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Feed und Fudder Podcast 74 – Empathie als Superskill


Stellenanzeigen für Social Media Jobs listen oft eine endlose Reihe an Anforderungen auf. Doch ein entscheidender Skill taucht erstaunlich selten auf. Nicht irgendeiner, sondern aus unserer Sicht einer der wichtigsten im gesamten Social Media Management: Empathie.

Ohne Empathie kein echtes Community Management. Das “Social” in Social Media verlangt Aufmerksamkeit, Fingerspitzengefühl und die Fähigkeit, Perspektiven zu wechseln. Empathie ist der Superskill, der Social‑Media‑Manager*innen befähigt, Beziehungen aufzubauen, Stimmungen zu lesen und Gespräche konstruktiv zu lenken.

Mit Empathie gelingt viel leichter auf Social Media, wie auch unsere Wins der Woche zeigen: Lecker Food Content garniert mit einem Schuss Empathie, und fertig ist der perfekte Social Media Account.

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Transkript Feed und Fudder Podcast Folge 74 – Empathie als Superskill

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Hier gibt es das Transkript zu Folge 74 – Empathie als Superskill

Transkript

Nicola

Hallo und Servus zu einer neuen Folge Feed und Fudder mit Alex und mir, der Nici. Wie empathisch bist du oder würdest du dich einschätzen auf einer Skala von 1 bis 10? Eins ist wenig, zehn ist viel. Wow. Ich weiß nicht, ob ich dich beglückwünschen oder bemitleiden soll, weil Empathie ist auch anstrengend.

Alexander

Ich denke, man muss zu einem gewissen Grad empathisch sein. Sagen wir 5,65 oder so. Deswegen reden wir heute darüber. Es ist ein wichtiger Soft Skill, um als Social-Media-Managerin oder Manager zu arbeiten.

Nicola

Was denkst du, wie viel Empathie braucht man, um gut in diesem Job zu sein?

Alexander

Sieben.

Nicola

Sieben. Bei Einstellungskriterien steht das selten drin. Da heißt es oft: Du musst Videos schneiden können. Aber wenn ich null Empathie habe und mich nicht in Menschen reinversetzen kann, kann ich vielleicht trotzdem gute Videos schneiden, wer weiß. Aber Menschen verstehen ist ein anderes Level.

Alexander

Du sagst etwas Gutes: In Menschen reinversetzen. Wenn man im Social-Media-Bereich arbeiten will, muss man sich im Klaren sein, dass man mit Menschen arbeitet. Nicht nur mit Kolleginnen und Kollegen, sondern mit Menschen im Internet. Da ist die ganze Bandbreite an Emotionen dabei, leider oft negativ. Manche lassen ihren Frust ab. Du hast es mit Menschen zu tun, die dich nicht kennen, aber dich anschreiben, als würden sie dich kennen. Damit musst du umgehen können. Das muss man lernen.

Nicola

Das Social in Social Media. Vielleicht will man im Media-Bereich arbeiten, aber da gibt es diesen Social-Part, der dazugehört. Einerseits Menschen verstehen, andererseits arbeiten wir mit Triggern, Humor, Zwischentönen, Kommunikation. Kommunikation ist immer interessant, je nachdem, ob Empathie dabei ist oder nicht. Wie willst du Trigger setzen, wenn du die Leute nicht verstehst? Wie willst du Emotionen erzeugen, wenn du keinen Zugang dazu hast? Man kann das mechanisch lernen, aber es ist einfacher, wenn man es wirklich versteht.

Alexander

Man braucht eine Grundempathie, die muss man mitbringen. Die kann man nicht lernen. Stell dir vor, wir würden uns nicht verstehen, der Podcast wäre schräg. Wir haben uns an der Uni sofort verstanden. Das kannst du nicht lernen. Aber den Umgang mit Konsequenzen, zum Beispiel mit Hate oder Pöbeln, das kann man lernen.

Nicola

Das gilt fürs Leben, nicht nur für Social. Eine Grundempathie, Interesse an Menschen, Bereitschaft, sich für Menschen zu interessieren. Und dann die Frage: Wie gehe ich mit Emotionen um? Warum reagieren Menschen auf gewisse Trigger? Wärt ihr Social-Media-Menschen überdurchschnittlich empathisch im Vergleich zu eurer Umwelt? Das wäre mal eine spannende Umfrage.

Alexander

Ich glaube, man kann mit vielen Persönlichkeitsmerkmalen im Social Media arbeiten. Wichtig ist eine offene Haltung. Stell dir vor, du bist auf einer Party und willst mit jemandem ins Gespräch kommen, aber die Person sagt nichts. So jemand sollte vielleicht nicht im Social Media arbeiten. Man muss keine Rampensau sein, aber man muss sich selbst sein und wissen, was einen auszeichnet. Gerade in der KI-Ära ist die menschliche Note wichtiger denn je.

Nicola

Thema sich klein machen oder keine Rampensau sein: Viele Social-Media-Menschen können sich gut in andere Rollen reinversetzen. Sie denken für ihre Zielgruppe mit. Viele sind Ghostwriter, arbeiten im Schatten, nicht im Rampenlicht. Viele lesen eher mit, beobachten, erkennen Trends, erkennen Stimmungen. Das ist für Unternehmen enorm wertvoll. Social-Media-Menschen sind die Schnittstelle zwischen Marke und Community, zwischen Redaktion und Audience. Sie haben das Ohr an den Leuten und erkennen früh, wenn die Stimmung kippt oder wenn ein Thema hochkommt. Gerade in der politischen Kommunikation sieht man, wie stark Social Media geworden ist. Politikerinnen und Politiker nehmen die Stimmung dort inzwischen sehr bewusst wahr. Diese Schnittstelle ist wertvoll, auch wenn sie im Schatten liegt.

Alexander

Du sagst etwas sehr Gutes: Man braucht ein Gespür. Es ist wichtig zu erkennen, was gerade gut läuft auf Social Media. Du kennst das sicher, wenn ein Unternehmen ein aktuelles Meme postet und es wirkt total schräg, weil sie nicht verstanden haben, was der emotionale Kontext ist oder warum das Meme gerade im Umlauf ist. Sie machen es nur, weil sie es auch machen wollen. Auch dafür brauchst du Empathie, nicht nur im direkten Umgang mit der Community, sondern auch für Trends.

Nicola

Empathie hilft, die Perspektiven der Zielgruppe oder Community einzunehmen. Dafür musst du die Rolle wechseln können. Wir haben verschiedene Brillen auf, verschiedene Hüte. Und wir wechseln die ständig, oft ganz unauffällig. Das kann man trainieren, es gibt Brainstorming-Methoden dafür. Aber eigentlich gehört das total zu unserem Berufsbild: schnell Rollen wechseln.

Es gibt Themen im Redaktionsplan, aber damit sie funktionieren, braucht es diesen Filter: Wie formuliere ich das? Wie muss die Grafik sein, damit die Community abgeholt wird und nicht nur informiert?

Aus meiner Erfahrung ist es super wichtig, dass man Postings oft selbst schreibt. Gerade als Junior sollte man viele Postings selbst schreiben. Dieses Teasing, dieses Zuspitzen, das kann man lernen. Ein gutes Teasing zeigt, dass ich verstanden habe, wie die Audience funktioniert.

Alexander

Du sagst etwas Wichtiges: Nicht zu viel mit KI schreiben. Schreiben ist mehr als Worte aneinanderreihen. Schreiben ist Selbstreflexion, Gedanken ordnen, Dinge in den Kontext setzen. Das geht verloren, wenn KI alles übernimmt. Deswegen so viel wie möglich selbst schreiben. Dann kannst du auch diesen Rollenwechsel vornehmen.

Und ganz wichtig: Antworten bei Shitstorms oder kritischen Kommentaren immer menschlich verfassen. Wenn da eine KI-Antwort steht, merken die Leute das sofort und fühlen sich nicht ernst genommen.

Was auch hilft, ist eine Kommunikationsrichtlinie. Man legt fest: Der Kommentar war unhöflich, aber die Person hat ein Anliegen, also antworten wir. Bei anderen, die unter der Gürtellinie sind, weisen wir auf die Netiquette hin oder löschen. Das gibt Sicherheit. Man sollte das regelmäßig besprechen und aktualisieren.

Und man muss nicht empathisch sein, wenn dich jemand beleidigt. Da kann man löschen oder verwarnen. Empathie hat Grenzen. Social Media Management kann belastend sein, je nach Community. Da muss man Grenzen setzen, um die eigene mentale Gesundheit zu schützen.

Nicola

Grenzen setzen ist wichtig. Wenn man empathisch ist, ist man auch anfällig. Manchmal denke ich, ich wäre gern weniger empathisch, dann würde es mich nicht so treffen. Wenn ich kühler wäre, würde ich nicht so viel darüber nachdenken. Es ist Fluch und Segen. Einerseits ist Mitgefühl ein super Skill, andererseits macht es angreifbar.

Man muss die Balance finden: Wie viel lasse ich zu, wie viel belastet mich? Ich brauche manchmal Instagram- oder LinkedIn-Pausen. Wenn man kränklich ist oder nicht fit, sollte man sagen: Ich gehe da jetzt nicht rein. Der Content ist derselbe, aber manchmal ist er belastend.

Das ist ein Tipp an alle: Wenn ihr merkt, dass es euch belastet, hört da rein. Ist es nur die berufliche Situation oder braucht ihr ein Wochenende ohne Social? Wir sind ja auch privat dort unterwegs.

Mir ging es im beruflichen Werdegang so, dass ich irgendwann gesagt habe: Ich möchte mehr strategisch arbeiten und weniger direkt an den Accounts, weil es anstrengend ist.

Alexander

Mir geht es so auf LinkedIn. Es gibt Tage, da habe ich keine Lust auf diese banalen Inhalte. Dann mache ich lieber etwas anderes, zum Beispiel eigene Blog-Inhalte. Oder ich mache eine Social-Media-Pause.

Instagram finde ich weniger schlimm, weil ich da erwarte, dass alles fake ist. Da weiß ich, dass jeder in Dubai lebt und am Strand sitzt. Das stört mich nicht. Aber diese Nicht-First-World-Problems auf LinkedIn, aus denen Business-Learnings gemacht werden, da habe ich manchmal keinen Bock.

Und Community-Management kann sehr belastend sein. Der Ratschlag „Nimm es nicht persönlich“ ist einer der blödesten. Durch Empathie nimmt man es doch persönlich. Es ist schwer, es nicht persönlich zu nehmen. Besser ist, offen darüber zu reden.

Ich habe Community-Management immer bei kleinen, inhabergeführten Unternehmen gemacht. Da war der Draht gut. Ich kann nicht sagen, wie es bei großen Agenturen ist. Aber ich habe immer vorher darüber gesprochen: Was kann passieren, wie gehen wir damit um, wie tauschen wir uns aus? Das hat geholfen.

Ich habe mal eine Fitnessstudio-Kette betreut, mitten in Corona. Wir haben viel abbekommen. Es war eine kleine Kette, fünf Studios. Alle, die kommentiert haben, kannten wir persönlich. Sie wussten, wer hinter dem Account steckt. Und trotzdem waren sie beleidigend, obwohl sie uns am Tresen gesehen haben. Da fragt man sich: Wir haben uns doch gut verstanden, warum beleidigst du uns jetzt?

Nicola

Wenn du die Leute persönlich kennst, macht es total Sinn, das auf die echte Offline-Ebene zu heben.

Alexander

Und da versucht man zu differenzieren: Wer ist wirklich unhöflich? Als Corona vorbei war, hat der Chef manche Leute auch direkt angesprochen. „Hey, das geht so nicht.“ Und plötzlich waren sie ganz anders: „Oh, das wollte ich nicht.“ Wir haben immer geschaut: Schreibt jemand aus Frust oder beleidigt jemand wirklich? Manche waren frustriert, weil sie nicht ins Fitnessstudio konnten. Andere brauchten das Training als Reha oder weil es ihnen gesundheitlich gut tat. Mir geht es beim Empathie-Skill darum: Nicht runterschlucken, sondern offen reden.

Nicola

Empathie ist ja nicht nur Community-Management, sondern auch Content und interne Kommunikation.

Alexander

Ich habe mich immer regelmäßig mit meinem Auftraggeber ausgetauscht. Der Ratschlag „Nimm es nicht persönlich“ ist nicht gut. Wichtiger ist, offen zu reden mit den Leuten, mit denen man den Kanal betreut.

Nicola

Social-Media-Manager wirken nach außen und nach innen. Einerseits mit der Community, andererseits intern mit Stakeholdern. Wir übersetzen. Wir müssen alle Welten verstehen. In der Zeit, die du beschrieben hast, gab es viel Frust und Unsicherheit. Die Stimmung war harsch. Aber es gibt Grenzen, die man nicht akzeptieren muss.

Man muss in sich hören: Wie komme ich damit klar? Und ich habe Themen und Kunden, für die ich nicht arbeiten möchte, weil ich das nicht vertreten kann. Egal wie viel Geld. Ich würde damit nicht klarkommen. Manche Dinge kann und möchte ich nicht kommunizieren, weil ich weiß, welche Konsequenzen das hat. Das hat mit Verantwortung und Empathie zu tun. Man muss für sich relativieren, ob etwas geht oder nicht.

Alexander

Was ich auch wichtig finde: interne Empathie. Nicht nur mit Followern, sondern auch mit Kolleginnen und Kollegen. Und im Bereich Corporate Influencer und Personal Brand lohnt es sich, Mitarbeitende zu Wort kommen zu lassen.

Da braucht man Empathie, um die richtigen Leute auszuwählen. Beim Fitnessstudio haben wir entschieden, dass Trainerinnen und Trainer Übungen zeigen. Da war wichtig: Wer hat wirklich Lust? Wer macht es nur, weil der Chef es will? Wer fühlt sich wohl vor der Kamera und wer nicht? Die User spüren das.

Nicola

Genau, die User spüren, wenn die Stimmung nicht passt. Und du hast mir das Stichwort gegeben: Lohnt sich etwas? Ich habe einen Win mitgebracht. Es geht darum, ob es sich lohnt, auf Kommentare zu antworten.

Felix Beilharz hat dazu einen LinkedIn-Post veröffentlicht. Buffer hat zwei Millionen Posts von 220.000 Creators und Brands auf fünf Plattformen untersucht. Wie wirkt es sich aus, wenn die Autoren auf Kommentare eingehen?

Es macht total viel aus. Je nach Plattform unterschiedlich, aber überall positiv:

Threads +42%,
LinkedIn +30%,
Instagram +21%,
Facebook +9%,
X im Plus.

Bei Threads und LinkedIn besonders stark. Also: Empathie lohnt sich. Auf Kommentare antworten lohnt sich.

Alexander

Wenn ihr mit Threads durchstarten wollt: Auf dem Blog haben wir Zahlen, Daten, Fakten und Anleitungen.

Nicola

Zwei Millionen Posts sind nicht wenig. Das kann man sich schon genauer anschauen. Und ich habe noch einen zweiten kleinen Win, wieder Food-Thema. Wir schauen uns ja gerne Food-Accounts an. Vielleicht wird es mir auch einfach mehr in die Timeline gespielt.

Alexander

Wir haben eine eigene Threads-Rubrik.

Nicola

Es gibt auf Instagram einen netten Herrn, der in Deutschland Essen testet. Ich glaube, er hat einfach random angefangen. Der Account heißt Emeka Travels. Er ist in allen möglichen Städten unterwegs, auf Weihnachtsmärkten, Kerben, Messen, überall. Und er isst richtig schöne Klassiker: Reibadatschi, Dampfnudel. Die Videos sind immer ähnlich, nicht besonders aufwendig, aber total authentisch.

Er ist so sympathisch. Ich glaube, er hat noch nie ein Video gemacht, in dem er sagt, dass etwas schlecht schmeckt. Er sagt immer: „Das schmeckt so lecker.“ Und es macht einfach so gute Laune. Die Kommentare darunter sind mega positiv. Leute schreiben: „Man könnte ihn permanent knuddeln“, „Selten jemanden gesehen, der so unvoreingenommen und positiv alles kostet“, „Ein Botschafter für die deutsche Küche, gebt ihm das Bundesverdienstkreuz.“

Das ist zum Thema Empathie: Unfassbar, wie erfolgreich positiver Food-Content sein kann. Die Menschen lieben es.

Er hat auch Badisch Dreierlei probiert und fand es total lecker. Ich war mir da nicht sicher. Auf dem Teller war Wurstsalat, Bratkartoffeln und noch etwas Drittes, das weiß ich nicht mehr.

Alexander

Ich finde es gut, dass du diese ganzen Accounts findest, die einfach nur positive Inhalte haben. Total empathisch und sympathisch.

Nicola

Bei uns im Nordbadischen isst man Wurstsalat mit Pommes auf einem Teller.

Alexander

Was? Wurstsalat mit Pommes?

Nicola

Ja. Da müssen wir völkerverständigend einwirken.

Alexander

Ich komme vom Bodensee, da isst man Schweizer Wurstsalat, also Wurstsalat mit Käse. Ich wohne in Mannheim, da isst man Pfälzer Dreierlei: Saumagen, Bratwurst und Leberknödel mit Sauerkraut.

Nicola

Wow, dann kannst du dich auch in der Notaufnahme einweisen. Saumagen ist ja auch so ein Pfälzer Ding. Also Emeka Travels kann ich empfehlen, wenn man positive Vibes möchte. Eine sehr positive Community. Wenn ihr einen schlechten Tag habt, macht ihn in die Favoriten, macht euch eine Feelgood-Liste mit positiven Accounts und holt euch gute Vibes.

Ja, Alex, mit sehr guten Food-Vibes würde ich die Folge beenden. Ich wünsche dir eine gute Woche, wir hören uns und bleib so empathisch, wie du bist.

Alexander

Und bleib du so sympathisch. Sympathisch, verstehst du?

Nicola

Ciao.



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Social Media

Community Management und Zielgruppen-Analyse: Die besten Insights aus Blog und Podcast


Im Social Media Marketing dreht sich vieles um Kennzahlen: Reichweite, Impressions, Likes, Shares und all die anderen Metriken, die wir täglich beobachten. Doch die wichtigste Größe gerät dabei oft in den Hintergrund: die eigene Community.

Natürlich lässt sich auch sie messen, etwa über die Zahl der Follower*innen. Aber eine Community ist weit mehr als eine Business-Kennzahl. Sie ist der eigentliche Grund, warum Marken und Unternehmen überhaupt auf Social Media aktiv sind: um echte Beziehungen aufzubauen, miteinander ins Gespräch zu kommen und einen Raum für den gegenseitigen Austausch zu ermöglichen.

Alles News für dein Community-Management gibt es auch hier im AllSocial Newsletter!

Unsere besten Beiträge und Podcast-Folgen für dein Community Management

Da Community Management eine der Kernaufgaben im Social Media Management ist, haben wir dir hier unsere Highlights zu Community Management und Zielgruppen-Analyse aufgelistet. Denn bevor du dich aktiv ins Gespräch mit deiner Community stürzt, solltest du zunächst wissen, wen du überhaupt erreichen willst und aus welchen Zielgruppen sich die eigentliche Community ergeben soll.

Tricks für deinen Content – So findest du deine Zielgruppe

Das Vorschaubild des Beitrags: Keine Ideen? 3 Tricks für mehr Content. Link im Bild führt zum Beitrag.

Die richtige Zielgruppe zu finden, ist ein grundlegender Baustein deiner Content Strategie. Schließlich willst du doch ganz genau wissen, wen du mit deinen Social Media Aktivitäten ansprechen und erreichen willst. Doch die Suche nach der passenden Zielgruppe ist nicht immer einfach. Daher findest du ein paar Tricks und Vorschläge, um die richtigen Zielgruppen zu identifizieren, in unserem Blogbeitrag “Wir haben doch nichts zu erzählen…” – 3 Tricks für neue Social Media Content Ideen

How-to Community Management

Community Management zwischen Reichweite und Verantwortung

Community Management sollte keine Aufgabe sein, die man noch irgendwo im Social Media Redaktionsplan unterbringt. Was zu einem erfolgreichen Community Management alles dazugehört und wie auch du aktiv den Dialog mit deiner Community förderst, erzählt dir Socia Media Expertin Vivian Pein im Feed und Fudder Podcast Folge 76 – Quo vadis Community Management

Die Bedeutung von modernem Social Media Community Management

Das Vorschaubild des Beitrags: Organische Reichweite im Sinkflug – was Community Management jetzt bedeutet. Link im Bild führt zum Beitrag.

Community Management in den sozialen Netzwerken ist weit mehr, als Inhalte für bestimmte Zielgruppen zu veröffentlichen. Es ist ein Dialog, der dich nicht ins Gespräch bringt, sondern dir auch echte Mehrwerte bietet. Gerade in Zeiten, in denen die Reichweite von organischem Content sinkt, ist Community Management wichtiger denn. Warum, erklärt dir Community Expertin Tanja Laub in ihrem Gastbeitrag: Organische Reichweite im Sinkflug – was Community Management jetzt bedeutet

Herausforderungen im Community Management

Das Vorschaubild des Beitrags: How to Community Management: Die 5 größten Fails. Link im Bild führt zum Beitrag.

Bei allen Vorteilen, hat Community-Management natürlich auch seine speziellen Herausforderungen. Damit aber aus diesen Herausforderungen keine Stolperfallen werden, zeigt dir Marken- und Community-Experte Steven Urry in seinem Gastbeitrag How to Community Management: Die 5 größten Fails, welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest!

50+: Die Social Media Zielgruppe der Zukunft?

Das Vorschaubild der Podcastfolge: 50+ Die Social Media Zielgruppe der Zukunft. Link im Bild führt zur Folge.

Als Beispiel für eine bestimmte Zielgruppe sprechen wir in Folge 57 unseres Podcasts: 50+ Zielgruppe der Zukunft. Hier hörst du, wie du gezielt eine Zielgruppe ansprichst, passende Inhalte für sie erstellst und dazu beiträgst, dass deine Zielgruppen auch regelmäßig mit deinen Inhalten interagieren.



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Social Media

Alle Social Media Verifizierungen im Überblick


Du suchst den großen Überblick über alle Social Media Verifizierungen von TikTok, Meta, Pinterest über LinkedIn? Dann bist du hier genau richtig. Was braucht man alles für einen blauen Haken? Hier findest du die Antwort, denn hier bekommst du alle Social Media Verifizierungen im Überblick.

Das blaue Häkchen ist in aller Munde. Viele Social Media Plattformen ändern derzeit ihre Konditionen an der Vergabepraxis für ihre Abzeichen zur Verifikation von Profilen. Zeit mal genauer nachzuschauen, was es damit auf sich hat und was sich auf den jeweiligen Plattformen überhaupt verändert.

Der Trend zeigt eine eindeutige Richtung auf. Nach der Einführung von “Twitter Blue” (heute „X Premium„) scheinen sich die Plattformbetreiber vermehrt Gedanken darüber zu machen, wie sich die Verifizierung auf ihren Netzwerken monetarisieren lässt.

Ursprünglich als Nachweis gedacht, um die Echtheit eines Accounts zu bestätigen oder zur Bestätigung, dass die Userinnen und User auf dem tatsächlichen Profil einer Persönlichkeit, Marke oder Organisation sind. Denn je bekannter, desto größer die Wahrscheinlichkeit von nachgeahmten und imitierten Profilen. Der blaue Haken hatte seine Vorteile. Doch wie sieht es aus, wenn dieser Haken nur noch gegen die Bezahlung einer Gebühr verfügbar ist? Werden die Plattformen immer noch darauf achten, ob sich hinter dem blauen Haken wirklich noch die echte Persönlichkeit, Marke oder Organisation befindet? Ein Blick auf die Veränderungen der Konditionen und die Pläne der Netzwerke gibt einen ersten Aufschluss. 

Dazu schauen wir auf die einzelnen Plattformen, um herauszufinden, wie und wo ihr dort jeweils eure Accounts verifizieren könnt und du erhältst alle Social Media Verifizierungen im Überblick.

Verifizierung auf X (Twitter)

Seit der Veröffentlichung von X Premium ist schon einiges über die etwas andere Art der Verifizierung berichtet worden. Fakt ist: Die Verifizierung auf Twitter ist nicht mehr kostenlos. Ihr könnt für euer X-Konto nur noch eine Verifizierung erhalten, wenn ihr bereit seid, eine monatliche Gebühr zu zahlen. Neben der Verifizierung und dem blauen Häkchen bietet “X Premium” noch eine ganze Reihe an weiteren Funktionen. Welche das sind und wie die Verifizierung mit “X Premium” abläuft, erfahrt ihr unserem Artikel zur Verifizierung auf Twitter:

Status Quo von „X Premium“: Erhältlich in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 


Verifizierung auf den Meta Plattformen Facebook, Instagram und Whatsapp

Kaum war “X Premium” erschienen, zog Meta nach und kündigte “Meta Verified” an. Ein Abo-Dienst ähnlich zu “X Premium”, der neben der Verifizierung auf allen Meta Plattformen noch weitere Funktionen bieten soll. Mittlerweile ist der “Meta Verified” genannte Abo-Dienst weltweit verfügbar und kostet zwischen 14 und 140 Euro je Monat, abhängig von den gebuchten Leistungen.

Zu Meta Verified geht es hier entlang: Meta Verified

Alternativ gibt es auch immer noch die „alte“ kostenlose Version der Verifizierung, für die man allerdings gewisse Anforderungen erfüllen muss (bekannte Marke, VIP, Journalist, etc.).

Für den Nutzer sehen beide Verifizierungen gleich aus.


Kontoverifizierung auf TikTok

Immer noch kräftig am wachsen und seitdem von ungebrochener Beliebtheit: TikTok! Keine Frage, auf TikTok stehen euch viele Chancen offen, euch eine tolle Community aufzubauen. Damit eure Follower auch wissen, dass es sich tatsächlich um euch handelt, braucht ihr eine Verifizierung von eurem TikTok Konto.

Wie das geht, haben wir euch hier zusammengestellt:


Verifizierung auf LinkedIn

Auf LinkedIn konnte man sich bisher nicht selbst um eine Verifizierung bewerben. Es gab nur die Top Voices, die von LinkedIn selbst bestimmt wurden.

Bereits seit zwei Jahren forciert LinkedIn aber eine Methode, bei der Nutzer sich über ihren Arbeitgeber oder ihren Ausweis bzw. Reisepass verifizieren lassen können.

Das Schöne daran: Die Verifizierung ist kostenlos. Sie bringt aber auch keine weiteren Funktionen wie etwa bei Meta oder X. Auch wenn LinkedIn werblich von „mehr Interaktionen und Profilbesuchern“ auf der eigenen Webseite berichtet.

Mehr Infos findet ihr in der LinkedIn Hilfe.

LinkedIn Unternehmensseiten können ebenfalls eine Verifizierung anfordern. Auch diese ist kosenlos.


Verifizierung auf Pinterest

Pinterest betont selbst die Wichtigkeit von verifizierten Konten für seine Plattform. Aktuell ist die Verifizierung auf Pinterest jedoch ausgesetzt, da Pinterest momentan den gesamten Prozess überprüft. Als Pinterest Userinnen und User könnt ihr noch Webseiten, zu denen ihr Pins veröffentlicht, verifizieren lassen.

Mehr dazu gibt es in unserem Artikel zur Verifizierung auf Pinterest:


Auf vielen Plattformen ist ein vollständiges Profil Pflicht, damit ihr die Anforderungen für eine Verifizierung erfüllt. Also unbedingt eure Profilbeschreibung ausfüllen und nicht das Profilbild vergessen! Die passende Bildgröße und das richtige Format könnt ihr unserem praktischen Guide zu allen Bildgrößen und -formaten der gängigsten Social Media Plattformen entnehmen.





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Social Media

Feed und Fudder 77 – Social Gretchenfrage: Sales oder Entertainment?


Sales oder Spaß? Warum überhaupt „oder“? Natürlich wollen Unternehmen Geld verdienen, und Social Media ist längst ein relevanter Absatzmarkt. Doch warum posten so viele Marken Inhalte, die ausschließlich auf Verkauf getrimmt sind oder anders ausgedrückt: Langweilig!

Dabei kann Social Media Content, der eine Marke stärkt und Umsatz bringt, alles andere als öde sein. Im Feed und Fudder Podcast sprechen wir darüber, ob Sales und Entertainment wirklich Gegensätze sind, und zeigen euch Beispiele, die beides souverän verbinden.

Mit dabei: Mineralwasser aus der Provinz, das es bis über den Atlantik geschafft hat. Einzelhändler, die mit Charme in ihren Laden locken. Und ein echter Social Media Klassiker, den ihr nicht verpassen wollt.

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Mehr zum Thema:

Entertainment first! Die neue Realität im Social Media Management

Influencer Marketing: Wie Social Media Manager*innen die richtigen Partner finden


Transkript Feed und Fudder Podcast Folge 77 – Social Grechtenfrage: Sales oder Entertainment?

Du bist grad irgendwo, wo es still sein muss, schmöckerst lieber in Texten oder möchtest unsere Folge barrierefrei mit deinem Screenreader lesen? Kein Problem!

Hier gibt es das Transkript zu Folge 77 – Social Grechtenfrage: Sales oder Entertainment?

Transkript

Nicola  

Hallo und Servus zu einer neuen Folge Feed & Futter mit Alex und mir, der Niki. Alex, jetzt wollte ich was mit holy holy anfangen, aber die Überleitung habe ich voll verkackt. Wir hatten ganz oft schon auf dem Blog auf allsocial.de das Thema: Wie entertaining ist Social? Ich bin heute etwas durcheinander. Wie entertaining ist Social? Leute, seht’s mir nach, ich bin heute ein bisschen verballert. Deine These war: 2026 wird es noch entertainiger und Sales ist nicht so krass wie Entertainment. Sales oder Entertainment, es ist verwirrend heute.

Alexander

Ich habe sogar zwei Thesen. Die erste These ist Entertainment First. Social Media wird immer weniger Social und mehr Media. Früher hat man Social Media genutzt, um sich mit Leuten zu vernetzen, die man kennt oder noch nicht kennt. Da gab es Funktionen wie Anstupsen auf Facebook oder Gruscheln auf StudiVZ. Sowas gibt es heute gar nicht mehr. Heute geht man auf Social Media, um Content Creators zu folgen. Social Media wird immer mehr zu Streaming. Video-Content ist das bevorzugte Format und wird am meisten ausgespielt. Man nutzt Social Media, um sich passiv zu unterhalten und zu konsumieren.  

Die zweite These: Es gibt so viele Marken, denen dieser Entertainment Shift egal ist oder die ihn nicht verstanden haben. Sie veröffentlichen am laufenden Band Postings, die ausschließlich auf Sales getrimmt sind und nur das zeigen, was sie selbst gerne sehen wollen. Sie machen sich keine Gedanken darüber, dass man Inhalte veröffentlichen sollte, die die Zielgruppe sehen will, die Fragen beantworten, Probleme lösen oder einfach unterhalten. Das sind meine zwei Thesen.

Nicola

Das sind starke Thesen. Punkt eins: Ich bin bei dir. Unterhaltung war immer schon ein Thema, aber es gibt eine Verlagerung von Beziehungen hin zu mehr Entertainment. Die Bedürfnisse Unterhaltung, Zerstreuung und Beziehung waren immer da. Aber die Plattformen haben sich stark Richtung Videocontent verändert, weil man über Werbeplatzierung mehr Geld verdient. Videocontent muss hochwertiger produziert sein, braucht Storytelling, ein Bild reicht nicht mehr. Dadurch wird es entertainiger, wenn man erfolgreich sein will.  

On top wollen die Plattformen mehr Content und fördern durch den Algorithmus viel Content. Wie willst du viel Content produzieren, wenn du nichts Serielles machst? Das eine bedingt das andere. Das Bedürfnis nach Entertainment war schon immer da, aber durch die Plattformlogik führt es automatisch dazu, dass man mehr ins Entertainige geht. Man braucht etwas Serielles. Man kann zwar 100 Jahre aus seinem Leben erzählen, aber irgendwann ist es auserzählt. Dann wird es geskripteter und die Lösung ist: mehr Entertainment. Storytelling sind erfundene Geschichten.  

YouTube braucht Content und Watchtime. Die Oscars sollen künftig nur noch auf YouTube oder Streaming stattfinden, nicht mehr im TV. Das Nutzerverhalten der jungen Zielgruppe ist Social First oder Social Only. Große Inhalte finden nicht mehr im TV statt. Das hängt alles zusammen. Spannend ist dein zweiter Gedanke: Sales. Wenn jeder Post auf Sales getrimmt ist, kann das der organischen Reichweite schaden. Deine fünf Cent?

Alexander

Denke ich schon. Es kann sein, dass Sales-Posts lustig und gut sind. Meine Aussage war allgemein gemeint. Ich meine stinklangweilige Beiträge. Auch Beiträge, die Produkte vorstellen, können unterhaltsam sein. Eigentlich wollte ich sagen: Social Media Beiträge, die ausschließlich so formuliert sind, wie man es selbst gern hätte, sind meistens langweilig. Und langweilig ist das Letzte, was die Community sehen will. Der Entertainment-Gedanke ist zu stark geworden. Ihr könnt eure Produkte vorstellen, eure Dienstleistungen, eure Services, aber das kann man mit unterhaltsamem Storytelling machen.

Nicola

Ich bin voll bei dir. Die Akzeptanz für Sales ist in den letzten Jahren krass gestiegen. Früher waren die Leute sensibel, wenn man erwähnt hat, dass man etwas kaufen kann. Heute hat jeder zweite Post irgendeinen Rabattcode. Influencer-Marketing ist Homeshopping in der äußersten Form. Es gibt eine hohe Akzeptanz für Abverkauf.  

Aber es muss nutzerorientiert sein. Wenn die User den Content als akzeptabel und plattformgerecht sehen, ist Sales okay. Wenn sie merken, dass es nicht passt, zu plump ist oder nicht unterhält, kommt eine Abwehrhaltung. Es muss Aufmerksamkeit generieren, unterhaltsam sein und im Zweifel steckt eine ganze Brandlogik dahinter: Storytelling, Visualität und so weiter.

Alexander

Und genau das ist eigentlich das Kriterium, wie wir oft unsere Wins aussuchen. Bei den Wins schauen wir: Hat eine Marke verstanden, einen bestimmten Zeitpunkt zu nutzen? Zum Beispiel diese berühmt-berüchtigte Hebebühnenfirma, die den Louvre Einbruch genutzt hat, um ihre eigenen Hebebühnen zu zeigen, die bei diesem Einbruch im Einsatz waren. Sie haben die Vorzüge betont, wie stabil und flexibel ihre Hebebühnen sind. Oder war das Storytelling gut?  

Du kannst deine Produkte vorstellen, das ist legitim. Du kannst deine Dienstleistung vorstellen, gar kein Problem. Aber mach es nicht langweilig. Auf Sales getrimmt heißt: ein langweiliges Posting, das nur über dich selbst spricht.  

Bei der Hebebühnenfirma war es anders: Sie haben den richtigen Zeitpunkt gewählt, sie waren nicht zu schade, sich selbst ein bisschen auf die Schippe zu nehmen, und sie haben trotzdem die Vorzüge des Produkts eingebaut. So kann man es machen. Eine langweilige Firma hätte erst das Wasserzeichen der Hebebühne eingefügt, hätte 20 Freigabeschleifen gebraucht, der Zeitpunkt wäre verpasst worden und am Ende wären langweilige Zahlen gekommen wie „hochfahrbar auf 18 Meter“.  

Nicola  

Du musst den Nerv treffen, damit die Leute hängen bleiben. Damit sie merken: witzig, das teile ich. Manchmal ist der Kauf nicht das primäre Ziel, sondern ein Nebeneffekt. Das Primärmotiv ist Unterhaltung. Der Abverkauf passiert nebenbei.  

Ich nehme mich da nicht aus. Ich will gar nichts kaufen und dann kommt ein guter Post und ich denke: interessant. Wenn es gut gemacht ist, passt es. Es kann auch eine Werbeanzeige sein, die in einem guten Umfeld stattfindet. Wenn ich harten Abverkauf will, muss ich in ein werbliches Umfeld gehen.  

Ein gutes Beispiel, wie Social-Logik auf einem Home-Shopping-Kanal funktioniert, ist Whatnot. Das ist eigentlich eine TikTok-Logik: Feed, Swipen, Clips, Likes, Kommentare. Die Verkäufer machen Live-Shopping, du kannst direkt kaufen. Es wird nicht langweilig. DM hat das auch in der App, MediaMarkt auch. Whatnot bringt es aber auf die Spitze, weil das System gut funktioniert. Es ist gelernt, es ist socialig. Die Verkäufer animieren dich permanent: Welche Tasche soll ich verkaufen, worauf habt ihr Bock? Die Community wird extrem eingebunden.  

Da gehst du hin, weil du etwas kaufen willst oder auch nicht. Vielleicht findest du es einfach unterhaltsam. Diese zwei Wege sind spannend: Social, wo du Unterhaltung suchst und dann kaufst, oder eine Sales-Plattform, die sehr socialig ist. Whatnot zeigt, wie Social-Logik in einem reinen Selling-Prozess funktioniert.

Alexander

Whatnot ist auch stark in der Zusammenarbeit mit Influencern und Creatorn. Da fühlt es sich organisch an. Organisch ist so ein Wort, da denke ich immer an einen OP-Tisch, wie bei Dr. Bibber.  

Nicola

Oder Social Media Dr. Bibber.  

Alexander  

Genau. Die Socialigkeit ist in der App und in der Verkaufslogik. Gleichzeitig tragen Creator das auf Social Media weiter und es wirkt nicht plump oder abverkaufslastig, sondern natürlich. Ein spannendes Beispiel. Du hast aber auch ein Beispiel aus Hanau mitgebracht.

Nicola  

Ein sehr lokales.  

Alexander  

Ja, die Card Buddies. Wir hatten es ja schon von Pokémon. Grüße an den Kabuto-King. Kabuto steht gerade bei 124 Dollar. Er hat sein Versprechen eingehalten: Eine Karte aus seiner Sammlung wurde bei eBay versteigert, 50.000 Dollar, und er spendet das an ein Kinderkrankenhaus.  

Die Card Buddies in Hanau sind ein Offline-Store für Pokémon-Karten, machen Turniere, Tauschbörsen und arbeiten viel mit Whatnot. Das ist ein Beispiel dafür, wie man Whatnot als Streaming-Plattform nutzt. Es ist zwar Verkauf, aber von der Logik her ist Whatnot wie eine Streaming-Plattform, ein Shopping-Netflix. Das bindet Partner gut ein.  

Wir hatten im Vorgespräch ein Beispiel, wo es uns zu viel wurde: Holy, die Energy-Drink-Marke. Das Produkt ist cool, aber sie arbeiten mittlerweile mit jedem Influencer und Creator zusammen. Whatnot konzentriert sich auf passende Partner, Holy ist überall. Das ist ein Massenmodell, verständlich, aber mir ist es zu wahllos. Überall taucht Holy auf, Rabattcodes überall. Zu viel des Guten.

Nicola

Das sind zwei unterschiedliche Ansätze. Card Buddies ist ein Local Store, sehr spezialisiert, eine nerdige Zielgruppe. Sie haben Offline-Events. Aber auf dem Account sind so viele Zuschauer, viel mehr als in Hanau leben. Das ist ein spannender Mix: ein kleiner Store, der unterhaltsam auf Instagram unterwegs ist, kombiniert mit Whatnot. Damit erweitern sie brutal ihre Reichweite und ihr Abverkaufsgebiet.

Es ist nicht fancy, aber sie haben verstanden, wie sie ihre Nerds erreichen. Sie sind sympathisch und unterhaltsam. Sehr lokal, sehr klein, aber konsequent und clever gemacht. Unterhaltsam, aber das primäre Ziel ist: Der Store soll funktionieren und Menschen sollen Karten kaufen.  

Da ist genau der Punkt: Plattform verstanden, User verstanden und dann überlegt, welchen Content man machen muss, damit die Leute dranbleiben, wiederkommen, eine Beziehung aufbauen und irgendwann vielleicht etwas kaufen.

Alexander

Du hast gerade echt den Hot Take rausgehauen, mit diesen drei Punkten. Plattform verstehen, User verstehen, auf Entertainment, aber auch nicht gewollt oder auch gezwungen, sondern natürlich, empathisch, sympathisch, auf Storytelling zu machen. Und nicht auf Teufel komm raus Storytelling zu machen, sondern wirklich natürliches…

Nicola

Ja, was auch zu dir passt. Also ich meine auch bei den Cardbuddies, die machen das natürlich, es würde jetzt bei einer anderen Branche vielleicht gar nicht funktionieren. Es funktioniert, weil diese Menschen in dem Store so sind, wie sie sind und über diese Themen so reden, wie es in dieser Zielgruppe funktioniert. Und sich da nicht zu verstellen, sondern im Gegenteil zu gucken, wo sind meine Stärken. Und dann sagen, okay, das ist unique.

Also das kann niemand einfach so kopieren. Weil der Store kannst du nicht kopieren. Du kannst die Menschen nicht einfach kopieren. Und das ist ein Erfolgsrezept, was man sich wirklich genau anschauen kann. Und top Card Buddies finde ich wirklich spannend. Deswegen bin ich voll froh, dass du dir das Beispiel mitgebracht hast.

Dass die dann aber nicht nur an Reichweite auf Social denken, sondern weiterdenken, ja, wie ist denn der Abverkaufprozess? Also Punkt 1, kommt jemand in die Store? Ist das ein Abverkauf? Geht jemand auf Whatnot? Ist das der Abverkauf? Geht jemand in meinen Shop? Ist das der Abverkauf? Also das ist halt auch noch so entscheidend.

Es hilft jetzt nicht nur zu sagen, ja, wir haben einen super coolen Channel, sondern am Ende des Tages auch, okay, aber wie kommen die Personen jetzt, also wo soll die hin? Sollen die in die Store gehen? Sollen die auf Whatnot gehen? Oder sollen die in den Online-Shop gehen? Und ich glaube, das ist auch nochmal so die Next Level, damit es wirklich funktioniert, dass du das durchdacht hast.

Und bei Holy zum Beispiel, deswegen ist das ein, ja, ich verstehe den Ansatz, die sind ein Massenprodukt. Die müssen in den Massenmarkten, B2C-Markt. Und im Idealfall läufst du am Supermarkt am Corner vorbei, siehst das Logo, siehst das Produkt und greifst hin. Deswegen müssen die brutal nervig sein und wahnsinnig präsent. Und das ist, glaube ich, die Challenge bei Holy. Der Account, finde ich, ist auch gut gemacht und der Account ist auch sehr unterhaltsam. Grundsätzlich mit den Creatorn haben die auch eine krasse Reichweite. Aber, was du jetzt sagst, bis zu gewissen Punkt wird es halt belanglos.

Alexander

Mir ist es einfach zu wahllos Ich finde, WhatNot zum Beispiel bleibt eigentlich immer… WhatNot ist ja nicht nur Pokémon-Sammelkarten, da kannst du ja alles Mögliche versteigern, aber… Genau, aber dann bleibt es auch getrennt.

Nicola

Luxustaschen und Hausrat. Dann arbeiten die dann halt immer in diesen Sphären.

Alexander

Also hier ihre Pokémon-Influencern werden jetzt nicht auf einmal Luxustaschen auf WhatNot steigern.

Nicola

Ja, absolut. Brauchen die auch gar nicht. Du willst ja in diesen Stream rein, weil du ja deine Trading Cards da findest. Oder du gehst in den Stream rein, weil du halt Hausauflösungen toll findest und Schnäppchen jagen willst. Also da ist ganz klar der Trigger sehr gezielt gesetzt. Und ich glaube, die Schwierigkeit bei Holy ist einfach, dass die so in den Massenmarkt müssen. Diese Brand muss so sichtbar sein, wenn ich in den Corner, in den Supermarkt gehe, dass ich diesen Aufsteller sehe und dann sage ich, ah ja, Holy, der vertraue ich der Marke. Und das ist eine ganz andere Herausforderung.

Und dadurch wird die Marke aber, verliert die natürlich ein bisschen an Charakter. Die Frage, wie weit treibst du das? Das ist die Frage, können wir nur wissen, wie erfolgreich Holy ist. Und vielleicht in ein, zwei Jahren. Also vielleicht ist die Brand dann durch, kann auch sein. Dass die dann halt einfach durch ist, das Produkt ist abverkauft, alles in Happy und Gutes. Aber für den nachhaltigen Brandaufbau ist es natürlich heftig, wenn es so unfassbar breit wie eine Gießkanne auf alles ausgerollt wird. Das ist das, was dich dann ja nervt.

Alexander

Ich glaube, vielleicht nach dem ganzen Gespräch revidiere ich es ein bisschen. Ich glaube, was mich so vielleicht gar nicht nervt, ist gar nicht so die Masse, sondern die Art und Weise. Durch diese Masse, wenn ich sage mal so, great und influencer, hast du auch unterschiedliche Qualitätsstufen. Meine ich nicht böse, ist einfach so. Und wenn halt so Whatnot, wenn du die halt gezielt aussuchst, mit wem du zusammenarbeitest, die können das dann schon besser einbauen. Wie bei den Card Buddies: Die bauen das ja ganz sympathisch ein, ganz organisch, es stört dich nicht.

Wenn du aber praktisch jeden, der einen YouTube und Instagram-Kanal hat, zu deinen Markenbotschaftern machst, dann gibt es halt welche, die können es halt richtig gut. Und die man sagen halt auch irgendwie passend. Und dann gibt es halt welche, die können es einfach nicht. Und dann ist es einfach total schräg, wie dann das Produkt eingebunden wird. Ich meine, ich habe es dir doch geschickt. Ich habe mal beim Bilder aufräumen, etwas gefunden. Ich würde mal sagen, es ist einer, wenn wir von Social-Media-Klassikern reden, vielleicht auch Fail-Klassiker, es ist wohl der größte oder der bekannteste Social-Media-Produktplacement-Fail.

Und zwar, es geht um Bifi. Es gab mal eine Influencerin aus Heidelberg, die einfach Bifi in der Badewanne gegessen hat und auch ihre ganze Badewanne drumherum, ihr ganzes Badezimmer war von oben bis unten voll mit Bifi.

Nicola

Ja, stimmt. Schrecklich. Allein der Geruch, allein das Bild riecht für mich.

Alexander

Alles passt halt so überhaupt nicht zusammen, weil ich glaube, wenn ich baden gehe, dann denke ich an Entspannung, ich denke an Wohlfühlen. Genau, überleg dir mal, du machst dir schön so einen Schaumbad ein und

Nicola 

da ist Bifi, aber das riecht nach Wurst.

Alexander

Du hast dann so Duftkerzen vielleicht und alle mich dann schön richtig, bis du dich dann wohlfühlst, gehst dann ins Badewasser, heimelig gemütlich und dann machst du so ein Bifi auf und dann kommt dieser Geruch.

Nicola

Und es stinkt einfach. Aber gut, dass du es nochmal rausgekramt hast. Dieses Bild riecht für mich. Also es riecht nach Vanille, Seife und nach Wurst.

Alexander

Wenn Bilder riechen können, das ist für mich einer der absoluten Social Media Klassiker. Aber hat das mit Food zu tun.

Nicola

Ja und hat auch eine gewisse Berühmtheit erlangt. Aber irgendwie drehen wir uns, also beziehungsweise eigentlich ist es genau das, was du am Anfang gesagt hast. Sales per se ist ja nicht verkehrt, gerade im Social ist Sales durchaus ein wichtiger Bestandteil.

Inzwischen, und es ist sehr akzeptiert, aber es muss halt plattformgerecht sein und es muss unterhaltsam sein und es muss passen und dann habe ich auch kein Problem damit, dann hat der User kein Problem damit und ich glaube, das ist das, was dich bei Holy stört, dass eben genau, was du gesagt hast, es so blump oft eingebaut wird, dass es dann halt eben eine plumpe, schlecht gemachte Werbung ist.

Alexander

Genau, es ist eingebunden wie halt da die Bifi in der Badewanne.

Nicola  

Genau, Bifi in der Badewanne. Und wenn es gut gemacht ist, unterhaltsam, plattformgerecht und die User anspricht, dann stört es niemanden. Dann hast du den perfekten Fit. Und ich glaube, das ist am Ende des Tages unsere Frage vom Anfang: Sales oder Entertainment? Ich würde sagen, das kann man gar nicht trennen. Solange es unterhaltsam ist und den Usern Spaß macht, kann man absolut abverkaufen und Sales machen. Es nervt nur, wenn es plump, einfach und langweilig ist. Das braucht kein Mensch.

Alexander  

Ich habe auch noch einen Win mitgebracht, und da wurden alle Win-Checkmarks erfüllt. Ich fand ihn super sympathisch, weil sie Storytelling gemacht haben, und zwar doppelt. Sie haben erzählt, wie es dazu kam, und sie haben daraus auch eine zweite Story gemacht. Ich kannte die Marke vorher nicht, jetzt kenne ich sie. Es geht um Vöslauer Mineralwasser aus Österreich.  

Ich bin ein großer Fan davon, wenn Marken Momentum nutzen. Der Sidekick von Conan O’Brien, Jordan Schlansky, hat in seinem Podcast erzählt, dass er totaler Fan von Vöslauer ist. Das hat Millionen Hörer erreicht und lief auch auf YouTube. Die betreuende Agentur hat gedacht: Lass uns in die USA fliegen und ihm Danke sagen. Also haben sie in der Nähe des Podcaststudios ein großes Straßenbanner aufgehängt. Darauf stand: „Everyone else look away, this is between Jordan and us“ – daneben eine Vöslauer-Flasche.  

Ich finde das super sympathisch. Sie haben das Momentum genutzt, die Geschichte erzählt, wie es dazu kam, und die Marketingverantwortlichen erzählen das voller Stolz auf Social Media. Das finde ich mega sympathisch. Wenn man etwas Cooles gemacht hat, ist es legitim, sich zu zeigen und zu sagen: Das ist unsere Kampagne. Deswegen ist das mein Win der Woche.

Nicola  

Absolut. Und ich als großer Wassertrink-Fan: Es schmeckt auch wirklich gut. Die müssen nichts versprechen, was sie nicht halten. Es ist ein gutes Wasser. Und ich bin nicht gesponsert. Falls jemand Wasser sponsern will, meldet euch. Ich habe kein Problem damit, für Wasserwerbung zu machen, das gut schmeckt. Es hätte wahrscheinlich nie Berühmtheit in den USA erlangt, aber sie haben das Momentum perfekt genutzt.  

Ja, da sind wir schon am Ende. Alex, du kannst mir alles Mögliche abverkaufen, solange es unterhaltsam ist. Ich wünsche dir eine gute Woche. Sei unterhaltsam. Langweile mich nicht. In dem Sinne: gute Woche. Ciao.

Alexander

Mach’s gut.



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