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Künstliche Intelligenz

Ecovacs Deebot Mini im Test: Günstiger Saugroboter für kleine Wohnungen


Der Ecovacs Deebot Mini ist ein kompakter Wisch- und Saugroboter für kleine Wohnungen. Im Test überzeugt er preislich, schwächelt aber bei der Bedienlogik.

Saugroboter mit Wischfunktion und Reinigungsstation kosten oft 800 Euro oder mehr. Ecovacs zielt mit dem Deebot Mini auf eine andere Kundengruppe: Bewohner kleiner Wohnungen mit knappem Budget. Für 230 Euro bekommen Käufer einen sehr schmalen Roboter samt Station, die mit einem ungewöhnlichen Wassertank-Konzept und einem auffälligen Y2K-Design punktet.

Wie gut das Konzept im Alltag funktioniert und warum unser Test mehrere Anläufe und sogar ein Austauschgerät erforderte, klären wir auf den nächsten Zeilen. So viel vorab: Der Mini eignet sich tatsächlich für kleine Räume, hat aber eine entscheidende Eigenheit, die Ecovacs deutlich besser kommunizieren müsste. Wer seine Wohnung überwiegend mit Hartboden ausgestattet hat, bekommt einen brauchbaren Einstieg in die Welt der Saug- und Wischroboter. Wer Teppiche im Spiel hat, sollte aufmerksam weiterlesen.

Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Ecovacs Deebot Mini?

Der Roboter besteht aus weißem Kunststoff, oben sitzt ein kleiner Laserturm sowie ein ausklappbarer Griff zum Tragen. Mit einem Durchmesser von rund 28,6 cm und einer Höhe von knapp 10 cm gehört der Mini zu den kompaktesten Saugrobotern auf dem Markt. Die Verarbeitung ist für den Preis in Ordnung, hochwertig wirkt vor allem das ungewöhnlich gestaltete Stationsdesign. Der interne Staubbehälter im Roboter fällt entsprechend der kompakten Bauweise sehr klein aus. Im Test füllt er sich bereits nach wenigen Blättern, woraufhin der Roboter laut wird und keinen weiteren Schmutz mehr aufnimmt.

Optisch ist die Station am sogenannten Y2K-Look orientiert – ein Designtrend, der sich an der Ästhetik um die Jahrtausendwende (Year 2000) orientiert. Typisch sind transparente oder durchscheinende Kunststoffe in poppigen Farben, abgerundete Formen und ein verspielter, fast futuristischer Touch, wie man ihn etwa von frühen iMacs oder dem Game Boy Color kennt. Beim Deebot Mini greift Ecovacs das mit dem bunt schimmernden, halbtransparenten Wasserbehälter auf der Stationsoberseite auf, der sich klar von der sonst üblichen schlichten Optik bei Saugrobotern abhebt. Den Behälter gibt es in sechs frei wählbaren Farben: Schwarz, Blau, Rot, Orange, Lila und Grün. Die Station selbst bleibt dabei immer weiß.

Auch beim Aufbau geht der Behälter eigene Wege: Statt zwei getrennter Tanks setzt Ecovacs auf einen kombinierten Behälter mit zwei Kammern. Außen sitzt das Frischwasser (2,6 l), innen das Schmutzwasser (1,7 l). Das Schmutzwasser entleert man über eine Klappe oben, Frischwasser füllt man durch einen seitlichen Gummistopfen nach. Das spart Platz, wirkt im Alltag aber etwas fummeliger als getrennte Tanks. Der Staubbeutel in der Station fasst 1,8 l. Die Station misst 320 x 385 x 400 mm und wiegt 5,86 kg, der Roboter selbst 3,10 kg.

Einrichtung: Wie schnell ist der Ecovacs Deebot Mini betriebsbereit?

Für die Einrichtung benötigt man die App Ecovacs Home, verfügbar für iOS und Android. Zunächst nimmt man die Abdeckung vom Roboter ab, unter der sich Staubbehälter und Ein-/Aus-Knopf befinden. Den schiebt man in Stellung „Ein“, entfernt anschließend den Staubbehälter und scannt den darunterliegenden QR-Code mit der App. Danach folgt die WLAN-Einrichtung, wobei nur 2,4-GHz-Netze unterstützt werden. Im Test klappten alle Schritte reibungslos, der Roboter war nach wenigen Minuten einsatzbereit.

Sein Sprachpaket nutzt der Mini ausgiebig, er kommentiert nahezu jede Aktion: Laden, Programmauswahl, Aussaugen des Staubbehälters. Damit ist er nicht allein, viele Saugroboter sind ähnlich gesprächig. Auffällig sind allerdings einige staksige Formulierungen wie „Staubbehälter wird gleich geleert“, „Ladevorgang hat begonnen“ oder „Saugen beim Wischen“ für das Programm Staubsaugen und Wischen. Verwirrend wird es, wenn man eine Aufgabe abbricht – dann erklärt der Mini, er habe sie vollständig abgeschlossen.

Wer noch intensiver kommunizieren möchte, nutzt den integrierten Sprachassistenten Yiko mit anpassbarem Weckwort (standardmäßig „OK Yiko“). Damit lassen sich Reinigungen starten, pausieren oder der Roboter zur Station schicken. Alternativ funktioniert die Steuerung über Amazon Alexa oder Google Assistant.

Die erste Kartierungsfahrt dauert je nach Wohnungsgröße 20 bis 30 Minuten. Danach lassen sich in der App Räume definieren und Sperrzonen einrichten. Die Ecovacs Home App ist übersichtlich aufgebaut, zeigt auf der Startseite ein Geräte-Karussell und reagiert flüssiger als etwa die Dreame-App. Die Zonenauswahl klappt intuitiv. Verwirrend ist nur das Aufteilen von Räumen: Nach korrekter Auswahl bleibt der Button „Anwenden“ ausgegraut – stattdessen muss man „Abbrechen“ tippen, was die Änderung tatsächlich übernimmt. Ein Verhalten, das wir auch von anderen Ecovacs-Modellen kennen.

Die wirkliche Stolperfalle wartet erst beim ersten Reinigungslauf. An unserem Standardstandort für Roboter-Tests, an dem Teppichboden verlegt ist, verließ der Mini zwar die Station, drehte sich dann aber im Kreis, fuhr mehrere Meter rückwärts und brach schließlich mit der generischen Fehlermeldung ab, der gewünschte Bereich sei nicht erreichbar. Wir vermuteten zunächst einen Software-Defekt und meldeten das Problem an Ecovacs.

Der Hersteller konnte sich das Verhalten ebenfalls nicht erklären und schickte uns ein zweites Gerät, das nach erneuter Kartierung exakt denselben Fehler produzierte. Da auch nach mehreren Firmware-Updates über Wochen keine Besserung eintrat und immer wieder neue Testgeräte anderer Hersteller dazwischenkamen, geriet der Mini zwischenzeitlich ins Hintertreffen. Erst beim erneuten Anlauf und systematischem Ausprobieren kamen wir der Sache auf die Spur: Stellten wir die Station direkt in der Küche auf reinen Hartboden, fuhr der Roboter ohne Probleme los – brach die Reinigung aber prompt erneut mit identischer Fehlermeldung ab, sobald er auf unseren hochflorigen Testteppich gelangte. Dabei rotierten die Wischpads selbst auf dem Teppich munter weiter.

Die Ursache: Der Mini kann seine Wischpads nicht selbst ablegen und verweigert mit montierten Pads konsequent das Befahren von Teppichen – vermutlich ein Schutzmechanismus, damit Teppiche nicht nass werden. So weit, so sinnvoll. Statt aber dem Nutzer klar mitzuteilen, dass die Pads abgenommen werden müssen oder dass ein Teppich im Weg liegt, gibt der Roboter nur die nichtssagende Meldung „Bereich nicht erreichbar“ aus.

Generell muss man somit auch beachten: Will man auf „nur saugen“ umstellen, muss man zwingend vor Ort sein und die Pads manuell abnehmen – ein automatisches Ablegen oder Wegklappen wie bei teureren Modellen gibt es nicht. Dass eine derart simple, aber zentrale Einschränkung weder in der App, noch in der Anleitung oder den Fehlermeldungen klar kommuniziert wird, ist ein dickes Versäumnis und sorgte bei uns für langwieriges Rätselraten. Hier muss Ecovacs dringend nachbessern, idealerweise mit einer expliziten Hinweismeldung im App-Dialog beim Start einer Reinigung.

Navigation: Wie gut erkennt der Ecovacs Deebot Mini Hindernisse?

Die Hinderniserkennung gehört zu den größten Schwächen des Mini. Der Roboter verhakte sich im Test mehrfach mit den Wischpads unter Stuhlbeinen oder Getränkekisten, wodurch sich ein Pad löste und die Reinigung abbrach. Auch Kabel wickelten sich mehrmals um die Wischpads – ein Hindernis, das andere getestete Saugroboter zuverlässig erkennen und umfahren. Auch unsere freischwebenden Stühle wurden ihm einmal zum Verhängnis: Beim Auffahren auf den Fuß lösten sich die Wischpads, der Mini blieb stehen und brauchte unsere Hilfe, um die Reinigung fortzusetzen. Schwellen überwindet er bis 17 mm. Wer Kabel und Kleinteile vorher beiseite räumt oder in der Karte Sperrzonen einzeichnet, vermeidet die meisten Probleme.

Reinigung: Wie gut saugt und wischt der Ecovacs Deebot Mini?

Die Saugleistung beträgt 9000 Pa – ein für diese Preisklasse solider Wert. Auf Hartboden entfernt der Mini gröberen Schmutz zuverlässig, auf Teppich überrascht er sogar positiv: Über 90 % der zu Testzwecken ausgebrachten Haferkörner und rund 80 % des Mehls verschwinden im Staubbehälter. Für einen 230-Euro-Roboter ist das ein starkes Ergebnis. Der Wermutstropfen: Sobald die Wischpads montiert sind, darf der Mini gar nicht erst auf den Teppich.

Beim Wischen setzt Ecovacs auf zwei runde, rotierende Pads, wie man sie auch von deutlich teureren Modellen kennt. Sie leisten im Rahmen ihrer Möglichkeiten solide Arbeit auf Hartboden, stoßen aber bei feinem Schmutz oder Flüssigkeiten schnell an ihre Grenzen. Sind die Pads gesättigt, verteilen sie den Schmutz nur noch auf dem Boden. Die Station spült die Pads regelmäßig aus, was zwar Abhilfe schafft, aber die Reinigung häufiger unterbricht als bei Modellen mit Wischwalze. Für 230 Euro ist die Wischleistung dennoch absolut akzeptabel.

Die Bodenbürste ist eine Kombination aus Gummi und Borsten und mit einer Anti-Tangle-Konstruktion versehen, die verhindern soll, dass sich lange Haare um die Bürste wickeln – ein kleiner Metallkamm leitet sie direkt in den Staubbehälter. Im Test klappt das bei kürzeren Haaren gut, längere Haare oder Staubknäuel wickeln sich dennoch gelegentlich um die Bürste. Dazu kommt eine Seitenbürste. Die Station saugt den Staubbehälter automatisch ab, reinigt die Wischpads und trocknet sie anschließend mit Heißluft – ein Feature, das in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Eine reine Saugfahrt ohne Pads lässt sich in der App auswählen, die Pads müssen zuvor aber manuell entfernt werden.

Die Lautstärke fällt unterdurchschnittlich aus. Bereits beim bloßen Fahren ist der Mini aus mehreren Metern Entfernung hörbar, je nach Reinigungsstufe pendelt der Pegel zwischen 46 und 59 dB(A). Der Hersteller selbst gibt 55 dB(A) an, was mit unseren Messungen weitgehend übereinstimmt.

Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Ecovacs Deebot Mini?

Der verbaute Lithium-Ionen-Akku schafft laut Hersteller bis zu 144 Minuten Betriebsdauer. Im Test reinigte der Mini eine Fläche von 18 m² in 21 Minuten und verbrauchte dabei 21 % der Akkukapazität. Hochgerechnet entspricht das einer Reichweite von rund 85 m² pro Ladung – ein für die Zielgruppe kleiner Wohnungen vollkommen ausreichender Wert. Größere Wohnungen schafft er notfalls mit Zwischenladen, allerdings dauert ein voller Ladevorgang rund 3,5 Stunden.

Preis: Was kostet der Ecovacs Deebot Mini?

Der Ecovacs Deebot Mini kostet zum Testzeitpunkt 230 Euro. Damit liegt er klar im Einstiegssegment für Saug- und Wischroboter mit Reinigungsstation.

Fazit

Der Ecovacs Deebot Mini ist ein interessanter, aber technisch sehr einfacher Saug- und Wischroboter, der für kleine Wohnungen mit überwiegend Hartboden eine durchaus passende Wahl ist. Die kompakte Bauform, das eigenwillige Y2K-Stationsdesign mit sechs wählbaren Farben für den Wasserbehälter und der niedrige Preis sprechen für ihn. Die Saugleistung ist überraschend stark, die Wischfunktion für den Preis akzeptabel.

Wer allerdings Teppiche, Kabel oder eine wechselhafte Möbellandschaft hat, sollte zweimal nachdenken. Die fehlende automatische Wischpad-Ablage ist eine echte Komforteinbuße, die schwache Hinderniserkennung führt zu abgebrochenen Reinigungen. Vor allem die mangelhafte Kommunikation des Roboters – generische Fehlermeldungen statt klarer Hinweise auf Teppich oder verlorene Pads – nervte uns im Test über Wochen. Mit dem Wissen um diese Eigenheiten lässt sich der Mini aber sinnvoll einsetzen und ist dann ein günstiger Einstieg in die Welt der Saug- und Wischroboter.



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Amazons KI-ler machen Hausbesuche: Forward Deployed Engineering


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Amazon.com bietet nun die vorübergehende Einbettung eigener Mitarbeiter bei großen Kunden der Amazon Web Services (AWS) an. Sie sollen bei den Kunden KI-Agenten zusammenstellen und installieren, die dann AWS-Dienste nutzen. Diese Hausbesucher nennt Amazon Forward Deployed Engineers (FDE), eine von Palantir übernommene Marketingbezeichnung.

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Ziel ist natürlich, den Absatz zu beschleunigen, aber auch Kunden an AWS zu binden. Sind die KI-Agenten erst einmal tief in der IT einer großen Organisation integriert, wird der Wechsel zu einem Mitbewerber aufwändig und damit teuer. Speziell in sensiblen Bereichen wie Behörden, Geldinstituten und streng regulierten Branche wie dem Finanzwesen sollen die AWS-FDEs eingebettet werden.

Am Anfang steht regelmäßig der Aufbau sogenannter knowledge graphs; die beim jeweiligen Kunden vorhandenen Informationen werden so zusammengestellt, dass die AWS-Agenten sie leicht verarbeiten können. Nicht zuletzt soll das menschliche Mitarbeiter leichter ersetzbar machen: Die „Expertise lebt im Code des Kunden, nicht in Organisationswissen, das ausscheiden kann“, formuliert AWS-Vizepräsidentin Francessca Vasquez.

Amazon richtet bei AWS eine eigene FDE-Abteilung ein und nimmt dafür nach eigenen Angaben eine Milliarde US-Dollar in die Hand. Die FDEs sollen weltweit tätig werden, auch im deutschen Sprachraum, wie das Unternehmen gegenüber heise online bestätigt hat. Konkrete Angaben zur Gebührenstruktur macht Amazon bislang nicht. Sie soll sich jedoch auf „business outcomes and deliverables” konzentrieren, nicht auf verrechnete Mannstunden oder traditionelle Consulting-Vergütungen.

AWS FDE richtet sich an große Kunden, die über KI-Experimente hinaus sind und KI für echte Geschäftsprozesse einsetzen möchten. Der Datenkonzern verspricht, dass das FDE-System nicht auf Abhängigkeit, sondern auf Selbständigkeit der Kunden abstelle. Mit Fortschritt des jeweiligen Projekts würden die IT-Mitarbeiter des Kunden schrittweise von Beobachtern zu Teilnehmern und schließlich zu selbständigen Betreibern der KI-Agenten. Gleichzeitig

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Erstkunden des FDE-Angebots sind den Angaben zufolge Ricoh, eine amerikanische Fluggesellschaft, zwei amerikanische Sportligen, Cox Automotive und das Allen Institute. Letzteres ist eine von Microsoft-Mitgründer Paul Allen und seiner Frau Jody gegründete neurowissenschaftliche Forschungseinrichtung.


(ds)



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Etappensieg mit Beigeschmack: EU-Parlament trotzt vorerst der Chatkontrolle


Das Ringen um die EU-Chatkontrolle in Brüssel geht weiter. Nach sechs Monaten intensiver Verhandlungen unter der zyprischen Ratspräsidentschaft melden die Unterhändler des Parlaments zwar substanzielle Kompromisse in fast allen Bereichen der geplanten Verordnung zum Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch im Netz. Doch hinter den Kulissen tobt weiter ein Machtkampf um das digitale Briefgeheimnis, bei dem die Gesetzgebungsgremien zunehmend zu unkonventionellen Mitteln greifen.

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Wie das Verhandlungsteam des Parlaments nach dem sogenannten Trilog am Montag mitteilte, konnten sich die Verhandlungsführer bei Kernfragen der Chatkontrolle 2.0 – der verpflichtenden und verdachtsunabhängigen Durchleuchtung privater Kommunikation auch bei verschlüsselten Messengern – erneut nicht einigen. Die Abgeordneten hielten demnach dem massiven Druck der Mitgliedstaaten stand und verteidigten ihre rote Linie gegen eine flächendeckende Massenüberwachung.

Dem Vernehmen nach erzielten die Beteiligten Fortschritte bei Streitpunkten wie künftigen Alterskontrollen. Optionen zum Scannen verschlüsselter Chats nach Missbrauchsmaterial bleiben dagegen weiter umkämpft. Eine Übereinkunft zu dem Paket ist damit vertagt. Der Verein Digitale Gesellschaft wertet das als wichtigen Etappensieg: Der anhaltende zivilgesellschaftliche Protest zeige Wirkung.

Zeitgleich formiert sich im Ministerrat und innerhalb der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) eine Gegenoffensive. Mit einem politisch und juristisch höchst ungewöhnlichen Manöver versuchen die Befürworter der Überwachung, das Parlament auszuhebeln. Im Visier steht dabei die Reaktivierung der bereits abgelaufenen Chatkontrolle 1.0.

Diese E-Privacy-Ausnahmeregelung erlaubte es Tech-Konzernen auf freiwilliger Basis, Chats nach Missbrauchsmaterial zu durchsuchen. Da das Parlament eine formelle Verlängerung dieser Norm bereits abgelehnt hat und die Regelung so offiziell erloschen ist, greifen die EU-Regierungen nun zur juristischen Brechstange.

Weil eine abgelaufene Regelung rein formal nicht mehr verlängert werden kann, plant der Rat, den ursprünglichen Gesetzesvorschlag umzuschreiben. Anstatt einer einfachen Fristverlängerung soll im Eilverfahren ein inhaltlich identisches, aber formal neues Gesetz geschaffen werden. Dieses Vorgehen würde laut Kritikern nicht nur das Initiativrecht der EU-Kommission faktisch aushebeln, sondern auch unbequeme demokratische Kontrollinstanzen umgehen. Durch diesen Trick würde auch die Notwendigkeit für eine neue Stellungnahme des Europäischen Datenschutzbeauftragten sowie für eine Folgenabschätzung der Grundrechtseingriffe entfallen.

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Um diesen neuen Entwurf durchzudrücken, schalten die Regierungen im Rat in den Turbomodus. Da das Parlament nächste Woche seine letzte Sitzung vor der Sommerpause hat und dann erst wieder im September zusammentritt, drängt die Zeit. Um den regulären Weg über eine Ministerratstagung abzukürzen, hat der Ausschuss der Ständigen Vertreter der EU-Staaten das Thema im schriftlichen Umlaufverfahren auf die Agenda gesetzt. Der Entwurf soll so im beschleunigten Verfahren auf die parlamentarische Tagesordnung der kommenden Woche gedrückt werden, um die Abgeordneten zu überrumpeln.

Nach Informationen aus Verhandlungskreisen gehört die Bundesregierung zu den treibenden Kräften hinter diesem Versuch. Die Ansage von führenden Politikern von SPD und CDU, eine anlasslose Chatkontrolle sei tabu, droht so endgültig Makulatur zu werden.


(mki)



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Top 5: Der beste Rolladenmotor im Test – elektrische Gurtwickler nachrüsten


Es ist relativ einfach, einen Rolladenmotor nachzurüsten und in das eigene Smart Home zu integrieren. Wir zeigen die fünf besten aus unseren Tests.

Die meisten von uns werden unter Smart-Home-Lösungen vor allem ferngesteuerte Lampen, Heizkörperthermostate und Sensoren für Temperatur und Luftfeuchtigkeit kennen, doch es gibt noch viel mehr Technik, um sich den Alltag zu erleichtern.

Ein bislang kaum beachteter Bereich sind elektrische Gurtwickler für die Rolladensteuerung. Diese Rolladenmotoren sind die smarten Nachfolger der manuellen Gurtwickler, mit denen Millionen Menschen jeden Tag ihre Rollläden hoch- oder herunterlassen. Die neuen Modelle versprechen nicht nur Komfort durch eine motorisierte Bedienung, sondern auch intelligente Funktionen und Automatisierungen im Smart Home. In dieser Bestenliste zeigen wir die fünf stärksten Geräte.

Welcher ist der beste Rolladenmotor?

Unser Testsieger ist der Meross MRS200 für 140 Euro. Er überzeugt durch eine hohe Plattformkompatibilität via Matter-Standard, einen Lichtsensor sowie einen ruhigen Lauf.

Als Technologiesieger geht der Homepilot Rollotron Classic Smart im Starter-Set für 361 Euro hervor. Er hebt sich mit Zufallssteuerung, um auch im Urlaub die Anwesenheit zu simulieren, sowie praktischer Automatisierung via Tages- und Wochenplänen von der Konkurrenz ab.

Der Preis-Leistungs-Sieger ist der Homepilot Pure Smart für 125 Euro. Er hat neben dem ansprechenden Preis auch eine gute Hinderniserkennung und einen Überlastschutz zu bieten.

KURZÜBERSICHT

Ausgestattet mit Lichtsensor und dem Matter-Standard lässt sich der Meross MRS200 ins Smart Home integrieren und sowohl zeit- als auch lichtabhängig automatisieren. Zudem erfreut der geringe Stromverbrauch im Standby. Aktuell gibt es ihn für 140 Euro.

VORTEILE

  • Matter-Standard für Plattformkompatibilität
  • Lichtsensor im Lieferumfang enthalten
  • solide Verarbeitung und ruhiger Lauf
  • zwei Lochabstände (165/185 mm)
  • geringer Standby-Verbrauch (unter 0,6 Watt)

NACHTEILE

  • Verbindungsprobleme bei der Ersteinrichtung in allen getesteten Plattformen
  • nur für trockene Innenräume geeignet (IP20)

Der Homepilot Rollotron Classic Smart bietet eine robuste Bauweise, eine unkomplizierte, gut durchdachte Installation sowie praktische Funktionen. Darunter die Zufallssteuerung, die die Anwesenheit daheim simuliert. Auch der schonende Soft-Start und -Stopp sowie die zuverlässige Automatikfunktion überzeugen. Das Starterpaket mit zwei Rolladenmotoren sowie der Basisstation kostet 380 Euro.

VORTEILE

  • hohe Zugkraft von 45 kg oder 60 kg (Power-Variante)
  • einfache mechanische Installation
  • zuverlässige Automatikfunktionen
  • geringer Stromverbrauch im Standby (< 0,6 W)
  • materialschonender Betrieb durch Soft-Start/Soft-Stopp

NACHTEILE

  • recht komplizierte Einrichtung der App-Steuerung
  • relativ hoher Preis

Der Homepilot Rollotron Pure Smart für 125 Euro überzeugt mit einer guten Verarbeitung und einer kompetenten Hinderniserkennung. Auch die Überlastsicherung überzeugt in der Praxis.

VORTEILE

  • gute Verarbeitung
  • geringer Standby-Verbrauch (unter 0,7 Watt)
  • Hinderniserkennung und Überlastsicherung 

NACHTEILE

  • Automatikfunktionen in Kombination mit dem Gateway Premium eingeschränkt
  • keine Programmierung am Gerät möglich 

Ratgeber

Warum elektrische Gurtwickler?

Die Vorteile elektrischer Gurtwickler liegen auf der Hand: kein mühsames, mitunter kräftezehrendes Ziehen am Gurt mehr, automatisierte Steuerung nach Zeitplänen oder der Sonneneinstrahlung und die Möglichkeit, die Rollläden auch aus der Ferne zu bewegen. So kann eine Anwesenheitssimulation während der Urlaubszeit erzielt werden.

Wer die Rollläden bei Sonneneinstrahlung automatisch schließt, kann die Aufheizung der Innenräume verlangsamen, was sich im Sommer spürbar auf das Raumklima auswirkt, auch wenn just niemand vor Ort ist.

Aufputz oder Unterputz – was ist der Unterschied?

Bevor man sich für ein Modell entscheidet, muss man sich kurz vergegenwärtigen, welche Montageform der vorhandene Gurtwickler hat. Das bestimmt, was als Ersatz infrage kommt.

Ein Unterputz-Gurtwickler sitzt im Mauerwerk, bündig hinter einer Blende. Das dürfte die häufigste Bauform in Alt- und Neubauten sein. Der elektrische Ersatz wird einfach in dieselbe Wandöffnung geschoben. Das Herausnehmen des alten Gurtwicklers ist kein Problem, doch dazu später mehr. Ein Aufputz-Gurtwickler, auch Schwenkwickler genannt, ist außen an der Wand befestigt – meistens seitlich neben dem Fenster. Diese Bauform lässt sich noch einfacher austauschen, weil keine Wandöffnung vorhanden sein muss.

Rolladenmotor auch in der Mietwohnung?

Ja – und das ist einer der praktischsten Aspekte dieser Gerätekategorie. Ein elektrischer Gurtwickler ersetzt den vorhandenen manuellen Wickler, ohne dass Wände geöffnet, Leitungen verlegt oder dauerhafte Eingriffe in die Bausubstanz vorgenommen werden müssen. Das Stromkabel wird zur nächsten Steckdose geführt, fertig. Natürlich sollte man den alten Gurtwickler nicht wegwerfen und ihn beim Auszug einfach wieder montieren.

Das smarte Gerät geht mit in die nächste Wohnung. Einziger Punkt, der vorab mit dem Vermieter geklärt werden sollte: das Kabel, das von der Wandöffnung zur Steckdose führt. Wer es nicht unter Putz verlegen will, führt es in einem dünnen Kabelkanal ordentlich die Wand herunter. Das ist eine Lösung, die immer noch viel besser ist als ein herabhängendes Kabel.

Installation: weniger aufwendig als gedacht

Die gute Nachricht zuerst: Ein elektrischer Gurtwickler ist kein Projekt für Fachbetriebe. Wer einen Schraubendreher halten und eine Anleitung lesen kann, kommt in den meisten Fällen selbst zum Ziel.

Vor dem Kauf des Gurtwicklers ist allerdings Messarbeit angesagt. Die entscheidenden Größen sind die Bautiefe des vorhandenen Gurtkastens, der Lochabstand der Befestigungsschrauben sowie die Breite des Gurtbandes. Auf dem Markt gibt es zwei gängige Gurtbreiten: 15 mm und 23 mm. Die Gurte selbst liegen keinem der Geräte bei, die alten Gurte werden wiederverwendet.

Die Installation der Rolladenmotoren ist normalerweise recht intuitiv und auch von weniger handwerklich begabten zu bewerkstelligen.

Am sichersten ist es, den alten Gurtwickler vor dem Kauf kurz auszubauen – in der Regel sind es nur zwei Schrauben – und die Maße direkt zu prüfen. Manche Wandausschnitte in Altbauten erfordern kleine Stemmarbeiten, wenn das neue Gerät etwas größer und vor allem tiefer ausfällt als der Vorgänger.

Wie viel Zugkraft wird benötigt?

Die Zugkraft ist das wichtigste technische Merkmal vor dem Kauf. Ist sie zu gering, schafft der Motor den Rollladen nicht – im schlimmsten Fall brennt der E-Motor dann durch.

Die benötigte Zugkraft lässt sich einfach berechnen: Breite des Rollladens in Metern × Höhe in Metern × Gewicht pro Quadratmeter des Rollladenmaterials.

Als Richtwerte für das Gewicht pro Quadratmeter gelten: Kunststoff etwa 2,8 bis 5 kg, Aluminium etwa 3 bis 4,6 kg und Holz etwa 10 bis 12 kg. Ein Kunststoffrollladen mit 1,2 Metern Breite und 2 Metern Höhe wiegt demnach rund 10 kg – für den ist jeder Standard-Gurtwickler mit 45 kg Zugkraft locker ausreichend. Wer große Holzrollläden hat, sollte dagegen nachrechnen und gegebenenfalls zur Power-Variante mit 60 kg greifen.

Wie verbindet sich ein Rolladenmotor?

In Sachen Konnektivität unterscheiden sich die Geräte am deutlichsten. Die Wahl des Funkstandards entscheidet nicht nur über die Reichweite, sondern auch darüber, welche Smart-Home-Systeme sich einbinden lassen und ob dafür zusätzliche Hardware notwendig ist.

Der Meross MRS200 setzt als einziges der getesteten Geräte auf Matter über 2,4-GHz-WLAN. Matter ist ein offener, herstellerübergreifender Standard, der eine direkte Einbindung in Apple Homekit, Amazon Alexa, Google Home und Samsung Smart Things erlaubt – ohne eigenes Gateway. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber allen anderen Ansätzen.

Der Rollotron Pure DECT von Homepilot nutzt den DECT-Funk und arbeitet direkt mit der Fritzbox zusammen. Eine separate Basisstation entfällt. Dafür ist man auf die Smart-Home-App von AVM angewiesen und muss auf Sprachsteuerung verzichten. Eine Anbindung an Alexa, Google Home oder Homekit ist nicht möglich.

Der Rollotron Classic Smart, ebenfalls von Homepilot, läuft über den proprietären 434,5-MHz-Funk und benötigt ein eigenes Gateway, das dem Starterpaket beiliegt. Über dieses Gateway lassen sich dann auch Homekit und Alexa ansprechen, allerdings mit einer Einrichtung, die unserer Meinung nach deutlich zu komplex geraten ist.

Der Schellenberg Rollodrive 65 Premium funkt auf 868,4 MHz und ist auf das System des Herstellers sowie die Magenta-Zuhause-Plattform der Telekom beschränkt. Eine direkte Einbindung in gängige Smart-Home-Systeme ist nicht vorgesehen. Wer die Magenta-Zuhause-App nutzen will, braucht einen kompatiblen Telekom-Router und für die volle Funktionalität die kostenpflichtige Pro-Version der App für knapp 3 Euro im Monat.

Automatikfunktionen – Lichtsensor, Urlaubsmodus & Co.

Die Steuerungsmöglichkeiten unterscheiden sich je nach Gerät erheblich. Das Basisrepertoire umfasst bei allen Modellen einfache Zeitpläne: einmal täglich hoch, einmal täglich runter.

Interessanter wird es bei den erweiterten Funktionen. Mehrere Geräte bieten eine Astrofunktion, die die Öffnungs- und Schließzeiten automatisch an Sonnenauf- und Sonnenuntergang am eigenen Standort anpasst. Der Meross MRS200 hat als einziges Gerät einen Lichtsensor bereits im Lieferumfang. Er lässt sich per Saugnapf am unteren Bereich an der Fensterscheibe befestigen und misst die tatsächliche Helligkeit draußen. Praktisch ist auch die Zufallssteuerung: Der Rollladen fährt zu leicht variierenden Zeiten hoch und runter und täuscht damit Anwesenheit überzeugender vor als ein starrer Zeitplan.

Wer mehrere smarte Geräte im Haushalt betreibt, kann Szenen und kombinierte Aktionen einrichten – etwa Rollläden schließen, Heizung absenken und Licht ausschalten, wenn man die Wohnung verlässt. Das funktioniert allerdings nur, wenn der elektrische Gurtwickler in das gleiche Ökosystem eingebunden ist wie die anderen Geräte.

Energieverbrauch

Alle Geräte laufen im Dauerbetrieb und stehen permanent auf Empfang. Der Standby-Verbrauch liegt bei den getesteten Modellen unter 0,5 bis 0,6 W. Das ist akzeptabel. Bei älteren oder leistungsstärkeren Geräten anderer Hersteller kann dieser Wert auf über 2 W steigen.

Einen Netzschalter hat keines der Geräte. Wer den Verbrauch auf null bringen will, müsste eine schaltbare Steckdose zwischenschalten – was allerdings die Automatikfunktionen außer Kraft setzen würde und somit nicht wirklich zielführend ist.

Die getesteten Modelle im Überblick

Der Meross MRS200 ist das technisch modernste und hat dank Matter-Standard die flexibelste Plattformunterstützung. Der beigelegte Lichtsensor ist ein echter Mehrwert. Schwachpunkt ist die anfänglich fehleranfällige Einrichtung.

Der Rollotron Classic Smart von Homepilot bietet den größten Funktionsumfang in der App, fordert aber Geduld bei der Einrichtung. Die optionale Power-Variante mit 60 kg Zugkraft ist ein Vorteil für schwere Rollläden.

Der Rollotron Pure Smart ist das günstigste der von uns getesteten Modelle und weiß dank Hinderniserkennung und Überlastschutz zu überzeugen. Eingeschränkte Automatikfunktionen in Kombination mit dem Gateway-Premium sowie eine fehlende Programmierung am Gerät schmälern den Eindruck jedoch.

Der Schellenberg RolloDrive 65 Premium ist solide gebaut und funktioniert zuverlässig, bindet den Nutzer aber stark an das eigene Ökosystem. Wer keine Telekom-Hardware hat und keine Abonnementkosten möchte, sollte zu einem anderen Gerät greifen.

Ähnlich sieht es beim Rollotron Pure DECT aus: Er überzeugt zwar durch die unkomplizierte Integration über die Fritzbox ohne zusätzliche Hardware, allerdings funktioniert er ohne Fritzbox auch nicht. Wer jedoch keine Sprachsteuerung braucht und eine Fritzbox hat, bekommt einen zuverlässigen elektrischen Gurtwickler ohne Abhängigkeit von Cloud-Diensten.

Was kostet ein Rolladenmotor?

Die Preise für elektrische Gurtwickler mit Smart-Home-Anbindung reichen von etwa 125 bis über 200 Euro pro Stück. Dazu kommen bei manchen Systemen noch Kosten für Gateways, optionale Sensoren oder Premium-Funktionen in der App via Abonnement. Wer sein ganzes Eigenheim nachrüsten möchte, kommt je nach Anzahl der Fenster hier schon gerne mal auf über 1000 Euro.

Fazit

Wer nur einen oder zwei Rollläden automatisieren will und in einem bestehenden Smart-Home-Ökosystem zu Hause ist, fährt mit dem Meross MRS200, unserem Testsieger, derzeit am besten. Wer eine Fritzbox besitzt und auf die Sprachsteuerung verzichten kann, sollte den Rollotron Pure DECT in Betracht ziehen. Für größere Installationen mit mehreren Geräten und dem Wunsch nach tieferer Integration empfiehlt sich das Homepilot-System, wie bei unserem Technologiesieger Rollotron Classic Smart mit Basisstation.

BESTENLISTE

Meross MRS200 im Test: Rolladenmotor mit Matter-Standard und Lichtsensor

Der Meross MRS200 kommt mit Lichtsensor und Matter-Standard für Smart-Home-Systeme wie Apple Homekit, Google Home, Amazon Alexa und Samsung Smart Things.

VORTEILE

  • Matter-Standard für Plattformkompatibilität
  • Lichtsensor im Lieferumfang enthalten
  • solide Verarbeitung und ruhiger Lauf
  • zwei Lochabstände (165/185 mm)
  • geringer Standby-Verbrauch (unter 0,6 Watt)

NACHTEILE

  • Verbindungsprobleme bei der Ersteinrichtung in allen getesteten Plattformen
  • nur für trockene Innenräume geeignet (IP20)

Der Meross MRS200 kommt mit Lichtsensor und Matter-Standard für Smart-Home-Systeme wie Apple Homekit, Google Home, Amazon Alexa und Samsung Smart Things.

Wer träumt nicht davon, das Zuhause möglichst weit zu automatisieren? Da kommt der Rolladenmotor Meross MRS200 gerade recht: Das Gerät soll Rolläden ohne größeren Umbau ins Smart Home holen. Als einer der ersten smarten Gurtwickler seiner Kategorie setzt er auf den Matter-Standard. Wir haben ausprobiert, wie gut das in der Praxis funktioniert und wie aufwendig die Installation ist.

Lieferumfang

Im Lieferumfang enthalten ist der Rolladenmotor selbst, ein 2 m langes Stromkabel, das noch am Gurtwickler montiert werden muss, und ein Lichtsensor mit 1,5 m langem Anschlusskabel. Dazu kommen Montageschrauben und einige Kleinteile. Nicht im Lieferumfang, für den Einbau aber unverzichtbar: Schraubendreher, Schere und Maßband. Für die Anbindung per App braucht es zudem ein Smartphone oder Tablet.

Installation und Montage

Der MRS200 ist als Unterputz-Gurtwickler konzipiert und ersetzt klassische, rein mechanische Aufwickler. Anders lässt sich das Gerät nicht montieren. Es gibt aber von anderen Herstellern auch Aufputz-Gurtwickler mit Motor und App-Ansteuerung.

Die Abmessungen des Meross-Geräts liegen bei 61 × 164 × 210 mm, die Befestigungslöcher lassen sich flexibel auf 165 oder 185 mm Abstand anpassen. Vor dem Kauf sollte unbedingt geprüft werden, ob der vorhandene Gurtkasten die nötige Bautiefe bietet und welcher Lochabstand verbaut ist.

In unserem Test verlief die mechanische Installation unkompliziert und recht zügig, was aber auch an unserer Übung liegen könnte, solche Gurtwickler einzubauen.

Das Gerät wirkt robust und ist solide verarbeitet. Beim Ausbau des alten Gurtwicklers ist Vorsicht geboten, da die Aufwickelfeder unter Spannung steht. Wichtig: Die Aufwickelfeder nicht loslassen, sobald das Gurtband entfernt ist. Wir empfehlen das Tragen von Handschuhen, damit es nicht zu Verletzungen kommt.

Das Gurtband benötigt für die Montage im Meross-Gerät am Ende ein kleines Loch zur Befestigung an der Aufwickel-Rolle. Dieses Loch muss gegebenenfalls nachgeschnitten werden, wenn der bisherige Schlitz ausgefranst sein sollte. Dazu ist ein Teppichmesser und eine stabile, schnittfeste Unterlage wie ein Küchenbrett erforderlich. Die bebilderte Schnellanleitung des Meross-Gurtwicklers beschreibt alle Schritte klar und nachvollziehbar. Wir empfanden allerdings die geringe Schriftgröße dieser Anleitung als Zumutung.

Dem Gurtwickler liegt ein 2 m langes Kabel bei. Reicht die Kabellänge bis zur nächsten Steckdose nicht aus, kann ein längeres Kabel verwendet oder eine Verlängerungsschnur eingesetzt werden. Optisch ansprechender ist eine Unterputz-Verlegung – lange Kabel vom Gurtkasten zur Steckdose wirken unschön.

Besonders durchdacht ist der beiliegende Lichtsensor: Er wird per Kabel mit dem Gurtwickler verbunden und lässt sich per Saugnapf an der Fensterscheibe befestigen. So misst er die aktuelle Helligkeit direkt am Fenster und ermöglicht tageslichtabhängige Automatisierungen.

Manuelle Steuerung und Kalibrierung

Am Gerät selbst befinden sich eine Auf- und eine Ab-Taste sowie eine Status-LED. Die automatische Endlagen-Kalibrierung startet durch gleichzeitiges langes Drücken beider Tasten. Der Motor fährt dabei beide Endpunkte automatisch an und speichert sie. Anschließend lässt sich der Rolladen in Prozentschritten präzise positionieren, etwa zum Sicht- oder Hitzeschutz.

Im Betrieb läuft der MRS200 angenehm ruhig. Der angegebene Geräuschpegel von maximal 70 dB(A) auf einen Meter Entfernung deckt sich mit unserem Eindruck: Die Arbeit des Elektromotors ist hörbar, aber nicht störend. Der Soft-Start und Soft-Stopp schonen das Gurtband und das Rollo selbst.

Automatisierung und Smart-Home-Anbindung

Der MRS200 nutzt den Matter-Standard über 2,4-GHz-WLAN und unterstützt damit Apple Homekit, Amazon Alexa, Google Home und Samsung Smartthings. Die Einrichtung über die Meross-App ist der erste Schritt, und hier zeigt das Gerät seine größte Schwäche.

Die Verbindung zu HomeKit gelang erst beim zweiten Anlauf, auch bei Alexa und Google Home traten anfängliche Verbindungsprobleme auf. Ist die Einrichtung jedoch abgeschlossen, arbeitet der MRS200 in allen vier Ökosystemen zuverlässig. Sprachbefehle wie „Hey Siri, Rollo auf 50 Prozent“ oder „Alexa, Rolladen schließen“ funktionieren im Alltag problemlos. Wer mehrere Rolläden mit dem Meross-System ausstatten will, muss ihnen natürlich unterschiedliche Namen geben, da sonst die Sprachsteuerung nicht zuverlässig funktioniert.

Über Zeitpläne und Szenen lassen sich Routinen einrichten, etwa morgens automatisch öffnen, mittags für Hitzeschutz teilweise schließen und abends komplett herunterfahren. Der Lichtsensor ergänzt diese Möglichkeiten um helligkeitsabhängige Automatisierungen, die sich in der Meross-App konfigurieren lassen.

Preis

Aktuell bekommt man den Meross MRS200 für 140 Euro. Wer lieber bei Amazon einkauft, zahlt aktuell etwa 160 Euro.

Fazit

Der Meross MRS200 erfüllt seine Kernaufgabe zuverlässig und überzeugt durch seine solide Verarbeitung, die geringe Geräuschentwicklung und den praxistauglichen Lichtsensor. Besonders der Matter-Standard hebt den Gurtwickler von den Mitbewerbern ab: Wer das Gerät einmal eingerichtet hat, ist nicht an ein bestimmtes Ökosystem gebunden. Genau die Einrichtung ist jedoch der schwächste Punkt: Bei allen drei getesteten Plattformen traten anfängliche Verbindungsprobleme auf, die einen zweiten Anlauf erforderten.

Mit einem Preis von etwa 140 Euro liegt der MRS200 deutlich unter dem Rollotron Classic Smart, bietet dabei aber einen vergleichbaren Funktionsumfang und den moderneren Matter-Standard. Für alle, die ihre Rolläden ohne Insellösung und ohne großen Installationsaufwand ins Smart Home einbinden wollen, ist der MRS200 eine praktische und verlässliche Wahl.

Homepilot Rollotron Classic Smart im Test: Rolladenmotor mit Zufallssteuerung

Der Rolladenmotor Rollotron Classic Smart hat eine optionale Zufallssteuerung, die im Urlaub die Anwesenheit daheim simuliert.

VORTEILE

  • hohe Zugkraft von 45 kg oder 60 kg (Power-Variante)
  • einfache mechanische Installation
  • zuverlässige Automatikfunktionen
  • geringer Stromverbrauch im Standby (< 0,6 W)
  • materialschonender Betrieb durch Soft-Start/Soft-Stopp

NACHTEILE

  • recht komplizierte Einrichtung der App-Steuerung
  • relativ hoher Preis

Der Rolladenmotor Rollotron Classic Smart hat eine optionale Zufallssteuerung, die im Urlaub die Anwesenheit daheim simuliert.

Wie der Name bereits vermuten lässt, ermöglicht der elektrische Gurtwickler Rollotron Classic Smart von Homepilot die Einbindung in das Smart-Home über die mitgelieferte Basisstation Gateway Premium. Zudem bietet er ein paar spannende Funktionen, wie die zufällige Steuerung der Rolläden – besonders praktisch, wenn man längere Zeit außer Haus ist. Wir haben den smarten elektrischen Rolladenmotor rundum getestet und verraten, ob sich die Anschaffung lohnt.

Hinweis: Online findet man den Homepilot Rollotron Classic Smart auch unter dem Namen Rademacher Rollotron Classic Smart. Dabei handelt es sich um das gleiche Produkt. Die Firma Rademacher, die den Homepilot Rollotron Classic Smart vertreibt, verwendet für Produkte des B2C-Bereichs mittlerweile nur noch den Namen Homepilot.

Installation und Montage

Das Starterpaket wird mit zwei Aufwicklern, einer Basisstation, einer umfangreichen Anleitung und etwas Montagematerial geliefert. Lediglich einen Schraubendreher benötigt der Nutzer noch zusätzlich. Wer will, kann natürlich auch einzelne Gurtwickler kaufen, um so die Wohnung oder das Haus vollständig zu versorgen.

Das Modell zeichnet sich durch eine maximale Zugkraft von 45 kg aus und unterstützt Gurtbandbreiten bis zu 23 mm. Das Gewicht erreichen größere Rolläden schnell, weshalb es auch noch eine Power-Variante mit 60 kg Zugkraft und erhöhtem Drehmoment gibt. Zudem gibt es auch Varianten mit einer Gurtbandbreite von 15 mm.

Vor dem Kauf sollte nicht nur die Gurtbandbreite nachgemessen werden, sondern auch die Bautiefe des vorhandenen Aufwicklers. Im Zweifelsfall kann dieser auch kurz demontiert werden – in der Regel muss man dabei nur zwei Schrauben lösen, nachdem das Rollo heruntergelassen wurde.

Der motorbetriebene Aufwickler benötigt 139 (Tiefe) × 34,5 (Breite) × 132 (Höhe) mm Platz in der Wand. Die Außenblende misst 210,8 × 60,6 mm und ist 27 mm tief. Die Befestigungslöcher haben einen vertikalen Abstand von 165 und 185 mm.

In unserem Test passte der Gurtwickler ohne Probleme in die vorhandene Öffnung, in einigen Fällen kann jedoch ein tieferer Ausschnitt notwendig sein, besonders bei älteren Fensterkonstruktionen. Wichtig ist dabei, dass der Gurtwickler frei im Gurtkasten sitzt und nicht am Mauerwerk anliegt, um Geräuschbildung zu vermeiden.

Der neue, smarte Gurtwickler wird mit Strom betrieben. Das Kabel liegt bei, muss aber noch mit dem Gerät verbunden werden. Wem die Kabellänge bis zur nächsten Steckdose nicht reicht, kann entweder ein längeres Kabel befestigen oder im Zweifelsfall mit einer Verlängerungsschnur arbeiten. Denkbar ist auch, das Stromkabel aus optischen Gründen unter Putz zu verlegen, wobei sich diese Option wohl eher im Eigentum anbietet als in Mietwohnungen.

Beim Entfernen des alten Gurtwicklers sollte man unbedingt beachten, dass die Aufwickeldose unter Spannung steht. Diese muss festgehalten werden, während das Gurtband vorsichtig abgenommen wird. Das Gurtband benötigt ein kleines Loch am Ende, damit es vom Rollotron aufgewickelt werden kann. Das muss man unter Umständen nachschneiden. Der smarte Gurtwickler wird dann einfach in die Maueraussparung geschoben und mit den beiliegenden oder den bereits vorhandenen Schrauben des alten Gurtwicklers fixiert. Der Hersteller hat die Montageanleitung anschaulich gestaltet, was besonders unerfahrenen Heimwerkern zugutekommt.

Die manuelle Steuerung

Der Rollotron-Gurtwickler hat mehrere physische Bedienelemente, unter anderem zum Herauf- und Herunterfahren des Rollos. Außerdem kann der obere und untere Totpunkt eingestellt werden, damit der Motor jeweils präzise stoppt. Für den oberen Endpunkt fährt man den Rollladen mit der Auf-Taste an die gewünschte Position und bestätigt diese durch gleichzeitiges Drücken der Auf- und SET-Taste. Analog wird der untere Endpunkt mit der Ab-Taste angefahren und gespeichert. Die Anleitung weist ausdrücklich darauf hin, dass ohne eingestellte Endpunkte die Automatikfunktionen deaktiviert bleiben.

Uns ist allerdings aufgefallen, dass diese Kalibrierung nach längerer Benutzung wiederholt werden muss, weil der Rollladen nicht ganz heraufgezogen wurde. Besonders erfreulich ist, dass die Motoren im Betrieb sehr sanft mit den Gurtbändern umgehen, was deren Langlebigkeit deutlich erhöhen dürfte. Auch die Geschwindigkeit lässt sich einstellen, um die Bewohner nicht zu stören.

Automatisierung und Einbindung ins Heimnetzwerk

Der Rollotron Classic Smart soll nicht nur mit den Knöpfen am Gerät, sondern im besten Fall auch über das Heimnetzwerk gesteuert arbeiten. Dazu liegt die Basisstation namens Gateway Premium samt Netzteil bei, die nach dem Anschluss an den heimischen Router auch genutzt werden kann, um den Rollladenbetrieb aus der Ferne zu steuern.

Die App-Steuerung über die Homepilot-App zeigt unserer Meinung nach leider einige Schwächen. Die Einrichtung wirkt kompliziert und unserer Ansicht nach nicht immer intuitiv gestaltet. Hier sollte der Hersteller noch einmal in sich gehen und eine aufgeräumte Benutzeroberfläche nachreichen. Nach erfolgreicher Einrichtung funktioniert die Bedienung jedoch zuverlässig und dann auch ohne Hürden.

Neben einer klassischen Zeitsteuerung mit Tages- und Wochenplänen, auf Wunsch mit Berücksichtigung von bundeslandspezifischen Schulferien, können die Rolläden auch manuell über die App bedient werden. Eine Sprachsteuerung gibt es in der App nicht, dafür aber die Möglichkeit, andere Geräte des Herstellers darüber zu bedienen und wenn sinnvoll auch kombinierte Aktionen durchzuführen, etwa die Thermostatsteuerung mit der Rollladenöffnung zu verbinden.

Eine clevere Funktion ist die Zufallssteuerung, die den Rollladen zu zufälligen Zeiten bewegt und so Anwesenheit simuliert. Wer will, kann auch seinen ungefähren Standort in der App speichern und dann automatisch zum Sonnenauf- und -untergang die Rollladenmotoren ansteuern lassen. Eine Anbindung an einen optionalen Sonnensensor des Herstellers ist über das Gateway ebenfalls möglich.

Die Anbindung an Apple Homekit und Alexa haben wir ebenfalls getestet. Für die Alexa-Anbindung muss auch die Steuerung aus der Ferne aktiviert werden, damit der Skill arbeiten kann. Die HomeKit-Ansteuerung erfolgt über einen Kurzbefehl, der in der App beschrieben wird und – sofern Homekit funktioniert – auch problemlos einrichtbar ist. Wer will, kann über die beiden Systeme ad-hoc mit Sprachbefehlen die Rolläden steuern und auch festlegen, wie weit sie geöffnet oder geschlossen werden sollen. Auch eine physische Fernbedienung und ein Wandtaster sind optional erhältlich.

Preis

Das Set bestehend aus zwei Rolladenmotoren und einer Basisstation kostet aktuell 380 Euro, die UVP liegt hier bei 477 Euro. Ein einzelner Rolladenmotor mit einer Zugkraft von 45 kg und einer Gurtbreite von 15 mm schlägt mit aktuell 160 Euro zu Buche.

Fazit

Der Homepilot Rollotron Classic Smart ist ein solider elektrischer Gurtwickler, der seine Kernaufgabe zuverlässig erfüllt. Die mechanische Installation ist gut durchdacht und auch für handwerklich weniger versierte Nutzer machbar. Die Automatikfunktionen arbeiten zuverlässig und bieten einen echten Mehrwert im Alltag.

Schwächen zeigt das Gerät bei der Smart-Home-Integration und der App-Steuerung. Hier wäre eine intuitive Einrichtung wünschenswert. Ist diese jedoch erst einmal abgeschlossen, arbeitet der Gurtwickler zuverlässig.

Mit einem Preis von etwa 160 Euro ist der Rollotron Classic Smart definitiv kein Schnäppchen, rechtfertigt den Preis jedoch durch seine robuste Konstruktion. Das Starterpaket mit zwei Rollladenmotoren und dem Gateway kostet stolze 380 Euro.

Homepilot Rollotron Pure Smart im Test: Rolladenmotor erkennt Hindernisse

Der Homepilot Rollotron Pure Smart ist als Rolladenmotor sowohl mit Hinderniserkennung als auch Überlastsicherung ausgestattet.

VORTEILE

  • gute Verarbeitung
  • geringer Standby-Verbrauch (unter 0,7 Watt)
  • Hinderniserkennung und Überlastsicherung 

NACHTEILE

  • Automatikfunktionen in Kombination mit dem Gateway Premium eingeschränkt
  • keine Programmierung am Gerät möglich 

Der Homepilot Rollotron Pure Smart ist als Rolladenmotor sowohl mit Hinderniserkennung als auch Überlastsicherung ausgestattet.

Wer seine Rolläden mit einer Motorsteuerung versehen will, kann mittlerweile aus einer großen Zahl von Gurtwicklern wählen, die das lästige Ziehen per Hand ersetzen. Der Homepilot Rollotron Pure Smart soll eine unkomplizierte Nachrüstlösung mit optionaler Anbindung an das Smart Home sein. Mit an Bord sind zudem eine Hinderniserkennung sowie ein Überlastschutz. Wie er sich in der Praxis schlägt, zeigt der Test.

Lieferumfang & Design

Im Karton ist der Gurtwickler selbst, zwei Schrauben, ein Anschlusskabel mit Eurostecker und einige Kleinteile für die Montage. Die Gebrauchsanleitung liegt auf Deutsch bei und ist gut strukturiert.

Das Gehäuse des Geräts misst 139 mm in der Tiefe, 61 mm in der Breite und 132 mm in der Höhe. Die Frontblende, hinter der die Bedientasten sitzen, ist mit 211 mm etwas länger. Das Gerät ist in mattem Weiß gehalten und wirkt hochwertig und solide.

Der Rollotron Pure Smart unterstützt ausschließlich 23 mm breite Standardgurtbänder. Wer ein schmaleres oder breiteres Band verbaut hat, muss es vor der Montage austauschen. Die maximale Gurtlänge hängt von der Banddicke ab und beträgt je nach Stärke zwischen 5,2 m (1,5 mm Dicke) und 7,6 m (1 mm Dicke).

Montage & Anschluss

Die Montage des Rollotron Pure Smart ist in der Anleitung verständlich beschrieben, setzt aber handwerkliches Grundverständnis voraus.

Vor dem Einbau muss man die Tiefe des vorhandenen Gurtkastens prüfen. Das Gerät braucht 139 mm Einbautiefe. Wer einen älteren oder besonders flachen Kasten hat, muss unter Umständen nacharbeiten. Das Gurtband wird am Ende ca. 20 cm unterhalb des Gurtkastens abgeschnitten, umgeschlagen und mit einem kleinen Schlitz versehen, damit es sich auf dem Wickelrad des neuen Geräts einhaken lässt. Dieser Schritt ist etwas fummelig, aber mit ein wenig Geduld und einem Teppichmesser schnell zu bewältigen.

Beim Einbau gilt: Das Gerät muss frei im Gurtkasten sitzen und darf nicht am Mauerwerk anliegen, weil sonst Geräusche im Betrieb entstehen.

Bedienung & Einrichtung

Auf der Frontblende sitzen fünf Bedienelemente: Auf-Taste, Ab-Taste, Set-Taste für die Endpunkte, Auto-Taste sowie die Duo-Fern-Taste zum An- und Abmelden von Sendern. Eine Kontrollleuchte gibt über rote und grüne Blink- und Dauersignale Auskunft über den aktuellen Gerätestatus. Bis auf die Auf- und Abtaste verschwinden die restlichen Elemente hinter einer Blende, weil sie im normalen Betrieb nicht nötig sind. So sieht die Oberfläche des Rolladenwicklers sehr aufgeräumt aus.

Die Endpunkte, also das obere und untere Ende des Rollladens, müssen eingerichtet werden, damit ein Tastendruck den Rollladen vollständig öffnen oder schließen kann. Ohne eingestellten oberen und unteren Endpunkt läuft der Motor nur so lange, wie die Taste gedrückt gehalten wird, und die Automatikfunktionen bleiben gesperrt.

Ein praktischer Hinweis aus der Anleitung, der auch im Betrieb relevant bleibt: Gurtbänder dehnen sich im Laufe der Zeit, weshalb die Endpunkte gelegentlich neu kalibriert werden müssen.

Automatik & Smart-Home-Integration

Der Rollotron Pure Smart kommuniziert über Funk auf 434,5 MHz. Die Reichweite beträgt im Gebäude rund 30 m, im Freien bis zu 100 m. An einem Gerät lassen sich bis zu 20 Duo-Fern-Sender anmelden, darunter Wandtaster, Fernbedienungen und das (Hardware) Gateway Premium als zentrale Steuereinheit. Das Gateway ist auch der Schlüssel, Smart-Home-Funktionen zu ermöglichen und den Rollotron Pure Smart aus der Ferne zu bedienen.

Das Gateway verbindet sich per WLAN oder LAN mit dem Heimnetz und verwaltet bis zu 100 Funkgeräte. Nutzer definieren Szenen und Zeitpläne, etwa damit Rollläden morgens automatisch hochfahren oder abends selbst schließen. Optional erhältliche Sensoren liefern dabei die Auslöser für solche Wenn-dann-Abläufe.

Über eine App für Android und iOS oder einen Browser lässt sich das System auch aus dem Urlaub heraus bedienen. Amazon Alexa und Google Assistant sind kompatibel, Sprachbefehle werden direkt umgesetzt. Alle Szenarien und Gerätedaten speichert das Gateway lokal, eine Internetverbindung ist für den Grundbetrieb nicht zwingend nötig, nur dann gibt es natürlich keine Fernsteuerung abseits des trauten Heims.

Der Rollotron Pure Smart unterstützt ohne Smarthome-Anbindung vier Automatikfunktionen: Zeitautomatik, Morgendämmerungsautomatik, Abenddämmerungsautomatik und Sonnenautomatik. Letztere reagiert auf Signale eines Lichtsensors aus dem Duo-Fern-Netzwerk und fährt den Rollladen bei zu viel Sonneneinstrahlung auf eine frei einstellbare Position. Zusätzlich gibt es eine Lüftungsposition, bei der der Rollladen beim automatischen Schließen nicht ganz zufährt, sondern an einer definierten Zwischenposition anhält. Das Fenster muss natürlich trotzdem manuell geöffnet werden.

Leistung & technische Daten

Der Motor des Rollotron Pure Smart leistet 70 W bei einem Drehmoment von 10 Nm und einer maximalen Drehzahl von 30 U/min. Bei kurzer aufgerollter Länge sind deutlich über 50 kg Zuggewicht möglich, bei längeren Gurtbändern fällt die Kraft entsprechend ab. Damit sollten sich eigentlich alle normalen Rollos bewegen lassen, von Sicherheitsmodellen aus Metall einmal abgesehen.

Das Gerät ist auf Kurzzeitbetrieb ausgelegt: Die maximale Laufzeit pro Fahrt beträgt vier Minuten. Nach dem Ansprechen der Laufzeitbegrenzung muss der Motor mindestens 12 Minuten abkühlen, bevor er wieder eingeschränkt nutzbar ist. Die volle Betriebsbereitschaft stellt sich nach rund einer Stunde wieder ein. Für den normalen Rollladenbetrieb ist das unproblematisch – Dauerläufe sind mit solchen Geräten nicht vorgesehen. Der Standby-Verbrauch liegt unter 0,7 W, was im Dauerbetrieb über das Jahr hinweg kaum ins Gewicht fällt.

Die eingebaute Hinderniserkennung überwacht das Schließen des Rollladens, was wir auch testen konnten: Trifft der Rollladen auf ein Hindernis, stoppt der Motor. Anschließend ist zunächst eine Fahrt in die Gegenrichtung nötig, bevor er wieder in die ursprüngliche Richtung betrieben werden kann. Die Überlastsicherung greift entsprechend beim Hochfahren, etwa wenn Eisbildung den Rolladen blockiert.

Preis

Der Homepilot Rollotron Pure Smart kostet aktuell 125 Euro auf Amazon.

Fazit

Der Homepilot Rollotron Pure Smart ist ein solider Gurtwickler für alle, die ihren Rollladen nachrüsten wollen. Die Montage ist für jemanden mit etwas handwerklicher Grunderfahrung gut zu bewältigen.

Wer das Gateway Premium als zentrale Steuereinheit nutzt, sollte wissen, dass die geräteinternen Automatikfunktionen dann nicht greifen – die Steuerung läuft vollständig über die App bzw. den Webbrowser. Auch ist keine Programmierung am Gerät selbst möglich.

Für Nutzer, die bereits in der Homepilot-Welt unterwegs sind oder den Einstieg planen, ist der Rollotron Pure Smart eine durchaus gut durchdachte Wahl.

Schellenberg Rollodrive 65 Premium im Test: Rolladenmotor mit Klemmschutz

Als Rolladenmotor liefert der Schellenberg Rollodrive 65 neben Automatisierungsmöglichkeiten auch Sicherheitsfunktionen wie eine Hinderniserkennung.

VORTEILE

  • einfache Installation ohne Öffnung des Rolladenkastens
  • zuverlässige Funktion mit 45 kg Zugkraft
  • sanfter Motor-Start schont die Mechanik
  • niedriger Standby-Verbrauch unter 0,5 Watt
  • integrierte Sicherheitsfunktionen (Hinderniserkennung, Klemmschutz)

NACHTEILE

  • keine direkte Integration in gängige Smart-Home-Systeme
  • relativ hoher Anschaffungspreis
  • begrenzte Funkreichweite im Gebäude (max. 20 m)
  • teils kostenpflichtige Pro-Version der Magenta-Zuhause-App erforderlich

Als Rolladenmotor liefert der Schellenberg Rollodrive 65 neben Automatisierungsmöglichkeiten auch Sicherheitsfunktionen wie eine Hinderniserkennung.

Der Schellenberg Rollodrive 65 Premium ist ein motorisierter Ersatz für den manuellen Gurtwickler. Er wird anstelle des bisherigen Gurtwicklers, aber mit dem bisherigen Gurtband, in die Wand gesetzt. Der Rolladenmotor ist in das Smart-Home-System von Schellenberg integriert und auch über die Magenta-Zuhause-App via dem mitgelieferten USB-Stick steuerbar. Zusatzfunktionen wie der Klemmschutz und die Hinderniserkennung machen den Rollodrive 65 Premium zu einer spannenden Option für die Automatisierung daheim. Wir haben ihn getestet.

Installation und Montage

Der Schellenberg Rollodrive 65 Premium ist für 23 mm breite Gurtbänder gedacht, die Maße liegen bei 59 × 210 × 27 mm. Vor der Anschaffung des Geräts lohnt es sich, den alten Gurtkasten zu lösen und einmal abzumessen, wie groß die Öffnung in der Wand tatsächlich ist. Wir mussten kleine Stemmarbeiten durchführen, weil der Schellenberg Rollodrive 65 Premium sonst nicht gepasst hätte.

Die Lochabstände zum Befestigen liegen bei 165 mm und 185 mm. Die Schrauben sind inkludiert, wir haben jedoch die bereits vorhandenen Schrauben verwendet, weil sie kürzer waren als die mitgelieferten und so ohne Nachbohren in die Wand passten.

Beim Ausbau des alten Gurtwicklers muss man ein wenig aufpassen, wenn das Gurtband gelöst wird, weil in dessen Aufrolldose eine gespannte Feder steckt. Hält man die Dose mit einer Hand fest, während man mit der anderen den Gurt abwickelt, sollte das problemlos klappen. Danach wird der Gurt in den Motor-Gurtwickler eingefädelt. Wie beim alten Gurtwickler nutzt man dazu den kleinen Schlitz, der kurz vor dem Ende des Gurtbandes geschnitten wurde. Jetzt kann montiert werden. Optional bringt man schon außerhalb des Wandlochs den Motor das erste Mal mit den Tasten in Gang, um das Band aufzuwickeln.

Da der Motor Strom benötigt, muss noch ein Stromkabel montiert werden. Je nach Entfernung der Steckdose ist das mitgelieferte Kabel mit 1,5 Metern zu kurz, im Baumarkt dürfte es aber kein Problem sein, ein längeres Kabel zu finden. Die Kabelmontage erfolgt in jedem Fall mittels einer Lüsterklemme. Eine Zugentlastung darf natürlich nicht fehlen.

Der Rollodrive 65 Premium ist für Rollläden mit einem Gewicht von bis zu 45 kg gedacht. Das entspricht laut Hersteller einer Fläche von etwa 6 Quadratmetern bei Kunststoff-Rollläden. Leider wurde kein Vergleich zu Holz-Rollläden genannt. Wir gehen davon aus, dass Holzrollläden in dieser Größe etwa 60 kg wiegen, also deutlich zu schwer für das Gerät sind. Bei der Erstinstallation muss man den oberen und unteren Totpunkt festlegen.

Manuelle Steuerung und Bedienelemente

Fünf Tasten und drei LEDs bilden die karge Bedienoberfläche für alle, die die Smart-Funktionen nicht verwenden wollen. Die großen Auf- und Ab-Tasten funktionieren auch ohne Smart-Home-Anbindung zuverlässig und mit einem guten Druckpunkt. Dazu kommen Tasten für eine Tages- und eine Nachtstellung sowie eine Umstelltaste.

Gut gefallen hat uns der sanft anlaufende Motor, der Gurtband und Rolladen schont. Da es kein Display gibt, muss die Festlegung der automatisierten Öffnung und Schließung zu der tatsächlichen Uhrzeit vorgenommen werden. Eine Sommer- und Winterzeitschaltung gibt es nicht. Mit der Umstelltaste wird zwischen Automatik- und manuellem Betrieb geschaltet. Sehr positiv ist die Hinderniserkennung, die den Betrieb sofort stoppt, wenn der Rolladengurt sich nicht bewegt.

Automatisierung und Smart-Home-Integration

Der integrierte 868,4-MHz-Funk arbeitet mit optionalem Schellenberg-Handsender oder den Zeitschaltuhren des Herstellers zusammen. Die Zeitautomatik ermöglicht je eine Auf- und Abfahrtzeit pro Tag. Mit einem ebenfalls optional erhältlichen Außen-Lichtsensor soll der Rolladen abhängig vom natürlichen Sonnenlicht hoch- und herunterfahren. Eine Anbindung an gängige Smart-Home-Systeme wie Apple HomeKit oder Amazon Alexa ist leider nicht möglich – hier beschränkt sich Schellenberg auf das eigene Ökosystem und die Magenta-Smart-Home-Plattform der Telekom.

Mit der hervorragend strukturierten App des Herstellers kann der Rolladen gesteuert werden – im einfachsten Fall wie mit einer Fernbedienung. Wer will, kann auch eine zeitgesteuerte Programmierung, eine Urlaubsschaltung oder eine Astrofunktion aktivieren. Die Astrofunktion benötigt die Position des Nutzers und passt dann die Öffnungs- und Schließzeiten dem täglichen Sonnenauf- und -untergang an.

Alternativ kann auch die Magenta-Zuhause-App verwendet werden. Wir hatten bedauerlicherweise einige Probleme, das Gerät mit dem von Schellenberg gelieferten USB-Funkstick und der Magenta-Zuhause- App zu erkennen, bis wir gemerkt haben, dass dies nur mit der Pro-Version der App funktioniert, die bedauerlicherweise kostenpflichtig ist und knapp 3 Euro im Monat kostet.

Der Stick wird einfach in einen Router des Typs SpeedPort 4, SpeedPort 2, SpeedPort 3, SpeedPort Pro sowie Pro Plus oder die Qivicon Home Base 2.0 gesteckt. Die Reichweite liegt im Gebäude bei etwa 20 Metern, weshalb die Funksteuerung strategisch möglichst in der Mitte der Wohnung oder des Hauses platziert werden sollte.

Mit dieser App kann dann auch eine Sprachsteuerung über Alexa oder Google realisiert und der Rolladenmotor mit anderen Aktionen verknüpft werden, wie beispielsweise einer Routine, die beim Verlassen der Wohnung durchgeführt wird und die nicht nur die Rollläden herunterlässt, sondern beispielsweise im Winter auch die Heizung absenkt und das Licht ausschaltet.

Preis

Die UVP des Schellenberg Rollodrive 65 Premium liegt bei 200 Euro. Aktuell gibt es den Rolladenmotor für 160 Euro bei Globus.

Fazit

Schellenberg verspricht bei der Montage des Rollodrive 65 Premium nicht zu viel – die kann nämlich wirklich auch von Laien durchgeführt werden. Der Rolladenmotor führt seine Kernaufgabe zuverlässig durch und überzeugt mit hilfreichen Zusatzfunktionen wie der Hinderniserkennung und dem Klemmschutz. Für 160 Euro ist das Gerät allerdings nicht gerade günstig. Auch dürfte die fehlende Unterstützung für Smart-Home-Systeme wie Google Home oder Apple Homekit für viele ein Ausschlusskriterium sein.

Wer bereits im Schellenberg Ökosystem ist, bekommt mit dem Rollodrive 65 Premium aber ein durchaus kompetentes Gerät.

Homepilot Rollotron Pure DECT im Test: zuverlässiger Rolladenmotor für Fritzbox

Mit dem Homepilot Rollotron Pure DECT steuert und automatisiert Rolläden der eigenen Wohnung elektronisch – sofern man eine Fritzbox sein Eigen nennt.

VORTEILE

  • hohe Zugkraft von 45 kg
  • einfache mechanische Installation
  • zuverlässige Automatikfunktionen
  • geringer Stromverbrauch im Standby (< 0,5 W)
  • materialschonender Betrieb durch Soft-Start/Soft-Stopp

NACHTEILE

  • relativ hoher Preis
  • keine Sprachsteuerung

Mit dem Homepilot Rollotron Pure DECT steuert und automatisiert Rolläden der eigenen Wohnung elektronisch – sofern man eine Fritzbox sein Eigen nennt.

Der elektrische Gurtwickler Rollotron Pure DECT von Homepilot kann Rollläden ferngesteuert und automatisiert hoch- und herunterfahren. Er ist dabei für die Fritzbox von AVM vorgesehen und wird per AVM-Smartphone-App gesteuert. Wir haben ausprobiert, was das Gerät taugt und wie leicht es zu installieren ist.

Hinweis: Online findet man den Homepilot Rollotron Classic Smart auch unter dem Namen Rademacher Rollotron Classic Smart. Dabei handelt es sich um das gleiche Produkt. Die Firma Rademacher, die den Homepilot Rollotron Classic Smart vertreibt, verwendet für Produkte des B2C-Bereichs mittlerweile nur noch den Namen Homepilot.

Installation und Montage

Der Gurtwickler Rollotron Pure DECT von Homepilot wird einzeln verkauft – ein Unterschied zu den anderen Varianten, die eine neue Basisstation erfordern. Der Pure DECT kann einfach mit der Fritzbox zusammenarbeiten und wird über die Smarthome-App von AVM gesteuert. Eine separate Basisstation ist so überflüssig, was deutliche Vorteile, aber auch einige Nachteile hat – doch dazu später mehr.

Im Paket sind neben dem Gurtwickler selbst das notwendige Befestigungsmaterial, ein Stromkabel und einige gedruckte Anleitungen enthalten. Was fehlt, ist Werkzeug – ein Kreuzdreher und ein Schlitzdreher werden sich aber in den meisten Haushalten finden.

Das Modell bietet eine maximale Zugkraft von 45 kg und unterstützt Gurtbandbreiten bis zu 23 mm. Auch wenn sich 45 Kilogramm viel anhören, können große Wohnzimmer-Rollläden dieses Gewicht schnell erreichen. Das Gewicht entspricht etwa 6 Quadratmetern. Leider gibt es von Homepilot beim DECT-Modell keine Power-Variante mit 60 kg Zugkraft und erhöhtem Drehmoment – wer das braucht, muss auf die Homepilot-Versionen mit Basisstation setzen.

Wer mit der DECT-Variante liebäugelt, sollte vorher nicht nur die Gurtbandbreite von 23 mm nachmessen, sondern probehalber auch den vorhandenen Gurtwickler kurz ausbauen. Es sind in der Regel zwei Schrauben, die gelöst werden müssen, um das bisherige Gerät aus der Wand herausziehen zu können. Wir empfehlen das deshalb, weil die Bautiefen dieser Gurtwickler sich bedauerlicherweise unterscheiden.

Das motorisierte Modell von Homepilot hat Einbaumaße von 132 × 34,5 × 139 mm. Die Befestigungsschrauben benötigen einen Abstand von 165 mm, 175 mm oder 185 mm: Der Hersteller hat vier Bohrungen in der Gurtroller-Blende platziert, weshalb sich so viele Varianten ergeben.

Vor der Installation muss das beiliegende Stromkabel noch mit der Lüsterklemme verbunden, festgeschraubt und die Zugentlastung montiert werden. Der Vorteil dieser Konstruktion: Wer in der Nähe keine Steckdose hat, kann auch ein längeres Kabel montieren.

Wir haben den Gurtwickler ohne Probleme in der Wand versenken können und dann die beiden beiliegenden Schrauben zum Fixieren verwendet. Wichtig ist, dass der Gurtwickler nicht allzu fest am Mauerwerk anliegt, sonst kratzt die Mechanik.

Der neue, smarte Gurtwickler wird mit Strom betrieben. Das Kabel liegt bei, muss aber noch mit dem Gerät verbunden werden. Wem die Kabellänge von 1,5 Metern bis zur nächsten Steckdose nicht reicht, kann ein längeres Kabel verwenden. Denkbar ist auch, das Stromkabel in einem Kabelkanal oder unter Putz zu verlegen.

Bei der Montage sollte man nicht nur sorgsam das Kabel verschrauben, sondern auch beim Entfernen des alten Gurtwicklers vorsichtig vorgehen. Dessen Aufwickeldose steht unter Spannung, weshalb man beim Abwickeln des Gurts die Dose festhalten sollte und dann, wenn der Gurt entfernt wurde, die Spannung langsam abbauen.

Um das alte Gurtband mit dem Homepilot-Gerät zu verbinden, muss ein kleines Loch am Ende vorhanden sein, damit es vom Rollotron aufgewickelt werden kann. Womöglich muss dieses nachgeschnitten werden, wenn der bisherige Schnitt ausgefranst ist. Die Montageanleitung dürfte alle offenen Fragen beantworten, weil sie sehr gut gegliedert und illustriert ist.

Die manuelle Steuerung

Der Rollotron-Gurtwickler hat mehrere physische Bedienelemente. Dabei stehen die zwei großen Taster zum Herauf- und Herunterfahren des Rollos hervor. Die sind zwar nicht smart, aber praktisch, wenn man die Smart-Home-Steuerung nicht benutzen will.

Mit einer Taste stellt man den oberen und unteren Totpunkt ein, damit der Motor jeweils präzise stoppt, wenn der Rolladen ganz oben oder ganz unten ist. Zudem lässt sich eine weitere Position speichern, beispielsweise zum Lüften. Wer den oberen oder unteren Totpunkt nicht einstellt, kann die Automatikfunktionen nicht nutzen. Wie bei vielen mechanischen Geräten müssen beide Totpunkte mit der Zeit neu kalibriert werden, besonders bei sehr alten Rollläden. Vorteilhaft ist der sanft anlaufende Motor, der die Gurtbänder und die Rollläden dabei schont.

Automatisierung und Einbindung ins Heimnetzwerk

Den Rollotron Pure DECT nur mit den Knöpfen am Gerät zu steuern, wäre aber langweilig. Mit der DECT-Anbindung an die Fritzbox kann man den Rolladen auch über das Heimnetzwerk verwenden – dazu ist keine weitere Basisstation erforderlich. Das spart Strom, reduziert den Gerätepark und ist sehr zuverlässig. Die Reichweite von DECT schwankt allerdings je nach baulichen Gegebenheiten, bei sehr ausgedehnten Häusern oder Wohnungen kann ein Repeater erforderlich sein.

Die App-Steuerung erfolgt über die Smarthome-App von AVM. Diese ist solide, aber auch ohne besondere Feinheiten. Über die App fährt man den Rolladen nach oben oder unten. Wer das nicht manuell machen will, kann auch einen Zeitplan einstellen. Eine Astrofunktion (Sonnenaufgang & Sonnenuntergang) und die Synchronisation mit einem Google-Kalender sind ebenfalls über die Fritzbox möglich. So kann eine perfekte Anwesenheitssimulation realisiert werden. Wer will, kann in der App auch einstellen, dass die Fernsteuerung außerhalb des WLANs arbeiten soll, also beispielsweise von unterwegs aus.

Der Nachteil der DECT-Lösung: Eine Anbindung an Apple Homekit, Alexa oder Google Home ist nicht möglich und auch eine Sprachsteuerung ist nicht vorgesehen. Hier müsste allerdings AVM vorlegen und nicht Homepilot. Wer darauf nicht verzichten will, benötigt ein Homepilot-Modell mit Basisstation.

Preis

Der Homepilot Rollotron Pure DECT kostet einzeln aktuell 140 Euro. Für das Zweier-Set zahlt man derzeit 281 Euro.

Fazit

Der Rollotron Pure DECT ist schnell montiert, funktioniert problemlos und lässt sich manuell oder über die App ohne Schwierigkeiten ansteuern. Die Montage ist leicht zu verstehen und erfordert kein besonderes handwerkliches Geschick. Leider lässt sich das Gerät nicht in die üblichen Smarthome-Systeme integrieren oder per Sprache steuern, da es ausschließlich via DECT und der AVM-App agiert. Mit einem Preis von etwa 140 Euro pro Stück ist der Rollotron Pure DECT nicht gerade günstig, doch die Konstruktion ist stabil und die Funktion zuverlässig.



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