Künstliche Intelligenz
Digital Services Act: Das System der Trusted Flagger hakt noch
Wie Umgehen mit illegaler Werbung, schädlichen Produkten, Fake Shops und anderen verbotenen Inhalten? Der Streit um den Umgang mit illegalen Inhalten gehört zu den großen Dauerdebatten des Digitalzeitalters. Mit dem Siegeszug der Plattform-Ökonomie haben wenige Akteure eine ganz besondere Rolle eingenommen: die Temus, Amazons, YouTubes und TikToks dieser Welt vereinen große Teile von Inhalten, Dienstleistungen oder Produktangeboten auf sich, selbst wenn diese eigentlich von Dritten kommen. Damit sie für deren Inhalte nicht haftbar gemacht werden, gibt es seit den 1990ern das sogenannte Haftungsprivileg: Solange die Betreiber sich an die vorgegebenen Regeln halten und im Fall der Fälle auf Hinweise hin prüfen, ob ein Inhalt illegal sein könnte, müssen sie für diese juristisch nicht geradestehen. Mit dem Europäischen Digital Services Act (DSA) hatte dieses System 2024 ein großes gesetzliches Update erfahren.
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Die Anbieter kaufen sich von der Haftung mit einem Versprechen frei: Wenn jemand etwas sieht, kümmern wir uns. „Notice and Action“ heißt das Prinzip, nachdem jeder auf mögliche Verstöße hinweisen kann. Doch beim DSA ist noch viel Luft nach oben: Die Meldemöglichkeiten dazu und die Reaktion der Anbieter sind bereits Gegenstand verschiedener Verfahren der EU-Kommission gegen die besonders großen Plattformen unter dem DSA. Und eine Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbands hatte kürzlich bereits aufgezeigt, dass die Meldewege für Verbraucher bei den größten Plattformen und Marktplätzen keineswegs immer den DSA-Regeln entsprechen.
Trusted Flagger: Eine Idee der Privatwirtschaft
Während der Gesetzgebung hatten auch manche Plattformbetreiber darauf gedrängt, dass bei einer Inhalteentfernung gewisse Mindeststandards eingehalten werden sollen. Denn die Anbieter fürchten wenig mehr, als mit ungerechtfertigten Anfragen überschwemmt zu werden. Die Google-Tochter YouTube hatte deshalb vor vielen Jahren das Konzept der sogenannten Trusted Flagger eingeführt: vertrauenswürdige Hinweisgeber – die in etwa auf Rechteverletzungen, Jugendschutzverstöße oder Ähnliches hinweisen konnten. Genau diese Idee wurde vom EU-Gesetzgeber im DSA aufgegriffen. Doch das Konstrukt wird von Kritikern seit dessen Inkrafttreten als Meinungspolizei kritisiert. Dabei haben Trusted Flagger, die in Deutschland vom Digital Services Coordinator bei der Bundesnetzagentur zertifiziert werden, vor allem eines: einen privilegierten Meldekanal zu den Anbietern. Denn in DSA-Artikel 22 steht: Anbieter müssen diese Meldungen unverzüglich und prioritär abarbeiten.
Und das hat gute Gründe: Wo fachkundige Profis sich melden, ist oft besondere Eile geboten, um größeren Schaden zu verhindern. In anderen EU-Staaten gibt es Trusted Flagger, die etwa Finanzbetrug aufspüren, Kindesmissbrauchsdarstellungen identifizieren oder nach Onlinepiraterie suchen. In Deutschland sind bislang nur vier Trusted Flagger benannt. Während zwei HateAid-Akteurinnen mit US-Sanktionen und der erste Trusted Flagger, die baden-württembergische Organisation „REspect!“ mit Hass und Häme überzogen und diffamiert wurden, sind die beiden anderen Organisationen für diesen Status weniger bekannt und umstritten. Der Bundesverband Onlinehandel ist etwa für den Schutz geistigen Eigentums, unechte Produktbewertungen oder unsichere Produkte als Hinweisgeber zertifiziert. Dem relativ nah ist auch der Verbraucherzentrale Bundesverband. Der gilt seit dem Juni 2025 als vertrauenswürdiger Hinweisgeber für ganz bestimmte Bereiche, die den Verbraucherschutz betreffen.
Für die Verbraucherschützer ein neues Instrument – denn bislang haben sie nur die Möglichkeit gehabt, Verbraucherschutz auf dem zähen Rechtsweg oder mit mahnenden Worten durchzusetzen. „Die Funktion als Trusted Flagger ergänzt die Möglichkeiten des vzbv um ein weiteres Instrument – wenn es funktioniert, erspart es auch den Anbietern einigen Aufwand“, sagt Lina Ehrig, die Leiterin des Teams Digitales und Medien, die auch im Beirat der deutschen Aufsichtsbehörde bei der Bundesnetzagentur sitzt. Aber danach sieht es noch nicht überall aus.
Wenn der Kuh-Schuh auf die Tränendrüse drückt
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Denn die Verbraucherschützer sind auf eine Vielzahl an Problemen gestoßen, mit denen sie auch selbst so nicht gerechnet hatten. Ein Problem etwa: ein Anbieter, der als angeblicher Gnadenhof kurz vor der Pleite handgemachte Kuh-Schuhe für 25 Euro anbot – bei Temu für 3 Euro erhältlich. Facebook brauchte laut den Verbraucherschützern 7 Tage, um darauf zu reagieren. Wie viele Kuhschuhe die Tränendrüsen-Tierschutz-Betrüger bis dahin verkauft hatten, lässt sich kaum ermitteln. Und die wohlmeinenden Nutzer bleiben auf dem Schaden sitzen.
Einige der Anbieter machen es den Meldenden besonders schwer. Insbesondere Anzeigen für Fakeangebote seien kaum wirksam zu melden, beklagen die Verbraucherschützer. Automatisiert erstellt, sollen die Trusted Flagger sie händisch und mit viel Aufwand melden. Mit einem auf zehn Einträge beschränkten Onlineformular etwa. Aus Verbraucherschutzsicht sei das ein Unding, sagt Lina Ehrig: „Wir erwarten, dass Marktplätze das Auftauchen kerngleicher Inhalte verhindern, wenn sie bereits als unzulässig eingestuft wurden.“ Die Unternehmen müssten ja selbst ein Interesse haben, dass ihre Angebote nicht missbräuchlich genutzt werden, so die Verbraucherschützersicht.
Doch ihre Meldungen verhallen teilweise ungehört: Während Instagram, Amazon, Facebook und eBay im Regelfall auf die Trusted-Flagger-Meldung zumindest reagierten, führte bei AliExpress von drei Meldungen im Jahr 2025 keine einzige zu einer Löschung – obwohl eines der beanstandeten Produkte, ein Kinderspielzeug, in der EU einem absoluten Verkaufsverbot unterliegt. Bei den Verbraucherschützern hält man derartiges Verhalten für offensichtliche Verstöße gegen den DSA.
Ausgerechnet Google als Sorgenkind
Eines der Sorgenkinder der Verbraucherschützer mit der Lizenz zum Melden ist dabei ausgerechnet der Konzern, der das Trusted-Flagger-System einst mit erfunden hat. „Wir haben beim Digital Services Coordinator eine Beschwerde über Google eingelegt, weil das aus unserer Sicht kein DSA-konformes Verhalten ist“, sagt Dennis Romberg, der für die Marktüberwachung im Digitalen zuständig ist. Sein Team habe im Jahr 2026 bislang schon mehr Meldungen als im Vorjahr vorgenommen, allerdings auch erstmals Fälle an die Rechtsdurchsetzung zur weiteren Behandlung abgegeben.
Sprich: trotz des neuen Instruments muss wohl das alte Instrument der Abmahnung weiterhin für die Entfernung rechtswidriger Inhalte sorgen – mit entsprechendem Aufwand und Zeitverzug. Eine Anfrage von heise online an Google, wie sie das Funktionieren der Trusted Flagger-Bevorzugung einstufen, blieb bis zum Donnerstagabend unbeantwortet. Auch von Temu und TikTok ging bis zum Abend keine Stellungnahme ein, wie ihre Erfahrungen mit den vertrauenswürdigen Hinweisgebern seien.
EU-Leitlinien könnten das System praktikabler machen
Derzeit wird in Brüssel über neue Vorgaben für das Trusted Flagger-System beraten. „Die Leitlinien auf EU-Ebene wären ein guter Ort, um klare Vorgaben für die Anbieter zu erlassen, wie sie Meldungen entgegennehmen und bearbeiten müssen“, meint Verbraucherschützerin Lina Ehrig. Derzeit scheint jeder Anbieter seine eigenen Ideen zu haben, wie Trusted Flagger ihre Meldungen einreichen sollten. In anderen Rechtsbereichen, etwa bei der Produktsicherheitsverordnung, müssen die Anbieter gesetzlich definierte Onlineschnittstellen bereithalten – hier genauere Vorgaben zu machen als es der DSA-Gesetzestext tut, dürfte für die praktische Wirkung große Bedeutung haben.
(mho)
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DMEA: Warken über Datenausleitung aus der elektronischen Patientenakte und mehr
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat auf der Digitalmesse DMEA mehr Tempo bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens gefordert. Entscheidend sei, dass digitale Anwendungen im Alltag von Patienten und Leistungserbringern tatsächlich ankommen und einen spürbaren Nutzen bieten. Der Entwurf des bereits geleakten „Gesetzes für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen“ (GeDIG), über das derzeit innerhalb der Bundesregierung beraten wird, soll dafür den Rahmen liefern.
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Die eigentliche Herausforderung liege nicht mehr im „Ob“, sondern im „Wie“ der Digitalisierung, sagte Warken. Es gehe darum, die Lücke zwischen technischen Möglichkeiten und tatsächlicher Nutzung zu schließen. „Auch die besten Ideen nützen nichts, wenn sie nicht wirklich genutzt werden.“ Digitale Anwendungen müssten intuitiv bedienbar sein, sich in bestehende Prozesse integrieren und den Arbeitsalltag erleichtern. Am Ende entscheide nicht die technische Machbarkeit, sondern die Akzeptanz, die durch Vertrauen, Verlässlichkeit und konkreten Nutzen entstehe. Mehr positive Erfahrungen mit digitalen Lösungen seien daher zentral. Warken sprach dabei auch aus persönlicher Perspektive als Patientin und gesetzlich Versicherte.
Als wichtigstes Beispiel nannte sie die elektronische Patientenakte (ePA), für die seit Anfang 2025 standardmäßig Konten für gesetzlich Versicherte angelegt sind. Die Nutzung nehme zu, dennoch gebe es „Luft nach oben“. Vor allem das Anmeldeverfahren sei vielen zu kompliziert. Dieses soll unter anderem durch das inzwischen von der Mehrheit der Krankenkassen angebotene „aktualisiertes Video-Ident-Verfahren“ verbessert werden, später auch mit der EUDI-Wallet.
Präventionsangebote der Kassen
Zudem kündigte Warken den Ausbau der ePA-Funktionen an. Neben Medikationsplänen oder Befunden ist eine Volltextsuche bis Ende 2026 geplant. Die ePA soll eine „echte Alltags-App“ werden. „Dazu sollen die Kassen auch ePA-Daten nutzen können, mit Einwilligung der Versicherten, die auf diesem Weg dann auch von maßgeschneiderten Präventionsempfehlungen profitieren können. Denkbar sind zum Beispiel Übersichten und Erinnerungsfunktionen zu Vorsorgeuntersuchungen und Impfempfehlungen.“ Das bezeichnete Warken als „wirklich handfeste Vorteile für die Versorgung, und auch damit wollen wir die Versicherten überzeugen.“ Darüber hinaus sollen mit der digitalen Ersteinschätzung, E‑Überweisung und Terminvermittlung eine Anbindung an die Gesundheitsversorgung hinzukommen, weshalb die Ministerin ein Primärversorgungssystem plant. Analoge Zugangswege, etwa telefonisch, sollen aber bestehen bleiben.
„Zudem wollen wir die digitalen Kommunikationswege im Gesundheitswesen nutzerfreundlicher und medienbruchrei gestalten, um die Mehrwerte der Digitalisierung auch hier optimal zu nutzen“, sagte Warken. Das gehe nicht ohne Interoperabilität. „Dazu gehört, dass wir die Funktionalität, Stabilität und Nutzerfreundlichkeit der informationstechnischen Systeme der Leistungserbringer fördern wollen.“
Konformitätsbewertungsverfahren für Datenschutz und Interoperabilität
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Seit dem Start der ePA gibt es auch ein Konformitätsbewertungsverfahren für selbige, zum Nachweis grundlegender Anforderungen. „Künftig soll dieses Verfahren auch auf weitere Anforderungen ausgedehnt werden, beispielsweise auf Funktionen zum Schutz der Patientendaten. Und auch wollen wir das Recht der Patientinnen und Patienten auf Interoperabilität weiter stärken, indem Hersteller informationstechnischer Systeme zu mehr Interoperabilität verpflichtet werden. Für Versicherte würde dies mehr Souveränität über die eigenen Gesundheitsdaten und aber auch weniger Bürokratie bedeuten.“
Darüber hinaus will das Ministerium die Nutzung von Gesundheitsdaten für Forschung und Versorgung ausweiten und die ePA an Vorgaben des Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS) anpassen, sodass Versicherte auch im EU-Ausland auf ihre Daten zugreifen können. Die Telematikinfrastruktur soll stabiler werden; Interoperabilität und Standards will die Regierung verbindlicher machen.
Kassenbeiträge sollen nicht weiter steigen
Mit Blick auf die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung betonte Warken, dass die Beitragssatzsteigerungen zum Jahreswechsel keine „Routine“ werden dürften. „Wir wollen die fast schon zur Routine gewordenen Beitragssatzsteigerungen beenden, weil sie eine wachsende Belastung für Versicherte, Unternehmen und das ganze Land sind“, sagte sie. Digitalisierung solle dabei auch zur Entlastung beitragen. „Wir wollen nicht bei der Digitalisierung sparen, sondern durch Digitalisierung.“
(mack)
Künstliche Intelligenz
Zahlen, bitte! 10957 Tage heise online — ein paar Zahlen zum Jubiläum
30 Jahre heise online: Das sind 10.957 Tage voller neugieriger und kritischer Blicke auf den technischen Fortschritt – immer mit dem Ziel, den Leser journalistisch umfassend und kontinuierlich über die neuesten Entwicklungen zu informieren.
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Im Fokus waren nicht nur die technischen Fakten, sondern auch stets die Folgen für die Gesellschaft durch den technischen Fortschritt. Das ging vom Aufkommen des World Wide Webs über die Entwicklung einer permanenten Online-Gesellschaft durch Smartphones, den daraus resultierenden Anstieg des Datenhungers von Sicherheitsbehörden und Unternehmen bis hin zur zunehmenden Nutzung von KI. In den vergangenen 30 Jahren wirkte sich das alles nachhaltig auf die Gesellschaft aus – und nicht immer im positiven Sinn.

In dieser Rubrik stellen wir immer dienstags verblüffende, beeindruckende, informative und witzige Zahlen aus den Bereichen IT, Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Politik und natürlich der Mathematik vor.
In unserer Zahlen, bitte!-Kolumne haben wir ein paar Zahlen zu den vergangenen drei Dekaden heise online zusammengetragen.
Früher Webserver als Experiment
Dank Mailbox-System waren die Redaktionen bereits seit Ende 1988 per E-Mail erreichbar. Bereits zur CeBIT 1994 schuf die Zeitschrift iX einen experimentellen Webserver: Anfangs war es ein Sparc-Clone mit 40 Megabyte RAM, der von der Redaktion „Opus40“ getauft wurde. Anhand der Zugriffe, die teilweise das Versenden von E-Mails verzögerten, merkten die Macher, dass darin die Zukunft liegen könnte. Im März 1996 wurden etwa 17.000 Hits auf ix.de gemessen, und das, obwohl der Newsticker-Betrieb noch gar nicht angelaufen war. Da war der erste Server bereits Geschichte.
Zur CeBIT 96 erwarb der Verlag die Domain heise.de und startete am 17. April mit heise online neben dem Online-Angebot der verschiedenen Zeitschriften c’t, iX, ELRAD und Gateway der heise-Newsticker. Das Netzmagazin Telepolis kam im Juli 1996 dazu. Wie goldrichtig heise online zu der Zeit lag, merkte die Redaktion, als die „Informationsgesellschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern“ (IVW) im November 1997 für Online-Angebote die erzielten Visits und Page Impressions erstmals auswertete.
Mit 1.292.036 monatlichen Pageviews sprang heise online auf Anhieb auf Platz 3 der dort gemeldeten Websites: Nur Focus Online und das Fußballportal Ran Online verzeichneten mehr Homepage-Zugriffe. In einer Zeit, in der die Telekommunikationsfirmen jede genutzte Online-Minute in Rechnung stellten, und mit 56K-Modems das Surfen zum Geduldsspiel avancierte, war der Erfolg sicher keine Selbstverständlichkeit.
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Führendes IT-Fachportal
Dreißig Jahre später sind es über 44 Millionen Visits: heise online ist für viele bis heute der erste Anlaufpunkt, wenn man sich auf den neuesten IT-Stand bringen will. Fing der Newsticker mit wenigen Meldungen am Tag an, sind es heutzutage bis zu 60 Meldungen täglich aus IT, Technik, Security, Wissenschaft und Gesellschaft.
So vielfältig wie sich das Netz entwickelt hat, sind mittlerweile auch die Angebote auf heise online: Seit 2019 gibts es das Digitalangebot heise+, was neben Artikeln der Redaktionen von c’t, iX, Make, Mac & i und c’t Fotografie zusätzlich eigene Exklusivinhalte bietet. Die werden gern gelesen: Durchschnittlich 17 Minuten täglich nutzen heise+-Lesende das Angebot und heise online. Zum Jubiläum gibt es bis zum 24. April 30 % Rabatt auf das heise+ Lifetime Abo.

(Bild: heise online / Wayback Machine)
Für die kompakte Wissenszusammenfassung werden verschiedene Newsletter von heise online mittlerweile über 1,5 Millionen Mal pro Monat an über 43.000 registrierte Empfänger versendet.
Um auf dem neuesten Stand zu bleiben, muss man nicht nur lesen. Die heise Podcasts wie „Kurz informiert“, „KI-Update“ „Bits & Böses“ und viele weitere erreichen über 3 Millionen Abrufe im Monat. Der seit 2011 existierende YouTube-Account heise & c’t kommt auf fast 180.000 Abonnenten. Der Ableger c’t 3003 peilt sogar 250.000 Abonnenten an. Die Kurzvideos von heise Tipps & Tricks sehen bei TikTok mittlerweile fast 145.000 Follower.
Waren sie vorher in Mailboxen organisiert, kommen unsere Leser seit 1999 direkt unter den Artikeln zu Wort. Kurz vor der Jahrtausendwende startete das heise-Forum. Seitdem begleiten unsere Leser unsere Artikel als wertvolle Tippgeber, sparen nicht mit Lob oder Kritik und Hinweisen und begleiten die Themen.
Das sieht man auch in den Zahlen: Insgesamt wurden in den vergangenen 30 Jahren über 46 Millionen Forenbeiträge verfasst. Neben begleitenden Kommentaren zu den Themen wurden unsere Nutzer auch aktiv: Mit der im Jahr 2001 gegründeten „Stop1984“-Initiative setzten sich (nicht nur) Forenuser gegen einen überbordenden Überwachungsstaat ein. Die Initiative wurde 2008 aufgelöst. Regelrechte Partystimmung herrschte im Jahr 2005 im Forum, als heise online vermeldete, dass die EU die Softwarepatentrichtlinie beerdigte. Redakteur Michael Wilde sah sich angesichts der tausenden Beiträge genötigt, die Beteiligten der „Flaggenparade“ zur Mäßigung aufzurufen.
Mit über 11.000 Kommentaren war der Artikel zwar schon rekordverdächtig, die meisten Reaktionen zog aber 2007 die Verurteilung des IT-Anwalts Günter Freiherr von Gravenreuth mit über 14.000 Kommentaren nach sich. Wir haben bis heute eine starke und unverzichtbare Online-Community die in mehreren Tausend Beiträgen am Tag unsere Berichterstattung begleitet.
Und so blicken wir in die Zukunft. Die KI-Revolution ist im vollen Gange, und es ist nicht abzusehen, wo die Reise hingeht – genauso wie es vor dreißig Jahren nicht absehbar war, wie sich die heutige Gegenwart gestalten würde. Eins ist aber gewiss: heise online begleitet die Entwicklung weiterhin kritisch und unabhängig.
(mawi)
Künstliche Intelligenz
OrcaSlicer 2.3.2 – Massives Update
OrcaSlicer veröffentlicht seine Updates üblicherweise in so hoher Frequenz, sodass man sich daran gewöhnt hat, dass nicht immer „Killer-Features“ enthalten sind. In der neuen Version 2.3.2 hat sich jedoch einiges geändert und wurde ergänzt.
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Links und Quellen zu OrcasSlicer
Hinweis: Es gibt einige inoffizielle Webseiten, die OrcaSlicer anbieten – die oben verlinkte Seite ist die offizielle Quelle. Lade dir den Installer herunter oder nutze die portable Version, falls du die alte Installation behalten möchtest oder musst.
Hier die wichtigsten Neuerungen im Überblick
Verbessertes Multi-Line-Infill

Saubere und stabile Infills auch mit Multi-Line-Infill.
(Bild: OrcaSlicer)
Mit Multiline-Infill kann man Druckobjekte stabiler machen, wenn man die Wandstärke nicht erhöhen will oder kann. Das Multiline-Infill ist sauberer geworden und weist weniger Überschneidungen auf (dank Clipper2-Bibliothek). Zudem ist es besser mit dem Hauptobjekt verbunden.
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Mehr Kontrolle über die Flow-Rate
Die Flussrate lässt sich jetzt pro Feature statt nur pro Filament einstellen – etwa eine andere Flow-Rate für Infill als für Wände. Die Option findest du unter „Set other flow ratios“ im Quality-Tab.

Feintuning der Flowrate in allen Bereichen eines Druckobjekts.
(Bild: OrcaSlicer)
Brim mit besserer Elephant-Foot-Compensation
Das Brim arbeitet nun zuverlässiger mit der „Elephant Foot Compensation“ zusammen. Sich ablösende, kaum nutzbringende Brims gehören damit weitgehend der Vergangenheit an. Elephant-Foot-Compensation verhindert die Überextrusion des ersten Layers auf dem Druckbett. Dieser Faktor wird nun bei der Erzeugung von Brims einberechnet.

Endlich keine sich selbst lösenden Brims mehr.
(Bild: OrcaSlicer)
Auto-Slice nach Änderungen
Unter Preferences Control Slicing lässt sich „Auto slice after changes“ aktivieren. Die Wartezeit ist anpassbar, sodass man mehrere Änderungen vornehmen kann, bevor der Slicer loslegt. Da ein laufender Slicing-Vorgang aber bei neuen Parametern abgebrochen und neu gestartet wird, ist es auf schnellen Rechnern kaum nötig, den Wert hochzusetzen. Ein Feature, das ich lange vermisst habe, seit ich vom PrusaSlicer gewechselt bin.
Überarbeiteter Drucker-Tab
Der Drucker-Tab ist jetzt grafischer und übersichtlicher. Der Düsendurchmesser lässt sich jetzt getrennt vom Drucker einstellen.

Grafisch aufbereite und übersichtlich angeordnete Druckerauswahl.
Instanzieren statt nur Clonen
Statt eigenständiger Kopien (Clones) lassen sich Objekte jetzt auch als „Instances“ vervielfältigen. Ändert man eine Instanz, folgen die anderen automatisch – sei es bei Filament-Zuordnungen für Multifilament-Druck oder anderen Einstellungen. Das spart auch beim Slicing Zeit, da nur eine Instanz berechnet werden muss. Die Anzahl der Instanzen ist einstellbar, oder man füllt direkt das ganze Druckbett.
Zusätzlich werden inzwischen Kollisionen zwischen (besonders Instanzierten Objekten) besser erkannt und so behandelt, dass keine Fehldrucke entstehen.
Verbesserter Wipe Tower (Multimaterial-Druck)
Für farbige bzw. aus mehreren Filamentsorten zusammengesetzte Drucke auf Materialwechslern und Toolchangern wurden die Wipe-Tower-Verbesserungen aus Bambu Studio zu Orca portiert:
- Stabilere Wipe Tower ergeben weniger Fehldrucke durch einstürzende Wipetower
- Bessere Layerhaftung durch smarteres Vorheizen und Kühlen der Düse beim Filamentwechsel
- Höhere Druckgeschwindigkeit
Die Einstellungen müssen in den jeweiligen Druckprofilen aktiviert werden:
Multimaterial -> Prime Tower -> Enable tower interface featuresCool down from interface boost during prime tower
Die Art des Wipe Towers lässt sich inzwischen auch direkt im Druckerprofil auswählen.
Verbesserte Kalibrierung
Wer das Beste aus seinen Druckern und Filamenten herausholen möchte, sollte beides kalibrieren. In Version 2.3.2 sind die Kalibrierungs-Tools jetzt in der richtigen Reihenfolge im Menü sortiert. Außerdem werden die Firmwares für Input Shaper, Cornering/Jerk erkannt und entsprechend ausgewählt.
Mehr Materialwechsler & Toolheads unterstützt
Im Drucker-Konfigurator werden nun zusätzliche Materialwechsel-Einheiten und Toolheads unterstützt. Diese lassen sich direkt aus dem Slicer steuern, und die Filamentbelegung der Toolheads ist interaktiv anpassbar. Dies ist noch als experimentell markiert, da es sich teilweise um schlecht dokumentierte Hardware handelt und die Hersteller natürlich eher ihr Ökosystem unterstützen.
Unterstützung für neuere Bambu-Lab-Drucker
Orca 2.3.2 unterstützt jetzt auch die neueren Bambu-Lab-Modelle wie H2D (Pro) und H2S. Außerdem gibt es weitere spezielle Verbesserungen für Bambulab-Nutzer.
Weitere Informationen
Viele zusätzliche Änderungen und Verbesserungen mit Beispielbildern findet man im ausführlichen Changelog: OrcaSlicer 2.3.2 Beta Changelog
Mehr zum Thema im Make-Magazin
In der Make 1/26 hatten wir einen ausführlichen Artikel über Tipps&Tricks für Slicer und einen Artikel über Orca Slicer und warum er immer beliebter wird.
(caw)
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