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Künstliche Intelligenz

KI-Turbo im Betrieb: Zwischen Job-Angst und Effizienzrausch


Der Einzug Künstlicher Intelligenz in die deutsche Wirtschaft hat das Theoriestadium verlassen. Was vor Kurzem noch als Zukunftsvision galt, ist 2025 in der betrieblichen Realität angekommen. Eine Studie des Berliner Weizenbaum-Instituts belegt, dass die Berührungsängste schwinden und der Hunger nach Produktivitätsgewinnen wächst. Innerhalb nur eines Jahres ist demnach der Anteil der Firmen, die KI im Regelbetrieb nutzen, von 50 auf 62 Prozent nach oben gegangen. Rechnet man die Unternehmen hinzu, die derzeit noch in Pilotprojekten zur Einführung der Technik stecken, steigt die Quote auf 74 Prozent.

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Besonders in der IT, der Verwaltung und im Marketing gehört der Algorithmus laut der Untersuchung bereits zum Kollegenkreis. Hoch ist die Durchdringung etwa in den Bereichen IT-Sicherheit und Programmierung, wo durchschnittlich 55 Prozent der Betriebe KI meist schon im Regelbetrieb nutzen. Auch in sensiblen Bereichen wie dem Personalwesen steigt der Einsatz an. Hier meldeten 25 Prozent der Firmen eine Nutzung (18 Prozent Regelbetrieb, 7 Prozent Pilotphase).

Doch hinter der technologischen Fassade tobt eine Auseinandersetzung über die Verteilung der potenziellen Dividende. Fast 80 Prozent der Unternehmen geben an, KI primär zur Effizienzsteigerung zu verwenden. Die Frage ist dabei, was mit der gewonnenen Zeit geschieht. Hier malt die Studie ein Bild, das die weitverbreitete Angst vor einem raschen Massen-Jobverlust zumindest teilweise entkräftet. Zwar liebäugeln 40 Prozent der Betriebe mit dem Ziel, Personal durch KI zu ersetzen. Doch die Realität sieht derzeit noch anders aus.

Die große Mehrheit von über 80 Prozent nutzt die freien Kapazitäten aktuell dazu, die Qualität der eigenen Produkte und Dienstleistungen zu erhöhen. Knapp drei Viertel der Firmen verwenden die Zeitersparnis, um den chronischen Berg an Mehrarbeit abzubauen und die Belegschaft so spürbar zu entlasten. Statt den Algorithmus primär als Job-Killer einzusetzen, fungiert er derzeit also eher als Puffer in einem Arbeitsmarkt, der ohnehin unter hohem Leistungsdruck steht.

Um die wissenschaftliche Belastbarkeit der Ergebnisse einzuordnen, lohnt ein Blick auf das Studiendesign: Die Panel-Untersuchung basiert auf einer geschichteten Zufallsstichprobe aus den Jahren 2024 und 2025, bei der zuletzt 440 Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten aus dem produzierenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor befragt wurden.

Eine Besonderheit liegt in der methodischen Kopplung der Perspektiven: In über 230 Fällen interviewten die Forscher das Management und die Betriebsratsvorsitzenden, um ein kontrastreiches Bild zu erhalten. Durch den Verzicht auf Kleinstbetriebe und die Konzentration auf KI-relevante Kernbranchen bildet die Studie zwar nicht die gesamte Wirtschaft ab. Sie liefert aber eine valide Datenbasis für Firmen, die den digitalen Wandel in Deutschland vorantreiben.

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Insgesamt bleibt das Klima in den Betrieben gespalten. Die Akzeptanz der neuen Technik fällt nicht vom Himmel, sondern ist das Ergebnis harter Verhandlungen und transparenter Kommunikation. Die Wissenschaftler fördern hier eine Korrelation zutage: Der Erfolg der KI-Einführung steht und fällt ihnen zufolge mit der gelebten Mitbestimmung. Wo das Management den Betriebsrat von Anfang an aktiv einbezieht, berichten die Beschäftigten deutlich seltener von einer belastenden Arbeitsintensivierung durch die neuen Systeme. Derzeit geschieht das in etwa 53 Prozent der untersuchten Fälle.

In solchen kooperativ geführten Unternehmen wird die KI als Werkzeug verstanden, das den Menschen unterstützt, statt ihn zu kontrollieren oder zu hetzen. Fehlt diese Einbindung, wächst das Misstrauen in der Belegschaft rapide. Während Führungskräfte die Auswirkungen auf die Arbeitsgestaltung oft durch die rosarote Brille sehen, befürchten Arbeitnehmervertreter einen schleichenden Verlust an Handlungsspielräumen und eine wachsende Entmündigung. Diese unterschiedliche Wahrnehmung zeigt, wie wichtig der Dialog zwischen den Hierarchien ist, um die technologische Transformation nicht gegen die Mitarbeiter zu forcieren.

Martin Krzywdzinski vom Weizenbaum-Institut sieht in den Resultaten eine Bestätigung für das europäische Digitalisierungsmodell. Der an der Studie beteiligte Experte warnt davor, die Mitbestimmung als lästige Innovationsbremse misszuverstehen. Zwar könnten Abstimmungsprozesse mit dem Betriebsrat den Roll-out neuer Systeme gelegentlich etwas verlangsamen. Doch dieser Zeitverlust sei eine wertvolle Investition in die soziale Nachhaltigkeit des Unternehmens. Letztlich zeige die Analyse, dass der KI-Turbo die Produktivität befeuern könne, ohne zwangsläufig die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern. Voraussetzung: Die Machtbalance im Betrieb bleibt gewahrt und der Mensch im Mittelpunkt.

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(nen)



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Künstliche Intelligenz

BSI zu Risiko öffentlicher Ladestationen


Werden Elektroautos an öffentlichen Ladestellen geladen, kommt zur Strom- auch eine Datenverbindung. Diese kann Einfallstor für Angriffe auf die Ladestation, das Stromverteilnetz oder dessen Steuersysteme, aber auch das angeschlossene E-Auto sein. Daher hat das Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die IT-Sicherheit öffentlich zugänglicher Ladenetze untersucht. Ergebnis: Zentrale Normen, darunter UNECE R 155, entsprechen in vielen Bereichen dem Stand der Technik, aber Entwarnung löst das nicht aus.

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Zu möglichen Angriffspunkten an den annähernd 150.000 Normal- und 50.000 Schnellladesäulen in Deutschland zählt beispielsweise ein Bug im Open Charge Point Protocol 2025. Das weit verbreitete Protokoll gilt hinsichtlich Authentifizierung und Session Handling als anfällig und ist uneinheitlich implementiert. „In der praktischen Umsetzung werden jedoch zahlreiche Sicherheitsmechanismen – etwa Transportverschlüsselung, Sperrlisten oder moderne kryptographische Verfahren – häufig nur eingeschränkt oder optional implementiert, teilweise aus Gründen der Abwärtskompatibilität“, heißt es deshalb in dem 65 Seiten starken BSI-Bericht. Die Maßnahmen seien nur „gering verbreitet“, weiterhin würden proprietäre Protokolle verwendet. Es gebe daher den „Bedarf eines grundlegenden Paradigmenwechsels hin zu verpflichtendem Security-by-Design und Security-by-Default.“ Und das nicht erst seit kurzem.

Laut den BSI-Fachleuten ist bislang lediglich ein Ausschnitt des Problems genauer untersucht. „Deutliche Schwachstellen“ gebe es etwa in den Systemen der Ladestationenbetreiber. Und die zentrale Verwaltung der Zertifikate für die Kommunikation und Identifikation der Beteiligten im Ladesystem sei problematisch. „Kompromittierungen einzelner Vertrauensanker können weitreichende Folgen für die gesamte Ladeinfrastruktur und deren Vertrauenswürdigkeit haben“, schreibt die Behörde.

Wenn aber Teile des Systems kompromittiert werden und etwa die Ladekommunikation gestört wird, kann das physikalische Folgen haben – am E-Auto, an der Ladestation, oder sogar im Stromnetz. „Ob und in welchem Umfang Schäden wie Bauteilschädigungen oder thermische Überlast auftreten können, hängt dabei wesentlich davon ab, ob die entsprechenden Komponenten eigensicher konzipiert sind und sich selbst gegen Überspannungen oder zu hohe Stromflüsse absichern“, beschreiben die IT-Sicherheitsfachleute das Problem. Sprich: ob sie sich bei Fehlsteuerung notabschalten.

„Falls zeitgleich mehrere oder weitreichende Verbindungen von Angriffen betroffen sind, kann dies im schlimmsten Fall die Netzstabilität gefährden.“ Etwa, wenn das lokale Netz eines Ladehubs gezielt angegriffen würde. Schon lange ist bekannt, dass Botnetze durch koordinierte Beeinflussung des Stromverbrauches Teile des kontinentaleuropäische Stromnetz zusammenbrechen lassen könnten.

Und das Problem wird größer, warnt das BSI: „Durch die Einführung von bidirektionalem Laden wird der Effekt um ein Vielfaches verstärkt.“ Solange das Laden nur unidirektional zum Auto ablief, war das zumindest für die Stromnetze kein direktes Problem. Doch mit skalierender, gezielter oder fehlgeleiteter Einspeise- und Ausspeisesteuerung wächst das Problem.

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Der Verband der Automobilhersteller (VDA) ist sich dessen bewusst: „Durch Plug & Charge und das bidirektionale Laden entstehen neue Anforderungen an sichere Kommunikation, Authentifizierung und Zertifikatsmanagement.“ Jedoch sei IT-Sicherheit bei den Automobilherstellern „konsequent in Entwicklungs- und Produktionsprozesse integriert“, sagte ein Sprecher zu heise online. Entscheidend sei, Sicherheitsstandards interoperabel und entlang der gesamten Wertschöpfungskette umzusetzen. Sprich: Das Problem wird gesehen – aber nicht bei den Autoherstellern.

Die Strombranche ebenfalls Risiken, aber „keinen Grund für Alarmismus (…) Es hat im Lademarkt nach unserem Kenntnisstand bisher keine gravierenden Sicherheitsvorfälle gegeben, die gegenüber dem BSI meldepflichtig sind“, sagt Kerstin Andreae vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) auf Anfrage heise onlines.

Sie plädiert für klarere Regelungen. Denn durch die unterschiedlichen Eigenschaften von Autos als Produkt mit digitalen Elementen, Ladesäulen als Teil der Energienetze und Autoakkuverbünden als virtuelle Kraftwerke und somit potenzieller Teil Kritischer Infrastruktur greifen ganz unterschiedliche Vorschriften parallel, wie auch das BSI beschreibt. „Für den Hochlauf des Massenmarktes stellt sich daher die Frage, welche nachhaltig tragfähigen, pragmatischen Lösungsansätze im europäischen Binnenmarkt verfolgt werden können“, meint Kerstin Andreae. Sie fordert bessere Abstimmung über die einzelnen Vorschriften hinweg, ohne Sonderwege und Doppelregulierung.

Wären alle Ladesäulen ferngesteuert, kämen 8,5 Gigawatt steuerbare Leistung zusammen – ein Viertel mehr Leistung als vor einem Jahr. Das Bundesverkehrsministerium, das den „Masterplan Ladesäuleninfrastruktur 2030“ verantwortet, hat dazu bislang keine Initiative gezeigt.


(ds)



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Erste Atombombenexplosion der Welt erzeugte ungewöhnlichen Kristall


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Am 16. Juli 1945 wurde in der Wüste des US-Bundesstaates New Mexico die erste Atombombe gezündet. Die immense Hitze der Explosion hat einen neuen Kristall entstehen lassen, wie Forscher aus Italien herausgefunden haben.

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Die Hitze verschmolz Sand und andere Materialien, darunter Kupfer von verdampften Kabeln, zu einer glasartigen, schwach radioaktiven Substanz, die grün oder rot sein kann. Nach dem „Trinity“ genannten Atomtest hat sie den Namen Trinitit bekommen.

Im Innern von Trinitit hat das Team um den Mineralogen Luca Bindi eine neuartige Kristallstruktur entdeckt, ein sogenanntes Clathrat – das ist ein Gitter, in dessen Innerem Atome eingeschlossen sind. Das Kristallgitter in dem Trinitit besteht aus Silizium und hat die Form eines Dodekaeders mit 12 oder eines Tetradekaeders mit 14 Seiten. Darin eingeschlossen sind Kalzium-, Kupfer- und Eisenatome.

„Das ist eine ganz neue Form von Clathratkristallen – so etwas wurde weder in der Natur noch in den Rückständen einer Atomexplosion gefunden“, sagte Bindi dem US-Wissenschaftsmagazin Scientific American. Das Team um den Forscher der Universität von Florenz hat seine Entdeckung in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht.

Das Material verdankt seine ungewöhnliche Struktur den extremen Bedingungen, unter denen es entstand: Die Ausgangsmaterialien wurden Temperaturen von 1500 Grad Celsius und Drücken im Bereich von mehreren Gigapascal ausgesetzt. Sie verdampften, mischten sich und kühlten in kurzer Zeit ab.

Das alles sei in Sekunden passiert, sodass die Atome keine Zeit hatten, sich in stabilen Strukturen zu organisieren, sagte Bindi. Deshalb habe ein solches Nichtgleichgewichtsmaterial entstehen können. Unter normalen Bedingungen wäre das Clathrat nicht stabil, sondern würde zerfallen.

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Das Team von Bindi hatte 2021 schon eine bemerkenswerte Entdeckung in rotem Trinitit gemacht: Es fand darin einen Quasikristall, der ebenfalls aus Eisen, Silizium, Kupfer und Kalzium besteht. Ein Quasikristall hat in seinem Inneren eine Struktur wie ein Kristall. Anders als bei einem solchen ist sie aber unregelmäßig.

Quasikristalle sind sehr selten. Neben dem von Bindi im Trinitit entdeckten sind nur einige wenige aus Meteoriteneinschlägen bekannt, die ähnlich extreme Bedingungen erzeugen können.


(wpl)



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Sony Alpha 7R VI bringt 67 Megapixel auf das Tempo des Spitzenmodells


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Sony hat die sechste Generation seiner Alpha-7R-Serie vorgestellt. Die Alpha 7R VI ist mit einem rückseitig belichteten, vollständig gestapelten Exmor-RS-CMOS-Sensor mit rund 66,8 effektiven Megapixeln sowie dem neuen Bildprozessor Bionz XR2 ausgestattet. Das Ergebnis soll laut Hersteller eine außergewöhnliche Auflösung, präzise Farbwiedergabe und zuverlässige Leistung bei unterschiedlichsten Motiven liefern – von bewegten Personen über Wildtiere bis zu weitläufigen Landschaften.

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Yoshioka Naoto, Leiter Marketing, Imaging, Products and Solutions bei Sony Europe, betont, dass die Alpha 7R VI „die Geschwindigkeit, Intelligenz, Akkulaufzeit und Sucherqualität, die sich unsere Kreativen gewünscht haben“ biete.


Das Titelbild der Ausgabe 03 2026 des Foto-Magazins c't Fotografie

Das Titelbild der Ausgabe 03 2026 des Foto-Magazins c't Fotografie

(Bild: 

heise

)

In puncto Geschwindigkeit zieht die Alpha 7R VI mit dem Sony-Flaggschiff Alpha 1 II gleich. Mit elektronischem Verschluss erreicht sie 30 Bilder pro Sekunde ohne Sucherdunkelphasen, mit mechanischem Verschluss sind es zehn Bilder pro Sekunde. Möglich macht dies eine etwa 5,6-mal schnellere Sensorauslesung als beim Vorgängermodell sowie bis zu 60 AF/AE-Berechnungen pro Sekunde.

Der neue automatische Fokus (Echtzeit-Erkennungs-AF+) nutzt eine skelettbasierte Analyse von Körperhaltung und Bewegung, um auch bei schnellen Motiven eine präzise und stabile Fokussierung zu gewährleisten – insbesondere im Sport und in dynamischen Aufnahmesituationen. Die Motiverkennung umfasst weiterhin Menschen, Tiere, Vögel, Insekten, Autos, Züge und Flugzeuge.



Die neue Sony sorgt selbst bei schnellen Motiven für eine präzise und stabile Fokussierung – ideal für Sport und dynamische Aufnahmesituationen. Die intelligente Motiverkennung erfasst Menschen, Tiere, Vögel, Insekten sowie Autos, Züge und Flugzeuge zuverlässig im Fokus.

(Bild: Sony)

Sony gibt für den Sensor einen Dynamikumfang von bis zu 16 Blendenstufen an – ein Wert, den bislang nur die Alpha 7 V erreicht; die Alpha 7R V liegt offiziell bei 15 Stufen. Die Bildstabilisierung im Gehäuse soll 8,5 Blendenstufen im Bildzentrum und 7,0 Stufen am Rand erreichen.

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Im Videobereich nimmt die Alpha 7R VI in 8K mit 30 Bildern pro Sekunde (bei 8,2K-Oversampling) sowie in 4K mit 120 Bildern pro Sekunde auf. Ein effektives Wärmemanagement ermöglicht ununterbrochene 8K-Aufnahmen von bis zu 120 Minuten Länge. Für den professionellen Einsatz verfügt die Kamera über einen HDMI-Anschluss in voller Größe (Typ A), der sich besser für externe Monitore und Rekorder eignet als die sonst üblichen Mini- oder Micro-HDMI-Buchsen.

Eine Premiere in der Alpha-Serie stellt der Dual-Gain-Modus bei Videoaufnahmen dar, der die Sensorleistung optimiert, um das Rauschen zu reduzieren, ohne dass Details in den Schatten verloren gehen. Der Sensor liest das Bildsignal an jedem Pixel mit zwei verschiedenen Verstärkungsstufen aus – einer niedrigen für helle, einer hohen für dunkle Bildbereiche – und führt beide Signale anschließend zusammen. Neu ist überdies ein automatischer Weißabgleich auf Basis von Sensoren für sichtbares Licht und Infrarot sowie einer auf Deep Learning gestützten Beleuchtungserkennung.

Der elektronische OLED-Sucher löst mit rund 9,44 Millionen Bildpunkten auf, deckt einen Farbraum entsprechend DCI-P3 ab und unterstützt 10-Bit-HDR – die maximale Helligkeit liegt etwa dreimal höher als bei herkömmlichen Modellen. Das rückseitige Display lässt sich in vier Achsen bewegen. Sony hat zudem den Handgriff überarbeitet und einige Tasten auf der Rückseite beleuchtet, um die Bedienung bei schwachem Licht zu erleichtern.

Auf dem Moduswahlrad ersetzt ein Sternsymbol die bisherige Position MR3 – darüber lassen sich jeweils zehn Speicherplätze für Foto und Video abrufen, die individuelle Kamera-Einstellungen wie Belichtung, Autofokus und Bildqualität sichern.

Die Alpha 7R VI verfügt über zwei USB-C-Anschlüsse für Laden und Datenübertragung gleichzeitig. Der erste arbeitet nach USB 3.2 Gen 2 mit bis zu 10 Gigabit pro Sekunde, der zweite entspricht USB 2.0 und ist für die Stromversorgung vorgesehen.



Die neue Sony verfügt über ein in vier Achsen bewegliches Display, einen überarbeiteten Handgriff und beleuchtete Bedienelemente auf der Rückseite für eine komfortable Nutzung auch bei wenig Licht.

(Bild: Sony)

Beim Akku wechselt Sony auf den neuen NP-SA100 mit 2670 mAh, der bis zu 710 Aufnahmen über den LCD-Monitor oder 600 über den Sucher ermöglichen soll – der bisherige NP-FZ100 lag bei 2280 mAh. Allerdings ist der neue Akku nicht mehr zu den bisherigen Modellen der Alpha 7-Serie kompatibel. Hinzu kommt ein Battery Health Check, der den Verschleißzustand sowohl in der Kamera als auch im optionalen Ladegerät BC-SAD1 anzeigt.

Zudem unterstützt die Kamera Sonys „Camera Authenticity Solution“ inklusive des C2PA-Standards, mit dem sich überprüfen lässt, ob Fotos und Videos tatsächlich mit einer Kamera aufgenommen oder durch KI generiert wurden.

Die Sprünge gegenüber der Alpha 7R V fallen deutlich aus. Während die Vorgängerin 61 Megapixel auflöste, kommt die Alpha 7R VI auf 66,8 Megapixel. Wesentlich gravierender ist jedoch der Geschwindigkeitsunterschied: Der neue Stacked-Sensor wird etwa 5,6-mal schneller ausgelesen als zuvor.

Auch beim Dynamikumfang soll die Kamera zulegen und die Bildstabilisierung steigt laut Sony von 8 auf 8,5 Blendenstufen in der Bildmitte. Der Kompensationsbereich in Rollrichtung wurde gegenüber dem Vorgänger verdoppelt. Der Sucher bleibt zwar bei 9,44 Millionen Bildpunkten, leuchtet jedoch dreimal so hell und deckt nun den DCI-P3-Farbraum ab. Hinzu kommen der neue Akku mit 1,3-facher Kapazität des NP-FZ100, das überarbeitete Menü, beleuchtete Tasten, die zweite USB-C-Buchse sowie Funktionen wie Pre-Capture und Dual Gain, die bei der Alpha 7R V noch fehlten.

Mit 66,8 Megapixeln und 30 Bildern pro Sekunde positioniert sich die Alpha 7R VI als Hybrid aus hochauflösender Studio- und schneller Reportagekamera. Im direkten Wettbewerb steht sie vorwiegend der Nikon Z8 und der Canon EOS R5 Mark II gegenüber: Die Nikon Z8 bietet 45,7 Megapixel und ist als sportliche Allrounderin angelegt, die Canon EOS R5 Mark II setzt auf 45 Megapixel mit ebenfalls gestapeltem Sensor. In Sachen reiner Sensorauflösung überholt die Alpha 7R VI beide deutlich.

Innerhalb von Sonys eigenem Portfolio rückt die Alpha 7R VI sehr nah an die Alpha 1 II heran, die bei 50,1 Megapixeln liegt. Funktionen wie Pre-Capture sind mit dem neuen Modell erstmals auch in einer R-Kamera verfügbar – bislang ein Argument für das deutlich teurere Flaggschiff.

Die Alpha 7R VI (ILCE-7RM6) erscheint im Juni 2026 zu einem Preis von rund 5100 Euro. Der neue XLR-A4-Adapter für professionelle Audioaufnahmen mit bis zu vier Kanälen und 32-Bit-Float kostet 750 Euro. Optional kommen der Akku NP-SA100 (120 Euro), der Vertikalgriff VG-C6 (450 Euro), das Ladegerät BC-SAD1 (150 Euro) sowie der DC-Koppler DC-C2 (150 Euro) hinzu.

Zeitgleich mit der Alpha 7R VI hat Sony das FE 100–400 mm F4.5 GM OSS angekündigt, das jüngste Modell seiner G-Master-Objektivserie für Vollformat-Alpha-Kameras mit E-Mount. Das Objektiv deckt einen Brennweitenbereich von 100 bis 400 Millimetern bei einer konstanten Lichtstärke von f/4.5 ab und besitzt einen Autofokus, der bis zu dreimal schneller arbeiten soll als beim Vorgänger FE 100–400 mm F4.5–5.6 GM OSS.

Mit einem Gewicht von rund 1840 Gramm und einer Innenzoom-Konstruktion legt Sony Wert auf eine ausgewogene Gewichtsverteilung und hohe Mobilität beim Fotografieren aus der Hand. Zielgruppe sind laut Hersteller vor allem Anwender aus den Bereichen Tier-, Vogel- und Sportfotografie sowie dem Fotojournalismus.



Das neue Sony-Zoomobjektiv kombiniert eine Innenzoom-Konstruktion mit einem Gewicht von rund 1840 Gramm für optimale Balance und hohe Mobilität beim Fotografieren aus der Hand – entwickelt für Tier-, Vogel- und Sportfotografie sowie den Fotojournalismus.

(Bild: Sony)

Der optische Aufbau umfasst neu entwickelte ED-XA-Glaselemente (Extra-low Dispersion, extrem asphärisch), zwei XA-Glaselemente (extrem asphärisch), Super-ED-Elemente sowie drei ED-Glaselemente, die verschiedene Abbildungsfehler wirksam unterdrücken sollen. Die Nano-AR-Vergütung II reduziert Geisterbilder und Streulicht. Für ein schönes Bokeh soll eine elfblättrige Kreisblende sorgen.

Für den schnellen Autofokus sind vier speziell optimierte XD-Linearmotoren (Extreme Dynamic) und neue AF-Algorithmen verantwortlich, die zudem eine um etwa 50 Prozent verbesserte Motivverfolgung gewährleisten sollen. Das Objektiv ist vollständig kompatibel mit der Serienbildfunktion der Alpha 9 III von bis zu 120 Bildern pro Sekunde inklusive AF/AE-Tracking.

Das Objektiv verfügt über vier Fokus-Hold-Tasten und einen Funktionsring für eine individuell anpassbare Bedienung im Einsatz. Das Gehäuse aus Magnesiumlegierung ist staub- und feuchtigkeitsbeständig, die Frontlinse trägt eine Fluor-Beschichtung. Zudem ist das Objektiv mit den Telekonvertern SEL14TC und SEL20TC kompatibel, sodass sich Brennweiten bis zu 800 Millimetern – im APS-C-Modus sogar bis zu 1200 Millimetern – realisieren lassen.

Das FE 100–400 mm F4.5 GM OSS wird ebenfalls ab Juni 2026 erhältlich sein. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 5000 Euro.


(tho)



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