Künstliche Intelligenz
Erste Enzyklika: Papst fordert Richtlinien für Umgang mit KI
Papst Leo XIV. hat nach einem Jahr im Amt seine erste eigene Enzyklika veröffentlicht – eine mehr als 100 Seiten lange Abhandlung zum Thema Künstliche Intelligenz (KI). Das päpstliche Lehrschreiben trägt den Titel „Magnifica Humanitas“ (Großartige Menschheit). Darin warnt das Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken vor zahlreichen Gefahren, die KI für das menschliche Zusammenleben bedeute. Deshalb fordert er strenge Richtlinien für den Umgang. Er sieht aber auch Chancen.
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Die erste Enzyklika in der Amtszeit eines neuen Papstes gilt vielfach als eine Art Regierungserklärung für dessen Pontifikat. Solche „Rundschreiben“ – so die wörtliche Bedeutung – sollen Gläubigen rund um die Welt einen moralischen Kompass geben. Als Nachfolger des verstorbenen Papstes Franziskus ist Leo seit Mai 2025 im Amt. Er ist der erste US-Amerikaner an der Spitze der katholischen Weltkirche und mit seinen 70 Jahren ein verhältnismäßig junger Papst.
„Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der KI“
Das Schreiben trägt den Untertitel „Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“. Leo betont darin, dass KI in verschiedenen Bereichen eine „wertvolle Hilfe“ sein könne. Vor allem warnt er jedoch vor deren Risiken – beispielsweise, dass in erster Linie nur wenige Menschen mit jetzt schon viel Besitz profitieren. „Kleine, sehr einflussreiche Gruppen können Informationen und Konsum lenken, demokratische Prozesse konditionieren und die wirtschaftliche Dynamik beeinflussen.“
Deshalb sei es „unerlässlich, dass der Einsatz von KI – insbesondere, wenn es um öffentliche Güter und Grundrechte geht – von klaren Kriterien und wirksamen Kontrollen begleitet wird“. Auch der Besitz der Nutzerdaten müsse reguliert werden. Mehrfach betont der Papst, dass KI auf menschliche Werte und Moral ausgerichtet sein müsse. Allerdings nütze auch das nichts, „wenn diese Moral von einigen wenigen bestimmt wird“. Vielfach wird das als Kritik an Tech-Milliardären in den USA verstanden.
Autonome Waffensysteme sollen nicht entscheiden dürfen
Besonders kritisch äußerte sich der Pontifex über die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Konflikte. Mit KI-gestützten autonomen Waffensystemen sei Krieg in der heutigen Zeit wieder „durchführbarer“ gemacht worden. Die Entscheidung über Leben und Tod dürfe jedoch keinesfalls Maschinen überlassen werden. Wörtlich heißt es in dem Schreiben: „Daher ist es nicht zulässig, tödliche oder jedenfalls irreversible Entscheidungen künstlichen Systemen anzuvertrauen.“
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(hos)
Künstliche Intelligenz
Festivalfotografie vorbereiten: Tipps zu Planung und Equipment
Schleswig-Holstein, Anfang August: 30 Fotografen stehen seit zehn Minuten vor einer 40 Meter breiten Bühne, die Abendsonne im Nacken. Von hinten kommen 30 Grad, von vorn, wenn in ein paar Minuten die Flammeneffekte zünden, für eine Sekunde 800. Jeder hat schon gut zehn Kilometer in den Beinen, und jetzt gilt’s: In einer Viertelstunde müssen rund 30 gute Bilder auf der Speicherkarte sein, denn diese Chance gibt es nie wieder. Die Band ist auf ihrer Abschiedstour.
Die meisten der Fotografen an diesem Abend auf dem Wacken Open Air (WOA) verdienen gerade so viel, dass die Unkosten für den Festivalbesuch gedeckt sind. Warum tut man sich diesen Stress also an? Für viele, aber nicht alle Festivalfotografen ist die Antwort einfach: Sie sind genauso Fans der Musik, wie die 80.000 Besucher, die zwei Reihen hinter ihnen stehen. Natürlich gibt es auch zwei Handvoll Profis, die davon leben können. Sie sind in der Regel bei Agenturen und großen Musikmedien angestellt. Doch auf großen Open-Air-Musikfestivals ist vieles anders als bei anderen Events. Alles ist größer, man ist stets dem Wetter ausgesetzt, Abläufe ändern sich von Jahr zu Jahr, kurz: Wer nicht improvisieren kann, ist schnell verloren.
(Bild: Nico Ernst )
Nico Ernst fotografiert seit 30 Jahren Konzerte und Festivals. Als DJ, ehemals Konzertveranstalter und Musikjournalist kennt er Bühnen von beiden Seiten. Im Sommer ist er überall zu finden, wo es laute Gitarren, schwarze Klamotten und widrige Arbeitsbedingungen gibt. Er betreibt den Metal-Podcast „Gestüt & Geranien“.
Die folgenden Schilderungen beziehen sich vorwiegend auf meine Erfahrungen bei Rock-, Metal- und Gothic-Festivals in den letzten gut 20 Jahren. Stippvisiten bei poppigeren Veranstaltungen und viele Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen, die ich insbesondere in den letzten zwei Jahren geführt habe, waren für diesen Text eine große Hilfe. Dabei zeigte sich der Fanfaktor nicht nur bei den Themen – man diskutiert zwischen den Shootings mehr über die Bands als über das Fotografieren. Auffällig ist auch, dass es große Kollegialität und Hilfsbereitschaft gibt. Genauso wie die Fans auf dem Zeltplatz müssen auch die Fotografen zusammenhalten, um den harten Job zu bewältigen. Dass das auch Spaß macht, steht außer Frage, aber gerade weil die Mehrheit dabei nur wenig verdient, bleibt es vor allem Arbeit.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Festivalfotografie vorbereiten: Tipps zu Planung und Equipment“.
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Künstliche Intelligenz
Stromnetze für die Energiewende: Milliardeninvestitionen in Schleswig-Holstein
Die Muttergesellschaft des Netzbetreibers SH Netz, Hansewerk, will bis 2030 in Schleswig-Holstein mehr als 2,63 Milliarden Euro in Ausbau und Instandhaltung der Energienetze investieren. Davon entfielen rund 2,5 Milliarden Euro auf die Stromnetze, wie das Unternehmen berichtete. Allein bis Jahresende sollen rund 450 Millionen Euro in die Energienetze fließen, für 2027 sind mehr als 530 Millionen Euro geplant.
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„So wollen wir die Stromnetze fit machen, um Windkraft- und Photovoltaikanlagen anzuschließen und gleichzeitig auf den steigenden Bedarf durch Wärmepumpen, E-Mobilität oder Batteriespeicher zu reagieren“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Christian Fenger. Beispielsweise plant SH Netz Investitionen in Höhe von 98 Millionen Euro in eine 110.000-Volt-Leitung im Kreis Dithmarschen.
Energietransfer in andere Bundesländer
Bundesweit waren Ende 2025 insgesamt 29.226 Windenergieanlagen mit 68.067 Megawatt Leistung in Betrieb. 3.316 davon mit einer Leistung von 9.624 Megawatt standen in Schleswig-Holstein. Nach früheren Angaben des Umweltministeriums deckte das nördlichste Land 2024 rechnerisch bereits 170 Prozent seines Strombedarfs mit grünem Strom. Etwa acht Monate im Jahr liefert das Land Strom ab, vor allem in den Westen und Süden Deutschlands. Bereits 2016 erzeugte Schleswig-Holstein demnach erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Energien, als es selbst verbrauchte.
2025 wurden im Norden nach früheren Angaben des Statistikamtes knapp 27,3 Millionen Megawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien in das Netz eingespeist. Das waren 0,2 Prozent weniger als im Jahr 2024. Dabei sank die Einspeisung aus Windkraftanlagen an Land um 3,1 Prozent, die aus Offshore-Anlagen um 2,8 Prozent. Auch die Stromeinspeisung aus Biogasanlagen ging geringfügig um 0,8 Prozent zurück, während die aus Photovoltaik kräftig um 28,4 Prozent stieg.
(kbe)
Künstliche Intelligenz
Nächste Woche: heise security Tour Online zu KI, Identität und Lieferketten
Auf der heise security Tour analysieren Experten die Herausforderungen der IT-Sicherheit und geben praxisrelevante Hilfe bei deren Bewältigung. Donnerstag in Hamburg ist bereits ausverkauft, aber für nächste Woche Mittwoch online gibt es noch Tickets. Da geht es dann um KI „mit|gegen|für“ Security, wie man mit der Bedrohung durch Lieferketten sinnvoll umgeht, besseres Monitoring im eigenen Netz und intelligentes Identitätsmanagement. Dazu gibt es auch wieder das Lagebild zur IT-Sicherheit von Jürgen Schmidt, dem Leiter von heise security, und einen Vortrag zur Praxis von IT-Recht & Compliance.
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Praxisrelevant und zu 100 % unabhängig
Die Tour 2026 macht noch Station in Hamburg am Donnerstag, dem 28. Mai (ausverkauft) und in Stuttgart am 11. Juni; nächste Woche Mittwoch, den 3. Juni gibt es das digitale Event und am 24. September einen digitalen Nachzüglertermin. In Köln und Stuttgart wird übrigens eine Live-Demo mit einem speziell trainierten Datenspürhund das Programm auflockern.
Die heise security Tour richtet sich an technisch und organisatorisch Verantwortliche für IT-Sicherheit und Datenschutz in Unternehmen, Behörden und Organisationen aller Größen. Wie immer bei heise-security-Veranstaltungen gibt es keine Werbevorträge, alle Themen und Referenten wurden von der Redaktion ausgesucht. Die Teilnahme kostet 645 Euro und digital 595 Euro. Weitere Informationen zu den einzelnen Vorträgen und natürlich die Möglichkeit, Ihr Ticket zu buchen, finden Sie auf:
Bei heise security PRO ist das Ticket zur Tour übrigens schon dabei. Ferner kann man als PRO-Mitglied an allen heise-security-Webinaren kostenlos teilnehmen. Schon damit rechnet sich die Mitgliedschaft eigentlich – doch die bietet noch viel mehr. Mehr Informationen zu heise security PRO gibt es hier:

(ju)
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