Handwerk & Vielfalt aus dem Erzgebirge: Nussknacker-Edition mit Scholz & Friends › PAGE online
Sie sind gerade auf dem Cover der aktuellen PAGE zu sehen und das als starkes und farbenfrohes Zeichen dafür, wie Marken Haltung zeigen: Die Nussknacker »Knack-Dialog«, die von der Traditionswerkstatt Füchtner gemeinsam mit Scholz & Friends entwickelt wurden.
Nussknacker sind von gestern? Nicht die der Traditionswerkstatt Füchtner aus dem Erzgebirge.
Und immer wieder schert die Holzwerkstatt dabei aus Altbekanntem aus und hat es so mit seinen Nussknackern nicht nur auf das aktuelle PAGE-Cover und in die Titelgeschichte über Marken und Haltung geschafft, sondern auch ins Weltall – und jetzt außerdem in das Auktionshaus Christie’s:
Mit ihrer Design-Edition »Knack-Dialog«, die sich für den Nachwuchs und für die Zukunft des Handwerks starkmacht, für Vielfalt und, wie der Name schon sagt, für den Dialog.
Wie andere Gewerke steht auch das Kunsthandwerk aus dem Erzgebirge vor Herausforderungen: Fachkräfte werden immer knapper, es herrscht ein Mangel an Nachwuchs und gerade aus ländlicheren Gebieten wandern junge Menschen ab.
Es wird immer schwerer, Wissen und Technik zu bewahren und das Handwerk gleich mit.
Alle neun Nussknacker der Sonderedition »Knack-Dialog«
Innovative Knack-Technik
Wie innovativ und wie nah an der Zeit Handwerk sein kann, zeigt die Initiative »Wilhelm & die Bunte Revolution«, die Füchtner mit Scholz & Friends ins Leben gerufen hat. Gemeinsam wollen sie das Handwerk sichtbar machen, zeigen, dass es durchaus Raum für neue Ideen bietet und junge Menschen dafür begeistern.
Zum Start der Initiative ist jetzt die Edition »Knack-Dialog« mit neun verschiedenen Figuren erschienen – und mit einer umwerfenden handwerklichen Innovation.
Jede der Figuren ist ein wirklicher Charakter. Es gibt den Reisenden, der weltoffen und neugierig ist, den Kreativen, der neue Horizonte öffnet, Alberta, die für Wandelbarkeit und für Empowerment steht, Rudi, den Macher oder Mr. Divalog, die ganz unbekümmert mit Geschlechterrollen spielt.
Die Charaktere entstanden in Zusammenarbeit mit Designstudierenden der Hochschule Schneeberg und mit bereits etablierten Gestalter:innen.
Und der Clou, ganz wie im wirklichen Leben und so smart wie innovativ und verspielt: Jede Nuss ist nur zu knacken, wenn zwei unterschiedliche Figuren zusammengebracht werden.
So prallen nicht nur Welten auf schönste, farbenfrohe Weise aufeinander, sondern macht das Handwerk mit dem Mechanismus, den Füchtner entwickelt hat, die Idee von der Stärke des Miteinanders, des Zusammenhalts und des Dialogs, erfahrbar.
So entstehen Nussknacker in der Werkstatt von Füchtner
Blick in die Zukunft
Gestern, am 24. Juni 2026, wurde die Sonderedition in der SKM Galerie Leipzig vorgestellt und parallel dazu werden die ersten neun Dialog-Nussknacker über das Auktionshaus Christie’s versteigert.
Der Erlös fließt in die neue Initiative und gefördert sollen damit »Projekte zur Nachwuchsgewinnung, zur Sicherung handwerklicher Techniken sowie zur Weiterentwicklung und Vermarktung regionaler Produkte«, wie es von Scholz & Friends heißt.
Gleichzeitig greifen Social-Media-Maßnahmen die Initiative mit ihrem »Knack-Dialog« auf und das Miteinander der verschiedenen Charaktere.
Damit ist aber noch lange nicht Schluss. Geplant ist, dass jährlich eine streng limitierte »Knack-Dialog«-Edition entsteht, deren Erlöse in den Fonds fließen.
Das Et-Zeichen im Kontext visueller Gestaltung und heutiger Markenkommunikation – Design Tagebuch
Das Et-Zeichen ist längst über seine ursprüngliche Funktion hinausgewachsen und wird bei weitem nicht mehr nur für Unternehmensbezeichnungen und Firmendoppelnamen verwendet. Als eigenständiges funktionales Gestaltungselement fungiert das „&“ als Werkzeug in der Werbung, im Bereich UX/UI und in der Markenkommunikation. Es verbindet semantisch, strukturiert visuell und verleiht Namen und Bezeichnungen Kraft und Bedeutsamkeit.
Das Et-Zeichen steht im Spannungsfeld zwischen Norm und Stilmittel. Abseits der ursprünglichen Funktion und jenseits starrer Rechtschreibregeln wird das „&“ im heutigen Sprachgebrauch ganz selbstverständlich als Ersatzzeichen für „und“ verwendet. Zum Unmut von Puristen der Orthografie.
Innerhalb der Pop- und Netzkultur nimmt das „&“ als Wortzeichen eine bedeutende Rolle ein. Im informellen Schreibstil suggeriert das „&“ Unmittelbarkeit, Gleichwertigkeit, manchmal auch Intimität, wie in „Du & Ich“, „Alles Liebe & bis bald“ „Frohe Weihnachten & guten Rutsch!“. Hier ist das „&“ nicht bloß Typographie, es artikuliert Haltung und persönliche Einstellung. Ein verdichtetes Signal für Partnerschaft, Dualität und Zusammengehörigkeit. Aus einer gewöhnlichen Grußformel wird ein Statement. Ökonomischer beim Tippen ist das „&“ obendrein.
Aus dieser Realität heraus haben sich für das Et-Zeichen (englisch „Ampersand“) auch im professionellen Gebra…
Das Et-Zeichen ist längst über seine ursprüngliche Funktion hinausgewachsen und wird bei weitem nicht mehr nur für Unternehmensbezeichnungen und Firmendoppelnamen verwendet. Als eigenständiges funktionales Gestaltungselement fungiert das „&“ als Werkzeug in der Werbung, im Bereich UX/UI und in der Markenkommunikation. Es verbindet semantisch, strukturiert visuell und verleiht Namen und Bezeichnungen Kraft und Bedeutsamkeit.
Das Et-Zeichen steht im Spannungsfeld zwischen Norm und Stilmittel. Abseits der ursprünglichen Funktion und jenseits starrer Rechtschreibregeln wird das „&“ im heutigen Sprachgebrauch ganz selbstverständlich als Ersatzzeichen für „und“ verwendet. Zum Unmut von Puristen der Orthografie.
Innerhalb der Pop- und Netzkultur nimmt das „&“ als Wortzeichen eine bedeutende Rolle ein. Im informellen Schreibstil suggeriert das „&“ Unmittelbarkeit, Gleichwertigkeit, manchmal auch Intimität, wie in „Du & Ich“, „Alles Liebe & bis bald“ „Frohe Weihnachten & guten Rutsch!“. Hier ist das „&“ nicht bloß Typographie, es artikuliert Haltung und persönliche Einstellung. Ein verdichtetes Signal für Partnerschaft, Dualität und Zusammengehörigkeit. Aus einer gewöhnlichen Grußformel wird ein Statement. Ökonomischer beim Tippen ist das „&“ obendrein.
Aus dieser Realität heraus haben sich für das Et-Zeichen (englisch „Ampersand“) auch im professionellen Gebra…
Achim Schaffrinna
Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.
Die Gewinnerarbeiten der Terras Gauda Poster Design Biennial 2026! › PAGE online
Mit 10.000 Euro für den Hauptpreis dotiert, fand jetzt erneut der Plakatwettbewerb des bekannten Weinguts Terras Gauda statt. Hier die Gewinnerarbeiten – und unsere Favoriten aus der Endrunde.
Siegerplakat: Hung Chang Lin, Taiwan
2001 beschlossen das spanische Weingut Terras Gauda den internationalen Plakatdesign-Wettbewerb »Terras Gauda Francisco Mantecón« auszurufen.
Alle zwei Jahre findet er statt. Und es kommt ja wirklich nicht oft vor, dass private Unternehmen sich so für Grafikdesign engagieren. In diesem Fall zudem für das Erbe des galizischen Malers und Designers Francisco Mantecón (1948-2001), der in Vigo in der Nähe der Weingüter in Pontevedra, lebte und arbeitete.
Heute ist der Wettbewerb ein wichtiger Teil der internationalen Grafikdesign-Szene, mit 10.000 Euro für den Hauptpreis und 2.000 Euro für die lobenden Erwähnungen dotiert.
Internationale Gewinner:innen
Der zehnköpfigen Jury gehörten unter anderem der bekannte spanische Grafikdesigner Emilio Gil an, der einst bei Milton Glaser in New York City studierte und auch der spanische Illustrator und Grafikdesigner Pep Carrio.
Künftige Kampagnen der Weingüter werden sich an dem Siegerplakat orientieren.
Und das stammt in diesem Jahr von Hung Chang Lin, Taiwan, Professor für Kommunikationsdesign an der Jinwen University of Science and Technology in Taipeh.
Drei lobende Erwähnungen gingen erstens an Hristo Hristov, Grafikdesigner aus Sofia, Bulgarien, zweitens an Antonio Fernandez, Illustrator und Designer aus Galizien und drittens an Marcos Farina, ein argentinischer Grafikdesigner, der zurzeit im spanischen Valencia lebt.
Mit Christian Chladny, Designer und Illustrator aus Hamburg und mit dem Heidelberger Grafikdesigner Götz Gramlich sind auch zwei Plakatgestalter aus Deutschland in die Endrunde gekommen.
PAGE gefällt …: Illustrationen von Jeong-in Mun aus Angoulême, die mit feinen schwarzen Linien schönste Welten erfindet, die Zöpfe brennen und Pferde fliegen lässt – und mit ihrem ersten Comic »Langer Atem« ins Meer und in ihre eigene Familiengeschichte eintaucht.
Start In meiner Jugend träumte ich immer davon, Schriftstellerin zu werden. Dann faszinierte mich das Filmemachen, da ich darin eine Möglichkeit sah, Romane durch »visuelle Sprache« zu schreiben. Deswegen bin ich mit 16 Jahren nach Frankreich gegangen, um Film zu studieren. Während dieser Zeit fühlte ich mich jedoch zunehmend zu den Kunstkursen hingezogen und entdeckte zudem die Welt der französischen und europäischen Comics (Bande Dessinée). Mir wurde klar, dass das Filmemachen eine massive finanzielle Unterstützung und ein großes Team erforderte, dabei aber bevorzugte ich die unabhängige Arbeit und auch, dies alleine zu tun. Das veranlasste mich, eine Karriere als Comiczeichner in Frankreich anzustreben. Als ich an der HEAR (Haute école des Arts du Rhin) anfing, Comics zu zeichnen, erhielt ich viel Feedback, dass meine Arbeiten wie Storyboards für Filme aussähen. Doch je mehr ich in das Medium eintauchte, desto mehr wurde mir bewusst, dass Comics ihre eigene, einzigartige und spezifische Sprache haben. Seitdem erkunde ich dieses besondere Terrain. Mein erstes großes Comic-Projekt, »Langer Atem«, begann als mein Bachelor-Abschlussprojekt und entwickelte sich während meines Masterstudiums weiter. Während dieser Zeit absolvierte ich ein Praktikum bei Rotopol in Deutschland, wo ich die Gelegenheit hatte, meine Arbeit vorzustellen. Sie beschlossen, sie zu veröffentlichen, und nach meinem Abschluss widmete ich mich der Fertigstellung des Projekts. Nun ist mein erstes Buch endlich erschienen.
Stil Schwarz-Weiß-Kunst mit starken Kontrasten hat mich schon immer fasziniert. Als ich mit dem Zeichnen anfing, übte ich, indem ich viele Schwarz-Weiß-Werke von Edvard Munch kopierte. Von da an studierte ich Matisses fließende Linien und Edward Goreys Federzeichentechniken. Später begannen mich traditionelle koreanische Gemälde zu inspirieren, ihre filigranen Details und, wie sie Raum und dekorative Elemente verflachen und vereinfachen. Ich würde sagen, mein heutiger Stil ist eine Mischung aus all diesen Elementen. Ich liebe es auch, poetische Bilder zu schaffen; jede meiner Arbeiten trägt seine eigene Erzählung in sich.
Lieblingsmotive Mich ziehen sich wiederholende Motive an, wie feine, rhythmische Linien, die für Texturen verwendet werden, oder komplizierte Muster auf Kleidung und Tapeten. Ich war schon immer ein großer Bewunderer von Edward Goreys Tapetendesigns.
Technik Ich arbeite ausschließlich auf Papier mit traditionellen Methoden. Meine Hauptwerkzeuge sind schwarze Tinte und eine Feder, mit denen ich sehr feine, dünne und subtile Linien zeichnen kann. Für größere schwarze Flächen verwende ich einen Pinselstift, um ein perfekt deckendes, tiefschwarzes Finish zu erzielen. Was meinen Arbeitsprozess angeht, beginne ich mit Skizzen mit einem spitzen Bleistift und ziehe die Linien dann direkt auf demselben Papier mit Tinte nach. Das Ausradieren der Bleistiftspuren ist eigentlich mein Lieblingsmoment. Zum Schluss fülle ich die geschlossenen Flächen mit einem Pinsel aus. In letzter Zeit experimentiere ich auch gerne mit Gouache und Alkoholmarkern, um meinen Illustrationen einen Hauch von Farbe zu verleihen.
Inspiration Visuell inspirieren mich die zuvor erwähnten Künstler sowie alte Gemälde und klassische Illustrationen. Ich habe ein besonderes Interesse an Volkskunst, die von anonymen Malern geschaffen wurde, sowie an der »Art Brut«-Bewegung. Ich finde die rohe, ungeschliffene Ehrlichkeit in diesen Werken unglaublich bewegend, und sie beeinflussen meine Bildsprache zutiefst. Was das Geschichtenerzählen angeht, lasse ich mich von meinen eigenen Emotionen und deren Ursprüngen inspirieren. Indem ich die Wurzeln meiner Gefühle erforsche und mich frage: »Woher kommt das wirklich?«, kann ich Erzählungen verweben. Mein Ziel ist es, Geschichten für diejenigen zu schaffen, die ähnliche Emotionen empfinden oder vergleichbare Erfahrungen gemacht haben; ich möchte, dass meine Arbeit ein Ort ist, an dem wir eine gemeinsame Sprache für unsere inneren Welten finden können.
Kunden France Culture, UAEBBY, Korean Literature Now, Najeonsan Publishing, Rien Books
Agent:in Ich habe keine(n)!
English version below!
Jeong-in Mun: »Langer Atem«, CoverJeong-in Mun: Ausschnitt aus »Langer Atem«Jeong-in Mun: Burning braids seriesJeong-in Mun: Horses and the windJeong-in Mun: This way, that way
Start During my adolescence, I always dreamed of becoming a writer. And then, I was fascinated by filmmaking, as I saw it as a way of writing novels through ‘visual language.’ That was what first brought me to France at the age of 16, to study cinema. However, during high school, I found myself increasingly drawn to my art classes. It was around this time that I discovered the world of French and European comics (Bande Dessinée). I began to realize that filmmaking required massive financial backing and a large team, whereas I preferred the independence of working alone. This realization led me to pursue a career as a comic artist in France. When I first started drawing comics at HEAR (Haute école des Arts du Rhin), I received a lot of feedback that my work looked like movie storyboards. But as I immersed myself in the medium, I realized that comics have their own unique and specific language. I’ve been exploring that distinct territory ever since. My first long comic project, “Langer Atem,” began as my Bachelor’s degree project and evolved through my Master’s studies. During that time, I did an internship at Rotopol in Germany, where I had the opportunity to present my work. They decided to publish it, and after graduation, I dedicated myself to finalizing the project. Now, my first book has finally been released to the world.
Style Black and white art with strong contrast has always fascinated me. When I first started drawing, I practiced by copying many of Edvard Munch’sblack and white pieces. From there, I studied Matisse’s fluid linesand Edward Gorey’s dip pen techniques. Later on, traditional Korean paintings began to inspire me with their intricate details and the way they flatten and simplify space and decorative elements. I’d say my style today is a blend of all these elements. I also love to create poetic imagery; every piece I create carries its own narrative.
Favourite motifs I am drawn to repetitive motifs, such as fine, rhythmic lines used for textures, or intricate patterns on clothing and wallpapers. I’ve always been a great admirer of Edward Gorey’s wallpaper designs.
Technique I do everything on paper using traditional methods. My main tools are black ink and a dip pen, which allow me to draw the very fine, thin, and subtle lines For larger black areas, I use a brush pen to make a perfectly opaque, deep black finish. As for my process, I begin with sketches using a sharp pencil and then ink the lines directly on the same paper. Erasing the pencil tracesis actually my favorite moment. Finally, I fill in the solid areas with a brush. Recently, I’ve also been enjoying experimenting with gouache and alcohol markersto introduce a touch of color to my illustrations.
Inspiration Visually, I am inspired by the artists I mentioned earlier, as well as old paintings and classical illustrations. I have a particular intrest for folk art created by anonymous painters and the ‘Art Brut’ movement. I find the raw, unrefined honesty in those works incredibly moving, and they deeply influence my visual language. In terms of storytelling, I draw inspiration from my own emotions and their origins. By exploring the roots of what I feel and asking myself, ‘Where does this truly come from?’, I am able to weave narratives. My goal is to create stories for those who resonate with similar emotions or have shared comparable experiences; I want my work to be a place where we can find a common language for our inner worlds.
Clients France culture, UAEBBY, Korean Litterature Now, Najeonsan Publishing, Rien Books