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Die FOMO-Strategie im Fundraising: So bringen Gründer Investoren zum Handeln

Beim Fundraising kommt es klar auf Momentum an – und das kann man erzeugen. Unser Experte Arnas Bräutigam erklärt, wie.
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Warum Gründer nach Kapstadt gehen
Kapstadt ist zum Winter-Hotspot deutscher Gründer geworden: morgens arbeiten, abends Dinner mit Investoren. Doch funktioniert das wirklich für jeden?
Cephas Ndubueze ist Gründer der Newsletter- und Eventplattform FOMO, die sich in Berlin und München eine feste Community aus Gründern, Investoren und Unternehmern aufgebaut hat. In Kapstadt betreibt er auch die FOMO-Whatsappgruppe. Für Gründerszene schreibt er aus Kapstadt über das Leben, Arbeiten und Netzwerken zwischen Ozean, Open Tabs und Open Minds.
Morgens um sieben ist der Strand voll. Ein paar Gründer stehen mit Surfbrett im Wasser, andere laufen die Promenade entlang. Um zehn sitzen viele wieder am Laptop. Slack, Mails, Calls mit Deutschland. Um 19 Uhr beginnt das nächste Dinner. Kapstadt ist ein Ort, an dem sich Arbeit und Leben anders mischen.
Ich bekomme hier an guten Tagen sechs oder sieben Stunden konzentrierte Arbeit hin. In Berlin sind es eher zehn. Manchmal zwölf. Oft noch zwei Stunden nachts, wenn endlich Ruhe ist.
Kapstadt macht dich nicht produktiver, es macht aber dein Leben angenehmer. Die Frage ist nur: In welcher Phase deines Unternehmens bist du gerade?
Wann Kapstadt euch was bringt
Für mich hat Kapstadt konkret funktioniert. Bei einem kleinen Dinner habe ich den Reporter John Puthenpurackal kennengelernt, der bei Axel Springer arbeitet. Ein paar Gespräche später kam das Intro zur Gründerszene – und diese Kolumne entstand.
Bei einem anderen Dinner saß eine Marketingmanagerin eines Infrastruktur-Investors neben mir. Sie hatte noch nie von FOMO gehört. Zwei Gespräche später stand fest: Wir machen gemeinsam ein Event für ihre Zielgruppe.
Und eine Kontaktperson, die ich in Berlin nur flüchtig kannte, traf ich hier zufällig auf einer Konferenz wieder. Zwei Tage später saßen wir beim Lunch – daraus entstand eine Kooperation für ein Event.
Kapstadt beschleunigt Beziehungen. Du siehst Menschen nicht einmal auf einem Networking-Event mit Nametag. Du siehst sie mehrmals. Beim Run. Beim Lunch. Beim Sundowner. Beim nächsten Dinner. Vertrauen entsteht schneller. Und Vertrauen ist Business.
Aber Kapstadt hat eine zweite Seite
Ich habe mit einer Gründerin gesprochen, die bewusst nicht kommuniziert, dass sie hier ist. Ihre Investoren wissen nicht, dass sie in Kapstadt arbeitet. Warum? Weil sie weiß, dass sie hier weniger arbeitet. Sie kitet. Sie surft. Sie genießt die Sonne. Für ihr Unternehmen ist es kein klarer Vorteil. Für ihre Lebensqualität schon.
Und das ist eine ehrliche Antwort. Kapstadt ist ein Upgrade für dein Leben. Nicht automatisch für dein Growth-Modell. Eine Beobachtung fällt hier schnell auf. Ich treffe überproportional viele Gründer, die bereits Unternehmen verkauft haben oder mehrere Finanzierungsrunden hinter sich haben. Menschen, die Series-C- oder Series-D-Runden geraised haben. Menschen mit Teams und Operatoren. Warum? Weil sie es sich leisten können.
Im Jacuzzi die Deals closen
Wenn dein Unternehmen bereits läuft, dein Team operativ arbeitet und du strategische Beziehungen pflegst, kann Kapstadt ein unfairer Vorteil sein. Dann sitzt du sonntags im Jacuzzi eines Members-Clubs wie Wonderland, triffst zufällig einen Investor, den du seit zwei Jahren aus Berlin kennst, und verabredest dich zwei Tage später zum Gespräch. Solche Momente passieren hier häufiger.
Aber die Gründer, die gerade Product-Market-Fit suchen oder ihre erste Runde geraced haben, sieht man hier seltener. Die sitzen nicht beim Wine Tasting. Die sitzen zu Hause.
Und dann gibt es noch eine dritte Gruppe: Founder, die bewusst anders priorisieren. Bootstrapped-Businesses, Agenturen, E-Commerce-Brands. Unternehmen, die nicht von VC-Growth abhängig sind. Für sie ist Work-Life-Balance Teil der Strategie.
Wie oft saßen wir hier beim Dinner oder am Pool und haben uns angeschaut und gesagt: Life could be worse. Und das stimmt. Bei 25 Grad aufzustehen fühlt sich anders an als im Berliner Winter. Sonnenlicht verändert deinen Alltag. Dein Energielevel. Dein Rhythmus. Die eigentliche Frage ist also nicht: Ist Kapstadt gut oder schlecht für Gründer? Die Frage ist: Was willst du gerade maximieren? Dein Unternehmen – oder dein Leben?
Die Wann-Kapstadt-für-mich-sinnvoll-ist-Checkliste
Kapstadt kann für dich sinnvoll sein, wenn:
- Dein Business stark auf Beziehungen basiert und persönliche Kontakte dein Wachstum beschleunigen können.
- Du kurz vor einer Fundraising-Phase stehst und informelle Gespräche mit Investoren wertvoller sind als zusätzliche Stunden am Laptop.
- Dein operatives Team stabil arbeitet und du dich stärker auf Strategie und Partnerschaften konzentrieren kannst.
- Dein Unternehmen nicht von maximaler täglicher Execution abhängt und du dir erlauben kannst, etwas weniger Stunden zu arbeiten.
- Du bewusst auch dein Leben optimieren willst – und nicht nur dein Wachstum.
Kapstadt ist wahrscheinlich keine gute Idee, wenn:
- Du gerade Product-Market-Fit suchst und jede konzentrierte Stunde zählt.
- Du frisch eine Runde geraced hast und in wenigen Monaten harte Umsatz- oder Wachstumsziele erreichen musst.
- Dein Business stark execution-getrieben ist und Relationship-Management aktuell kaum eine Rolle spielt.
- Dein Runway knapp ist und Ablenkung dich teuer zu stehen kommen kann.
- Du hauptsächlich kommst, weil „alle da sind“ – und nicht genau sagen kannst, welchen strategischen Vorteil du hier nutzen willst.
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Startup baut ultraleichte Bauteile nach dem Vorbild von Libellenflügeln

Das österreichische Startup Fibionic setzt auf Leichtbau nach dem Vorbild der Natur – mit einem patentierten Verfahren.
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Klemab, Wild&Water, pool.down, supernutural, BackDani treten vor die Löwen
#DHDL
Die Löwen brüllen wieder! An diesem Montag geht es bei Vox erneut in “Die Höhle der Löwen”. In der aktuellen Folge pitchen Klemab, Wild&Water, pool.down, supernutural und BackDani.

In der erfolgreiche VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ (DHDL) dreht sich in der mittlerweile 19. Staffel wieder alles um spektakuläre Geschäftsideen, außergewöhnliche Pitches und umkämpfte Deals. Zur Löwen-Jury gehören in dieser Frühjahrs-Staffel der Regal-Löwe Ralf Dümmel, die Venture-Capital-Löwin Janna Ensthaler, der Sales-Löwe Carsten Maschmeyer, die Beauty-Löwin Judith Williams, die Familien-Löwin Dagmar Wöhrl und der Startup-Löwe Frank Thelen.
Die DHDL-Startups der Woche
Klemab aus Leipzig
Chaos in der Höhle: Noch bevor die Löwen Platz genommen haben, klebt plötzlich alles. Wände, Boden und sogar die Löwensessel – nichts bleibt verschont. Verantwortlich für die ungewöhnliche Aktion ist Produktdesigner Vick Manuel (32), der mit seinem selbst entwickelten Klemab – dem Klebe-Maßband – nicht nur auffallen, sondern auch einen Rekord brechen will. Denn der Gründer kündigt selbstbewusst an, heute Geschichte zu schreiben: Er will den Rekord für den schnellsten Pitch knacken. Und tatsächlich: In gerade einmal 47 Sekunden erklärt er sein Produkt – klar, präzise, auf den Punkt. Die Löwen sind überrascht. Die Idee hinter Klemab ist ebenso simpel wie effektiv: aufkleben, Maß nehmen, markieren, zuschneiden – und rückstandslos entfernen. Kein umständliches Hantieren mit Zollstock oder klassischem Maßband. Gedacht für Handwerker, Heimwerker und den Alltag. Das Besondere: Die Skala ermöglicht ein theoretisch unbegrenztes Messen – bei einer Genauigkeit, die laut Gründer sogar über der eines Zollstocks liegt. „Ich wollte ein Tool entwickeln, das die Arbeit wirklich erleichtert. Schnell, präzise und ohne Umdenken“, erklärt der 32-Jährige. Um das Produkt in möglichst viele Haushalte zu bringen, fordert Manuel 50.000 Euro für 20 Prozent der Anteile.
Wild&Water aus Berlin
Madlen Baetzgen (46) und Christina Schwörbel (51) kennen sich seit über 20 Jahren und haben gemeinsam in der Marketingabteilung eines der weltweit größten Getränkekonzerne gearbeitet. Mit Wild&Water wollen die beiden Marketingexpertinnen die Getränkeindustrie verändern – und gleichzeitig die Umwelt entlasten. Die Idee ist einfach, aber genial: Naturreine Tee-Extrakte, die mit Wasser gemischt werden, verwandeln jedes Glas in erfrischende Drinks – zucker- und kalorienarm, ohne künstliche Zusätze oder Plastikflaschen. Vier Sorten sind bisher erhältlich: von erfrischendem Mate über ausgewogene Kräuterkombinationen bis hin zu fruchtigen Berry-Mischungen, die sich nach Belieben zu kräftigem Eistee oder einfach Wasser mit Geschmack mischen lassen. Eine Flasche Wild&Water ergibt bis zu zehn Liter fertiges Getränk und spart so bis zu 20 Plastikflaschen. „Wir haben die beste Quelle direkt zu Hause – Leitungswasser – und wollen, dass mehr Menschen sie nutzen, statt Unmengen an Plastikmüll zu produzieren“, erklären die Gründerinnen. Für den Ausbau ihres Geschäfts suchen sie 150.000 Euro für zehn Prozent ihrer Anteile – das Kapital soll helfen, das Produkt in den Büros und Betriebe zu bringen und die Reichweite zu erhöhen. Ob Madlen und Christina einen Löwen von ihrem umweltfreundlichen Ansatz überzeugen können?
pool.down aus Köln
Aurel Hampl (26) und Nicolai Trittmann (26)machen Eisbaden für alle zugänglich – und das direkt in der heimischen Badewanne. Mit pool.down, dem ersten smarten Kühlgerät für die Badewanne, lässt sich das Wasser auf echte Eisbad-Temperaturen von rund drei Grad bringen – gesteuert per App, mit Timer und Herzfrequenz-Überwachung. So wird Kältetherapie komfortabel, sicher und messbar, ohne sperrige Eistonnen oder teure Outdoor-Lösungen. Das Gründerteam erklärt: „Eisbaden kann Stress reduzieren, die Durchblutung fördern und das Immunsystem stärken. Mit pool.down kann jeder zu Hause davon profitieren – platzsparend, schnell und smart.“ Um sich selbst ein Bild von dem Produkt zu machen, springt Gastlöwin Anne Lemcke kurzerhand ins Eisbad und zeigt echten Mut. Nach mehreren Sekunden im Wasser strahlt sie: „Es ist gar nicht so kalt, ich kann hier noch ein bisschen drin sitzen bleiben.“ Doch wird auch der Deal von 200.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile überzeugen?
supernutural aus München
Amelie (42) und Timo (44) Sperber haben vor zehn Jahren – inspiriert von einer Erdnussmaschine in Kalifornien – ihre Jobs gekündigt und mit supernutural eine Food-Tech-Innovation aufgebaut. Ihr Prinzip: Ganze Nüsse kommen oben hinein, unten entsteht 100 Prozent frische Nusscreme – ohne Zusatzstoffe, ohne Zuckerzusatz, ohne Konservierung. Der Clou: Frisch vermahlene Nüsse liefern wertvolle ungesättigte Fettsäuren, pflanzliche Proteine, Vitamine und Mineralstoffe in besonders gut verfügbarer Form. Durch die feine Vermahlung kann der Körper die Nährstoffe besser aufnehmen als bei ganzen Nüssen. Die gesunden Fette sorgen für langanhaltende Energie ohne starken Blutzuckeranstieg – ein Pluspunkt, der auch Profisportler überzeugt. Gestartet ist das Paar mit einer großen Profi-Maschine für Hotellerie, Unternehmen und Profisport. Heute steht supernutural in 40 Ländern, beliefert Hotels, Unternehmen und Spitzenathleten – darunter internationale Top-Clubs wie der FC Liverpool sowie mehrere Olympia-Teams. Insgesamt wurden bereits über fünf Millionen Euro Umsatz erzielt. Nun folgt der nächste Schritt: der „Nutbooster“ für zuhause. Das kompakte Gerät verwandelt Mandeln, Haselnüsse oder Erdnüsse innerhalb von Sekunden in streichzarte Creme. Ihr Ziel: aus der etablierten B2B-Erfolgsgeschichte eine starke Endverbrauchermarke machen. Die Food-Experten Anne und Stefan Lemcke sind hungrig auf einen Deal und erkennen schnell, was Investment-Potenzial hat und was nicht. Nach einem Happen ist klar, die Gastlöwen sind begeistert! Doch nicht nur sie bekommen Appetit auf mehr. Werden die Löwen auf das Angebot von 6,25 Prozent Firmenanteile für 500.000 Euro eingehen?
BackDani aus A-Völs
Daniel Kappacher (51, Physiotherapeut, Osteopath und Wirbelsäulenspezialist mit eigenem Therapiezentrum nahe Innsbruck) will ein Volksleiden bekämpfen: 80 Prozent der Deutschen leiden unter Rückenproblemen. Seine Lösung: BackDani, ein einfaches, aber gezielt entwickeltes Trainingsgerät zur Aktivierung der tiefen Rückenmuskulatur. Der Clou: Ein elastischer Stab mit speziellem Mittelteil sorgt durch kontrollierte Rotationsbewegungen für die gezielte Ansprache der Tiefenmuskulatur entlang der Wirbelsäule. „Die kleinen Muskeln stabilisieren Wirbel für Wirbel. Wenn sie nicht richtig arbeiten, schlägt die Wirbelsäule Alarm“, erklärt Daniel Kappacher. Bereits nach wenigen Tagen Training verspüre man mehr Beweglichkeit, Stabilität und Entspannung. Unterstützt wird er von seinen drei Töchtern Nina, Franca und Kira, die Logo, Social Media und sogar die Produktion mitgestalten. „Ihr seid ja der Wahnsinn“, staunen die Löwen. Bereits sechs Wochen nach Markteinführung hat sich der BackDani sehr erfolgreich entwickelt: Rund 400 Stück wurden verkauft – ausschließlich direkt an Patienten in der Praxis. „Das Produkt könnte wirklich was ganz Großes werden“, ist sich der Gründer sicher. Sehen die Löwen das auch so?
Tipp: Alles über die Vox-Gründershow gibt es in unserer großen DHDL-Rubrik.
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Foto (oben): RTL / Bernd-Michael Maurer
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