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Fahrermangel stoppen: Moia fordert Milliarden für autonome Shuttle-Flotten


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der ÖPNV in Deutschland steuert auf personelle Probleme zu. Bis 2030 könnten Schätzungen zufolge bis zu 120.000 Busfahrer fehlen. Dieser demografische Wandel ist laut Branchenexperten der eigentliche Motor hinter der technologischen Transformation hin zu Robo-Bussen, die über bloße Effizienzversprechen hinausgeht. Sascha Meyer, CEO der Volkswagen-Tochter Moia, sieht in autonomen Shuttles so nicht nur eine technische Spielerei. Sie sind für ihn die einzige Möglichkeit, das Mobilitätsniveau in deutschen Städten angesichts schwindenden Personals stabil zu halten.

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Einen Fahrplan für den Markthochlauf hat Meyer in einem am Samstag publizierten Podcast von Table.Today skizziert. Dieser setzt allerdings eine umfangreiche finanzielle Beteiligung des Staates voraus. Der Firmenstratege schlägt die Etablierung von drei Modellregionen vor, in denen jeweils rund 2000 autonome Fahrzeuge zum Einsatz kommen sollen. Um dieses Ziel zu erreichen, veranschlagt er eine staatliche Unterstützung von etwa 500 Millionen Euro pro Region.

Es geht also um viel Geld: Die gesamten Entwicklungskosten für die Technologie bewegen sich laut Meyer im Milliardenbereich. Das Bundesverkehrsministerium (BMV) hat zwar bereits Interesse signalisiert. Es dämpft aber die Erwartungen auf hohe Geldspritzen und verweist auf derzeit fehlende Mittel für ein Vorhaben dieser Größenordnung.

Der Ruf nach dem Staat unterstreicht den Investitionsdruck in einer Branche, die unter hohen Betriebskosten leidet. In Hamburg etwa will die IG Metall derzeit 20 Prozent mehr Lohn für das Fahrpersonal der noch manuell betriebenen Shuttles. Dieser Kostendruck zwang Moia bereits, die eigenen Offerten einzuschränken.

Um profitabel zu werden, baut der Anbieter sein Geschäftsmodell laut dem Firmenchef grundlegend um. Das Unternehmen will sich vom reinen Fahrdienstleister zum Technologieanbieter wandeln. Künftig soll ein Komplettpaket aus Fahrzeug, Software und Betriebsprozessen an Flottenbetreiber wie die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) verkauft werden.

Diese Plattform-Strategie ist nicht auf den VW-Konzern beschränkt: Moia strebt an, seine Technologie externen Partnern zu verkaufen. In den USA läuft bereits eine Testpartnerschaft mit dem Branchenriesen Uber. Parallel dazu prüft die Konzernmutter Volkswagen den Teilverkauf von Moia an einen strategischen Investor, um die finanzielle Last der Entwicklung zu verteilen.

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Ein Baustein dieser Entwicklung ist das Projekt „Alike“ an Alster und Elbe. Ein Konsortium aus Hamburger Hochbahn, Moia, VW Nutzfahrzeuge und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) probt hier den Ernstfall. Das BMV unterstützt dieses Vorhaben mit 26 Millionen Euro. Ziel ist es, bis zu 20 autonome Shuttles per App buchbar zu machen und sie nahtlos in den klassischen Nahverkehr zu integrieren.

Langfristig ist die Dimension deutlich größer: Bis 2030 könnten allein in der Hansestadt bis zu 10.000 autonome Fahrzeuge unterwegs sein. Für 2027 streben die Partner die erste reguläre Betriebsgenehmigung für ein autonomes Fahrzeug an, während die Serienproduktion in Hannover bereits angelaufen ist.

Dass Moia unter Zeitdruck steht, liegt auch am internationalen Wettbewerb. Zwar plant der US-Gigant Waymo derzeit keinen Einstieg in den europäischen Markt. Doch Meyer sieht darin nur ein kleines Zeitfenster, das es zu nutzen gilt. Das Unternehmen befinde sich in einer herausragenden Position, eine europäische Lösung für den Weltmarkt zu entwickeln.

Ein Hindernis bleibt die kleinteilige Regulierung in Europa. Aktuell benötigt jeder neue Betriebsbereich eine eigene Genehmigung. Meyer moniert, dass eine in Hamburg erlangte Betriebserlaubnis nicht einfach auf München oder Berlin übertragbar sei. Er vergleicht die Situation mit einem Führerschein, der unverständlicherweise nur in einer einzigen Stadt gelten würde.

Unterstützung für die Standardisierung kommt von den Verkehrsbetrieben selbst. Die BVG, die Hamburger Hochbahn und die Münchner MVG haben dazu im Herbst eine strategische Allianz geschlossen. Bis 2035 wollen diese drei Metropolen bis zu 2000 Robo-Shuttles integrieren. Teil der Kooperation ist die Mobilitätsplattform „MAX“: Eine übergreifende App soll den Zugang zu Bussen, Bahnen und autonomen Angeboten bündeln und die bisherigen Einzellösungen ersetzen. Damit könnte ein einheitliches Vertriebssystem entstehen. Doch ob die autonomen Busse rechtzeitig die Personallücke füllen können, dürfte maßgeblich von der Freigabe von Steuergeldern abhängen.


(nen)



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Der Bitcoin rutscht wieder ab: Kryptowährung unter 67.000 US-Dollar gefallen


Der Preis für einen Bitcoin ist am Montag deutlich unter die Marke von 70.000 US-Dollar gefallen und hat damit eine zwischenzeitliche Rallye beendet, die ihn im Mai sogar wieder über die Marke von 80.000 US-Dollar gehievt hat. Mitverantwortlich für den jüngsten Kursverfall ist offenbar der US-Softwarehersteller Strategy, der seit Jahren in großem Umfang Bitcoin erworben und jetzt zum ersten Mal seit 2022 einige wenige davon verkauft hat. Zwar geht es nur um 32 von insgesamt mehr als 840.000 Bitcoin, die Strategy besitzt, trotzdem markiert der Verkauf eine Trendwende: Seit 2020 hat das US-Unternehmen Bitcoin fast ausnahmslos erworben, insgesamt hält es inzwischen mehr als 4 Prozent des Gesamtbestands.

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Laut Bloomberg hat sich der Wind für die mit Abstand wichtigste Kryptowährung aber schon vor dem Verkauf durch Strategy gedreht, vor allem ETFs hätten sich zuletzt abgewendet. Hinzu käme die anhaltende Unsicherheit über die Entwicklung im Nahen Osten und die Schließung der Straße von Hormus, für die kein Ende absehbar sei. Laut der Finanznachrichtenagentur wurden in den vergangenen zwei Wochen fast 3,5 Milliarden US-Dollar aus dem Bitcoinmarkt abgezogen. Nachdem der Preis für einen Bitcoin am Wochenende noch über 73.000 US-Dollar gelegen hat, ist er bis zum heutigen Mittwoch nun auf etwas mehr als 66.000 US-Dollar gefallen. Allein in den vergangenen 24 Stunden ging es um mehr als 6 Prozent nach unten.

Der Preisrutsch beim Bitcoin hat auch die anderen großen Kryptowährungen nach unten gezogen, Ethereum steht aktuell bei gut 1800 US-Dollar. Das sind deutlich weniger als die Hälfte, die noch im Herbst zu Buche standen. Für die meisten großen Kryptowährungen ging es in den vergangenen 24 Stunden um mehrere Prozentpunkte nach unten, aber im Vergleich zu Bitcoin ist ihr Gesamtwert deutlich kleiner. Der hat sein Allzeithoch im Oktober erreicht, damals kostete ein Bitcoin mehr als 125.000 US-Dollar. Danach hat sich der Markt aber gedreht und nach der zwischenzeitlichen Kurserholung setzt sich die Talfahrt jetzt offenbar fort.


(mho)



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Sammelklage in den USA gegen Amazon wegen Gesichtserkennung der Ring-Kameras


Amazon sieht sich im US-Bundesstaat Seattle mit einer Sammelklage wegen Datenschutzverstößen konfrontiert. Grund ist die im letzten Jahr eingeführte Funktion „Bekannte Gesichter“ der Ring-Kameras, die für Videoaufnahmen an der Haustür verwendet werden. Nach Ansicht des Klägers würden damit Gesichtsbilder der aufgenommenen Personen ohne deren Einwilligung gespeichert. Der klageführende Charles Sigwalt aus Virginia fordert Schadenersatz in Höhe von insgesamt mindestens 5 Millionen US-Dollar für alle sich der Klage anschließenden Personen.

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Amazon hatte die Funktion „Familiar Faces“ in den USA im September letzten Jahres angekündigt. Ring-Kameras können so Personen erkennen und den Kamerabesitzer darüber informieren, wer vor der Tür steht. Ziel des Features ist, Nutzern personalisierte Benachrichtigungen zu schicken. Anstatt die Meldung „Person an der Haustür“ auf ein Handy zu schicken, kann Ring nun etwa von „Oma an der Haustür“ berichten. Nutzer können die Benachrichtigung für jede einzelne Person individuell an- und ausschalten.

Die Funktion ist allerdings standardmäßig deaktiviert. In Deutschland wurde die optionale Gesichtserkennung für Amazons Ring-Kameras im April dieses Jahres als „Bekannte Gesichter“ eingeführt. Die Funktion legt für jeden Besucher einen Eintrag an, wenn sich eine Person in Sichtweite der Kamera bewegt und ihr Gesicht erkennbar ist. Nutzer haben dann die Gelegenheit, diese Person zu benennen. Besucher, die vom Nutzer nicht als bekannte Person abgespeichert werden, werden nach 30 Tagen automatisch wieder entfernt.

Amazon hatte bei der Einführung der Funktion darauf hingewiesen, dass Nutzer vor der Aktivierung eine ausdrückliche Einwilligung von Besuchern einholen müssen. Zudem unterliege die Einwilligung von Kindern besonderen gesetzlichen Auflagen. Wenn eine Person ihre Einwilligung widerruft, müsse sie unverzüglich aus der Datenbank der bekannten Gesichter entfernt werden. Das lässt sich von Betroffenen aber nur schwerlich kontrollieren und bleibt den Nutzern der Ring-Kameras überlassen.

Gesichter von einfach vorbeilaufenden Personen könnten zudem ebenfalls von den Ring-Kameras erfasst werden, vielleicht sogar ohne deren Kenntnis. Darum dreht sich die Klage gegen Amazon. „Millionen weiterer Amerikaner gingen an einer Ring-Überwachungskamera vorbei, und ihre Gesichtsbiometrie wurde unwissentlich erfasst“, heißt es dort laut Reuters. Die Betroffenen hätten „der Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte am Eingang nicht zugestimmt“. Nach Ansicht des Klägers stellt Amazons „Vorgehen in diesem Fall ein gravierendes Versagen beim Datenschutz für Millionen von Menschen dar, die nun von Amazon getrackt werden“.

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Amazon stand zuvor bereits wegen Privatsphäreverletzungen durch Ring-Überwachungskameras in der Kritik. Anfang 2023 erklärte sich Amazon bereit, 5,8 Millionen Dollar zu zahlen, um eine Klage der US-Wettbewerbsbehörde FTC beizulegen, in der Ring-Mitarbeiter und Hacker beschuldigt wurden, Kunden illegal auszuspionieren. Die Mitarbeiter hatten demnach Zugriff auf alle Videos der Kunden, obwohl es für einen Zugriff keinen Grund gab. Vorgeblich ging es dabei um private Videos weiblicher Nutzer.

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(fds)



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­6G im OP: Wie intelligente Netze die Medizin revolutionieren könnten


In vielen modernen Krankenhäusern läuft Digitalisierung trotz knapper Kassen auf Hochtouren: Hochauflösendes Patienten-Monitoring in Echtzeit, videobasierte Visiten aus der Ferne oder gar komplexe, ferngesteuerte chirurgische Eingriffe mithilfe von OP-Robotern machen die Medizin immer vernetzter. Diese datenintensiven Dienste im klinischen Alltag verlässlich und zeitgleich abzuwickeln, kann herkömmliche Telekommunikationsnetze überfordern. Das Problem liegt meist nicht bei mangelnder Bandbreite insgesamt, sondern bei der Verteilung der Rechenleistung.

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Bislang steht diese im Krankenhaus nicht immer dort zur Verfügung, wo sie im jeweiligen Moment am dringendsten gebraucht wird. Bei einer kritischen Teleoperation können verzögerte Datenströme oder minimale Unterbrechungen fatale, lebensbedrohliche Konsequenzen haben. Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Technischen Universität München (TUM) hat nun in einer Studie untersucht, wie die kommenden Mobilfunknetze der sechsten Generation (6G) dieses Dilemma lösen könnten: Durch dynamische, intelligente Verteilung von Rechenkapazitäten im laufenden Betrieb gelingt es laut der Untersuchung, die Effizienz deutlich zu steigern und bis zu 40 Prozent mehr medizinische Anwendungen gleichzeitig ausfallsicher zu betreiben.

Im Kern beruht der neue Ansatz auf dem Konzept des sogenannten In-Network Computing in Kombination mit flexibler Migration von Softwarefunktionen. Medizinische Anwendungen werden dabei in modulare Bausteine zerlegt, die flexibel im gesamten Netzwerk platziert werden können. Die zentrale Frage, die das System in Sekundenbruchteilen beantworten muss, lautet dabei: Wo wird eine bestimmte Anwendung am besten ausgeführt? Zur Auswahl stehen dafür verschiedene Ebenen: direkt an den Medizingeräten am Krankenbett, auf einem lokalen Server im Operationssaal, an einem nahegelegenen regionalen Netzknoten oder in einem entfernten Rechenzentrum.

Rein physikalisch gilt: Je näher die Datenverarbeitung am Behandlungsort stattfindet, desto geringer sind die Latenzzeiten und desto zuverlässiger lässt sich hohe Übertragungsgeschwindigkeit erreichen. Doch würde jede Applikation pauschal direkt im OP verarbeitet, wäre dessen Hardware im Nu überlastet.

Genau hier setzt das mathematische Optimierungsmodell der TUM-Wissenschaftler an. Es berechnet kontinuierlich im Hintergrund, welche Anwendungen gerade aktiv sind, welche Priorität sie besitzen und welche Ressourcen im Gesamtnetz verfügbar sind. Daraufhin verlagert es Softwareprozesse dynamisch dorthin, wo sie in aktuell den größten Nutzen stiften und die geringsten Migrationskosten verursachen.

Für die Praxis würde das Verfahren eine neue Form der Flexibilität im Mobilfunknetz bedeuten. Bisherige Netze transportieren Daten vor allem starr von einem Punkt zum anderen. Künftige 6G-Netze müssen jedoch mitdenken und eigenständig Prioritäten setzen. Wenn etwa ein chirurgischer Eingriff Priorität verlangt, schaufelt das Netz automatisch Ressourcen frei, indem es weniger zeitkritische Prozesse wie die digitale Dokumentation oder logistische Verwaltungsaufgaben auf weiter entfernte Server im Hintergrund verschiebt.

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Um diese Aufgabe in Echtzeit bewältigen zu können, haben die Wissenschaftler neben einem exakten mathematischen Modell auch einen maßgeschneiderten Algorithmus entwickelt. Dieser soll vorausschauend arbeiten und die Qualitätsstufen der einzelnen Dienste im Millisekundentakt anpassen.

In umfangreichen Computersimulationen, die auf realen klinischen Szenarien basieren, hat das Team die Effizienz dieser Methode bestätigt: Selbst bei stark begrenzten Hardware- und Netzkapazitäten stieg die Zahl der erfolgreich bereitgestellten medizinischen Dienste um knapp 40 Prozent. Die Beteiligten wollen nun in weiteren Tests unter realen klinischen Bedingungen ausloten, ob ihr Mechanismus tatsächlich als Fundament für flächendeckende digitale Gesundheitsversorgung taugt.


(ds)



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