Künstliche Intelligenz
Carlinkit Tbox Ultra im Test: Android 15 fürs Auto mit Youtube & Co.
Mehr Leistung und aktuelle Software: Die Carlinkit Tbox Ultra rüstet Fahrzeuge mit Android 15 und Apps nach. Wireless Carplay und Android Auto gibt es ebenfalls.
Aus Sicherheitsgründen bleiben Entertainment-Apps im Auto gesperrt: Youtube oder Netflix lassen sich somit nicht per Carplay oder Android Auto nutzen. Das ist während der Fahrt absolut sinnvoll – im Stand, etwa während einer Pause oder im Urlaub, wirkt diese Einschränkung jedoch streng.
Genau an dieser Stelle setzt die Carlinkit Tbox Ultra an. Der Nachfolger der Carlinkit Tbox UHD bietet eine schnellere CPU und bringt zudem ein vollwertiges Android 15 ins Auto. Das ermöglicht den Zugriff auf den Google Play Store und nahezu alle gängigen Apps.
Getestet haben wir die Carlinkit Tbox Ultra in einem Opel Astra K (Baujahr 2017). Als Smartphones kamen ein Honor Magic V3 sowie ein iPhone 12 Pro Max zum Einsatz. Achtung: Bei BMW-Fahrzeugen funktioniert diese Lösung nicht.
Hinweis: Das Streamen oder Ansehen von Videos während der Fahrt ist unzulässig, gefährlich und verstößt gegen das Handy- und Ablenkungsverbot gemäß § 23 Abs. 1a StVO. Im Stand darf die Nutzung nur bei ausgeschaltetem Motor erfolgen.
Design
Optisch erinnert die Tbox Ultra mit ihrem konsolenähnlichen Design stark an den Vorgänger. Statt in Weiß ist das Gehäuse aus ABS nun in Blau gehalten. Die Box fällt erneut recht wuchtig aus und wirkt dadurch im Cockpit vergleichsweise präsent. An den Abmessungen hat sich kaum etwas geändert: Mit 90 × 84,9 × 17,1 mm entspricht sie weitgehend dem Vorgängermodell.
Seitlich befindet sich ein USB-C-Anschluss, über den die Box mit dem Fahrzeug verbunden wird. Ebenfalls an der Seite sitzen zwei Steckplätze – jeweils für eine SIM-Karte und eine microSD-Karte. Zum Lieferumfang gehören passende Kabel von USB-C auf USB-A sowie von USB-C auf USB-C, zusätzlich liegt ein Verlängerungskabel mit USB-A-Anschluss bei.
Carlinkit Tbox Ultra – Bilder
Einrichtung
Die Tbox Ultra wird per Kabel mit dem Fahrzeug verbunden – an dem USB-Anschluss, an dem normalerweise das Smartphone für Carplay oder Android Auto steckt. Auf dem Infotainment-Display erscheint anschließend ein Carplay-Icon. Das ist zunächst etwas irreführend: Wird es ausgewählt, startet nicht Carplay, sondern das integrierte System auf Basis von Android 15. Direkt zum Start blendet die Box einen Warnhinweis ein, der darauf hinweist, dass das System nicht während der Fahrt genutzt werden soll.
Für die Internetverbindung gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder richtet man über das Smartphone einen WLAN-Hotspot ein und verbindet die Box damit, oder man nutzt eine SIM-Karte direkt im Gerät. Letztere Option ermöglicht einen autarken Betrieb, unabhängig vom Smartphone. Um Apps aus dem Google Play Store zu installieren, ist eine Anmeldung mit dem eigenen Google-Konto erforderlich – eine aktive Internetverbindung vorausgesetzt. Die Einrichtung gelingt in wenigen Minuten.
Soll Carplay oder Android Auto genutzt werden, wird die Tbox zunächst per Bluetooth mit dem Smartphone gekoppelt. Anschließend baut die Box automatisch eine WLAN-Verbindung auf. Einmal tippen auf das „Autokit“-Icon im Startbildschirm genügt, um den jeweiligen Modus zu starten. Danach erscheint – abhängig vom verbundenen Smartphone – die gewohnte Oberfläche von Android Auto oder Carplay. Nutzt man das Smartphone als WLAN-Hotspot, wird diese Verbindung beim Wechsel in den Carplay- oder Android-Auto-Modus getrennt.
Trotz einer Leistungsaufnahme von nur 5 W war die Autobatterie bei unserem Opel Astra nach rund 15 Minuten leer. Primäre Ursache war vermutlich das eingeschaltete Licht – die Automatik aktiviert es automatisch und verlangt mindestens Standlicht, ein Ausschalten ist nicht möglich bei aktiver Zündung. Zudem war die Autobatterie bereits geschwächt. Wer das Gerät länger bei ausgeschaltetem Motor betreiben möchte, sollte daher auf eine gut geladene, intakte Autobatterie achten und alle zusätzlichen Verbraucher konsequent abschalten.
Features
Als Betriebssystem kommt eine herstellereigene Bedienoberfläche auf Basis von Android 15 zum Einsatz, die übersichtlich gestaltet ist. Vorinstalliert sind unter anderem Youtube, Chrome, Netflix und Google Maps. Zusätzlich steht der Google Play Store zur Verfügung, wodurch eine große Auswahl weiterer Apps installiert werden kann.
Als Prozessor arbeitet ein Qualcomm SM6350, unterstützt von 8 GB RAM. Damit reagiert die Tbox Ultra deutlich flüssiger als der Vorgänger Tbox UHD, der im Alltag teils träge wirkte. Der interne Speicher beträgt 128 GB; eine Variante mit 256 GB ist derzeit nicht verfügbar. Per microSD-Karte lässt sich der Speicher um bis zu 512 GB erweitern. Zur Positionsbestimmung stehen GPS, Glonass und Beidou bereit. Ein HDMI-Ausgang ist nicht vorhanden.
Für lokale Netzwerkverbindungen unterstützt die Tbox Ultra WLAN nach Wi-Fi-5-Standard. Mobil ist das Gerät erstmals auch per 5G über eine SIM-Karte nutzbar – der Vorgänger beschränkte sich auf LTE. Allerdings hatten wir im Test Probleme, unsere SIM-Karte zu nutzen. Wir stehen hier im Kontakt mit dem Hersteller und werden es noch mit einer anderen Karte bei einem anderen Netzanbieter ausprobieren. Möglicherweise muss man die PIN der SIM-Karte deaktivieren – was aber ein nicht unerhebliches Sicherheitsrisiko wäre. Zufdem werden wir ein Firmware-Update durchführen.
Laut Hersteller Carlinkit sollen bis zu 98 Prozent aller Fahrzeuge mit Carplay-Unterstützung kompatibel sein. Eine Ausnahme sind Fahrzeuge von BMW, die nicht mit diesem Modell zusammenarbeiten.
Preis
Mit dem Rabattcode TechStage kostet die Tbox Ultra direkt beim Hersteller derzeit nur 222 Euro statt regulär 278 Euro. Andere Händler verlangen um die 240 Euro.
Hinweis: Da der Hersteller seinen Sitz in China hat, gelten die EU-Verbraucherschutzbestimmungen nicht. Der Anbieter gewährt jedoch eine Garantie von einem Jahr sowie ein 30-tägiges Umtauschrecht. Beim Rückversand ist allerdings mit Versandkosten zu rechnen.
Fazit
Die Carlinkit Tbox Ultra ist eine gelungene Weiterentwicklung des Vorgängers. Mit 5G-Unterstützung per SIM-Karte und Android 15 erweitert die smarte Box ihren Funktionsumfang deutlich. Das System arbeitet schnell und flüssig und bietet vollen Zugriff auf den Google Play Store. Wer sein Fahrzeug um ein vollwertiges Android-System erweitern möchte, erhält hier eine überzeugende Lösung. Nur für BMW-Besitzer eignet sich die Box nicht.
Per Hotspot funktionierte die Box tadellos. Das größte Ärgernis waren jedoch unsere Probleme, die SIM-Karte zum Laufen zu bringen. Wir stehen in Kontakt mit dem Hersteller und werden nach einer Lösung suchen. Sobald wir mehr wissen, aktualisieren wir diesen Testbericht.
Die Box fällt relativ groß aus und kann im Cockpit sichtbar Platz einnehmen, was im Test jedoch nicht störte. Wichtig ist der verantwortungsvolle Einsatz: Streaming-Apps dürfen während der Fahrt nicht genutzt werden. Bei Verwendung im Stand sollte der Motor ausgeschaltet sein. Dann ist aber darauf zu achten, Licht und andere Verbraucher abzuschalten – wir raten dazu, die Box nur mit einer ausreichend geladenen Autobatterie zu nutzen.
Künstliche Intelligenz
Top 10: Die besten günstigen In-Ear-Kopfhörer – Google vor Earfun und Soundcore
Wir haben dutzende günstige In-Ear-Kopfhörer getestet und zeigen hier die zehn besten In-Ears für um die 100 Euro oder weniger.
Wer ordentliche In-Ear-Kopfhörer will, muss nicht zwangsläufig viel Geld ausgeben. Bereits für um die 100 Euro oder weniger gibt es richtig gute Modelle, die neben umfangreicher App, hohem Tragekomfort und einer langen Akkulaufzeit überraschenderweise häufig auch mit richtig tollem Klang überzeugen.
Selbst Premium-Funktionen wie Hi-Res-Codecs, Qi-Ladung, Multipoint und Auracast sehen wir zunehmend im Einstiegssegment. Lediglich bei der aktiven Geräuschunterdrückung (ANC) haben die teuren Modelle noch einen deutlichen Vorsprung. Trotzdem mildert auch das ANC in vielen günstigen Modellen merklich die Umgebungsgeräusche.
Wir zeigen hier die in unseren Ohren zehn besten günstigen In-Ear-Kopfhörer aus dutzenden Tests.
Welche In-Ear-Kopfhörer bis 100 € sind die besten?
Unsere Testsieger sind die Google Pixel Buds 2a für 99 Euro (Gomibo). Sie bieten nicht nur guten Klang und Premium-Features wie Spatial-Audio, sondern vor allem das beste ANC für unter 100 Euro.
Die Earfun Air Pro 4+ für 69 Euro (Amazon.de, Code: AP4PTECH) sind unsere Technologiesieger. Trotz ihres günstigen Preises zeigen sie jede Menge Premium-Features wie LDAC, AptX, Multipoint, Auracast, Qi-Ladung und vieles mehr.
Wer es richtig günstig will, der sollte zu unserem Preis-Leistungs-Sieger Huawei Freebuds 5i für 40 Euro (Joybuy) greifen. Trotz des schmalen Preises klingen sie dank LDAC richtig gut und sitzen perfekt im Ohr.
Wie gut klingen günstigen In-Ear-Kopfhörer?
Bei günstigen In-Ear-Kopfhörern steht meist ein bassbetontes Klangprofil im Vordergrund, das Pop, Hip-Hop und elektronische Musik spaßig wiedergibt. Neutrale oder detailreiche Abstimmungen sind selten. Aber viele Modelle bieten über eine App einen Equalizer, mit dem sich der Sound individuell anpassen lässt. Wichtig ist, dass Mitten und Höhen nicht zu sehr untergehen – sonst klingen Stimmen und Instrumente matschig. In Tests überzeugen oft Modelle mit 10- oder 12-Millimeter-Treibern, die für den Preis erstaunlich voluminös und klar klingen.
Haben schon günstige In-Ears ANC?
Aktives Noise-Cancelling ist inzwischen auch in günstigen In-Ears verbreitet, dämpft jedoch vorwiegend tiefe Frequenzen wie Motorengeräusche oder Brummen. Gegen Stimmen oder höhere Geräusche ist die Unterdrückung schwächer als bei teuren Flaggschiffen. Viele Modelle bieten einen Transparenzmodus, der Umgebungsgeräusche durchlässt – praktisch für den Straßenverkehr. In der Budget-Klasse reicht das ANC oft für Bahnfahrten oder das Büro. Allerdings bieten hochpreisigere In-Ears in den meisten Fällen auch das bessere ANC.
Wie wichtig sind Codecs?
Die meisten günstigen In-Ears unterstützen nur die Basis-Codecs SBC und AAC. AptX oder LDAC, die höhere Bitraten und bessere Qualität ermöglichen, fehlen häufig. Allerdings sehen wir zunehmend, dass auch Hi-Res-Codecs in immer mehr günstigen In-Ears Einzug halten.
Akkulaufzeit
Eine solide Akkulaufzeit ist in der Budget-Klasse oft ein starkes Argument: Viele Modelle schaffen 7 bis 10 Stunden pro Ladung ohne ANC und bis zu 30 bis 40 Stunden mit dem Ladecase. Mit aktiviertem Noise Cancelling sinkt die Laufzeit häufig auf 5 bis 7 Stunden. Schnellladefunktionen (10 Minuten laden für eine bis zwei Stunden Musik) sind inzwischen Standard. Günstige In-Ears punkten hier oft deutlicher als teure Modelle, weil sie weniger stromhungrige Features haben.
Wie lange darf man In-Ear-Kopfhörer tragen?
Eine feste Obergrenze gibt es nicht – entscheidend sind Lautstärke, Passform und vor allem die Hygiene, die bei In-Ears oft unterschätzt wird. Langes Tragen ohne Pausen kann nicht nur das Gehör belasten, sondern besonders den Gehörgang durch Feuchtigkeit und Bakterien gefährden. In der Budget-Klasse wie bei teureren Modellen gilt: Regelmäßige Unterbrechungen und gute Pflege sind Pflicht, um Entzündungen oder Schlimmeres zu vermeiden.
In-Ear-Kopfhörer verschließen den Gehörgang komplett, behindern die natürliche Belüftung und lassen Feuchtigkeit sowie Wärme stauen – ideale Bedingungen für Bakterien und Pilze. Das erhöht das Risiko für Otitis externa („Schwimmerohr“), eine schmerzhafte Entzündung des äußeren Gehörgangs, die Juckreiz, Schwellungen und sogar Eiter verursachen kann.
Aus Hygienegründen sollten In-Ears nicht länger als 2 bis 4 Stunden am Stück getragen werden, danach mindestens 15–30 Minuten Pause, damit der Gehörgang abtrocknen und belüftet werden kann.
Weiterhin empfiehlt es sich, in regelmäßigen Abständen die Kopfhörer zu reinigen. In-Ears sollten bei regelmäßiger Nutzung im Idealfall wöchentlich gereinigt werden, bei sichtbarem Schmutz sofort. Eine gründliche Desinfektion empfiehlt sich etwa ein- bis zweimal im Monat. Die abnehmbaren Silikon- oder Schaumstoff-Ohreinsätze lassen sich in lauwarmem Seifenwasser waschen und müssen vor dem Wiedereinsetzen vollständig trocknen.
Der Hörer selbst wird mit einem weichen, leicht angefeuchteten Tuch abgewischt; für die Ladekontakte eignet sich gelegentlich etwas Isopropylalkohol. Dabei sollte keine Flüssigkeit in die Lautsprecheröffnungen oder Mikrofone gelangen.
Neben Hygiene ist die Lautstärke der zweite große Faktor: In-Ears leiten Schall direkt ans Trommelfell, was den Schalldruck um bis zu 6 bis 9 dB erhöht. Die bekannte 60/60-Regel (max. 60 % Lautstärke, höchstens 60 Minuten, dann Pause) schützt vor bleibenden Schäden.
Tragekomfort und Passform
Der Tragekomfort entscheidet, ob man die In-Ears stundenlang ohne Druck oder Schmerzen tragen kann – besonders wichtig bei günstigen Modellen, die oft länger im Ohr bleiben sollen, um den Preis zu rechtfertigen. Mehrere Silikonaufsätze in verschiedenen Größen sind Pflicht, manche Modelle kommen zusätzlich mit Flügeln für besseren Halt beim Sport. Leichte Earbuds und ergonomische Formen verhindern schnelles Ermüden.
Wasserschutz und Bauqualität
Ein gutes IP-Rating (mindestens IPX4 gegen Spritzwasser, besser IP54 oder höher gegen Staub) ist für günstige In-Ears essenziell, wenn man sie beim Sport oder im Regen nutzen möchte. Das Ladecase sollte robust sein und einen sicheren Verschluss haben. In der Preisklasse unter 100 Euro halten viele Modelle überraschend viel aus.
Mikrofonqualität
Für Telefonate und Videocalls ist ein klares Mikrofon wichtiger als man denkt – gerade bei günstigen In-Ears oft ein Schwachpunkt. Viele Modelle haben einfache Rauschunterdrückung, die Wind oder Hintergrundgeräusche nur mäßig filtert. Gute Budget-Kandidaten schaffen verständliche Sprache in ruhigen Umgebungen, während Premium-Modelle natürlicher klingen. Wer viel telefoniert, sollte auf Testberichte achten oder Modelle mit mehreren Mikrofonen pro Earbud wählen.
Bedienung und App-Unterstützung
Touch-Bedienung ist Standard, doch die Zuverlässigkeit variiert: Manche reagieren zu sensibel, andere zu träge. Eine App mit Equalizer, ANC-Stufen und Firmware-Updates wertet günstige In-Ears deutlich auf.
Preis-Leistungs-Verhältnis
Das entscheidende Kriterium bei günstigen In-Ears: Wie viel Qualität bekomme ich für mein Geld? Modelle um 50 bis 80 Euro bieten oft 80 bis 90 Prozent der Leistung von 200-Euro-Kopfhörern, gerade bei Klang, Akku, App und Komfort. Straßenpreise schwanken mitunter deutlich – das Warten auf Angebote kann sich lohnen. Wir empfehlen dafür einen Blick auf Preisvergleichsportale wie Geizhals.de und deren Preisverlaufskurve.
Fazit
Auch unter 100 Euro gibt es viele richtig gute In-Ear-Kopfhörer. Vor allem beim Klang muss man im Vergleich zu teuren Modellen häufig nur wenig Abstriche eingehen. Auch der Tragekomfort kann bei den günstigen Earbuds sehr hoch sein. Selbst Codecs wie LDAC, aptX sowie AAC und eine App mit Equalizer gehören mittlerweile fast schon zum guten Ton. Wo es nach wie vor Nachholbedarf gibt, ist beim ANC. Die Ausnahme bildet unser Testsieger Google Pixel Buds 2a.
Wer bereit ist, auch etwas mehr Geld auf den Tisch zu legen, sollte sich unsere große Bestenliste In-Ears genauer anschauen. Für alle, die primär beim Sport was auf die Ohren wollen, könnte die Bestenliste Sport-Kopfhörer helfen. Lieber Over-Ear als In-Ear? Dann zeigen wir in der Bestenliste Over-Ear die wirklich besten Modelle.
Künstliche Intelligenz
WhatsApp unterliegt ab Mai teilweise dem Digital Services Act
Die hauptsächlich als Messenger bekannte WhatsApp-Service unterliegt als hybrider Dienst künftig in der Europäischen Union (EU) dem Aufsichtsregime für sehr große Plattformen wie bereits TikTok, Facebook, X oder Instagram. Dies teilte die EU-Kommission am Montagnachmittag schmucklos mit. Betroffen von der Einstufung ist der Teildienst „WhatsApp Channels“, also jene Funktion, die hauptsächlich die Kommunikation von wenigen Sendeberechtigten zu vielen, meist unbekannten Dritten erlaubt. Neben dem WhatsApp-Kanal mit 232 Millionen Abonnenten nutzen vor allem Stars und Unternehmen die Funktion. Dem Kanal des Fußballvereins Real Madrid etwa folgen auf WhatsApp 68 Millionen Follower.
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Viermonatige Frist bis Mai
Die EU-Kommission geht davon aus, dass die Funktion von mehr als 45 Millionen Nutzern monatlich in der EU genutzt wird und somit unter die Regelungen des Digital Services Act (DSA) fällt. Die europäischen Vorschriften für besonders große Plattformen gelten demnach ausdrücklich nur für „WhatsApp Channels“. Nach der offiziellen Feststellung der EU-Kommission als Aufsichtsbehörde für die größten Angebote unter dem DSA läuft nun eine viermonatige Frist. Innerhalb dieser muss Meta seine Prozesse für diesen Teil des Messengers an die Kriterien des EU-Rechts weiter anpassen.
So muss Meta etwa Moderationsentscheidungen auch gegenüber Channelbetreibern mit einem besseren Mechanismus ausstatten und ein umfangreicheres Widerspruchsverfahren gegen Entscheidungen ermöglichen. Hinzu kommt aber auch die Pflicht, bei einigen aus dem Dienst selbst erwachsenden Risiken genauer hinzuschauen und diesen zu begegnen. Würde etwa massenhaft Kanäle mit menschenverachtendem, jihadistisch-propagandistischem oder gesundheitsgefährdendem Inhalt betrieben, müsste der Betreiber dagegen Maßnahmen ergreifen –, wie genau das zu geschehen hat, das schreibt der DSA jedoch nicht vor. Nur wirksam und nachvollziehbar muss das Vorgehen sein.
Nur Channel-Funktion betroffen
Mit der bei vielen Nutzern beliebten Gruppen-Funktion hat das alles derweil nichts zu tun, ausschließlich die Channel-Funktion sei betroffen, schreibt die EU-Kommission in ihrer Mitteilung der Benennung: „WhatsApps privater Nachrichtendienst, mit dem Nutzer Textnachrichten, Sprachnachrichten, Fotos, Videos, Dokumente senden und per Sprache und Video andere Nutzer anrufen können, bleiben ausdrücklich aus der Anwendung des DSA ausgenommen.“ Eine vergleichbare Hybridproblematik zwischen Messenger und Plattform gab es bereits in der Vergangenheit etwa beim Telegram-Messenger und dessen unterschiedlichen Funktionen.
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(akn)
Künstliche Intelligenz
Microsoft Azure: KI-Beschleuniger Maia 200 soll Google TPU v7 übertrumpfen
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Der Hyperscale-Clouddienstleister Microsoft Azure kündigt die zweite Generation seines hauseigenen KI-Rechenbeschleunigers an, den Maia 200. Er verarbeitet 10 Billiarden FP4-Werte pro Sekunde (10 PFlops), steuert 216 Gigabyte schnellen HBM3E-Speicher an und lässt sich mit 1,4 TByte/s mit anderen Maia-200-Knoten koppeln.
Mit diesen Eckdaten sowie unter 900 Watt Leistungsaufnahme soll Maia 200 die aktuellen KI-Beschleuniger von Google Cloud (TPU v7) und Amazon AWS (Trainium 3) übertreffen.
Bei einem KI-Beschleuniger, den Kunden nur in Form von Cloudinstanzen mieten können, ist aber vor allem der Preis dafür spannend; den verrät Azure zunächst nicht. Doch Maia 200 soll 30 Prozent mehr Performance pro Dollar liefern.
Maia-200-Instanzen stellt Microsoft zuerst in der Azure-Region US Central bereit, dann folgt US West 3 bei Phoenix/Arizona.
Konkurrenz-Vergleich
Um die Vorteile von Maia 200 zu illustrieren, veröffentlicht Microsoft die folgende Tabelle:
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| KI-Beschleuniger Microsoft Azure Maia 200 im Vergleich | ||||
| Anbieter | Microsoft Azure | Microsoft Azure | Amazon AWS | Google Cloud |
| KI-Beschleuniger | Maia 200 | Maia 100 | Trainium 3 | TPU v7 |
| Rechenleistung BF16 | 1268 TFlops | 800 TFlops | 671 TFlops | 2307 TFlops |
| Rechenleistung FP8 | 5072 TFlops | k.A. | 2517 TFlops | 4614 TFlops |
| Rechenleistung FP4 | 10145 TFlops | k.A. | 2517 TFlops | – |
| TDP (geschätzt) | 880 W | 500 W | 700 W | 1000 W |
| RAM | 216 GByte HBM3E | 64 GByte HBM2E | 144 GByte HBM3E | 192 GByte HBM3E |
| RAM-Transferrate | 7 TByte/s | 1,8 TByte/s | 4,9 TByte/s | 7,4 TByte/s |
| Interconnect | 1,4 TByte/s | 0,6 TByte/s | 1,2 TByte/s | 0,6 TByte/s |
| Fertigungstechnik | TSMC N3P | TSMC N5 | TSMC N3P | TSMC N3P |
| Chipfläche | k.A. | 820 mm² | k.A. | k.A. |
| Angaben von Microsoft Azure, zu Maia 100: Microsoft Azure von der Hot Chips 2024 | ||||
Die zeigt, dass der Maia 200 vor allem beim Inferencing von großen KI-Modellen mit FP4-Gewichten sehr hohe Rechenleistung liefert. Dabei bleibt die Leistungsaufnahme moderat, wobei nicht ganz klar ist, ob sich diese nur auf den KI-Beschleuniger bezieht oder ob auch das High Bandwidth Memory (HBM3E) und die 28 Ethernetports mit je 400 Gbit/s eingerechnet sind.
Auch der Vergleich des ausdrücklich für Inferencing ausgelegten Maia 200 mit dem AWS Trainium 3 – der vor allem aufs Training zielt – wirkt ungenau. Die Daten des seit 2024 in Microsoft Azure buchbaren Maia 100 haben wir ergänzt.
Nvidias aktueller GB200 (Grace Blackwell Superchip) schafft mit Sparsity bei FP4 bis zu 20.000 TFlops, besteht aber auch aus zwei KI-Chips und ist mit rund 1,2 kW Leistung spezifiziert.
Für riesige Modelle
Microsoft Azure betont, dass sich bis zu 6144 Maia 200 zusammenschalten lassen, um auch sehr große KI-Modelle zu verarbeiten. Das Microsoft Superintelligence Team nutze Maia 200 bereits, um synthetische Daten zu generieren sowie für Reinforcement Learning.
Ebenso wie Amazon und Google entwickelt Microsoft seine KI-Beschleuniger nicht komplett selbst. Branchenkenner gehen davon aus, dass Microsoft die Firma Marvell als Entwicklungspartner für Maia bezahlt. Marvell soll auch am AWS Trainium beteiligt gewesen sein, während Google für die TPU wohl Broadcom einspannt. Der taiwanische Entwicklungsdienstleister Alchip soll ebenfalls bestimmte Chips für AWS entwickelt haben.
(ciw)
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