Künstliche Intelligenz
KI-Update kompakt: KI-Rechenzentren, Cursor, Vibe-Coding, Finde-Roboter
Mehr Rechenkapazitäten für KI in Deutschland
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Microsoft hat den ersten Spatenstich für ein Rechenzentrum im rheinischen Braunkohlerevier gesetzt, das im Endausbau rund 520 Megawatt leisten soll. In Niedersachsen plant Telis Energie ein weiteres Großprojekt neben einem ehemaligen Kohlekraftwerk. Beide Vorhaben passen zur neuen Rechenzentrumsstrategie der Bundesregierung, die eine Vervierfachung der Kapazität bis 2030 vorsieht. Derzeit liegt die Leistung bei rund zweieinhalb Gigawatt, sie soll auf zehn bis elf Gigawatt steigen. Planungen für Rechenzentren im Wert von über 25 Milliarden Euro laufen bereits.

EU-Ausschuss unterstützt Verbot von Deepfake-fähigen KI-Systemen
Der Bürgerrechtsausschuss der EU hat dem geplanten Verbot von KI-Systemen zugestimmt, die sexualisierte Bilder ohne Zustimmung der Abgebildeten erzeugen. Sogenannte Nacktbildgeneratoren wären damit verboten, Ausnahmen gelten nur bei wirksamen Schutzmechanismen. Die Änderungen gehören zum Omnibus-Paket, mit dem die EU mehrere Gesetze prüft, darunter den AI Act. Kommende Woche stimmt das EU-Parlament ab.
Anklage gegen Führungskräfte von Supermicro wegen GPU-Schmuggels
Die US-Justiz hat Anklage gegen einen hochrangigen Manager von Super Micro Computer erhoben, einem Serverhersteller. Er soll zusammen mit dem Geschäftsführer der taiwanesischen Niederlassung und einem externen Auftragnehmer Server im Wert von 2,5 Milliarden Dollar, die fortschrittliche Nvidia-Chips enthalten, an den US-Exportkontrollen vorbei nach China geschmuggelt haben. Die Chips wurden in Servern versteckt, umverpackt und heimlich geliefert, während an den Ursprungsorten nicht funktionierende Nachbauten aufgestellt wurden. Der Vizepräsident und der Auftragnehmer wurden festgenommen, der taiwanesische Manager ist flüchtig. Supermicros Aktienkurs fiel um über zehn Prozent.
Microsofts Superintelligenz-Team liefert einen Bildgenerator
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Microsoft hat mit MAI-Image-2 ein neues Bildgenerierungsmodell vorgestellt, entwickelt vom hauseigenen Superintelligenz-Team um Mustafa Suleyman. Statt an Superintelligenz arbeitet das Team also zunächst an Bildern. Auf der Rangliste von Arena.ai belegt das Modell Platz drei, hinter OpenAIs GPT-Image-1.5 und Googles Nano Banana 2. Der Vorgänger MAI-Image-1 landete im Oktober 2025 nur auf Platz neun. MAI-Image-2 ist im MAI-Playground testbar und wird in Copilot sowie den Bing Image Creator integriert.
Claude-Nutzende offenbaren ihre Hoffnungen und Ängste
Anthropic hat 80.508 Claude-Nutzende aus 159 Ländern in 70 Sprachen zu ihren Erfahrungen mit KI befragt. Als größtes Risiko nannten die Befragten Unzuverlässigkeit und halluzinierte Ergebnisse, gefolgt von Sorgen vor Arbeitsplatzverlust. Positiv bewerteten viele, dass KI Routineaufgaben abnimmt. 33 Prozent sehen KI als gute Lernhilfe, doch viele befürchten, langfristig Fähigkeiten zu verlieren. Da ausschließlich KI-Nutzer befragt wurden, sahen die Befragten unter dem Strich tendenziell mehr Vor- als Nachteile.

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.
Cursor fordert OpenAI und Anthropic mit eigenem Coding-Modell heraus
Cursor, ein KI-gestützter Code-Editor, hat mit Composer 2 ein eigenes Modell für Softwareentwicklung veröffentlicht. Es wurde ausschließlich auf Code-Daten trainiert und ist deutlich günstiger: 50 Cent pro Million Eingabe-Token, verglichen mit 5 Dollar bei Anthropics Claude Opus 4.6. Dahinter steckt ein strategisches Kalkül: Cursor hat über eine Million tägliche Nutzer, hängt aber bei Preisen und Margen von genau den Unternehmen ab, mit denen es konkurriert.
OpenAI bündelt seine Produkte in einer Desktop-Superapp
OpenAI will ChatGPT, die Programmierplattform Codex und den hauseigenen Browser Atlas in einer einzigen Desktop-App zusammenführen, berichtet das Wall Street Journal. Fidji Simo, Leiterin des App-Bereichs, schrieb intern, die Aufteilung auf zu viele einzelne Apps habe das Unternehmen verlangsamthat. Die neue App soll vor allem agentische KI-Funktionen bieten.
OpenAI übernimmt das Start-up Astral
OpenAI hat Astral übernommen, ein Start-up, das Open-Source-Werkzeuge für Python entwickelt. Die Software soll in Codex integriert werden, um die Plattform über reine Codegenerierung hinaus zum umfassenden Entwicklungswerkzeug auszubauen. Der Deal reiht sich in eine Serie von Übernahmen ein, darunter die kürzlich angekündigte Akquisition der KI-Sicherheitsplattform Promptfoo.
KI-Agenten übernehmen Zahlungen im Test mit Banken
Visa will mit der Commerzbank und der DZ Bank testen, wie KI-Agenten Zahlungen abwickeln können. Das Programm heißt „Visa Agentic Ready“. Dabei recherchieren KI-Agenten im Namen von Verbrauchern oder Unternehmen, verhandeln und schließen Käufe ab, oft ohne direkte menschliche Beteiligung. In der ersten Phase prüft Visa, ob solche Zahlungen sicher und skalierbar funktionieren.
Apple blockiert Updates für Vibe-Coding-Apps
Apple hat Updates für die Apps Replit und Vibecode blockiert. Beide erlauben es, sich per KI direkt auf dem iPhone Web-Apps erstellen zu lassen, ohne den App Store. Apple beruft sich auf eine Regel, die das Nachladen von ausführbarem Code verbietet. Kritiker vermuten, dass Apple auch um seine Provision fürchtet, da so Alternativen zu kostenpflichtigen Apps entstehen. Apple hat den Entwicklern Kompromisse angeboten, etwa App-Vorschauen im Browser statt in der App.
Roboter findet verlegte Gegenstände auf Zuruf
Forscher der TU München haben einen mobilen Roboter entwickelt, der verlegte Gegenstände gezielt aufspüren kann. Ein KI-Sprachmodell stellt Beziehungen zwischen Objekten und möglichen Ablageflächen her, sodass der Roboter unplausible Orte ausschließt: Eine Brille sucht er nicht auf der Herdplatte. Die Sucheffizienz liegt 30 Prozent über der einer zufälligen Suche. Als Nächstes soll der Roboter Arme erhalten, um auch in Schränken und Schubladen zu suchen.
ElevenLabs startet Marktplatz für KI-generierte Musik
ElevenLabs, ein KI-Audiounternehmen, hat einen Marktplatz für KI-generierte Musik eröffnet, auf dem Nutzer mit dem hauseigenen Modell erstellte Songs verkaufen können. Käufer wählen zwischen drei Lizenzstufen. Allerdings ist KI-generierte Musik derzeit urheberrechtlich nicht geschützt, und ElevenLabs garantiert keine Exklusivität: Andere Nutzer können identische Ergebnisse erhalten. Das rechtliche Risiko trägt laut Nutzungsbedingungen die Verkäuferin selbst.
Rolling-Stones-Rechteverwalter BMG verklagt Anthropic
BMG, der zum Bertelsmann-Konzern gehörende Musikrechteverwalter, hat Anthropic in Kalifornien verklagt. Der Vorwurf: Anthropic habe urheberrechtlich geschützte Songtexte zum Training seines Chatbots Claude verwendet, unter anderem durch automatisierte Scraping-Tools und Downloads aus illegalen Online-Bibliotheken. BMG verwaltet Songs der Rolling Stones, Bruno Mars und anderer Künstler. Pro verletztem Werk drohen nach US-Recht bis zu 150.000 Dollar Schadensersatz.

(igr)
Künstliche Intelligenz
Anthropics KI Mythos: Unternehmen haben weiter Zugriff auf Preview-Version
Trotz der Anordnung der US-Regierung, den Zugriff auf Anthropics KI-Modells Fable und Mythos für Ausländer zu sperren, ist die Preview-Version offenbar weiterhin für diverse Unternehmen verfügbar. So erklärten einige Unternehmen gegenüber dem dem US-Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg, dass sie weiterhin Zugang zu Vorschauversionen im Rahmen des Projekts „Glasswing“ haben.
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Die Mythos Preview war im Rahmen einer Initiative namens Project Glasswing einer Reihe von Unternehmen zur Verfügung gestellt worden, vorwiegend im IT- und Finanzbereich. Auf eine allgemeine Veröffentlichung von Mythos verzichtete Anthropic mit der Begründung, das KI-Modell sei zu gefährlich. Eine von Anthropic als sicher eingestufte Mythos-Variante namens Fable 5 war kurzzeitig verfügbar, musste aber nach einer Anordnung der US-Regierung wieder offline genommen werden. Die Anordnung umfasste laut Anthropic Mythos 5 und Fable 5. Im Rahmen von Project Glasswing hatten Unternehmen wohl aber Zugriff auf frühere Mythos-Versionen, die nicht betroffen waren.
Unternehmen bestätigen Zugriff auf Mythos
Mehrere Unternehmen erklärten gegenüber Bloomberg, dass sie noch Zugriff auf eine Preview-Version älter als Mythos 5 hätten. Offiziell bestätigen wollten das nur die IT-Sicherheitsberatung Dragos und der Netzwerkspezialist Cisco. Anthropic wollte gegenüber Bloomberg keine Stellung beziehen. Laut Bloomberg verloren andere Teilnehmer von Project Glasswing nach der US-Anordnung den Zugriff, etwa die EU-Cybersicherheitsagentur Enisa.
Derweil setzen internationale US-Unternehmen, die Anthropics KI-Modelle nutzen, strenge geografische Regeln um. So kappte die US-Bank JPMorgan Chase den Zugriff für ihr Personal in Hongkong, berichtet die Financial Times (FT). Sie folgt damit auf die US-Bank Goldman Sachs. Hintergrund sollen in beiden Fällen die Nutzungsbedingungen von Anthropic sein. Im Falle von Goldman Sachs ist bekannt, dass Anthropics Lizenzvereinbarung den Einsatz im Großraum China verbietet.
Auslöser für die plötzliche Sperre von Fable 5 und Mythos 5 war ein Hinweis von Amazon an die US-Regierung, wonach es mit einem Trick möglich gewesen sein soll, die strengen Sicherheitsverkehrungen von Fable 5 zu umgehen – laut Amazon im Rahmen eines sogenannten „Jailbreaks“. Amazons Bericht darüber ist nicht öffentlich. Diese Woche meldete sich eine IT-Sicherheitsforscherin zu Wort, die den Amazon-Bericht gesehen haben will. Aus ihrer Sicht handelt es sich nicht um einen Jailbreak und die Anordnung der US-Regierung war nicht verhältnismäßig.
Die US-Regierung wirft Anthropic derweil vor, dass China Zugriff auf Mythos gehabt haben soll. Berichte über unbefugten Zugriff auf Mythos im Allgemeinen gab es schon kurz nach der Vorstellung von Mythos.
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(nen)
Künstliche Intelligenz
Gazelle Curb: Neues E-Bike mit Bosch-Hinterradmotor „Hub Line“
Das Modell Curb des niederländischen Fahrradherstellers Gazelle ist eines der ersten E-Bikes mit Boschs E-Antrieb für Hinterradnaben namens Hub Line. Das Curb ist ein Stadtrad, das dank des neuen Motors nicht gleich als E-Bike zu erkennen ist. Es kostet etwa 2400 Euro und wird sowohl als Singlespeed mit Riemenantrieb als auch mit Kettenantrieb und Gangschaltung angeboten.
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Stadtflitzer
Gazelle erklärt, dass für eine „aufgeräumte Optik und einen optimalen Schutz im täglichen Stadtverkehr“ Kabel und Akku nahtlos im Rahmen integriert sind. Das Gleiche gilt auch für das Supernova-Lichtsystem, denn der Frontscheinwerfer sitzt im Lenker und das Rücklicht im Schutzblech.
Der entnehmbare Akku mit 360 Wh Kapazität ist im Unterrohr verbaut und kann über einen Ladeanschluss am Rad geladen werden. Für mehr Reichweite lässt sich auf Wunsch der Bosch PowerMore 250 Range Extender mit 250 Wh anschließen. Dieser ist in etwa so groß wie eine Trinkflasche und ist unter anderem auch kompatibel mit der Performance Line CX.
Am Lenker lässt sich über eine integrierte Schnittstelle für SP Connect und Quad Lock ein Smartphone befestigen und etwa für die Navigation verwenden. Auf dem Smartphone lässt sich zudem das Dashboard der Gazelle-App anzeigen, auf dem Geschwindigkeit und verbleibende Reichweite der E-Unterstützung einsehbar sind, so das Unternehmen.
Um das Rad mit seinem 45 Nm Drehmoment, einer Nenndauerleistung von 250 Watt und einer kurzzeitig abrufbaren Spitzenleistung von 400 Watt zum Halten zu bringen, verfügt das Curb über hydraulische Scheibenbremsen. Zudem sind ein serienmäßiges Rahmenschloss sowie ein Befestigungspunkt für ein zweites Schloss an Bord. Wer mehr transportieren möchte, kann Front- und Heckgepäckträger passend zum Rahmen erstehen.
Zwei Antriebsvarianten
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Gazelle bietet das Curb in zwei Antriebsvarianten an: Das Modell C1 verfügt über einen wartungsarmen Gates-Riemenantrieb und kommt als Single-Speed-Version. Das Modell T9 hat eine klassische Kettenschaltung mit neun Gängen und eignet sich laut Hersteller auch für Nutzerinnen und Nutzer, die längere Strecken zurücklegen, „um auch das Umland der Stadt komfortabel zu erkunden“. Beide Varianten sind in mehreren Farben und den zwei Rahmenformen Tiefeinsteiger (Low-step) und Diamantrahmen (High-step) erhältlich. Wann das Curb in den Handel kommt, hat Gazelle noch nicht verraten.
Neben Gazelle hat auch schon Canyon sein Modell mit Boschs Hub Line vorgestellt. Das Modell Roadlite:On CF ist etwas sportlicher gestaltet, hat einen Riemenantrieb und kostet ab etwa 3000 Euro. Zudem haben die Hersteller Moustache und Nicolai Räder mit dem neuen Antrieb bestätigt.
(afl)
Künstliche Intelligenz
Gematik: Gesellschafter beschließen Umbau der Gesundheitsdateninfrastruktur
Die Gesellschafter der Gematik haben den nächsten Schritt für den Umbau der Telematikinfrastruktur beschlossen. Die Gematik soll jetzt „einen Fahrplan für die Modernisierung der Telematikinfrastruktur (TI)“ erstellen. Zentrale Bausteine der TI sollen künftig „gebündelt und einheitlich bereitgestellt werden, anstatt sie wie momentan parallel zu entwickeln und zu betreiben“. Vorgesehen ist eine „souveräne Plattform-Architektur auf Open-Source-Basis“, über die zentrale Dienste wie das E-Rezept und die elektronische Patientenakte künftig „auf eine gemeinsame, leistungsfähige Plattform zugreifen, statt auf jeweils vollständig eigene technische Infrastrukturen“.
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Dabei soll es klare Verantwortlichkeiten geben und das System soll weniger komplex sein, was der Betriebsstabilität dienen soll. „Die Cloud dient dabei als flexible und sichere Betriebsumgebung. Für die Anwendungen mit direktem Kontakt in die Versorgung – etwa Softwaresysteme oder Kassen-Apps – entsteht so eine einheitliche Basis, die Wettbewerb und Innovation in Deutschland stärkt“, heißt es von der Gematik. Dazu will die Gematik den Übergang zur TI 2.0 beschleunigen, die mit „weniger Spezialhardware“ auskommen und beispielsweise auf digitale Identitäten setzen soll.
Positionspapier der Krankenkassen
Die gesetzlichen Krankenkassen unterstützen die Modernisierung der digitalen Infrastruktur grundsätzlich, sehen in der geplanten Plattform-Architektur jedoch auch eine Verschiebung von Zuständigkeiten und Marktrollen. Sie betonen seit Jahren, dass sie den Umbau nur unter klaren Bedingungen mittragen wollen. Das wird sowohl in dem kassenübergreifenden Papier „Gematik 2.0“ als auch in den jüngsten Forderungen der Krankenkassen deutlich.
Im Kern fordern die Kassen einen klar abgegrenzten Auftrag für die Gematik, mehr Mitsprache und eine Trennung zwischen regulatorischer Rolle und Marktgeschehen. In dem Papier „Gematik 2.0“ heißt es: „Die Gematik setzt den Rahmen“, während die „versichertennahen Anwendungen ausschließlich Krankenkassen und ihre Dienstleister bereitstellen“. Bereits Anfang des Jahres hatten die AOKen gefordert, dass die Gematik sicherstellt, dass die Software-Hersteller TI-Anwendungen in Praxis- und Krankenhausinformationssystemen „sinnvoll unterstützen“.
Beitragszahler finanzieren Gematik
In ihrem kürzlich veröffentlichten Positionspapier „Gematik 2.0“ verlangen die Kassen daher eine „wirksame Mitbestimmung“ für finanzierende Gesellschafter. Die Beitragszahlenden finanzierten „zu 93 Prozent die Gematik“, sollten nach Auffassung der Kassen aber auch bei kostenrelevanten Entscheidungen entsprechend eingebunden werden. Zusätzlich verlangen die Kassen eine breitere Finanzierung, auch aus Steuermitteln. Die Kassen fordern daher mehr Mitsprache, eine frühere Einbindung in die Weiterentwicklung der TI und eine Finanzierung, bei der die Beitragszahlenden nicht weiter nahezu allein belastet werden.
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Besonders deutlich formuliert das Bitmarck, der IT-Dienstleister für mehr als 80 Krankenkassen. Der IT-Dienstleister zieht rote Linien: „Frontend-Hoheit bleibt auf Kassenseite“, heißt es dort. Zudem sollte Gematik sicherstellen, „dass Anforderungen i.V.m. dem Europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS) die Komplexität von Zulassungsprozessen nicht erhöhen und Eingriffe in die Telematikinfrastruktur möglichst gering sind“.
Objektive Ursachenanalyse bei TI-Störungen gefordert
Außerdem dürfe die Gematik nicht zum Marktteilnehmer werden. Die Umbaupläne mit zentralem ePA-Betrieb, gebündelten Backend-Funktionen und Ende-zu-Ende-Verantwortung weisen jedoch bereits in diese Richtung. Mit Blick auf die Kritik an den TI-Instabilitäten fordert Bitmarck zudem ausdrücklich eine Einbindung der Kassen und ihrer IT-Partner. In einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Positionspapier von Bitmarck heißt es: „Vor dem Hintergrund einer möglichen ePA-Zentralisierung bedarf es einer objektiven, sachgerechten Ursachenanalyse, Fehlerbehebung und Bewertung von Alternativen. Im fairen Miteinander sind hier die Krankenkassen und deren IT-Dienstleister unbedingt einzubinden.“
Der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) will laut Positionspapier von Anfang 2026 ebenfalls verlässliche Rahmenbedingungen und eine europäische Anschlussfähigkeit. Außerdem setzt er sich für einen offenen Wettbewerb ein. Darüber hinaus begrüßt er zwar die Weiterentwicklung der Gematik, ihr Mandat müsse allerdings „klar und verbindlich“ auf Aufgaben wie Referenzarchitektur, Datensatzstrukturierung, transparente Zulassungsverfahren und das technische Monitoring beschränkt werden. Zugleich warnt der Verband davor, dass die Gematik selbst als Entwickler und Wettbewerber am Markt auftritt. Gleichzeitig übt er Kritik an einer möglichen „Monopolstellung der Kostenträger“ bei Anwendungen für ePA und TI, weil sie „Wettbewerb und Vielfalt untergräbt“.
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(mack)
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