Künstliche Intelligenz
BfDI: Neue Sicherheitsbefugnisse „nicht zulässig“
Nach weniger als zwei Jahren wird Louisa Specht-Riemenschneider aus gesundheitlichen Gründen aus dem Amt der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und Informationsfreiheit (BfDI) scheiden, sobald die Nachfolge geregelt ist. Noch ist sie aber Chefin von 386 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die im vergangenen Jahr allerhand zu tun hatten. Das geht aus dem
Tätigkeitsbericht für 2025
hervor, den Specht-Riemenschneider am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat.
Demnach sind im vergangenen Jahr 11.824 Beschwerden und Anfragen bei der BfDI eingegangen – ein Drittel mehr als im Jahr 2024 und damit Rekordniveau: Nur 2018, als die DSGVO wirksam wurde, lag das Beschwerdeniveau höher. Auch die Zahl der nach Artikel 33 DSGVO von Verursachern gemeldeten Datenschutzverstöße war mit 9110 ebenfalls auf weiterhin hohem Niveau.
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Die BfDI, die neben den Bundesbehörden auch für Post- und Telekommunikationsdienste zuständig ist, hat eigenen Angaben zufolge im vergangenen Jahr 80 Vor-Ort-Kontrollen sowie 40 schriftliche Kontrollverfahren durchgeführt. Die Behörde spricht von insgesamt 129 „aufsichtsrechtlichen Maßnahmen“. Eine davon war das Verfahren gegen Vodafone, das zu Bußgeldern von insgesamt 45 Millionen Euro geführt hat.
Einen weiteren Schwerpunkt hat die Behörde 2025 auf Gesundheitsdaten gelegt. Die elektronische Patientenakte (ePA) habe Potenzial für bessere Versorgung und Forschung, wenn Datenschutz, Datensicherheit und Nutzerfreundlichkeit zusammengedacht werden. Viele Bürgerinnen und Bürger stünden der ePA offen gegenüber, zugleich bestehe noch Informationsbedarf. Auch mit dem ReguLab setzt die BfDI im Gesundheitsbereich an.
Kein Applaus für Vorratsdatenspeicherung
Zum Abschied übte Specht-Riemenschneider massive Kritik an der Politik und zeigte sich besorgt angesichts der Vielzahl neuer Gesetze zur inneren Sicherheit. „Die Breite und Intensität der Sicherheitsbefugnisse nimmt zu“, mahnte Specht-Riemenschneider. Zugleich werde die Kontrolle der Sicherheitsbehörden eingeschränkt. „Ich kann nicht verstehen, dass das so kommt, wie es kommt“, sagte die Datenschützerin. „Das ist eine Intensität, die ich in diesem Land nicht für zulässig halte.“
Specht-Riemenschneider warnte vor der geplanten dritten Auflage der Vorratsdatenspeicherung. Sie könne bei dem Gesetzentwurf nicht „frenetisch klatschen“, sagte die Datenschutzbeauftragte. Der Korridor sei weiterhin sehr schmal, auch die Hadopi-Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes habe IP-Verbindungsdatenspeicherung „nur für den absolut erforderlichen Zeitraum“ für zulässig erachtet. Die Evidenz für die Notwendigkeit dreimonatiger Speicherung sei die Bundesregierung bislang jedoch schuldig geblieben.
Dass nachrichtendienstliche Befugnisse ausgeweitet und zugleich der datenschutzrechtlichen Kontrolle entzogen werden sollen, bezeichnete die scheidende Datenschutzbeauftragte als „großen Quatsch“. Grundrechtseingriffe seien nur mit funktionierender und wirksamer Kontrolle überhaupt zu rechtfertigen. Specht-Riemenschneider hält es für ausgeschlossen, dass die Aufsicht etwa die Arbeit eines Bundesnachrichtendienstes beeinträchtigt. „Der BND beschäftigt derzeit 6500 Mitarbeiter“, rechnete sie vor. „Wir kommen mit drei.“
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EU-Gesetze: „Falsche Richtung“
Auf EU-Ebene sieht Specht-Riemenschneider Handlungsbedarf hinsichtlich des massenhaften Handels mit Daten und der veralteten E-Privacy-Richtlinie. Aber davon sehe sie derzeit nichts: „Mir geht das alles in die falsche Richtung“, kritisierte die Datenschutzbeauftragte. „Alles, was im Datenschutzrecht wichtig wäre, steht nicht im Omnibusgesetz.“
Über den Tisch gezogen werde der Datenschutz dennoch nicht. Ministerien hörten sehr genau zu, wenn es um die deutsche Version der digitalen Brieftasche EUDI-Wallet gehe. Bei der Verwaltungsdigitalisierung von vornherein den Datenschutz mitzudenken und sie datenschutzkonform zu gestalten, sei keine Unmöglichkeit. Eine Voraussetzung dafür sei Transparenz: Bürgerinnen und Bürger müssten wissen, wo ihre Daten genutzt werden, um Rechte geltend machen zu können.
Eine Wallet, die eine Altersverifikation ohne Übermittlung des Geburtsdatums erlaube, sei ihr deutlich lieber als eine „Gesichtsverifikation“ auf biometrischer Basis, betonte Specht-Riemenschneider. Gleichzeitig müsse aber sichergestellt werden, dass hier kein Datenabfluss, auch nicht durch Aggregation unterschiedlicher, über die EUDI-Wallet verifizierter Daten geschehen dürfe.
Noch keine Wallet
Specht-Riemenschneider betonte, sie sehe derzeit darin noch keine vollständige Abbildung des Personalausweises auf Wallet-Basis. Es gebe Daten, die vielleicht besser in den Registern gespeichert bleiben sollten, in denen sie heute seien – sieben Monate vor dem angekündigten Start der deutschen Wallet-Implementation liege ihr aber noch kein Konzept für die technische Ausgestaltung vor, was diese dann tatsächlich beinhalten solle.
Die Bilanz, die die vor zwei Jahren als Nachfolgerin Ulrich Kelbers angetretene Specht-Riemenschneider zieht, klingt weniger optimistisch als früher. An manchen Stellen fehle ihr schlicht die Möglichkeit, Recht durchzusetzen. Wenn etwa Rechtshilfeabkommen in die USA fehlten oder nicht angewandt würden, dann bliebe ihr derzeit nur zu sagen: „Das finden wir nicht gut.“
Konsequent ist daher, dass die BfDI eine andere Entwicklung begrüßt: dass immer häufiger auch der Weg der Schadenersatzklage eingeschlagen werde. Wie in vielen anderen Rechtsbereichen sei das Nebeneinander privatrechtlicher und behördlicher Durchsetzung richtig, meint Specht-Riemenschneider. Ob Schadenersatzansprüche auch gegenüber Bundesbehörden eine sinnvolle Möglichkeit wären, den Datenschutz zu stärken? Angesichts der ineffektiven Kontrollbefugnis, die ihr derzeit gegenüber den Nachrichtendiensten zur Verfügung stehe, müsse sie über solche Ideen noch einmal nachdenken, sagt die scheidende Bundesdatenschutzbeauftragte.
(vbr)
Künstliche Intelligenz
Nach IT-Vorfall bei Amazons One Medical droht Veröffentlichung von Daten
One Medical hat einen IT-Sicherheitsvorfall bestätigt. Nach Angaben der Amazon-Tochter verschafften sich Unbekannte zwischen dem 8. und 11. Juni 2026 Zugriff auf ein Dateispeichersystem eines Drittanbieters, in dem archivierte Daten von Patienten von One Medical Seniors sowie der übernommenen Gesundheitsorganisation Iora Health gespeichert waren. Der Vorfall wurde demnach am 13. Juni entdeckt; das Unternehmen sperrte den Zugriff und leitete eine Untersuchung ein.
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Iora Health war auf die Versorgung älterer Patienten spezialisiert und wurde 2021 von One Medical übernommen. One Medical beschreibt sich als digital gestützten Dienstleister für den Zugang zur Gesundheitsversorgung, der rund um die Uhr über Telefon oder ein Online-Formular erreichbar ist. Iora Health firmiert heute unter dem Namen One Medical Seniors. Laut einer Mitteilung betrifft der Vorfall ausschließlich bestimmte Altbestände von One Medical Seniors.
Betroffen seien dem bisherigen Kenntnisstand zufolge demografische und klinische Daten von Patienten der laut Website bisher angebundenen Standorte in Atlanta, Cape Cod, Charlotte, Denver, Houston, Phoenix, Seattle, Tucson und der Region Piedmont Triad. Andere One-Medical-Kliniken, Dienste oder das elektronische Patientenaktensystem seien nicht betroffen. Betroffene Patienten will das Unternehmen nach Abschluss der Untersuchung benachrichtigen.

Drohung auf der Website von Shiny Hunters
(Bild: heise medien)
Die Ransomware-Gruppe ShinyHunters behauptet, 8,8 Terabyte Daten von One Medical erbeutet zu haben, und droht mit einer Veröffentlichung, falls bis zum 22. Juni keine Verhandlungen aufgenommen werden.
Amazon übernahm One Medical 2023
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One Medical gehört seit 2023 zu Amazon. Der Konzern hatte die Übernahme des Betreibers von Gesundheitszentren und Telemedizin-Angeboten bereits 2022 angekündigt. Für rund 3,5 Milliarden US-Dollar übernahm Amazon das Unternehmen 1Life Healthcare, das unter der Marke One Medical in den USA mehr als 180 Gesundheitszentren betreibt. Mit der Akquisition baute Amazon seine Aktivitäten im Gesundheitssektor deutlich aus.
Der Vorfall wirft zudem Fragen zum Umgang mit übernommenen Altsystemen auf. Nach dem Angriff auf Change Healthcare hatte UnitedHealth eingeräumt, dass nach der Übernahme des Unternehmens im Jahr 2022 zunächst unterschiedliche Systeme auf einen gemeinsamen Sicherheitsstandard gebracht werden mussten. Change Healthcare betreibt zentrale Abrechnungs- und Zahlungsdienste für Krankenhäuser, Ärzte, Apotheken und Versicherungen in den USA.
Die Angreifer waren dort über kompromittierte Zugangsdaten in ein Citrix-Portal eingedrungen, das für den Fernzugriff auf Systeme genutzt wurde und nicht mit Multi-Faktor-Authentifizierung abgesichert war. Der Vorfall betraf fast 200 Millionen Menschen, hauptsächlich aus den USA.
Sowohl One Medical als auch UnitedHealth waren bereits vor den jeweiligen Sicherheitsvorfällen Gegenstand kritischer Berichterstattung. Während bei One Medical organisatorische Probleme in der Patientenbetreuung thematisiert wurden, steht UnitedHealth seit Jahren wegen seiner Größe, Marktmacht und Geschäftspraktiken unter Beobachtung, auch vom „meistgehassten Versicherer“ war laut Die Zeit die Rede.
(mack)
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iX-Workshop: Der schnelle Weg zum iSAQB-zertifizierten Softwarearchitekten
Moderne Softwarearchitekturen müssen heute skalierbar, wartbar und langfristig tragfähig sein. Genau hier setzt der viertägige iX-Workshop Softwarearchitektur: iSAQB CPSA Foundation Level mit iSAQB-Zertifizierung an.
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Der Workshop bietet eine strukturierte Einführung in die Grundlagen der Softwarearchitektur nach dem Curriculum des International Software Architecture Qualification Board (iSAQB). Sie lernen zentrale Methoden, Techniken und Werkzeuge kennen, um tragfähige Architekturen zu entwerfen und systematisch weiterzuentwickeln.
Im Fokus stehen dabei grundlegende Architekturkonzepte, strukturierte Vorgehensweisen im Entwurf sowie typische Entscheidungsprozesse in der Softwarearchitektur. Die Inhalte werden durch praktische Übungen ergänzt, in denen Sie das Gelernte direkt anwenden.
iSAQB-Zertifizierung
Der Workshop dient als offizielle Vorbereitung auf die Prüfung zum „Certified Professional for Software Architecture – Foundation Level (CPSA-F)”, die im Anschluss abgelegt werden kann.
Von Erfahrungen aus der Praxis lernen
Sie profitieren von der direkten Anleitung durch Ihren Trainer Josef Pischel, einen erfahrenen Softwareentwickler und -architekten. Er verfügt über umfangreiche Praxiserfahrung in der Java-Entwicklung, mit Docker und Kubernetes sowie in der Leitung von Entwicklungsteams. In seinen Projekten unterstützt er Unternehmen bei der strategischen Weiterentwicklung ihrer Softwarearchitekturen und verbindet dabei fachliche Tiefe mit praxisnaher Umsetzung.
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Für wen ist dieser Workshop geeignet?
Der Workshop richtet sich an Softwareentwickler und -architekten, die eine fundierte Einführung in die Softwarearchitektur suchen und sich auf die iSAQB CPSA-F Zertifizierung vorbereiten möchten.

(ilk)
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Energiewende in Zahlen: Wo wir stehen und wo wir hinwollen
Bis 2030 will Deutschland 80 Prozent des Stromverbrauchs durch erneuerbare Energien decken. Bis 2045 soll es sogar 100 Prozent sein. Bei diesen ambitionierten Zielen stellt sich die Frage, wie das klappen soll.
Die größte Herausforderung ist, dass mehr Anlagen und ausgebaute Leistung nicht automatisch mehr zur Verfügung stehenden Strom bedeuten. Das Stromnetz muss die produzierte Menge aufnehmen, transportieren und notfalls speichern können. Erfüllt es diese Anforderungen nicht, hat man nur die Hälfte des Problems gelöst. Stünde all der Strom zur Verfügung, den man in der Theorie bereits produzieren kann, wäre Deutschland mit der Energiewende schon einen großen Schritt weiter.
- Die Ziele der Energiewende für 2030 und 2045 stellen eine enorme Herausforderung dar.
- Im EU-Vergleich liegt Deutschland über dem Schnitt, aber weit hinter Spitzenreitern wie Norwegen.
- Der Netzausbau ist eine wirksame Bremse gegen teure Redispatch-Kosten.
- Batteriespeicher spielen eine tragende Rolle für eine bessere Netzintegration der Erneuerbaren.
- Produktionskosten für Strom aus erneuerbaren Energien sinken perspektivisch.
Wir zeigen anhand von Daten und Grafiken, wo Deutschland in Bezug auf die Ziele aktuell steht, wie der Weg zur Klimaneutralität aussehen kann und welche Faktoren uns ausbremsen.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Energiewende in Zahlen: Wo wir stehen und wo wir hinwollen „.
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