Künstliche Intelligenz
Android: Sideloading unverifizierter Apps wird aufwändiger
Seit Monaten ist klar, dass ab Herbst 2026 in ersten Ländern nur noch Anwendungen auf zertifizierten Android-Geräten installiert werden dürfen, deren Herausgeber sich zuvor bei Google registriert und die jeweilige Anwendung signiert haben. Nach Kritik lenkte der Konzern im November hinsichtlich des Sideloadings für unverifizierte Apps ein Stück ein, nun deutet sich der erwartete Ablauf an.
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Installation unverifizierter Apps bleibt
Im November sagte Google, dass „erfahrene Nutzer“ auch unverifizierte Apps installieren können. Der Konzern will laut damaliger Erklärung einen „neuen, fortschrittlichen Ablauf“ entwickeln, der es erfahrenen Nutzern ermöglichen soll, „die Risiken der Installation nicht verifizierter Software zu akzeptieren“. Diese Lösung sei in erster Linie für Entwickler und Power-User gedacht.
Wie das Ganze umgesetzt werden dürfte, hat Android Authority in Zusammenarbeit mit dem Android-Forscher und Tüftler Assemble Debug (Shiv) herausgefunden. So hat der Tüftler Assets in Google-Play-Version 49.7.20-29 entdeckt, die sich auf verifizierte Installationen beziehen, und die Möglichkeit, auch ohne Verifizierung fortzufahren. Ähnlicher Code wurde schon im Juli 2025 im systemweiten Paketinstallationsprogramm von Android entdeckt. Das deutet darauf hin, dass Google den neuen Entwicklerverifizierungsprozess schon seit einiger Zeit vorbereitet.
Der Code enthält folgenden Inhalt:
Installation ohne Überprüfung
Wenn Sie eine App ohne Überprüfung installieren, beachten Sie bitte, dass Apps von nicht verifizierten Entwicklern Ihr Gerät und Ihre Daten gefährden können.
App-Entwickler kann nicht verifiziert werden
Kein Internet, App-Entwickler kann nicht verifiziert werden
Die App kann momentan nicht verifiziert werden.
Unklar ist zwar noch, wie die Meldungen den Nutzerinnen und Nutzern angezeigt werden, jedoch gewährt der Inhalt bereits einen Einblick in das, was zu erwarten ist. Unter anderem enthält der Prozess eine aktive Komponente, für die eine Internetverbindung erforderlich ist. Ist keine verfügbar, erhalten Nutzer eine Warnung, dass der Entwicklerstatus nicht überprüft werden kann.
„Accountability Layer“
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Als Reaktion auf den Artikel von Android Authority erklärte Matthew Forsythe, Director of Product Management, Google Play Developer Experience & Chief Product Explainer, auf X, dass es sich bei dem neuen System nicht um eine Einschränkung für das Sideloading von unverifizierten Apps handle. Stattdessen ziehe Google einen sogenannten „Accountability Layer“ („Verantwortungsebene“) in Google Play ein, so Forsythe. Fortgeschrittene Nutzer können sogenannte APK-Dateien (Android Package Kit) weiterhin „Ohne Überprüfung installieren“ wählen. Allerdings gibt Google an, dass sie mit einem aufwändigen Ablauf rechnen müssen, der den Nutzern helfen soll, die Risiken zu verstehen.
Bis Nutzer in Europa diese neuen Installationshürden zu Gesicht bekommen, dürfte es noch dauern. Denn im September 2026 soll Sideloading anonymer Apps in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand erschwert werden. Ab 2027 folgt dann schrittweise der Rest der Welt, so der aktuelle Zeitplan. Entsprechend hat der Konzern noch viel Zeit, die bereits jetzt gelockerten Anforderungen neu zu justieren und weiter zu verändern.
(afl)
Künstliche Intelligenz
Europas 174-Milliarden-Lücke: Müssen Privatinvestoren die Digitalnetze retten?
Europa träumt von der digitalen Dekade, doch die Realität auf den Baustellen und in den Bilanzen der Netzbetreiber sieht ernüchternd aus. Bis zum Jahr 2030 will die EU jedem Haushalt Gigabit-Anschlüsse und eine flächendeckende 5G-Versorgung garantieren. Zwischen diesen politischen Ambitionen und der wirtschaftlichen Umsetzung klafft indes ein Loch: Laut einer Analyse des europäischen Telekommunikationsmarkts der Unternehmensberatung Kearney fehlen mindestens 174 Milliarden Euro an zusätzlichen Investitionen, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Sollte diese Lücke nicht geschlossen werden, könnten bis zum Ende des Jahrzehnts rund 45 Millionen EU-Bürger ohne adäquate Netzwerkverbindung bleiben.
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Bitter für den Standort Deutschland ist dessen Abschneiden im „European Telecom Health Index“, der erstmals Teil der Studie ist. Die größte Volkswirtschaft des Kontinents landet demnach beim Wohlergehen des Sektors nur auf dem 15. Platz von 20 untersuchten Ländern. Damit rangiert die Bundesrepublik im unteren Drittel, weit hinter digitalen Vorreitern wie Norwegen, Schweden oder Portugal. Deutschland erreicht lediglich 64 von 100 möglichen Punkten.
Dieser Befund bestätigt frühere einschlägige Ergebnisse. Er birgt laut Kearney erhebliche Risiken für die künftige Wettbewerbsfähigkeit. Denn gerade Länder in der unteren Hälfte des Index vereinten rund 70 Prozent der europäischen Bevölkerung und fast zwei Drittel der Wirtschaftsleistung.
Trügerische Stabilität des deutschen Marktes
Das Kernproblem der Branche ist laut der Untersuchung hausgemacht und systemisch. Die etablierten Telekommunikationsanbieter sind finanziell am Limit, da sie durch hohe Schuldenlasten und moderate Renditen kaum Spielraum für große Vorleistungen haben. Selbst der Branchenverband Connect Europe räumt ein, dass der Sektor zu schwach sei, um die Last allein zu schultern. In Deutschland zeigt sich zudem ein paradoxes Bild: Zwar erzielen die Betreiber noch solide Kapitalrenditen von rund zehn Prozent. Dieser Erfolg basiert aber weitgehend auf der hohen Auslastung veralteter Kupfer- und Koaxialnetze.
Glasfaser erreicht in Deutschland inzwischen rund die Hälfte der Haushalte. Doch die Anschlussquote liegt gerade einmal bei knapp über 25 Prozent. Viele Kunden nutzen weiterhin die bestehende Altinfrastruktur, was Erträge aus den neuen Investitionen nur schleppend fließen lässt. Gleichzeitig wächst die Unzufriedenheit: In schlechter abschneidenden Märkten wie Deutschland äußern Kunden eine höhere Wechselbereitschaft und fordern häufiger bessere Servicequalität sowie stabilere Netze als in den Top-Nationen.
KI-Boom nährt Datenhunger
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Derweil geht die technologische Entwicklung weiter. Der Internetverkehr in Europa hat sich der Analyse zufolge zwischen 2014 und 2022 fast verneunfacht und wächst jährlich um weitere 20 bis 25 Prozent. Der eigentliche marktverändernde Faktor sei die Künstliche Intelligenz (KI), deren Adoption den Bedarf an Rechenzentrumskapazitäten bis 2030 voraussichtlich verdreifachen werde. Firmen benötigten deutlich mehr Cloud-Kapazitäten und Rechenleistung, um mit der globalen Entwicklung Schritt halten zu können.
Allein durch einen verstärkten KI-Einsatz prognostizieren andere Berater wie Goldman Sachs einen Anstieg des Strombedarfs in Rechenzentren um 165 Prozent bis 2030. Diese Entwicklung mache deutlich, dass digitale Infrastruktur – Glasfaser, 5G und Edge-Knoten für Rechenleistung an den Enden der Netze – längst kein Nischenthema mehr sei, heißt es bei Kearney. Sie bilde das Fundament für moderne Innovation, Kommunikation und die Souveränität Europas. Die Konstitution der Wirtschaft hänge direkt von dieser Basis ab.
Private Equity als „Held“ der Netze
In dieser misslichen Lage schlägt laut den Autoren die Stunde von Private-Equity-Häusern und spezialisierten Infrastrukturfonds, die sich zu „verkannten Helden“ der digitalen Transformation entwickelten. Wenn Regierungen und klassische Netzbetreiber an ihre Grenzen stießen, verfügten solche Akteure der privaten Märkte noch über hinreichend tiefe Taschen: Das weltweit verwaltete Vermögen in privaten Infrastrukturanlagen habe sich im vergangenen Jahrzehnt auf die Rekordsumme von 1,4 Billionen US-Dollar vervierfacht. Investoren würden aktuell vor allem von stabilen, versorgertypischen Cashflows und dem enormen Aufwärtspotenzial durch KI und die Cloud angezogen.
Erste Großtransaktionen in Europa unterstreichen den Trend. Die Deutsche Telekom verkaufte 51 Prozent ihrer Funkturmsparte für 10,7 Milliarden Euro an Brookfield und DigitalBridge, um Schulden abzubauen und 5G-Investitionen zu finanzieren. Vodafone veräußerte Anteile an Vantage Towers an KKR und GIP. Auch im Glasfaserbereich seien Investoren wie Antin oder KKR drauf und dran, den Rollout in unterversorgten Gebieten zu beschleunigen. Private Capital sei mittlerweile kritisch, damit Europa mehr seiner eigenen Daten hosten und die Abhängigkeit von US-Hyperscalern abbauen könne.
Fragmentierung als Investitionsbremse
Die Studie verdeutlicht, dass Europa seine Marktstrukturen dringend überdenken müsse. Während in den USA und China jeweils nur etwa drei große Anbieter den Markt dominierten und auf über 97 Prozent des Umsatzes kämen, sei der europäische Sektor allein mit 90 Mobilfunkbetreibern sehr fragmentiert. In Deutschland kämpften hier weiter vier Anbieter um Anteile. Märkte mit drei Betreibern erzielten im Durchschnitt höhere Gewinnmargen und bessere Kapitalrenditen.
Kearney rät daher, die Konsolidierung voranzutreiben. „Buy-and-Build-Strategien“ etwa könnten helfen, kleinere Akteure zu effizienten Plattformen zu verschmelzen. Dies dürfte wiederum bei regionalen Glasfaseranbietern oder Rechenzentren zu Skaleneffekten führen, die niedrigere Stückkosten und mehr Innovation ermöglichten. Auch die Aufspaltung in reine Infrastruktur- und Dienstleistungsgesellschaften wird als logischer Schritt gesehen, um spezialisierte Investoren anzulocken.
Risiken von Private Equity
Damit das private Geld dauerhaft in europäische Netze fließt, so das Fazit der Berater, muss die Politik die Rahmenbedingungen ändern. Investoren bräuchten Planungssicherheit: Es müsse klar sein, welche Preise sie für die Netznutzung verlangen dürfen und wie die Vergabe von Funkfrequenzen langfristig abläuft. Ferner bremse zu viel Bürokratie den Fortschritt. Genehmigungen für neue Glasfaserleitungen oder Rechenzentren müssten deutlich schneller erteilt werden – etwa durch eine „Überholspur“ für digitale Bauprojekte. Auch finanzielle Anreize wie Steuergutschriften könnten helfen, das Interesse privater Geldgeber zu sichern.
Der Ruf nach mehr Private Equity ist nicht ohne Risiko. Kritiker geben zu bedenken, dass Finanzinvestoren oft auf kurzfristige Gewinnmaximierung und eine baldige gewinnbringende Weiterveräußerung schielen. Das harmoniert nicht immer mit dem staatlichen Interesse an einer dauerhaften, bezahlbaren Grundversorgung für alle Bürger. Zudem besteht die Gefahr, dass durch die Ausgliederung von Netzen die technische Gesamtverantwortung der klassischen Anbieter ausgehöhlt wird.
(akn)
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Lufthansa verbietet Nutzung von Powerbanks an Bord
Die Lufthansa hat die Regelungen für mobile Akkus, sogenannte Powerbanks, verschärft. Diese dürfen nach Angaben der deutschen Fluggesellschaft an Bord der Flugzeuge nicht mehr genutzt werden.
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Jeder Passagier dürfe an Bord eines Fluges der Lufthansa Group Airlines maximal zwei Powerbanks mitnehmen. Diese dürften jedoch „weder genutzt noch geladen werden“. Die Regeln seien zum 15. Januar in Kraft getreten, teilte die Lufthansa mit.
Die Powerbanks müssen im Handgepäck mitgeführt werden. Die Passagiere müssen sie nach den neuen Regeln „in der Sitztasche des Vordersitzes, am eigenen Körper oder im Handgepäck unter dem Sitz“ verstauen. Sie mit dem Gepäck aufzugeben ist ebenso verboten wie sie in den Gepäckfächern über den Sitzen unterzubringen. Das gilt auch für E-Zigaretten.
Die maximale Kapazität von Powerbanks, die im Flugzeug mitgenommen werden, beträgt 160 Wattstunden, wobei Powerbanks mit einer Kapazität zwischen 100 und 160 Wattstunden bei der Fluggesellschaft vorab angemeldet werden müssen. Bis zu einer Kapazität von 100 Wattstunden können einfach so mitgenommen werden.
Smartphones, Tablets und Laptops sind nicht betroffen
Für die üblichen Mobilgeräte ist das problemlos, diese liegen deutlich unter diesen Grenzwerten: Akkus von Smartphones haben etwa 5 bis 15 Wattstunden, von Tablets 10 bis 200 Wattstunden und Laptop-Akkus schließlich 25 bis 80 Wattstunden. Akkus für Digitalkameras liegen eher unter 10 Wattstunden.
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Die Regeln gelten für alle Gesellschaften der Lufthansa Group, darunter Eurowings, Swiss und Austrian. Sie orientieren sich an den Empfehlungen internationaler Luftfahrtorganisationen wie der European Union Aviation Safety Agency (EASA) und der International Air Transport Association (IATA). Die Fluggesellschaften haben die Regelungen für Powerbanks nach mehreren Bränden in Flugzeugen in den USA und Asien angepasst.
So haben beispielsweise verschiedene ostasiatische Airlines Anfang vergangenen Jahres bereits die Regeln für Powerbanks im Flugzeug verschärft. Anlass war ein Feuer Ende Januar 2025, das im Gepäckfach einer Maschine der südkoreanischen Fluggesellschaft Air Busan ausgebrochen war. Die Maschine, die weitgehend zerstört wurde, war zum Glück noch am Boden, alle 176 Insassen konnten sie über die Notrutschen verlassen, einige wurden leicht verletzt.
(wpl)
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MacBook Pro mit M4 Max: Lange Lieferzeiten als Zeichen für neue Geräte?
Wer sich aktuell für ein konfiguriertes MacBook Pro mit M4 Pro oder M4 Max interessiert, muss sich teilweise gedulden: Wie unsere Recherchen zeigen, sind einige Modelle im deutschen Apple Online Store erst Anfang März lieferbar. Dazu zählt das 14 Zoll große MacBook Pro mit M4 Max Chip und 36 GB Arbeitsspeicher. Auch US-Techblogs berichten von Verzögerungen: Ihren Angaben zufolge sind vor allem höher ausgestattete Varianten mit mehr Arbeitsspeicher betroffen.
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Die langen Lieferzeiten könnten auf eine hohe Nachfrage nach den leistungsstarken Chips hindeuten. Analysten vermuten allerdings, dass Apple möglicherweise bereits die Produktion auf kommende Modelle mit M5 Pro und M5 Max umstellt. Das Basis-MacBook Pro mit M5-Chip ist bereits seit Oktober 2025 erhältlich – die Pro- und Max-Varianten des neueren Chips stehen jedoch noch aus. Und schon seit einiger Zeit wird über eine Veröffentlichung Ende Januar spekuliert.
Creator Studio könnte Hinweis auf neues MacBook Pro sein
Gerüchte um einen baldigen Release von MacBook-Pro-Modellen mit M5 Pro und M5 Max werden durch Apples Ankündigung des Creator Studio befeuert. Das neue Abo-Paket für professionelle Anwender startet am 28. Januar 2026 und enthält Logic Pro, Final Cut Pro sowie optimierte Templates für die iWork-Programme. Historisch betrachtet hat Apple bereits mehrfach im Januar oder Februar neue Hardware vorgestellt – etwa das MacBook Pro mit M2 im Januar 2023 oder die Apple Vision Pro (Marktstart in den USA im Februar 2024).
Die M5-Chip-Generation verspricht deutliche Verbesserungen bei der KI-Performance durch neue GPU-Kerne mit integriertem Neural Accelerator. Auch die CPU soll effizienter arbeiten. Während das Basis-MacBook Pro mit M5 bereits bis zu 32 GB Unified Memory und die Ansteuerung von zwei externen Displays unterstützt, dürften die Pro- und Max-Varianten noch höhere Kernzahlen und verbesserte Leistung für rechenintensive Aufgaben bieten.
Wer auf die neueste Technik setzen möchte, sollte womöglich noch einige Wochen mit dem Kauf warten. Einen umfassenden Ausblick auf Apples mögliche Produktpläne für 2026 bietet der Mac & i-Podcast.
(mki)
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