Entwicklung & Code
Infrastructure-as-Code: formae bietet Multi-Cloud-Support und Entwickler-SDK
Platform Engineering Labs hat Version 0.80.0 seiner Infrastructure-as-Code-Plattform formae vorgelegt und führt damit Multi-Cloud-Support ein. Neben AWS unterstützt die Open-Source-Plattform nun auch Google Cloud Platform (GCP), Microsoft Azure, Oracle Cloud Infrastructure (OCI) sowie OVHcloud im Beta-Status. Neu ist zudem ein Plug-in-SDK, über das Entwicklerinnen und Entwickler das Infrastruktur-Tooling individuell erweitern können.
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Seit Oktober 2025 tritt formae als Alternative zu etablierten IaC-Werkzeugen wie Terraform an. Im Unterschied zu den etablierten Tools verfolgt formae einen neuen Ansatz, der verspricht, bestehende Cloud-Infrastrukturen automatisch zu erkennen und in Code zu überführen. Auch das Problem der State-Dateien, die zu Inkonsistenzen zwischen dem geplanten und dem tatsächlichen Zustand der Infrastruktur führen können, soll formae lösen.
Mit dem neu eingeführten Multi-Cloud-Support reagiert Platform Engineering Labs laut Ankündigung auf die Bedürfnisse vieler Infrastruktur-Teams, die sich in der Praxis nicht allein auf einen Cloud-Provider verlassen.
(Bild: cloudland.org)

Vom 19. bis 22. Mai 2026 finden Interessierte beim Cloud Native Festival CloudLand ein prall gefülltes Line-up mit mehr als 200 Highlights – darunter die beiden neuen Themenbereiche „Open Source“ und „Platform Engineering“. Besucherinnen und Besucher erwartet eine bunte Mischung überwiegend interaktiver Sessions, Hands-ons und Workshops, begleitet von einem umfassenden Rahmenprogramm, das zum aktiven Mitmachen einlädt.
Tickets für das Festival und Unterkünfte im Heide Park Soltau lassen sich über die Festival-Homepage buchen.
Plug-in-SDK ermöglicht Erweiterungen
Individuellen Anforderungen von Anwenderinnen und Anwendern öffnet sich formae durch das neue Plug-in-SDK. Das bei traditionellen IaC-Werkzeugen häufig zeitaufwendige Entwickeln von Providern soll mit dem neuen SDK in der Regel in wenigen Stunden möglich sein, wobei auch Schema-Garantien und konsistentes Verhalten über verschiedene Umgebungen hinweg erhalten bleiben.
„Wir wollten, dass sich das Erweitern von formae wie echte Softwareentwicklung anfühlt, nicht wie ein Kampf mit einem Provider-Framework“, erklärt Zachary Schneider, Mitgründer und CTO von Platform Engineering Labs. Dazu biete das Plug-in-SDK Entwicklern eine übersichtliche Oberfläche, die den Fokus gezielt auf das zu unterstützende System lenke.
Automatische Erkennung und KI-Kompatibilität
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Die Plattform behält ihren technischen Ansatz bei: formae erkennt Infrastruktur-Ressourcen automatisch und überführt Änderungen in eine einheitliche Quelle, ohne dass explizites State-Management oder komplexe Migrationen erforderlich sein sollen. Laut Platform Engineering Labs arbeitet die Software zudem reibungslos mit KI-Coding-Assistenten zusammen, sodass Erweiterungen gegen eine stabile, Schema-sichere Schnittstelle erstellt werden könnten.
Die Neuerungen sollen vor allem ein Problem adressieren, das viele Anwender von etablierten IaC-Werkzeugen kennen dürften: Deren bestehende Ökosysteme und Marktplätze liefern nützliche Ergebnisse, solange eine benötigte Integration bereits existiert. Weicht der eigene Bedarf davon ab oder entspricht die Qualität nicht den Anforderungen, bleiben den Teams laut Platform Engineering Labs oft nur Workarounds – etwa das Warten auf Updates, das Anpassen der eigenen Infrastruktur an verfügbare Lösungen oder die Pflege von Forks.
formae steht in Version 0.80.0 auf GitHub derzeit unter der FSL-Lizenz (Functional Source License) zur Verfügung. Details zum SDK bietet die Entwickler-Dokumentation. Wer darüber hinaus Hilfe aus der Community benötigt, findet diese auf Discord.
(map)
Entwicklung & Code
Microsofts neues Kommandozeilen-Tool: Windows-Apps ohne Visual Studio entwickeln
Microsoft hat ein neues Kommandozeilen-Tool für die Windows-App-Entwicklung vorgestellt. winapp CLI soll den Entwicklungsprozess für Anwendungen vereinfachen, die mit Frameworks wie Electron oder Sprachen wie Rust, C++ und .NET erstellt werden. Es verbindet plattformübergreifende Entwicklung mit der nativen Windows-Umgebung. Das Open-Source-Tool befindet sich derzeit in der Public Preview und ist auf GitHub frei verfügbar.
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Das zentrale Versprechen: Was früher zwölf manuelle Schritte erforderte, soll nun ein einziger Befehl erledigen. Der Befehl winapp init lädt die benötigten SDKs wie Windows SDK und Windows App SDK automatisch herunter, generiert Code-Projektionen wie C++/WinRT und konfiguriert Manifeste, Assets, Zertifikate sowie Abhängigkeiten. Das Tool ist bewusst so konzipiert, dass Entwickler ihre gewohnten Editoren – also VS Code genauso wie andere IDEs – weiterverwenden können. Mit winapp restore lässt sich die exakte Entwicklungsumgebung für gemeinsam genutzte Projekte oder in CI/CD-Pipelines wiederherstellen.
Package Identity ohne vollständiges Packaging
Besonders für Cross-Platform-Entwickler interessant ist die Funktion create-debug-identity. Sie fügt einer ausführbaren Datei temporär eine Package Identity hinzu, ohne dass die Anwendung vollständig als MSIX-Paket verpackt werden muss. Das beschleunigt den Entwicklungszyklus erheblich, da moderne Windows-APIs wie die Windows AI APIs, Benachrichtigungen, Shell-Integration oder Hintergrundaufgaben eine solche Identity verwenden.
Für Electron-Entwickler bietet Microsoft ein spezielles npm-Paket an: Mit npm install @microsoft/winappcli --save-dev lässt sich winapp in bestehende Projekte integrieren. Der Befehl winapp node add-electron-debug-identity injiziert die Package Identity direkt in den laufenden Prozess. Zusätzlich stellt das Paket @microsoft/winapp-windows-ai Node.js-Projektionen für Microsofts KI-APIs bereit, etwa für lokale Sprachmodelle oder Text- und Bildverarbeitung.
MSIX-Packaging und CI/CD-Integration
Das Tool übernimmt auch das Erstellen von MSIX-Paketen für die Distribution über den Microsoft Store oder Sideloading. Mit winapp pack ./my-app-files --cert ./devcert.pfx erzeugt es Store-fähige oder für manuelles Deployment vorbereitete Pakete. Entwicklerzertifikate lassen sich per winapp cert generate erstellen und optional lokal installieren. Auch das Aktualisieren von Manifest-Ressourcen funktioniert über die CLI, etwa mit winapp manifest update-assets C:\images\my-logo.png.
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Für Continuous-Integration-Workflows bietet Microsoft Actions für GitHub Actions und Azure DevOps an. Die setup-WinAppCli-Action installiert winapp automatisch in der Pipeline. Entwickler können damit konsistente Build-Umgebungen schaffen, ohne manuell SDKs oder Tools konfigurieren zu müssen.
Alternativen zu Visual Studio und MSBuild
winapp CLI ist laut Ankündigung explizit als Ergänzung für Entwickler gedacht, die außerhalb des Visual-Studio-Ökosystems arbeiten. Neben Electron und Rust unterstützt winapp auch C++ mit CMake, .NET, Dart und weitere Sprachen und Frameworks. Guides für diese Technologien sowie Beispielprojekte finden sich im GitHub-Repository.
Die Installation erfolgt wahlweise über WinGet mit winget install Microsoft.winappcli --source winget, als npm-Paket oder manuell über GitHub Releases. Während der Public Preview sammelt Microsoft Feedback über das GitHub-Repository. Welche Features Priorität erhalten und wann eine finale Version erscheint, ist aktuell offen. Für Entwickler, die auf alternative Cross-Platform-Frameworks setzen, bleiben Optionen wie .NET MAUI, Avalonia, Uno Platform oder React Native for Desktop bestehen.
(fo)
Entwicklung & Code
Google-DeepMind-Chef: Der nächste Einstein könnte eine KI sein
Es ist das ewige Versprechen der Branche und das Feigenblatt, um bis dahin das Verbrennen von Milliarden Dollar und Unmengen an Energie zu rechtfertigen: die Suche nach der AGI. Die Artificial General Intelligence (Künstliche allgemeine Intelligenz) gilt als heiliger Gral der KI-Forscher. Wenn die Software lernt, ohne menschliche Hilfe zu lernen, sollen undenkbare Fortschritte möglich sein. Manch einer hat auch Angst, dass sich die KI dann gegen den Menschen wendet. Aber in zunehmendem Maße halten Menschen diese Zukunftsvision für eine Fata Morgana und den Weg dorthin noch für sehr weit.
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Demis Hassabis, Chef von Googles KI-Sparte DeepMind, hält die AGI für erreichbar. Aber erst in fünf bis zehn Jahren. In einem Interview mit Alex Kantrowitz von Big Technology ließ er kein gutes Haar an seinem Mitbewerber OpenAI und dessen Chef Sam Altman. Man dürfe AGI nicht als Marketingbegriff verwenden, mahnt er. Die allgemeine künstliche Intelligenz sei ein System, das alle kognitiven Fähigkeiten zeigen kann, die Menschen haben, sagt er: „Und ich meine alle.“
Was die AGI können muss
Aber wo ist der Nutzen für die Menschheit? Den würde diese Form von KI erst haben, wenn sie der Menschheit zu neuen Durchbrüchen verhilft, erklärt Hassabis. Es sei nicht damit getan, eine mathematische Gleichung oder eine Vermutung zu lösen. Bahnbrechende Vermutungen sind gefragt, ein neuer Einstein. Oder im künstlerischen Bereich ein Picasso oder ein Mozart. Und zwar mit Fähigkeiten und einer Schlagzahl, wie sie bei Menschen kaum oder gar nicht möglich wäre.
Und obwohl er die Ansicht vertritt, dass die Fähigkeiten heutiger KI-Modelle noch gar nicht alle erkannt und ausgeschöpft sind, zeigt sich Hassabis überzeugt, dass diese noch weit von einer AGI entfernt sind. Heutige KI habe ein „Goldfischgehirn“. Sie kann das Internet durchsuchen, aber dieses Wissen ändere das Modell nicht und sei nach der Sitzung wieder vergessen. Eine Superintelligenz würde sogar noch weitergehen, sie könnte andere Systeme wie Wettersatelliten integrieren oder in 14 Dimensionen denken – Dinge, zu denen kein Mensch fähig wäre.
Mehrere Durchbrüche nötig
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KI brauche auf dem Weg zur AGI noch mehrere Durchbrüche: Neben kontinuierlichem Lernen seien das effizientere Kontextfenster und langfristige Planung. Während das menschliche Gehirn mit selektiver Aufmerksamkeit nur das Wichtige verarbeitet, behandelt KI alle Informationen im Kontext gleich. Dies ist ineffizient und teuer.
In dem Bühnengespräch in Davos ging Hassabis auch auf die Frage ein, ob Google wie OpenAI plane, in seinem Chatbot Werbung zu integrieren. Viel Lob verteilte Hassabis für Start-up Anthropic, in das Google bereits Milliarden Dollar investiert hat. Deren Entwicklungs-Tool Claude Code sei sehr gelungen. Google selbst will die Fähigkeiten seines KI-Modells Gemini mit der neu veröffentlichten IDE Antigravity besser zur Geltung bringen.
Googles Smart-Glass-Pläne
Konkret äußerte sich Hassabis zu Smart Glasses: Google arbeitet mit Partnern wie Warby Parker, Gentle Monster und Samsung an einer neuen Generation KI-gestützter Brillen, die „vielleicht bis zum Sommer“ auf den Markt kommen sollen. Anders als beim gescheiterten Google Glass vor gut zehn Jahren seien nun sowohl die Form ausgereift als auch – entscheidend – die „Killer-App“ vorhanden: ein universeller digitaler Assistent, der freihändig im Alltag hilft. Hassabis selbst arbeitet persönlich an dem Projekt mit.
(mki)
Entwicklung & Code
Studie zu Softwareentwicklung: KI erhöht Wertschöpfung um Milliarden US-Dollar
In der US-Softwarebranche wird Python-Code inzwischen zu fast 30 Prozent von KI geschrieben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Complexity Science Hub (CSH) in Wien in Zusammenarbeit mit der Universität Utrecht. Sie berücksichtigt den Zeitraum von Anfang 2019 bis Ende 2024. Europa folgt bei der Nutzung auf dem zweiten Platz.
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Die in der Fachzeitschrift Science veröffentlichte Studie zeigt, dass es regional große Unterschiede bei der Akzeptanz von KI-geschriebenem Python-Code gibt. Am höchsten ist sie in den USA mit einem Anteil von 29 Prozent. Im Jahr 2022 lag der Wert dort noch bei rund fünf Prozent. Frankreich erreicht einen Anteil von 24 Prozent, gefolgt von Deutschland mit 23 Prozent und Indien mit 20 Prozent. Russland (15 %) und China (12 %) lagen am Ende der Studie hingegen noch deutlich zurück.
Die Datenbasis für die Studie wurde ebenfalls mithilfe von KI ermittelt. Dazu kam ein speziell trainiertes KI-Modell zum Einsatz, das mehr als 30 Millionen Python-Codeblöcke von rund 160.000 Entwicklern auf GitHub analysierte. Dabei prüfte das KI-Modell, ob die Python-Beiträge beispielsweise über ChatGPT oder GitHub Copilot erstellt wurden.

Links: Der Anteil KI-generierter Python-Funktionen ist im Zeitraum von 2019 bis 2024 rasant gewachsen; rechts: Generative KI geht mit gesteigerter Produktivität einher (GitHub-Commits), allerdings nur bei erfahrenen Entwicklern, während Berufseinsteiger kaum von KI profitieren.
Je unerfahrener, desto mehr KI
Zwischen Frauen und Männern ließen sich in der Studie keine Unterschiede hinsichtlich der KI-Nutzung feststellen. Eine große Rolle spielt dagegen die Erfahrung. Während weniger erfahrene Programmiererinnen und Programmierer generative KI in 37 Prozent ihres Codes nutzten, betrug der Anteil bei der erfahrenen Klientel nur 27 Prozent. Geholfen hat es ersteren kaum, denn Produktivitätssteigerungen ließen sich nur bei letzteren feststellen. Die genaue Einordnung ist allerdings schwierig, weil Entwicklerinnen und Entwickler KI-Tools auf sehr unterschiedliche Weise verwenden.
Laut dem CSH hat der Einsatz generativer KI die Produktivität von Programmierern bis Ende 2024 um 3,6 Prozent gesteigert. Was nach wenig klingt, bedeute aber eine erhebliche Wertschöpfung. So würden in den USA jährlich schätzungsweise 637 Milliarden bis 1,06 Billionen US-Dollar in Programmieraufgaben investiert. Eine Produktivitätssteigerung von 3,6 Prozent entspreche daher einem zusätzlichen Wert zwischen 23 und 38 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Die Studie schränkt jedoch ein, dass dieser Wert die Messungen von Python-Code verallgemeinert.
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(who)
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