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Neben den geometrischen »Räumen«, die in der Gestaltung flexibel einsetzbar sind, entwarfen die Designerinnen ein Set an Icons, die der Identity eine spielerische Leichtigkeit verleihen.

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Identity für Isarwinkel

BECC Agency, München. GrüneUmgebung, luftige Backstein-Architektur und eine Kreativagentur direkt im Haus – das ist der Isarwinkel, die neue Eventlocation und Zuhause der Münchner BECC Agency. Die passende Identity für das Gebäude und sein flexibles Nutzungskonzept entwickelten zwei junge Designerinnen aus dem Experience-Team von BECC: Salea Buhmann und Julia Greiner. Die beiden arbeiten gern und eng zusammen – das Isarwinkel-Projekt schweißte sie weiter zusammen.

Den internen Auftrag erhielten die beiden Designerinnen im November 2024, als nach der ersten Besichtigung des neuen Agenturstandorts schnell klar wurde, dass die Räumlichkeiten nicht nur für die Kreativen, sondern auch für Events genutzt werden sollten.

Ein formelles Briefing gab es nicht – und auch keine offiziellen Präsentationen. Die beiden jungen Kreativen sollten sich an einem Agentur-Projekt ausprobieren können. »Wir arbeiten bei BECC immer sehr eng zusammen und stimmen uns live ab«, erklärt Julia Greiner. »So konnten wir Ideen direkt umsetzen und die Identity iterativ gestalten, parallel zu unseren Kundenprojekten.«

New Talents IsarwinkelBild: Carina Pilz

New Talents Isarwinkel
Neues Zuhause: Hier, im Isarwinkel, sitzt seit kurzem die Münchner BECC Agency. Die Location ist aber auch für verschiedene Events mietbar. Die Identity für den besonderen Ort entwickelten die beiden Junior Designerinnen Salea Buhmann und Julia Greiner mit viel Liebe zum Detail und cleveren Anspielungen auf die BECC Dachmarke (Bild: Carina Pilz)

 

Spiel und Space

So begannen die beiden mit einer Analyse des Gebäudes und vergleichbarer Eventräume mit flexiblem Nutzungskonzept. Die Herausforderung: »Wir haben die Identity entwickelt, bevor wir den Ort überhaupt selbst als Office-Space oder Event-Location erleben konnten.«, so Salea Buhmann. »Außerdem sollte sich der Isarwinkel auch wie ein Zuhause für uns als Agentur anfühlen.«

Schon früh fiel deshalb die Entscheidung, das Design direkt an die Architektur selbst anzulehnen und mit den verschiedenen »Räumen« zu spielen. Mit diesem Ansatz entwickelten die beiden Designerinnen ein flexibles Branding, das ausgesuchte Elemente mit der BECC-Dachmarke verbindet und dennoch eigenständig zur Kommunikation rund um den Isarwinkel verwendet werden kann.

Zentral für das Konzept sind die drei verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten: Events, als Creative Space oder für Workshops. Jeder der drei Bereiche ist im Branding durch eine eigene Farbe gekennzeichnet und hat ein individuelles Logo mit einem dynamisch animierten geometrischen »Raum« in Kombination mit dem Isarwinkel-Schriftzug.

New Talents Isarwinkel
Stickers, Bags & Brand Neben den geometrischen »Räumen«, die in der Gestaltung flexibel einsetzbar sind, entwarfen die Designerinnen ein Set an Icons, die der Identity eine spielerische Leichtigkeit verleihen Bild: Carina Pilz

 

New Talents IsarwinkelBild: Carina Pilz

Um die Zugehörigkeit zur Dachmarke zu zeigen, arbeiteten Julia und Salea mit der BECC-Hausschrift Gotham, stellten aber durch verschiedene Schnitte und Kerning eigene Guidelines zur Nutzung für den Isarwinkel auf. Als kreatives Element entwickelten die Designerinnen außerdem eine Reihe an Line-Art-Icons, die mit den kräftigen Brandfarben hinterlegt zu Stickern in verschiedenen Anwendungen werden können.

Keep growing

Noch im Dezember begann die Kommunikation über BECCs Umzug in den Isarwinkel mit dem neuen Design. Salea und Julia entwickelten die Identity im Prozess mit jedem neuen Medium stetig weiter. So entstanden zunächst Social-Postings und Mailings, sowie eine gedruckte Zeitung, die an BECCs Kund:innen versandt wurde. Zum Launch-Event der Location während der Munich Creative Business Week (MCBW) entwarfen die Designerinnen Visitenkarten, Jutebeutel und eine Website, die in Zusammenarbeit mit den anderen BECC Units
umgesetzt wurden.

Ein eigens gestaltetes Leitsystem führte die Besucher:innen durch die Räumlichkeiten und weist den BECC-Mitgliedern jeden Tag den Weg zu ihren Arbeitsplätzen. Damit ist das Projekt aber noch nicht abgeschlossen: »Das Wichtigste ist, dass das Design wirklich emotional und menschlich erlebbar wird. Dass wir und unser Team uns damit identifizieren können«, sagt Salea. Julia ergänzt: »Deshalb ist die Marke so gestaltet, dass sie sich stetig weiterentwickeln kann – nicht nur durch uns, sondern durch alle, die die Räume hier nutzen.«

New Talents Isarwinkel
Herzlich Willkommen! Zum ersten Mal konnten Besucher:innen den Isarwinkel zum Launch-Event auf der MCBW besuchen. Außerdem veranstaltete BECC einen Pitch für eines der ersten Events, das dort stattfinden sollte

 

New Talents Isarwinkel
Raum für … Teil des Isarwinkel-Logos sind dynamische, geometrische Räume, welche die drei Nutzungsmöglichkeiten visualisieren. Der Schriftzug selbst ist in der BECC Hausschrift Gotham gehalten, wird durch den Einsatz verschiedener Schnitte aber zur selbstständigen Brand

 

New Talents Isarwinkel
Die gestalteten Icons

 

New Talents Isarwinkel

New Talents Isarwinkel
Brand berühren: Eines der ersten Medien, das die Designerinnen gestalteten, war eine gedruckte Zeitung, die als Mailing an BECCs Kund:innen verschickt wurde, um den Umzug der Agentur in die neuen Räumlichkeiten anzukündigen

 

New Talents Isarwinkel
Very Social: In den letzten Monaten waren auf Instagram (@beccagency) bereits die ersten Social-Posts im Isarwinkel-Design zu sehen

Portrait Julia Salea, New Talents

Julia Greiner (links) studierte Kommunikationsdesign an der Designschule München und an der Prague City University. Nach zwei Jahren selbstständiger Arbeit wechselte sie in das Brand Experience Team der BECC Agency, wo sie heute Brands entwickelt und vor allem digital neu aufstellt.

Salea Buhmann (rechts) ist seit etwas anderthalb Jahren bei BECC. Sie studierte dual Mediendesign an der DHBW Ravensburg und sammelte dort bereits erste Erfahrung in der Markenführung. Bei BECC gestaltet sie im Experience Design Team Brands, digitale Experiences und Kampagnen.

 

Dieser Beitrag ist erstmals in PAGE 3.2025 erschienen:

 

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Cliff kehrt zurück: Duschgel-Klassiker mit neuem Markenauftritt – Design Tagebuch


Die Duschgelmarke Cliff, in den 1980er-Jahren fester Bestandteil des deutschen Pflegemarktes, feiert nach einer längeren Pause ein Comeback. Nach umfassendem Rebranding kehrt der Duschgel-Klassiker mit weiterentwickeltem Marken- und Packaging-Konzept in den Handel zurück. Im dt wird ausführlich auf die Geschichte der Marke eingegangen.

Mit der Rückkehr von Cliff in den deutschen Handel erfährt eine ehemals prägende Marke des Männerpflegesegments eine gestalterische Neuinterpretation. Ende der 1980er-Jahre war Cliff eines der meistverkauften Duschgels in Deutschland. Nun wurde das visuelle Erbe der Duschgel-Marke in einen zeitgemäßen Markenkontext überführt.

Zum Hintergrund: Cliff, ursprünglich vom Mainzer Unternehmen Blendax entwickelt, wurde Mitte der 1980er-Jahre in den Handel eingeführt. Im Zuge der Übernahme von Blendax durch den Konzern Procter & Gamble im Jahr 1987 wechselten auch die Rechte an der Marke. Procter & Gamble verlor einige Jahre später das Interesse an der Marke und verkaufte diese, ebenso wie die Rechte an den Blendax-Marken Credo, Kamill und Litamin, im Jahr 1998 an den deutschen Wasch- und Reinigungsmittelhersteller Burnus. Die BurnusCare GmbH mit Sitz in Darmstadt* hält nunmehr die Markenrechte an Cliff (Duschgel).

Cliff Brand Logo, Quelle: Peter Schmidt Group

Das Cliff-Comeback ist Teil einer Markenstrategie, die neben Produktneuheiten auch die Revitalisierung früherer Marken beinhaltet. Nachdem im Herbst 2023 bereits die Schaumbadmarke Litamin neu aufgelegt wurde, erfährt mit Cliff nun eine zweite frühere Blendax-Marke ein Revival. Nach vier Jahren Abstinenz vom deutschen Markt erfolgt nun die Rückkehr in den deutschen Handel, und zwar im neuen Design. Mit der Neugestaltung und strategischen Neuausrichtung beauftragt wurde die Hamburger Agentur Peter Schmidt Group.

Auszug der Pressemeldung

Mit dem Relaunch von Cliff wird ein im Männerpflegesegment etabliertes Duschgel neu positioniert, das insbesondere durch seinen Menthol-Effekt und sein markantes Design geprägt war. Diese Eigenschaften werden in einer neuen Produktlinie aufgegriffen und in eine zeitgemäße Ausführung überführt. Gleichzeitig trägt die Neuausrichtung einem veränderten Pflegeverständnis Rechnung: Körperpflege wird zunehmend als funktionaler Bestandteil des Alltags gesehen. Cliff greift diesen Ansatz auf und positioniert die tägliche Anwendung als Moment der Erfrischung und Regeneration.

Cliff Arctic (Spirit) Duschgel – vorher (300ml) und nachher (250ml), Bildquelle: Burnus Care, Bildmontage: dt
Cliff Arctic (Spirit) Duschgel – vorher (300ml) und nachher (250ml), Bildquelle: BurnusCare, Bildmontage: dt

Die Kernelemente – die Wortmarke und die Klippenspringer-Bildmarke – wurden modifiziert. Die Wortmarke ist weiterhin in Kleinbuchstaben gehalten, allerdings sind diese nun entlang einer (nach rechts oben) ansteigenden Diagonalen ausgerichtet. Der Cliff-Schriftzug, nun deutlich größer als auf früheren Verpackungen abgebildet, erstreckt sich quer über die gesamte Front.

Das Farbspektrum besteht aus einem tiefdunklen Blau kombiniert mit leuchtenden Akzentfarben (Hellblau, Mint, Gelb). Bestandteil der Revitalisierung sind zudem eine veränderte Bildästhetik und Typografie. Textauszeichnungen sind künftig in der Schrift Fixture gesetzt. Fixture ((Sudtipos) ist eine 2018 erschiene Grotesk mit leicht modulierter Strichstärke und Betonung auf Vertikale – eine zeitgenössische Interpretation klassischer Groteskschriften.

Im Ergebnis ein „spannungsgeladener Look, der die Marke entschlossen in die Gegenwart bringt“, so Inga Wolter, die als Executive Creative Director den Bereich Consumer Branding der Peter Schmidt Group leitet. „Cliff und die Klippenspringer von Acapulco – das war stilprägend für die Achtziger- und Neunzigerjahre. Doch die Gesellschaft und das Verständnis von Männlichkeit haben sich verändert. Mit Cliff gehen wir konsequent den Weg von Selbstinszenierung zu Selbstreflexion, von Adrenalin zu Regeneration. So gewinnt die Marke neue Relevanz.“

Das Sortiment umfasst insgesamt drei Varianten: Acapulco, Arctic und Life. Acapulco kombiniert unter anderem Mate-Extrakt mit Menthol und setzt auf ein Duftprofil aus Zitrusnoten, Minze und holzigen Akzenten. Arctic basiert auf Menthol und blauem Eukalyptus und zeichnet sich durch frische Zitrusnoten, maritime Nuancen und holzige Basisnoten aus. Die Variante Life enthält Guarana-Extrakt sowie einen Pflegekomplex mit pflanzlichem Glycerin und Glyceryl Oleate zur Unterstützung des Feuchtigkeitshaushalts der Haut und zum Schutz vor Austrocknung. Der Duft verbindet Zitrus- und warme Holznoten. Die Produkte sind laut Hersteller ab sofort in Drogeriemärkten und Supermärkten zu einem Preis von 2,89 EUR (UVP) erhältlich.

Kommentar

Im Vergleich zur letzten Aufmachung wirkt das neue Design geordneter, klarer, nicht minimalistisch, was bei dieser Marke auch nicht notwendig ist, doch reduzierter. Die bisherige Gestaltung, mit einem Markenlogo in Alufolien-Optik, das mit einer Typo im „rugged“-Style kombiniert wurde, wirkt konzeptlos und unausgegoren.

Das neue Design ist nun frei von Farbverläufen und derlei grafischen Effekten, kann auch deshalb optisch überzeugen, vor allem passt es viel besser zum Profil dieser Markenikone.

Mir gefällt die „Edginess“, die das Packaging über die diagonal über die Front verlaufende Wortmarke erzeugt. Ich könnte mir vorstellen, dass das so erzeugte Muster am Point-of-Sale in den Regalen für vergleichsweise große Aufmerksamkeit sorgt. Im Handel bei mir vor Ort stehen die Verpackungen derzeit noch nicht im Regal. Wer sie sichtet, kann gerne eine Foto per Mail schicken.

In der Pop- und Modekultur und in der Werbung geht derzeit nichts ohne 80er-Jahre-Zitate oder -Anleihen. Cliff ist ein Kind dieser stilprägenden Dekade. Das Revival feiert Cliff allerdings ganz ohne Schnurrbart. Ich bin gespannt, ob die Reaktivierung am Markt erfolgreich sein wird.

Die Geschichte der Marke Cliff beginnt übrigens nicht erst, wie auf der neuen Marken-Website von Cliff unter take-a-cliff.com dargestellt, im Jahr 1988 (Anm.: früher wurde cliff-energy.de als Domain genutzt). Auch einschlägige Markenverzeichnisse (brandslex.de, u.a.) nennen das Jahr 1998 als Markteintritt. Doch Cliff kam bereits einige Jahre zuvor in den Handel.

Bereits im Juni 1984 wurde für das Cliff-Markenlogo Markenschutz beantragt (DPMA Registernummer 1080868). Das Cliff-Ursprungslogo enthält ein Segelboot als Bildmarke. Die Klippenspringer-Bildmarke kam erst später. Zu sehen ist das Logo mit Segelboot auch im ersten TV-Spot der Marke, welcher im Jahr 1985 ausgestrahlt wurde. Die Markteinführung erfolgte demnach im Zeitraum 1984–1985, nicht erst 1988. Kurz nach Einführung der Duschgels wurde das Sortiment um Deodorants erweitert, wie dieser Werbespot aus dem Jahr 1986 dokumentiert. Für die verschiedenen Linien (z.B. Cliff Olympic Gold, Cliff Bahama Blue, Cliff Hurrican u.a.) wurden zudem Eau de Toillettes aufgelegt. Auf den entsprechenden Flaschen/Gebinden ist jeweils das Logo mit Segelboot-Bildmarke zu sehen. Später kamen After-Shave-Varianten hinzu (dann mit Klippenspringer-Logo).

Die ursprüngliche Cliff-Duschgel-Flasche war zudem nicht, wie dem Besucher unter take-a-cliff.com suggeriert wird, vergleichsweise flach, breit und in der Formgebung sehr beliebig. Vielmehr zeichnet sich die Ursprungsflasche durch eine in ihrer Form markante, a-symmetrisch-geschwungene Silhouette mit identitätsstiftender Qualität aus, wie sie in dieser Gegenüberstellung abgebildet ist. Dieses Produktdesign hatte meines Erachtens einen entscheidenden Anteil am damaligen Erfolg der Marke – in Verbindung mit der ebenfalls markanten Klippenspringer-Story-Line samt Positionierung (Frische/Abkühlung, Sportlichkeit, Wagemut, Betonung von Maskulinität, u.a.).

Der Markenname selbst – Cliff – ist sogar deutlich älter. Das Mainzer Unternehmen Blendax hatte den Namen bereits 1957 verwendet, nicht jedoch im Zusammenhang mit Duschgels, einem Pflegeprodukt, das es damals in dieser Art noch gar nicht gab, sondern um damit ein Zahnpflegeprodukt zu bewerben (Quelle: Deutsche Digitale Bibliothek). Im gleichen Jahr hatte Blendax für den Namen „Cliff“ Markenschutz beantragt (DPMA Registernummer 772355).

Mediengalerie


* Operativer Sitz: Darmstadt, Rechtlicher Sitz: München





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Dieser Film wurde ohne AI gemacht › PAGE online


Der unvollkommene Entstehungsprozess von Gestaltung sollte wieder mehr gewürdigt werden – ohne KI –, findet Filmemacher und 3D-Animator Ori Peer. Sein digitales, sehr lebendiges Mitmach-Projekt greift genau das auf.

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Wer der eigenen Kreativität freien Lauf lassen möchte, ist hier richtig. Künstliche Intelligenz unerwünscht. Ori Peer, Filmemacher und 3D-Animator aus Montreal, hat ein Projekt ins Leben gerufen, das so gar nichts mit AI zu tun haben will. Es zelebriert in wunderbar simpler Umsetzung die menschliche Kreativität.

Die Website zum Projekt wurde Mitte März veröffentlicht. Wer sie aufruft, wird von zwei gescribbelten kleinen Engeln mit grüner Hautfarbe und gelbem Heiligenschein begrüßt. In der Mitte befindet sich eine ebenso grob gezeichnete Sprechblase mit den Worten »This Film Was Made Without AI«. Drumherum hüpfen weitere kleine Engel fröhlich umher. Die gesamte Komposition wirkt sehr sympathisch und niedlich.

Ohne KI: Offenes Digitalprojekt für alle

Mit Klick auf den Enter-Button landet man in einem gemeinschaftlichen Digitalprojekt, das für alle Kreativen offensteht. Es funktioniert wie eine »public domain community«, wo 3D-Artists, Filmemacher:innen, Animationsdesigner:innen und Co. ihre Kreationen hochladen können. Die einzige Voraussetzung: Sie sollen AI free sein und weitestgehend auf den beiden grünen Engeln und der Sprechblase basieren, freie Interpretationen erwünscht.

Die Einreichungen beziehungsweise bisherigen Uploads zeigen verschiedenstes – von Filmen über Animationen bis hin zu künstlerischen Werken. Bisher haben sich hunderte Gestalter:innen und Künstler:innen am Projekt beteiligt. Hier wurden offenbar immens viele Arbeitsstunden für ein freies Kreativprojekt investiert, das vor allem eins möchte: Die menschliche freie Kreativität und den Spaß an der Produktion feiern! Und alles ist Open Source.

Digitalprojekt, Dieser Film wurde ohne KI gemacht, zwei grüne Engel mit Sprechblase
Screenshot der Website Webprojekt © Ori Peer

 

Unvollkommen ist vollkommen in Ordnung

PAGE hat es interessiert, was ihn dazu bewegt hat und wie er auf die Idee gekommen ist. Auf Nachfrage antwortete Ori Peer, dass er dem ganzen KI-Hype etwas entgegensetzen wollte. Er kommentiert:

»Generative KI kommerzialisiert Kunst als ‘Fertigprodukt’ und verkauft die Vorstellung, dass Werke auf eine bestimmte Art und Weise aussehen müssen, um Mainstream zu sein, anstatt den unvollkommenen, menschlichen Schaffensprozess zu würdigen.«

Vor allem jungen Kreativen wollte er die Möglichkeit geben, auch mal etwas ohne KI zu schaffen, etwas Greifbares. Etwas, das zeigt, »dass menschliches Schaffen immer noch zählt«.

Kreation fälschlich als KI-generiert bezeichnet

Für Ori Peer gab es einen Tipping-Point-Moment auf einem Filmfestival in Vancouver. Seine Präsentation wurde abgelehnt mit der Begründung, dass sein 3D-Werk AI-generiert sei. Dem konnte er glücklicherweise seine Dokumentation des gesamten Entstehungsprozesses entgegensetzen und so das Gegenteil beweisen.

In diesem Moment wurde ihm aber deutlich, dass das die »neue Realität« ist, mit der alle Kreativen konfrontiert sind. Daraufhin startete Ori Peer einen offenen Aufruf zum Projekt und ermutigte dazu, anhand der Engelskizze eigene Entwürfe zu gestalten. Unter dem Motto »Dieser Film wurde ohne AI gemacht«; und mit Absicht simpel gehalten.

Und während man durch die hochgeladenen Werke stöbert, hüpfen die kleinen Engel weiterhin über den Screen. Ein schöner Moment, der Spaß macht – und die menschliche Kreativität feiert.

Hier geht es zum Webprojekt.

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Lead the Way › PAGE online


»Das Studium hat mir geholfen, Gestaltung nicht nur als formale Disziplin zu begreifen, sondern als reflektierte Praxis zwischen Konzept, Technologie und gesellschaftlicher Verantwortung«, sagt Marcel Bouillon, Senior Art Director. Wir geben Infos zum einzigartigen Masterstudiengang Design & Leadership.

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Marcel Bouillon, Senior Art Director. Zuvor hatte er einen Bachelor in Visueller Kommunikation an der FH Nordwestschweiz gemacht und sowohl Freelance als auch in Agenturen als Grafikdesigner geareitet

Marcel Bouillon ist Senior Art Director bei der Agentur La Mina in Darmstadt – und eigentlich längst auf dem Weg zum Creative Director, samt eigenem Kreations-Team und all den Fragen, die mit dem Wechsel in eine Führungsrolle entstehen. Um diese zu beantworten und parallel seine eigene Designpraxis weiterzuentwickeln entschied er sich für ein berufsbegleitendes Fernstudium an der Diploma Hochschule.

»Zu Beginn des Studiums lagen meine Aufgaben noch ganz klassisch in der Gestaltung. Mit wachsender Verantwortung verschob sich aber der Fokus hin zur Entwicklung von Ideen, zur Analyse komplexer Problemstellungen und zur Koordination kreativer Prozesse im Team«, erklärt Marcel. »Der Wechsel in die Führungsrolle lief aber nicht immer reibungslos und hat für mich auch viel Reflexion bedeutet.« Das Masterstudium »Design & Leadership« der Diploma (Interview weiter unten) sollte ihn dabei unterstützen, aus dem klassischen Design-Denken mehr in die strategischen und strukturellen Themen zu wachsen.

Besonders geprägt haben Marcel dabei die Futures Studies im Semester vor dem Abschluss. Darin vermitteln drei Dozenten eng verzahnt Methodik, Theorie und Gestaltungspraxis rund um Spekulatives Design und liefern Impulse, Denkanstöße und Fallbeispiele. Ziel ist es, dass die Studierenden das Erlernte in einer praktischen Arbeit erproben, die oft auch schon die Recherche für ihre Masterarbeiten vorbereiten kann. Sechs kleine Teams widmeten sich im Wintersemester verschiedenen Zukunfts-Themen – etwa »Wohnen«, »Technologie und Arbeit« oder »Mobilität«. »Im Zentrum stand dabei aber nicht die Entwicklung einer einzigen, vermeintlich richtigen Zukunftsvision, sondern die Auseinandersetzung mit der Pluralität von Zukünften.« erklärt Marcel.

Seine Gruppe näherte sich dem Thema Landleben im Jahr 2055 aus verschiedenen Perspektiven um zu zeigen, wie soziale Hintergründe die Wahrnehmung einer Zukunft verschieben können. »Was für eine Gruppe als Utopie und Fortschritt scheint, kann für eine andere die Dystopie bedeuten. Diese Ambiguität wollten wir nicht auflösen, sondern sichtbar machen«, so Marcel. »So entstand dann unser Konzept für den Futures Feed.«

Projekt Futures Feed, technische Struktur
Die Struktur hinter Futures Feed

 

Projekt Futures Feed, zwei iPhone Mochups
Social Feed: Eingebunden in ein klassisches Social-Interface mit Scroll-Funktion entsteht eine Storyline rund um die sechs Charaktere

 

Im Zentrum des Projekts stehen sechs verschiedene Charaktere, die alle parallel die Zukunft erleben und darüber berichten sollen. Die Visualisierung dieser pluralen Welten betteten die Studierenden in eine bekannte Umgebung ein: einen Videofeed mit kurzen Clips, wie wir ihn von Instagram oder TikTok kennen. Die Stärke, so Marcel, liegt dabei in der Kuratierung und Gesamtheit der Inhalte, die durch verschiedene kleine Impulse ein glaubhaftes Bild der Zukunft schaffen.

Für die Umsetzung der dystopischen und utopischen Kurzclips nutzte das Team verschiedene KI-Tools, die es ihnen ermöglichten, ihre Ideen schnell zu visualisieren. Das Interface für ihren Futures Feed entwickelten sie anschließend in Figma. Ein Prototyp mit über 40 verschiedenen, verknüpften Screens lässt sich jetzt über den QR-Code auf jedem Smartphone einsehen und durchscrollen. Der Effekt ist gleichzeitig emotionalisierend und etwas uncanny: Die Kurz-Videos sind zwar sofort als KI-generiert erkennbar, aber dennoch wirkt die Zukunft, wie sie die verschiedenen Charaktere zeigen, deswegen nicht weniger real. Das bekannte Social-Interface verleitet dazu, den abgebildeten Szenen schnell Glauben zu schenken und sich im Scrollen zu verlieren. So entsteht der Gesamteindruck einer Welt, die genauso komplex ist wie unsere eigene und – ganz ohne sie auszusprechen – stellt das Projekt den Betrachter:innen die Frage, welche Zukunft sie sich selbst vorstellen können.

Blick ins Studium: Design & Leadership

Prof. Dr. Bärbel Kühne hat schon viele Studierende in verschiedensten Stadien ihres Berufslebens begleitet. Sie ist an der privaten, staatlich anerkannten Diploma-Hochschule Studiendekanin für den Bereich Design & Medien und leitet den einzigartigen Masterstudiengang Design & Leadership, den sie 2016 mitbegründete. Wir sprachen mit der Designwissenschaftlerin über den Aufbau des Studiengangs, die Entwicklung von authentischen Führungspersönlichkeiten im Design und die Bedeutung von Design und Leadership in Zeiten von KI.

PAGE: Die Diploma bietet einen der wenigen staatlich anerkannten Master für Design und Leadership. Was lernen die Studierenden bei euch?

Dr. Bärbel Kühne: Der Studiengang bereitet seit der Erstakkreditierung 2016 Studierende auf Führungspositionen in der Kreativwirtschaft vor. Wir bauen dabei auf zwei Säulen auf: Zum einen konzentrieren wir uns auf die Gestaltung – also alles, was mit Designkompetenz im weitesten Sinne zu tun hat – zum anderen geht es um den Schwerpunkt Management und Leadership. Wir vermitteln ein umfassendes Gestaltungsverständnis, dazu gehören immer auch Theorie und Methodik, also ein Fächerspektrum, das der Gestaltung ein gutes Fundament bietet. Wichtig ist uns dabei, dass Theorie und Praxis im Design nicht getrennt laufen, sondern Hand in Hand gehen. All unsere Designprojekte sind gleichzeitig methodisch und praktisch angelegt und werden meist von zwei Dozierenden begleitet. Wir wollen den Studierenden damit ermöglichen, die Methodenkompetenz in ihr berufliches Handeln zu übertragen.

»Wichtig ist uns, dass Theorie und Praxis im Design nicht getrennt laufen, sondern Hand in Hand gehen.« (Dr. Bärbel Kühne, Dekanin Bereich Design & Medien)

Was genau bedeutet für euch Design Leadership?

Dr. Bärbel Kühne: Das ist die elementare Frage, nicht wahr? Darüber diskutieren wir auch häufig mit den Studierenden. Vielleicht lässt es sich gut durch Abgrenzung erklären – zum Beispiel zum Management oder zu spezifischen Fachkulturen. Unter Leadership verstehen wir ein Führungskonzept, das sich aus Theorie, Vorwissen und eigener Erfahrung speist, jedoch für alle unterschiedlich funktioniert. Denn in erster Linie geht es dabei um Authentizität, Souveränität und Glaubwürdigkeit. Wir stellen natürlich verschiedene Leadershipmodelle vor, diskutieren Fallbeispiele und Vorbilder, aber am Ende ist unser Ziel, dass unsere Studierenden ihr eigenes Verständnis von Führung und ihren eigenen Stil entwickeln. Wir bieten dafür vor allem den Raum und liefern Impulse sowie einen Leitgedanken: dass man als Designer:in immer Verantwortung trägt – besonders in einer Führungsposition. Leadership im Design bedeutet nicht, Erfüllungsgehilfe der Wirtschaft zu sein, oder etwas hübsch zu machen, sondern im besten Sinne die Welt zu verändern, Design über die Grenzen der Branche hinaus zu denken und dazu zu nutzen, Strukturen zu hinterfragen und durch Gestaltung neue Lösungen zu entwickeln.

»Leadership im Design bedeutet nicht, Erfüllungsgehilfe der Wirtschaft zu sein, oder etwas hübsch zu machen, sondern im besten Sinne die Welt zu verändern.« (Dr. Bärbel Kühne, Dekanin Bereich Design & Medien)

Wer studiert bei euch?

Dr. Bärbel Kühne: Zulassungsvoraussetzung ist ein Bachelorabschluss in einem gestaltungsrelevanten Studiengang. Das sind in erster Linie Gestalter:innen aus dem Kommunikationsdesign, aber auch Absolvent:innen aus den Kommunikationswissenschaften, der Architektur oder der Kunst. Einige der Studierenden haben ihren Bachelor bereits bei uns gemacht, da reicht die fachliche Herkunft von Craft Design über UX bis zum Produktdesign. Die meisten unserer Absolvent:innen sind in leitenden Positionen tätig oder auf dem Weg dorthin und wollen sich mit dem Masterstudium berufsbegleitend weiterqualifizieren. Andere streben eine Promotion oder Stelle in der Designlehre an. Und manche erfüllen sich auch den Traum, ihre eigenen gestalterischen Projekte zu verwirklichen oder den Weg in die Existenzgründung zu wagen.

Wie sehen die Designprojekte im Studium aus?

Dr. Bärbel Kühne: Wir starten im ersten Semester sehr explorativ, experimentell und frei. Im zweiten Semester geht es dann um Markenführung und Projektmanagement. Methodisch weiterführend sind die Projekte im dritten und vierten Semester. Da gibt es neben den Futures Studies, in denen die Studierenden Entwürfe für die Zukunft entwickeln und visualisieren, auch Teilhabe-Projekte, wo partizipative Prozesse eine große Rolle spielen. Wir haben im Sinne eines Social Design aber auch schon Kampagnen für Brot für die Welt entwickelt und mit der deutschen Umwelthilfe zusammengearbeitet. Dabei arbeiten wir semester- oder auch studiengangsübergreifend und bringen unterschiedliche Studierende mit ihren verschiedenen Perspektiven zusammen. Unsere Bachelorstudierenden, die oft noch am Anfang stehen und sehr idealistisch motiviert sind, treffen auf fachlich und geschäftlich erfahrene Masterstudierende, die die Realität der Branche bereits kennen. Dabei zeigt sich dann immer wieder, wie gut auch digital diskutiert werden kann und kommunikative Nähe entsteht.

Wie funktioniert das mit dem berufsbegleitenden Remote-Studium?

Dr. Bärbel Kühne: Die meisten unserer Studierenden investieren pro Woche zwischen 15 und 25 Stunden, je nach Projektphase. Insgesamt binden wir Leistung aber selten an Zeit, sondern vielmehr an die Qualität der Projektentwicklung mit anderen Studierenden und Lehrenden in unserem virtuellen Atelier. Wir arbeiten komplett dezentral und ermutigen die Studierenden, sich auszutauschen, zusammenzuarbeiten und so auch mit anderen Bereichen in Berührung zu kommen. Wichtig sind uns dabei die Selbstorganisation und Flexibilität, die ein berufsbegleitendes Studium bieten können. Denn unsere Studierenden sind oft schon mitten im Leben, haben Familie, sind angestellt oder haben ihr eigenes Business. Ich habe immer großen Respekt davor, wie sie das alles unter einen Hut bringen. Aber wenn eben doch mal etwas dazwischenkommt, können sie bei uns auch ein Semester aussetzen und gebührenfrei bis zu vier Semester verlängern.

Hat sich euer Curriculum mit KI verändert?

Dr. Bärbel Kühne: Natürlich gibt es Veränderungen in der Umsetzung und in den Tools, mit denen wir arbeiten. Gleichzeitig hat uns die Entwicklung rund um KI aber auch noch einmal bestärkt, dass der an Methoden orientierte Ansatz des Studiengangs richtig ist. Ein stabiles Methoden-Gerüst ist für unsere Absolvent:innen aktuell wichtiger denn je. Damit können sie in der Regel mit allen Situationen und Veränderungen gut umgehen und haben außerdem gelernt, sich bei allem, was politisch, sozial und wirtschaftlich gerade geschieht, auch zu positionieren. Denn als Führungsperson ist man ja auch dafür zuständig, ein geschütztes Arbeitsumfeld zu schaffen. Sicherheit der Mitarbeitenden, am Arbeitsplatz, in der Gesellschaft, all das spielt eine große Rolle. KI stellt uns vor große ethische und identitäre Fragen… aber auch vor ganz berufspraktische, manche Bewerbende fragen sogar, ob es überhaupt noch Sinn ergibt, Design zu studieren. Die Antwort darauf kann und darf nicht in einer ausschließlichen zu engen Fokussierung auf den Umgang mit KI-Tools liegen, sondern muss sich stark auf die Persönlichkeitsentwicklung konzentrieren: Wir wollen Gestalter:innen ausbilden, die wohldurchdachte und verantwortungsvolle Entscheidungen treffen, hinter denen sie auch später noch stehen können.

 

Dieser Beitrag ist erstmals erschienen in PAGE 1.2026:

 



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