macht einen träge. Dies kann unter Umständen auch kognitive Fähigkeiten einschränken. Und das gilt für Gestalter:innen und Verbraucher:innen natürlich gleichermaßen.

Denn wenn smarte Design-Produkte den Konsument:innen jegliche Anstrengung abnehmen und die Zielgruppen durch vorgefertigte, reibungslose Korridore der User-Experience schleusen, verkümmern dann nicht langsam die Kompetenzen hinsichtlich Kritikübung oder das Infragestellen im Allgemeinen?

Zu viel Komfort macht süchtig

Komfort kann sich wie eine Art Sucht verhalten – sie steigert unter Umständen das Verlangen nach noch mehr Entlastung. Die Studienlage hierzu kommt vor allem aus der Psychologie. Aber ohne kognitive und physische Herausforderungen droht der Mensch, in seiner optimierten Umwelt zum vermehrt passiven Konsumenten zu werden. Und der Mangel an Konfrontation macht einen letztlich auch weniger resilient.

Als Antwort auf diese Entwicklung etabliert sich laut iF Design Report 2026 ein Gegentrend: »Skillization«. Für die Gestaltung bedeutet dies: Weg von rein maximaler Bequemlichkeit, hin zu Produkten und Designlösungen, die als Werkzeuge fungieren – sie aktivieren und fordern die User durch bewusste Herausforderungen, um sie beim Erlernen neuer Fähigkeiten zu unterstützen.

Mehr Hindernisse sind gewünscht: Designing Friction

Zukünftige Gestaltungsideen wollen demnach eben nicht Alltagshindernisse eliminieren, im Gegenteil. Sie wollen Reibung produktiv und bewusst einsetzen. Das nennt man »Designing Friction«.

Ziel ist es natürlich nicht, Frustration zu erzeugen, sondern durch gezielte Interaktionshürden Momente der Achtsamkeit zu schaffen, die den Autopiloten im Kopf der User auch mal ausschalten und Raum für bewusste Entscheidungen öffnen.

Kreative stehen vor der zentralen Aufgabe, Produkte, Kampagnen und digitale Schnittstellen so zu gestalten, dass sie die User aktiv herausfordern, anstatt sie nur stumpf zu bedienen.

Vier tragende Säulen im Überblick

Erstens steht die gewollte Nutzeraktivierung im Vordergrund: Probleme werden im Designprozess bewusst als spannende Aufgaben inszeniert. Anstrengung wird wieder spürbar und sensorisch erfahrbar gemacht.

Zweitens müssen Produkte und digitale Schnittstellen echte Offenheit für Selbstwirksamkeit bieten. Sie sollten flexiblen Handlungsspielraum lassen, damit Anwender selbstbestimmt experimentieren und wachsen können.

Drittens wird Technologie zum Kreativpartner auf Augenhöhe. Smarte Werkzeuge integrieren Feedbackschleifen direkt in die Anwendung, sodass die Aneignung von Wissen spielerisch und intuitiv gelingt.

Viertens manifestiert sich dieser Wandel in dynamischen Communitys. Solche Netzwerke organisieren das Lernen kollektiv und schaffen Räume, in denen geteiltes Wissen und gegenseitige Motivation im Vordergrund stehen.

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UX/UI & Webdesign

Schriftfamilie Mainboard: Technisch und windschnittig › PAGE online


Sport und Informatik, Automobilentwicklung und KI, Logistik und Forschung: Dazwischen liegen Welten. Oder? Bei näherer Betrachtung zieht sich das Streben nach Geschwindigkeit und Fortschritt wie ein roter Faden durch diese sehr unterschiedlichen Branchen. Die Superfamilie Mainboard von Identity Letters verleiht diesen Ambitionen einen typografischen Ausdruck.

Schriftfamilie Mainboard: Technisch und windschnittig › PAGE online

Mehr Bytes, mehr km/h, mehr Daten. Schneller, besser, stärker. Im Kern ist Mainboard eine glatte, windschnittige und technisch wirkende humanistische Serifenlose, die sich gleichermaßen für Höchstleistungen in technisch-abstrakten wie auch körperlich-physischen Bereichen eignet.

Statt Spornen – also den kleinen Ausbuchtungen insbesondere an Stellen, an denen Stämme und Rundungen zusammentreffen – weist Mainboard aerodynamisch geglättete Kurven auf, was sich insbesondere in charakteristischen Minuskeln wie g, n und r zeigt. Dieses visuelle Konzept durchzieht alle Zeichen der Schrift (auch jene, die von Hause aus ohne Sporne daherkommen) und verleiht ihr eine zukunftsgewandte, optimistische Persönlichkeit. Das harmonisch proportionierte Skelett sorgt dafür, dass Mainboard auch in Lesegrößen einen hervorragenden Grauwert erzielt.

Spornlose Schriften werden oft als technologiebezogen wahrgenommen und entsprechend eingesetzt, dementsprechend ist Mainboard mit Hinblick auf den Einsatz auf Bildschirmen entwickelt worden. Große Punzenöffnungen und rechteckige Punkte erleichtern das Rendering auf grob aufgelösten Screens. In Displaygrößen und bei hoher Pixeldichte hingegen, etwa meterlang auf einer Bande am Fußballfeld oder über die Flanke eines Team-Busses hinweg, kommt die spannungsvolle Kurvensprache zur Geltung, die an die Stelle der erwarteten Sporne tritt. Mainboard funktioniert von winzig auf eine Platine gedruckt bis hin zu Stadion-Dimensionen bei großen Sportevents.

Egal ob im Einsatz für KI-Startups, Hardware-Brands, technische Forschungsberichte, Logistik- und Automobilkampagnen oder zeitgemäße Sportpublikationen: Mainboard soll unter der Haube genau so zuverlässig funktionieren wie an der attraktiven Oberfläche. Dazu ist die konventionell proportionierte Hauptfamilie mit 16 Schnitten ausgebaut – acht Fettegrade von Thin bis Black jeweils mit passender Kursive.

In mehr als 600 Glyphen stecken dabei eine Reihe OpenType-Funktionen wie Stylistic Sets, mit denen sich das Erscheinungsbild einzelner Zeichen steuen lässt; etwa ein zwei- oder einstöckiges a, ein schlichtes l oder ein gebogenes r. Unter den zahlreichen Ziffernsets finden sich solche in Kästen und Kreisen, was analog dazu auch für die Pfeile gilt. Natürlich braucht eine computerbezogene Schrift wie Mainboard zudem eine optionale durchgestrichene Null zur bestmöglichen Zeichendifferenzierung.

   

 

Für echtes Coding und attraktive Tabellenformatierung steht der Hauptschrift ein dicktengleiches Mitglied der Superfamilie zur Seite, die Mainboard Mono. In sieben Schnitten von Thin bis Bold ist sie noch etwas technischer und sowohl als Gebrauchs- oder Korrespondenzschrift wie auch als Brandingelement eine wertvolle Ergänzung. Gerade in komplexen Designprojekten mit unterschiedlichen, klar definierten Rollen spielen Mainboard und Mainboard Mono wunderbar zusammen, etwa im UI/UX-Design oder ganz allgemein der Gestaltung von Mensch-Maschine-Schnittstellen.

Geschwindigkeit und Fortschritt, Hochtechnologie und Höchstleistungen, Technik und Sport sind das Terrain, in dem die Mainboard-Superfamilie zur Bestform aufläuft. So sorgt sie für klare Kommunikation und einen smarten Auftritt, während sie die immerwährende Jagd nach Weltrekorden begleitet oder vielleicht den Quellcode der Zukunft schreibt.

Erhältlich ist Mainboard über Identity Letters. Einzelschnitte kosten etwa 30 Euro, die Mainboard Family rund 160 Euro. Für Mainboard Mono fallen knapp 100 Euro an (Einzelschnitte 25 Euro). Mit dem Code »Mainboard 50« gibt es bis zum 17. Juli 50 Prozent Rabatt.

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UX/UI & Webdesign

Von Wahnsinn zu Wohnsinn: Darauf setzt die Schwäbisch Hall heute › PAGE online


Das Wort Bausparkasse klingt für die Gen Z nicht gerade wie ein hippes Zukunftsversprechen. Zu sehr ist es mit »schaffe, schaffe Häusle bauen« verbunden, mit Vorort-Idylle und Sesshaftigkeit. Nicht aber in der neuen #MakeItReal-Kampagne, die Ogilvy für Schwäbisch Hall entwickelte.

Von Wahnsinn zu Wohnsinn: Darauf setzt die Schwäbisch Hall heute › PAGE online

Bereits im letzten Sommer setzte Ogilvy gemeinsam mit Agencygroup-Partner Social.Lab für Schwäbisch Hall auf #MakeItReal. Die Agentur verwandelte Wohnträume in Legohäuser samt Pixelgame und wandte sich so an die Gen Z. Und das äußerst erfolgreich, wie es von den Kreativen heißt.

Jetzt geht die Kampagne in die zweite Sommer-Runde.

Natürlich ist KI im Spiel. Kaum noch eine Kampagne, die jüngere Generationen anspricht, kommt mehr ohne aus. Erst recht nicht, wenn Fantasie ins Spiel kommen soll.

Und so sind die Wohnträume hier fluffy, cyber und bold, heißt: ordentlich aufgepumpt, mit fliederfarbenem und gelbem Fake-Flokati überzogen, mit prallen Möbeln ausgestattet oder von Neon durchzogen und vor den Fenstern rieselt der Schnee.

Mehr als eine Kampagne

»Von Wahnsinn zu Wohnsinn« heißt die Kampagne, die jetzt die individuellen Wohnideen selbst in den Fokus rückt und junge Menschen auf diese Weise frühzeitig zum Bausparen motivieren möchte.

Auf Social-Media sollen diese zudem anhand kreativer Formate ermutigt werden, »ihre persönlichen Visionen ernst zu nehmen und zu verfolgen«, und in der zweiten Jahreshälfte werden erweiterte Community-Formate hinzukommen.

Darunter die #MakeItReal Roomtour, bei der der Streamer und Musikproduzent Rewinside ungewöhnliche Wohnkonzepte vorstellt und die #MakeItReal Traumhaus Awards.

Denn #MakeItReal soll mehr als eine Kampagne sein: Es soll eine Plattform samt Community werden, auf der Wohnträume geteilt und gefeiert werden.

Kreativität & Community

Es soll ein langfristiger Dialog mit der Gen Z gestartet werden und der Weg zum eigenen Zuhause (das hier keineswegs mehr Eigenheim genannt wird) mit der eigenen Kreativität und mit der Community verbunden werden.

Das scheint ein smarter Weg. Gerade auch, wenn man bedenkt, wie hoch Individualität und auch die ganz individuelle Gestaltung des eigenen Zuhauses gerade gehandelt werden.

Nur muss es immer sofort so KI-crazy werden, wenn es um jüngere Menschen geht?

Das Tempo des Spots bringt es auf jeden Fall in einen guten Rhythmus und wenn man dann die vielen diversen Gen Zs sieht. Und man nur hoffen kann, dass sie nicht KI-generiert sind.

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Infografische Zeitreisen, kinetisches Bauhaus-Erbe und Stimmen mit AI › PAGE online


Diese Studentinnen haben beim ADC Talent Award 2026 Nägel gewonnen. Die Projekte zeigen eine schöne Bandbreite, die von interaktiver Produktverpackung bis hin zu historischen Denkanstößen reicht.

Infografische Zeitreisen, kinetisches Bauhaus-Erbe und Stimmen mit AI › PAGE onlineBild: Silberner Nagel in der Kategorie »Experiment > Kreativer Einsatz von Technik« Semesterarbeit, betreut von Marcel Saidov

Über das Projekt »VOXAIPE – Decoded« von Mai Do der Bauhaus-Universität Weimar hatte PAGE bereits berichtet. Dabei stand die Frage im Raum, wie man Stimmen in eine visuelle Form bringen könnte. Das Ergebnis begeistert, denn das digitale, KI-gestützte Typografie-Design-Tool kann menschliche Stimmen in Schrift übersetzen. Dabei hilft ein Large Language Model (LLM), das die Stimmenform sichtbar macht. Dafür analysiert es Klang, Rhythmus, Tonhöhe und Lautstärke.

Was das Projekt so interessant macht, ist die Art und Weise, wie künstliche Intelligenz genutzt wird. Denn hier wird ein Bogen zur Menschlichkeit – der echten Stimme – geschlagen, der wie ein Katalysator wirkt, dass man AI in diesem Zusammenhang akzeptiert. Wie eine kulturelle Brücke, die repräsentiert, wie einzigartig jede Stimme ist, und damit auch jede entstehende variable Buchstabenform.

Neben der Installation gab es übrigens auch ein 228-seitiges Künstlerbuch (s. Bild oben), das den typografischen Verlauf eines mehrminütigen Monologs zeigt. Das Projekt erhielt bei den ADC Talent Awards einen bronzenen Nagel.

Eine infografische Zeitreise

Nina Buschendorf erhielt für »Sexismus gibt es erst seit 23 Stunden« einen silbernen Nagel. In ihrer Masterarbeit macht sie die Geschichte des Sexismus greifbar, indem sie zwei Millionen Jahre Menschheitsgeschichte auf ein einziges Kalenderjahr herunterschrumpft. Das Ergebnis: Systematische Ungerechtigkeit beginnt erst am allerletzten Tag dieses gedachten Jahres – also vor umgerechnet gerade einmal 23 Stunden.

Eine mechanische Installation bewegt eine 55 Meter lange Stoffbahn per Kurbel, während ein begleitendes Leporello-Buch die dramatischen Entwicklungen der letzten 5.000 Jahre im Detail aufschlüsselt.

Bauhaus-Universität Weimar: Silberner Nagel in der Kategorie »Abschlussarbeiten > Experimentelle/Künstlerische Gestaltung« Masterarbeit, betreut von Prof. Burkhart von Scheven und Masihne Rasuli

 

Kinetisches Bauhaus-Erbe

Xiaoyi Jin bekam ebenso einen Silbernagel für das Projekt »TRIADISCHER GIN«. Mit dieser Semesterarbeit für die Wiegand Manufactur Weimar verwandelt Xiaoyi Jin eine Spirituosenflasche in eine interaktive Bühne. Der Clou: Ein zweischichtiges Lentikular-Etikett erzeugt beim Drehen der Flasche animierte Silhouetten, die auf Oskar Schlemmers »Triadisches Ballett« verweisen. Dazu passt der Subtitle auf dem Etikett: »Ein fließender Tanz der Aromen«.

Bauhaus-Universität Weimar: Silberner Nagel in der Kategorie »Semesterarbeiten > Brand Identity / Brand Design« Semesterarbeit, betreut von Prof. Burkhart von Scheven und Masihne Rasuli

 

Alle Gewinner-Projekte finden sich auf der ADC-Website. Es gab insgesamt fünf Grands Prix sowie 334 überreichte Nägel, davon 50-mal Gold, 97-mal Silber und 187-mal Bronze.

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