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Datenschutz & Sicherheit

Die Woche, in der das iranische Regime tausende Demonstrierende ermordete



Liebe Leser:innen,

wir alle haben mitbekommen, wie im Iran Hunderttausende aufgestanden sind, die vierte große Protestwelle in nur zehn Jahren hat das Land erfasst. Wieder keimt die Hoffnung, dass es dieses Mal endlich gelingt, das illegitime, brutale und autoritäre Regime zu stürzen. Ich telefoniere mit einem Freund, der iranische Wurzeln hat. Wir vereinbaren, dass wir nach der Revolution direkt nach Teheran fliegen. Dieses Mal wird es klappen.

Die Proteste sind riesig – doch dann geht das Internet aus.

An diesem Punkt fange ich an, wieder einmal einen Artikel über Internetabschaltungen zu schreiben, ich erkläre das Thema in Interviews. Mein Freund hat Angst, weil dieses Mal alles abgeschaltet ist. Sogar die Festnetztelefone sind gekappt, das hat der Iran noch nie gemacht. Es ist klar, was das heißt: brutale Gewalt.

Mich bewegt das Thema persönlich, ich habe schon öfter über das Land und die Proteste berichtet, war selbst im Iran unterwegs. Ich habe dort unglaublich schöne Erfahrungen mit wundervollen Menschen gemacht. Ich habe die Wut und Verzweiflung der Menschen gespürt und ihren Mut, gegen das Regime aufzustehen. Wer einmal die Iraner:innen erlebt hat, der kann nur noch die Daumen für die Befreiung drücken. Ich mache mich mit der Sache gemein, auch als Journalist. Gerade als Journalist.

In der letzten Protestwelle im Jahr 2022 habe ich zusammen mit Kollegen über die Abschottung des iranischen Internets recherchiert. In Folge unserer Artikel wurde ein an der Abschottung beteiligtes Unternehmen von der EU und den USA sanktioniert. Doch was ist dieser kleine journalistische Beitrag angesichts der Opfer, die die Menschen dort seit Jahren bringen. Auch jetzt.

Trotz des Blackouts sind in den vergangenen Tagen grauenhafte Nachrichten durchgedrungen. Zunächst war von hunderten Toten die Rede. Kurz darauf von 2.500 ermordeten Demonstrant:innen. Und dann lese ich morgens in einem Exil-Medium, dass es sogar 12.000 sein könnten. Am Frühstückstisch kommen mir die Tränen, ich fühle mich hilflos. Es ist nicht zu fassen. Der Bruder meines iranischen Freundes hat zwei Freunde im Kugelhagel in Teheran verloren. Plötzlich sind die Leichensäcke aus den Videos ganz nah.

Im Mail-Account der Redaktion häufen sich Bitten der persischen Diaspora, doch zu berichten, etwas zu tun. So viele Zuschriften zu einem Thema hatten wir noch nie. Doch die Proteste sind offenbar vorbei, niedergeschlagen mit brutalster und hemmungsloser Gewalt.

In der Redaktionssitzung Ratlosigkeit, uns sind hier die Hände gebunden, wir haben keine gesicherten Informationen. Was können wir tun? Es fühlt sich viel zu wenig an – angesichts der wohl größten Gewaltanwendung gegen Proteste seit dem Tiananmen-Massaker in China. Gewalt gegen Menschen, die für Freiheit und Würde kämpfen.

Bleibt stark und laut

Markus Reuter

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Das Bundesinnenministerium will weniger Bürokratie für sich und seine Behörden. Das BKA soll künftig Überwachungsanträge delegieren können und seltener Betroffene benachrichtigen müssen. Der entsprechende Gesetzentwurf ist nun im Bundestag und enthält viele weitere Maßnahmen.

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Um Europas Wirtschaft zu stärken, will die EU ihre Regeln für die digitale Welt teilweise aufweichen. Das Gesetzespaket bedient allerdings vor allem die Interessen US-amerikanischer Tech-Unternehmen, wie jetzt eine Analyse des Corporate Europe Observatory und von LobbyControl zeigt.

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Datenschutz & Sicherheit

HCL BigFix: Angreifer können auf Daten im Dateisystem zugreifen


Angreifer können insgesamt an sieben Sicherheitslücken in HCL BigFix ansetzen und Computer im schlimmsten Fall kompromittieren.

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Wie aus einer Warnmeldung hervorgeht, stecken die Lücken in den Komponenten Axios, jsPDF und React Router, die die Endpoint-Management-Plattform nutzt. Die meisten und gefährlichsten Lücken stecken in jsPDF.

Darüber können Angreifer etwa auf Daten im Dateisystem zugreifen (CVE-2025-68428 „kritisch“) oder Schadcode in PDFs einbetten, der beim Öffnen ausgeführt wird (CVE-2026-24737 „hoch“). Bislang gibt es keine Berichte, dass Angreifer die Sicherheitslücken bereits ausnutzen.

Die Entwickler versichern, HCL BigFix in der Ausgabe 1.0.2 update 2 repariert zu haben.


(des)



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Datenschutz & Sicherheit

Forschende schlagen Alarm: Staaten sollen Social-Media-Verbote stoppen


Nachdem Australien im Dezember ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt hat, wollen zahlreiche Staaten das auch. In Deutschland läuft die Debatte ebenso heiß. Jetzt wollen Hunderte Forscher*innen aus den Bereichen Technologie, IT-Sicherheit und Privatsphäre die Notbremse ziehen.

In einem offenen Brief warnen sie eindringlich vor den negativen Folgen eines Social-Media-Verbots und den damit verbundenen flächendeckenden Alterskontrollen im Netz. Es fehle ein klares Verständnis dafür, was diese Kontrollen anrichten können – für „Sicherheit, Privatsphäre, Gleichberechtigung“ und die „Autonomie“ aller Menschen.

Die Einführung von Alterskontrollen ohne weitere Forschung sei „gefährlich und gesellschaftlich nicht hinnehmbar“, schreiben die Forscher*innen auf Englisch. Sie fordern deshalb ein Moratorium für Social-Media-Verbote. Das heißt: Regierungen und Parlamente sollen ihre laufenden Vorhaben stoppen und vorerst keine Verbote erlassen.

Unterschrieben haben das Wissenschaftler*innen aus 29 Ländern, darunter sind viele EU-Staaten, die USA, UK, Kanada, Südkorea und die Türkei. Aus Deutschland haben sich rund 70 Fachleute dem Aufruf angeschlossen. Der offene Brief passt zu einem fachübergreifenden Chor aus Warnungen: Auch Expert*innen aus unter anderem den Bereichen Kinderschutz, Pädagogik und Menschenrechten haben Bedenken gegenüber einem Social-Media-Verbot oder lehnen es ab.

Nachteile von Alterskontrollen gewiss, Vorteile ungewiss

Gleich zu Beginn des Offenen Briefs stellen die Forscher*innen klar: „Wir teilen die Sorgen über die negativen Auswirkungen, die schädliche Online-Inhalte auf Kinder haben.“ Aber sie befürchten, dass Regulierung ohne sorgfältige Abwägung der Risiken „mehr Schaden als Nutzen“ bringen könnte.

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Ihre Gründe führen die Forschenden auf fünfeinhalb Seiten aus. Dabei sind drei Argumente zentral.

  • Erstens: Es ist nicht sicher, ob ein Social-Media-Verbot die erhofften Vorteile bringt. Die Forschenden mahnen, es gebe keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass ein Verbot positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Minderjährigen hätte. Umgekehrt brächten soziale Medien positive Effekte: mehr soziale Kontakte, weniger Einsamkeit, sichere Räume für marginalisierte Gruppen. Alterskontrollen seien „keine Garantie dafür, dass Minderjährige keine schädlichen Online-Inhalte abrufen“. Stattdessen würden Betroffene die Kontrollen umgehen oder zu unregulierten Alternativen abwandern.
  • Zweitens: Es ist sicher, dass Alterskontrollen Nachteile bringen. So musste die Team-Software Discord kurz nach Einführung von Alterskontrollen ein Datenleck eingestehen: Demnach hatten Kriminelle wohl Zugriff auf 70.000 Ausweisdaten von Menschen, die Discord ihr Alter nachgewiesen haben. Solche Nachweise mit amtlichen Dokumenten würden außerdem Menschen ausschließen, warnen die Forschenden, etwa undokumentierte Einwandernde, Asylsuchende, Reisende aus dem Ausland – oder Nutzer*innen, die Aufgrund einer Leseschwäche die neuen Hürden nicht überwinden können. Alternative Verfahren, in denen Software das Alter von Nutzer*innen einschätzt, sogenannte KI, seien „bekanntlich fehleranfällig“.
  • Drittens: Alterskontrollen schaffen eine gefährliche, zentralisierte Infrastruktur. „Wer festlegt, welche Altersschranken gelten sollen, und wer sie durchsetzt, erhält einen enormen Einfluss darauf, welche Inhalte im Internet für wen zugänglich sind“, warnen die Forschenden. In den falschen Händen könnte diese Infrastruktur auch für Zensur genutzt werden, etwa für queere Inhalte. Gerade bei technologisch komplexen Lösungen könnten Abhängigkeiten zu wenigen Tech-Konzernen wie Google oder Apple entstehen.

Appell für Regulierung statt Verbote

Mit Blick auf Alterskontrollen kommen die Forscher*innen deshalb zum Fazit: „Der Einsatz ist nur dann gerechtfertigt, wenn nachgewiesen wird, dass der Nutzen die möglichen Schäden deutlich überwiegt.“ Es brauche vertiefende Forschung, bevor Staaten entsprechende Regeln flächendeckend ausrollen.

Fürs Erste regen die Forschenden an, sich lieber den Ursachen zu widmen. Konkret nennen sie algorithmisch optimierte Feeds sozialer Medien. Durch ihre enorme Sogwirkung fällt es vielen Menschen schwer, das Handy lange aus der Hand zu legen. Die Regulierung von Feeds wäre den Forschenden zufolge unmittelbarer wirksam und würde Plattformen für Kinder und Erwachsene gleichermaßen sicherer machen.

Solche suchtfördernden Mechanismen bei TikTok hat etwa die EU-Kommission bereits festgestellt, zumindest vorläufig. Grundlage ist das Gesetz über digitale Dienste (DSA). Das laufende Verfahren kann sich allerdings in die Länge ziehen, und TikTok dürfte sich juristisch wehren. Zugleich hat die EU-Kommission ein Expert*innen-Gremium rund um Alterskontrollen einberufen, das bis Sommer Ergebnisse vorlegen soll.



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Datenschutz & Sicherheit

„Star Citizen“: Angreifer hatten Zugriff auf Daten von Cloud Imperium Games


Unbekannte Täter sind in die IT-Systeme des Spielestudios Cloud Imperium Games (CIG) eingedrungen und haben auf Kundendaten zugegriffen. Das hat das Unternehmen bestätigt, sieht aber keine Gefahr für Kunden. CIG stellt populäre Spiele wie „Star Citizen“ her.

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Auf der Webseite der Spieleentwicklerfirma Roberts Space Industries hat das Unternehmen das Datenleck nun eingeräumt. Demnach wurde CIG am 21. Januar 2026 Ziel eines systematischen und raffinierten Angriffs. Der mündete in unbefugten Zugriff der Cyberkriminellen auf einige Backup-Systeme. Das umfasste auch begrenzten Zugriff auf persönliche Nutzerdaten. Betroffen seien lediglich einfache Kontoinformationen wie Metadaten, Kontaktdetails, Nutzernamen, Geburtsdaten und der Name von Usern.

Die Angreifer hätten jedoch keinen Zugriff auf Finanz- oder Bezahlinformationen oder Passwörter gehabt, diese seien nicht auf den betroffenen Systemen gespeichert gewesen. Da nur lesender Zugriff möglich war, konnten die Täter auch keine Daten einschleusen oder manipulieren.

CIG hat dem eigenen Bekunden nach schnell reagiert und die Aktivitäten eingeschränkt sowie weiteren Zugriff auf diese Daten und CIG-Systeme blockiert. Die Sicherheitseinstellungen will das Unternehmen „aufgefrischt“ haben, um sicherzustellen, dass keine Bedrohung für die Spiele oder die Nutzer besteht.

Derzeit überwacht das Unternehmen die Situation und die Systeme, um sicherzustellen, dass keine weiteren Vorfälle auftreten. Außerdem will CIG überprüfen, ob möglicherweise entwendete Informationen veröffentlicht werden. Derzeit gebe es dafür keine Hinweise. „Wir teilen diese Information im Sinne der Transparenz mit. Wir gehen jedoch nicht davon aus, dass dieser Vorfall Auswirkungen auf unsere Nutzer haben wird“, erklärt CIG schließlich.

Im Nutzerforum auf Roberts Space Industries kritisieren potenziell betroffene Nutzer, die Erklärung sei nicht konkret genug und die Informationslage zu dünn. Es bleibe etwa unklar, wie lange die Angreifer auf die Informationen zugreifen konnten. Auch beklagen sie fehlende Informationen zu möglicherweise kopierten Metadaten oder Kontaktdetails.

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Cyberangriffe sind inzwischen an der Tagesordnung. Etwa bei brillen.de kam es in der vergangenen Woche erneut zu einem Cyberangriff, bei dem Daten von 1,5 Millionen Kunden im Darknet gelandet sind.


(dmk)



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