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Dashboard Digitale Verwaltung: Wie Ihr Bundesland und Ihr Landkreis abschneiden
Wie weit ist Deutschland in Sachen Digitalisierung? Welche Bundesländer sind Vorreiter, welche zuckeln hinterher? Was geht in meinem Landkreis oder meiner kreisfreien Stadt digital, was nicht? Antworten auf solche Fragen soll das „Dashboard Digitale Verwaltung“ der Bundesregierung liefern. Das mächtige Tool aggregiert und visualisiert Daten aus zahlreichen Quellen wie dem „Portalverbund Online-Gateway“ mit über 3,5 Millionen Einträgen. Nebenbei vermittelt es anschaulich, welche Mammutaufgabe die Digitalisierung der Verwaltung darstellt.
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Doch es ist nicht einfach, die Angaben des Dashboards zu interpretieren. Dort ist etwa die Rede von „Verwaltungsleistungen“, „Onlinediensten“ und „Reifegraden“. Zusätzlich verwirren Angaben wie jene, dass ein Onlinedienst, etwa für die Ummeldung, in einem bestimmten Kreis oder Bundesland zu „4 %“ verfügbar ist. Im Folgenden erklären wir, was hinter solchen Begriffen und Werten steckt.
1. Zahl der Onlinedienste für Verwaltungsleistungen
Auf seiner Startseite zeigt das Dashboard eine Deutschlandkarte, die die „Online-Verfügbarkeit aller Verwaltungsleistungen“ anzeigt. Auf Ebene der Bundesländer ist demnach Hamburg aktuell der Spitzenreiter mit 1618 Leistungen, dicht gefolgt von NRW mit 1556 und Bayern mit 1442.
Wichtig zu wissen ist, dass die genannten Werte nur Leistungen umfassen, die im Bundesland (oder Kreis) flächendeckend online sind. Selbst wenn eine Leistung in 99 Prozent der zugehörigen Kommunen online ist, zählt sie nicht als flächendeckend. Das Dashboard verrät lediglich, wie viele zusätzliche Leistungen „in mindestens einer Kommune“ online sind. Bezogen auf den Bevölkerungsanteil, der tatsächlich Onlinedienste nutzen kann, könnte das Ranking also auch anders aussehen.
Und was ist überhaupt eine „Verwaltungsleistung“? Dahinter verbergen sich kleinteilig definierte Handlungen aus dem „Leistungskatalog der öffentlichen Verwaltung“ (LeiKa). Will man sich zum Beispiel online ummelden, erledigt die Verwaltung im Hintergrund gleich ein halbes Dutzend Verwaltungsleistungen, etwa „Wohnsitz Anmeldung als Hauptwohnsitz“ und „amtliche Meldebestätigung Ausstellung“. Laut der OZG-Informationsplattform sind im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes insgesamt 8039 Verwaltungsleistungen relevant. Sollen alle diese Leistungen flächendeckend online gehen, ist also auch in Hamburg noch viel zu tun.
2. Onlinedienste im Detail
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Doch was genau geht wo online, was nicht? Das verrät das Dashboard im Bereich „Onlinedienste“ immerhin für 45 handverlesene, wichtige Dienste. Dazu gehören etwa die Ummeldung oder die Unternehmensanmeldung.
Hier zeigt eine Karte, wie weit Bundesländer und Kreise bei der Digitalisierung dieser 45 wichtigen Dienste sind. Hier tauchen auch die eingangs erwähnten, verwirrenden Angaben auf, wie etwa die Verfügbarkeit der Online-Ummeldung zu „0,6 %“ im Landkreis Prignitz. Solche Werte entstehen, weil zu Onlinediensten wie der Ummeldung mehrere Verwaltungsleistungen gehören und weil zu den Kreisen viele Kommunen gehören. Ist etwa nur eine von sechs Leistungen in einer von 138 Gemeinden verfügbar, landet man kreisweit betrachtet bei einer Verfügbarkeit von 0,1 Prozent (1 / (6*138)).
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Alle Kommunen und alle Leistungen werden dabei stets gleich gewichtet, die Einwohnerzahl spielt bislang keine Rolle bei der Darstellung der Karten.
3. Nutzung und Reifegrade
Onlinedienste, die nicht genutzt werden, bringen wenig. Aus diesem Grund soll das Dashboard im Bereich „Nutzung“ auch Nutzungszahlen liefern. „Soll“, denn bislang gibt es solche Zahlen nur für sehr wenige Dienste. In vielen Fällen stößt man lediglich auf die Aussage, dass noch keine Daten vorliegen. Gibt es Zahlen, sind diese häufig nicht aktuell. So meldet das Dashboard zum Beispiel für die Ummeldung aktuell nur die Zahlen bis Oktober 2025.
Interessant sind aber auch die Angaben zum Reifegrad der Verwaltungsleistungen. So erfährt man zum Beispiel, dass „Bauvorbescheid und Baugenehmigung“ aus 26 Einzelleistungen bestehen, von denen 24 lediglich Reifegrad 2 aufweisen. Reifegrad 2 bedeutet: „Eine Online-Beantragung ist grundsätzlich möglich. Nachweise können regelmäßig noch nicht online übermittelt werden.“
Die Angaben zu den Reifegraden lassen zumindest erahnen: Bis zu einer echten Ende-zu-Ende-Digitalisierung und „Once-Only“ ist es noch ein weiter Weg. Die Reifegrade werden in den Übersichtskarten des Dashboards nicht berücksichtigt. Diese verraten also nicht, wie digital und wie effizient die Behörden intern arbeiten.
4. Export
Für Feinschmecker der Verwaltungsdigitalisierung bietet das Dashboard eine Exportfunktion. Hier kann man tagesaktuelle Rohdaten aus dem Portalverbund Online-Gateway (PVOG) herunterladen und in diesen herumwühlen, um zum Beispiel auf Ebene einzelner Kommunen zu recherchieren. Weitere Informationen zum Dashboard liefert ein aktuelles Handout (PDF) des zuständigen Ministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS).
Über das Dashboard Digitale Verwaltung berichtet c’t auch in der aktuellen Ausgabe des Newsletters D.digital. Den Newsletter können Sie hier kostenlos abonnieren.
(cwo)
Künstliche Intelligenz
Seagate Mozaic 4+: Neue Festplatten mit 44 TByte und HAMR-Technologie
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Seagate ist bei seiner zweiten Generation des modernen Heat Assisted Magnetic Recording (HAMR) angelangt, um die Festplattenkapazität auf bis zu 44 TByte zu hieven. Seagate ist bislang der einzige Hersteller, der HAMR-Laufwerke in Serie produziert, eine Technik, die alle Festplattenhersteller für Laufwerke bis etwa 100 TByte als notwendig ansehen. Bei HAMR wird die Plattenoberfläche kurz vor dem Beschreiben auf eine Temperatur von mehr als 400 °C aufgeheizt, um die zum Beschreiben notwendige Feldstärke zu verringern. Durch die damit möglichen kleineren Schreibköpfe sinkt auch die Fläche, die für die Speicherung eines einzelnen Bits notwendig ist – die Flächendichte steigt und damit die Kapazität.
Die zweite HAMR-Generation alias Mozaic 4+ soll, wie der Name bereits andeutet, pro Scheibe (Platter) eine Kapazität von mindestens 4 TByte erreichen. Da Seagate mit einem Stapel aus zehn Platter pro Laufwerk arbeitet, ergibt sich daraus eine Kapazität von mindestens 40 TByte pro Laufwerk. Dies gilt für Laufwerke mit konventioneller Aufzeichnung (CMR). Mit Shingled Magnetic Recording (SMR), also überlappenden Spuren, verspricht Seagate eine Kapazität von 44 TByte.
Seagate kommt damit seinem Versprechen nach, zwar die Kapazität pro Festplatte zu erhöhen, aber nicht die Anzahl produzierter Exemplare. SSDs und Festplatten sind mittlerweile rar und teuer, die KI-Rechenzentren kaufen praktisch jedes Terabyte, dessen sie habhaft werden können.
Noch mehr Spielraum vorhanden
Im Gespräch mit heise online gab Jason Feist, Senior Vice President Products and Markets, weitere Details bekannt. Wichtigste Neuerung von Mozaic 4+ ist die vollständige Integration des Lasers in den Schreib-Lese-Kopf, was den notwendigen Bauraum weiter verringert. Das gebe den Ingenieuren mehr Designfreiheit und erlaube eine bessere Fertigungsintegration. Den durch die weitere Miniaturisierung gewonnenen Bauraum will Seagate zunächst nicht für den Einbau weiterer Platter nutzen (WD hat bereits ein Design mit elf Scheiben auf dem Markt, Toshiba zeigte schon eines mit zwölf Scheiben). Seagate hat damit noch weitere Reserven; Feist meinte dazu nur „Physik ist Physik“, niemand könne sie überlisten, aber jeder könne sie ausreizen.

Die Integration des Lasers in den Schreib-Lese-Kopf verringert die Bauhöhe und schafft Platz für weitere Scheiben.
(Bild: Seagate)
Aktuell nutzt Seagate nicht nur die neuen in den Kopf integrierten Laser, sondern auch Laser von externen Zulieferern. Damit könne das Unternehmen besser auf Nachfrageschwankungen reagieren; die Lieferkettensicherheit soll steigen. Weitere Fortschritte hat Seagate nach Angaben von Feist bei der Signalverarbeitung gemacht: Verbesserte Signal-Rausch-Abstände führen nach seinen Angaben zu einem stabileren Betrieb bei kleineren Signalen.
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Feist kündigte noch keine konkreten Produkte an. Zwei Hyperscaler haben jedoch schon die Qualifikation der neuen Laufwerke abgeschlossen und setzen sie bereits ein. Seagate liefert SMR-Modelle mit 44 TByte „in hohen Stückzahlen an zwei der führenden Hyperscaler aus“. Eine breite Verfügbarkeit plant Seagate mit dem weiteren Hochfahren der Produktion, ein Datum wurde nicht genannt. Die SMR-Laufwerke setzen eine angepasste Ansteuerung voraus, die CMR-Modelle mit 40 TByte eignen sich jedoch als einfacher Ersatz für kleinere Festplatten. Seagate plant, nicht nur Server-Festplatten mit dieser Kapazität anzubieten, sondern auch NAS-Laufwerke (Ironwolf Pro) und Surveillance-Modelle für die Videoaufzeichnung. Genaue technische Daten der neuen Modelle stehen noch nicht zur Verfügung.
Bereits 2028 will Seagate die nächste Mozaic-Generation zur Produktionsreife bringen, Mozaic 5+ soll dann Platter mit mindestens 5 TByte ermöglichen. Mit 10-TByte-Scheiben rechnet das Unternehmen 2032 – zusammen mit zusätzlichen Scheiben könnte die Kapazität eines Laufwerks damit weit über 100 TByte liegen.
(ll)
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Milliarden-Deal: Accenture übernimmt Netzwerkanalyse-Spezialisten Ookla
Der IT-Dienstleister Accenture übernimmt Ookla, einen Spezialisten für Netzwerkanalyse und -intelligenz, und zahlt dafür dem US-amerikanischen Medienunternehmen Ziff Davis 1,2 Milliarden US-Dollar in bar. Das berichtete am Dienstag die Nachrichtenagentur Reuters.
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Ookla, mit Hauptsitz in Seattle, betreibt Marken wie Speedtest, Downdetector, Ekahau und RootMetrics und bietet Dienstleistungen wie Netzwerkoptimierung und Störungserkennung für Festnetz-, Mobilfunk- und WLAN-Netze an. Der weltweite 5G-Ausbau und die gestiegene Bandbreitennachfrage sorgten zuletzt für gute Geschäftszahlen. Ookla gehört zur Connectivity-Sparte von Ziff Davis, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von 231 Millionen US-Dollar erwirtschaftete. Das entspricht etwa 16 Prozent des Gesamtumsatzes von Ziff Davis.
Den Verkauf an Accenture bezeichnet Reuters als Teil der seit 2017 eingeleiteten Rationalisierungsmaßnahmen bei Ziff Davis und verweist in diesem Zusammenhang auf die Ausgliederung des IT-Dienstleisters Consensus Cloud im Jahr 2021 und den Verkauf des Versicherungsmaklers Policygenius im Jahr 2022. „Dies ist eine transformative Transaktion für Ziff Davis, die eine signifikante Wertrealisierung für unsere Aktionäre darstellt“, sagte Vivek Shah, CEO von Ziff Davis, zu dem Deal.
Bei Accenture dagegen freut man sich über die Erweiterung des eigenen Netzwerk-Portfolios. „Moderne Netzwerke haben sich von einfacher Infrastruktur zu geschäftskritischen Plattformen entwickelt“, sagte Julie Sweet, CEO von Accenture. „Durch die Übernahme von Ookla werden wir unsere Kunden aus Wirtschaft und Verwaltung dabei unterstützen, KI sicher zu skalieren und die vertrauenswürdigen Datengrundlagen aufzubauen, die sie für eine zuverlässige, nahtlose und wertschöpfende Konnektivität benötigen.“ Der Verkauf soll in den kommenden Monaten abgeschlossen werden.
(akn)
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Investor Elliott: Eine Milliarde US-Dollar für Pinterest
Der aktivistische Investor Elliott kauft Pinterest-Aktien im Wert von einer Milliarde US-Dollar und wird damit zum größten Aktionär der Social-Media-Plattform. Mit dem frischen Kapital soll nach Angaben von Pinterest ein neues Aktienrückkaufprogramm im Wert von 3,5 Milliarden US-Dollar finanziert werden. Das entspricht fast einem Drittel der Marktkapitalisierung des Unternehmens. Der schwächelnde Aktienkurs von Pinterest verzeichnete nach Bekanntwerden der Pläne starke Kursgewinne.
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Ein Engagement des prominenten Hedgefonds Elliott Investment Management in Unternehmen werde „oft als Quelle neuer Ideen sowie operativer und finanzieller Disziplin gesehen, die angeschlagenen Unternehmen neuen Aufschwung verleihen könnte“, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Elliott hielt laut Reuters bereits eine 4,8-prozentige Beteiligung an Pinterest im Wert von gut 725 Millionen US-Dollar. „Wir unterstützen Pinterest seit unserer ersten Investition im Jahr 2022 und sind fest von der positiven Entwicklung des Unternehmens überzeugt“, sagte Elliott-Partner Marc Steinberg, der auch im Verwaltungsrat von Pinterest sitzt.
So positiv gestimmt sind nicht alle Anleger. Seit Jahresbeginn verlor die Pinterest-Aktie fast ein Drittel ihres Werts. Zwar steigen die Nutzerzahlen, aber die Frage ist, ob sich dieser Anstieg auch in höhere Werbeeinnahmen umsetzen lässt, zumal der Online-Werbemarkt mit finanzstarken Konkurrenten wie Instagram und Facebook hart umkämpft ist. Selbst OpenAI kündigte an, in seinem Chatbot ChatGPT Werbung zu testen. Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass Pinterest plant, bis zu fünfzehn Prozent der Belegschaft zu entlassen. Der Schritt soll mehr Ressourcen für die Entwicklung von KI-Funktionen und -Produkten freisetzen. Um die Bedenken der Anleger zu zerstreuen, hat Pinterest zuletzt seine Bemühungen verstärkt, von dem immer weiter verbreiteten Einsatz KI-gestützter Shopping-Tools zu profitieren.
(akn)
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