Datenschutz & Sicherheit
Exploitkit-Gefahr: Apple aktualisiert ältere iOS- und iPadOS-Versionen
Nachdem Googles Threat Intelligence Group (GTIG) und das Sicherheitsunternehmen iVerify ein hochkomplexes neues Exploitkit für iOS und iPadOS entdeckt haben, das sowohl von staatlichen Stellen als auch Kriminellen eingesetzt worden sein soll, hat Apple reagiert: Der iPhone-Hersteller hat iOS 15.8.7 und iPadOS 15.8.7 sowie iOS 16.7.15 und iPadOS 16.7.15 zum Download bereitgestellt.
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Akute Gefahr für alte Geräte
Während die neue iOS- und iPadOS-15-Version insgesamt vier Lücken stopft – eine im Kernel und drei in der Browser-Engine WebKit –, wird in der neuen iOS- und iPadOS-Version 16 nur ein WebKit-Sicherheitsproblem behoben. Die Fehler reichen jedoch jeweils aus, um Geräte offenbar vollständig zu übernehmen. Sie sind Teil komplexer Exploit-Chains, die in der Malware namens Coruna stecken. Nutzer sollten ihre iPhones und iPads sofort aktualisieren, sollten sie diese alten Betriebssystemversionen noch nutzen.
Coruna ist auch deshalb so gefährlich, weil es an zahlreiche iOS- und iPadOS-Versionen angepasst ist: von iOS 13 bis zu iOS 17.2.1. Das Exploitkit zieht sich jeweils die passenden Angriffsvarianten und führt sie dann aus. Hinzu kommt, dass offenbar noch bis vor wenigen Tagen Websites online waren, über die man sich infizieren konnte. Coruna erlaubt sogenannte 1-Click-Exploits, das heißt, es reicht aus, einen Link im Safari-Browser auf dem iPhone oder iPad aufzurufen, um sich zu infizieren. Neuere iPhones und iPads mit iOS und iPadOS 26 sind laut aktuellem Kenntnisstand nicht betroffen.
Verbindungen nach Russland und China
Laut GTIG soll Coruna unter anderem von Personen mit russischem Spionagebezug eingesetzt worden sein, um Nutzer in der Ukraine anzugreifen. Später sei das Exploitkit aber auch von einem „finanziell motivierten Threat Actor, der aus China operiert“, verwendet worden. Dabei ging es offenbar um Krypto-Scams, jedenfalls verbreiteten sich die Links über derartige Seiten, darunter eine falsche Variante der Kryptobörse WEEX. Welche konkreten Schäden durch Coruna angerichtet wurden, ist noch unklar – ebenso, wer der Hersteller der Malware ist. Günstig dürfte sie angesichts der zahlreichen verwendeten Exploits kaum sein.
Der Vorfall zeigt, dass Nutzer mit älteren iPhones und iPads nach wie vor angegriffen werden. Apple aktualisiert diese nur sporadisch und auch nur dann, wenn derart prominente Fälle auftreten wie jetzt mit Coruna. Das heißt: Andere Lücken unter iOS 15 und 16 stehen weiterhin offen. Am besten abgesichert ist man stets, wenn man die jüngste Betriebssystemversion einspielt. Das kann für Nutzer unbequem sein, die etwa große Veränderungen wie Liquid Glass zunächst nicht mitmachen wollen. Apple lässt nämlich bereits bei der jeweiligen Vorversion einige Patches weg – mit welchen Auswahlkriterien, bleibt unklar.
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(bsc)
Datenschutz & Sicherheit
Verbot für sexualisierte Deepfakes rückt näher

„Voller Erfolg im Parlament“, schreibt Sergey Lagodinsky auf LinkedIn. Der grüne EU-Abgeordnete feiert die Entscheidung für ein Verbot von sexualisierten Deepfakes. Darauf haben sich die Fraktionen im EU-Parlament gestern geeinigt, als sie den sogenannten KI-Omnibus verhandelt haben. Das Gesetz soll die KI-Verordnung (AI Act) anpassen.
„Die Frage war klar: Wenn der Omnibus Änderungen am KI-Gesetz bringt, warum nicht genau hier ansetzen?“, schreibt Lagodinsky weiter. Mit seinen Fraktionskolleg:innen hat er sich seit Januar für ein Verbot von sexualisierten Deepfakes eingesetzt. Es geht um synthetische Nacktaufnahmen, erzeugt mit Software, die viele als „KI“ bezeichnen.
Die Grünen haben allerdings nicht ganz bekommen, was sie wollten. Sie hatten sich sogar dafür ausgesprochen, sexualisierte Deepfakes grundsätzlich zu verbieten – selbst wenn das Einverständnis der betroffenen Person vorliegt. So wie die Einigung bis jetzt aussieht, soll nur der nicht einvernehmliche oder missbräuchliche Einsatz der Technologie verboten werden. In dieser Form hatten sich Abgeordnete der Sozialdemokraten und der Fraktion Renew für ein Verbot eingesetzt.
Parlament, Rat und Kommission müssen noch verhandeln
Noch sind nicht alle Details geklärt. Nächste Woche sollen die verantwortlichen Ausschüsse im Parlament – Justiz und Binnenmarkt – über den Kompromisstext abstimmen. Damit ist das Verbot allerdings noch nicht beschlossen. Was im KI-Omnibus am Ende steht, werden Parlament, Kommission und Rat im Trilog aushandeln. Besonders kontrovers dürften diese Gespräche jedoch nicht werden. Denn auch die Mitgliedstaaten haben sich in ihren parallelen Verhandlungen mittlerweile auf ein Deepfake-Verbot verständigt. Im vierten Kompromisstext der Ratspräsidentschaft tauchte das Verbot in dieser Woche auf, wie Mlex (Paywall) berichtete.
Im Rat hatte vor allem Spanien auf eine Regelung hingearbeitet. Ein breiteres Interesse an dem Problem gab es dort schon vor dem internationalen Skandal um nicht-einvernehmliche Deepfakes durch den Chatbot Grok. Im Herbst 2023 hatte ein Fall in der spanischen Stadt Almendralejo für Aufsehen gesorgt, als gefälschte Nacktbilder von mehr als 20 Mädchen zirkulierten. Seitdem bemüht sich die spanische Regierung um ein nationales Verbot.
Zu klären bleibt noch, wie das Verbot in die KI-Verordnung integriert werden soll. Das Parlament will die nicht-einvernehmliche Erstellung von sexualisierten Deepfakes in den Artikel 5 aufnehmen, der verbotene KI-Praktiken auflistet. Der Ratsentwurf dagegen sieht vor, zwei Dinge zu verbieten: KI-Systeme, die nicht-einvernehmliche sexualisierte Deepfakes erstellen können und KI-Systeme, die Kindesmissbrauchsmaterial erstellen können.
Datenschutz & Sicherheit
HP-PCs: Angreifer können sich höhere Rechte über UEFI-Lücken verschaffen
Admins, die PCs mit HP Device Manager verwalten, sollten die Anwendung aus Sicherheitsgründen auf den aktuellen Stand bringen. Außerdem haben die Entwickler mehrere BIOS-Lücken geschlossen.
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Sicherheitsupdates installieren
Verschiedene Computer von HP sind über insgesamt sechs UEFI-Sicherheitslücken attackierbar. Sind Attacken erfolgreich, können sich Angreifer höhere Nutzerrechte verschaffen (etwa CVE-2025-20064 „hoch“). Die betroffenen Modelle und Links zu den Sicherheitspatches finden sich in einer Warnmeldung.
Die Geräteverwaltungssoftware Device Manager ist über mehrere Schwachstellen in Komponenten wie Curl (CVE-2023-38545 „kritisch“), OpenSSL (CVE2025-9230 „hoch“) und Tomcat (CVE-2025-52434 „hoch“) angreifbar. Darüber kann im schlimmsten Fall Schadcode auf Systeme gelangen. In einer Warnmeldung führen die Entwickler aus, dass HP Device Manager 5.0.16 gegen die geschilderten Attacken abgesichert ist.
(des)
Datenschutz & Sicherheit
Firefox: Support für Windows 7, 8 und 8.1 nochmals verlängert
Wer noch Windows 7, 8 oder 8.1 einsetzt, deren Support durch Microsoft in den Jahren 2016 bis 2023 endete, kann immer noch mit dem Webbrowser Firefox ESR 115 unter diesen Betriebssystemen surfen. Die werden zwar nicht mehr mit Sicherheitsupdates ausgestattet, aber Firefox ESR 115 schon. Das wollte Mozilla im Februar 2026 einstellen. Nun gibt es noch mal Nachschlag für Betroffene.
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Das erklären die Firefox-Entwickler in einem aktualisierten Support-Beitrag. Zuvor wurde zwar angekündigt, dass der Support im Februar 2026 ende, schreiben sie dort. „Aber um sicherzustellen, dass unsere Nutzer weiter im Netz surfen können, verlängern wir den Support für diese Betriebssysteme um weitere sechs Monate und bewerten die Lage anschließend noch mal neu“, führen sie aus. „Danach sollten Nutzer und Nutzerinnen ihre Betriebssysteme aktualisieren, wenn der Support nicht weiter verlängert wird, um weiterhin Firefox-Sicherheits- und Funktionsupdates zu erhalten.“
Die Programmierer heben hervor, dass der Support für Windows 7, 8 und 8.1 spätestens im Januar 2023 offiziell beendet wurde und dass nicht unterstützte Betriebssysteme keine Sicherheitsupdates erhalten – und zudem bekannte Schwachstellen enthalten. Ohne offizielle Unterstützung durch Microsoft werde die Pflege von Firefox für veraltete Betriebssysteme für Mozilla kostspielig und riskant für Nutzer und Nutzerinnen.
Firefox: Erweiterte Gnadenfrist
Erst Mitte Februar 2026 hatte Mozilla deutlich auf das Support-Ende für Firefox unter Windows 7, 8 und 8.1 hingewiesen. Von diesem „endgültigen“ Standpunkt sind die Entwickler nun wieder abgewichen. Die weiteren Hinweise bleiben jedoch bestehen: Der Wechsel auf andere Browser nach dem Firefox-Support-Ende für die genannten Betriebssysteme sei keine Option, da diese in der Regel die Unterstützung bereits eingestellt haben. Das Upgrade auf Windows 10 oder neuer helfe. Auf Hardware, die davon nicht unterstützt wird oder falls es andere Beweggründe dafür gibt, könne ein Wechsel auf ein Linux-basiertes Betriebssystem erfolgen, empfehlen die Firefox-Entwickler. Die große Mehrheit davon komme mit Firefox als Standardbrowser daher.
(dmk)
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