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Künstliche Intelligenz

Kommentar: Die SaaSpocalypse hat begonnen


Als der Hedgefonds TCI jüngst seinen Microsoft-Anteil drastisch zusammenstrich, klang das erst einmal nach einer dieser Meldungen, die im Strom der Finanznachrichten untergehen. Doch diesmal lohnt der zweite Blick. TCI-Gründer Chris Hohn gehörte jahrelang zu den großen Profiteuren des Microsoft-Booms, fast 400 Prozent Kursgewinn seit 2017 sprechen eine deutliche Sprache. Wenn ausgerechnet so ein Investor kalte Füße bekommt, geht es nicht um schwache Quartalszahlen. Dann steht die ökonomische Grundlage der Softwareindustrie zur Debatte.

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Ein Kommentar von Moritz Förster

Ein Kommentar von Moritz Förster

Moritz Förster schreibt seit 2012 für die iX und heise online. Er betreut neben dem iX-Channel den Bereich Arbeitsplatz.

Die Sprengkraft der KI-Revolution liegt nicht darin, dass sie eine bestimmte Software ersetzt. Sondern darin, dass sie das Geschäftsmodell dahinter pulverisiert. Willkommen in der SaaSpocalypse.

Zwei Jahrzehnte lang funktionierte Unternehmenssoftware nach einem stabilen Prinzip. Jede Aufgabe bekam ihre eigene Anwendung: Texte in Word, Tabellen in Excel, Kundendaten in Salesforce, Bildbearbeitung in Photoshop. Unternehmen zahlen Lizenzen pro Nutzer, pro Arbeitsplatz, pro Monat. Je tiefer die Software in die Arbeitsabläufe einsickerte, desto verlässlicher sprudelten Umsatz und Margen. Der Wert lag dabei nie nur im Programmcode, sondern in einer schlichten Tatsache: Menschen mussten ihre Arbeit innerhalb dieser Anwendungen erledigen.

Genau diese Logik bröckelt nun. KI-Assistenten verändern nicht bloß einzelne Funktionen, sondern die Schnittstelle zur Arbeit selbst. Wer heute Copilot, Gemini oder ChatGPT nutzt, klickt sich nicht mehr durch klassische Menüs. Stattdessen formuliert der Nutzer Ziele: „Fasse die wichtigsten Punkte aus diesen Mails zusammen.“ „Bau eine Präsentation aus den Quartalszahlen.“ Die Arbeit wandert Schritt für Schritt vom Menschen zur Maschine. Und je besser diese Systeme werden, desto unwichtiger wird die Anwendung im Hintergrund.

Das zeigt sich ausgerechnet bei Microsoft selbst. Seinen Copilot präsentiert der Konzern längst nicht mehr als Zusatzfunktion für Word oder Excel. Das Ziel ist ein Assistent, der quer über alle Anwendungen arbeitet. Der Nutzer redet mit dem Agenten – nicht mehr mit dem Programm. Wird die KI zur Bedienoberfläche der Wissensarbeit, verliert die klassische Anwendung ihre Rolle als zentraler Zugangspunkt. Sie wird zur Infrastruktur.

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Aus Nutzersicht klingt das verlockend. Für die Softwareindustrie ist es eine Bedrohung. Denn Software-as-a-Service-Modelle leben davon, dass jeder Mitarbeiter Zugang zu einzelnen Anwendungen braucht. KI-Agenten lösen diese Kopplung auf. Warum Hunderte Vollzugänge bezahlen, wenn ein paar Agenten einen Großteil der Arbeit erledigen?

Die Nervosität an den Börsen kommt nicht von ungefähr. Microsoft, Salesforce, Adobe und Oracle verdienen weiterhin Milliarden. Aber die Zweifel wachsen, ob die fetten Margen der SaaS-Ära dauerhaft Bestand haben. Bemerkenswert dabei: Die Disruption entsteht innerhalb der Plattformen selbst. Microsoft demonstriert mit Copilot genau die Entwicklung, die das klassische Softwaremodell untergräbt. Der Konzern treibt die Entkopplung von Nutzer und Anwendung selbst voran.

Börsen handeln spekulative Erwartungen, keine Gegenwart. Für Investoren genügt die Aussicht auf sinkende Preissetzungsmacht, um Bewertungen neu zu sortieren. Die Machtfrage lautet deshalb nicht mehr, wer die beste Software baut. Sondern wer künftig die Bedienoberfläche der Arbeit kontrolliert.

Das erklärt, warum TCIs Teilverkauf mehr ist als ein gewöhnliches Börsensignal. Der Fonds stößt Microsoft-Aktien nicht ab, weil Office schwächelt oder Azure plötzlich Verluste schreibt. TCI reagiert auf eine tiefere Unsicherheit: KI löst eben nicht einfach Programme ab. Sie ersetzt die ökonomische Logik, auf der die Softwareindustrie aufgebaut wurde. Und genau deshalb droht die SaaSpocalypse.

Bei diesem Kommentar handelt es sich um das Editorial der iX 6/2026, die am 22. Mai erscheint.


(fo)



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So funktioniert Langzeitarchivierung mit Voxeln in Quarzglas


Im Handschuhfach eines roten Tesla-Roadsters, der seit 2018 durchs Sonnensystem treibt, liegt ein kleines Stück Glas. Darin ist die komplette Foundation-Trilogie des Science-Fiction-Autors Isaac Asimov gespeichert. Wenn in einigen Milliarden Jahren jemand das Auto auflesen sollte, soll der Datenträger noch lesbar sein.

  • SPhotonix speichert Daten mit einem Femtosekundenlaser in Quarzglas und verspricht extrem lange Haltbarkeit.
  • Die Technik ist vielversprechend, aber Schreib- und Lesegeschwindigkeit sowie Kosten sind noch nicht industrietauglich.
  • Das Verfahren ist vor allem für Archivdaten gedacht, nicht für schnellen Alltagsspeicher.

5D Memory Crystal nennt der Hersteller der Glasscheibe, das US-Start-up SPhotonix, seinen Langzeitspeicher. Das Prinzip ähnelt dem von Microsofts Glasspeicher, welcher unter dem Namen Project Silica bekannt wurde. Tatsächlich haben die Forscher hinter SPhotonix mehrere Jahre lang mit Microsoft zusammengearbeitet. Während Microsoft die Ergebnisse nur für die eigenen Cloudarchive nutzen will, geht SPhotonix einen anderen Weg: Das Unternehmen will die Technik als Lizenzgeber an die Industrie weitergeben, beliebige Firmen sollen sich passende Schreib- und Lesegeräte anschaffen können.




Das Speichermedium selbst ist denkbar einfach: eine Scheibe aus Quarzglas, wie es auch in Glasfaserkabeln eingesetzt wird. Das Material ist preiswert, chemisch außerordentlich stabil und resistent gegen Hitze, Strahlung, Salzwasser, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen. Die eigentliche Information schreibt ein Femtosekundenlaser in das Innere des Glases. Die Pulse dieses Lasers sind so kurz und energiereich, dass sie im Fokuspunkt das Glas modifizieren, ohne es zu beschädigen – SPhotonix hat diesen Prozess unter dem Namen FemtoEtch patentieren lassen.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „So funktioniert Langzeitarchivierung mit Voxeln in Quarzglas“.
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iPadOS 27: Apple öffnet Handschrifterkennung für Dritt-Apps


Gemessen daran, dass Apple mit dem Apple Pencil sogar eine eigene Hardware vertreibt, um auf dem iPad zu zeichnen und zu schreiben, ist das US-Unternehmen bislang recht zaghaft gewesen, den Eingabestift systemweit nutzbar zu machen. Mit iPadOS 27 wird der Pencil jetzt noch einmal deutlich aufgewertet – sofern auch die Entwickler von Dritt-Apps mitspielen. Apple öffnet nämlich seine Handschrifterkennung in PencilKit für alle Entwickler. Die neue Schnittstelle steht dabei nicht nur unter iPadOS, sondern auch unter iOS, macOS und visionOS 27 bereit.

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Bislang war die Erkennung handschriftlicher Notizen, etwa für die Suche, Apples eigenen Apps wie Notizen und Freeform vorbehalten. Mit der neuen Schnittstelle PKStrokeRecognizer können nun auch Drittanbieter-Apps handschriftliche Eingaben erkennen, durchsuchbar machen und in normalen Text umwandeln.

Die neue API bietet laut Apple drei Kernfunktionen: Sie liefert die wahrscheinlichste Texterkennung für eine Notiz zurück, erzeugt einen durchsuchbaren Index aus mehrdeutigen Erkennungsergebnissen – etwa wenn unklar ist, ob „1“ oder „l“ gemeint war – und kann gezielt nach einem Suchbegriff innerhalb einer Zeichnung suchen, inklusive der Position auf der Seite. Die Suchfunktion lässt sich auch an Apples Systemsuche anbinden, wodurch Entwickler ohne viel Zusatzaufwand eine vollständige Suchoberfläche samt Trefferanzeige erhalten.

Wichtig für den Datenschutz: Die Erkennung läuft laut Apple vollständig lokal auf dem Gerät, eine Internetverbindung ist nicht nötig. Unterstützt werden 29 Sprachen. Da sich die Erkennungsqualität mit künftigen Modell-Updates verbessern kann, liefert Apple zusätzlich eine Versionsnummer mit, anhand derer Apps prüfen können, ob gespeicherte Indizes neu erstellt werden sollten.

Neben der reinen Erkennung erlaubt iPadOS 27 auch einen tieferen Zugriff auf das Datenmodell von PencilKit: Damit soll das Handgeschriebene für App-Entwickler besser zugänglich werden. Neue Funktionen zum „Slicing“ erlauben es Dritt-Apps zudem, Striche programmatisch zu radieren oder Teilabschnitte zu extrahieren – etwa, um die Schreibreihenfolge eines handschriftlichen Zeichens als Animation nachzuzeichnen, wie Apple in einer Demo zum Erlernen chinesischer Schriftzeichen zeigte.

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Auch bestehende Zeichenflächen außerhalb von PencilKit profitieren: Wer Striche bislang als Bézier-Pfade speichert, kann sie nun in PencilKits eigenes Format umwandeln und so ebenfalls Zugriff auf die Handschrifterkennung erhalten. Spannendes Detail für Entwickler: PKStrokeRecognizer ist als Swift-Actor implementiert und arbeitet asynchron, sodass Apps die Handschrifterkennung ohne Blockieren der Benutzeroberfläche ausführen können.

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(mki)



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M6 wird übersprungen: MacBook Ultra mit älteren Chips?


Freunde des MacBook Pro freuen sich auf den Herbst: Dann soll Apple ernst zu nehmenden Gerüchten zufolge mit dem „MacBook Ultra“ eine neue Baureihe samt frischem Formfaktor planen – als eine Art Notebook-Abrundung nach oben. Geplant ist sowohl der Einbau eines neuen Bildschirms in Tandem-OLED-Technik als auch ein Touchscreen, was beides wichtige Neuerungen für den Mac wären. Hinzu kommt angeblich ein wieder etwas dünneres Gehäuse. Die bislang ungeklärte Frage: Welchen Prozessor wird Apple für das (vermutlich teure) Modell verwenden? Nun gibt es erste Antworten dazu, die den ein oder anderen Nutzer enttäuschen könnten.

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Denn laut einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg nutzt das MacBook Ultra hier Altware. Die nächste Chipgeneration mit M6-Prozessor ist demnach nur für Einsteiger-Geräte wie ein entsprechendes MacBook Pro und später auch ein MacBook Air geplant. Denn Apple hat angeblich vor, beim M6 keine Max- und Pro- oder gar Ultra-Varianten des Chips zu liefern. Stattdessen will der Konzern verstärkt am M7 arbeiten, der nochmals deutlich bei lokaler KI punkten soll.

Das heißt: Apple müsste die erste Generation des MacBook Ultra mit M5 Pro und M5 Max ausstatten, wie sie längst im MacBook Pro mit 14 und 16 Zoll aus dem vergangenen Frühjahr spielen. Man hätte es also mit einem Rechner zu tun, der in Sachen Display, Touchscreen und Formfaktor auf dem neuesten Stand ist, nicht jedoch in Sachen Chips. Mit einem MacBook Ultra M7 Pro oder M7 Max wäre dann nicht vor Herbst 2027 zu rechnen, was Käufer verunsichern könnte. Apples Entscheidung ist bislang einmalig in der Apple-Silicon-Geschichte: Von jedem der M-Chips gab es stets auch Pro-, Max- und zumeist Ultra-Varianten. Der M6 bietet gegenüber dem M5 unter anderem Vorteile bei der Strukturbreite, soll erster Apple-Chip im 2-nm-Verfahren von TSMC im Mac sein.

Das MacBook Ultra soll wie das MacBook Pro in den Größen 14 und 16 Zoll ausgeliefert werden, so Bloomberg. Laut den Angaben ist die Arbeit am M7 mit Pro- und Max-Varianten bereits fortgeschritten, erste Maschinen damit seien bis frühestens Ende 2027 vorgesehen. Auch der Mac Studio soll den M7 Max und eine M7-Ultra-Variante erhalten, vermutlich aber erst 2028.

Nutzer die schon länger auf einen neuen MacBook-Formfaktor warten und auch auf die verbesserte OLED-Technik aus dem iPad Pro im Mac hofften, müssen nun abwägen, wie sinnvoll es ist, auf das kommende Jahr und die M7-Pro- und M7-Max-Varianten zu warten. Einige von ihnen dürften noch auf älteren Baureihen wie M2 Pro und M2 Max oder M3 Pro und M3 Max verblieben sein, weil sie sich vom Ultra topmoderne Technik erhofften. Neu sind ältere Chips in Macs aber nicht. Beim immer noch aktuellen Mac Studio trifft ein M3 Ultra auf einen M4 Max, da es vom M4 nie eine Ultra-Variante gegeben hat.

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(bsc)



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