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Künstliche Intelligenz

KI-Turbo im Betrieb: Zwischen Job-Angst und Effizienzrausch


Der Einzug Künstlicher Intelligenz in die deutsche Wirtschaft hat das Theoriestadium verlassen. Was vor Kurzem noch als Zukunftsvision galt, ist 2025 in der betrieblichen Realität angekommen. Eine Studie des Berliner Weizenbaum-Instituts belegt, dass die Berührungsängste schwinden und der Hunger nach Produktivitätsgewinnen wächst. Innerhalb nur eines Jahres ist demnach der Anteil der Firmen, die KI im Regelbetrieb nutzen, von 50 auf 62 Prozent nach oben gegangen. Rechnet man die Unternehmen hinzu, die derzeit noch in Pilotprojekten zur Einführung der Technik stecken, steigt die Quote auf 74 Prozent.

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Besonders in der IT, der Verwaltung und im Marketing gehört der Algorithmus laut der Untersuchung bereits zum Kollegenkreis. Hoch ist die Durchdringung etwa in den Bereichen IT-Sicherheit und Programmierung, wo durchschnittlich 55 Prozent der Betriebe KI meist schon im Regelbetrieb nutzen. Auch in sensiblen Bereichen wie dem Personalwesen steigt der Einsatz an. Hier meldeten 25 Prozent der Firmen eine Nutzung (18 Prozent Regelbetrieb, 7 Prozent Pilotphase).

Doch hinter der technologischen Fassade tobt eine Auseinandersetzung über die Verteilung der potenziellen Dividende. Fast 80 Prozent der Unternehmen geben an, KI primär zur Effizienzsteigerung zu verwenden. Die Frage ist dabei, was mit der gewonnenen Zeit geschieht. Hier malt die Studie ein Bild, das die weitverbreitete Angst vor einem raschen Massen-Jobverlust zumindest teilweise entkräftet. Zwar liebäugeln 40 Prozent der Betriebe mit dem Ziel, Personal durch KI zu ersetzen. Doch die Realität sieht derzeit noch anders aus.

Die große Mehrheit von über 80 Prozent nutzt die freien Kapazitäten aktuell dazu, die Qualität der eigenen Produkte und Dienstleistungen zu erhöhen. Knapp drei Viertel der Firmen verwenden die Zeitersparnis, um den chronischen Berg an Mehrarbeit abzubauen und die Belegschaft so spürbar zu entlasten. Statt den Algorithmus primär als Job-Killer einzusetzen, fungiert er derzeit also eher als Puffer in einem Arbeitsmarkt, der ohnehin unter hohem Leistungsdruck steht.

Um die wissenschaftliche Belastbarkeit der Ergebnisse einzuordnen, lohnt ein Blick auf das Studiendesign: Die Panel-Untersuchung basiert auf einer geschichteten Zufallsstichprobe aus den Jahren 2024 und 2025, bei der zuletzt 440 Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten aus dem produzierenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor befragt wurden.

Eine Besonderheit liegt in der methodischen Kopplung der Perspektiven: In über 230 Fällen interviewten die Forscher das Management und die Betriebsratsvorsitzenden, um ein kontrastreiches Bild zu erhalten. Durch den Verzicht auf Kleinstbetriebe und die Konzentration auf KI-relevante Kernbranchen bildet die Studie zwar nicht die gesamte Wirtschaft ab. Sie liefert aber eine valide Datenbasis für Firmen, die den digitalen Wandel in Deutschland vorantreiben.

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Insgesamt bleibt das Klima in den Betrieben gespalten. Die Akzeptanz der neuen Technik fällt nicht vom Himmel, sondern ist das Ergebnis harter Verhandlungen und transparenter Kommunikation. Die Wissenschaftler fördern hier eine Korrelation zutage: Der Erfolg der KI-Einführung steht und fällt ihnen zufolge mit der gelebten Mitbestimmung. Wo das Management den Betriebsrat von Anfang an aktiv einbezieht, berichten die Beschäftigten deutlich seltener von einer belastenden Arbeitsintensivierung durch die neuen Systeme. Derzeit geschieht das in etwa 53 Prozent der untersuchten Fälle.

In solchen kooperativ geführten Unternehmen wird die KI als Werkzeug verstanden, das den Menschen unterstützt, statt ihn zu kontrollieren oder zu hetzen. Fehlt diese Einbindung, wächst das Misstrauen in der Belegschaft rapide. Während Führungskräfte die Auswirkungen auf die Arbeitsgestaltung oft durch die rosarote Brille sehen, befürchten Arbeitnehmervertreter einen schleichenden Verlust an Handlungsspielräumen und eine wachsende Entmündigung. Diese unterschiedliche Wahrnehmung zeigt, wie wichtig der Dialog zwischen den Hierarchien ist, um die technologische Transformation nicht gegen die Mitarbeiter zu forcieren.

Martin Krzywdzinski vom Weizenbaum-Institut sieht in den Resultaten eine Bestätigung für das europäische Digitalisierungsmodell. Der an der Studie beteiligte Experte warnt davor, die Mitbestimmung als lästige Innovationsbremse misszuverstehen. Zwar könnten Abstimmungsprozesse mit dem Betriebsrat den Roll-out neuer Systeme gelegentlich etwas verlangsamen. Doch dieser Zeitverlust sei eine wertvolle Investition in die soziale Nachhaltigkeit des Unternehmens. Letztlich zeige die Analyse, dass der KI-Turbo die Produktivität befeuern könne, ohne zwangsläufig die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern. Voraussetzung: Die Machtbalance im Betrieb bleibt gewahrt und der Mensch im Mittelpunkt.

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Künstliche Intelligenz

Android: Neue Sideloading-Regeln sollen bei Gerätewechsel weiter erfüllt bleiben


Sideloading auf Geräten mit Googles Android-Betriebssystem wird zwar komplizierter – aber doch etwas weniger, als bisher erwartet: Eine 24-Stunden-Frist, die in bestimmten Fällen abgewartet werden muss, um die Sideloading-Installation durchzuführen, gilt auch für neue Geräte als erfüllt, wenn sie auf einem anderen Gerät schon erfüllt wurde. Darüber informierte jetzt ein Google-Verantwortlicher.

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Google hat die neue Frist für die manuelle Installation von Apps aus unbekannten Quellen vor Kurzem angekündigt und setzt sie im Rahmen eines „Advanced Flow“ um. Unbekannt heißt hier: Es handelt sich um eine APK-Datei von einem Entwickler, der sich nicht nach Googles neuen, strengen Richtlinien verifiziert hat. Hintergrund des neuen Advanced Flow ist eine Betrugswelle in Südamerika und Südostasien, bei der die Täter ihre Opfer durch Schockanrufe dazu bringen, Malware-APKs auf ihrem Gerät zu installieren. Dabei geht es oft um den Klau von Kreditkartendaten oder Ähnliches.

Von Anfang an stand Googles neue, restriktive Politik bei dem Thema aber in einem Spannungsfeld: Sicherheit für alle Nutzer einerseits versus Offenheit für die manuelle Installation von Apps andererseits. Der Advanced Flow soll ein Mittelweg sein, jedoch ein mühsamer: Nutzer aktivieren auf ihrem Gerät die Entwickleroptionen, bestätigen dann, dass sie nicht unter Anleitung handeln (beispielsweise von Betrügern), starten ihr Gerät neu (um mögliche Telefonate mit Betrügern zu unterbrechen), warten die 24-Stunden-Frist ab und können dann die Installation durchführen.

Zumindest eine kleine Erleichterung gibt es bei dem Thema: Wer auf einem Gerät bereits den Advanced Flow aktiviert hat und dann auf ein anderes wechselt, der muss ihn hier nicht erneut aktivieren. Das erklärte Matthew Forsythe, Produktmanager bei Google, jetzt in einem Video. Eine Ausnahme macht Forsythe ebenfalls deutlich: Wer seine Apps über die Android Debug Bridge (ADB) am PC installiert, ist vom Advanced Flow nicht betroffen und muss auch keine 24 Stunden warten, so soll es in Zukunft auch bleiben. Die Frist auf dem Gerät über ADB zu deaktivieren, ist laut Forsythe aber nicht möglich.

Der Advanced Flow kann wahlweise dauerhaft oder für 7 Tage aktiviert werden. Sobald er sich wieder deaktiviert, werden Updates für die betroffenen manuell installierten Apps blockiert. Den Entwicklermodus können Nutzer nach der Aktivierung des Advanced Flow wieder ausstellen, ohne dass der Advanced Flow sich auch deaktiviert. Anderes wäre auch ungünstig, denn manche Apps funktionieren nicht im Entwicklermodus.

Um mit ihren Apps nicht unter die strengen neuen Regeln zu fallen, müssen Entwickler sich selbst und ihre Organisation bei Google verifizieren sowie ihre App signieren. Genaueres dazu hat Google in einem Blogbeitrag und einer Präsentations-PDF veröffentlicht. Die Verifikation soll ab jetzt möglich sein. Ab September dieses Jahres sollen die neuen Regeln dann laut Google für Apps in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand in Kraft treten, im Zeitraum ab 2027 dann auch weltweit. Sie greifen für zertifizierte Android-Geräte, also solche, auf denen mindestens ein Google-Dienst vorinstalliert ist. Kritiker werfen dem Konzern vor, sich durch die verpflichtende Registrierung zum Torwächter fremder App-Verbreitungswege zu machen.

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(nen)



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SAP greift nach Reltio – Unternehmensdaten sollen KI-bereit werden


Der Walldorfer Softwarekonzern SAP plant die Übernahme des Datenspezialisten Reltio. Das Unternehmen aus dem kalifornischen Redwood Shores ist auf cloud-natives Master Data Management (MDM) spezialisiert – also auf Software, die Stammdaten aus verschiedenen Quellen vereinheitlicht und für Anwendungen nutzbar macht. Finanzielle Details der Transaktion nannten beide Seiten nicht.

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Wie SAP in einer Pressemitteilung erklärte, soll die Übernahme die Position des Konzerns als Anbieter von Business-KI stärken. SAP-Vorstandsmitglied Muhammad Alam sagte dazu: „Künstliche Intelligenz kann ihr volles Potenzial nicht erreichen, wenn Daten über Geschäftsbereiche, Plattformen und Domänen hinweg verteilt sind, ohne Verbindung zueinander oder ohne den notwendigen Kontext.“ Reltio sei eine „natürliche Ergänzung“ für SAP. Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite oder dritte Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.

Reltio wurde 2011 von Manish Sood gegründet. Reltios Plattform ermöglicht es, aus verteilten Datensätzen einen sogenannten „Golden Record“ zu erstellen – einen vereinheitlichten Datensatz mit vollständigem Kontext. Unter anderem eine Reihe von Fortune-500-Unternehmen zählen Reltio zufolge zu den Kunden.

SAP plant, die Reltio-Technologie in seine Business Data Cloud (BDC) zu integrieren. Damit sollen sowohl SAP- als auch Nicht-SAP-Daten für die hauseigenen KI-Agenten Joule bereitstehen. SAP verspricht sich davon unter anderem Echtzeit-Workflows für seine agentische KI – etwa Beschaffungsagenten, die Lieferantenrisiken automatisiert bewerten. Reltio soll dabei auch als eigenständiges Produkt verfügbar bleiben.

Reltio-Gründer Sood betonte in einem Blogbeitrag, der Zusammenschluss biete die Möglichkeit, das eigene Ziel rascher zu erreichen: „Unternehmens-KI benötigt vertrauenswürdigen Kontext, der offen und interoperabel über die heterogenen IT-Landschaften hinweg funktioniert, die unsere Kunden betreiben.“

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Im MDM-Markt konkurriert Reltio mit Anbietern wie Informatica, Profisee, Semarchy und Boomi. Für SAP-Kunden dürfte die Übernahme vor allem dann relevant werden, wenn sie Daten aus heterogenen IT-Landschaften für KI-Anwendungen nutzbar machen wollen.

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Den passende Basis-ETF finden: Es muss nicht immer der MSCI World sein


ETFs sind in Deutschland längst ein Standardinstrument für den privaten Vermögensaufbau. Kein Wunder, schließlich investieren Anleger dabei mit nur einem Klick gleich in mehrere Unternehmen und reduzieren dank dieser Streuung das Verlustrisiko. Doch bei der Wahl des Basis-ETFs – also jenem Produkt, um das Sie ihr Portfolio herumbauen – gehen die Meinungen auseinander. Denn neben Sicherheit soll er auch eine gewisse Rendite bieten. Eigenschaften, die mehrere Indizes – die Basis eines jeden ETFs – vereinen. Es muss also nicht immer der MSCI World sein.

Zwar dominiert der Klassiker laut European ETF Savings Plan Study 2025, doch die Kritik an seiner massiven US-Lastigkeit wächst. Im Jahr 2025 hat er erneut bewiesen: Die vermeintliche Sicherheit des Marktführers erkauft man sich mit einem Klumpenrisiko (großer Anteil einer Region, eines Sektors, Unternehmens oder Währungsraums), während alternative Indizes oft eine stabilere oder gar bessere Performance lieferten. Der Blick über den Tellerrand kann sich also lohnen – für neue Anleger und diejenigen, die über eine Umschichtung innerhalb ihres Portfolios nachdenken.

  • Angesichts der großen Überschneidungen sollte sich im Portfolio nur ein globaler Basis-ETF befinden.
  • Der S&P 500 berücksichtigt lediglich US-Unternehmen, kann aufgrund seiner Entwicklung aber dennoch ein guter Ausgangspunkt für das eigene Portfolio sein.
  • Alle Basis-Indizes gibt es in speziellen Varianten, die etwa Währungseffekte neutralisieren, bestimmte Weltregionen ausschließen oder die Gewichtung verändern.

Die Kandidatenliste ist kurz, aber prominent besetzt. So gesellen sich zum MSCI World inklusive einer Variante ohne US-Unternehmen die deutlich breiter aufgestellten FTSE All-World und MSCI ACWI (All Country World Index). Beide decken zusätzlich auch Schwellenländer ab. Wer diese Breite bevorzugt, findet im FTSE All-World High Dividend Yield eine Variante mit Fokus auf hohe Gewinnausschüttungen. Aber auch der S&P 500 erfreut sich der Studie zufolge einer großen Beliebtheit, es reicht für den zweiten Platz. Er bildet lediglich US-Unternehmen ab und verzichtet damit auf die regionale Streuung der anderen. In der Vergangenheit war dies mit Blick auf die Rendite ein Vorteil. Im Folgenden erklären wir die wesentlichen Unterschiede dieser fünf Basis-Indizes und zeigen die Entwicklung der vergangenen Jahre. Zusätzlich gehen wir auf spezielle Ableger ein, die beispielsweise die Gewichtung verändern oder Wechselkurseffekte neutralisieren.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Den passende Basis-ETF finden: Es muss nicht immer der MSCI World sein“.
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