Social Media
KI, GEO und Performance: Die wichtigsten Trends von der AllSocial Marketing Conference in München 2026
Sind wir im Social Media Marketing bereits übersättigt von Künstlicher Intelligenz? Auch auf der AllSocial Marketing Conference in München kam man an KI nicht vorbei. Doch ein kleiner Spoiler vorweg: Trotz aller Möglichkeiten rund um Automatisierung und GenAI‑gestützte Content-Produktion bleibt der Mensch der entscheidende Faktor. Denn auch wenn Bot-Netzwerke existieren – auf Social Media folgen, reagieren und interagieren nach wie vor echte Menschen miteinander.
Was zählt, sind zwei Hebel: kreativer, mutiger Content und eine Strategie, die Social Media nicht isoliert betrachtet, sondern als integralen Bestandteil der gesamten Markenkommunikation. Sonst bleiben sie nur ein weiterer Kanal ohne echte Wirkung.
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Sichtbarkeit entsteht durch Mut, nicht durch Hochglanz
Von der Strategie ist es nur ein kleiner Schritt zur Content-Kreation. Genau hier müssen sich Marken bewusst machen: Inhalte, die ausschließlich den Brand‑Safety‑Vorgaben und der Corporate Identity entsprechen, gehen in den Feeds der Nutzer*innen zunehmend unter. Die Konkurrenz durch Entertainment‑Formate ist schlicht zu groß. Marken, die bereit sind, mutiger zu werden, neue Formate auszuprobieren und sich stärker an der tatsächlichen Nutzungskultur der Plattformen zu orientieren, werden dafür belohnt – mit mehr Sichtbarkeit, Relevanz und echter Interaktion.

Und manchmal beginnt alles mit einem Selbstversuch, wie Philipp Lage in seiner Keynote gezeigt hat. Seine Ausgangsfrage: Sind 100 Posts in 7 Tagen machbar? Das Ergebnis war eindeutig. Aufmerksamkeit entsteht durchs Machen, nicht durch Perfektion. Glattgeschliffener Content geht unter, während mutige, schnelle und authentische Inhalte sichtbar werden gerade weil sie nicht perfekt sind.
Community first: Nähe und klare Haltung
Für nachhaltigen Impact reichen gute Inhalte längst nicht mehr. Wer im Social Media Marketing wirklich erfolgreich sein will, muss aus Follower*innen eine Community formen. Wie das gelingen kann, zeigte Patrick Stecker. Er hat rund um Deutschrap eine lebendige Social Community aufgebaut und demonstriert, wie konsequente Plattformnutzung, Nähe zur Zielgruppe und ein klares Verständnis für Nutzungskultur echte Bindung schaffen.

Nähe zur Zielgruppe ist auch auf LinkedIn entscheidend, etwa im Recruiting und für Employer Branding. Doch wie Dr. Juliane Howitz in ihrer Keynote “Dein LinkedIn Unternehmensaccount performt nicht? Dann lass endlich die Menschen ran!” betonte, ist die Unternehmensseite dafür der schwächste Ort, aber ein wertvoller Hub für starke Personal Branding Profile.
Denn die organische Reichweite von Unternehmensseiten sinkt weiter. Sichtbarkeit entsteht heute über Menschen, nicht über Logos. Genau deshalb zeigte sie, wie Führungskräfte und Mitarbeitende gezielt eingebunden werden können, um Inhalte klug zu orchestrieren und LinkedIn wieder zum echten Multiplikator zu machen, denn Menschen sind der stärkste Algorithmus‑Booster.
Community Management braucht klare Regeln und vor allem Reaktion. Zu oft lassen Unternehmen Hate Speech und problematische Kommentare einfach stehen. Wie Vivian Pein zeigte, ist das ein Fehler: Provokationen und ironische Spitzen prägen die Tonalität einer Community, und wer als Marke überall mitreden will, ohne auf Kontext oder Haltung zu achten, riskiert Glaubwürdigkeit.
Performance entsteht im Duo: Organic trifft Paid
Organische Inhalte helfen beim Aufbau einer Community. Und doch stehen sie zunehmend unter Rechtfertigungsdruck, zu wenig für die Performance zu leisten. Paid Ads und Performance Inhalte sind dabei jedoch kein Widerspruch zu organischen Inhalten und sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden.
So haben Jan Ritter und Tobias Krammer auf der Bühne ein äußerst unterhaltsames Battle zwischen Paid und Organic ausgetragen. Dabei haben sie einerseits gezeigt, was die Stärken und Schwächen der beiden Seiten sind und andererseits eine Potenzialmatrix eingeführt, mithilfe derer Brands einschätzen können, was am besten zu ihnen passt.

Nützliche Hacks für Paid-Kampagnen lieferte ebenfalls Larissa Lammering in ihrer Keynote, die einen Überblick über Post‑Andromeda‑Ära gab und die Auswirkungen auf die Konzeption Meta Ads. Was wirklich zählt, sind smarte Creative‑Testing‑Logiken, präzises Audience‑Targeting und ein Fokus auf die KPIs, die wirklich relevant sind.
Doch einfach mal Creatives bauen und Ads schalten? So leicht geht es nicht für komplexe, erklärungsbedürftige Produkte. Mia-Malaika Lange und Daniel Levitan verdeutlichten dass erfolgreiches Advertising weit über den Werbeanzeigenmanager hinausgeht und auch mal den grundsätzlichen Marketing Ansatz hinterfragt. In dem Case von Barfer`s wurde eine intensive Recherche durchgeführt, um die Zielgruppe an die Hand zu nehmen und ihre kaufhinderlichen Bedenken aufzulösen.
Search und Growth: Warum SEO ohne Social Media Marketing nicht mehr funktioniert
Eine ähnliche Frage stellt sich für die gesamte Branche: Wie kann Social Media zu besseren Search‑Rankings und mehr Wachstum beitragen? Es lohnt sich, Social Media und SEO gemeinsam zu denken und auch hier sind die Auswirkungen von KI deutlich spürbar. War SEO für Social‑Teams früher eher ein Randthema, gehört die Optimierung von Inhalten für GenAI‑basierte Suche mit GEO inzwischen zum Pflichtprogramm. Besonders ein Netzwerk rückt dabei in den Fokus: Reddit.
Doch Marken dürfen nicht dem Irrtum erliegen, Reddit wie eine klassische Social Media Plattform zu behandeln. Hier gilt „Communities first“, wie Theresa Steinbauer in ihrer Keynote “Reddit: Das Forum on Steriods?” darlegte. Unternehmen müssen bereit sein, sich vollständig auf die Community‑Logiken einzulassen und Inhalte zu liefern, die echten Mehrwert bieten, statt Reddit als weiteren Absatzkanal zu betrachten.

In ihrer Keynote „Social meets SEO“ zeigte Julia Weißbach auf der AllSocial Marketing Conference, wie stark Social Media und Suchmaschinenoptimierung heute bereits miteinander verzahnt sind und wie viel Potenzial noch in der Zusammenarbeit beider Disziplinen steckt. Mit viel Humor ließ sie dabei bewusst die klassische „Social Bubble“ platzen und machte deutlich, dass digitale Sichtbarkeit längst nicht mehr in getrennten Kanälen gedacht werden sollte. Stattdessen plädierte sie dafür, Silos aufzubrechen und Social- und SEO-Strategien besser miteinander zu verbinden.
Dazu hatte sie direkt konkrete Empfehlungen für die Praxis im Gepäck: Inhalte, die auf Social funktionieren, können Suchinteresse verstärken, während SEO-Daten wertvolle Impulse für Social-Content liefern. Wer beide Perspektiven zusammenführt, kann Reichweite und Sichtbarkeit deutlich nachhaltiger aufbauen. Die Botschaft: Die Zukunft des Online Marketings liegt weniger im Wettbewerb einzelner Disziplinen, sondern in ihrer intelligenten Zusammenarbeit.
Breaking the Silos!
KI, SEO, Performance Marketing und mehr: Social Media Marketing ist heute vielfältiger und anspruchsvoller denn je. Algorithmen und Feeds verändern sich rasant – und KI beschleunigt diese Dynamik zusätzlich. Das Bild auf AllSocial Marketing Conference in München war eindeutig. Marken können nur dann Schritt halten, wenn die einzelnen Marketingdisziplinen noch enger zusammenarbeiten.

Beim Interview mit Alex Schultz stand dementsprechend als zentrale Botschaft im Mittelpunkt: Auch in einer Marketingwelt, die sich durch KI rasant verändert, bleiben die grundlegenden Prinzipien dieselben. Tools und Technologien entwickeln sich ständig weiter, doch nachhaltiges Wachstum basiert weiterhin auf sauberen Grundlagen, wie dem Fokus auf echten inkrementellen Effekt statt auf reine Post-Click-Korrelationen, sowie auf klugen strategischen Entscheidungen statt blindem Vertrauen in automatisierte Systeme.
KI kann die operative Umsetzung erleichtern und den „Floor“ an Qualität anheben, doch Wettbewerbsvorteile entstehen weiterhin durch bessere kreative Entscheidungen und durch einzigartige Daten, die Unternehmen in die Systeme einspeisen. Dies vom CMO von Meta zu hören, dürfte uns alle beruhigen, dass unsere Arbeit trotz AI noch gebraucht wird.
Social Media
Call for Speakers: AllSocial Marketing Conference 2027
Speakers gesucht! Am 6.-7. April öffnet die AllSocial Marketing Conference in München. Bewirb dich jetzt und sei mit deinem Thema rund um Social-Media-Marketing dabei.
Von Marketing-Profis für Marketing-Profis!
Es geht wieder los! Ab sofort freuen wir uns über deine Bewerbung für unsere AllSocial-Marketing-Conferences im Jahr 2027. Deadline für die Conference in München (6.-7. April 2027) ist der 21. September 2026. Also ran an die Tasten!
Wir suchen dich…
Keine Sorge, wenn du noch nicht so viel Erfahrung hast. Du musst kein Profi sein. Wie schon die letzten Jahre wollen wir nur eins: gute Themen und spannende Inhalte! Mehrwert ist wichtiger als ein großer Name. Daher sei mutig und bewirb dich jetzt.
Was brauchst du für den großen Auftritt?
Wir suchen vor allem Vorträge für erfahrene Social-Media-Manager*innen, konkrete Cases und neue Themen. Wir suchen keine Perfektion. Daher sei mutig und zeige dich!
Fragestellungen, die wir spannend finden:
- Worüber konnte ich bisher kaum etwas lesen?
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- Was hätte ich gerne vor dem Projekt gerne schon gewusst?
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Jede Bewerbung wird gesichtet!
Garantiert! Wir schauen uns jede Bewerbung persönlich an. Wir sind neugierig und freuen uns auf dich.
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Wir freuen uns auf dich!
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Social Media
Jugendverbote für Social Media sind die falsche Antwort
Australien macht es vor, die EU und ihre Mitglieder diskutieren noch: Jugendliche sollen keinen Zugang mehr zu sozialen Netzwerken haben. Die Idee dahinter ist nachvollziehbar: Wer die Diskussionen rund um mentale Gesundheit, Cybermobbing, Radikalisierung oder problematische Schönheitsideale verfolgt, kommt zwangsläufig zu der Frage, ob Jugendliche auf Plattformen wie TikTok, Instagram oder Snapchat wirklich gut aufgehoben sind.
Trotzdem halte ich solche Verbote für den falschen Weg.
Nicht, weil die Probleme nicht existieren würden. Im Gegenteil. Die negativen Auswirkungen sozialer Netzwerke auf Jugendliche werden seit Jahren untersucht und dokumentiert. Wer behauptet, Social Media sei für junge Menschen völlig unproblematisch, verschließt die Augen vor der Realität. Die entscheidende Frage ist nicht, ob es Risiken gibt. Die entscheidende Frage ist, wie wir mit diesen Risiken umgehen.
Genau an dieser Stelle wirkt die aktuelle politische Debatte auf mich seltsam. Statt die Plattformen stärker in die Verantwortung zu nehmen, konzentriert sie sich auf die Nutzerinnen und Nutzer. Statt die Ursachen zu bekämpfen, wird über Ausschluss diskutiert.
Dabei wissen wir inzwischen sehr genau, wo viele der Probleme entstehen. Die großen Netzwerke sind nicht zufällig so aufgebaut, wie sie heute funktionieren. Empfehlungsalgorithmen wurden entwickelt, um möglichst lange Aufmerksamkeit zu erzeugen. Endlose Feeds, Push-Benachrichtigungen und automatisierte Empfehlungen sind keine technischen Notwendigkeiten, sondern bewusste Produktentscheidungen. Die Plattformen optimieren ihre Angebote nicht primär auf das Wohlbefinden ihrer Nutzerinnen und Nutzer, sondern auf Nutzungsdauer, Reichweite und Werbeumsätze.
Wenn Politik nun zu dem Schluss kommt, dass diese Produkte für Jugendliche nicht geeignet sind, dann stellt sich für mich eine andere Frage: Warum diskutieren wir über Verbote für Jugendliche und nicht über strengere Regeln für die Anbieter?
In anderen Lebensbereichen würden wir genauso wenig argumentieren. Niemand würde auf die Idee kommen, Kinderspielplätze zu verbieten, weil Kinder sich dort verletzen könnten. Niemand würde fordern, dass Kinder nicht mehr Fahrrad fahren dürfen, weil es Verkehrsrisiken gibt. Stattdessen schaffen wir Regeln, Sicherheitsstandards und Schutzmechanismen. Wir verpflichten Hersteller, Produkte sicherer zu machen, und sorgen dafür, dass Risiken möglichst weit reduziert werden.
Bei sozialen Netzwerken scheint diese Logik plötzlich nicht mehr zu gelten. Hier soll nicht das Produkt verbessert oder verändert werden, sondern der Zugang eingeschränkt werden.
Das wirkt auf mich wie eine politische Abkürzung. Denn die Regulierung internationaler Plattformkonzerne ist kompliziert. Sie erfordert technische Kompetenz, internationale Zusammenarbeit und die Bereitschaft, sich mit wirtschaftlich mächtigen Unternehmen anzulegen. Die EU hat eine vereinfachte Version des dazu nötigen Gesetzes sogar bereits implementiert, mit dem DSA (Digital Service Act).
Ein Verbot lässt sich dagegen deutlich einfacher umsetzen und kommunizieren. Es vermittelt Handlungsfähigkeit, ohne die eigentlichen Ursachen zu verändern.
Manchmal frage ich mich, ob die Zurückhaltung der Politik auch damit zu tun hat, dass sie selbst längst Teil dieses Systems geworden ist. Kaum eine Partei, kaum eine Politikerin oder ein Politiker kommt heute ohne soziale Netzwerke aus. Reichweite, Aufmerksamkeit und öffentliche Wahrnehmung entstehen zunehmend auf Plattformen, deren Mechanismen gleichzeitig kritisiert werden. Vielleicht ist es einfacher, über Verbote für Jugendliche zu diskutieren, als sich mit Unternehmen anzulegen, die für die eigene Kommunikation inzwischen unverzichtbar geworden sind. Beweisen lässt sich das nicht. Der Eindruck drängt sich dennoch gelegentlich auf.
Hinzu kommt, dass solche Verbote viele praktische Fragen offenlassen. Wie soll das Alter überprüft werden? Welche Daten müssen dafür erhoben werden? Welche Auswirkungen hat das auf die Privatsphäre aller Nutzerinnen und Nutzer? Und wie wirksam sind solche Maßnahmen überhaupt in einer digitalen Welt, in der technische Hürden häufig innerhalb weniger Minuten umgangen werden können?
Vor allem aber halte ich den Grundgedanken für problematisch. Social Media ist längst kein Nischenphänomen mehr. Für viele Jugendliche gehören soziale Netzwerke zum Alltag. Sie informieren sich dort, kommunizieren mit Freundinnen und Freunden, entdecken neue Interessen und nehmen an gesellschaftlichen Debatten teil. Man kann diesen Fakt nicht einfach ignorieren.
Deshalb sollten wir nicht darüber diskutieren, wie wir Jugendliche aus sozialen Netzwerken heraushalten. Wir sollten darüber diskutieren, wie soziale Netzwerke gestaltet sein müssen, damit Jugendliche sie sicher nutzen können. Auch unabhängig von halbherzigen „Medienkompetenz-Stunden“ in der Schule.
Dazu gehören transparente Algorithmen. Dazu gehören wirksame Schutzmechanismen für Minderjährige. Dazu gehören klare Regeln gegen problematische Inhalte. Und dazu gehört vor allem die Bereitschaft, Plattformen für die Auswirkungen ihrer Entscheidungen verantwortlich zu machen.
Wenn ein Produkt für Jugendliche zu gefährlich ist, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Man kann Jugendliche vom Produkt fernhalten. Oder man kann dafür sorgen, dass das Produkt sicherer wird. Die aktuelle Debatte konzentriert sich fast ausschließlich auf die erste Option. Ich würde mir wünschen, dass die Politik endlich den Mut aufbringt, ernsthaft über die zweite zu sprechen.
Social Media
Reddit Marketing für GEO und Social Media: Warum die Plattform plötzlich unverzichtbar wird
Einst Nische, plötzlich Mainstream? Reddit tauchte bis vor Kurzem in kaum einem Social‑Media‑Redaktionsplan auf. Vorrang erhielt Video-Content im 9:16 Format für TikTok und Instagram Reels. Dann erschien das Schlagwort “GEO” am Marketing-Himmel und plötzlich steht Reddit ganz oben auf der Social Media Agenda. Warum eigentlich?
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Wie KI für GEO Relevanz bewertet und warum Reddit dabei gewinnt
Die Antwort darauf beginnt mit einer kleinen Portion Ironie. Die Maschine misstraut der Maschine. KI‑Tools und Chatbots folgen einem Relevanzprinzip. Für jede Anfrage berechnen sie, welche Wörter mit der höchsten Wahrscheinlichkeit aufeinander folgen. Dafür greifen sie auf ihre Trainingsdaten, internen Datenbanken und weitere extrahierte Quellen zurück. Aus dieser Datengrundlage wählen sie schließlich jene Informationen aus, die für die User*innen am relevantesten erscheinen und daraus entsteht ihre Antwort.
Um diese Relevanz zu bestimmen, orientieren sich KI‑Modelle an Quellen, die sie als Relevanzmarker nutzen. Und weil sich heute in Sekundenschnelle nahezu jeder Inhalt generieren lässt, bei oft schwankender Qualität und Wahrhaftigkeit, setzen KI‑Tools vermehrt auf Quellen, die menschlichen Content kuratieren, prüfen oder besonders hoch bewerten, etwa Nennungen in Online‑Medien. Eine Plattform steht dabei jedoch ganz hoch im Kurs der KI: Reddit.
Als das Internet noch aus Foren bestand – und wie Reddit dieses Prinzip neu belebt
Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch daran, wie das Internet aussah, bevor Social Media Plattformen Einzug hielten. Wer sich online vernetzen wollte, landete in einem Forum. Und davon gab es zu wirklich jedem erdenklichen Thema eines. Manche Foren waren so riesig, dass man sich tagelang darin verlieren konnte, quasi der inoffizielle Vorläufer des Doom‑Scrollings.
Nach einem ähnlichen Prinzip, nur moderner, umfangreicher und mit deutlich mehr Social Media Elementen, funktioniert auch Reddit. Doch spannender als die technische Struktur ist das Verhalten der Communitys. Genau hier unterscheidet sich Reddit von anderen Plattformen und genau das macht Reddit für GEO so wertvoll.
Reddit Marketing: Wo echte Fragen entstehen und warum GEO davon profitiert
Reddit ist derzeit eine der wichtigsten Quellen für GEO, weil die Plattform einen unmittelbaren Einblick in die Sprache, Fragen und echten Probleme der User*innen bietet. Während klassische Keyword‑Tools lediglich Suchvolumen und Begriffvarianten anbieten, zeigt Reddit, wie User*innen tatsächlich denken, formulieren und diskutieren.

Diese authentischen Beiträge tauchen zunehmend in Suchergebnissen auf, sowohl in den Antworten von KI‑Tools als auch bei Google, das inzwischen ebenfalls Inhalte aus Subreddits einbindet, besonders aus aktuellen Diskussionen.
Für GEO ist das ein guter Leitfaden. Ein Blick in die aktiven Subreddits zeigt schnell, welche Themen angesagt sind, welche Fragen die Communitys bewegen und wo neue Pain Points entstehen. Reddit ist damit auch ein exzellenter Hinweisgeber für Trends und Pain Points.
Subreddits: Das Herzstück von Reddit
Stichwort Subreddits: Sie sind der eigentliche Kern von Reddit und darin lauern die Antworten, nach denen die KI so gerne sucht. Reddit selbst ist ein communitybasiertes Netzwerk, das wiederum aus vielen verschiedenen Subreddits besteht. Subreddits sind ähnlich wie die oben erwähnten Foren Online-Räume, in denen die User*innen über ganz bestimmte Themen miteinander sprechen und diskutieren.
Die jeweilige Themenbreite variiert dabei je nach Community von kleiner Nische bis zu weitläufigen Communitys. Jede dieser Communitys hat eigene Regeln, Moderationen und häufig auch eine eigene Gesprächskultur. Beiträge werden dabei nicht von Algorithmen im Feed sortiert, sondern die User*innen entscheiden selbst durch Up- und Downvotes, was weit oben im Diskussionsbereich angezeigt wird.

Und hier hat AI-Slop wenig Chancen. Die User*innen auf Reddit wollen sich mit anderen User*innen über ihre Erfahrungen und Meinungen austauschen. Häufig beginnen Gespräche mit Fragen nach Lösungen aller möglichen Probleme. Egal, was der Fokus eines Subreddits ist, die User*innen erwarten authentische Antworten, und KI-generierte Beiträge bekommen schnell ihre Downvotes.
Kein Ort für schnelle Marketing-Erfolge: Warum Reddit Zeit braucht
Aus der GEO-Perspektive ist es sinnvoll, diese Funktionsweise von Reddit zu kennen. Um Reddit wirklich zu verstehen und dort erfolgreich zu sein – und ich denke, das kann man nicht oft genug betonen – sollten sich Marken und Unternehmen bewusst sein, dass die Plattform völlig anders funktioniert als gewöhnliche Social Media Netzwerke. Darin liegt auch der Wert von Reddit.
User*innnn posten Beitragen, diskutieren miteinander und sprechen authentisch. Wobei natürlich wie jede Online-Community auch Subreddits über ganz eigene Sprachstile und Insider-Begriffe verfügen können. Du siehst auf Reddit, postet man nicht einfach mal einen Beitrag und hofft, dass etwas passiert. Du musst wirklich tief in die Subreddits und Communitys eintauchen.
Übrigens ein kleiner Tipp für alle, die sich auch der Social SEO widmen. Auch Google schätzt Reddit Beiträge und indexiert diese teilweise recht hoch. Sowohl für die GEO als auch eben die Social SEO solltest du zudem wissen, warum die User*innen bestimmte Themen nach oben voten. Nur so kannst du Inhalte erstellen, die Suchintentionen wirklich präzise widerspiegeln und auf die Fragen sowie Bedürfnisse der Community eingehen. Deswegen ist Reddit auch kein Kanal, um kurz vorbeischauen. Ansprechendes Reddit Marketing braucht Zeit.
Reddit ist kein Social Media Kanal wie jeder andere
Ebenso solltest du Reddit nicht nach einer Marketing Denkweise behandeln. Subreddits sind kein Platz für Eigenwerbung. Betrachte Reddit nicht als Marketing Plattform, sondern als Community Plattform. Denn durch den GEO-Hype ist die Gefahr groß, dass Marken, Agenturen und Unternehmen nichts unversucht lassen, um so schnell wie möglich auf Reddit sichtbar zu werden. Reddit bedeutet: Investiere Zeit und Ressourcen ins Community Management!
Reddit belohnt Community‑Arbeit, nicht Marketing‑Taktiken
Mehr Zeit für die eigene Community sollte eigentlich für jede Social Media Plattform gelten, auf der du aktiv bist. Aber für Reddit gilt das in besonderem Maße. Trotz aller GEO-Verlockungen! Ehrlich gemeinter Ratschlag: Wenn GEO in deinen Marketing-Bemühungen zurzeit an erster Stelle steht – was absolut legitim ist, gute Gründe für GEO gibt es einige, wie du hier in unserem GEO Best-of nachlesen kannst – solltest du lieber nicht auf Reddit sein. Und genauso wird direkte Werbung ebenso abgelehnt und mit Downvotes bestraft.
Ja, das ist vielleicht ein wenig drastisch, aber die Hauptmotivation für eine aktive Reddit-Präsenz sollte ausschließlich der Austausch mit der Community sein. Dafür wurde Reddit geschaffen und dafür sind die User*innen auf Reddit aktiv.
Performance ist dennoch erlaubt und Reddit bietet hier auch Möglichkeiten. Doch für organische Inhalte zählt nur: Wie und worüber sprichst du mit deiner Community? Und hierbei stehst nicht du oder dein Unternehmen im Mittelpunkt, sondern ausschließlich die Themen, welche deine Community bewegen.
Denke nicht an irgendwelche Chatbots, in denen dein Unternehmensname auftauchen soll, denke lieber daran, wie du mit gehaltvollen Inhalten Antworten auf die Anliegen deiner Community findest und wie Reddit für diesen Austausch dir eine Plattform bieten kann. Darum geht es bei Reddit: Die User*innen erwarten von Marken und Unternehmen, dass sie sich wie Teilnehmer*innen verhalten, sich an die Regeln der Subreddits halten und wirkliche Mehrwerte schaffen.
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