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Gedankenlesen mit KI: OpenAI steigt in Neuro-Tech ein


OpenAI investiert in Merge Labs, ein Startup, das an einer nicht-invasiven Schnittstelle zwischen Gehirn und KI arbeitet. Die Technologie verspricht neue Formen der Interaktion – wirft zugleich aber ethische und gesellschaftliche Fragen auf.

Der Wettlauf um die direkte Verbindung zwischen Gehirn und Computer ist in vollem Gange – und OpenAI läuft nun vorne mit. Gemeinsam mit anderen Kapitalgeber:innen hat das Unternehmen hinter ChatGPT 252 Millionen US-Dollar in Merge Labs investiert, ein Neuro-Tech-Startup, das unter anderem von OpenAI CEO Sam Altman mitgegründet wurde. Die Vision dahinter ist eine direkte Schnittstelle zwischen menschlichem Gehirn und Computer, aber ohne Implantate. OpenAI sieht darin eine neue technologische Grenze, die grundlegend verändern könnte, wie Menschen mit KI kommunizieren, lernen und interagieren.

Merge Labs will neuronale Aktivität mithilfe von Ultraschall erfassen und modulieren. Statt Elektroden im Gehirn setzt das Team auf bildgebende Verfahren, die Veränderungen indirekt messen. KI spielt dabei eine Schlüsselrolle. Sie soll verrauschte Signale interpretieren, Absichten erkennen und sich an einzelne Nutzer:innen anpassen. OpenAI kündigte an, gemeinsam mit Merge an wissenschaftlichen Grundlagenmodellen zu arbeiten, um die Entwicklung zu beschleunigen. Der Ansatz besitzt enormes Potenzial, vor allem für Menschen mit neurologischen Einschränkungen, wirft aber auch ethische Fragen neu auf. Schon der Start von ChatGPT Health, über das Nutzer:innen medizinische Unterlagen sowie Apps wie Apple Health oder MyFitnessPal anbinden können, zeigt, wie ChatGPT zunehmend in hochsensible Lebensbereiche vordringt.


ChatGPT Health startet und lässt User medizinische Daten und Apps verbinden

© OpenAI

Implantat oder Ultraschall: Das unterscheidet die Neurotech-Ambitionen von Altman und Musk

Gehirn-Computer-Schnittstellen sind kein neues Feld. Mit dem Investment bewegt sich OpenAI nun in einem Umfeld, das bislang unter anderem von Neuralink, dem 2016 von Elon Musk mitgegründeten Unternehmen, geprägt wurde. Bemerkenswert ist dabei, dass Sam Altman selbst früher in Neuralink investiert hatte. Das Unternehmen sammelte bislang rund 1,3 Milliarden US-Dollar an Kapital ein.

Neuralink und andere Anbieter:innen wie Synchron verfolgen überwiegend invasive Ansätze, bei denen elektrische Signale direkt aus dem Gehirn ausgelesen werden. Neuralink hat inzwischen mehr als ein Dutzend Implantate eingesetzt. Synchron wählt einen etwas weniger invasiven Weg und platziert sein System über Blutgefäße in unmittelbarer Nähe des Gehirns, ohne das Hirngewebe direkt zu durchdringen.

Merge Labs wählt hingegen einen grundsätzlich anderen Weg. Das Startup will vollständig auf Implantate verzichten und stattdessen Ultraschall nutzen, um neuronale Aktivität indirekt über Veränderungen der Hirndurchblutung zu erfassen. Der Ansatz gilt als technisch extrem anspruchsvoll, könnte langfristig jedoch sicherer und breiter einsetzbar sein. Aktuell laufen erste Sicherheitsstudien in Großbritannien mit einem miniaturisierten Ultraschallgerät aus dem Umfeld der gemeinnützigen Forschungseinrichtung Forest Neurotech, aus der Merge hervorgegangen ist.

Wenn Interaktion direkt im Kopf beginnt und was sich OpenAI davon verspricht

OpenAI begründet das Investment mit einer klaren Vision. Direktere Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine sollen den Umgang mit KI grundlegend verändern – weg von Eingaben über Touch und Voice hin zu intuitiveren, hochbandbreitigen Interfaces. Gehirn-Computer-Schnittstellen gelten in diesem Kontext als nächste Entwicklungsstufe der Mensch-Maschine-Interaktion. Kurzfristig stehen medizinische Anwendungen im Fokus, etwa die Steuerung von Computern oder Robotiksystemen durch Menschen mit Lähmungen. Im Bereich bestehender Schnittstellen arbeitet OpenAI gemeinsam mit Ex-Apple-Designer Jony Ive an neuartigen KI-Gadgets, die KI zugänglicher machen sollen.

Für OpenAI geht es jedoch um mehr als einzelne Use Cases. Sollte die Technologie marktreif werden, eröffnen sich neue Zugänge zu Interaktion, Lernen und Wahrnehmung und damit zu völlig neuen Nutzungsszenarien für KI-Systeme. Wer solche Schnittstellen mitgestaltet, beeinflusst nicht nur die Hardware, sondern auch, wie KI verstanden, gesteuert und in den Alltag integriert wird.


OpenAIs erstes KI-Gadget:
Ein Stift von Ex-Apple-Designer Jony Ive?

OpenAI Branding
Das neue OpenAI Branding vor Fotografie, © OpenAI

Technologischer Sprung mit Nebenwirkungen

Noch ist offen, welche Produkte Merge Labs konkret entwickeln will. Dass OpenAI, Bain Capital, Valve-Gründer Gabe Newell und andere früh einsteigen, zeigt aber, wie fortgeschritten und relevant die Ambitionen rund um das Thema sind. Die Verbindung von Gehirn und KI rückt damit ein Stück näher an die Realität – mit enormem Potenzial, aber auch großen ethischen und gesellschaftlichen Fragen.

Gehirndaten gelten als die sensibelste Form personenbezogener Informationen. Zudem greifen für sie bestehende Datenschutzgesetze bislang kaum. Wer Zugriff auf neuronale Signale, Gedanken oder Absichten erhält, könnte Verhalten nicht nur auslesen, sondern potenziell auch beeinflussen. Kritiker:innen warnten bereits bei der Ankündigung von Neuralink davor, dass es sich um ein Hochrisiko-Experiment mit weitreichender Macht über Körper und Geist handelt, wie tagesschau.de berichtet. Statt medizinischer Heilung droht damit ein Szenario, in dem technologische Aufrüstung zur Voraussetzung gesellschaftlicher Teilhabe wird – mit bislang kaum geklärten Folgen für Autonomie, Sicherheit und Gleichheit.





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Interview mit CMI Philipp Wachholz: Wie KFC frischen Wind in seine Werbung bringen will


Philipp Wachholz, CMO KFC Deutschland

In der Werbearena der Systemgastronomie gehört Kentucky Fried Chicken bisher zu den Underdogs. Das will Marketingchef Philipp Wachholz jetzt mit einer neuen Kommunikationsstrategie ändern, die auf kreativen Mut und das Spiel mit Konventionen setzt.

Kentucky Fried Chicken ist seit 1968 im deutschen Markt und damit definitiv kein Neuling in der Fastfood-Branche. Aktuell kündigt der Veteran ein

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Mit Dokus und Familienfesten: So will R+V sich als Unterstützer für Familien positionieren


Dass „Du bist nicht allein“ bei R+V mehr als ein bloßer Slogan ist, soll die neue Kampagne zeigen

Ihren Markenclaim „Du bist nicht allein“ mit Leben füllen – das hat sich die Versicherungsgesellschaft R+V vorgenommen. In einer dreistufigen Kommunikations- und Vertriebsoffensive will sie nicht nur ihre Markenbekanntheit steigern, sondern auch ein offenes Ohr und konkrete Beratungsangebote für Familien bieten.

Den Bedarf für finanzielle Absicherung für Familien hat die R+V vor Beginn der Kampagne mit einer Befragung unter 600 Familien in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Psyma festgestellt. Die Ergebnisse zeigen: Familien sind bereit, in private Absicherung zu investieren, erklärt R+V-Marketing-Chefin Anja Stolz. „Sie trauen der Politik immer weniger zu, die Probleme der Zukunftsvorsorge und Absicherung zu lösen.“ Drei von vier befragten Familien haben zwar mindestens ein Produkt zur Absicherung abgeschlossen, doch die Mehrheit ist laut R+V noch nicht ausreichend abgesichert.

Hier will die R+V ansetzen: „Wir können echten Mehrwert bieten“, erklärt Anja Stolz, sowohl mit ihren Produkten, als auch mit Beratungs- und Informationsangeboten, die Familien zuhören und ihnen zur Seite stehen. Um ihr Versicherungs- und Beratungsangebot bekannter zu machen, hat die R+V am 2. März eine dreistufige Kommunikations- und Vertriebsoffensive gestartet. Diese richtet sich vorranging an junge Familien und führt die bereits 2024 gestartete Vorsorge-Kampagne „Deutschland macht den Vorsorge-Check“ weiter.

Das Ziel der aktuellen Kommunikationsoffensive ist ambitioniert: Bis 2030 will die R+V der führende Partner für Familienvorsorge in Deutschland werden. Dafür startet sie zunächst eine reichweitenstarke Markenkampagne, die über die Absicherungsangebote für Familien informieren soll. Diese wird über eine breite Auswahl von Kanälen, von TV über Streaming-Anbieter, Familien-Podcasts und Kooperationen im stationären Einzelhandel ausgespielt.

Im Mai startet dann die zweite Phase: In einer Dokumentation berichten zehn Familien in Interviews von ihren indivinduellen Situationen, Problemen und Zukunftsängsten. So soll Bewusstsein für die mentale Belastung von Familien geschaffen werden. Die Dokumentation wird crossmedial ausgespielt und durch Presseaktivitäten sowie ein Sponsoring des Familien-Channels auf RTL+ begleitet.

Vervollständigt wird die Kampagne schließlich durch eine Reihe von „Sorgenfresser-Familienfesten“, mit denen die R+V im Sommer bundesweit auf Tour geht. Im Sinne ihres Markenclaims „Du bist nicht allein.“ will die R+V über das reine Schaffen von Aufmerksamkeit hinausgehen und konkrete Unterstützung für Familien bieten – mit Talks von Expertinnen und Experten, Live-Impulsen, Workshops und Mitmachaktionen. Die Tour startet am 14. Juni 2026 mit einem Fest in Wiesbaden.

Exklusiv-Auswertung

Das sind die stärksten deutschen Versicherungsmarken

Werbepräsenz ist enorm wichtig für den Markenaufbau. Das zeigt einmal mehr das Ranking der stärksten Versicherungsmarken in Deutschland. In der Rangliste von Splendid Research liegen jene Versicherer vorn, die am bekanntesten sind. Doch einige schwächeln merklich beim Image.

Das Konzept für die gesamte Kampagne wurde vom Marketing der R+V inhouse entwickelt. An der Umsetzung waren jedoch zahlreiche Agenturen beteiligt, unter anderem Ogilvy, die bereits die „Vorsorge-Check“-Kampagne 2024 umgesetzt hatten. Die Produktion verantwortete Bakery Films, Regie führte Robin Polak, Kamera Mortimer Hochberg. Ding Dong war für die Social Media-Aktivitäten verantwortlich und Neofonie für die Umsetzung des Vorsorge-Checks. Die POS/Verkaufsunterlagen hat die Agentur WVP erstellt. Die Mental Load-Interview-Dokumentation verantwortete Jana Edisonga, die Produktion erfolgte durch Umlaut Films.



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The Great Stay: Warum der Marketing-Arbeitsmarkt eingefroren ist – und was das für Ihre Karriere bedeutet


KI gefährdet auch Marketing-Jobs

Wird uns Künstliche Intelligenz die Arbeit nur erleichtern? Oder wird die Technologie viele Arbeitsplätze kosten? Marketingexperte Mark Ritson sieht eher schwarz. „Je mehr KI Teil des Marketings wird, desto weniger Marketer brauchen wir“, schreibt er in seiner neuen Kolumne für HORIZONT.

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