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Smart Glasses vor Gericht: Wenn unauffällige Technik zum Problem wird
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Vergangene Woche sorgte ein Vorfall am britischen High Court of Justice für Schlagzeilen. Ein Kläger soll bei seiner Aussage eine smarte Brille getragen und sich darüber von einer nicht anwesenden Person beraten lassen haben. Dem Gericht fiel das zunächst nicht auf, da moderne Smart Glasses oft erst auf den zweiten Blick als solche zu erkennen sind. In ihrem Urteil verwarf die Richterin die Zeugenaussage, entschied zugunsten der Beklagten und auferlegte dem Kläger die weitgehende Übernahme der gegnerischen Verfahrenskosten. Um welche Art von Smart Glasses es sich gehandelt hat, geht aus dem Bericht der Richterin nicht hervor.
Der Vorfall wird im Urteil der Richterin beschrieben.
Gegenstand des Prozesses war ein Streit darüber, wem ein Unternehmen gehört. Als der Kläger für ein Kreuzverhör in den Zeugenstand trat, fiel der Richterin auf, dass der Mann sich auffällig lange Zeit ließ, bevor er zur Beantwortung der Fragen ansetzte. Die Anwältin der Beklagten bemerkte schließlich, dass aus seiner Nähe auffällige Geräusche zu hören waren. Dabei stellte sich heraus, dass der Kläger Smart Glasses trug. Nachdem er sie auf Anweisung der Richterin abgenommen und ein paar Fragen beantwortet hatte, gab sein Smartphone plötzlich hörbar die Stimme einer Drittperson wieder, die offenbar mit ihm sprach. Die Richterin ließ daraufhin sowohl die Brille als auch das Smartphone sicherstellen.
Der Kläger bestritt später, die Smart Glasses während seiner Aussage genutzt zu haben und behauptete, dass es der Chatbot ChatGPT gewesen sei, der zu ihm gesprochen habe. Zur weiteren Klärung wurde die Anrufliste des Klägers fotografiert. Demnach hatte er im Laufe des Morgens sowie wenige Minuten vor seiner Zeugenaussage mehrfach einen Kontakt angerufen, der auf seinem Smartphone als „abra kadabra“ gespeichert war. Der Kläger erklärte, es habe sich dabei um seinen Taxifahrer gehandelt, konnte jedoch weder dessen Namen nennen noch weitere Angaben machen. Einige Tage später behauptete er zudem, sein Smartphone und sein Pass seien gestohlen worden, ohne dafür einen Polizeibericht vorlegen zu können.
Die Anwältin der Beklagten vermutet, dass der Kläger live von seinem früheren, ausländischen Anwalt unterstützt worden sei, der über eine vom Gericht eingerichtete Videoverbindung offiziell an der Verhandlung teilnehmen durfte. Die Richterin selbst hielt in ihrem Urteil fest, dass der Kläger über seine Smart Glasses Hilfe erhalten habe, ohne dass das Gericht davon wusste. Sie verwarf die Zeugenaussage und entschied zugunsten der Beklagten.
Auch in den USA sorgte ein Vorfall mit Smart Glasses im Gerichtssaal für Aufmerksamkeit. Als Mark Zuckerberg im Februar zu einem Prozess erschien, trugen einige seiner Begleiter eine smarte Brille. Die Richterin forderte die Entourage auf, die Smart Glasses abzunehmen, und drohte bei weiteren Verstößen mit Sanktionen wegen Missachtung des Gerichts. Das Verfahren fand vor einem Gericht im US-Bundesstaat Kalifornien statt, wo Aufnahmen im Gerichtssaal nur mit Genehmigung erlaubt sind. Meta ist selbst Hersteller und derzeit Marktführer in dieser schnell wachsenden Wearables-Kategorie ist. Der Konzern hat seit Ende 2023 knapp zehn Millionen Geräte verkauft.
Alte Rechtslage trifft auf neue Technik
Smart Glasses wie die Ray-Ban Meta-Brillen sehen von außen wie normale Brillengestelle aus. Sie können jedoch Bilder und Videos aufzeichnen sowie Audio ausgeben, ohne dass dies für die Umgebung immer sofort erkennbar ist. Eine LED signalisiert Außenstehenden zwar, wenn gefilmt wird, bei hellem Tageslicht ist sie jedoch kaum wahrnehmbar. Viele Menschen wissen noch nicht einmal, dass eine solche Technologie existiert, da sie in Deutschland noch längst keine Selbstverständlichkeit ist. Entsprechend blieb eine breitere öffentliche Debatte über Smart Glasses im Kontext von Datenschutz, Privatsphäre und Überwachung bislang weitgehend aus.
Auch in Gerichtssälen wirft diese Entwicklung neue Fragen auf. Aufsehenerregende Vorfälle wie in Großbritannien oder den USA sind aus Deutschland bislang nicht bekannt. Auszuschließen sind sie jedoch nicht.
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Nach deutschem Recht (§ 176 GVG) ist der Vorsitzende für die Ordnung in der Sitzung verantwortlich. Technische Hilfsmittel, die etwa im Rahmen einer Zeugenaussage eingesetzt werden, müssen entweder vom Gericht angeordnet oder zumindest transparent sein. Eine ausdrückliche Pflicht für Zeugen, technische Geräte wie Smart Glasses vorab offenzulegen, besteht jedoch nicht. In der Praxis wird die Einhaltung dieser Vorgaben durch richterliche Anordnungen, Sicherheitskontrollen und Hausordnungen durchgesetzt. Eine Täuschung des Gerichts lässt sich damit wie im britischen Falle nicht grundsätzlich ausschließen. Sie kann jedoch strafrechtliche Konsequenzen beispielsweise wegen falscher, uneidlicher Aussage, Prozessbetrug oder Strafvereitelung nach sich ziehen.
Zwischen Aufnahmeverbot und Kontrolllücke
Auch das bloße Tragen von Smart Glasses im Gerichtssaal ist in Deutschland nicht ausdrücklich geregelt, aber faktisch stark eingeschränkt. Ein generelles Geräteverbot gibt es nicht, entscheidend ist die Nutzung. Nach deutschem Recht (§ 169 GVG) sind Ton- und Filmaufnahmen während der Verhandlung unzulässig, wenn diese veröffentlicht werden sollen. Zugleich hat der Vorsitzende die Ordnung im Saal zu gewährleisten. So kann der Vorsitzende im Einzelfall das bloße Tragen oder die Nutzung der Smartfunktionen untersagen, wenn der Verdacht besteht, dass unbemerkt Aufnahmen gemacht oder Kommunikationsverbindungen genutzt werden. Das unbemerkte Aufzeichnen von Personen durch smarte Brillen kann ohne rechtliche Grundlage sowie unter Missachtung der bei audiovisuellen Aufnahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Informationspflichten zudem eine unzulässige Verarbeitung personenbezogener Daten darstellen. Auch könnte hierdurch das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Teilnehmer verletzt werden, woraus zivilrechtliche Unterlassungs- und Schmerzensgeldansprüche resultieren können.
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Gerichte sichern die Ordnung, wie im oben beschriebenen Fall, durch Sicherheitskontrollen, Hausordnungen und Anordnungen im Sitzungssaal ab. Die Schwierigkeit liegt aber auch hier in der Unauffälligkeit der Geräte: Smart Glasses sind oft kaum als solche erkennbar, und Aufnahmen lassen sich nicht immer zuverlässig erkennen. Zudem nutzen einige Träger die Brillen mit Korrekturlinsen und sind ohne sie möglicherweise nur eingeschränkt sehfähig.
Je unauffälliger die Technik wird, desto leichter lässt sich die Kontrolle umgehen. Der Fall aus Großbritannien zeigt, dass bestehende Regeln nicht zwangsläufig verhindern, dass sie unterlaufen werden. Auch in Deutschland sind ähnliche Szenarien daher zumindest denkbar. Verhindern ließen sie sich durch mehr Bewusstsein für die Technik sowie durch ein Verbot oder strengere Kontrollen im Gerichtssaal.
(tobe)
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Klapprad-E-Bike Engwe Zip im Test: leicht zu falten, praktisch in der Stadt
Das Engwe Zip lässt sich klein falten, fährt komfortabel und bremst kräftig. Kleinere Nachteile gibt es aber auch, wie der Test zeigt.
Als kompaktes E-Bike für Stadt, Bahn und Kofferraum positioniert sich das Engwe Zip. Es kombiniert einen faltbaren Stahlrahmen mit Heckmotor, Drehmomentsensor und herausnehmbarem Akku. Breite Reifen und eine gefederte Sattelstütze sollen die Nachteile der kleinen Räder abmildern. Im Alltag gelingt das meist gut, doch perfekt ist das 1099 Euro teure E-Bike nicht.
Aufbau, Optik & Verarbeitung
Das Engwe Zip folgt dem Grundprinzip klassischer Falträder, setzt es aber mit einem dreiteiligen Faltmechanismus um. Zuerst wird das Hinterrad unter dem Rahmen angehoben. Danach lässt sich der Hauptrahmen seitlich zusammenlegen. Zum Schluss wird die Lenksäule abgesenkt und eingeklappt. Die Pedale lassen sich per Schnellverschluss entnehmen und hinten am Rahmen verstauen. Eine einseitige Vorderradgabel spart Platz und erleichtert das Zusammenlegen. Der Hersteller wirbt mit einer Faltzeit von 3 s, im Alltag sind 10 s bis 30 s realistischer. Das ist trotzdem schnell und einfach.
Zusammengefaltet misst das Zip etwa 62,5 × 37 × 67 cm. Es benötigt damit deutlich weniger Stellfläche als ein normales Fahrrad und passt in die meisten Kofferräume, Aufzüge oder Abstellnischen. Praktisch: Im gefalteten Zustand lässt es sich auf Vorderrad und kleinen Rollen unten am Rahmen abstellen oder schieben. Das funktioniert zumindest auf glattem Boden ordentlich. Der Rahmen besteht aus Stahl. Das erhöht die Robustheit, bringt aber mehr Gewicht mit sich als Alu oder Karbon. Ohne Akku nennt Engwe 16,9 kg, mit Akku sind es 19,4 kg. Für ein elektrisches Faltrad ist das in Ordnung, Treppensteigen will man damit aber nicht.
Engwe gibt eine maximale Zuladung von 120 kg an und empfiehlt das Rad für Körpergrößen zwischen 155 und 190 cm. Dank weit verstellbarem Sattel und höhenverstellbarer Lenksäule sitzen auch große Fahrer bequem, ohne wie der sprichwörtliche „Affe auf dem Schleifstein“ zu wirken. Auffällig ist die Akku-Lösung: Der Energiespeicher steckt nicht im Rahmen, sondern in einer abnehmbaren, wasserabweisenden Tasche vor dem Steuerrohr – ähnlich wie beim Brompton Electric (Testbericht). Daneben bleibt in der Tasche etwas Stauraum für Werkzeug, eine dünne Jacke oder Kleinteile – praktisch, macht die Front aber breiter und prägt das Erscheinungsbild stark.
Das Rad ist in Grau und Dunkelgrün erhältlich. Schutzbleche, Seitenständer, Beleuchtung und abnehmbare Pedale gehören zur Ausstattung; ein Gepäckträger muss separat gekauft werden. Das Einsetzen der Pedale ist allerdings etwas fummelig, da die Anleitung den Vorgang nur unzureichend erklärt. Entscheidend ist: Der Schnellverschluss öffnet sich nur, wenn die Einkerbung des beweglichen Rings exakt über der Markierung steht. Erst dann lässt er sich zurückziehen und die Pedale arretieren oder lösen sich ohne Widerstand.
Die Verarbeitung hinterlässt insgesamt einen soliden Eindruck. Schweißnähte und die zentrale Faltverriegelung wirken sauber. Der Hauptverschluss rastet gut ein und vermittelt genügend Vertrauen für den Alltag. Der Lenker wird durch eine Nut immer gerade ausgerichtet. Sparmaßnahmen zeigen sich eher bei einzelnen Anbauteilen als am Rahmen. So wirken die Kunststoff-Schutzbleche etwas billig, auch wenn sie ihren Zweck erfüllen.
Lenker & Display
Der gerade Lenker ist 56 cm breit. Praktisch: Die Lenksäule ist in der Höhe anpassbar. Dadurch reicht die Sitzhaltung von sehr aufrecht bis vergleichsweise geduckt. Die flächigen Griffe stützen die Handballen und sind zumindest für kürzere Strecken bequem. Bei niedriger Lenkerstellung fällt der gebündelte Kabelstrang stärker auf. Die Leitungen sind teilweise im Rahmen geführt, bleiben zwischen Lenker und Hauptrahmen aber sichtbar.
Das Farbdisplay misst 3,2 Zoll. Es zeigt Geschwindigkeit, Akkustand und die gewählte Unterstützungsstufe an. Zusätzlich lassen sich Gesamtdistanz, Tagesstrecke, Höchst- und Durchschnittsgeschwindigkeit aufrufen. Die Bedienung erfolgt über drei Tasten für Ein/Aus sowie Plus und Minus. Das vordere Licht wird über einen längeren Druck auf die Plus-Taste aktiviert. Das Rücklicht ist akkubetrieben.
App
Das Engwe Zip verbindet sich per Bluetooth mit der Engwe-App. Die Anwendung ist sehr eingeschränkt: Sie zeichnet Fahrdaten auf und stellt die gefahrene Strecke auf einer Karte dar. Damit ergänzt sie den Bordcomputer lediglich um eine einfache Tourenübersicht. Für die Kartenanzeige während der Fahrt wäre zudem eine separate Handyhalterung am Lenker nötig. Der praktische Mehrwert ist daher begrenzt, Nutzer können ohne Einbußen darauf verzichten.
Fahren
Ein Hecknabenmotor mit 250 W unterstützt den Fahrer bis 25 km/h. Das maximale Drehmoment liegt laut Hersteller bei 40 Nm. Ein Drehmomentsensor misst, wie kräftig in die Pedale getreten wird. Dadurch setzt die Unterstützung natürlicher ein als bei einfachen Systemen, die nur die Bewegung der Kurbel erkennen.
Es stehen drei Unterstützungsstufen zur Wahl, deren Unterschiede spürbar sind. Beim Anfahren reagiert der Motor zügig. Das hilft an Ampeln und bei kurzen Steigungen. Problem hier: Das Fahrrad wird zumindest bei großen Fahrern und weit ausgefahrener Lenk- und Sattelstange vorn so leicht, dass man beim Anfahren im untersten Gang oder am Berg schnell ungewollt einen Wheelie und potenziell einen Sturz hinlegt – gefährlich!
Auf flachen Straßen und normalen Radwegen passt die Leistung. Leichte und mittlere Steigungen lassen sich mit passender Gangwahl bewältigen, zeigen aber auch, dass das Bike nichts für die Langstrecke ist. Bei steilen Rampen stößt der Motor mit 40 Nm vergleichsweise früh an Grenzen.
Die Kraftübertragung übernimmt eine Kettenschaltung mit sieben Gängen. Engwe verwendet als Schaltwerk ein Shimano Tourney, einen Rapidfire-Schalthebel zum Schalten mit Daumen und Zeigefinger und eine Kassette mit 11 bis 28 Zähnen. Das ist eine einfache und bewährte Einstiegstechnik; die Abstufung reicht für Stadtverkehr und moderate Steigungen locker aus. Im größten Gang steigt die Trittfrequenz früh an, bleibt aber entspannt. Bergab vermisst man eine längere Übersetzung.
Die kleinen Räder mit 16 Zoll reagieren direkt auf Lenkbewegungen. Das macht das Zip wendig und leichtfüßig in engen Kurven, benötigt aber etwas Eingewöhnung. Im Gegenzug wirkt das E-Bike bei höherem Tempo nervöser als Modelle mit großen Rädern. Positiv wirken sich die 1,95 Zoll breiten Reifen aus: Sie beruhigen das Fahrverhalten spürbar und bieten mehr Auflagefläche als die schmalen Reifen, die anderen Klapprädern häufig beiliegen. Zudem kommen sie dem Fahrkomfort entgegen. Auf Asphalt fährt das Zip daher stabiler und komfortabler, als die Radgröße erwarten lässt.
Die gefederte Sattelstütze und der gepolsterte Sattel filtern kleine Stöße, allerdings ist die Sattelstütze wie so oft bei günstigen Bikes ziemlich stockig und benötigt erst ein gewisses Losbrechmoment. Eine Federgabel gibt es nicht. Größere Schlaglöcher, grober Schotter und Wurzeln kommen daher deutlich an den Armen des Fahrers an. Die Stadt ist das bevorzugte Terrain des Engwe Zip.
Hydraulische Scheibenbremsen mit Scheiben von 160 mm verzögern vorne und hinten. Sie überzeugen mit kräftiger und gut dosierbarer Wirkung. Zu Beginn wirkten sie im Test etwas zu bissig, nach dem Einbremsen besserte sich das. Zur Serienausstattung gehören ein Scheinwerfer mit 30 lx und ein Rücklicht. Die Beleuchtung erfüllt nach Herstellerangabe die Vorgaben der StVZO, auch Reflektoren in Speichen, vorn und hinten gibt es. Für unbeleuchtete Landwege ist der Scheinwerfer etwas zu dunkel. Im Stadtverkehr verbessert er vor allem die eigene Sichtbarkeit.
Akku
Der herausnehmbare Lithium-Ionen-Akku arbeitet mit 36 V und 10 Ah, das ergibt 360 Wh. Engwe verwendet Zellen von LG. Der Akku wird mit einem Schlüssel in seiner Fronttasche gesichert und lässt sich zum Laden mitnehmen oder direkt am Bike laden.
Engwe nennt Reichweiten von 120 km in Stufe eins, 85 km in Stufe zwei und 60 km in Stufe drei. Das sind Herstellerangaben. Fahrergewicht, Temperatur, Reifendruck, Steigungen, Wind und Fahrweise reduzieren die tatsächliche Distanz teils deutlich. Im Test erreichten wir in der dritten Stufe hochgerechnet eher 40 bis 45 km – damit eignet sich das Zip bauartbedingt gut zum Pendeln, aber schlecht für Tagestouren.
Eine Besonderheit ist der Ladeanschluss über USB-C mit Power Delivery 3.0. Das mitgelieferte Netzteil liefert bis zu 100 W. Der Akku lässt sich nicht nur über USB-C laden, sondern gibt darüber auch Energie an Smartphones, Tablets oder kompatible Notebooks ab. Damit ersetzt er unterwegs eine große Powerbank. Eine vollständige Ladung dauert bis zu 6 h.
Preis
Das Zip befindet sich aktuell im Vorverkauf und kostet 1099 Euro direkt im Engwe-Shop. Es soll Anfang Juli ausgeliefert werden.
Fazit
Das Engwe Zip ist ein durchdachtes Faltrad für kurze bis mittlere Wege in der Stadt. Sein wichtigster Vorteil ist die Kombination aus kompaktem Faltmaß, noch tragbarem Gewicht und vollständiger E-Bike-Ausstattung. Der Drehmomentsensor sorgt für eine natürlichere Unterstützung als einfache Bewegungssensoren. Gute hydraulische Bremsen, breite Reifen und die gefederte Sattelstütze verbessern Kontrolle und Komfort. Der Faltmechanismus funktioniert im Alltag schnell und zuverlässig. Die Akkutasche ist praktisch, weil der Energiespeicher leicht entnommen und zusätzlich als Powerbank genutzt werden kann.
Die Shimano-Tourney-Schaltung erfüllt ihren Zweck, ist aber etwas kurz übersetzt. Die App bietet wenig Mehrwert und darf im Alltag vernachlässigt werden. Einzig die ungewollte Wheelie-Neigung lässt uns an einer Empfehlung zweifeln.
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Anthropics KI Mythos: Unternehmen haben weiter Zugriff auf Preview-Version
Trotz der Anordnung der US-Regierung, den Zugriff auf Anthropics KI-Modells Fable und Mythos für Ausländer zu sperren, ist die Preview-Version offenbar weiterhin für diverse Unternehmen verfügbar. So erklärten einige Unternehmen gegenüber dem dem US-Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg, dass sie weiterhin Zugang zu Vorschauversionen im Rahmen des Projekts „Glasswing“ haben.
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Die Mythos Preview war im Rahmen einer Initiative namens Project Glasswing einer Reihe von Unternehmen zur Verfügung gestellt worden, vorwiegend im IT- und Finanzbereich. Auf eine allgemeine Veröffentlichung von Mythos verzichtete Anthropic mit der Begründung, das KI-Modell sei zu gefährlich. Eine von Anthropic als sicher eingestufte Mythos-Variante namens Fable 5 war kurzzeitig verfügbar, musste aber nach einer Anordnung der US-Regierung wieder offline genommen werden. Die Anordnung umfasste laut Anthropic Mythos 5 und Fable 5. Im Rahmen von Project Glasswing hatten Unternehmen wohl aber Zugriff auf frühere Mythos-Versionen, die nicht betroffen waren.
Unternehmen bestätigen Zugriff auf Mythos
Mehrere Unternehmen erklärten gegenüber Bloomberg, dass sie noch Zugriff auf eine Preview-Version älter als Mythos 5 hätten. Offiziell bestätigen wollten das nur die IT-Sicherheitsberatung Dragos und der Netzwerkspezialist Cisco. Anthropic wollte gegenüber Bloomberg keine Stellung beziehen. Laut Bloomberg verloren andere Teilnehmer von Project Glasswing nach der US-Anordnung den Zugriff, etwa die EU-Cybersicherheitsagentur Enisa.
Derweil setzen internationale US-Unternehmen, die Anthropics KI-Modelle nutzen, strenge geografische Regeln um. So kappte die US-Bank JPMorgan Chase den Zugriff für ihr Personal in Hongkong, berichtet die Financial Times (FT). Sie folgt damit auf die US-Bank Goldman Sachs. Hintergrund sollen in beiden Fällen die Nutzungsbedingungen von Anthropic sein. Im Falle von Goldman Sachs ist bekannt, dass Anthropics Lizenzvereinbarung den Einsatz im Großraum China verbietet.
Auslöser für die plötzliche Sperre von Fable 5 und Mythos 5 war ein Hinweis von Amazon an die US-Regierung, wonach es mit einem Trick möglich gewesen sein soll, die strengen Sicherheitsverkehrungen von Fable 5 zu umgehen – laut Amazon im Rahmen eines sogenannten „Jailbreaks“. Amazons Bericht darüber ist nicht öffentlich. Diese Woche meldete sich eine IT-Sicherheitsforscherin zu Wort, die den Amazon-Bericht gesehen haben will. Aus ihrer Sicht handelt es sich nicht um einen Jailbreak und die Anordnung der US-Regierung war nicht verhältnismäßig.
Die US-Regierung wirft Anthropic derweil vor, dass China Zugriff auf Mythos gehabt haben soll. Berichte über unbefugten Zugriff auf Mythos im Allgemeinen gab es schon kurz nach der Vorstellung von Mythos.
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(nen)
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Gazelle Curb: Neues E-Bike mit Bosch-Hinterradmotor „Hub Line“
Das Modell Curb des niederländischen Fahrradherstellers Gazelle ist eines der ersten E-Bikes mit Boschs E-Antrieb für Hinterradnaben namens Hub Line. Das Curb ist ein Stadtrad, das dank des neuen Motors nicht gleich als E-Bike zu erkennen ist. Es kostet etwa 2400 Euro und wird sowohl als Singlespeed mit Riemenantrieb als auch mit Kettenantrieb und Gangschaltung angeboten.
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Stadtflitzer
Gazelle erklärt, dass für eine „aufgeräumte Optik und einen optimalen Schutz im täglichen Stadtverkehr“ Kabel und Akku nahtlos im Rahmen integriert sind. Das Gleiche gilt auch für das Supernova-Lichtsystem, denn der Frontscheinwerfer sitzt im Lenker und das Rücklicht im Schutzblech.
Der entnehmbare Akku mit 360 Wh Kapazität ist im Unterrohr verbaut und kann über einen Ladeanschluss am Rad geladen werden. Für mehr Reichweite lässt sich auf Wunsch der Bosch PowerMore 250 Range Extender mit 250 Wh anschließen. Dieser ist in etwa so groß wie eine Trinkflasche und ist unter anderem auch kompatibel mit der Performance Line CX.
Am Lenker lässt sich über eine integrierte Schnittstelle für SP Connect und Quad Lock ein Smartphone befestigen und etwa für die Navigation verwenden. Auf dem Smartphone lässt sich zudem das Dashboard der Gazelle-App anzeigen, auf dem Geschwindigkeit und verbleibende Reichweite der E-Unterstützung einsehbar sind, so das Unternehmen.
Um das Rad mit seinem 45 Nm Drehmoment, einer Nenndauerleistung von 250 Watt und einer kurzzeitig abrufbaren Spitzenleistung von 400 Watt zum Halten zu bringen, verfügt das Curb über hydraulische Scheibenbremsen. Zudem sind ein serienmäßiges Rahmenschloss sowie ein Befestigungspunkt für ein zweites Schloss an Bord. Wer mehr transportieren möchte, kann Front- und Heckgepäckträger passend zum Rahmen erstehen.
Zwei Antriebsvarianten
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Gazelle bietet das Curb in zwei Antriebsvarianten an: Das Modell C1 verfügt über einen wartungsarmen Gates-Riemenantrieb und kommt als Single-Speed-Version. Das Modell T9 hat eine klassische Kettenschaltung mit neun Gängen und eignet sich laut Hersteller auch für Nutzerinnen und Nutzer, die längere Strecken zurücklegen, „um auch das Umland der Stadt komfortabel zu erkunden“. Beide Varianten sind in mehreren Farben und den zwei Rahmenformen Tiefeinsteiger (Low-step) und Diamantrahmen (High-step) erhältlich. Wann das Curb in den Handel kommt, hat Gazelle noch nicht verraten.
Neben Gazelle hat auch schon Canyon sein Modell mit Boschs Hub Line vorgestellt. Das Modell Roadlite:On CF ist etwas sportlicher gestaltet, hat einen Riemenantrieb und kostet ab etwa 3000 Euro. Zudem haben die Hersteller Moustache und Nicolai Räder mit dem neuen Antrieb bestätigt.
(afl)
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