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Künstliche Intelligenz

Heisse Technik, coole Bilder: Die Foto-News der Woche 8/26


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Stellen Sie sich einen Süßwarenladen vor. Aber statt Gummibärchen und Schokolade liegen in den Regalen Objektive, die so viel kosten wie ein Kleinwagen, und Kameragehäuse, die schneller sind als ein startender Jet. Willkommen im Service-Raum von Canon Professional Services (CPS) in Mailand, einem von vier Standorten, die der Kamera-Gigant für die Spiele eingerichtet hat. Der Fotograf Jeff Cable hat uns einen seltenen Einblick gewährt, und es ist, gelinde gesagt, atemberaubend.

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Hier lagern Kameras und Objektive im Wert von mehreren Millionen Dollar, bereit, an akkreditierte Fotografen verliehen zu werden. Wir reden hier von Exoten wie dem Canon RF 800mm f/5.6 L, für das man andernorts fast 20.000 Euro auf den Tisch legt. Daneben stapeln sich die beliebten RF 100-300mm f/2.8 Zooms und Dutzende Profi-Kameragehäuse. Es ist zwar ein logistischer Albtraum, aber für uns Fotografen ist es der Himmel auf Erden. Besonders charmant: Canon hält sogar noch einige alte DSLR-Ausrüstung bereit. Ein netter Service für die Traditionalisten, auch wenn Cable anmerkt, dass er kaum noch jemanden ohne spiegellose Kamera gesehen hat. Es ist quasi ein Museum, aus dem man sich noch etwas für die Arbeit ausleihen kann.


Das Titelbild der Ausgabe 01 2026 des Foto-Magazins c't Fotografie

Das Titelbild der Ausgabe 01 2026 des Foto-Magazins c't Fotografie

In einer Zeit, in der jedes allzu perfekte Foto unter Generalverdacht steht, von einer künstlichen Intelligenz erschaffen worden zu sein, scheinen die Sportfotografen bei Olympia eine klare Botschaft zu senden: Seht her, das ist echt – und es ist Kunst. Selten habe ich eine solche Welle an kreativen Techniken bei einem Großereignis gesehen. Von abstrakten Meisterwerken, die durch Bewegungsunschärfe entstehen, bis zu Mehrfachbelichtungen, die die Dynamik eines Sprungs in einem einzigen Bild einfrieren.

Besonders zwei Ansätze stechen heraus. Zum einen der Einsatz von Wärmebildkameras. Was sonst eher bei der Gebäudedämmung oder im Militär zum Einsatz kommt, liefert hier faszinierende Einblicke. Man sieht die Hitze, die von den Athleten nach einem Rennen ausstrahlt – eine visuelle Darstellung der unglaublichen körperlichen Anstrengung. Das ist nicht nur ein cooler Effekt, sondern erzählt eine ganz neue Geschichte.

Am anderen Ende des Technologiespektrums steht ein Fotograf, der mit einer alten Graflex-Kamera arbeitet – jenem Kameratyp, der wahrscheinlich schon bei den letzten Spielen in Cortina 1956 im Einsatz war. Der Clou: Die Kamera wurde so modifiziert, dass die Bilder direkt auf einem Smartphone aufgezeichnet und geteilt werden können. Eine wunderbare Verbeugung vor der Geschichte und ein herrlicher Kontrapunkt zum Hightech-Wettrüsten.

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Während die einen auf ein – Technik-Arsenal von Millionenwert setzen, beweist ein Mann, dass es manchmal nur ein Paar Schlittschuhe, eine ruhige Hand und einen maßgeschneiderten weißen Smoking braucht. Die Rede ist von Jordan Cowan, dem ersten Kameramann in der olympischen Geschichte, der sich für die Übertragung mit den Eiskunstläufern auf dem Eis bewegt.

Cowan ist kein gewöhnlicher Kameramann; er ist ein ehemaliger Wettkampf-Eiskunstläufer. Diese Expertise erlaubt es ihm, rückwärts über das Eis zu gleiten, während er mit einem selbst entwickelten Gimbal-Rig die Athleten filmt. Sein Ziel? Dem Publikum zu Hause das Gefühl zu vermitteln, selbst auf dem Eis zu stehen. Er fängt die intimen Momente ein – den Jubel nach einer perfekten Kür ebenso wie die Enttäuschung nach einem Sturz. Das größte Kompliment für ihn sei, wenn die Athleten sagen, sie hätten ihn gar nicht bemerkt. Ein Kameramann als unsichtbarer, eleganter Geist auf Kufen – das ist Poesie in Bewegung.

Diese Woche zeigt uns Olympia eindrücklich, dass die Fotografie lebendiger ist als je zuvor. Zwischen gigantischen Materialschlachten und der stillen Kreativität einzelner Künstler findet jeder seine Nische, um unvergessliche Momente zu schaffen.

Zum Abschluss dieser Kolumne möchte ich Ihnen eine besonders lohnende Ergänzung ans Herz legen: die aktuelle Folge des Podcasts CLICK BOOM FLASH – Geschichten aus der Fotowelt.

In Folge #56 „Sportfotografie bei Olympia“ spricht Judy Hohmann mit Matthias Hangst, Director of Sports Photography bei Getty Images. Gerade jetzt, während die Wettkämpfe in Mailand-Cortina laufen, gewährt Hangst authentische Einblicke in die gigantische Logistik hinter den Bildern, die täglich in die Welt gehen. 89 Fotografen und Mitarbeiter allein bei Getty liefern rund 10.000 editierte Aufnahmen pro Tag – ausgewählt aus Millionen von Bildern. Die Herausforderungen reichen von extremen Wetterbedingungen über bis zu 40 Kilo Equipment auf Skiern bis zu Robotik-Kameras für unmögliche Perspektiven und der peniblen Sorgfalt bei Metadaten, die trotz des Tempos (manche Bilder erreichen den Kunden in unter 30 Sekunden) makellos sein müssen.

Hangst erläutert anschaulich, warum bestimmte Sportarten fotografisch unterschätzt werden, wie die Logistik über weit auseinanderliegende Austragungsorte funktioniert und welche kreativen Techniken – darunter Infrarot- und Thermalkameras – die Spiele visuell bereichern. Es ist ein Gespräch ohne Umschweife, praxisnah und voller Respekt vor der handwerklichen und journalistischen Leistung, die hinter jedem Olympia-Bild.

Die Folge ist auf allen gängigen Plattformen verfügbar, etwa über podigee, Apple Podcasts oder direkt hier.

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(tho)



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Authentizitätsoffensive: EU-Gremien verbannen KI-Bilder aus ihrer Kommunikation


Die Flure der Macht in Brüssel sollen weitgehend eine Algorithmen-freie Zone bleiben – zumindest, wenn es um die visuelle Außendarstellung geht. Künstlich generierte Inhalte fluten längst das Internet und verwischen die Grenze zwischen Realität und Fiktion. Die drei Hauptinstitutionen der EU ziehen eine klare Trennlinie. Wie aus internen Richtlinien hervorgeht, haben die Kommission, das Parlament und der Ministerrat ihren Presseteams die Verwendung von vollständig KI-generierten Videos und Bildern in der offiziellen Kommunikation untersagt.

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Mit diesem Schritt wollen die EU-Gremien ein Statement für Authentizität abgeben. Sie sind überzeugt, dass ihre Glaubwürdigkeit untrennbar mit der Echtheit ihrer bildhaften Außendarstellung verknüpft ist. Ein Sprecher der EU-Kommission erläuterte im Gespräch mit Politico, dass das für Journalisten und die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellte Material frei von KI-Inhalten bleibe. Ziel sei es, das Vertrauen der Bürger zu fördern, wobei Authentizität oberste Priorität genieße. Technische Optimierungen etwa für eine verbesserte Bildqualität blieben aber unter strengen Auflagen zulässig.

Der europäische Kurs steht im Kontrast zur Praxis in den USA. Dort gehört der Einsatz von KI-Tools schon zum Werkzeugkasten. US-Präsident Donald Trump nutzt regelmäßig generierte Inhalte, um seine Botschaften weiter zuzuspitzen. Die Palette reicht von bizarren Videos zu seinen Ambitionen im Gaza-Streifen bis zu KI-Bildern, die ihn im Papst-Gewand zeigen. Für den US-Wahlkampf ist KI so zu einer Waffe geworden, die Aufmerksamkeit um fast jeden Preis zu erzeugen sucht.

Doch auch in Europa ist die Frontlinie nicht so geschlossen, wie es das Brüsseler Verbot vermuten lässt. Nationale Regierungen experimentieren auch hier mit den neuen Möglichkeiten. In Deutschland etwa nutzt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Technologie für Bildungszwecke: In einem Instagram-Clip ließ er eine tanzende Deepfake-Version seiner selbst auftreten, um vor Risiken der Technik zu warnen. In Ungarn setzte Premierminister Viktor Orbán Deepfakes ein, um politische Gegner im nationalen Wahlkampf und in Brüssel zu attackieren.

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Die Entscheidung der EU-Spitze finden nicht alle gut. Experten geben zu bedenken, dass ein Totalverzicht die Brüsseler Gremien in einer digitalen Welt ins Abseits befördern könnte. In geopolitischen Krisen, in denen die Deutungshoheit im Netz oft innerhalb von Minuten entschieden werde, könne die EU durch ihren Verzicht auf moderne Werkzeuge gelähmt wirken. Renout Van Zandycke, Berater für politische Kommunikation, hob in Politico hervor, das Risiko von Deepfakes dürfe nicht dazu führen, an der Kommunikationsfront in Schockstarre zu verfallen.

Der AI Act der EU sieht nur vor, dass generierte Inhalte durch Wasserzeichen oder andere Hinweise transparent gemacht werden müssen. Der OECD-Berater Walter Pasquarelli sieht in der neuen Auflage eine verpasste Führungschance: Die Institutionen müssten zeigen, wie transparente politische Kommunikation im KI-Zeitalter funktioniere.


(wpl)



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Rasterfahndung 2.0: Starke Zunahme der polizeilichen Gesichtserkennung


Die digitale Überwachung im öffentlichen Raum erreicht eine neue Dimension. Zahlen des Bundesinnenministeriums belegen einen deutlichen Anstieg bei der Nutzung des polizeilichen Gesichtserkennungssystems (GES). Im vorigen Jahr nutzten deutsche Behörden das beim Bundeskriminalamt (BKA) angesiedelte System deutlich häufiger zur Identifizierung von Personen als zuvor. Mit insgesamt rund 343.856 Suchläufen 2025 hat sich die Schlagzahl gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt.

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Die Kriminalämter von Bund und Ländern stechen laut einer Antwort von Innenstaatssekretär Christoph de Vries (CDU) auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Lea Reisner (Die Linke) hervor: 2024 generierten diese noch rund 121.000 Abfragen. Doch zuletzt schnellte der Wert 2025 auf über 313.500 Suchläufe hoch. Auch die Bundespolizei intensivierte die Nutzung und griff etwa 30.000 Mal auf die zentrale Fotodatenbank zu – ein Plus von rund 50 Prozent.

Das 2008 etablierte System dient offiziell als assistierendes Werkzeug, um die Identität von Tatverdächtigen oder Opfern zu klären. Das Verfahren basiert auf dem Abgleich von Bildmaterial aus Überwachungskameras oder Mobiltelefonen mit der Inpol-Datei. Darin lagern derzeit 7,6 Millionen Lichtbilder von etwa 5,4 Millionen Menschen.

Die Software codiert anatomische Merkmale eines Gesichts in ein mathematisches Template und vergleicht dieses sekundenschnell mit dem Bestand. Das Ergebnis ist eine nach Wahrscheinlichkeit sortierte Kandidatenliste. Resultate müssen im Anschluss von Lichtbildexperten manuell verifiziert werden.

Treiber ist die technische Modernisierung. Seit September 2024 setzt das BKA auf ein System, das auf Künstlicher Intelligenz (KI) basiert. BKA-Chef Holger Münch betonte die gesunkene Fehlerrate, die nun unter einem Prozent liege. Diese Effizienz hat personelle Konsequenzen: Durch den hohen Automatisierungsgrad plant das Amt, bis Ende 2026 etwa 50 Stellen aus der Gesichtserkennung abzuziehen. Nur die mit der KI-Verordnung der EU vorgeschriebene Endkontrolle bleibt als menschliches Korrektiv erhalten.

Die Bundespolizei verzeichnete eine hohe Erfolgsquote. Mit 5328 direkten Treffern führt sie die Liste der Identifizierungen an. Jeder sechste Suchlauf war erfolgreich. Experten führen dies auf den Einsatzschwerpunkt an den Binnengrenzen und die Migrationskontrolle zurück.

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Da mehr als die Hälfte der in Inpol gespeicherten Personen Asylsuchende oder Menschen mit abgelehntem Status sind, ist die Trefferwahrscheinlichkeit in dieser Gruppe mathematisch weitaus höher. Bei den Kriminalämtern fiel die Zunahme der Identifizierungen mit 1833 Fällen moderater aus. Hier verdoppelte sich aber die Zahl der „Ermittlungshinweise“ – Informationen über Ähnlichkeiten ohne direkten Treffer – auf rund 22.000.

Auftrieb erhält die Fahndung durch mobile Einsatzoptionen. Eine von der hessischen Polizei entwickelte App ermöglicht es Streifenbeamten, Gesichter direkt vor Ort per Smartphone mit dem GES des BKA abzugleichen.

Rechtswissenschaftler warnen: Da Menschen aus sozioökonomisch schwachen Schichten oder Personen, die als ausländisch wahrgenommen werden, häufiger kontrolliert würden, landeten sie überproportional oft in Inpol. Bei künftigen Delikten würden sie so mithilfe von Gesichtserkennung mit höherer Wahrscheinlichkeit identifiziert.


(wpl)



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Top 10: Die beste Outdoor-Smartwatch im Test – robuste GPS-Uhren für Abenteuer


Samsung Galaxy Watch Ultra im Test: Robuste Smartwatch mit 3 Tagen Laufzeit

Die robuste Samsung Galaxy Watch Ultra überzeugt mit langer Akkulaufzeit und starken Features, hat aber ein ungewöhnliches Design. Wie sich die Outdoor-Smartwatch schlägt, zeigt der Test.

VORTEILE

  • präzise Pulsmessung
  • viele Apps und smarte Features
  • gute Akkulaufzeit für Wear OS

NACHTEILE

  • hoher Preis
  • merkwürdiges Design
  • ungenaues GPS
  • EKG und Blutdruck nur mit Samsung-Handys

Die robuste Samsung Galaxy Watch Ultra überzeugt mit langer Akkulaufzeit und starken Features, hat aber ein ungewöhnliches Design. Wie sich die Outdoor-Smartwatch schlägt, zeigt der Test.

Verglichen mit dem schlanken Modell der Galaxy Watch ist die Ultra deutlich wuchtiger und bietet einen weitaus größeren Akku. Das Design ist jedoch etwas ungewöhnlich. Dafür hält die Smartwatch mit Wear OS nahezu drei Tage im Test durch und bietet ebenfalls eine genaue Pulsmessung, ein robusteres Gehäuse, standardmäßig LTE und eine EKG-Messung – die jedoch nur mit Samsung-Smartphones funktioniert.

Update: 2025 gibt es lediglich ein „kleines“ Modell-Upgrade. Die Samsung Galaxy Watch Ultra 2025 bietet jetzt ein dunkelblaues Armband, bekommt mit 64 GB doppelt so viel Speicher und läuft von Haus aus schon mit Wear OS 6 und One UI Watch 8. Dazu kommen erweiterte Gesundheitsfunktionen.

Wir haben uns auch das neue Modell angesehen, die frühere Variante haben wir im August 2024 getestet. Wie sich beide robusten Smartwatches in der Praxis schlagen, zeigt dieser Test.

Design: Was ist anders bei der Galaxy Watch Ultra?

Über Geschmack kann man sich bekanntlich streiten. Optisch geht Samsung bei der Galaxy Watch Ultra andere Wege. So ist die Uhr angedeutet rechteckig mit abgerundeten Ecken, das Display mit Saphirglas bleibt allerdings rund. Wie uns ein aufmerksamer Leser darauf hingewiesen hat, gibt es dafür einige historische Beispiele von edlen Uhren, etwa die Omega Jedi oder Seiko Pogue.

Das Ganze wirkt auf den Autor dieses Texts aber eher wie eine Mercedes-G-Klasse, die in einen Fiat Multipla gerauscht ist. Die Uhr wirkt recht klobig, vergeudet aber mit der Form Platz für den Bildschirm. Die Optik einer Sportuhr (Bestenliste) wie bei einer Garmin Fenix 7 (Testbericht) hätte der Galaxy Watch Ultra unserer Meinung nach besser zu Gesicht gestanden. Aber letztlich ist das unsere subjektive Einschätzung. Unpraktisch ist lediglich, dass gefühlt der Platz für das Display nicht komplett genutzt wird bei diesem Design. Lobenswert ist, dass hier Samsung mal eine andere Form wählt als die meisten Hersteller.

Neu ist die Action-Taste, die einer Krone nachempfunden ist, aber bei Drehung keinerlei Funktion bietet. Mit einem Durchmesser von 47 mm fällt die Uhr recht groß aus. Sie bietet Wasserschutz bis 10 ATM (100 Meter Wassersäule) und erfüllt IPX8 sowie die US-Militärnorm MIL-STD-810H. Anders als die Apple Watch Ultra ist sie aber nicht zum Tauchen geeignet, höchstens zum Schnorcheln.

Das Titangehäuse wirkt unserer Einschätzung nach anfällig für Kratzer, auch wenn die Uhr im Test keinerlei Schaden genommen hat. Zudem ist es kein Unibody aus Titan, so nutzen die Koreaner auch Kunststoff, was nicht so hochwertig wirkt, wie man es für den Preis erwarten würde. Die Armbänder sind einfach zu wechseln. Das 2025er-Modell bleibt bei den Spezifikationen und Gehäuse gleich, lediglich das Band hat mit Blau eine neue Farbe.

Display: Wie groß und hell ist der Bildschirm?

Der Bildschirm hat eine Diagonale von 1,5 Zoll und ist damit nur so groß wie bei der Galaxy Watch 7 (Testbericht) mit 44 mm. Die Bildqualität des überaus scharfen OLED-Panels ist hervorragend. Zudem ist die Anzeige strahlend hell und bleibt auch bei Sonnenlicht ablesbar. Samsung gibt eine Helligkeit von 3000 Nits an, was deutlich heller ist als bei der Galaxy Watch 7 oder Apple Watch.

Standardmäßig ist das Always-On-Display aktiv, was aber die Akkulaufzeit um knapp einen halben Tag verkürzt. Ohne Always-On-Display aktiviert sich das Display nicht immer sofort, wenn man die Uhr zu sich dreht, man muss schon etwas ruckartig das Handgelenk bewegen – dieses Problem hatten wir bei der Galaxy Watch 7 so nicht.

Ausstattung: Welche Funktionen hat die Galaxy Watch Ultra?

An Bord der Watch Ultra ist der neue Samsung Exynos W1000 Prozessor, der im 3-nm-Verfahren gefertigt wird. Dadurch läuft die Uhr extrem flüssig und ohne Verzögerungen. Der Speicher bietet 32 GB bei 2 GB RAM, was internen Musikspeicher für die Nutzung ohne Handy oder offline ermöglicht. Bei der Ultra 2025 gibt es von Haus aus doppelt so viel Speicher – also 64 GB. Das sollte genügend Platz für Musik oder Karten liefern.

Drahtlose Kommunikation erfolgt primär über Bluetooth 5.3, optional auch über WLAN (2 GHz und 5 GHz) sowie LTE mit eSIM. NFC ist integriert, sodass die Uhr zum Bezahlen mit Samsung Pay genutzt werden kann. Zur Standortbestimmung stehen GPS, Glonass, Beidou und Galileo zur Verfügung, womit die Smartwatch auch ohne Smartphone zum Laufen verwendet werden kann. Die Genauigkeit ist jedoch nicht optimal. Ein Kompass ist ebenfalls an Bord.

Voraussetzung für die Nutzung ist ein Android-Smartphone mit mindestens Android 10, iPhones sind inkompatibel. Das App-Angebot ist dank des Google Play Store groß, und Wear OS ermöglicht die Nutzung von Google-Anwendungen wie Bixby, Smartthings, Samsung Pay, Google Maps sowie weitere Dienste wie Spotify oder Komoot. Die Sensoren überwachen den Schlaf, Zyklus, Blutsauerstoff, Blutdruck, Kalorienverbrauch, die Herzfrequenz und Hauttemperatur, die Uhr zählt ferner Schritte sowie Schwimmzüge. Eine Sturzerkennung gibt es ebenfalls. Auch Höhenmesser und Luftdrucksensor sind integriert.

Allerdings können nur Samsung-Smartphones die Smartwatch vollständig nutzen, da Funktionen wie EKG oder Blutdruckmessung nur über die Samsung Health Monitor App mit Smartphones der Koreaner verfügbar sind. Die Blutdruckmessung erfolgt optisch und steht nur Nutzern eines Samsung-Smartphones zur Verfügung. Hierzu muss die Uhr vorab mit einer Oberarmmanschette kalibriert werden, danach sind die Ergebnisse recht überzeugend, wenn auch vermutlich nur geschätzt.

Wear OS sorgt für zahlreiche smarte Funktionen und eine enge Verzahnung mit dem Smartphone. Die Watch Ultra synchronisiert automatisch unterstützte Apps und einige Einstellungen des Smartphones. Zum Beantworten von SMS und WhatsApp-Nachrichten stehen eine QWERTZ-Tastatur sowie vorgefertigte Antworten bereit. Telefonieren mit der Uhr ist ebenfalls möglich. Einige Galaxy-AI-Features gibt es auch, jedoch bisher nicht im gleichen Umfang wie beim Samsung Galaxy Z Flip 6 (Testbericht).

Software & Bedienung

Die Kopplung der Watch Ultra mit dem Smartphone erfolgt über die App Galaxy Wearable, die auf Samsung-Geräten vorinstalliert ist. Nutzer von Android-Smartphones müssen zusätzlich das Galaxy-Watch-7-Plug-in installieren.

Schlafanalysen und andere Gesundheitsdaten werden in der App Samsung Health angezeigt, allerdings sind Funktionen wie EKG und Blutdruckmessung nur auf Samsung-Smartphones über die App Samsung Health Monitor nutzbar. Laut Samsung wurde die Funktion nur für eigene Smartphones zertifiziert, für uns wirkt das aber, als würde man solch einen Anreiz zum Kauf eines Mobilgeräts der Koreaner erzwingen wollen. Schade, die Pixel Watch erstellt ein EKG mit jedem Android-Gerät.

Die Bedienung der Galaxy-Watch-Serie bleibt auch bei der neuen Version weitgehend unverändert. Die Smartwatch lässt sich über den Touchscreen und zwei seitliche Tasten sowie eine neue Action-Taste steuern, letztere gibt es bei der Galaxy Watch 7 nicht. Standardmäßig startet die Action-Taste das Workout-Menü, alternativ kann man die Taste mit einem bestimmten Training belegen oder die Stoppuhr, Taschenlampe oder Wassersperre aktivieren. Andere Funktionen kann man diesem Knopf aber nicht zuweisen.

Die obere Taste führt zum Startbildschirm zurück. Ein doppeltes Tippen öffnet standardmäßig die zuletzt genutzte App, kann aber auch für andere Funktionen belegt werden. Längeres Drücken startet Bixby, wobei alternativ auch der Google Assistant oder das Ausschaltmenü verfügbar wären. Die untere Taste dient als Zurück-Button, lässt sich alternativ so konfigurieren, dass sie eine Übersicht der geöffneten Apps anzeigt.

Mit der Watch Ultra 2025 führt Samsung Wear OS 6 samt One UI Watch 8 ein. Die Software ist übersichtlich, bietet eine große App-Auswahl und zählt zu den smartesten Uhr-Systemen. Neu ist unter anderem das Stapeln von Widgets, was die Bedienung flexibler macht. Auch das 2024er-Modell wird dieses Software-Update im Laufe der Zeit erhalten.

Wischbewegungen ermöglichen eine einfache Navigation durch die Menüs. Eine physische Lünette fehlt, jedoch gibt es eine digitale Variante, bei der durch Wischen am Display-Rand durch die Informationskacheln gescrollt wird. Jede Eingabe wird durch haptisches Feedback bestätigt. Sprachbefehle können über Bixby oder Google Assistant ausgeführt werden.

Training

Der Pulssensor der Watch Ultra liefert präzise Messungen, selbst bei stark schwankender Belastung. Auch die Schrittzählung ist präzise, jedoch wirkt das GPS beim Laufen weniger genau. Samsung bietet zahlreiche Trainingsprofile. Allerdings fühlt man sich bei der Auswahl fast erschlagen. Für etliche Übungen im Fitnessstudio gibt es eigene Profile, ein einfaches Profil für „Krafttraining“ fehlt allerdings. Die automatische Trainingserkennung funktioniert zuverlässig. Sie erkennt schnell, wenn man Rad fährt, und pausiert die Aufzeichnung bei Stopps automatisch. Zudem erinnert die Uhr nach einer Stunde Inaktivität daran, sich zu bewegen.

Während des Trainings zeigt die Watch Ultra Daten wie Distanz, maximale Geschwindigkeit, Kalorienverbrauch und Pulsverlauf an. Eine umfassende Analyse erfolgt in der Samsung Health App, die auch einen „Laufcoach“ bietet. Zusätzlich misst die Uhr den Blutsauerstoffgehalt und das Stresslevel. Die „erweiterten Laufmetriken“ analysieren den Laufstil und bieten Optimierungsvorschläge.

Schlaf & Gesundheit

Neben Sportfunktionen überwacht die Uhr präzise den Schlaf und unterteilt ihn in verschiedene Phasen wie Leichtschlaf, Tiefschlaf, REM und Wachphasen. Sie bewertet das Energielevel des Nutzers, basierend auf der Schlafqualität und den vorherigen Aktivitäten.

Da das 2024er-Modell fürhte beim Schlaf die Messung des AGEs-Index (Advanced Glycation End-products), der Aufschluss über das Ausmaß von Glykationsendprodukten im Körper gibt. Diese Verbindungen, die durch die Bindung von Zucker an Proteine oder Fette entstehen, sind mit altersbedingten und chronischen Erkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Problemen verbunden.

Neu bei der Watch Ultra 2025 ist die Antioxidantien-Messung. Dafür nimmt man die Uhr ab und legt den Daumen auf die Sensoren auf der Rückseite. Die Ergebnisse dienen eher als grober Trend, da eine exakte Analyse nur im Labor über Blut- oder Urinproben möglich ist – somit eher eine Wellness-Funktion.

Akku: Wie lange hält die Galaxy Watch Ultra?

Der wohl größte Vorteil gegenüber der Galaxy Watch 7 ist die für Wear OS verhältnismäßig lange Akkulaufzeit. Ohne Always-On-Display und das Tragen im Schlaf kamen wir im Test mit der Uhr sogar auf drei Tage Akkulaufzeit. Trägt man sie nachts und nutzt das Always-On-Display, sind knapp zwei Tage drin.

Mit dem mitgelieferten Ladepad benötigt die Watch Ultra fast zwei Stunden für eine volle Ladung. Das ist nicht besonders schnell. Leider lässt sich die Uhr nicht über andere Qi-Ladematten oder das Smartphone aufladen. Ein Netzteil ist im Lieferumfang nicht enthalten, hier muss man darauf achten, dass man ein Netzteil mit USB-C-Anschluss (Bestenliste) nutzt.

Preis: Was kostet die Galaxy Watch Ultra?

Der Aufpreis ist gehörig für das Ultra-Modell. Die UVP liegt bei stolzen 699 Euro. Es gibt ausschließlich eine Variante mit LTE via eSIM. Erhältlich sind die Armbandfarben Orange, Weiß und Dunkelgrau. Es gibt zudem zahlreiche Armbänder. Straßenpreise für das 2024er-Modell beginnen mittlerweile bei rund 349 Euro. Das 2025er-Modell ist mit 378 Euro teurer.

Fazit

Die Samsung Galaxy Watch Ultra ist eine robuste, sportliche Smartwatch mit bis zu drei Tagen Akkulaufzeit. Das helle OLED-Display bleibt auch in der Sonne gut ablesbar, und dank Wear OS stehen zahlreiche Fitness- und Gesundheitsfunktionen zur Verfügung. Das EKG funktioniert jedoch nur mit Samsung-Smartphones.

Weniger überzeugend ist die GPS-Genauigkeit. Das klobige Design passt gut zum Outdoor-Einsatz mit Wasserschutz bis 10 ATM, wirkt aber weniger edel, als es der hohe Preis erwarten lässt. Für Taucher ist sie im Gegensatz zur Apple-Alternative nicht gedacht.

Das 2025er-Modell bringt überschaubare Neuerungen: 64 GB Speicher, ein neues blaues Armband, neueste Software samt Antioxidantien-Messung, bekannt aus der Galaxy Watch 8-Serie. Allerdings ist der Preis erneut hoch – auf Vorjahresniveau. Wer sparen will, greift besser zum 2024er-Modell.



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